Samstag, 14. Juli 2018

Cluster – Zuckerzeit




Cluster – Zuckerzeit


Besetzung:

Dieter Moebius – elektronische Orgel, Piano, Rhythmusmaschine, Davoli- und Farfisa-Synthesizer, elektrische Gitarre, Hawaii-Gitarre
Hans-Joachim Roedelius – elektronische Orgel, Piano, Rhythmusmaschine, Davoli- und Farfisa-Synthesizer, elektrische Gitarre, Hawaii-Gitarre


Label: Brain / Universal Music


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Hollywood (4:46)
2. Caramel (3:09)
3. Rote Riki (6:00)
4. Rosa (4:11)
5. Caramba (3:56)
6. Fotschi Tong (4:18)
7. James (3:21)
8. Marzipan (3:14)
9. Rotor (2:40)
10. Heiße Lippen (2:21)

Gesamtspieldauer: 38:00




Cluster wurde im Jahr 1969 als Kluster von Conrad Schnitzler, Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius gegründet. Als im Jahr 1971 Conrad Schnitzler die Band verließ, tauften Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius ihre Band in Cluster um. Das Album „Zuckerzeit“ ist die dritte Platte des Duos und erschien im Jahr 1974 auf dem Label Brain, was später in EMI und schließlich in Universal Music aufging.

„Zuckerzeit“ ist ein reines Instrumentalalbum und klingt für heutige Verhältnisse ziemlich oberflächlich. Ganz sicher liegt dies zum großen Teil an der „Rhythmusmaschine“, die bei den Liedern zum Einsatz kommt und meist sehr synthetisch und fast schon kitschig klingt. Die einzelnen Lieder geben eher recht wirre Atmosphären wieder, denn eine Melodielinie gibt es nur selten zu hören und wenn, so ist diese auch nicht besonders gelungen oder gar auf irgendeine Art und Weise eingängig. Sicherlich wird dieser Typus Musik Anfang der 70er Jahre noch interessant geklungen haben. Da zu jener Zeit allerdings bereits Tangerine Dream oder aber Klaus Schulze ebenfalls Platten im Bereich der elektronischen Musik veröffentlichten, kann Cluster diesen Vergleichen nicht standhalten und wirkt deutlich uninteressanter.

Die Lieder sind auf ihre Art zu kurz geraten, um besser wirken zu können. Freilich hilft es, dem Album mehrere Chancen zu geben, sich im eigenen musikalischen Weltbild entfalten zu können. So schafft es ein Titel wie „Caramba“ schließlich doch noch, aufgrund seiner vorhandenen Melodiösität und der enthaltenen Steigerung, zu überzeugen. Auch die restlichen Lieder wirken mit der Zeit eingängiger, ohne dabei allerdings begeistern zu können. Ein klein wenig klingt „Zuckerzeit“ so, als wollten Moebius und Roedelius mit dieser Platte einfach mal austesten – die Musik und sich selbst.

Fazit: „Zuckerzeit“ von Cluster ist ein Werk, welches in den 70er Jahren sicherlich interessant wirkte und sich auch so anhörte. In der heutigen Zeit klingt das alles allerdings etwas überholt und mitunter auch sehr langweilig. Ganz schlimm wird es, wenn die Rhythmusmaschine ihre Einsätze erhält, dann klingen Cluster nach Plastik. Am ehesten ist Cluster als ein Abziehbild für die Entwicklung der elektronischen Musik zu verstehen. Ansonsten unterhält diese Scheibe nicht mehr viel. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Rosa, Caramba, Heiße Lippen 



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