Freitag, 8. November 2013

Kate Bush – The Red Shoes




Kate Bush – The Red Shoes


Besetzung:

Kate Bush – bass, guitar, piano, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Jeff Beck – guitar
Gary Brooker – hammond organ
Paddy Bush – vocals, whistle (human), whistle (instrument), mandola, valiha, singing bowls, fujara, musical bow
Eric Clapton – guitar
Gaumont D'Oliver – bass, percussion, drums, sound effects
Stuart Elliott – percussion, drums
John Giblin – bass
Lenny Henry – vocals
Nigel Hitchcock – baritone & tenor saxophones
Michael Kamen – orchestration
Nigel Kennedy – violin, viola
Lily – narrator
Danny McIntosh – guitar
Charlie Morgan – percussion
Del Palmer – fairlight sampler
Prince – bass, guitar, keyboards, vocals
J. Neil Sidwell – trombone
Steve Sidwell – trumpet, flugelhorn
Paul Spong – trumpet
Trio Bulgarka – vocals
Colin Lloyd Tucker – vocals
Justin Vali – vocals, valiha, kabosy


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Rubberband Girl (4:45)
2. And So Is Love (4:18)
3. Eat The Music (5:11)
4. Moments Of Pleasure (5:18)
5. The Song Of Solomon (4:29)
6. Lily (3:53)
7. The Red Shoes (4:03)
8. Top Of The City (4:15)
9. Constellation Of The Heart (4:47)
10. Big Stripey Lie (3:33)
11. Why Should I Love You? (5:02)
12. You're The One (5:53)

Gesamtspieldauer: 55:28




„The Red Shoes“ ist das siebte Studio-Album Kate Bushs. Es wurde 1993 veröffentlicht und sollte für die nächsten zwölf Jahre auch die letzte Platte der Engländerin bleiben, die sich nun mehr um ihre Familie kümmern wollte. Und die Musik auf diesem Album, auf dem man unter anderem neben Gary Brooker von Procol Harum auch Jeff Beck, Eric Clapton und Prince hört? Nun, diese kann leider so gar nicht mehr überzeugen. Ein Stilmix ist entstanden. Kate Bush versucht sich auf „The Red Shoes“ in sehr vielen verschiedenen Genres der Musik.

Mal klingt ein Lied poppig, dann wieder geht es in die Richtung Soul. Ein anderes Mal wird es richtig funkig und schließlich kann man sich auch noch nach Mexiko verzaubern lassen. Eine ganze Menge Stile, die man, bis auf den ersten, eigentlich von Kate Bush bisher gar nicht so gehört hat und vielleicht auch gar nicht so hören möchte. Das Album startet mit „Rubberband Girl“, einer Pop-Nummer, die so oder so ähnlich durchaus auch von Madonna etwa zur selben Zeit hätte stammen können. Nicht anders ist das bei „Eat The Music“, dem Song mit den mexikanischen Klängen, bei dem sogar die Stimme Kate Bushs manchmal an Madonna erinnert.

Nun und dann beginnt die Fahrt endgültig durch verschiedene Bereiche der modernen Musik, die hier auf „The Red Shoes“ allerdings so gar nicht überzeugen können. Da gibt es zwar zumindest noch ein paar Titel, die durchaus hörenswert – wenn auch nicht übermäßig überzeugend sind. Andererseits finden sich jedoch auch Beispiele wie „Constellation Of The Heart“ oder „Why Should I Love You?“ für Nummern auf dem Album, die zu den am wenigsten überzeugenden Liedern in der Karriere der Kate Bush gehören.

Fazit: Neben einigen noch ganz annehmbaren Stücken befindet sich auch richtig schlechte Musik auf „The Red Shoes“. Kate Bush hat hier zu vielen Stilen der Musik einen Besuch abgestattet, die man von Kate Bush einfach nicht hören will. Nichts gegen eine Weiterentwicklung als Künstlerin, dann muss das allerdings auch überzeugend und stimmig sein. Überdies bewirkt dieses Sammelsurium eine Unausgegorenheit auf dieser Platte, mit der man immer wieder konfrontiert und durch die man überrascht wird. Leider nicht im positiven Sinn. Sechs Punkte.

Anspieltipps: And So Is Love





Donnerstag, 7. November 2013

16 Horsepower – Yours, Truly




16 Horsepower – Live March 2001


Besetzung:

David Eugene Edwards – ohne Instrumentenangabe
Jean-Yves Tola – ohne Instrumentenangabe
Pascal Humbert – ohne Instrumentenangabe
Keven Soll – ohne Instrumentenangabe
Rob Reddick – ohne Instrumentenangabe
Jeffrey Paul Norlander – ohne Instrumentenangabe
Steven Taylor – ohne Instrumentenangabe


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Alternative Country


Trackliste:

CD1: People's Choice

1. Black Soul Choir (1996, "Sackcloth'n'Ashes) (3:53)
2. American Wheeze (1996, "Sackcloth'n'Ashes) (4:13)
3. Splinters (2000, "Secret South") (7:03)
4. Haw (1995, EP, "Sixteen Horsepower") (4:57)
5. For Heaven's Sake (1998, "Low Estate") (4:55)
6. Clogger (2000, "Secret South") (4:05)
7. Hutterite Mile (2002, "Folklore") (4:04)
8. Poor Mouth (2000, "Secret South") (5:35)
9. Cinder Alley (2000, "Secret South") (5:17)
10. Low Estate (1998, "Low Estate") (3:39)
11. I Seen What I Saw (1996, "Sackcloth'n'Ashes) (4:09)
12. Strawfoot (2000, "Secret South") (3:31)


CD2: Rarities

1. Phyllis Ruth (1995, B-side, "Heel On The Shovel") (3:11)
2. Flowers In My Heart (1995, B-side, "Heel On The Shovel") (3:12)
3. Dead Run (1995, B-side, "Heel On The Shovel") (3:11)
4. American Wheeze (1995, "Radio Asylm Sampler") (3:34)
5. Black Soul Choir (1996, different Version) (4:16)
6. Bad Moon Rising (1997, B-side; "For Heavens Sake") (3:01)
7. Worry (1997, B-side, "For Heavens Sake") (2:47)
8. The Partisan (1998, Single, "The Partisan") (4:10)
9. Fire Spirit (1998, Single B-Side, "The Partisan") (2:56)
10. Cinder Alley (1999, "Secret South", Demo Version) (3:45)
11. Poor Mouth (1999, "Secret South", Demo Version) (4:22)
12. Clogger (2000, Remix) (3:39)
13. De-Railed (2001, B-side, "Splinters") (3.15)

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: 1:34:33




2011 warfen die Glitterhouse Records noch mal eine Kompilation von 16 Horsepower auf den Markt. Dabei handelt es sich um zwei CD’s, die mit „People’s Choice“, also den Favoriten der Fans und mit „Rarities“ gekennzeichnet sind. Auf CD1 möchte ich hier gar nicht mehr eingehen, zu den Liedern habe ich bereits etwas auf den offiziellen Alben geschrieben, die in der Trackliste hinter den entsprechenden Liedern vermerkt sind. Außerdem hat Arndt die Musik des Album hier auf diesen Seiten ja auch bereits bewertet.

Also auf zu CD2. Wie schon erwähnt wurde diese mit „Rarities“ übertitelt. Nun ja, bei acht der dreizehn Titel handelt es sich lediglich um alternative Versionen von bereits mehrfach, auf Studio- wie auf Live-Alben veröffentlichten Liedern. Diese unterscheiden sich dabei noch nicht einmal großartig vom Original. „Bad Moon Rising“ stammt natürlich von Creedance Clearwater Revival, ist in dieser Version hier von 16 Horsepower aber kaum zu erkennen und klingt im Original deutlich besser.

Bleiben noch vier Titel übrig. „Flowers In My Heart“ ist die B-Seite der Single von "Heel On The Shovel" und kommt dem Country sehr, sehr nahe. Sehr gewöhnungsbedürftig. „Worry“ ist ebenfalls eine B-Seite, dieses Mal von "For Heavens Sake". Das Lied klingt nicht schlecht, irgendwie sehr irisch und wirklich bereichernd. „Fire Spirit“ ist die B-Seite von „The Partisan“, welches schon auf „Live March 2001“ veröffentlicht wurde. „Fire Spirit“ selbst ist eine etwas ungewöhnliche Nummer für 16 Horsepower, denn sie grenzt fast schon an den Hard Rock. Aber ebenfalls ein gutes Lied, das sich durchaus gut anhören lässt und eine weitere Seite der Band zeigt. Bliebe ganz zum Schluss noch „De-Railed“. Hierbei handelt es sich um eine etwas melodienarme Nummer, die sich im weiteren Verlauf allerdings steigert und schließlich sogar ebenfalls richtig gut rockt. Nicht schlecht und auch lohnenswert, es mal gehört zu haben.

Fazit: Der fade Beigeschmack bleibt. Da wird ein Doppelalbum verkauft, auf dem eine „Best Of-Ansammlung“ zu finden ist und eine Rarities CD, bei der es sich hauptsächlich um alternative Versionen handelt. Da sollte sich 16 Horsepower mal ein Beispiel an New Model Army nehmen. Die haben bereits zwei „B-Seiten-CD’s (eine davon ist sogar ein Doppelalbum) veröffentlicht mit Songmaterial was a) neu ist und b) auch noch toll klingt. Drei der wirklichen Raritäten auf „Yours, Truly“ klingen zwar nicht schlecht, der Rest ist leider allerdings ein wenig Nepp, denn dafür muss man nicht extra eine Doppel-CD veröffentlichen. Damit meine ich ausdrücklich nicht die Musik, die hätte zwölf Punkte verdient, aber diese Zusammenstellung hier als Doppelalbum auf den Markt zu bringen in der Hoffnung, dass es der Fan schon kaufen wird, finde ich zumindest gewagt. Die Musik erhält zwölf Punkte. Die CD „Yours, Truly“ allerdings nur drei aus den oben genannten Punkten. Je einen Punkt für die wirklich neuen und guten Raritäten.

Anspieltipps: Worry, Fire Spirit, De-Railed (und natürlich die ganze erste CD)




Mittwoch, 6. November 2013

AC/DC – Stiff Upper Lip




AC/DC – Stiff Upper Lip


Besetzung:

Angus Young – lead guitar
Malcolm Young – rhythm guitar
Brian Johnson – vocals
Cliff Williams – bass guitar
Phil Rudd – drums


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Hard-Rock


Trackliste:


CD1:

1. Stiff Upper Lip (3:35)
2. Meltdown (3:41)
3. House Of Jazz (3:56)
4. Hold Me Back (3:59)
5. Safe In New York City (4:00)
6. Can't Stand Still (3:41)
7. Can't Stop Rock'n'Roll (4:02)
8. Satellite Blues (3:46)
9. Damned (3:52)
10. Come And Get It (4:03)
11. All Screwed Up (4:36)
12. Give It Up (3:56)


CD2:

1. Cyberspace (3:00)
2. Back in Black (Live) (4:10)
3. Hard As A Rock (Live) (4:51)
4. Ballbreaker (Live) (4:42)
5. Whole Lotta Rosie (Live) (5:27)
6. Let There Be Rock (Live) (11:55)
7. Stiff Upper Lip (Video) (3:51)
8. Safe In New York City (Video) (4:00)
9. Satellite Blues (Video) (3:50)

Gesamtspieldauer der Musiktitel auf CD1 und CD2: 1:21:12 sowie 11:41 Videomaterial auf CD2




„Stiff Upper Lip“ ist das dreizehnte Studio-Album, welches AC/DC international veröffentlichten. „International“ deshalb, da von den ersten beiden Alben auch Ausgaben existieren, die damals nur in Australien, der Heimat von AC/DC veröffentlicht wurden. „Stiff Upper Lip“ wurde auch in einer „Special Edition“ veröffentlicht, welche mir hier vorliegt. Diese unterscheidet sich durch das Vorhandensein einer zweiten CD, auf der sich mit „Cyberspace“ noch ein neuer Track befindet, sowie fünf live in Madrid eingespielte Titel und zusätzlich noch drei Videos zu den als Singles ausgekoppelten Liedern der Platte.

Nun die Musik auf „Stiff Upper Lip“ kann den AC/DC-Freund vieler vorheriger Platten nicht mehr so richtig packen. Gut gemachter Hard Rock ist da zu hören, der allerdings nichts mehr Geniales an sich hat, was man so oft auf anderen Platten AC/DC’s entdecken konnte. Die Scheibe rockt natürlich von vorne bis hinten durch, diese „Übersongs“ jedoch, die auf den ersten Veröffentlichungen der Band zuhauf vorhanden waren, auf den späteren Platten immerhin noch ab und an, die fehlen hier ganz klar. Natürlich kann man aber auch auf „Stiff Upper Lip“ noch dem Headbanging frönen und die Haare ordentlich durcheinander wirbeln, allerdings macht das längst nicht mehr so viel Spaß wie früher. Ein wirklich toller Song ist „Can't Stand Still“, hier sind die Zutaten noch vorhanden, die einen AC/DC-Song zu etwas Besonderem werden lassen. Klasse Gitarrenlauf, eingängige Melodieführung, guter Groove und eben diese gewisse Eingängigkeit, die ein Lied manchmal über die anderen heraushebt. Der ganze Rest der Platte ist handwerklich gut gemachter, harter Rock’n’Roll, den man sich gut anhören kann, leider allerdings auch nichts verpasst hat, wenn man diese CD nicht kennt.

Kommen wir mal zur Zugabe, denn die lohnt sich hier bei dem Album wirklich. Damit meine ich jetzt aber nicht die drei Videos, die in recht schlechter Qualität auf CD gepresst wurden und auch nicht die Zugabe in Form des Liedes „Cyberspace“, denn das reiht sich nahtlos ein in die Stücke auf CD1. Nichts Besonderes eben, hart zwar, das gewisse Etwas, das fehlt jedoch auch hier. Aber die Live-Einspielungen sind wahrlich klasse gelungen. Kraft- und druckvoll wird hier gerockt, was das Zeug hält. „Whole Lotta Rosie“, ehemals von Bon Scott interpretiert, bringt Brian Johnson absolut auf den Punkt. Perfekt. Und dann gibt es da noch die fast zwölfminütige Version von „Let There Be Rock“. Der absolute Wahnsinn. Wann jemals hat Live-Musik besser geklungen? Das Lied wird deutlich schneller gespielt als in der Original-Version, es knallt rein wie ein Donnerschlag. Und dann kommt es eben, dieses episches Solo des Angus Young, der danach blutige Finger gehabt haben dürfte. Absolut klasse und genial. Wenn man bei diesem Song versucht mit zu wippen bekommt man einen Krampf im Fuß. Ein absolutes Meisterwerk des Rock’n’Roll. Besser kann man Hard Rock nicht spielen, nicht wiedergeben. Man muss aufpassen, dass einem nicht Tränen der Rührung in die Augen steigen.

Fazit: „Stiff Upper Lip“ ist ein grundsolides und durchschnittliches Album geworden. Kein Höhepunkt im Schaffen von AC/DC. Jedoch auch kein schlechtes Album, wenn man ein Ohr für Hard Rock hat. Die Anschaffung lohnt sich für den Freund härterer Musik allerdings trotzdem. „Let There Be Rock“ in dieser Version ist eine Offenbarung. Dem Album würde ich acht Punkte geben, Durchschnitt eben. Aber dieser Zusatz in der Special Edition hebt das Level an. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Hold Me Back, Whole Lotta Rosie (Live), Let There Be Rock (Live)




Dienstag, 5. November 2013

The Pogues – Hell’s Ditch




The Pogues – Hell’s Ditch


Besetzung:

Shane MacGowan – vocals
Jem Finer – banjo, mandolin, hurdy-gurdy, saxophone, guitar
Spider Stacy – tin whistle, vocals, harmonica
James Fearnley – accordion, piano, guitar, violin, sitar, kalimba
Terry Woods – mandolin, guitar, cittern, vocals, concertina, auto harp
Andrew Ranken – drums
Philip Chevron – guitar
Darryl Hunt – bass guitar


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Irish Folk


Trackliste:

1. The Sunnyside Of The Street (2:44)
2. Sayonara (3:07)
3. The Ghost Of A Smile (2:59)
4. Hell's Ditch (3:03)
5. Lorca's Novena (4:41)
6. Summer In Siam (4:06)
7. Rain Street (4:01)
8. Rainbow Man (2:46)
9. The Wake Of The Medusa (3:05)
10. House Of The Gods (3:47)
11. 5 Green Queens And Jean (2:36)
12. Maidrin Rua (1:47)
13. Six To Go (2:58)

Gesamtspieldauer: 41:40




So ganz kann einen dieses fünfte Album der Pogues aus dem Jahr 1990 nicht mehr packen. Irgendwie scheint man viele Titel auf „Hell’s Ditch“ so oder so ähnlich von der Melodieführung her bereits mal gehört zu haben. Gelungen ist da am ehesten noch „Lorca's Novena“, welches jetzt wirklich mal mit etwas Neuem aufwartet. Ein schleppender Rhythmus und ab und an orientalisch klingende Gesänge im Hintergrund - sowie der Einsatz einer spanischen Gitarre. Hier wird es wieder spannend.

Auch ist eine Richtung der Band deutlich hin zum Pop zu vernehmen. Klar gibt es immer noch diese irischen Klänge, für die die Pogues berühmt wurden, allerdings „poppt“ es auf „Hell’s Ditch“ doch deutlich öfter, als noch auf den Platten zuvor. Zudem haben vermehrt asiatische Klänge Einzug in die Musik der Pogues gefunden, eine Variation, den die Iren sehr gut lösen und der das Ganze wieder ein wenig interessanter werden lässt. Allerdings zünden die Melodien nicht mehr ganz so, wie sie es noch auf den Alben zuvor getan haben. Wer Irish Folk liebt, der wird auch dieses Album mögen, keine Frage. Ob er es allerdings auch noch liebt?

Fazit: Nach diesem Album verließ der Sänger Shane MacGowan die Band, beziehungsweise wurde er aufgrund seiner Alkoholsucht aus der Band geschmissen. Zu oft war er auf Konzerten nicht mehr in der Lage gerade zu stehen, geschweige denn die Songs auch textlich umzusetzen. Die Musik auf „Hell’s Ditch“ ist für mich langweiliger geworden. Meine drei Höhepunkte habe ich unten in den Anspieltipps wiedergegeben. Diese Songs gefallen mir schon noch sehr gut, der ganze Rest ist aber irgendwie ein klein wenig zur Massenware geworden. Schade. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lorca's Novena, Rainbow Man, The Wake Of The Medusa





Montag, 4. November 2013

Hans Söllner – SoSoSo




Hans Söllner – SoSoSo


Besetzung:

Hans Söllner – Gesang, Gitarre, Mundharmonika


Gastmusiker:

Peter Poichler – Orgel, Synthesizer, Wurlitzer E-Piano
Stephan Hofer – Schlagzeug, Perkussion
Manfred Puchner – Bass


Label: TRIKONT


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Bayerischer Liedermacher


Trackliste:

1. SoSoSo (4:01)
2. Untersberg (3:37)
3. Kibe voi Tränen (3:58)
4. Ganja (5:21)
5. Ihr seids alle gleich (6:02)
6. Der Rudi (7:32)
7. Wia de do drent (4:51)
8. Die Liebe (4:05)
9. Schau ned zruck (5:46)
10. Durch eia Politik (3:45)
11. Allgäuer Mädel (3:44)

Gesamtspieldauer: 52:40


 

Häufig nur mit der akustischen Gitarre instrumentiert, begleitet sich Hans Söllner auf „SoSoSo“ meist selbst. Die Musik ist dabei überaus unaufgeregt, die Texte sind jedoch alles andere als dies. Mal ist es ein Liebeslied, mal ein witziger Text über das Kiffen, dann wieder seine harte Kritik an der Gesellschaft und der Politik. Auch Polizeiwillkür ist ein Thema und wird genauso aufgegriffen wie das Leben allgemein. Die Texte sind dabei häufig witzig und von schwarzem Humor beseelt. Manchmal wirkt es auch ein wenig übertrieben und dieses Mal dann zu schwarz gemalt und allzu sozialkritisch.

Musikalisch ist das Album überaus harmonisch gehalten, alles ist sehr melodiös und schon beim ersten Mal eingängig. Diese häufig allerdings fast schon spartanische Instrumentierung hinterlässt nach dem Hören ein klein wenig ein Gefühl der Leere. Die einzelnen Titel sind sich dabei zu ähnlich, um auch längerfristigen Wiedererkennungswert zu besitzen. Allerdings wirkt die Musik des Hans Söllner auch nur in der Verbindung von Musik und Text. Lediglich eine Melodie eines Titels im Kopf zu haben und diese fröhlich vor sich hinzupfeiffen ist nicht der Anspruch, den Hans Söllner mit seiner Musik zu haben scheint. Er möchte vielmehr Geschichten erzählen, die zum Nachdenken anregen, einen zum Schmunzeln bringen und manches Mal auch ein wenig schlüpfrig klingen, sodass man sie seinen Kindern besser erst mal vorenthält.

Fazit: „SoSoSo“ weiß zu unterhalten, egal wie man zu den Inhalten der einzelnen Texte steht. Es ist eine Platte, der man zuhören muss, der Schwerpunkt liegt auf den Texten, die Musik dient dabei nur als Transportmittel, spielt eher eine ein klein wenig zurückgesetzte Rolle. Und so hört man sich die Platte an, schmunzelt und schüttelt den Kopf, freut sich und schämt sich. Es ist der Gesang, der hängenbleibt und das liegt sicherlich nicht nur an der Stimme des Hans Söllner. Sieben Punkte.

Anspieltipps: SoSoSo, Ganja, Der Rudi





Sonntag, 3. November 2013

Kate Bush – Never For Ever




Kate Bush – Never For Ever


Besetzung:

Kate Bush – vocals, background vocals, piano, keyboards, synthsizer


Gastmusiker:

Ian Bairnson – guitar, vocals
Brian Bath – acoustic & electric guitar, background vocals
Paddy Bush – harmonica, mandolin, balalaika, sitar, vocals, background vocals, koto, banshee, saw
Kevin Burke – violin
Adam Sceaping – viola, string arrangements
Joseph Sceaping – lironi, string arrangements
Duncan Mackay – keyboards, synthesizer
Max Middleton – keyboards, synthesizer, string arrangements
Larry Fast – keyboards, synthesizer
Mike Moran – keyboards, synthesizer
John L. Walters – synthesizer
Richard James Burgess – synthesizer
Del Palmer – bass, vocals, fretless bass
John Giblin – bass, fretless bass
Stuart Elliot – drums, bodhran
Preston Heyman – percussion, drums, background vocals
Morris Pert – percussion, timpani
Gary Hurst – vocals, background vocals
Andrew Bryant – vocals, background vocals
Roy Harper – vocals, background vocals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Babooshka (3:21)
2. Delius (Song For Summer) (2:52)
3. Blow Away (For Bill) (3:35)
4. All We Ever Look For (3:49)
5. Egypt (4:12)
6. The Wedding List (4:16)
7. Violin (3:16)
8. The Infant Kiss (2:50)
9. Night Scented Stock (0:52)
10. Army Dreamers (2:59)
11. Breathing (5:30)

Gesamtspieldauer: 37:30




Sehr viel besser gelungen als der Vorgänger „Lionheart” ist das 1980 erschienene dritte Album der Engländerin Kater Bush mit dem Titel „Never For Ever”. Hier erreichen die Melodien nun wieder sehr viel besser den Hörer, können packen und überzeugen. Alles klingt und ist melodisch. Das beginnt gleich mit dem ersten Titel „Babooshka“, der als Opener sofort den Ohrwurm des Albums darstellt. Richtig schön eingängig und mit Wiedererkennungswert kommt hier auch die Stimme Kate Bushs sehr gut zur Geltung.

„Delius (Song For Summer)“ ist dann wiederum ganz anders. Hier geht es um Atmosphäre, eine Stimmung, die transportiert werden soll. Aber auch dieser Song weiß zu überzeugen. Wahrlich gelungen ist hier das stimmliche Zusammenspiel, zwischen ganz hoher weiblicher Stimme und den männlichen Bass-Stimmen des Hintergrundchores beziehungsweise dem Gesang einzelner Sänger. Das klingt alles sehr gut überlegt und arrangiert. „Blow Away (For Bill)“ im Anschluss daran, ist eines der wenigen Lieder des Albums, das nicht überzeugen kann. Keine klare Melodie und hauptsächlich die Stimme der Kate Bush, die hier zwar akrobatische Höhen erklimmt, es trotzdem nicht schafft den Hörer zu fesseln. Irgendwie entwickelt sich da so ein Sing-Sang, der ein klein wenig langweilt. Mit dem etwas schrägen „All We Ever Look For“ wird es aber sofort wieder viel besser. Klasse hier vor allem auch die Instrumentierung, die in diesem Song oftmals so zerbrechlich aber auch so abwechslungsreich wirkt.

Ebenso richtig toll und fesselnd sind „Egypt“ und „Army Dreamers“. Schöne eingängige Melodien, welche nicht allzu viel Zeit benötigen, um beim Hörer anzukommen. Auch der Rest der Platte braucht sich nicht zu verstecken und ist hörenswert, da findet sicher jeder sein eigenes Highlight. Lediglich beim Lied „Violin“ wird vielleicht ein wenig zu viel „geschrien“. Aber genau dieser Umstand macht auch gleichzeitig den Charakter des Liedes aus, welches zudem, trotz des Namens, auch der rockigste Titel auf „Never For Ever” ist.

Fazit: Eine richtig schöne Platte ist „Never For Ever” geworden. Wer auf Eingängigkeit und schöne Melodien steht, der wird hier fündig werden. Dazu gesellt sich jede Menge Abwechslung in Bezug auf das Tempo der einzelnen Titel, deren Stimmungen, die mal trauriger, mal fröhlicher geartet sind und deren Spannbreite, die von Soft-Pop bis Rock einiges zu bieten haben. Eine Platte, die nicht langweilig wird. Elf Punkte.

Anspieltipps: Babooshka, All We Ever Look For, Army Dreamers





Samstag, 2. November 2013

Guns N’ Roses – Use Your Illusion II




Guns N’ Roses – Use Your Illusion II


Besetzung:

W. Axl Rose – lead vocals, piano, whistling, backing vocals, rhythm guitar, synthesizer and drum machine
Izzy Stradlin – rhythm guitar, backing vocals, lead vocals, acoustic guitar, sitar, additional lead guitar
Slash – lead guitar, acoustic guitar, banjo
Duff McKagan – bass, backing vocals, co-lead vocals, percussion
Dizzy Reed – keyboards, piano, backing vocals, organ,
Matt Sorum – drums, backing vocals

Gastmusiker:

Steven Adler – drums
Johann Langlie – drums, keyboards and sound effects
The Waters – backing vocals
Howard Teman – piano
Shannon Hoon – backing vocals


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 17. 9. 1991


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Civil War (7:42)
2. 14 Years (4:21)
3. Yesterdays (3:16)
4. Knockin' On Heaven's Door (5:36)
5. Get In The Ring (5:41)
6. Shotgun Blues (3:23)
7. Breakdown (7:05)
8. Pretty Tied Up (4:48)
9. Locomotive (Complicity) (8:42)
10. So Fine (4:06)
11. Estranged (9:24)
12. You Could Be Mine (5:44)
13. Don't Cry (Alternative Lyrics) (4:44)
14. My World (1:24)

Gesamtspieldauer: 1:15:57




„Use Your Illusion II“ wurde am selben Tag, dem 17. September 1991, wie „Use Your Illusion I“ veröffentlicht und stellt somit das vierte oder dritte (?) Studio-Album der Amerikaner dar. Vierzehn Titel gibt es dieses Mal zu hören und „Use Your Illusion II“ wurde erfolgreicher als „Use Your Illusion I“, obwohl sich auf dem ersten Teil solch Songs wie „November Rain“ oder „Live And Let Die“ befinden. Wenn man beide Platten hintereinander hört, wundert einen dies allerdings nicht wirklich, denn auf „Use Your Illusion II“ ist das bessere Song-Material enthalten und das liegt jetzt nicht an der wahrlich gelungenen Cover-Version des Bob Dylan Klassikers „Knockin‘ On Heaven’s Door“.

Es beginnt gleich mit dem wahrlich mitreißenden „Civil War“. Hard Rock auf höchstem Niveau. Klasse Rhythmus, klasse Melodie, einfach toll gemacht. Dann geht es im Mid-Tempo mit „14 Years“ richtig gut weiter. Eingängig und fesselnd. Noch etwas ruhiger, allerdings genauso gut gelungen folgt dann „Yesterdays“. Ein wahrlich geglückter und fesselnder Anfang für dieses Album. Im Anschluss daran gibt es das bereits erwähnte „Knockin‘ On Heaven’s Door“ in einer sehr mitreißenden Interpretation zu hören.

Es folgen einige Lieder, die nicht unbedingt herausragen, jedoch auch keine schlechten Songs darstellen, nur eben nicht ganz so überzeugen können. Das wird bereits bei dem Kracher „Pretty Tied Up“ wieder besser, der kurz mit der Sitar eingeleitet wird und dann kraftvoll los rockt. „So Fine“ ist wieder eine sehr schöne Ballade und das folgende, knapp zehnminütige „Estranged“ sogar noch gelungener. Richtig schöne melodische Musik, vom Piano dominiert. Ein wahrlich toller Song. Und dann gibt es auf „Use Your Illusion II“ noch eine Version von „Don't Cry“. Dieses Mal mit einem alternativen Text. Das Stück war bereits ein Höhepunkt auf dem ersten Teil von „Use Your Illusion“ und stellt auch hier einen solchen dar. Abgeschlossen wird das Album mit dem kurzen „My World“. Eine Hip Hop-Nummer mit viel Gestöhne und der einzige Ausfall des Albums.

Fazit: Die Musik weiß auf „Use Your Illusion II“ mehr zu überzeugen als auf Part I, obwohl diese Platte auch keineswegs schlecht war. Das Songmaterial kann einen hier allerdings noch besser packen, noch mehr begeistern. Hier gibt es toll gemachten Hard Rock zu hören und wunderschöne Balladen. Eine richtig gut gelungene Scheibe. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Civil War, 14 Years, Knockin' On Heaven's Door, Estranged, Don't Cry





Freitag, 1. November 2013

Mike Oldfield – Tubular Bells II




Mike Oldfield – Tubular Bells II


Besetzung:

Mike Oldfield – electric guitar, classical guitar, flamenco guitar, 12 string guitar, acoustic guitar, mandolin, banjo, double speed guitar, grand piano, hammond organ, synthesizers and programming, timpani, glockenspiel, triangle, tambourine, cymbals, toy percussion, handclaps, orchestral bass drum, vocals and tubular bells


Gastmusiker:

Jamie Muhoberac – additional keyboards, noises, drum loops
John Robinson – drums (Altered State)
Susannah Melvoin – vocals
Edie Lehman – vocals
Sally Bradshaw – vocal solo
P.D. Scots Pipe Band and Celtic Bevy Band – bagpipes


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Instrumental, Progressive Rock


Trackliste:

1. Sentinel (8:08)
2. Dark Star (2:16)
3. Clear Light (5:48)
4. Blue Saloon (3:00)
5. Sunjammer (2:33)
6. Red Dawn (1:50)
7. The Bell (7:00)
8. Weightless (5:43)
9. The Great Plain (4:48)
10. Sunset Door (2:24)
11. Tattoo (4:15)
12. Altered State (5:13)
13. Maya Gold (4:01)
14. Moonshine (1:42)

Gesamtspieldauer: 58:40




Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, das 1992 veröffentlichte Album von Mike Oldfield kommt nicht an das Original aus dem Jahr 1973 heran. Und ein zweites Mal „Nein“, denn Tubular Bells II ist nicht etwa eine Kopie des Originals, welches hier nur mit den neuen technischen Möglichkeiten knapp zwanzig Jahre später erneut eingespielt wurde. Tubular Bells II steht sehr selbstständig da, auch wenn immer wieder, vom Anfang bis zum Ende der Platte, Reminiszenzen an den Vorgänger aufgegriffen und verarbeitet werden, um dann wieder mehr Eigenständigkeit zu entwickeln.

So ist Tubular Bells II ein Album, welches nicht nur vom Aufbau her die ursprüngliche Tubular Bells Platte kopiert. Auch die Stimmungen werden entsprechend in den einzelnen Teilen wiedergegeben. Allerdings ist die Musik nicht 1:1 übertragen worden, sie wird hier variiert dargeboten, sodass sie zwar stets an die Platte aus dem Jahre 1973 erinnert, dabei jedoch die einzelnen musikalischen Themen variiert. Und so sind die Anlehnungen nicht überhörbar, neue Elemente lassen sich jedoch auch ausmachen. Mal singt zum Beispiel Sally Bradshaw ihre „Aaahs“ so schön, dass man glaubt gerade einen Auszug eines Titels von Ennio Morricone zu hören, der wieder einen Italo-Western vertont hat. Auch der Abschluss wurde dieses Mal anders gewählt und variiert. Da, wo man beim Original die Hornpipes hörte, da gibt es jetzt für knappe zwei Minuten Country Musik in Reinkultur zu hören.

Die Musik wirkt hier in ihrer Gesamtheit nicht ganz so ausdrucksstark wie beim Original. Das wiederum kann allerdings auch damit zusammenhängen, dass das Original dem Hörer eben weitaus bekannter und damit auch deutlich vertrauter ist. Mike Oldfield meinte zur Platte, dass diese so klingen würde, wie Tubular Bells hätte klingen sollen. Somit hat man als Fan der Musik von Mike Oldfield Glück gehabt, dass die technischen Möglichkeiten Anfang der 70er Jahre noch nicht so überragend waren und man dadurch in den Genuss zweier dieser Werke kommt.

Fazit: Wem Tubular Bells gefallen hat, dem wird auch Tubular Bells II gefallen. Mit Sicherheit nicht gleichwertig, trotzdem ist die Platte eine schöne Ergänzung zum Original. Irgendwie kopiert zwar, aber dann doch wieder nicht, eher variiert. Aber was soll’s. Für Freunde der Musik von Mike Oldfield mit Sicherheit ein überaus lohnender Kauf. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Wie meist bei Mike Oldfield: Muss man durchhören.





Donnerstag, 31. Oktober 2013

Radiohead – Itch




Radiohead – Itch


Besetzung:

Thom Yorke – vocals, guitar
Jonny Greenwood – guitar, keyboards
Ed O'Brien – guitar, vocals
Colin Greenwood – bass
Phil Selway – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Stop Whispering (Us Version) (4:13)
2. Thinking About You (2:18)
3. Faithless, The Wonder Boy (4:10)
4. Banana Co. (2:27)
5. Killer Cars (Live) (2:17)
6. Vegetable (Live) (3:12)
7. You (Live) (3:39)
8. Creep (Acoustic) (4:20)

Gesamtspieldauer: 26:35




„Itch“ ist eine EP der Alternative Rock Band Radiohead aus Oxford, England. Nur „Faithless, The Wonder Boy“ ist dabei ein neues Lied, beim Rest handelt es sich um alternative sowie Live-Versionen bereits veröffentlichter Titel. Das interessante an der EP ist eigentlich lediglich, dass die Band hier durchgehend sehr melodiös klingt, schräge Töne sucht man auf dieser etwas länger geratenen Single vergeblich. Am ehesten findet man diese vielleicht noch bei den Live-Versionen von „Vegetable“ und „You“, obwohl sie bei letzterem Song eher „hart“ denn „schräg“ sind. Das neue Lied „Faithless, The Wonder Boy“ reiht sich da ganz zwanglos in die Harmonien des Albums mit ein und ist ebenfalls sehr melodiös.

Fazit: Nur was für wirkliche Fans, denn die Lieder wurden inzwischen alle auch auf diversen Special Editions anderer Alben veröffentlicht. Hier sind also die Sammler gefragt. Ob sich das aber lohnt, bei den Preisen, die dafür verlangt werden, sei mal so dahingestellt. Die Musik ist auf jeden Fall gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Faithless The Wonder Boy




Mittwoch, 30. Oktober 2013

Lindisfarne – Back And Forth




Lindisfarne – Back And Forth


Besetzung:

Alan Hull – acoustic guitars, piano, vocals
Simon Cowe – electric- and acoustic guitars, banjo, mandolin, vocals
Rod Clements – fretless bass, fiddle
Ray Laidlaw – drums, percussion
Ray Jackson – mandolin, harmonica, percussion, vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Folk, Pop, Rock


Trackliste:

1. Juke Box Gypsy (2:24)
2. Warm Feeling (4:06)
3. Woman (3:27)
4. Only Alone (3:45)
5. Run For Home (4:24)
6. Kings Cross Blues (3:46)
7. Get Wise (3:08)
8. You And Me (3:06)
9. Marshall Riley's Army (3:39)
10. Angels At Eleven (2:55)
11. Make Me Want To Stay (3:58)

Gesamtspieldauer: 38:36




1973 hatte sich Lindisfarne aufgelöst. Kurze Zeit später belebte Alan Hull zusammen mit Ray Jackson und vier weiteren Musikern die Band erneut. Zwei Alben wurden veröffentlicht, die allerdings nicht erfolgreich wurden. 1978 kam es dann erneut zum Zusammenfinden der fünf ursprünglichen Mitglieder von Lindisfarne und das Album „Back And Fourth“, das jetzt bereits sechste der gesamten Bandgeschichte, wurde veröffentlicht – und der Erfolg stellte sich wieder ein, denn die Platte hielt sich immerhin elf Wochen in den britischen Album-Charts.

Nun, einen Stilmix hatte die Band ja schon immer für ihre Hörer parat, der sich über Folk, Pop und manchmal auch Progressive ersteckte - jetzt kam auch noch Soul in Form des Titels „Woman“ hinzu. Das hätte wahrlich nicht sein müssen und passt auch so überhaupt nicht zur Musik von Lindisfarne. Ganz schlimm. Aber das Album hält auch einige schöne Momente für den Zuhörer parat. Da ist zum einen „Run For Home“, das Lied, welches wohl die meisten Menschen kennen, die trotzdem noch nie etwas in ihrem Leben von der Band Lindisfarne gehört haben. Eine schöne Pop-Nummer mit vielen Streichern und Oboe, die ein klein wenig an die Anfänge des Electric Light Orchestras erinnert.

Auch die letzten drei Titel der Platte sind richtig gut gelungen. „Marshall Riley's Army“ ist eine tolle Folk-Nummer, „Angels At Eleven“ klingt genauso, wie es schon der Titel des Liedes andeutet: himmlisch verträumt und mit viel Piano und einem ganzen Orchester versehen. „Make Me Want To Stay“ ist schließlich eine schöne und melodische Folk-Pop-Nummer, die ebenfalls sofort ins Ohr geht.

Fazit: Wieder gibt es viele unterschiedliche Genres auf einem Lindisfarne-Album zu erlauschen. Pop, Rock, Folk, Country und okay, leider auch dieses eine Stück mit dieser Soul-Geschichte. Die Höhepunkte sind aber deutlich in der Überzahl, sodass „Back And Fourth“ ein schönes Album geworden ist. Neun Punkte.

Anspieltipps: Run For Home, Marshall Riley's Army, Angels At Eleven, Make Me Want To Stay




Dienstag, 29. Oktober 2013

Alanis Morissette – Flavors Of Entanglement




Alanis Morissette – Flavors Of Entanglement


Besetzung:

Alanis Morissette – vocals


Gastmusiker:

Andy Page – guitars
Sean McGhee – programming, backing vocals
Blair Sinta – drums
Peter Freeman – bass
Fiora Cutler – string arrangement




Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Citizen Of The Planet (4:22)
2. Underneath (4:07)
3. Straitjacket (3:08)
4. Versions Of Violence (3:36)
5. Not As We (4:45)
6. In Praise Of The Vulnerable Man (4:07)
7. Moratorium (5:35)
8. Torch (4:50)
9. Giggling Again For No Reason (3:48)
10. Tapes (4:26)
11. Incomplete (3:30)

Gesamtspieldauer: 46:15



2007 veröffentlichte Alanis Morissette „Flavors Of Entanglement“, ein Album, auf dem die Musik der Kanadierin nach den letzten, etwas enttäuschenderen Alben wieder sehr viel ausdrucksvoller, variantenreicher und interessanter klingt. Orientalische Klänge gibt es wieder zu hören, aber auch sehr schöne Balladen wie „Not As We“. Die Abwechslung hat wieder Einzug gehalten auf eine Platte der Alanis Morissette.

Es klingt alles irgendwie gar nicht mehr immer so poppig, mitunter manchmal sogar ein klein wenig nach Post Rock. Die Stücke, die man von Alanis Morissette bereits zu kennen glaubt und am ehesten unter der Kategorie „Nichts Neues“ einzuordnen versucht, wie zum Beispiel die Nummern „Torch“ oder „Giggling Again For No Reason“, die gibt es zwar auch, allerdings befinden sich auf der Platte ebenfalls so spannende und bisher ungewohnte Lieder wie „Citizen Of The Planet“ oder „Moratorium“, in denen die Kanadierin ihr musikalisches Spektrum auf sehr angenehme Art und Weise erweitert.

Kraftvoller wirkt dieses Album, wie man es seit „Jagged Little Pill“ von Alanis Morissette nicht mehr gewohnt war. Es ist nicht mehr nur dieser radiotaugliche Pop, sondern man kann hier auf „Flavors Of Entanglement“ in manchen Liedern auch wieder das Besondere entdecken, was einen guten von einem „normalen“ Pop-Song unterscheidet. Auch die sehr viel sanfteren Töne, die auf den vorherigen Alben nicht so zu finden waren, die werden hier bedient und das freut den Musikfreund, denn Alanis Morissette präsentiert hier dem Hörer eine breite Palette unterschiedlichster Songs, die es immer wieder schaffen einen einzufangen und dabei nie langweilig werden.

Fazit: „Flavors Of Entanglement“ ist wieder abwechslungsreicher als die Vorgänger-Alben geworden. So macht das Musikhören erneut sehr viel Spaß. Es wäre schade, diese Platte einfach nur so nebenbei laufen zu lassen. Hier lohnt sich wieder ein wenig Konzentration auf das, was uns Alanis Morissette darbietet – deutlich mehr als auf den letzten Alben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Citizen Of The Planet, Straitjacket, Not As We, Moratorium, Incomplete



Montag, 28. Oktober 2013

The Doors – L.A. Woman




The Doors – L.A. Woman


Besetzung:

Jim Morrison – lead vocals, piano on "Orange County Suite"
Ray Manzarek – hammond c-3 organ on track 1, 7 and 9, tack piano on tracks 2 and 5, vox continental on track 2, rhythm guitar on track 3, gibson g-101 on track 6, wurlitzer electric piano on track 8, fender rhodes electric piano on tracks 5, 10 and 12, lead vocals on "(You Need Meat) Don't Go No Further"
Robby Krieger – guitar
John Densmore – drums



Gastmusiker:

Jerry Scheff – bass guitar
Marc Benno – rhythm guitar on tracks 3-5, 8


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Psychedelic Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. The Changeling (4:25)
2. Love Her Madly (3:40)
3. Been Down So Long (4:44)
4. Cars Hiss By My Window (4:59)
5. L.A. Woman (8:00)
6. L'America (4:34)
7. Hyacinth House (3:13)
8. Crawling King Snake (5:01)
9. The WASP (Texas Radio And The Big Beat) (4:16)
10. Riders On The Storm (7:09)


Bonustitel der 40th Anniversary Edition:

11. Orange County Suite (5:45)
12. (You Need Meat) Don't Go No Further (3:41)

Gesamtspieldauer: 59:27




Auf dem letzten und sechsten Doors-Album, welches noch zu Lebzeiten Jimmy Morrisons eingespielt wurde, hat sich die Musik der Band noch ein wenig mehr dem Blues angenähert. Eine Entwicklung die auf dem vorherigen Album „Morrison Hotel“ bereits eingeleitet worden war. Das lässt ein etwas zwiespältiges Gefühl zurück, wenn man sich dieses Album anhört. Einerseits gibt es da so einen „Monstersong“ wie „Riders On The Storm“, zum anderen aber auch solch Titel wie „Been Down So Long“, „Cars Hiss By My Window“ oder „The WASP (Texas Radio And The Big Beat)“ – um nur einige zu nennen, mit denen die Doors sich sehr weit von ihrer ursprünglichen Musik entfernt haben und somit nicht mehr jeden der damaligen und heutigen Fans einfangen konnten. Der Stil der Musik hatte sich deutlich hin zum Blues entwickelt.

Nun, das ist es aber also, das letzte „richtige“ Doors-Album. So zwiespältig, wie kein anderes der fünf vorherigen Platten. Für die Rockfreunde gibt es noch „Love Her Madly“ und auch den Titeltrack „L.A. Woman“. Der Rest ist wie bereits geschrieben hauptsächlich sehr blueslastig gehalten, sodass dieses Album für Freunde jenes Genres ein wunderschönes Geschenk darstellen sollte. Allerdings konnte dieses Konzept die Fans weltweit nicht mehr so richtig überzeugen, was sich auch in den Verkaufszahlen ausdrückte, da das Album in den USA zum Beispiel lediglich noch Platz neun der Charts erreichte, wohingegen alle vorherigen Platten der Band deutlich bessere Platzierungen erklommen. Und dieser Umstand wirkt noch ein wenig mehr vor der allgemein gültigen Schlagzeile „Death Sells“. Die Platte wurde im April 1971 veröffentlicht, drei Monate bevor Jim Morrison in Paris verstarb. Eine oftmals bei solchen Umständen gesehene „Verkaufsexplosion“ blieb hier weitestgehend aus.

Die Doors hatten vor den Aufnahmen Ende 1970 ihren Produzenten gewechselt und zusammen mit diesem Umstand wirkt es ein klein wenig so, als ob den Musikern ein bisschen die Ideen ausgegangen wären. So richtig packen können einen die Titel, mit Ausnahme des bereits erwähnten „Riders On The Storm“, nämlich nicht mehr. Das wirkt sonst noch ganz nett, allerdings wird man als Hörer nicht mehr gefesselt von den Liedern, ganz zu schweigen davon, dass die Doors hier irgendwelche neuen Wege gehen würden, die man auf den vorherigen Veröffentlichungen immer entdecken konnte.

Zum 40. Geburtstag des Albums gab es dieses Mal lediglich zwei Zugaben. „Orange County Suite“ ist dabei eine wirklich schöne und ruhige Nummer, zwar ebenfalls dem Blues nahe, diesen aber noch nicht ganz erreichend. „(You Need Meat) Don't Go No Further“ ist ein Willie Dixon Titel – Blues, was sonst?

Fazit: „L.A. Woman“ hält noch ein paar Höhepunkte parat, kann aber nicht mehr in seiner Gesamtheit überzeugen und wirkt an manchen Stellen leider fast schon uninspiriert. Aber es gibt auch die paar sehr schönen Stellen auf dem Album zu entdecken. Und somit ist die Platte für den Doors-Fan sowieso ein Muss, für Bluesfreunde auch sehr zu empfehlen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Love Her Madly, L.A. Woman, Hyacinth House, Riders On The Storm