Freitag, 26. August 2016

Radiohead – A Moon Shaped Pool




Radiohead – A Moon Shaped Pool


Besetzung:

Colin Greenwood
Jonny Greenwood
Ed O'Brien
Philip Selway
Thom Yorke


Gastmusiker:

Clive Deamer – additional drums on "Ful Stop"
London Contemporary Orchestra and Choir – strings and female chorus


Label: XL Recordings


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Art Rock, Post Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. Burn The Witch (3:41)
2. Daydreaming (6:24)
3. Decks Dark (4:41)
4. Desert Island Disk (3:44)
5. Ful Stop (6:07)
6. Glass Eyes (2:53)
7. Identikit (4:26)
8. The Numbers (5:45)
9. Present Tense (5:06)
10. Tinker Tailor Soldier Sailor Rich Man Poor Man Beggar Man Thief (5:03)
11. True Love Waits (4:45)

Gesamtspieldauer: 52:40




„A Moon Shaped Pool“ ist das neunte Studioalbum der britischen Art Rock Band Radiohead. Zuerst gab es diese Scheibe ab Mai 2016 nur als Download, am 17. Juni 2016 wurde das Album dann auch als CD auf dem Label XL Recordings veröffentlicht. Die gleiche Vorgehensweise bezüglich der Veröffentlichung hatten Radiohead bereits beim Vorgängeralbum „The King Of Limbs“ gewählt. Vielleicht soll dieses Vorgehen manch Hörerin beziehungsweise Hörer zum doppelten Erwerb des Albums animieren, aber das würde die Band wohl so niemals zugeben und ist auch lediglich eine Spekulation.

„A Moon Shaped Pool“ ist ein sanftes und melancholisches Album geworden. Die etwas rockigere Phase von Radiohead liegt in weiter Vergangenheit zurück. Alles auf dieser Scheibe klingt nachdenklich, irgendwie langsam und ruhig. Dazu benötigt man auch nicht allzu viele Anläufe, um vollständig in die Musik der Band eintauchen zu können. Selten mal haben Radiohead eingängiger, melodiöser geklungen. Es gibt sie zwar noch, die etwas experimentelleren Ansätze und Passagen in der Musik der fünf Engländer, allerdings sind diese deutlich weniger ausgeprägt, seltener vorhanden, als auf so manch anderer Scheibe von Radiohead.

Das wiederum bedeutet keinesfalls, dass „A Moon Shaped Pool“ ein langweiliges oder gar ein Album des Mainstreams geworden ist. Die Musik ist eindeutig der von Radiohead zuzuordnen. Die Stimmung ist meist etwas dunkel bis nachdenklich, die Stimme des Thom Yorke klingt genauso packend wie immer, wenn man sie bisher denn auch als „packend“ empfunden hat. Die Zutaten, die die bisherigen Platten von Radiohead ausmachten, sind also auch auf „A Moon Shaped Pool“ vorhanden, jedoch ist die Eingängigkeit der einzelnen Titel deutlich stärker herausgehoben. Gute Musik muss nicht melodiös klingen und ins Ohr gehen, wenn sie es allerdings trotzdem kann, freut das zusätzlich. Und genau das schaffen Radiohead hier mit ihrem neunten Album. „A Moon Shaped Pool“ enthält spannende Musik, nicht alltäglich und trotzdem melodiös das Ohr umschmeichelnd. Dazu gehört für mich auch, dass das London Contemporary Orchestra samt Chor nicht zu dominant in den Vordergrund gerückt wurde und nur partiell bestimmtere Rollen einnimmt.

Fazit: Mit „A Moon Shaped Pool“ ist Radiohead eines der eingängigsten Alben ihrer Karriere gelungen. Die einzelnen Lieder hören sich zerbrechlich, sanft und melancholisch bis sentimental an. Alle elf Nummern sind dabei hörenswert, alles klingt, nichts fällt hinten runter. Fans von Radiohead werden dieses Album sicherlich größtenteils sehr mögen, allerdings lohnt es sich auch für alle anderen Musikfreunde, hier mal ein Ohr zu riskieren. Vielleicht ist „A Moon Shaped Pool“ kein Meisterwerk wie „Kid A“ geworden, trotzdem ist es ein Album, welches überzeugt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Burn The Witch, Daydreaming, Present Tense



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