Samstag, 6. April 2013

Firewater – The Man On The Burning Tightrope




Firewater – The Man On The Burning Tightrope


Besetzung:

Tod A. – vocals, bass, mellotron, bazouki, band organ bass
Oren Kaplan – acoustic and electric guitars
Tamir Muskat – drums & loops, castanets, tambourine, cymbal
Paul Wallfish – organ, piano, celeste, wurlitzer


Gastmusiker:

Dave Balou – trumpet, flugelhorn
Asaf Roth – glockenspiel, cymbals, marimba, marching cymbal
The Muskat Orchestra – horns, strings
Ori Kaplan – saxophone & recorder
Itamar Ziegler – bass
Willy Martinez – guira, percussion
Victoria Hanna – vocals
Yuri Lemeshev – accordion
Ramallah Orphans Choir – backing vocals
Morgan St. Boot Boys – stomping
Nicole Blackman – answering machine
Joe Fiedler – trombone
The Willy Martinez Drum Corps – percussion
Markus Matti – tuba


Label: Jet Set Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Gypsy Punk, Alternative Rock


Trackliste:

1. Fanfare (0:22)
2. Anything At All (4:21)
3. Too Much(Is Never Enough) (4:01)
4. Too Many Angels (5:01)
5. Dark Days Indeed (4:12)
6. The Man On The Burning Tightrope (3:52)
7. The Truth Hurts (1:19)
8. Secret (4:58)
9. The Vegas Strip (3:02)
10. Ponzis Revenge (2:41)
11. Don't Make It Stop (3:09)
12. The Notorius & Legendary Dog & Pony Show (3:45)
13. The Song That Saved My Life (2:08)
14. Dark Days Revisited (0:41)
15. Descend (0:18)

Gesamtspieldauer: 46:59




„Gypsy Punk“ habe ich jetzt mal als Label für das Genre der Musik verwendet, die auf den vierten Album der New Yorker Band Firewater zu hören ist. „Kirmes Rock“ wäre auch ein passender Begriff gewesen, denn Firewater verbinden in ihrer Musik Drehorgelklänge und dergleichen mit Rock. Das klingt durchaus spannend und ist in seiner Art so auch nicht allzu häufig zu hören.

Die Musik auf „The Man On The Burning Tightrope“ groovt. Mal sind es die Jahrmarkklänge, die in rockige Klänge integriert wurden, dann wieder klingt es wie der Sound einer Big Band oder aber man hört eine bettelnde Dame auf dem Anrufbeantworter, die inständig darum bittet, dass endlich der Hörer angenommen wird. Dann wieder fühlt man sich in einen Saloon des 19. Jahrhunderts irgendwo in den Weiten des Mittleren Westens versetzt. Langweilig wird es also nie und gerockt wird auch ziemlich durchgehend. Es ist diese ungewöhnliche Mischung verschiedener Musikstile, die das Gehörte so interessant werden lassen. Immer wieder passiert etwas Spannendes, hört man etwas so nicht Erwartetes. Plötzlich umspielen einen da zum Beispiel so wunderschöne und melodische Klänge wie beim Titel „The Song That Saved My Life“. Dieser passt von der Stimmung auch gar nicht zum davor Gehörten, aber trotzdem perfekt auf diese so vielseitige Scheibe.

Fazit: „Firewater“ machen Musik, die es sonst nur wenig zu hören gibt. Wer das Außergewöhnliche sucht, der wird hier fündig werden. Und ganz egal ob Kirmes, Saloon, herzzerreißende Melancholie oder sonst etwas, eingängig bleibt die Musik an jeder Stelle des Albums. Und sie bleibt auch auf ihre Weise etwas Besonderes, etwas was man sonst nicht so hört – einfach interessant eben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Too Many Angels, The Man On The Burning Tightrope, The Song That Saved My Life




Freitag, 5. April 2013

And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Lost Songs




And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Lost Songs


Besetzung:

Conrad Keely – ohne Instrumentenangabe
Jason Reece – ohne Instrumentenangabe
Autry Fulbright II – ohne Instrumentenangabe
Jamie Miller – ohne Instrumentenangabe


Label: Superball Music


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Alternative


Trackliste:


CD1:

1. Open Doors (5:02)
2. Pinhole Cameras (4:48)
3. Up To Infinity (4:47)
4. Opera Obscura (3:45)
5. Lost Songs (2:04)
6. Flower Card Games (4:53)
7. A Place To Rest (3:15)
8. Heart Of Wires (2:55)
9. Catatonic (3:35)
10. Awestruck (4:10)
11. Bright Young Things (3:41)
12. Time And Again (2:52)


Bonus Tracks:

13. Skywhaling (2:24)
14. Mountain Battle Song (4:54)
15. Verschollene Songs (German Version Of Lost Songs) (2:07)
16. Idols Of Perversity (2:23)

Gesamtspieldauer CD1: 57:47


CD2:

1. Open Doors (Segued Version) (4:51)
2. Idols Of Perversity (Segued Version) (2:23)
3. Pinhole Cameras (Segued Version) (4:47)
4. Up To Infinity (Segued Version) (4:47)
5. Opera Obscura (Segued Version) (3:43)
6. Lost Songs (Segued Version) (2:00)
7. Flower Card Games (Segued Version) (4:16)
8. A Place To Rest (Segued Version) (3:10)
9. Heart Of Wires (Segued Version) (2:54)
10. Catatonic (Segued Version) (3:28)
11. Awestruck (Segued Version) (4:12)
12. Bright Young Things (Segued Version) (3:36)
13. Mountain Battle Song (Segued Version) (4:51)
14. Time And Again (Segued Version) (2:49)

Gesamtspieldauer CD2: 51:46




And You Will Know Us By The Trail Of Dead sind mit ihrem 2012 erschienenen Album „Lost Songs“ zu ihren Ursprüngen zurückgekehrt. Knallharten Rock hört man auf der Platte, die alles andere als gemäßigt daherkommt. Zunächst allerdings noch was zur Special Edition. Diese wird in Form eines Buches ausgeliefert mit 180 Seiten (!) der Geschichte „Strange News From Another Planet“ von Conrad Keely, die ja bereits auf dem letzten Album „Tao Of The Dead“ eine Rolle spielte. Dazu gibt es wieder einige schöne Zeichnungen, die dieses Mal in schwarz-weiß gehalten sind. Zwei CD’s befinden sich in diesem „Buch“. CD1 beinhaltet das normale Album sowie vier Bonus Tracks, wobei „Verschollene Songs“ die deutsche Version von „Lost Sogs“ darstellt. Wohl eine Reminiszenz an den Aufnahmeprozess, der dieses Mal in einem Studio in Hannover stattgefunden hat.

CD2 wurde mit der „Segued“-Version der zwölf offiziellen Titel versehen, was nichts anderes bedeutet, als dass die einzelnen Titel auf CD2 alle ineinander übergehen. Die ganze Aufmachung der CD wirkt gar nicht mehr so wie die einer Musik-CD, das ist schon eine mit sehr viel Liebe gestaltete Verpackung, die sicherlich einen gewissen Sammlerwert besitzt, jedoch natürlich nichts über die darauf enthaltene Musik aussagt.

Dazu komme ich aber nun. Wie bereits erwähnt, rocken And You Will Know Us By The Trail Of Dead auf „Lost Songs“ wieder vermehrt. Ach, was heißt hier schon „vermehrt“?. Sie rocken durchgängig, sie rocken was das Zeug hält. Ein ruhigeres Lied ist praktisch nicht auszumachen, phasenweise wird es mal etwas „gemäßigter“, ansonsten befindet sich auf dem Album knallharter Hard-Rock. Ausnahmen von dieser Regel sind am ehesten noch das etwas langsamer gehaltene „Awestruck“ und die letzte, neben dem Titeltrack wohl auch eingängigste Nummer „Time And Again“ Wobei hierzu anzumerken wäre, dass die Band dabei trotz aller Härte in der Musik nie die Melodie des Songs außer Acht lässt. Die Lieder klingen hart, sind jedoch trotzdem eingängig. Allerdings muss dazu angeführt werden, dass diese „Eingängigkeit“ beziehungsweise „Melodiösität“ nicht gleich beim ersten Durchhören der CD offenbar wird – dazu bedarf es schon einiger Durchläufe der Scheibe, die dann allerdings mit jedem weiteren mal Hören noch zu wachsen scheint.

„Softer“ wird es auch noch mal bei den Zugaben. „Skywhaling“ ist eine fast schon sphärische Instrumentalnummer, „Mountain Battle Song“ rockt dann erneut deutlich mehr und ist eine Nummer, bei der man sich wundert, dass sie es nicht „offiziell“ auf das Album geschafft hat. „Verschollene Songs“ habe ich ja bereits erwähnt und man merkt einmal mehr, was für eine schwere Sprache „Deutsch“ zu sein scheint, denn das, was Conrad Keely da singt, ist kaum zu verstehen. Beendet wird das Album mit dem fast schon ein wenig experimentell klingenden „Idols Of Perversity“.

Fazit: Wer And You Will Know Us By The Trail Of Dead wegen ihrer früheren Härte liebte, der wird mit diesem Album hier bestens bedient werden. Knallhart kracht die Musik aus den Lautsprechern, sodass es einige Durchläufe benötigt, bis man die Feinheiten dieser Musik für sich entdeckt hat. Das Album ist deutlich weniger eingängig als die vorherigen Veröffentlichungen der vier Texaner. Trotzdem klingt das gut, was man da auf die Ohren bekommt – vorausgesetzt natürlich, man kann mit den „etwas“ härteren Tönen in der Musik auch etwas anfangen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Open Doors, Lost Songs, Awestruck, Time And Again





Donnerstag, 4. April 2013

David Bowie – The Next Day




David Bowie – The Next Day


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitars, keyboards, percussion, string arrangements


Gastmusiker:

Gerry Leonard – guitars, keyboards
David Torn – guitars
Gail Ann Dorsey – bass, backing vocals
Zachary Alford – drums, percussion
Tony Visconti – string arrangements, strings, guitar, recorder, bass
Earl Slick – guitars
Tony Levin – bass
Steve Elson – baritone saxophone, contrabass clarinet
Janice Penderavis – backing vocals
Henry Hey – piano
Sterling Campbell – drums, tambourine
Alex Alexander – percussion
Antoine Silverman – strings
Maxim Moston – strings
Hiroko Taguchi – strings
Anja Wood – strings


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. The Next Day (3:27)
2. Dirty Boys (2:59)
3. The Stars (Are Out Tonight) (3:57)
4. Love Is Lost (3:58)
5. Where Are We Now? (4:09)
6. Valentine's Day (3:02)
7. If You Can See Me (3:12)
8. I'd Rather Be High (3:45)
9. Boss Of Me (4:10)
10. Dancing Out In Space (3:22)
11. How Does The Grass Grow? (4:34)
12. (You Will) Set The World On Fire (3:32)
13. You Feel So Lonely You Could Die (4:38)
14. Heat (4:25)
15. So She (2:31)
16. Plan (2:02)
17. I'll Take You There (2:41)

Gesamtspieldauer: 1:00:25



Genau zehn Jahre ist es her, dass David Bowie nach „Reality“ ein neues Studioalbum veröffentlichte, sein inzwischen fünfundzwanzigstes. Inzwischen hatte er 2004 nach einem Konzert einen Herzinfarkt erlitten und trat nur noch sehr selten in der Öffentlichkeit auf. Und jetzt kommt im Jahr 2013 mit „The Next Day“ ein neues Album von ihm auf den Markt - vom Helden meiner Jugend. Als Album-Cover wählte er für „The Next Day“ Altbekanntes in etwas veränderter Form. Er nahm das Cover von Heroes, ließ das Wort „Heroes“ durchstreichen und überklebte das Bild mit einem weißen Quadrat, auf dem schlicht der Titel „The Next Day“ schwarz auf weiß abgedruckt wurde. Selbiges wurde mit der Rückseite gemacht. Die alte LP-Rückseite wurde so überklebt, dass man sie gerade noch erkennen kann, das Wort „Heroes“ wieder durchgestrichen, darüber wieder ein weißes Karree gelegt und dieses Mal mit den Titeln der neuen Veröffentlichung versehen. Ob dies bedeuten soll, dass alte Zöpfe abgeschnitten werden sollten, irgendwelche Parallelen zu seiner Berliner Zeit gezogen werden, was durch den Titel „Where Are We Now?“ gar nicht mal so von der Hand zu weisen wäre oder ob das Album eine musikalische Reminiszenz an die 1977 erschienene Platte „Heroes“ darstellen soll? Ich weiß es nicht, auf jeden Fall hat die Musik auf „The Next Day“ nichts mit der auf „Heroes“ zu tun. Auf beiden Alben finden sich musikalisch völlig verschiedene Welten.

Ich hielt das neue Album am Tag des dem offiziellen Erscheinungstermins in Händen und höre es rauf und runter, dann runter und rauf und schließlich – genau – wieder rauf und runter. Am Tag des Erscheinens könnte man bereits auf verschiedenen Internetportalen Rezensionen über dieses neue Album lesen. Alle waren dabei voll des Lobes. Ich besitze mit diesem Album nun 34 verschiedene Platten von David Bowie, manche davon auch in doppelter Ausführung als Platte und CD und ich fühle mich irgendwie im falschen Film. Alle anderen Hörer sind so voll des Lobes und ich, der David Bowie mit nur wenigen Ausnahmen in den 80er Jahren wirklich sehr mag, ich tue mich so verdammt schwer mit diesem neuen Album.

Höchstpunktzahl, beste Veröffentlichung, geniales Alterswerk, Album des Jahres 2013? Was ich da nicht alles gelesen habe, wobei ich mich sowieso frage, wie man im März bereits das Album des Jahres in Händen halten kann. Sei’s drum, es geht um das Hören, um das Genießen von Musik. Das habe ich jetzt ganz lange gemacht und werde sicherlich auch nicht müde es weiter zu tun, aber etwas scheint bereits sicher: „The Next Day“ ist kein Überalbum, ist bei Weitem nicht die beste Platte David Bowies, es ist ein ganz nettes Pop-Album geworden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Beim ersten Hören fällt gleich auf, dass dieses Album kein Selbstläufer ist, soll heißen, die Musik erschließt sich einem nicht sofort im ersten Durchgang. Alles muss man sich quasi erarbeiten. Eingängigkeit ist etwas anderes, was aber nichts heißen soll, denn viele tolle Alben zünden im Ohr des Hörers eben erst nach dem –zigten Durchlauf. Deutlich wird allerdings sofort, dass Bowies Stimme nichts an ihrer Kraft und Einmaligkeit eingebüßt hat. Stimmlich gesehen beziehungsweise gehört, hätte das Album auch in den 70ern des letzten Jahrhunderts eingespielt worden sein können. Musikalisch jedoch nicht. „The Next Day“ ist ein Pop-Rock-Album dieses Jahrtausends geworden. Das Besondere, das Außergewöhnliche und das Neue oder der noch nicht beschrittene Weg, den man immer wieder auf einem neuen Bowie-Album entlangbalancieren konnte, dieser fehlt hier allerdings. Aber vielleicht ist das inzwischen auch zu viel verlangt.

„The Next Day“ ist, wie bereits erwähnt, ein Pop-Rock-Album, welches genau in diesen Jahren, in denen es entstanden ist, verwurzelt ist. Irgendwie logisch, doch hätte ich eben gerade von David Bowie noch einen Tick mehr erwartet. Ich suche in der Musik immer die Stellen, die mich packen, faszinieren, die bewirken, dass Musikhören etwas sehr Wichtiges in meinem Leben darstellt. Nur diese Lieder, leider auch diese speziellen Stellen, suche ich auf „The Next Day“ vergeblich. Das Album ist zugegebenermaßen handwerklich perfekt gemacht. Auf den Punkt hin passt alles. Das Zusammenspiel der Musiker, die Abmischung und der Umstand, dass David Bowie bei jedem der Stücke mit seinem Gesang uneingeschränkt im Mittelpunkt steht – sehen wir jetzt mal von dem vorletzten Titel der Deluxe-Edition ab, bei dem es sich um eine Instrumentalnummer handelt.

Die einzelnen Titel durchzugehen bringt nicht allzu viel, da hier ein bestimmter Pop-Stil vorherrscht, bei dem jeder Hörer wohl seinen ganz eigenen Höhepunkt entdecken wird. Stilistisch unterscheiden sich die Titel nicht allzu sehr. Klar, mal wird ein wenig mehr gerockt, ein anderes Mal stehen die Streicher etwas mehr im Vordergrund. Trotzdem bleibt es in etwa ein Stil. Aber Höhepunkte, Lieder, die etwas herausragen, die habe ich für mich natürlich auch entdeckt. Da ist zum einen die Nummer „Where Are We Now?“ mit ihrer traurigen und fast schon maroden Stimmung, die auch durch das dazugehörige Video perfekt transportiert wird. Dann „Boss Of Me“, bei dem ich das Bariton-Saxophon-Spiel des Steve Elson so genial finde. „How Does The Grass Grow?“ ist sogar noch einen Tick besser. Das Lied klingt immer wieder ein wenig schräg, dann wartet es allerdings mit diesem seltsamen „Ja-Ja-Ja-Ja-Ja-Ja-Ja-Ja-Ja-Ja-Chorus auf, der im Zusammenhang mit dem Rest des Titels fast schon unwirklich, wie ein zum Gesang gewordener Comic wirkt. Das klingt jetzt wirklich interessant, gerade in dieser Kombination zweier so unterschiedlicher Parts. Und dann ist da auch noch „You Feel So Lonely You Could Die“. Tolle Melodie, die Streicher perfekt in Szene gesetzt, ein Lied welches ich ebenfalls nicht mehr missen möchte.

Und dann gibt es da noch dreizehn weitere Titel und ich bin ratlos. Alles wirklich nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Oder einfach mal in mich gefragt: Was übersehe beziehungsweise überhöre ich da? Wenn ich die Antwort gefunden habe, werde ich sie nachliefern. Versprochen.

Fazit: „The Next Day“ von David Bowie ist ein solides Pop-Rock-Album geworden. Nichts musikalisch Weltbewegendes, aber das konnte man auch nicht erwarten. Die Platte beinhaltet ein paar ganz gute Lieder, die wirklich mit dem Adjektiv „schön“ umschrieben werden können - und einer ganze Menge Durchschnitt. David Bowie hat in seiner Diskographie immer mal wieder das Genre „Progressive Rock“ zart tangiert, es manches Mal auch durchaus bereichert. Mit dieser Veröffentlichung macht er das nicht mehr. Hier gibt es jetzt solide und immer radiotaugliche Musik, die man wohl erst gar nicht in Beziehung zu früheren Werken des Chamäleons der Pop-Musik setzen sollte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Die vier erwähnten Titel: Where Are We Now?, Boss Of Me, How Does The Grass Grow?, You Feel So Lonely You Could Die





Videos dazu kann man sich auf YouTube ansehen. Diese sind im Moment aber noch gekürzt und mit wahnsinnig viel Werbung für diverse andere Dinge versehen, sodass ich das hier nicht verlinken wollte und sich jeder dort selber das Entsprechende raussuchen sollte.

Mittwoch, 3. April 2013

New Model Army – The Love Of Hopeless Causes




New Model Army – The Love Of Hopeless Causes


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitars, keyboards
Robert Heaton – drums, guitars, backing vocals
Nelson – bass, guitars, backing vocals


Gastmusiker:

Adrian Portas – additional guitars
Clive Layton – hammond organ on “Fate”
Noise in “My People” taken from Wenceslas Square, Prague, November 1989


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Alternative, Independent, Rock


Trackliste:

1. Here Comes The War (4:28)
2. Fate (3:20)
3. Living In The Rose (3:49)
4. White Light (4:44)
5. Believe It (4:01)
6. Understand U (3:33)
7. My People (4:39)
8. These Words (3:36)
9. Afternoon Song (2:35)
10. Bad Old World (3:33)

Gesamtspieldauer: 38:19




Das 500. Album, welches hier Erwähnung findet? Na das sollte dann schon eine gute bis sehr gute Scheibe sein. Bitteschön:

„The Love Of Hopeless Causes“ heißt die sechste Platte der Band New Model Army und diese ist in allen Belangen eine klasse Scheibe geworden. Ruhigere Töne gibt es da zu hören, genauso wie knallharten Rock. Das beginnt gleich mit dem ersten Lied des Albums „Here Comes The War“. Passend zum Titel hat man wirklich das Gefühl, das bald der Krieg losbricht, so brachial schreit Justin Sullivan mitunter „Here Comes The War“ heraus. Ein tolle treibende Nummer, bei der die Füße einfach mitwippen müssen.

Aber auch die ruhigeren, stilleren und nachdenklichen Titel gilt es auf „The Love Of Hopeless Causes“ zu lauschen Stellvertretend dafür seien hier die beiden Titel „Living In The Rose“ und „These Words“ angeführt. Zwei „Mördersongs“. Absolut genial und beide doch so unterschiedlich gestaltet. Hat ersteres Lied noch einen, zumindest gewissen treibenden Beat, so wird auf „These Words“ der Gesang des Justin Sullivan nur noch von der akustischen Gitarre begleitet. Lediglich ganz zart hört man im Hintergrund einen weichen Keyboard-Teppich, der den Sound ein wenig anfüllt.

Aber auch in entgegengesetzter Richtung gibt es auf „The Love Of Hopeless Causes“ noch etwas zu erhören. Eines der besten Lieder der Band überhaupt: „White Light“. Eine groovende und knallende Nummer, die einfach mitreißt, wenn man auf Rock-Musik steht. Perfekt arrangiert in Rhythmus, Melodik und Aufbau, breitet sich hier vor dem Hörer ein Lied aus, dem man sich kaum entziehen kann. Viel besser kann Rock-Musik nicht klingen. Ehrlich!

Auch unter den restlichen Songs gibt es keinen Ausfall, sodass dieses sechste Album der Engländer wahrlich einen Hörgenuss darstellt. Das Spiel mit dem schnelleren und dem ruhigeren Song setzen die Musiker hier perfekt um. Für Melodiösität ist bei jedem Lied gesorgt egal, ob es kraftvoller oder zarter aus den Boxen strömt.

Fazit: „The Love Of Hopeless Causes“ ist eine der besten Scheiben der Band um Justin Sullivan. Es gibt nichts Langweiliges, Eintöniges oder gar einen ganzen Titel, der nicht wirkt. Die Lieder sind toll zusammengestellt, sodass sich jemand, der sich mit der Musik der Engländer mal beschäftigen möchte, dieses Album hier durchaus als Einstiegsdroge ausprobieren kann. Alle Zutaten, die auch auf den anderen Alben der Band zu finden sind, sind hier gebündelt vorhanden. Sehr zu empfehlen. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Here Comes The War, Living In The Rose, White Light, These Words





Dienstag, 2. April 2013

Of Monsters And Men – My Head Is An Animal




Of Monsters And Men – My Head Is An Animal


Besetzung:

Arnar Rósenkranz Hilmarsson – drums and percussion
Árni Guðjónsson – accordion, piano, organ
Brynjar Leifsson – electric and baritone guitar
Kristján Páll Kristjánsson – bass
Nanna Bryndís Hilmarsdóttir – vocals and acoustic guitar
Ragnar Þórhallsson – vocals and acoustic guitar


Gastmusiker:

Ari Bragi Kárason – trumpet
Ragnhildur Gunnarsdóttir – trumpet
Bergrún Snæbjörnsdóttir – french horn

Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: ArtPop


Trackliste:

1. Dirty Paws (4:38)
2. King And Lionheart (4:34)
3. Mountain Sound (3:35)
4. Slow And Steady (5:02)
5. From Finner (3:43)
6. Little Talks (4:27)
7. Six Weeks (5:34)
8. Love Love Love (3:59)
9. Your Bones (4:09)
10. Sloom (4:44)
11. Lakehouse (4:35)
12. Yellow Light (4:53)

Gesamtspieldauer: 53:53




Isländer können nur so eine Art “verwunschene” Musik machen. So etwas wie Sigur Rós oder eben Björk? Stimmt nicht, stimmt überhaupt nicht. Of Monsters And Men beweisen genau das Gegenteil. Die Musik auf ihrem Debut-Album “My Head Is An Animal” aus dem Jahr 2012 beinhaltet nämlich ganz andere Musik, deutlich fröhlichere Töne, rhythmische Titel, die zum Mitwippen und sogar zum Mitsingen animieren – ohne, dass diese Musik jetzt Stimmungsmusik im herkömmlichen Sinne wäre. Nichts für die Après Ski Party oder die Disco, um die Tanzfläche voll zu bekommen.

Obwohl Letzteres bei Titeln wie „Little Talks“ mit einer sehr eingängigen Melodie und jeder Menge gerufenen „Heys“ gar nicht so abwegig ist. Aber dieser Titel ist dann doch eher die Ausnahme auf dem Album. Sonst ist die Musik zwar eher fröhlich und meist auch kraftvoll, geht schnell ins Ohr und macht Spaß, wirkt trotzdem allerdings auch immer ein wenig nachdenklich. Die Titel leben auch von der Abwechslung im Gesang, den sich Nanna Bryndís Hilmarsdóttir und Ragnar Þórhallsson teilen. Alles klingt, jedoch nichts wirkt oberflächlich und gestellt. Alles passt in sich und fühlt sich sehr ausgereift an.

Flottere Abschnitte wechseln sich mit ruhigeren Tönen meist bereits in den einzelnen Nummern ab, sodass Lieder entstehen, die spannend wirken und nie den Anstrich der Langeweile offenbaren. Alles klingt und wirkt oftmals so, als ob die Musik einen schon längere Zeit begleiten würde, obwohl man sie gerade erst zum ersten Mal gehört hat. Eingängigkeit nennt man das wohl. Of Monsters And Men beweisen hier ihr Gefühl für die passende Harmonie, die den Hörer einzufangen weiß, die den Punkt trifft, die einen aufhorchen lässt, um dem Song noch intensiver zu folgen.

Fazit: Ein schönes Album ist „My Head Is An Animal“ von Of Monsters And Men. Nicht unbedingt eine sehr aufregende Platte, eher eine, die man gerne einlegt in dem Bewusstsein, dass wenn gleich ein paar Freunde zu Besuch kommen, man mit dieser Musik wahrlich nichts falsch machen kann. Sie werden fragen: „Was hörst Du da gerade?“ Und diese Frage wird nicht abwertend gemeint sein. Elf Punkte.

Anspieltipps: Dirty Paws, Little Talks, Your Bones





Montag, 1. April 2013

Mike Oldfield – Music Of The Spheres




Mike Oldfield – Music Of The Spheres


Besetzung:

Mike Oldfield – classical guitar


Gastmusiker:

Lang Lang – piano
Hayley Westenra – lead vocals
Carl Jenkins – orchstral conduction
Gareth Davies – flutes
Juliette Bausor – flutes
Roy Carter – oboe
Rosie Jenkins – oboe
Chris Richards – clarinet
Nick Ellis – clarinet
Steven Reay – bassoon
Louise Chapman – bassoon
Peter Francomb – horn
Dave Tollington – horn
Joe Walters – horn
Evgeny Chebykin – horn
Gareth Small – trumpet
Edward Pascal – trumpet
Tom Watson – trumpet
Simon Willis – trombone
James Adams – trombone
Rosie Jenkins – choir anglais
Rob Collinson – bass trombone
Alex Kidston – tuba
Steve Henderson – timpani
Gary Kettel – percussion
Paul Clarvis – percussion
Sam Walton – percussion
Neil Percy – percussion
Richard Studt – 1st violin
Judith Temppleman – 1st violin
Tom Piggott-Smith – 1st violin
Harriott McKenzie – 1st violin
Tristan Gurney – 1st violin
Jemma McCrisken – 1st violin
Amy Cardigan – 1st violin
Joanna McWeeney – 1st violin
Gillon Cameron – 1st violin
Louisa Adridge – 1st violin
Kotono Sato – 1st violin
Jeremy Morris – 1st violin
Miriam Teppich – 1st violin
Vladimir Naumov – 1st violin
Peter Camble-Kelly – 2nd violin
Emma Parker – 2nd violin
Sophie Appleton – 2nd violin
Jenny Chang – 2nd violin
Holly Maleham – 2nd violin
David Lyon – 2nd violin
Nicholas Levy – 2nd violin
Joanna Watts – 2nd violin
Lucy Hartley – 2nd violin
Jo West – 2nd violin
Sarah Carter – 2nd violin
Elizabeth Neil – 2nd violin
John Thorn – viola
Rachel Robson – viola
Edward Vanderspar – viola
Emma Owens – viola
Vincent Green – viola
Olly Burton – viola
Rachel Dyker – viola
Sarah Chapman – viola
Fay Sweet – viola
Holly Butler – viola
Sally Pendlebury – cello
Jonny Byers – cello
Chris Worsey – cello
Verity Harding – cello
Chris Fish – cello
Lucy Payne – cello
Morwenna Del Mar – cello
Ben Trigg – cello
Sian Hicks – bass
Hugh Sparrow – bass
Jeremy Watt – bass
Kylie Davis – bass
Frances Casey – bass
Ben Griffiths – bass
Mary Carewe – backing vocals
Jacqueline Barron – backing vocals
Nicole Tibbels – backing vocals
Mae McKenna – backing vocals
Heather Cairncross – backing vocals
Sarah Eyden – backing vocals


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Moderne Klassik


Trackliste:

1. Harbinger (4:08)
2. Animus (3:09)
3. Silhouette (3:19)
4. Shabda (3:57)
5. The Tempest (5:48)
6. Harbinger Reprise (1:30)
7. On My Heart (2:24)
8. Aurora (3:42)
9. Prophecy (2:54)
10. On My Heart Reprise (1:16)
11. Harmonia Mundi (3:46)
12. The Other Side (1:28)
13. Empyrean (1:37)
14. Musica Universalis (6:24)

Gesamtspieldauer: 45:29




Sein bereits dreiundzwanzigstes Studioalbum stellt Mike Oldfield mit „Music Of The Spheres“ im Jahr 2008 vor („Tubular Bells 2003“ habe ich jetzt mal nicht mitgezählt, da es sich dabei ja nur um eine Reproduktion des Originals von 1973 handelt). „Music Of The Spheres“ ist anders als die Alben, die Mike Oldfield bisher veröffentlichte. Ganz anders als diese Chill-Out-Musik, die seine letzten Platten zierte. Ganz anders als die radiotaugliche Pop-Musik, die der Engländer in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts produzierte. Und auch ganz anders, als die Musik seiner Anfänge, als diese progressive Instrumentalmusik.

„Music Of The Spheres“ ist moderne Klassik geworden. Natürlich kann Mike Oldfield seine Herkunft nicht verbergen und so verwundert es den Hörer nicht weiter, dass einzelne Themen doch immer wieder mal an „Tubular Bells“ erinnern. Sei dies in der Melodie zu entdecken („Harbinger“ und „Harbinger Reprise“) oder wenn diese Röhrenglocken ebenfalls in diesem Stück ihren Auftritt haben (Musica Universalis). Eine Besonderheit des Albums besteht auch in der Tatsache, dass Mike Oldfield hier nur ein einziges Instrument selbst einspielt: die Klassische Gitarre. Den Rest übernimmt das Sinfonia Sfera Orchester, Lang Lang steuert die Pianoparts hinzu und Hayley Westenra sorgt für die paar wenigen Solo-Gesangsparts, die dann auch sehr nach klassischer Musik klingen.

Wer also mit klassischer Musik nichts anfangen kann, der wird wohl auch mit „Music Of The Spheres“ so seine Schwierigkeiten bekommen. Obwohl man die Musik durchaus auch manchmal dem Genre „Filmmusik“ zuordnen könnte. Den dazugehörigen Film gibt es allerdings nicht. Die Musik würde allerdings klasse zu einigen der ruhigeren Szenen der frühen Italo-Western passen, als die Bilder still zu stehen schienen und untermalt durch Musik, sehr lange Zeit hatten ihre Wirkung zu entfalten.

Jeder Klang und jeder Ton auf „Music Of The Spheres“ ist überaus harmonisch und melodisch. Kein schräger Akkord verirrt sich da in diese etwa dreiviertel Stunde Spieldauer. Hektisch wird es währenddessen auch nicht großartig. Meist klingt es verspielt, leicht, fast schon schwebend – ohne dabei die Grenzen zu den Genres „Ambient“ oder „Chill-Out“ auch nur zu taxieren, die auf den vorherigen Alben gnadenlos durchbrochen wurden.

Somit bleibt ein sehr eingängiges Werk, welches nicht umsonst die Nummer eins der britischen Klassikcharts erklomm – genau da gehört es auch hin. Klassische Musik mit Adaptionen aus der Musik Mike Oldfields, die immer eingängig ist und auch ganz gut mit dem Adjektiv „schön“ umschrieben werden kann. Die Titel gehen perfekt arrangiert ineinander über, sodass ein rundes und modernes Stück zeitgemäßer Klassik entsteht.

Fazit: „Music Of The Spheres“ ist kein Aufguss alter Mike Oldfield Platten. Dazu besitzt dieses Album viel zu viele neue Ansätze, Aspekte, Melodien und Ideen. Jene Passagen, die man bereits zu kennen glaubt sind dabei ganz deutlich in der Unterzahl. Und noch etwas zeichnet diese Platte aus: Es ist eines jener Alben, welches mit jedem weiteren Hören wächst. Mir gefällt das gut. Elf Punkte.

Anspieltipps: Harbinger, Silhouette, The Tempest, Aurora, Prophecy, Empyrean, Musica Universalis




Sonntag, 31. März 2013

Genesis – From Genesis To Revelation




Genesis – From Genesis To Revelation


Besetzung:

Tony Banks – keyboards, piano, vocals
Peter Gabriel – vocals, flute, percussion
Anthony Phillips – guitars, vocals
John Silver – drums
Mike Rutherford – bass guitar, vocals
Chris Steward – drums on “The Silent Sun”


Gastmusiker:

David Thomas – backing vocals
Arthur Greenslade & Lou Warburton – string and horn arrangements and conduction


Label: Decca oder Disky oder Green Line oder …


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Pop


Trackliste:

1. The Silent Sun (2:15)
2. That's Me (2:41)
3. Where The Sour Turns To Sweet (3:17)
4. In The Beginning (3:42)
5. Fireside Song (4:20)
6. The Serpent (4:40)
7. Am I Very Wrong? (3:31)
8. In The Wilderness (3:30)
9. The Conqueror (3:40)
10. In Hiding (2:39)
11. One Day (3:20)
12. Window (3:35)
13. In Limbo (3:30)
14. Silent Sun (2:12)
15. A Place To Call My Own (2:02)
16. A Winter's Tale (3:32)
17. One-Eyed Hound (2:31)

Gesamtspieldauer: 54:57




Von diesem ersten Album Genesis‘ „From Genesis To Revelation“ aus dem Jahr 1969 gibt es unzählige verschiedene Versionen. Mit jeder Neuveröffentlichung sind ein paar Lieder dazu gekommen. Die erste Ausgabe der Platte beinhaltete insgesamt dreizehn Titel. Ich beziehe mich jetzt auf die Neuauflage von 1987, die insgesamt vier Nummern mehr aufweist als das Original.

Diese erste Platte Genesis‘ hat so gar nichts mit der Musik zu tun, mit der die Band bereits ein Jahr später erste Erfolge verzeichnen sollte: Nämlich mit progressiver Rock-Musik. Auf „From Genesis To Revelation“ hört man leichten bis seichten Sechziger Jahre Pop, der hier von achtzehnjährigen Schülern wiedergegeben wird. So alt waren die Musiker nämlich bei den Aufnahmen zur Platte. Eingängiger, sehr unaufgeregter Pop ist hier zu hören, der gar nicht mal schlecht gemacht ist, jedoch auch überhaupt nichts Besonderes darstellt. Am meisten überzeugen kann hier noch der Gesang Peter Gabriels, denn die Instrumentierung der Titel selbst ist mit nachträglich hinzugefügten Streichern mitunter fast schon zugekleistert worden.

Nun, ein paar ganz nette Titel lassen sich aber durchaus auf der Platte finden. Und so richtig schlecht ist auch nichts – kein Lied fällt total durch. Allerdings hat diese Musik eben auch nichts mit der Musik zu tun, die auf den nächsten fünf bis sieben Alben folgen sollte. Die unten auch als Anspieltipps angeführten Lieder haben aber trotzdem was, wenn es auch nur ein Hauch von Nostalgie sein sollte. Obwohl, „Am I Very Wrong?“ ist schon auf seine Art richtig gut.

Fazit: Als Genesis-Fan besitzt man diese Platte natürlich – wahrscheinlich sogar in mehreren Variationen. Wenn jemand, der die Musik von Genesis noch nicht kennt, diese Scheibe zuerst in die Finger bekäme, dann würde er einen völlig falschen Eindruck von der Musik der Band erhalten. Zurückhaltend, fast schüchtern wirken hier die Lieder, die immer wieder ganz nette Melodien aufweisen. Pop-Musik Ende der 60er Jahre eben. Auf Instrumentalparts, später ein Markenzeichen der Band, wurde hier allerdings noch fast vollständig verzichtet. Bei Liedern mit einer maximalen Länge von gerade mal vier Minuten kann man dies allerdings auch nur schwer verwirklichen. Trotzdem nicht schlecht, acht Punkte.

Anspieltipps: That's Me, Where The Sour Turns To Sweet, The Serpent, Am I Very Wrong?, In The Wilderness, One Day




Samstag, 30. März 2013

Sigur Rós – Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust




Sigur Rós – Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust


Besetzung:

Jón Þór „Jónsi“ Birgisson – vocals, guitar
Kjartan "Kjarri" Sveinsson – keyboards
Georg „Goggi“ Hólm – bass
Orri Páll Dýrason – drums


Gastmusiker:

Strings: Amiina (Tracks 2, 3, 4, 5, 8 & 9):
Hildur Ársælsdóttir
Edda Rún Ólafsdóttir
Maria Huld Markan Sigfúsdóttir
Sólrún Sumarliðadóttir

Brass (Tracks 2, 4 and 11) performed by:
E. Friðfinnsson
Helgi Hrafn Jónsson
I.G. Erlendsson
K. Håkonarson
Samúel Jón Samúelsson
S. Sigurðarson
S.J. Bernharðsson

Tambourine, claps and other noises by Siggi Frendi, Höddi Gunni, John Best, Sunray and Breeze


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Post-Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Gobbledigook (3:05)
2. Inní Mér Syngur Vitleysingur (4:05)
3. Góðan Daginn (5:15)
4. Við Spilum Endalaust (3:33)
5. Festival (9:24)
6. Með Suð Í Eyrum (4:56)
7. Ára Bátur (8:57)
8. Illgresi (4:13)
9. Fljótavík (3:49)
10. Straumnes (2:01)
11. All Alright (6:21)

Gesamtspieldauer: 55:40




„Mit einem Summen in unseren Ohren spielen wir endlos“ heißt das fünfte Album „Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust“ der isländischen Band Sigur Rós übersetzt. Nun, endlos spielen sie auf dieser CD nicht, knappe 56 Minuten lang dauert das Ganze und ist dabei sehr abwechslungsreich. Die Musik ist letztendlich sogar sehr viel abwechslungsreicher, als auf allen bisherigen Veröffentlichungen der Band.

Auf „Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust“ ist es zum ersten Mal möglich zu hören wie es klingt, wenn die Isländer versuchen „fröhlichere“ Musik zu machen. Bei den Titeln „Gobbledigook“, „Inní Mér Syngur Vitleysingur“ und „Við Spilum Endalaust“ kann man diese Stimmung jetzt so richtig auf sich wirken lassen. Aber wie bereits erwähnt, der Abwechslungsreichtum steht dieses Mal im Vordergrund. So herrscht gegen Ende der Platte wieder diese melancholische Stimmung vor, die man von den anderen Scheiben der Band bereits kennt. Ist diese beim Titel „Fljótavík“ bereits stark ausgeprägt, so wird die traurige, nachdenkliche Atmosphäre mit den letzten beiden Titeln „Straumnes“ und „All Alright“ noch weiter manifestiert. Hier wird nun alles nur noch ganz zart, sanft und weich angedeutet, hauchdünne Klangwelten werden ausgesandt, in denen man sich selbst nur ganz, ganz vorsichtig zu bewegen traut, so zerbrechlich wirkt das Ganze.

Dazwischen gibt es noch solche Nummern wie „Festival“. Ein Stück, welches ebenfalls zunächst sanft beginnt, um dann richtig symphonisch und opulent zu Ende gebracht zu werden. Oder diese schöne Nummer „Illgresi“, die bei der der Gesang und die akustische Gitarre im Vordergrund stehen. Musik zum darin Schwelgen, wenn man die dafür benötigte Ader sein Eigen nennen kann. Diese kann man auch beim Stück „Með Suð Í Eyrum“ ausleben. Wunderschöne perlende Pianoklänge bahnen sich hier den Weg zum Ohr des Hörers. Wahrlich Musik zum darin Eintauchen.

Fazit: Sicherlich das uneinheitlichste Album der Isländer von Sigur Rós. Damit aber gleichzeitig auch die abwechslungsreichste Patte in der Diskographie der Band. Hier werden nun mehrere Facetten der Musik von Sigur Rós gezeigt, die alle überzeugen können. „Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust“ ist ein schönes Album geworden. Genau, ein schönes Album, das charakterisiert die Musik dieser Scheibe am besten. Naja und so ein Album-Cover bekommt man auch nicht alle Tage präsentiert. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Inní Mér Syngur Vitleysingur, Við Spilum Endalaust, Festival, Með Suð Í Eyrum, Illgresi, Fljótavík





Freitag, 29. März 2013

Leonard Cohen – The Future




Leonard Cohen – The Future


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:


John Barnes – bass, synthesizer bass
Perla Batalla – choir, vocals, backing vocals
Bob Blaub – bass
Peggy Blue – backing vocals
David Campbell – strings, backing vocals
Lenny Castro – percussion, tambourine
Julie Christensen – choir, vocals, backing vocals
Ronald Clark – strings
Leonard Cohen – saxophone, violin
Vinnie Colaiuta – drums
Larry Corbett – strings
Jim Cox – piano
Steve Croes – synclavier
Joel Derouin – strings
Bruce Dukov – strings
Donald Ferrone – strings
Brandon Fields – tenor saxophone
Mike Finnigan – organ
Jeff Fisher – keyboards
Bob Furgo – saxophone, violin
James Gadson – drums
Berj Garabedian – strings
Bill Ginn – synclavier
Bob Glaub – bass
Jacquelyn Gouche-Farris – backing vocals
Ed Greene – drums
Dennis Herring – electric guitar
Paul Jackson, Jr. – guitar
Jean Johnson – vocals, backing vocals
Suzie Katayama – strings
Suzie Kattayama – strings
Randy Kerber     – keyboards
Steve Lindsey – keyboards, mellotron, organ, piano, wurlitzer
Steve Meador – drums
Bob Metzger – bass, acoustic, electric and steel guitar
Sid Page – strings
Dean Parks – acoustic guitar, mandolin
Greg Phillinganes – piano
Lon Price – tenor saxophone
Lee Sklar – bass
Leland Sklar – bass
Daniel Smith – strings
Greg Smith – baritone saxophone
Greg "Frosty" Smith – baritone saxophone
Thomas Tally – strings
Lee Thornburg – horn arrangements, trombone, trumpet
Raymond Tischer – strings
Jennifer Warner – backing vocals
Jennifer Warnes – vocals, backing vocals
Freddie "Ready Freddie" Washington – bass
Edna Wright – vocals, backing vocals
Tony Warren – vocals, backing vocals
Anjani Thomas – vocals, backing vocals
Valerie Pinkston-Mayo – vocals, backing vocals
David Morgan – vocals, backing vocals
Donald Taylor – choir director
Gigi Bailey – choir
Julia Waters – choir
Oren Waters – choir
Carmen Twillie – choir
Nysa Larry – choir
Brenda Lee Eager – choir
Aladrain Elmore – choir
Patricia Finnie – choir
Raven Kane – choir
Maxine Willard Waters – choir
Sonya Griffin – choir
LaVan Davis – choir
Lashanna Dendy – choir
Cynthia Bass – choir


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Pop, Blues


Trackliste:

1. The Future (6:43)
2. Waiting For The Miracle (7:43)
3. Be For Real (4:32)
4. Closing Time (6:01)
5. Anthem (6:09)
6. Democracy (7:15)
7. Light As The Breeze (7:17)
8. Always (8:04)
9. Tacoma Trailer (5:58)

Gesamtspieldauer: 59:42




Sein neuntes Studio-Album nannte Leonard Cohen „The Future“ und es wurde 1992 veröffentlicht. Nun und dieses Werk ist wahrlich ein Beißer geworden. Die Platte war durchaus erfolgreich, allerdings ist sie für jemanden, der Leonard Cohen über seine ersten Platten kennengelernt hat, schon ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Das liegt zum einen an der Stimme des Sängers auf „The Future“. Nun, diese war schon immer das Markenzeichen, Leonard Cohens. Tief und sonor klang diese schon seit seinem ersten Album. Auf dieser neunten Platte des Kanadiers ist dies allerdings so etwas von dermaßen akzentuiert worden, dass es oftmals irgendwie nur noch seltsam klingt. So gewollt, auf Teufel komm raus. Da ist das Ganze dann eher schon ein Brummen und Grollen. Ganz tiefer, zum Teil sogar eher Sprechgesang ist hier zu hören, der mitunter richtig störend wirken kann. Zumindest auf Dauer eines ganzen Albums.

Nicht nur die Stimme hat sich geändert, auch die Musik wurde einem Wechsel unterzogen. Der Blues hat starken Einzug in die Lieder des Leonard Cohen gefunden. Sehr gut zu hören ist das bei den Nummern „Be For Real“, „Light As The Breeze“ und vor allem beim mit über acht Minuten längsten Song der Platte: „Always“. „Closing Time“ und „Democracy“ klingen dagegen fast schon poppig. Alles in allem kann keines dieser Lieder einen wirklich überzeugen, im Falle der Blues-Stücke ist das Ganze sogar überaus gewöhnungsbedürftig.

Richtig gut gelungen sind der Anfang und das Ende des Albums. Sowohl der Titelsong „The Future“ wie die nachfolgende Nummer „Wainting For The Miracle“ haben etwas. Beides auch eher poppige Nummern, aber angenehm melodiös und mit Wiedererkennungswert. Das letzte Stück der Platte „Tacoma Trailer“ ist eine Instrumentalnummer, die einfach gut klingt. Ein schöner Abschluss für ein mittelmäßiges Album.

Fazit: „The Future“ von Leonard Cohen ist schwierig zu fassen, da es Titel enthält, die ich mir kaum anhören kann. Dann aber auch wieder Lieder, allerdings leider nur wenige Stücke, die mir gut gefallen, die wirken. Und zwischendrin gibt es jede Menge Belanglosigkeit. Ruhige Musik ist das natürlich wieder, mit sehr viel weiblichem Hintergrundgesang, den man in der Art auch erst mal mögen muss. Sechs Punkte.

Anspieltipps: The Future, Waiting For The Miracle, Closing Time, Tacoma Trailer