Montag, 5. Dezember 2016

Mahavishnu Orchestra – Between Nothingness & Eternity




Mahavishnu Orchestra – Between Nothingness & Eternity


Besetzung:

John McLaughlin – guitar
Jan Hammer – keyboards
Jerry Goodman – violin
Rick Laird – bass
Billy Cobham – percussion


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Jazz Fusion (live)


Trackliste:

1. Trilogy: Sunlit Path/La Mere De La Mer/Tomorrow's Story Not The Same (12:02)
2. Sister Andrea (9:52)
3. Dream (21:21)

Gesamtspieldauer: 43:16



„Between Nothingness & Eternity“ heißt das dritte Album des Mahavishnu Orchestras und ist gleichzeitig deren erstes Live-Album, welches im November 1973 veröffentlicht wurde. Aufgenommen wurden die Lieder am 17. und 18. August 1973, während des Schaefer Music Festivals im Central Park, New York. Angeblich stammen allerdings alle drei Aufnahmen vom zweiten Tag des Festivals, also vom 18. August 1973, wie man den noch vorhandenen Tonspuren offensichtlich entnehmen kann. Ursprünglich sollte das Mahavishnu Orchestra jedoch ein drittes Studio-Album veröffentlichen, welches auch im Juni 1973 in den Trident Studios in London aufgenommen worden war. Diese Veröffentlichung wurde aber verworfen, stattdessen wurden drei, der insgesamt sechs auf diesem nichtveröffentlichten Album eingespielten Lieder, live auf dem bereits erwähnten Festival eingespielt und unter dem Namen „Between Nothingness & Eternity“ veröffentlicht. Das ursprünglich geplante Studio-Album wurde dann erst im Jahr 1999 unter dem Namen „The Lost Trident Sessions“ den Fans der Band zugänglich gemacht.

„Between Nothingness & Eternity“ stellt die letzte Veröffentlichung der ursprünglichen Besetzung des Mahavishnu Orchestras dar. Die Lieder „Trilogy: Sunlit Path/La Mere De La Mer/Tomorrow's Story Not The Same“ sowie „Dream“ komponierte John McLaughlin, „Sister Andrea“ stammt dagegen vom Keyboarder Jan Hammer. Nun, ist das Vorgängeralbum „Birds Of Fire“ oder auch die erste Platte, „The Inner Mounting Flame“, durchaus noch für den Rock Fan gut hörbar, für Freunde des Progressive Rock sogar interessant, so wird das bei dieser Scheibe schon deutlich schwieriger. Hier bewegt sich das Mahavishnu Orchestra nun keinesfalls mehr im Bereich des Rock, fast schon gleichgültig, wie weit man diesen Begriff inhaltlich auch ausdehnen möchte. Auf „Between Nothingness & Eternity“ hört man Jazz Fusion – und zwar Jazz Fusion der besonders frickeligen Art.

Dass die Musiker ihre Instrumente perfekt beherrschen, bekommt man hier ein ums andere Mal vortrefflich vorgeführt. Zum Teil klingt das allerdings fast schon ein wenig selbstverliebt, wenn in ungeahnten Geschwindigkeiten die Akkorde wie Duelle zwischen den verschiedenen Instrumenten hin- und hergeschleudert werden. Nun, eine Melodie erwartet man kaum, wenn man sich dieser Musik widmet, jedoch ein Instrument ganz schnell zu spielen, nur weil man es denn kann, schafft vielleicht bei so mancher und manchem Eindruck, allerdings verliert sich darin die allergrößte Masse. Leider selbst jene, die der ganzen Sache an sich durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen. Die Musik klingt unfassbar aggressiv und nur schwer kann man ihr immer folgen. Nicht extra erwähnen muss man dabei wohl, dass „Between Nothingness & Eternity“ nichts für den Hintergrund ist. Ganz oder gar nicht will das alles gehört werden, denn nur für ein Ohr ist diese Musik völlig ungeeignet.

Fazit: Progressive Rock ist eine feine Sache. Und auch die sehr anspruchsvollen, weniger eingängigen Stücke können da noch überzeugen. Hier, mit „Between Nothingness & Eternity“, wird das jetzt allerdings schon deutlich schwieriger. Melodien und Eingängigkeit mögen deutlich überschätzt werden, auf diesem Album sind sie jedoch überhaupt nicht vorhanden. Ganz sicher eine tolle Platte für Freunde des Jazz. Ganz sicher aber auch ein sehr schwieriges Album für alle, die sich eher von der populären Musik an dieses herannähern. Wer allerdings mal hören möchte, wie schnell und schräg man Gitarre, Keyboard, Bass, Schlagzug oder Violine spielen kann, die oder der findet hier ihre und seine Erfüllung. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Dream



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