Dienstag, 31. Juli 2018

Klaus Schulze – Cyborg




Klaus Schulze – Cyborg


Besetzung:

Klaus Schulze – organ, synthesizer, vocals, percussion


Label: Mig Music (ursprünglich Brain)


Erscheinungsdatum: 1973 (Wiederveröffentlichung in Form dieser Doppel-CD: 2006)


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

CD1:

1. Synphära (22:45)
2. Conphära (25:44)
3. Chromengel (23:45)

CD2:

4. Neuronengesang (24:43)

Bonus Track:

5. But Beautiful (50:45)

Gesamtspieldauer CD1 (1:12:14) und CD2 (1:15:28): 2:27:42




„Cyborg“ heißt das zweite Studio-Solo-Album des Berliner Elektronik-Klang-Künstlers Klaus Schulze. Ursprünglich wurde die Platte in Form eines Doppelalbums im Oktober 1973 veröffentlicht. Eine Wiederveröffentlichung gab es im Jahr 2006 mit dem 50-minütigen Bonus-Titel „But Beautiful“. In dieser Zusammenstellung gab es 2016 schließlich noch eine Wiederveröffentlichung der Wiederveröffentlichung. War es zunächst das Label Brain, auf welchem das Album erschien, so war es 2006 Revisited Records und im Jahr 2016 das Plattenlabel MIG-Music, auf dem „Cyborg“ erneut veröffentlicht wurde.

Im beiliegenden Booklet beschreibt Klaus Schulze, dass er aufgrund von Geldmangel neben der Orgel, dem VCS3-Synthesizer und der Revox-Maschine, wie schon auf dem Debut „Irrlicht“, auf Orchester Tapes zurückgriff, die er von Musikstudenten des Colloquium Musica in Berlin erhielt und die er verfremdete. Auf „Synphära“ und „Conphära“ hört man Klangteppiche aus Orgel und Synthesizer, die wabernd in sich übergehen, verschmelzen und wieder entwirren. Großartige Abwechslung kommt dabei nicht auf, intensiv klingt dies jedoch allemal.

Noch etwas „intensiver“ wird es dann mit dem Stück „Chromengel“, in dem Cello-Sounds sehr düster und traurig eine geheimnisvolle bis bedrohliche Stimmung erzeugen. Dazu gesellen sich zwitschernde bis schwirrende Synthesizer-Geräusche, die Bilder von umherfliegenden Fledermäusen in dunklen und mystischen Wäldern aufkommen lassen. „Neuronengesang“ klingt dann sehr viel aggressiver, trotzdem sphärischer und schräger. Auch bei diesem Stück gibt es selbstverständlich keinerlei Melodien zu hören, nur Stimmungen und Atmosphären werden transportiert. Das mag vielen Musikhörern sehr monoton erscheinen, besitzt jedoch durchaus seinen Reiz, wenn man sich diesen Klängen ganz hinzugeben versteht.

Der Bonus-Track „But Beautiful“ ist knappe 51 Minuten lang und ist eine Live-Einspielung, die aus einem Konzert aus dem Jahr 1977 stammt, welches Klaus Schulze in der Brüsseler St.-Michael-Kathedrale gab. Die Aufnahme entstand also ein paar Jahre nach „Cyborg“ und klingt zum Teil auch etwas melodischer und abwechslungsreicher, als die ursprünglichen Titel. Da auch hier allerdings die „Sphäre“ im Vordergrund steht, ergänzt das Stück trotzdem sehr gut das ursprüngliche Album.

Fazit: Sphärische Musik mit einem kleinen Hang zur Monotonie gibt es auf „Cyborg“ zu hören. Die Musik punktet dabei durch intensive Stimmungen, die sich in das Ohr graben und einen vereinnahmen. Die Lieder sind kompromisslos und lang, sodass man entweder in diese einzutauchen versteht und sich darin räkelt oder aber vor Langweile ertrinkt. Für Freundinnen und Freunde elektronischer Klänge bestens geeignet, für Hitparaden-Hörer wohl ein Graus. Neun Punkte.

Anspieltipps: Chromengel



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