Dienstag, 17. Juli 2018

Klaus Schulze – Silhouettes




Klaus Schulze – Silhouettes


Besetzung:

Klaus Schulze – synthesizer


Label: SPV (Oblivion)


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Silhouettes (15:49)
2. Der lange Blick zurück (22:15)
3. Quae Simplex (21:47)
4. Châteaux Faits De Vent (15:09)

Gesamtspieldauer: 1:15:00




Unter seinem Namen hat Klaus Schulze bisher 45 Alben veröffentlicht. Einige davon wurden im Studio aufgenommen, andere wiederum live eingespielt. Es gibt weitere Veröffentlichungen musikalischen Materials, welches erst viele Jahre nach der der Entstehung auf Tonträger gepresst und veröffentlicht wurde, wie die „La Vie Electronique“-Reihe. Dazu kommen noch Kollaborationen mit anderen Musikern, Box-Sets, Kompilationsalben, Veröffentlichungen unter dem Pseudonym „Wahnfried“ und und und. Die Zahl der Veröffentlichungen übersteigt die 100 bei Weitem. Am 24. Mai 2018 erschien nun das bisher neueste Album des Klaus Schulze auf dem SPV Label Oblivion.

Mein erstes Konzert überhaupt fand in einer Kirche in Nürnberg Gostenhof im Jahr 1981 statt. Knapp zehn Mark Eintritt, krass viel Geld für mich damals, doch ein Kumpel, der mich mitschleppte meinte, es würde sich lohnen. Klaus Schulze spielte dort vor dem Altar, eingerahmt von Synthesizer-Bergen. Ich hatte keine Ahnung, was da auf mich zukommen würde, stellte nur fest, dass wir die Jüngsten in dieser Kirche waren. Das, was ich dann hörte, überraschte mich unglaublich und beamte mich damals in völlig fremde Sphären. Ich verließ die Kirche in diesem Herbst 1981 sehr beeindruckt und Klaus Schulze sollte von nun an mit seiner Musik mein Leben begleiten. Mal mehr, mal weniger, doch war er nie ganz verschwunden.

„Silhouettes“ heißt das neueste Werk des Elektronik-Künstlers und es scheint unter Umständen entstanden zu sein, die alles andere als leicht für Klaus Schulze waren. Im Innencover bedankt sich der Berliner bei seinen Zuhörern unter anderem mit den Worten: „Ich möchte Euch danken, für all die Zeit, die wir gemeinsam auf Tourneen und Konzerten verbracht haben. Für Eure Aufmerksamkeit, Eure Zugewandtheit, Eure Ruhe und auch für Eure Geduld, wenn es mal wieder viel zu lange gedauert hat bis zur nächsten Platte oder bis zum nächsten Konzert. Nun, Konzerte spiele ich keine mehr, jedenfalls nicht öffentlich. Aber hier habe ich für Euch ein Konzert, was ich mir selbst gespielt habe. In einer Zeit der Ruhe, der Besinnung, der Reduktion auf’s Wesentliche. Des Kräfte-Sammelns – und der Genesung. …“ Klaus Schulze, Dezember 2017.

Für mich klingt das ein klein wenig nach Abschied, hoffentlich interpretiere ich da etwas falsch. Doch auch wenn Klaus Schulze in seinen Worten die Musik auf „Silhouettes“ nicht umschreibt, so schwingt in diesen Sätzen doch die Stimmung mit, welche man auf dem Album zu hören bekommt. Die einzelnen Lieder sind ruhig und sanft gehalten, oftmals fast schon mit „meditativ“ zu umschreiben. Keine Hektik, nur keine Hektik. Häufig fehlt der Rhythmus ganz und wenn doch, wird dieser nur sehr sparsam eingesetzt, sodass die entspannte Atmosphäre nicht zerstört, vielleicht knapp angekratzt wird. „Silhouettes“ klingt zumeist eher sphärisch und dabei auch dunkel und düster. Synthesizer-Klangteppiche werden auf „Silhouettes“ übereinandergelegt, miteinander verwoben, gehen ineinander auf. Es geht auf diesem Album nicht um Melodien, es geht um Stimmungen, intensive und traurige Stimmungen, wie ich sie schon damals in dieser Kirche Anfang der 80er Jahre vernahm. Ein Kreis scheint sich zu schließen.

Fazit: „Silhouettes“ ist für mich nicht das beste Klaus Schulze Album und ganz gewiss keines, welches nur so vor Abwechslung vibriert. Genau das Gegenteil ist der Fall. „Silhouettes“ ist fast schon monoton, dafür jedoch sehr intensiv. Angefüllt mit einnehmender Atmosphäre und knisternder Spannung, welche jedoch nie so ganz zum Ausbruch kommt. Auf seine Art dunkel und konsequent. Manche mögen das langweilig finden, andere wiederum werden genau das finden, was sie suchen und damit zufrieden sein. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Silhouettes



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