Mittwoch, 5. Juli 2017

Forest Swords – Compassion




Forest Swords – Compassion


Besetzung:

Matthew Barnes – synthesizers


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Ninja Tune


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Experimentelle Musik, Elektronische Musik


Trackliste:

1. War It (5:54)
2. The Highest Flood (5:07)
3. Panic (4:48)
4. Exalter (5:36)
5. Border Margin Barrier (3:08)
6. Arms Out (5:47)
7. Vandalism (4:37)
8. Sjurvival (2:26)
9. Raw Language (4:28)
10. Knife Edge (6:16)

Gesamtspieldauer: 48:12




„Compassion” heißt das zweite Studioalbum des britischen Musikers Forest Swords, dessen Name eigentlich Matthew Barnes ist. Veröffentlicht wurde die Scheibe am 5. May 2017 auf dem Plattenlabel Ninja Tune und erschien vier Jahre nach seinem Debut mit „Engravings“. Auf „Compassion” hört man sehr experimentelle Musik, die häufig über keinerlei Melodie verfügt, eher Atmosphären und Stimmungen werden hier transportiert.

Sound- und Klanglandschaften entstehen auf „Compassion”, verschwimmen und verschwinden wieder, um kurze Zeit später erneut anders neu zu entstehen. Verzerrte Worte, abgehackte Worte, verstümmelte Worte, die keine Botschaft im eigentlichen Sinne weitergeben möchten, sondern Teil des Gesamten sind, umschwirren Hörerin und Hörer. Mal leiser, seltsam mystisch klingend, dann wieder fordernder. Mal solo und weiblich, schließlich männlich oder gleich vermischt in diversen Chören – Worte, manchmal im eigentlichen Sinne völlig sinnfrei, gibt es hier in ganz unterschiedlichen Erscheinungsformen zu hören und erhören.

Diese Musik strahlt sofort, mit dem ersten Mal des Hörens, eine gewisse Faszination aus, da sie so ganz anders ist. Hier werden Hörerin und Hörer weich gebettet, dann wirkt alles verzaubert. Doch schließlich kommt das Zeichen zum Aufbruch, die Stimmung klingt plötzlich aggressiver, wenn diese Stimmen zu aufdringlich werden. „Compassion” ist wie eine Reise durch verschiedene Welten, verschiedene Gefühlsanwandlungen, verschiedene Atmosphären. Diese sind meist dicht und packend. Und wenn sich Melodien herauskristallisieren, dann klingen sie warm und weich und allzu häufig melancholisch zerbrechlich. Gleichzeitig ist die Musik des Matthew Barnes fast schon hypnotisch, ergreift von einem Besitz. Eindrucksvoll klingt „Compassion” immer.

Fazit: Wer einmal etwas ganz anderes hören möchte und auch das Experiment nicht scheut, der oder dem sei „Compassion” von Forest Swords sehr empfohlen. Unaufdringlich eindringliche elektronische Musik. Mystisch verzaubert und atmosphärisch immer sehr dicht gehalten, entfalten sich auf diesem Album Klangwelten, die einen meist weich betten und dabei aufhorchen lassen. Nur Weniges ist auf dieser Scheibe vorhersehbar, Vieles allerdings überraschend und spannend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Panic, Vandalism, Knife Edge



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