Donnerstag, 17. Oktober 2013

Tori Amos – American Doll Posse




Tori Amos – American Doll Posse


Besetzung:

Tori Amos – vocals, backing vocals, bösendorfer, rhodes, wurlitzer, electric piano, clavichord, mellotron and piano upright


Gastmusiker:

Pip – backing vocals
Clyde – backing vocals
Santa – backing vocals
Isabel – backing vocals
Matt Chamberlain – drums and percussion
Jon Evans – bass
Marc Aladdin – electric and acoustic guitars, electric and acoustic 6- and 12-strings guitars, mandolin, ukelele and ebo guitar
Edward Bale – strings
Matthew Elston – strings
Holly Butler – strings
Rosemary Banks – strings
Nick Hitchens – tuba, euphonium
John Philip Shenale – strings and brass arrangement and conduction


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Pop


Trackliste:

1. Yo George (1:25)
2. Big Wheel (3:18)
3. Bouncing Off Clouds (4:08)
4. Teenage Hustling (4:01)
5. Digital Ghost (3:51)
6. You Can Bring Your Dog (4:04)
7. Mr. Bad Man (3:19)
8. Fat Slut (0:42)
9. Girl Disappearing (4:01)
10. Secret Spell (4:04)
11. Devils And Gods (0:53)
12. Body And Soul (3:57)
13. Father's Son (4:00)
14. Programmable Soda (1:26)
15. Code Red (5:27)
16. Roosterspur Bridge (3:59)
17. Beauty Of Speed (4:08)
18. Almost Rosey (5:24)
19. Velvet Revolution (1:19)
20. Dark Side Of The Sun (4:19)
21. Posse Bonus (1:45)
22. Smokey Joe (4:20)
23. Dragon (5:03)

Gesamtspieldauer: 1:18:54




„American Doll Posse“ ist bereits das neunte Studioalbum der amerikanischen Sängerin und Songwriterin Tori Amos. Und wieder einmal bekommt man sehr viel Musik für sein Geld, denn mit über 78 Minuten hat Tori Amos die Kapazität einer herkömmlichen CD sehr gut ausgeschöpft. Unverkennbar ist das Tori Amos, die man hier auf dem Album aus dem Jahr 2009 zu hören bekommt. Die Stimme macht’s. Die Musik ist allerdings ein wenig anders geraten, als auf anderen Platten der US-Amerikanerin. Diese ist auf „American Doll Posse“ nicht ganz so pianolastig und sogar ein wenig rockig. Sehr viel rockiger zumindest, als auf den bisherigen Veröffentlichungen der Sängerin.

Jedoch fällt nicht nur das deutlich weniger eingesetzte Piano auf diesem Album auf, auch die Lieder sind nicht nur etwas rockiger, sondern sie sind auch etwas anders „gestrickt“. Diese wunderschönen Melodien, die es immer wieder auf einer Veröffentlichung Tori Amos‘ zu bestaunen und bewundern und genießen gibt, die sind hier sehr viel rarer gesät, als auf den anderen Alben. Das schmälert ein wenig den Musikgenuss. Um das nicht falsch zu verstehen, die Musik ist handwerklich wirklich exzellent gemacht, jedoch die Melodien, die wollen einfach nicht so richtig zünden – ganz egal, wie oft man das Album auch einlegt, wie oft man die einzelnen Titel auch abspielt. Bei insgesamt 23 Titeln würden es bei mir nur wenige in mein persönliches „Best Of Album“ der Tori Amos schaffen.

Da ist zum einen das schöne, sanfte und getragene, mit vielen Streichern unterlegte „Girl Disappearing“. Dann jenes, noch nicht einmal eine Minute dauernde und somit viel zu kurze „Devils And Gods“, mit seiner herrlichen Melodie. Auch das jetzt wirklich mal vom Piano dominierte „Father's Son“ hat etwas. Genau wie das im Anschluss daran folgende, jedoch erneut sehr, sehr kurze „Programmable Soda“. Eine lustige und fröhliche Nummer, hauptsächlich mit klassischen Instrumenten umgesetzt. „Velvet Revolution“ klingt ebenfalls sehr schön und ist leider auch wieder nur so ein ganz kurzer Song, den auszuweiten sich wahrlich gelohnt hätte. Bliebe noch das traurige „Smokey Joe“, bei dem jetzt erneut dem Piano eine entscheidende Rolle zukommt.

Das waren nun zugegebenermaßen sechs von insgesamt dreiundzwanzig Titeln, die ich da aufgezählt habe. Drei davon haben allerdings lediglich eine Länge von ungefähr einer Minute. Etwas kurz bei der Gesamtlänge des Albums. Nun und der Rest? Der ist wie bereits erwähnt handwerklich gut gemacht, oftmals etwas flotter unterwegs, als auf den anderen Alben der Tori Amos und dieser ganze Rest schafft es einfach nicht, den Hörer so richtig zu packen. Da ist nur wenig bis nichts mehr dabei, bei dem man denken würde: „Das Lied musst Du jetzt aber unbedingt mal wieder hören“.

Fazit: „American Doll Posse“ ist ein durchschnittliches Album geworden. Für die Verhältnisse, die bei Tori Amos‘-Veröffentlichungen vorherrschen, sogar eine nicht besonders gute Platte. Das reicht zwar immer noch für eine durchschnittliche Bewertung, denn wenn man diese Musik hier mit so manchen Ausstößen anderer Künstler vergleicht, dann ist das trotzdem nicht schlecht, was man auf „American Doll Posse“ zu hören bekommt. Jedoch ist das wohl trotzdem die falsche Herangehensweise an das Album, von dem man erwartet: Das ist eine Tori Amos Platte, die muss einfach etwas Besonderes sein. Vielleicht sollte man sich aber auch nur mal das Cover genauer ansehen. Dort ist die Sängerin in verschiedenen Posen mit verschiedenen Haarschnitten und Haarfarben abgebildet. Wirkt irgendwie komisch und nicht sehr überzeugend. Genau wie diese Platte hier. Acht Punkte.

Anspieltipps: Girl Disappearing, Devils And Gods, Father's Son, Programmable Soda, Velvet Revolution, Smokey Joe





Mittwoch, 16. Oktober 2013

The Pogues – If I Should Fall From Grace With God




The Pogues – If I Should Fall From Grace With God


Besetzung:

Shane MacGowan – vocals, guitar
Spider Stacy – tin whistle, vocals
James Fearnley – accordion, piano, mandolin, dulcimer, guitar, cello, percussion
Jem Finer – banjo, saxophone
Andrew Ranken – drums, vocals
Philip Chevron – guitar, mandolin
Darryl Hunt – bass, percussion, vocals


Gastmusiker:

Terry Woods – cittern lute, concertina, strings, banjo, dulcimer, guitar, vocals
Ron Kavana – banjo, spoons, mandolin
Kirsty MacColl – vocals on "Fairytale Of New York"
Siobhan Sheahan – harp
Brian Clarke – alto saxophone
Joe Cashman – tenor saxophone
Paul Taylor – trombone
Chris Lee – trumpet
Eli Thompson – trumpet


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Irish Folk


Trackliste:

1. If I Should Fall From Grace With God (2:21)
2. Turkish Song Of The Damned (3:28)
3. Bottle Of Smoke (2:47)
4. Fairytale Of New York (4:37)
5. Metropolis (2:51)
6. Thousands Are Sailing (5:29)
7. South Australia (3:28)
8. Fiesta (4:13)
9. Medley: The Recruiting Sergeant / The Rocky Road To Dublin / The Galway Races (4:02)
10. Streets Of Sorrow / Birmingham Six (4:39)
11. Lullaby Of London (3:32)
12. The Battle March Medley (4:10)
13. Sit Down By The Fire (2:18)
14. The Broad Majestic Shannon (2:56)
15. Worms (1:03)

Gesamtspieldauer: 51:53




Auf ihrem dritten Album „If I Should Fall From Grace With God“ aus dem Jahr 1988, hat die Musik der Pogues wieder ein wenig an Fahrt aufgenommen. Die Lieder legten allgemein etwas an Geschwindigkeit zu, wenn auch nicht durchgängig, so wurde doch den etwas „flotteren“ Rhythmen wieder mehr Spielraum eingeräumt. Auch durchaus orientalisch und spanisch klingende Töne haben sich dieses Mal auf das Album geschlichen, allerdings werden diese nur ganz zart angedeutet.

Die Musik macht Spaß und ist überwiegend fröhlich gehalten, nachdenklichere Töne gibt es nur vereinzelt. Die Platte ist wahrlich für all diejenigen gedacht, die ihre gute Laune unterstützen, beziehungsweise schlechte Gedanken vertreiben wollen. „If I Should Fall From Grace With God“ wurde auch zur erfolgreichsten Scheibe der Iren und schaffte es in den britischen Album-Charts bis auf Platz 3.

So beginnt das Album mit dem Titellied „If I Should Fall From Grace With God“ auch gleich richtig flott und genau in dieser Geschwindigkeit geht es die nächsten Titel auch weiter. Mitreißende Irish Folk Musik, mit allen Zutaten, die dafür notwendig sind. Sehr melancholisch wird es dann zum ersten Mal beim Titel „Fairytale Of New York“, bei dem auch Kirsty MacColl einen Gesangspart übernimmt und der Song dann gleich wieder an Fahrt gewinnt. Das folgende Stück „Metropolis“, eine Instrumentalnummer, enthält dabei sogar fast so etwas wie Big Band Sound. Völlig ungewohnte Klänge für The Pogues. Wunderschön verträumt wird es schließlich mit „Thousands Are Sailing“, sicherlich einer der Höhepunkte des gesamten Albums. Schöne Musik zum Träumen.

Zurückhaltend ist die Musik dann nur noch bei „Streets Of Sorrow“, „Lullaby Of London“ und „The Battle March Medley“ – allerdings meist auch nur sequentiell, denn auch hier gewinnt die Musik im Laufe des jeweiligen Songs an Fahrt. Alle anderen Titel haben von Beginn an diese gewisse „Tanzgeschwindigkeit“, für die der Irish Folk ja durchaus auch bekannt ist.

Fazit: Auf „If I Should Fall From Grace With God“ gibt es richtig schöne Melodien zu entdecken. Die Rhythmen machen Laune und das ganze Album ist sehr gut zusammengestellt mit unterschiedlichen Tempi und Sounds, die für viel Abwechslung sorgen. Die Musik weiß zu packen und so wurde dieses Album nicht umsonst zum erfolgreichsten in der Bandgeschichte der Iren. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Fairytale Of New York, Thousands Are Sailing, The Battle March Medley, Sit Down By The Fire





Dienstag, 15. Oktober 2013

And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Tao Of The Dead




And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Tao Of The Dead


Besetzung:

Conrad Keely – ohne Instrumentenangabe
Jason Reece – ohne Instrumentenangabe
Autry Fulbright II – ohne Instrumentenangabe
Aaron Ford – ohne Instrumentenangabe


Gastmusiker:

Chris „Frenchie“ Smith – vocals, guitar
Christina Velia Gurrola – vocals


Label: Superball Music


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Alternative


Trackliste:

CD1:

1. Tao Of The Dead [Part 1] (35:50)
2. Racing And Hunting (Strange News From Another Planet) [Part 2] (16:32)

Gesamtspieldauer CD1: 52:21


CD2:

1. Let's Experiment (Introduction) (2:59)
2. Pure Radio Cosplay (6:06)
3. Summer Of All Dead Souls (4:20)
4. Cover The Days Like A Tidal Wave (3:08)
5. Fall Of The Empire (2:38)
6. The Wasteland (2:42)
7. Spiral Jetty (2:04)
8. Weight Of The Sun (The Post-Modern Prometheus) (2:30)
9. Pure Radio Cosplay (Reprise) (3:39)
10. Ebb Away (2:58)
11. The Fairlight Pendant (5:50)
12. The Bubble Demo (33:00)

Gesamtspieldauer der CD2: 1:11:53




Nun, fangen wir mal mit dem siebten Album der amerikanischen Band And You Will Know Us By The Trail Of Dead ganz anders an. Und zwar mit der Verpackung der CD beziehungsweise der beiden CD’s in der Limited Edition. Hier gibt es zunächst 16 Seiten eines illustrierten Romans von Conrad Keely zu sehen beziehungsweise nachzulesen. Eine Art Comic-Roman, mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet. Anschließend gibt es noch die 33-seitige Kurzgeschichte „Lucy's Story: The Paramystic Pendant“ zu lesen. In der Mitte dieses Booklets befindet sich zudem noch eine Art 3-D-Bild, welches herausklappt, wenn man entsprechende Seite aufschlägt. Bisher habe ich noch nicht erlebt, dass eine Band oder ein Künstler solch einen Aufwand betrieben hat, um seine Musik zu verpacken. Bis ins letzte Detail ist alles ausgeklügelt und das macht diese CD wahrlich zu etwas Wertvollem. Nur mit ganz sauberen und frisch gewaschenen Händen traut man sich überhaupt, dieses künstlerische Werk aus dem Plattenschrank zu greifen. Wirklich ganz klasse gemacht.

Jetzt aber zur Musik auf „Tao Of Dead“ von And You Will Know Us By The Trail Of Dead. Beide CD’s gaukeln ein klein wenig etwas vor, was so gar nicht vorhanden ist. Nämlich zwei Scheiben mit unterschiedlicher Musik. Dem ist allerdings nicht so. Auf CD1 befinden sich die beiden Songs „Tao Of The Dead [Part 1]“ mit 35:50 Minuten Länge und der zweite Teil der Geschichte „Racing And Hunting (Strange News From Another Planet) [Part 2]“ in einer Länge von 16:32 Minuten. Auf CD2 befindet sich dann „Tao Of The Dead [Part 1]“ noch einmal, dieses Mal jedoch unterteilt in einzelne Abschnitte, sodass diese knapp 36 Minuten Musik nun in elf verschiedene Titel beziehungsweise Abschnitte eingeteilt sind, die logischerweise auch alle einzeln betitelt wurden. Daran schließt sich jedoch noch etwas „Neues“ an: „The Bubble Demo“. Allerdings so ganz neu ist auch das wieder nicht, denn bei diesem „Bubble Demo“ handelt es sich um Demo-Aufnahmen zum ersten Teil der Geschichte, also um Demos von „Tao Of The Dead [Part 1]“. Das wiederum bewirkt, dass dieses Lied nun ganze drei Mal auf beiden CD’s vorhanden ist.

Die Musik auf „Tao Of Dead“ ist typisch für And You Will Know Us By The Trail Of Dead. Treibende Parts verschmelzen mit schönen und eingängigen Melodien, die ganze Platte ist ein wahres Füllhorn von Ideen. Das klingt und wirkt auch alles, aber jetzt kommt die Einschränkung, allerdings nicht mehr ganz so, wie noch auf den drei zuvor veröffentlichten Platten der Band. Zumindest nicht gleich zu Beginn. Die Höhepunkte befinden sich etwa in der Mitte des ersten Teils mit den Titeln, die man nun ja auf CD2 herausfiltern kann, „The Wasteland“, „Spiral Jetty“ und „Weight Of The Sun“. Hier in diesen drei Tracks findet man als Hörer And You Will Know Us By The Trail Of Dead wieder, wie sie auch auf den früheren Platten zu hören waren: melodiös und kraftvoll, nie langweilig, immer mitreißend.

Auch der Rest der Platte ist zwar ebenfalls mit Sicherheit nicht langweilig, manches Mal wirkt es allerdings ein wenig zu bombastisch und zu verschachtelt, es wird mitunter die Melodie hinter den Sound versteckt, der zugegebenermaßen immer kraftvoll aus den Lautsprechern dringt. Das Album „Tao Of Dead“ ist ein bisschen weniger eingängig geworden, als seine Vorgänger. Es bedarf deutlich mehr Durchgänge, bis alles an seinem richtigen Platz zu sein scheint. Dann allerdings, wenn man sich diese Zeit genommen hat, dann entfaltet auch „Tao Of Dead“ seine Schönheit, seine Faszination und auch seine Eingängigkeit. Aber diese mehrmaligen Durchgänge sind eben notwendig, um die Feinheiten der Musik zu ergründen und aufzuspüren, die danach allerdings wie ein offenes Buch vor einem liegen.

Fazit: „Tao Of Dead“ ist eine tolle und gute Scheibe geworden. Keine 08/15-Musik, die zuhauf durch die diversen Radiostationen verströmt wird. Das Album will erarbeitet werden und wenn sich der Hörer die Zeit dafür nimmt, kann er für sich einige Stellen, vielleicht sogar eine ganze Menge entdecken, die er musikalisch nicht mehr missen möchte. Eine Bereicherung eben. „Tao Of Dead“ von And You Will Know Us By The Trail Of Dead ist das siebte Werk der Texaner und mit Sicherheit auch die komplizierteste Platte. Und damit ist jetzt nicht das Cover-Art-Work gemeint, denn das ist genial. Vielmehr ist es die Musik, die nicht mehr ganz so schnell ins Ohr geht, sich jedoch mit jedem weiteren Durchlauf des Albums Stück für Stück mehr erschließt. Es lohnt sich also, diese Platte nicht gleich nach dem ersten Hören wegzulegen, sondern sie erneut und immer wieder wirken zu lassen. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Wasteland, Spiral Jetty, Weight Of The Sun





Montag, 14. Oktober 2013

Eels – End Times




Eels – End Times


Besetzung:

E – vocals, guitars, bass guitar, harmonica, piano, Optigan, hammond b3 organ, banjo, harmonium, vox continental organ, drums, percussion


Gastmusiker:

With a little help from: Koool G Murder, Jim Lang, Butch, Wayne Bergeron, Andy Martin, Chris Bleth and Joe Meyer


Label: E Works Records


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Independent Rock


Trackliste:

CD1:

1. The Beginning (2:18)
2. Gone Man (2:59)
3. In My Younger Days (3:23)
4. Mansions Of Los Feliz (2:47)
5. A Line In The Dirt (3:30)
6. End Times (2:58)
7. Apple Trees (0:39)
8. Paradise Blues (3:01)
9. Nowadays (3:08)
10. Unhinged (2:26)
11. High And Lonesome (1:06)
12. I Need A Mother (2:39)
13. Little Bird (2:34)
14. On My Feet (6:13)


CD2:

1. Some Friend (2:42)
2. Walking Cloud (2:25)
3. $200 Tattoo (2:05)
4. The Man Who Didn't Know He'd Lost His Mind (2:36)

Gesamtspieldauer: 49:30




Im Jahr 2010 erschien das achte Studio-Album der Eels oder anders ausgedrückt des Marc Oliver Everett alias „E“. Diese Platte mit dem Titel „End Times“ ist die zweite Veröffentlichung einer Trilogie, die im Jahr 2009 mit dem Album „Hombre Lobo“ ihren Anfang fand und sieben Monate später, nach dieser hier besprochenen Veröffentlichung, mit der Platte „Tomorrow Morning“ ihren Abschluss finden sollte. Das alles zusammenhaltende Thema der drei Veröffentlichungen ist dabei die Liebe, beziehungsweise deren Vergänglichkeit. So beschäftigen sich die Lieder auf „End Times“, wie der Name schon vorgibt, mit dem Ende dieses „Gefühls“, mit dem Verlust des geliebten Menschen.

Die Stimmung auf „End Times“ ist dem Thema entsprechend überaus melancholisch bis traurig. Die ruhigen Töne beherrschen die ganze Platte und sind dabei durchweg melodiös und meist in Moll gehalten. Ein wenig erinnert diese Platte mitunter an eine sehr ruhige Folk-Platte. Der Gesang und die Akustik-Gitarre stehen zumeist im Vordergrund und es gibt kaum eine Stelle auf der Scheibe, bei der Freude aufkommt. Alles erinnert an graue Novembertage, an Verlustgefühle, an Verletzlichkeit und auch an Trauer. Diese sentimentale bis melancholische Stimmung wird dabei überaus melodisch transportiert. Alles ist stimmig und harmonisch. Für die depressiven Phasen des Lebens, sollte es diese denn geben, allerdings definitiv die falsche Musik, denn diese würden beim Hören des Albums noch deutlich verstärkt werden.

Etwas schnellere Titel sind sehr rar gesät auf „End Times“. „Gone Man“ kommt ein wenig flotter daher und „Paradise Blues“ groovt sogar ein kleines bisschen. „Unhinged“ wirkt dagegen fast schon geradezu fröhlich in seinem Mid-Tempo. Jedoch hat das Album seine Stärken ganz klar auf der anderen Seite der Stimmungspalette. Diese liegen eindeutig im melancholischen Blues-Gefühl, welches man hier vortrefflich ausleben darf und in dem man sich auf „End Times“ bestens suhlen kann – wobei die Musik mit dem Genre „Blues“ nichts gemein hat.

Die Deluxe-Edition des Albums wurde mit einer zweiten CD und vier weiteren Titeln versehen, die sich mit einer Ausnahme nahtlos an diese traurige Stimmung anlehnen. Nur die Nummer „Walking Cloud“ ist ein flotteres und rockigeres Lied und will irgendwie gar nicht so richtig zum Rest der Platte passen. Das letzte Stück des Albums mit dem langen Titel „The Man Who Didn't Know He'd Lost His Mind“ entlässt den Hörer dann jedoch wieder in die sich aufgebaute Tristesse. Nur mit Piano und einem Horn instrumentiert, kann man kaum hoffnungsloser aus einem Album entlassen werden. Traurig schön. Tieftraurig schön.

Fazit: Ein schönes und sehr ruhiges Album ist „End Times“ geworden. Dominiert wird alles vom Gesang Marc Oliver Everetts in Verbindung mit der Akustik-Gitarre. Wer also auf die etwas zurückhaltenderen Töne steht, der wird hier eine Platte finden, die süße Melancholie hervorzaubert und dazu braucht es wohl noch nicht einmal einen trüben oder regnerischen Novembertag. Diese Musik wirkt auch traurig, wenn die Sonne scheint. Aber wie schon erwähnt: sehr schön traurig. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Beginning, A Line In The Dirt, End Times, Nowadays, I Need A Mother, Little Bird, Some Friend, The Man Who Didn't Know He'd Lost His Mind – irgendwie alles…






Sonntag, 13. Oktober 2013

Augsburger Puppenkiste – Die schönsten Originallieder




Augsburger Puppenkiste – Die schönsten Originallieder


Besetzung:

Ganz, ganz viele Musiker, Sänger und Sprecher, die allerdings auf der CD nicht alle einzeln aufgeführt sind. Bei 40 Titeln in der Zeit von 1961 bis 1995 allerdings auch nicht wirklich überraschend.


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: „Soundtracks“


Trackliste:

1. Das Lummerlandlied (1:50)
2. Das Seeräuberlied (0:34)
3. Prinzessin Li Si (0:48)
4. In der Stadt der Drachen (0:41)
5. Der Löwe ist los (0:53)
6. Feiner Papagei (0:53)
7. Blechbüchsenmarsch (1:34)
8. Bill Bo und seine Bande (2:06)
9. Urmellied instrumental (1:24)
10. Urmellied (1:44)
11. Heia Safari (1:06)
12. Lütirallalalala (0:52)
13. Es war einmal ein armes Schwein (1:23)
14. Wellen Wogen Wind (1:50)
15. Urmele schlaf endlich (Eis) (1:12)
16. Morgenrot (1:37)
17. Wir legen eine Falle (1:09)
18. Tief unter der Erde (2:05)
19. Rudirallala (1:17)
20. Intro (1:05)
21. Kommst du mal nach Tansibor (1:01)
22. Die Steinzeitkinder (1:06)
23. Junker Hohlkopf (1:21)
24. Zwick Zwack mit der Zange (1:22)
25. Ach wie fein ein Mensch zu sein (2:08)
26. Lutsche mit mir (2:19)
27. Das Zoolied (1:52)
28. Urmeli schlaf endlich (Schloß) (1:21)
29. Drachen hat nicht jeder (0:39)
30. Wenn wir fahren übern Teich (1:09)
31. In Stakeln an der Kruke (1:33)
32. Kater Mikesch (1:37)
33. Angst machen ist doof (1:00)
34. Bootslied (1:36)
35. Dort am Cocopalmario (2:11)
36. Das Burggespenst Lülü (1:07)
37. Das Zauberlied (1:07)
38. Zwergenlied 1 (1:25)
39. Zwergenlied 2 (1:04)
40. Martha Mari (0:58)

Gesamtspieldauer: 55:09




Wenn man wie ich mit der Augsburger Puppenkiste groß wurde und dazu auch noch diese CD besitzt, dann kommt man irgendwie gar nicht umhin, diese auch hier auf diesen Seiten zu erwähnen und vorzustellen. Mit viel Liebe wurde das Album zusammengestellt, genau wie damals die Sendungen konzipiert waren. Das Album beinhaltet alle Klassiker der Augsburger Puppenkiste von 1961 bis 1995. „Urmel aus dem Eis“, „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, „Kleiner König Kalle Wirsch“ und und und. Diese CD legt man natürlich nicht ein, wenn man mal Musik hören möchte. Diese CD hört man sich ab und an, ganz selten an, wenn man mal in süßer Melancholie schwelgen möchte. Dazu gibt es lustige Texte und Musik, die meist ziemlich schnell ins Ohr geht. Wahrlich nichts Kompliziertes, aber das darf bei einer Kindersendung auch nicht weiter verwundern. Die Titel sollten diesen gewissen Wiedererkennungswert haben – und das ist auch gelungen.

Irgendwie habe ich in Erinnerung, dass viele dieser meist aus vier Teilen bestehenden Geschichten kurz vor Weihnachten liefen. Und da gibt es dann auch noch dieses schöne heimische Gefühl, was in einem hochsteigt, wenn man sich erinnert, wie man an das Christkind dachte, der Kampf um den Platz mit den Geschwistern, wer wo sitzen darf bevor die Sendung losging und noch ganz andere Erinnerungen…

Damit möchte ich es aber auch an Sentimentalität belassen. Die Serien waren toll, die Fäden an den Puppen gehörten wie selbstverständlich dazu und das Wasser, was nichts anderes als eine wackelnde Plastikfolie war, hinterließ Eindruck. Die einzelnen Episoden waren wirklich sehr liebevoll gestaltet und genauso ist es mit der Musik. Etwas zum sentimental werden.

Fazit: Wer die Serien nicht kannte, der kann hiermit nichts anfangen, der findet das sogar mit Sicherheit lächerlich und das ist durchaus nachvollziehbar. Für alle, die in den 70ern und 80ern groß wurden und die Augsburger Puppenkiste angesehen haben, ist diese CD jedoch eine lohnende Anschaffung. Süße Melancholie ist garantiert. Kann man so etwas denn bewerten? Doch, ich find’s gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Das Lummerlandlied, Urmellied, Tief unter der Erde



Samstag, 12. Oktober 2013

Ayreon – Into The Electric Castle – A Space Opera




Ayreon – Into The Electric Castle – A Space Opera


Besetzung:

Arjen Lucassen – electric and acoustic guitars, mandolin, bass, mini-moog, mellotron, keys, vocals


Gastmusiker:

Ed Warby – drums
Robby Valentine – pianos, synthesizer, mellotron
Clive Nolan – synthesizer
Rene Merkelbach – synthesizer, harpsichord
Ton Scherpenzeel – synthesizer
Roland Bakker – hammond organ
Thijs Van Leer – flute
Ernö Olah – violins
Taco Kooistra – cello
Jack Pisters – sitar
Fish – vocals
Sharon Den Adel – vocals
Damian Wilson – vocals
Edwin Balogh     – vocals
Anneke Van Giersbergen – vocals
Jay Van Feggelen – vocals
Edward Reekers – vocals
Peter Daltrey – vocals
Robert Westerholt – vocals
George Oosthoek – vocals


Label: InsideOut


Erscheinungsdatum: 1998, wiederveröffentlicht 2004


Stil: ProgMetal


Trackliste:


CD1:

1. Welcome To The New Dimension (3:06)
2. Isis And Osiris (11:11)
     A. Let The Journey Begin
     B. The Hall Of Isis And Osiris
     C. Strange Constellations
     D. Reprise
3. Amazing Flight (10:15)
     A. Amazing Flight In Space
     B. Stardance
     C. Flying Colours
4. Time Beyond Time (6:05)
5. The Decision Tree (We're Alive) (6:24)
6. Tunnel Of Light (4:05)
7. Across The Rainbow Bridge (6:22)


Disk: 2

1. The Garden Of Emotions (9:41)
     A. In The Garden Of Emotions
     B. Voices In The Sky
     C. The Aggression Factor
2. Valley Of The Queens (2:25)
3. The Castle Hall (5:50)
4. Tower Of Hope (4:54)
5. Cosmic Fusion (7:27)
     A. I Soar On The Breeze
     B. Death's Grunt
     C. The Passing Of An Eagle
6. The Mirror Maze (6:34)
     A. Inside The Mirror Maze
     B. Through The Mirror
7. Evil Devolution (6:31)
8. The Two Gates (6:28)
9. "Forever" Of The Stars (2:03)
10. Another Time, Another Space (5:22)

Gesamtspieldauer beider CD’s: 1:44:43




Der Niederländer Arjen Anthony Lucassen hat es also wieder gemacht. Nach seiner ersten Rock-Oper aus dem Jahr 1995 schob er 1998 mit seiner dritten Veröffentlichung unter der Überschrift „Ayreon“ gleich die zweite Rock-Oper hinterher. ProgMetal gibt es auch hier wieder zu hören, abwechslungsreich, verschachtelt, zum Teil progressiv, meist sehr rhythmisch, manches Mal allerdings auch sphärisch, jedoch immer und durchweg sehr melodiös. Aber nur ProgMetal? Nein, das ist längst nicht alles. Im Vorwort zu dem Album schreibt Arjen Lucassen, dass sich sein zweites Album „Actual Fantasy“ nur recht schleppend verkaufte, sodass er wieder zurück zum Thema der Rock-Oper kommen wollte, da sein Projekt „Ayreon“ sonst zum Sterben verurteilt wäre. Er wollte nun ein Album schreiben, welches der „absolute Killer“ werden sollte, wie er es selbst ausdrückt. Dabei verwendete er auf „Into The Electric Castle“ auch nicht nur „reale“ Violinen, Celli, Flöten sowie eine Sitar und verzichtete völlig auf Drum-Samples, nein, er wollte sich auch keine musikalischen Grenzen setzen und alle seine Lieblingsmusik-Stilrichtungen mit einbringen. Diese zählt er auch auf: Prog, Metal, Folk, Electronica, Psychedelic, Pop, Gothic und sogar ein wenig Blues und Jazz. Stellt sich jetzt nur die Frage: Gibt es denn überhaupt noch viel mehr? Aber um es gleich vorweg zu nehmen, die Platte ist keine krude Ansammlung verschiedenster Musikstile geworden, sie ist deutlich besser als das Erstlingswerk des Niederländers, da in sich geschlossener. Es gibt eine ganze Menge schöner Musik zu entdecken, wenn einem auch manches Mal das Gefühl beschleicht, dass weniger manchmal eben doch mehr ist.

Als Protagonisten konnte er für dieses Werk einige namhafte Musiker gewinnen. Fish, der Ex-Marillion-Sänger, übernimmt in dieser „Oper“ die Rolle des „Highlander“. Sharon Janny Den Adel von Within Temptation singt die Rolle der Indianerin, Anneke Van Giersbergen, zu dieser Zeit noch Sängerin bei The Gathering, versucht sich hier als Ägypterin. Arjen Lucassen selbst verkörpert die Rolle des Hippies. Bombastisch wirkt nicht nur die Musik auf „Into The Electric Castle“, fast ebenso „bombastisch“ ist auch die Story, die hinter der Idee des Albums steckt. Verschiedene Charaktere, eine Indianerin, ein Highlander, ein Ritter, ein Römer, eine Ägypterin, ein Barbar, ein Mensch aus der Zukunft und schließlich ein Hippie versuchen in das „Electric Castle“ zu gelangen, um in ihre jeweilige Zeit zurückkehren zu können. Und wie könnte es anders sein, dieses Unterfangen ist natürlich mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Nun, Phantasie kann man Arjen Lucassen wahrlich nicht absprechen, auf so etwas muss man erst mal kommen. Zusammengehalten wird die ganze Story durch einen Erzähler, der allerdings immer wieder den Schwung aus der Musik herausnimmt, was ein wenig störend wirkt.

Die Musik auf „Into The Electric Castle – A Space Opera“ ist wahrlich sehr bombastisch. Ruhigere und zurückhaltendere Momente sind deutlich in der Minderzahl vorhanden. Arjen Lucassen zieht hier alle Register, damit das ganze Werk auch möglichst voll klingt – und das schafft er auch in Perfektion. Nun, wer gerne in Musik schwelgt, der hat hier die Möglichkeit. Die oben aufgeführten Stilrichtungen finden sich wirklich alle an verschiedenen Stellen des Albums, obwohl ich den Blues und den Jazz doch ein wenig länger suchen musste. Aber das Album klingt und wirkt und es ist wahrlich schwierig einen einzelnen oder zwei oder drei Stücke herauszugreifen, man muss es tatsächlich in einem Zug durchhören, es wirkt in seiner Gesamtheit, anders verliert es seinen Reiz. Dazu benötigt man natürlich eine ganze Menge Zeit, denn eindreiviertel Stunden auf dem Sofa herumzuliegen, dazu haben heutzutage nicht mehr allzu viele Menschen die Zeit. Zudem muss man sich diese Musik auch öfters reinziehen, beim ersten Hören verpufft eine ganze Menge. Die Idee mit dem Joggen und dem MP3-Player ist da gar nicht schlecht, ich hoffe nur, ich halte diese knapp 105 Minuten durch. Hoffentlich wird es nicht zu bergig! Ach übrigens, apropos „Joggen“. Die Idee zu dem Konzept des Albums kam Arjen Lucassen während einer seiner vielen Jogging-Ausflüge durch die Wälder. Somit scheint nicht nur das Hören, sondern auch das Konzipieren von Musik in freier Natur, unter sportlicher Betätigung, sehr von Nutzen zu sein.

Angenehm – und das sollte jetzt zum Schluss auch noch explizit Erwähnung finden – ist auf jeden Fall, dass dieses Mal die Songstruktur zumindest größtenteils eingehalten wurde. Zwar gibt es auch wieder Verschachtelungen und nennen wir sie mal „Nebenmelodien“, aber es wird alles wieder zum Ursprung zurückgeführt, sodass man die einzelnen Titel auch voneinander unterscheiden kann, was bei „The Final Experiment“ nicht so ohne weiteres möglich war. Die Songqualität lässt allerdings auf der zweiten Scheibe etwas nach, da ist die Musik dann nicht mehr so mitreißend, wie sie es zum Teil auf CD1 ist.

Und noch etwas soll hier nicht unerwähnt bleiben. Auf beiden CD’s der Wiederveröffentlichung von 2004 hat Arjen Lucassen noch zwei kleine Filmchen „versteckt“. Auf CD1, mit insgesamt 17:36 Minuten Länge, werden die beteiligten Sänger etwas genauer vorgestellt und es wird erklärt, wie Arjen Lucassen diese überzeugte, ein Teil dieses Albums zu werden. Interessant dabei auch zu hören, wie die Stimmen der Sängerinnen und Sänger im Studio mal ganz rein klingen, also ohne musikalische Begleitung. Auf CD2 ist die gezeigte Sequenz jetzt ein wenig kürzer geraten und beträgt 7:37 Minuten. Hier führt Arjen Lucassen den Zuschauer nun durch das, wie er es nennt, „Ayreon-Museum“. Dabei erklärt er die Entstehungsgeschichte des Covers, welches wie die Musikinstrumente „real“ sein sollte. So gab er das Bild nach seinen Vorstellungen in Auftrag. Wichtig war ihm bei der Entstehung des Albums, dass möglichst viel an „Into The Electric Castle“ „echt“ ist. Neben den Instrumenten wie Violine oder Sitar, die nicht dem Synthesizer entsprungen sind, eben auch das Artwork zum Album. Das erklärt er alles ganz sympathisch und somit stellen diese beiden Filmchen eine ganz nette Dreingabe dar, wie ich finde.

Fazit: „Into The Electric Castle“ enthält viele schöne Melodien, treibende Parts und schwebende Abschnitte. Dieses Stück Musik kann man nicht nebenbei hören, darauf muss man sich konzentrieren können, sonst bringt das gar nichts. Nicht alles wirkt dabei, manches wirkt auch mal ein wenig oberflächlich – trotz des ganzen Bombasts, den es hier auf die Ohren gibt. Und wer mal hören möchte, wie Styx, Jethro Tull, Rush, Emerson Lake & Palmer, Elliott Smith, Within Temptation, Marillion, die Buggles, Heather Nova und Dire Straits zusammen Musik produzieren, der kann sich mit „Into The Electric Castle“ ein Bild davon machen - beziehungsweise sich entsprechendes Gehör verschaffen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ich probiere es mal mit: Isis And Osiris, Time Beyond Time und Valley Of The Queens





Freitag, 11. Oktober 2013

Aerosmith – Aerosmith’s Greatest Hits 1973 - 1988




Aerosmith – Aerosmith’s Greatest Hits 1973 - 1988


Besetzung:

Steven Tyler – vocals, keyboards, drums, harmonica
Joe Perry – guitar, vocals
Tom Hamilton – bass
Brad Whitford – guitar
Joey Kramer – drums
Jimmy Crespo – guitar
Rick Dufay – guitar


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. Dream On (4:26)
2. Mama Kin (4:27)
3. Same Old Song And Dance (3:03)
4. Seasons Of Wither (4:57)
5. Sweet Emotion (3:13)
6. Walk This Way (3:32)
7. Big Ten-Inch Record (2:15)
8. Last Child (3:27)
9. Back In The Saddle (4:41)
10. Draw The Line (3:23)
11. Kings And Queens (3:49)
12. Come Together (3:45)
13. Remember (Walking In The Sand) (4:05)
14. Lightning Strikes (4:28)
15. Chip Away The Stone (4:01)
16. Sweet Emotion (1991 Thoener Remix) (4:36)
17. One Way Street (Live) (6:40)

Gesamtspieldauer: 1:08:48




Ich habe das hier schon mal an anderer Stelle geschrieben, „Best Of“-Platten sind nicht ganz so mein Ding. Außer man will sich erst Mal über eine Band informieren, ob sie denn wirklich was für einen ist. Der andere Fall, bei dem sich ein „Best Of“-Album allerdings auch lohnen könnte ist jener, wenn man die Band kennt, aber allgemein nur relativ wenig damit anfangen kann. Aber da gibt es dann doch so ein oder zwei oder drei Lieder, die man klasse findet und diese befinden sich dann gerade auf dieser Kompilation. Nun, genau dies trifft für mich auf Aerosmith und diesem Greatest Hits Album mit Titeln aus den Jahren 1973 bis 1988 zu. So richtig umhauen kann mich die Musik von Aerosmith nicht, aber da gibt es ja noch diesen einen Song „Dream On“ – ein Meisterwerk. Nicht mehr und nicht weniger. Eines dieser Lieder, für die es sich lohnt am Morgen aufzustehen, die einen bereichern, die stimmungsfördernd sind. Und dann denkt man sich, na wenn diese Band schon solch ein tolles Lied schreiben konnte, dann gibt es da vielleicht doch noch mehr. Also wird die CD gekauft!

Nur leider stimmt das hier nicht so ganz. Aerosmith haben zwar noch gute Lieder gemacht - die befinden sich allerdings auf anderen Platten. Der Rest, der sich hier auf dieses „Greatest Hits“-Album eingeschlichen hat, kann wahrscheinlich nur den absoluten Fan begeistern, nicht jedoch Hörer, die mit Aerosmith weniger vertraut sind. Rock ist das zwar, aber keiner der unbedingt zündet, der Melodien oder Riffs enthält, die man gerne auch öfters hören würde. Dazu gibt es viel zu viel andere Musik, die genau dies schafft und längerfristig zu begeistern weiß.

Noch ein Hit findet sich auf der Platte, den wohl auch jedes Kind kennt: „Walk This Way“. Irgendwie fast schon Heavy HipHop. Ganz nett, mehr aber auch nicht. Aber es fällt trotzdem noch Titel auf, der etwas aus der Reihe fällt und dem man in dieser Version durchaus etwas abgewinnen kann – und das ist jetzt nicht die Cover-Version von „Come Together“, denn die klingt bei den Beatles dann doch noch besser, auch wenn die Version von Aerosmith sehr nah am Original angelegt ist. Aber warum sich überhaupt eine Cover-Version auf einem Greatest Hits Album wiederfindet, welches sich nicht zu sehr vom Original unterscheidet? Kann man nicht unbedingt erklären. Überaus gelungen ist allerdings noch – und da wären wir jetzt wieder beim Thema - „Seasons Of Wither“. Ein schöner und eingängiger Titel, bei dem eher die ruhigeren Töne im Vordergrund stehen. „Kings And Queens“ erfüllt auch die Vorgabe einer wirklich eingängigen Melodie, ist aber deutlich flotter unterwegs und weiß jedoch ebenfalls zu überzeugen. Genau wie „Remember (Walking In The Sand)“. Hier stimmt die Mischung aus Groove und Wiederkennungswert, wenn auch das Fingergeschnipse beim Refrain ein wenig übertrieben wird. Trotzdem eine richtig gute Rocknummer.

Fazit: Auch wenn die Musik von Aerosmith nicht unbedingt Musik ist, die in mein „Beuteschema“ passt, so befinden sich auf diesem Greatest Hits Album neben dem überragenden „Dream On“ zumindest noch mindestens drei Titel, die es lohnt gehört zu haben. Wer auf gut gemachten Blues-Rock steht, der findet hier sowieso seine Erfüllung. Ich komme eher vom Progressive Rock und kann mich auch immer wieder mit gut gemachten Titeln, wenn sie denn für mich das gewisse Etwas aufweisen, anfreunden. Der Titel „Dream On“ würde von mir dreizehn Punkte erhalten, aber ich bewerte ja hier die gesamte Platte und die bekommt von mir acht Punkte. Und ich weiß, Blues-Rock-Fans werden das ganz, ganz anders sehen.

Anspieltipps: Dream On, Seasons Of Wither, Draw The Line, Kings And Queens, Remember





Donnerstag, 10. Oktober 2013

The Alarm – Change




The Alarm – Change


Besetzung:

Mike Peters – vocals
Dave Sharp – guitar
Eddie Macdonald – bass
Nigel Twist – drums


Label: Eirsax 1020


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Sold Me Down The River (4:09)
2. The Rock (4:39)
3. Devolution Workin’ Man Blues (4:11)
4. KLove Don’t Come Easy (4:08)
5. Hardland (4:09)
6. Change II (2:52)
7. No Frontiers (3:53)
8. Scarlet (4:18)
9. Where A Town Once Stood (3:48)
10. Prison Without Prison Bars (3:48)
11. Rivers To Cross (3:42)
12. A New South Wales (4:47)

Gesamtspieldauer: 48:24


Bonus Single (ebenfalls ohne Spielzeitangabe):

Seite 1: Black Sun
Seite 2: How The Mighty Fall




„Change“ nannte die walisische Band The Alarm ihr viertes offizielles Album, welches 1989 veröffentlicht wurde. Und wer auf gut gemachten, soviel sei gleich vorweg genommen, Pop-Rock steht, der kann mit dieser Scheibe eigentlich nicht viel falsch machen. Die Titel sind meist sehr eingängig, nicht allzu kompliziert arrangiert, sodass die Musik sehr schnell ins Ohr geht – ohne dort jedoch auch zu lange zu verbleiben. Ein Problem, was es bei allzu eingängigen Titeln leider öfters gibt.

Für Liebhaber des Besonderen vielleicht also nicht so ganz geeignet, dazu ist das Ganze dann doch ein wenig zu einfach gestrickt. Was allerdings nicht für das Cover gilt. Hier haben sich die vier Musiker eine ganze Menge Mühe gegeben Während auf der Vorderseite das Wort „Alarm“ ausgestanzt wurde, befindet sich selbige Aussparung auf der Rückseite mit dem Wort „Change". Als erstes Innencover sieht man dann die vier Musiker in der freien Natur, die an die grünen Hügel von Irland erinnert, welche es aber wohl auch in Wales gibt. Dieses Bild scheint nun durch das ausgesparte „Alarm“ hindurch. Auf der Rückseite befinden sich die vier Waliser dann auf einer großen Kohlenhalde, während im Hintergrund die Schornsteine rauchen. Das ist jetzt durch das Wort „Change“ zu sehen. Oder eben umgekehrt, ganz wie man die Platte eben einpackt. Die Schallplatte selbst befindet sich in einem weiteren, ganz normalen Innencover und wurde sogar noch durch ein Single als Zugabe erweitert.

Die Musik auf „Change“ ist rockig bis bluesig – aber leider irgendwie nichts Besonderes. Erst ganz am Ende des Albums, mit den Titeln „Rivers To Cross“ und „A New South Wales“ wird es noch melodischer, fast erinnert ersteres der genannten Stücke sogar ein wenig an Irish Folk. Ganz klar die Höhepunkte der Scheibe, die dann doch etwas länger hängenbleiben Eine Platte, die sicherlich nicht schlecht ist, jedoch auch noch Spielraum nach oben besitzt, da eben die meisten Stücke einen nicht so recht packen können und einfach so mitlaufen.

Fazit: Wer handwerklich gut gemachten und ehrlichen Pop-Rock mag, der dürfte hier etwas für sich entdecken können. Mich persönlich spricht das Ganze nicht so ganz an, da die Melodien und Rhythmen bei mir einfach nicht so recht zünden wollen. Die Platte ist allerdings weit davon entfernt schlecht zu sein, nur auflegen, dass muss ich sie auch nicht täglich. Aber das Cover-Artwork, das ist wirklich gelungen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Rivers To Cross, A New South Wales



Mittwoch, 9. Oktober 2013

Elliott Smith – XO




Elliott Smith – XO


Besetzung:

Elliott Smith – vocals, guitars


Gastmusiker:

Jon Brion – chamberlain, vibes (8, 11, 13)
Tom Rothrock – drum loop (6)
Rob Schnapf – guitar (4)
Joey Waronker – drums (7, 11)
Farhad Behroozi – strings
Russel Cantor – strings
Pamela Dealmeida – strings
Waldemar Dealmeida – strings
Henry Farber – strings
Jerrod Goodman – strings
Peter Hatch – strings
Raymond Tischer II – strings
Bruce Eskovitz – bass and baritone saxophone, flute
R. James Atkinson – french horn
Roy Poper – trumpet


Label: Dreamworks Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Soft Pop


Trackliste:

1. Sweet Adeline (3:16)
2. Tomorrow Tomorrow (3:07)
3. Waltz #2 (XO) (4:40)
4. Baby Britain (3:14)
5. Pitseleh (3:23)
6. Independence Day (3:05)
7. Bled White (3:23)
8. Waltz #1 (3:23)
9. Amity (2:20)
10. Oh Well, OK (2:33)
11. Bottle Up And Explode! (2:58)
12. A Question Mark (2:41)
13. Everybody Cares, Everybody Understands (4:25)
14. I Didn't Understand (2:18)

Gesamtspieldauer: 44:45




Wer auf sehr ruhige Musik steht, für den ist Elliott Smith genau das Richtige. Sogar sehr ruhige Musik machte der US-Amerikaner, der sich im Oktober 2003 das Leben nahm. Die Lieder klingen durch die Bank weg alle sehr melancholisch, sentimental und auch traurig. Einzige Ausnahmen sind die Titel „Amity“ und „A Question Mark“, die ein wenig flotter eingespielt wurden. Trotzdem passt das Genre „Soft Pop“ hier ganz gut, denn richtig härtere Töne sucht man auf „XO“ vergeblich.

Diese große Einheitlichkeit der einzelnen Titel, gerade in Bezug auf ihre Stimmung und Atmosphäre, das ist allerdings auch leider das Manko dieses Albums. Selbst nach dem zwanzigsten Mal des Hörens lassen sich die Titel nur sehr schwer voneinander unterscheiden. Alles klingt irgendwie ähnlich. Dabei ist das, was hier zu hören ist, wahrlich keine schlechte Musik - jedoch ist das Ganze einfach zu eintönig geworden, zu wenig abwechslungsreich, sodass beim Hörer schnell auch mal Langeweile aufkommen kann. Die Platte rauscht mit ihrem eingespielten Tempo so durch ohne, dass man mal aufhorchen würde.

Bei mir persönlich ist lediglich der Titel „Waltz #2 (XO)“ gleich beim ersten Mal hängengeblieben. Aber leider wirklich als einziges Lied. Das Stück ist wahrlich sehr schön und gelungen und hat eine einprägsamere Melodie, die sich von dem restlichen Allerlei positiv abhebt – trotz der auch dort vorhandenen eingängigen Harmonien.

Fazit: Keine schlechte Musik, nichts hier ist atonal oder gewöhnungsbedürftig. Nur eben nicht gerade sehr abwechslungsreich. Zwei etwas schnellere Titel und ein kleiner Ohrwurm. Das ist nicht allzu viel für vierzehn Titel. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Waltz #2 (XO), Everybody Cares Everybody Understands





Dienstag, 8. Oktober 2013

The Doors – Morrison Hotel




The Doors – Morrison Hotel


Besetzung:

Jim Morrison – lead vocals, maracas, tambourine
Ray Manzarek – tack piano on tracks 1, 3, 8, gibson g-101 organ on tracks 2, 5, vox continental organ on tracks 4, 6, 7, 10, piano on track 8, wurlitzer electric piano on track 9, fender rhodes piano bass on track 10, hammond c-3 organ on track 11
Robby Krieger – guitar
John Densmore – drums


Gastmusiker:

Lonnie Mack – bass guitar on tracks 1, 11
Ray Neapolitan – bass guitar on tracks 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
John Sebastian (as "G. Puglese") – harmonica on track 1


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Rock, Blues, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Roadhouse Blues (4:03)
2. Waiting For The Sun (3:58)
3. You Make Me Real (2:53)
4. Peace Frog (2:51)
5. Blue Sunday (2:13)
6. Ship Of Fools (3:08)
7. Land Ho! (4:10)
8. The Spy (4:17)
9. Queen Of The Highway (2:47)
10. Indian Summer (2:36)
11. Maggie M'Gill (4:23)


Bonustitel der 40th Anniversary Edition:

12. Talking Blues (0:59)
13. Roadhouse Blues (Takes 1–3) (8:47)
14. Roadhouse Blues (Take 6) (9:26)
15. Carol (0:56)
16. Roadhouse Blues (Take 1) (4:32)
17. Money Beats Soul (1:04)
18. Roadhouse Blues (Takes 13–15) (6:21)
19. Peace Frog (False Starts & Dialogue) (2:00)
20. The Spy (Version 2) (3:48)
21. Queen Of The Highway (Jazz Version) (3:36)

Gesamtspieldauer: 1:19:25




Sehr viel rockiger und blueslastiger klingen die Doors auf ihrem fünften Album „Morrison Hotel“ aus dem Jahr 1970. Und mit „Roadhouse Blues“ wird man auch gleich entsprechend in die Platte eingeführt. Es folgt mit „Waiting For The Sun“ im Anschluss daran ein Klassiker der Band, der sehr viel melodischer wirkt, als noch der Opener des Albums.

Und mit diesen beiden Stilrichtungen der Musik, dem Blues und dem Rock wird auf „Morrison Hotel“ auch ordentlich „gespielt“. Treibendere Lieder wechseln sich mit langsameren Songs ab, sodass auf dem Album nie eine einheitliche Stimmung entsteht, jedoch immer für Abwechslung gesorgt ist. Das Songmaterial ist dabei allerdings nicht allzu eingängig, soll heißen, dass der Hörer einiger Durchläufe der Platte oder CD benötigt, um wirklich in diese eintauchen zu können und letztendlich in der Musik angekommen zu sein. Aber genau dieses immer wieder Hören der Platte erhöht hier sehr die Wahrscheinlichkeit, dass alles sehr viel runder und auch melodiöser wirkt. Die Melodien müssen im Ohr des Hörers reifen, benötigen dazu einige Zeit.

Zum 40. Jubiläum des Albums wurde auch wieder nicht mit ordentlich Zusatzmaterial gegeizt. Dabei handelt es sich dieses Mal allerdings hauptsächlich um alternative Version und etwas Studiounterhaltung. Für den Fan vielleicht interessant, ansonsten nicht unbedingt essentiell.

Fazit: „Morrison Hotel“ ist die erste Platte der Doors, die mich nicht mehr so richtig überzeugen kann. Keine Ahnung, ob es daran liegt, dass das Songmaterial sehr blueslastig geworden ist oder bei mir die Melodien auch nach dem „was weiß ich wievielten Mal“ des Hörens noch nicht so ganz angekommen sind. Einige Höhepunkte gibt es - für eine Platte, die ursprünglich aus elf Titeln bestand, jedoch definitiv zu wenige. Acht Punkte.

Anspieltipps: Waiting For The Sun, Ship Of Fools, The Spy, Maggie M'Gill