Samstag, 30. Juli 2016

The Sisters Of Mercy – Vision Thing




The Sisters Of Mercy – Vision Thing


Besetzung:

Andrew Eldritch – vocals, guitar, keyboards
Tim Bricheno – guitar
Andreas Bruhn – guitar
Tony James – bass guitar
Doktor Avalanche – drums


Gastmusiker:

John Perry – guitar, slide guitar on "Detonation Boulevard"
Maggie Reilly – backing vocals on "Vision Thing", "More", "Detonation Boulevard", "Something Fast" und "Doctor Jeep"


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Rock, Hard Rock, Gothic Rock


Trackliste:

1. Vision Thing (4:36)
2. Ribbons (5:25)
3. Detonation Boulevard (3:52)
4. Something Fast (4:37)
5. When You Don't See Me (4:54)
6. Doctor Jeep (4:41)
7. More (8:23)
8. I Was Wrong (6:03)

Gesamtspieldauer: 42:35




„Vision Thing“ nannten die Sisters Of Mercy ihr drittes und gleichzeitig auch letztes reguläres Studioalbum. Die Scheibe wurde ursprünglich auf Merciful Records, einem von Sänger und Ideengeber der Band, Andrew Eldritch, gegründeten Platten-Label im November 1990 veröffentlicht. Nach dieser Scheibe wurden nur noch Raritäten oder Best Of-Platten veröffentlicht. Sehr schade eigentlich, denn auch „Vision Thing“ hat auch einiges für die Hörerinnen und Hörer zu bieten.

Die Fans waren sicherlich jedoch nicht schlecht überrascht, als sie diese Platte zum ersten Mal zu hören bekamen. Der Gothic Rock-Anteil in der Musik der Sisters Of Mercy war ganz klar in den Hintergrund gerückt worden. Jetzt gab es bei den Sisters Of Mercy eher Rock zu hören, der durchaus auch ziemlich geradlinig sein kann, in die Bereiche des Hard Rocks eindringt und mit Gothic Rock oftmals nur noch wenig gemein hat. Auch die Instrumentierung hatte sich deutlich verändert. Nun stand nicht mehr der Synthesizer im Vordergrund, sondern die Gitarre. Zumeist die elektrische Ausgabe des Instruments, jedoch gibt es auf „Vision Thing“ auch Stücke mit akustischer Gitarre zu hören.

Auch wenn der Gothic Rock auf „Vision Thing“ etwas in den Hintergrund gerutscht ist, über der Platte schwebt trotzdem noch ein etwas düsterer bis dunkler Horizont. Und nicht zuletzt auch durch den Gesang des Andrew Eldritch bleibt die Atmosphäre der Musik der Sisters Of Mercy dann doch noch irgendwo, zumindest in den Außenbereichen des Gothic Rocks verwurzelt. Jedoch auch mit einem deutlich rockigeren Ansatz kann die Musik der Sisters Of Mercy gut überzeugen. Andrew Eldritch ist zwar erneut an allen Kompositionen beteiligt, bekam allerdings dieses Mal auch Unterstützung vom neuen Gitarristen Andreas Bruhn sowie vom Co-Produzenten Jim Steinman. Nachdem die letzte Platte praktisch ein Solo-Werk war und sehr überzeugte, so schafft es „Vision Thing“ ebenfalls als „Gemeinschaftsprojekt“ gut zu punkten.

Ein Höhepunkt auf der Scheibe, die über keine nennenswerten Ausfälle verfügt, sind das etwas getragene und mit akustischer Gitarre eingespielte „Something Fast“, welches über eine sehr eingängige Melodie verfügt, die sich sofort festsetzt. Dazu gesellen sich einige „Nebengeräusche“, die die Nummer sogar ein wenig in die psychedelische Ecke schieben. Klasse hier auch der mehrstimmige Gesang, bei dem Maggie Reilly zu hören ist, die die meisten wohl von ihrer Zusammenarbeit mit Mike Oldfield her kennen. Schließlich gibt es da dann auch noch den Titel „More“, das längste Lied der Platte. Zwar ist dies kein zweites „This Corrosion“ des Vorgängers „Floodland“, jedoch weiß auch diese Nummer durch ihre Eingängigkeit und den deutlichen Rock-Anteil zu überzeugen.

Fazit: „The Sisters Of Mercy spielen Rock“. So müsste die Überschrift über das Album lauten. Diese Rock Musik ist durchaus härter, bleibt dabei immer eingängig und auch noch etwas mit den Wurzeln der Band, dem Gothic Rock, verbandelt. Fröhlich klingt hier vielleicht die letzte Nummer „I Was Wrong“ – zumindest ein wenig, ansonsten herrscht düstere Stimmung auf „Vision Thing“. Aber diese ist schön düster. Elf Punkte.

Anspieltipps: Something Fast, More, I Was Wrong



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