Donnerstag, 17. Dezember 2020

Sigur Rós – Odin’s Raven Magic

 




Sigur Rós – Odin’s Raven Magic


Besetzung:

Jón Þór „Jónsi“ Birgisson – vocals, guitar, keyboards
Georg „Goggi“ Hólm – bass
Orri Páll Dýrason – drums
Hilmar Örn Hilmarsson
Steindór Andersen
Maria Huld Markan Sigfúsdóttir – Violine




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Art Rock, Moderne Klassik


Trackliste:

1. Prologus (5:54)
2. Alföður orkar (7:48)
3. Dvergmál (7:37)
4. Stendur æva (9:47)
5. Áss hinn hvíti (5:09)
6. Hvert stefnir (9:56)
7. Spár eða spakmál (7:42)
8. Dagrenning (11:36)

Gesamtspieldauer: 1:05:32



Ist nun „Odin’s Raven Magic“ das achte Studioalbum von Sigur Rós oder doch eher nicht? Seit dem Jahr 2013 und dem Album „Kveikur“ hatte man kaum mehr was von den Isländern gehört. Dann veröffentlichte der musikalische Kopf der Band, Jón Þór „Jónsi“ Birgisson dieses Jahr am 2. Oktober mit „Shiver“ sein zweites – leider nicht restlos überzeugendes – Solo-Album und nun folgt also mit „Odin’s Raven Magic“ doch wieder eine Veröffentlichung unter der „Überschrift“ Sigur Rós.

Dieses Album stellt allerdings eine isländische Zusammenarbeit von Sigur Rós, mit Hilmar Örn Hilmarsson (Musiker und Komponist zahlreicher Filmmusiken), Steindór Andersen (war schon auf der 2007er Sigur Rós DVD „Heima“ zu sehen) sowie Maria Huld Markan Sigfúsdóttir (Violinistin in der Band Amiina) dar. Vertont wurde „Odin‘s Raven Magic“ von diesen Musikern zusammen mit Sigur Rós und wurde erstmals im Jahr 2002 in London uraufgeführt. Der Titel stellt ein im 14. oder 15. Jahrhundert entstandenes isländisches Gedicht in der Edda-Tradition dar.

Nun, auf „Odin’s Raven Magic“ hört man keine Rock- und schon gar keine Pop-Musik. Auch keinen Progressive Rock. „Odin’s Raven Magic“ ist orchestrale Musik, die mal mehr nach Klassik klingt, dann nach mittelalterlichen Chorälen und schließlich trotzdem noch diese feine Emotion eines Titels von Sigur Rós aufweist. Das Album klingt sehr intensiv, wenn auch absolut ruhig. Es ist die Atmosphäre, die hier transportiert wird, die einen einnimmt oder – mit der man eben weniger anfangen kann, da es im Grunde genommen eben doch kein achtes Sigur Rós Album ist, sondern die orchestrale Vertonung einer Sage. Bei der aber an mancher Stelle, ganz sanft, doch noch die Musik der Isländer durchscheint.

Fazit: Auch wenn „Odin’s Raven Magic“ irgendwie nicht wirklich das achte Studioalbum von Sigur Rós ist – zu viele andere Musiker haben hier auch kompositorisch mitgewirkt – so ist es zumindest eine sehr gelungene Scheibe geworden. Das Album klingt wie eine mystische Reise, die man beim Auflegen des Albums antritt. Für alle, die gern was Außergewöhnliches hören und auch die Stille, die Musik ebenfalls zu transportieren weiß, lieben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hvert stefnir



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