Dienstag, 3. April 2018

Dennis – Hyperthalamus




Dennis – Hyperthalamus


Besetzung:

Thomas Kretschmer – guitar
Klaus Briest – bass
Jim Wiley – bass
Manne Rörup – keyboards
Michael Kobs – keyboards
Willi Pape – sax, clarinet & flute
Olaf Cassalich – percussion
Carsten Bohn – drums & percussion


Label: Nova Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Instrumental, Jazz Rock


Trackliste:

1. Do Your Own Thing (7:18)
2. Others Do (5:43)
3. Already (4:57)
4. Grey Present Tense (19:07)

Gesamtspieldauer: 37:07




„Hyperthalamus“ von Dennis ist schon ein sehr eigenartiges Album geworden. Zum einen stammt es aus einer Zeit, da es die Band Hyperthalamus schon gar nicht mehr gab, denn diese war 1973 und 1974 aktiv. Hyperthalamus erschien allerdings erst im Jahr 1975 auf dem Plattenlabel Nova Records und wurde auch erst im Jahr 2016 auf Sony Music wiederveröffentlicht. Über die Aufnahmen oder den Aufnahmeort lässt sich auf dem Cover nichts entdecken, doch scheint es sich dabei um Mittschnitte bestimmter Jam-Sessions und Konzerte zu handeln. Zumindest beim Stück „Already“ glaubt man menschliche Stimmen aus dem Zuschauerraum im Hintergrund zu hören, die ganz offensichtlich so nicht von Anfang an eingeplant waren. Auch ist die Aufnahmequalität gut, jedoch nicht über das gesamte Album gleichmäßig geartet. „Hyperthalamus“ ist die erste und gleichzeitig einzige Veröffentlichung von Dennis.

Man hört auf „Hyperthalamus“ durchaus seltsame Einsprengsel wie eine lange Ansage am Hamburger Hauptbahnhof oder den Sound eines dahinfliegenden Flugzeuges. Ansonsten ist die Platte ein reines Instrumentalalbum, angefüllt mit Jazz Rock. Auch wirkt das Ganze mitunter sehr improvisiert. Die Musiker beginnen ein Lied und es scheint fast so, als ob sich genau dann erst eines zum anderen entwickelt. Hier wird eine Idee geboren und die Kollegen steigen darauf ein. Dort entwickelt sich ganz beiläufig ein Thema, wird aufgegriffen und ausgearbeitet. Sicherlich ist dem nicht so, doch die Musik auf „Hyperthalamus“ klingt das ein oder andere Mal doch ziemlich improvisiert und irgendwie noch nicht ganz ausgespielt.

Selbstverständlich geht es hier nicht um Melodien, diese Musik ist nicht dazu geschaffen, um hängenzubleiben oder gar Ohrwürmer zu generieren. Es ist Musik für den Moment. Musik die zum Teil groovt, Musik die immer intensiv klingt, Musik die fließt. Vor allen Dingen beim letzten Titel, „Grey Present Tense“, der die ehemalige zweite Schallplattenseite vollständig ausfüllte, ist dies so wahrzunehmen. Spannend hier auch die Sounds, wenn Flöte und Saxophon sich in den Vordergrund spielen, die restlichen Instrumente sich kurz zurücknehmen und eine Art musikalischer Fluss entsteht, der immer weiter anschwillt, um dann plötzlich eine ganz andere Wendung zu nehmen.

Fazit: Ganz bestimmt ist diese Musik keine, für Freundinnen und Freunde der symphonisch-harmonischen Klänge. Die Band Dennis, die übrigens nach dem Sohn von Schlagzeuger, Filmmusikkomponist und Frumpy-Mitglied Carsten Bohn benannt ist, möchte Neues ausprobieren, experimentieren und andere Wege gehen. Diese führen in Richtung zum Jazz. Kompromisslos und speziell, aber durchaus spannend und mal eine neue Erfahrung. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Grey Present Tense



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