Sonntag, 10. September 2017

The Tea Party – Illuminations (DVD)




The Tea Party – Illuminations (DVD)


Besetzung:

Jeff Martin – vocals, guitar, sitar, sarod, oud, banjo, mandolin, dumbek, hurdy-gurdy, esraj, percussion, theremin
Stuart Chatwood – bass guitar, guitar, keyboard instruments, harmonium, percussion, mandolin, tambura, cello, lap steel guitar, bass pedals
Jeff Burrows – drum kit, percussion, djembe, goblet drums, tabla


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Rock


Trackliste:

1. The River (5:39)
2. Save Me (5:54)
3. A Certain Slant Of Light (4:17)
4. Fire In The Head (4:31)
5. The Bazaar (3:42)
6. Shadows On The Mountainside (3:41)
7. Sister Awake (4:41)
8. Temptation (2:47)
9. Babylon (3:04)
10. Release (3:53)
11. Psychopomp (5:12)
12. Heaven Coming Down (4:24)
13. The Messenger (3:37)
14 Walking Wounded (4:46)

Gesamtspieldauer: 1:00:39


Zusätzliche Features:

• Discographie
• Band Biographie
• Photo Galerie



„Illuminations“ ist eine im Jahr 2001 erschienene DVD der kanadischen Rockband The Tea Party. Darauf enthalten sind alle Videos und die entsprechende Musik der Band, die in den Jahren von 1993 bis 2000 auf EMI Music Canada produziert und veröffentlicht wurden. Die einzelnen Lieder können in Stereo, in 5.1 Dolby Digital Surround und DTS Sound angehört werden. Dazu kann man sich den Audiokommentar der Mitglieder von The Tea Party zu jedem der insgesamt vierzehn Videos anhören, man kann die Band Biographie nachlesen, erhält einen Überblick über die Veröffentlichungen der Band, es gibt eine Photo Galerie und es besteht die Möglichkeit, die Lieder auch ohne zugehöriges Video anzusehen.

Die Zusammenstellung der Videos ist vollständig, die Musik der Band weiß sowieso zu überzeugen. Dazu erhält man eine ganze Menge Hintergrundinformationen über die einzelnen Lieder und die entsprechenden Videos. Die Photo Galerie ist allerdings sehr dürftig ausgefallen, denn sie enthält lediglich vierzehn sehr kleine Bilder. Darauf hätte man gerne auch verzichten können.

Die einzelnen Videos sind sehr abwechslungsreich gestaltet und interessant anzusehen. Das macht man aber natürlich nicht allzu oft, von daher ist die Zugabe aller Titel zum Abspielen ohne das entsprechende Video eine schöne Sache. Für Fans der Band, die die einzelnen Studioalben allerdings schon besitzen, sind es natürlich eher die Videos, die den Mehrwert dieser Veröffentlichung ausmachen.

Fazit: Für Fans der kanadischen Band The Tea Party mit Sicherheit eine lohnende Anschaffung. Auch für solche Hörerinnen und Hörer geeignet, die sich eine Übersicht über die Musik der Band verschaffen möchten. Alle anderen sind mit den Studioalben besser beraten, da man sich die Videos nicht jeden Tag gibt, die Musik dies aber wert ist. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Shadows On The Mountainside, Psychopomp



Samstag, 9. September 2017

Various Artists – Running Scared




Various Artists – Running Scared


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Funk, Disco


Trackliste:

1. Man Size Love – Klymaxx (4:15)
2. Sweet Freedom – Michael McDonald (7:38)
3. I Just Wanna Be Loved – Randy For The World (4:55)
4. Running Scared – Fee Waybill (4:31)
5. Once In A Lifetime Groove – New Edition (4:05)
6. I Know What I Want – Patti LaBelle (3:56)
7. Say You Really Want Me – Kim Wilde (4:31)
8. El Chase – The Rod Temperton Beat Wagon featuring Larry Williams (5:33)
9. Never Too Late To Start – The Rod Temperton Beat Wagon featuring Tommy Funderburk (4:11)

Gesamtspieldauer: 43:35




Wenn man einen Soundtrack zu einem Film besitzt, den man selbst nicht kennt, fällt die Identifikation mit der Musik wohl alleine schon aus diesem Grund schwer. „Running Scared“ ist ein Cop-Film der 80er Jahre, in denen zwei Polizisten mit vielen flotten Sprüchen den Gaunern dieser Welt das Fürchten lehren. Der Soundtrack zum Film erschien im Jahr 1986 auf dem Label MCA Records.

Auf dieser Platte hört man allerdings keine atmosphärische Musik, sondern Funk- und Disco-Lieder, die zum Teil auch extra für den Film geschrieben wurden. Während Gregory Hines und Billy Crystal auf die lustige Art und Weise den Verbrechern das Handwerk legen, hört es sich genauso „lustig“ auch musikalisch an. Fröhlicher „Gute-Laune-Funk“, der absolut oberflächlich und an keiner Stelle auch nur irgendwie interessant klingt, gibt es auf diesem Album zu hören.

Noch bedingt hörenswert sind lediglich der Titelsong „Running Scared“ von Fee Waybill sowie die einzige Instrumentalnummer des Albums „El Chase“ von The Rod Temperton Beat Wagon featuring Larry Williams. Alles andere hört sich sehr seicht, langweilig, nach den schlechten Dingen der 80er Jahre und längst überholt an. Menschen denen allerdings Funk und Disco in die Wiege gelegt wurde, könnten das zumindest ein klein wenig anders sehen – ich befürchte aber auch nicht viel.

Fazit: Den Soundtrack zum Film „Running Scared“ muss man nicht kennen, um gut durch das Leben zu kommen. Zu hören gibt es darauf nichtssagenden Funk bis Disco, von zumeist unbekannten Künstlern. Patti LaBelle und Kim Wilde sind hier die Ausnahmen, klingen allerdings auch nicht besser als der Rest. Für Disco Freaks und 80er Nostalgiker oder absolute Fans des Films. Ein Punkt.

Anspieltipps: Running Scared, El Chase



Freitag, 8. September 2017

Arlo Guthrie – The Best Of Arlo Guthrie




Arlo Guthrie – The Best Of Arlo Guthrie


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Alice's Restaurant Massacree (18:33)
2. Gabriel's Mother's Highway Ballad #16 Blues (6:25)
3. Cooper's Lament (2:46)
4. Motorcycle (Significance Of The Pickle) Song (6:28)
5. Coming Into Los Angeles (3:03)
6. Last Train (3:03)
7. City Of New Orleans (4:31)
8. Darkest Hour (4:04)
9. Last To Leave (2:35)

Gesamtspieldauer: 51:28




Folk Rock bekommt man von Arlo Guthrie, dem Sohn der US-amerikanischen Folk Legende Woody Guthrie, präsentiert. Neunzehn offizielle Studioalben hat Arlo Guthrie bisher veröffentlicht, allerdings lediglich zwei „Best Of…“-Alben, was in der heutigen Zeit einigermaßen überraschend ist. Die erste Platte dieser Art heißt auch „The Best Of Arlo Guthrie“ und erschien im Jahr 1977 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records. Die Lieder stammen dabei von den Alben „Alice's Restaurant, 1967, („Alice‘s Restaurant Massacree“ und „The Motorcycle Song“); „Running Down The Road”, 1969, („Coming Into Los Angeles”); „Washington County“, 1970, („Gabriel's Mother's Highway Ballad #16 Blues“); „Hobo's Lullaby“, 1972, („City Of New Orleans“); „Last Of The Brooklyn Cowboys“, 1973, („Cooper's Lament“ und „Last Train“); „Arlo Guthrie“, 1974, („Last To Leave“) sowie „Amigo“, 1976, („Darkest Hour“). Somit sind die ersten sieben Studioalben alle mit zumindest einem Titel vertreten.

Arlo Guthrie macht Folk Rock mit klaren politischen Aussagen. In seinen Texten steht jedoch nicht der erhobene Zeigefinger im Vordergrund, sondern er arbeitet seine Themen mit einer reichlichen Portion Humor ab. Dies unterhält sein Publikum sehr gut, wie man auf dem live eingespielten „Alice‘s Restaurant Massacree“ hören kann. Ein Lied, welches im Jahr 1969 sogar von Arthur Penn mit Arlo Guthrie in der Hauptrolle verfilmt wurde. Der Titel selbst ist ein sozialkritischer, 18-minütiger Folk Blues, in dem Arlo Guthrie die Geschichte einer Vorstrafe aufgrund von unsachgemäß beseitigtem Müll erzählt, die allerdings nur als Aufhänger fungiert, um seine Sicht auf die USA Ende der 60er Jahre zu vermitteln.

Bei den Liedern des Arlos Guthrie steht nicht unbedingt die Musik im Vordergrund, es sind die Texte, die Geschichten, die er erzählen möchte. Das bedeutet nicht, dass die Lieder des US-Amerikaners atonal oder unmelodiös klingen würden, richtige Ohrwürmer finden sich jedoch auch nicht allzu häufig in den Liedern des Musikers. Zwei Ausnahmen gibt es dabei auf diesem Kompilationsalbum. Zum einen ist dies das Lied „Coming Into Los Angeles“, zum anderen die Nummer „City Of New Orleans“, deren Melodielinie Rudi Carrell für sein „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ verwendete. Beides sind Nummern, die sich einprägen und hängenbleiben. Der Rest klingt nett, läuft allerdings lediglich so mit.

Fazit: Es ist hilfreich, wenn man beim Hören der Musik des Arlo Guthrie sehr gut des Englischen mächtig ist. Seine Lieder leben von den witzigen Texten und den Geschichten allgemein, die er zu erzählen weiß. Die Melodie steht dabei nicht ganz so sehr im Vordergrund. Ansonsten hört man auf diesem „Best Of…“-Album Folk Rock, mal gesungen, mal eingesprochen. Unterhaltsam ist dieser allemal – noch mehr allerdings, wenn man eben die Texte mit verfolgt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Coming Into Los Angeles, City Of New Orleans



Donnerstag, 7. September 2017

Karat – ...Im Nächsten Frieden




Karat – ...Im Nächsten Frieden


Besetzung:

Herbert Dreilich – Gesang
Thomas Kurzhals – Keyboards, Sequenzer
Bernd Römer – Gitarren
Christian Liebig – Bass
Michael Schwandt – Schlagzeug


Gastmusiker:

Peter Maffay – Gesang (“Über Sieben Brücken Musst Du Gehen“)
Hans-Jürgen Knipphals – Orchsterarrangement und Leitung („Über Sieben Brücken Musst Du Gehen“)
Dieter Faber – Orchsterarrangement („…Im Nächsten Frieden“), Sequenzerprogramme, Gitarren
Adrian Askew – Keyboards
Angelika Weiz – Chor
Franziska Menke – Chor
Burkhart Brozat – Chor, Percussions
Das Studio-Orchester des Rundfunks der DDR


Label: VEB Deutsche Schallplatten / Extra Records & Tapes


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Deutsch Rock, Schlager


Trackliste:

1. Immer So (4:06)
2. Traumverkäufer (3:06)
3. Tief In Mir (3:32)
4. Hör Nicht Auf (2:56)
5. Magie Der Nacht (3:04)
6. Tag Aller Tage (3:02)
7. Atemlos (3:56)
8. Über Sieben Brücken Musst Du Gehen (3:26)
9. …Im Nächsten Frieden (2:48)

Gesamtspieldauer: 29:56




„…Im Nächsten Frieden“ heißt das achte Studioalbum der ostdeutschen Rockgruppe Karat. Es wurde Ende des Jahres 1989 eingespielt und erschien 1990 im Osten auf VEB Deutsche Schallplatten und im Westen auf dem Plattenlabel Extra Records & Tapes. Ulrich „Ed“ Swillms war nicht mehr Keyboarder und einer der Songschreiber der Band, da er aus gesundheitlichen Gründen kürzer trat, die Texte wurden nicht mehr von Norbert Kaiser geschrieben. Mit dem Fall der Mauer war also zeitgleich auch ein Stilwechsel bei Karat eingetreten.

Keinen Rock gab es mehr von Karat zu hören. Auf „…Im Nächsten Frieden“ erklingt stattdessen eine Mischung aus Pop Musik und Deutschem Schlager. Jedoch ist kaum zu glauben, dass dieser Stilbruch am Fall der Mauer gelegen haben soll. Die Aufnahmen für dieses Album fanden in der Zeit vom 8. bis zum 17. November 1989 statt. In diesen wenigen Tagen nach dem Mauerfall, wird kaum das ganze Album komponiert worden sein. Nein, es war wohl sehr viel eher der damals vorherrschende Zeitgeist der Wende, der sich auch auf „…Im Nächsten Frieden“ zeigt. Für die ostdeutschen Menschen und damit ebenso für deren Musiker, war zur damaligen Zeit alles interessant und großartig, was aus dem Westen kam – eben auch dessen Pop Musik samt dem deutschen Schlager.

Somit hört man auf „…Im Nächsten Frieden“ ziemlich langweilige Musik, die einfach versucht westlich zu klingen und dabei sehr schlagerske Töne anschlägt. Wenn man es gut mit der Band meint, spricht man hier vielleicht noch von Pop Musik, die es oftmals allerdings wirklich nicht mehr ist. Dazu gesellen sich auch größtenteils Texte, die von Liebe und Schmalz handeln. Das Lied „Atemlos“ klingt zwar anders, als jenes der Helene Fischer, ist jedoch inhaltlich genau so flach und ebenso Deutscher Schlager. Das Lied „Über Sieben Brücken Musst Du Gehen“ wurde unfassbar schlecht mit einem Orchester neu eingespielt und dazu hört man schließlich auch noch Herbert Dreilich mit Peter Maffay im Duett singen – Musik kann wahrlich sehr grausam sein.

Fazit: Schlagerfreunde kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Die „alten“ Karat-Fans im Osten, wie im Westen, waren bei Erscheinung des Albums sehr enttäuscht. Rock Musik gibt es auf der Scheibe nicht mehr zu hören, höchstens noch Pop, oftmals eher Schlager. Dazu Lieder, die gleich mit einem ganzen Orchester eingespielt wurden, was völlig überbordend und überzuckert wirkt. Viel eingefallen ist den Musikern von Karat damals auch nicht mehr, denn das Album erreicht noch nicht einmal eine Laufzeit von einer halben Stunde – und das, obwohl hier mit dem Lied „Über Sieben Brücken Musst Du Gehen“ ein Cover der eigenen Musik enthalten ist. Drei Punkte.

Anspieltipps: Tag Aller Tage



Mittwoch, 6. September 2017

Magnum – Mirador




Magnum – Mirador


Besetzung:

Tony Clarkin – guitar
Bob Catley – vocals
Wally Lowe – bass guitar
Richard Bailey – keyboards, flute
Kex Gorin – drums
Mark Stanway – keyboards
Jim Simpson – drums


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: FM Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Rock, Mainstream, AOR, Melodic Rock


Trackliste:

Seite 1:

1. Just Like An Arrow (3:21)
2. Soldier Of The Line (3:28)
3. Changes (3:40)
4. Sacred Hour (5:30)
5. Great Adventure (4:50)

Seite 2:


6. How Far Jerusalem (6:26)
7. The Spirit (4:17)
8. The Word (4:53)
9. The Prize (3:38)
10. Kingdom Of Madness (4:20)

Seite 3:

11. Storytellers Night (5:00)

Seite 4:

12. If I Could Live Forever (Live) (3:59)
13. Lords Of Chaos (Live) (3:35)

Gesamtspieldauer: 56:57




„Mirador“ ist ein Kompilationsalbum der englischen Rock Band Magnum, welches im Jahr 1987 auf dem Plattenlabel FM Records veröffentlicht wurde. Auf diesem Doppelalbum sind Lieder der ersten fünf Studioalben von Magnum, „Kingdom Of Madness”, „Magnum II”, „Chase The Dragon”, „The Eleventh Hour” sowie „On A Storyteller's Night” enthalten. Dazu gibt es noch eine zweite Platte in LP-Größe, die seltsamerweise mit Singlegeschwindigkeit von 45 U/min abzuspielen ist und insgesamt drei Stücke enthält. Im Falle der vierten Seite stellen beide Lieder Live-Mitschnitte dar.

Zu hören gibt es bei Magnum eine Mischung aus Mainstream und Melodic Rock, durchaus etwas härter gehalten, dabei jedoch immer überaus eingängig und melodisch. Manchmal erinnert die Musik von Magnum hier ein wenig an die Kollegen von Styx, jedoch auch andere US-amerikanische Mainstream-Bands könnten hier Pate sein. Jedoch sind Magnum nicht ganz so komplex wie Styx zu Beginn ihrer Karriere und deutlich mehr im Adult Oriented Rock beheimatet. Im Grunde genommen fast schon sehr untypisch für eine englische Band, da so sehr viel eher die US-amerikanische Formationen klingen.

Die Lieder ähneln sich qualitativ sehr. Auf „Mirador“ gibt es nichts zum Davonlaufen, allerdings findet man auf dieser Zusammenstellung auch kaum sein eigenes Lieblingslied. Vielleicht sein Lieblingslied von Magnum, allerdings kann ich das aufgrund von fehlenden Vergleichsmöglichkeiten nicht sagen. Die Lieder gehen alle ins Ohr und oftmals sind Kompilationsalben auch Appetitmacher, also Platten, die einen bewegen, mehr von einer Band hören zu wollen. Dies ist bei Magnum und meinem Musikgeschmack jedoch nicht der Fall, auch wenn die Musik gut hörbar ist. Jedoch ist sie ein wenig austauschbar, Mainstream eben, der eingängig klingt, aber es nicht schafft, einen mitzureißen.

Fazit: Gut gemachten Melodic Rock, der im Mainstream beheimatet ist, gibt es auf dem Kompilationsalbum „Mirador“ der englischen Band Magnum zu hören. Stücke aus den ersten vier Studioalben der Band finden sich auf dieser Zusammenstellung. Lieder, die allesamt ganz nett klingen, ohne jedoch zu viel Eindruck zu erzeugen. Boston-, REO Speedwagon-, Foreigner- oder Journey-Fans dürften mit dieser Musik wohl ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Kingdom Of Madness



Dienstag, 5. September 2017

Klaus Lage Band – Schweissperlen




Klaus Lage Band – Schweissperlen


Besetzung:

Klaus Lage – Gesang, Gitarre


Gastmusiker:

Rolf (Rocco) Klein – Gitarre, Gesang
Göran Walger – Keyboards, Gesang
Wolf Simon – Schlagzeug
Martin Engelien – Bass
Bernhard Dill – Mundharmonika
“Detroit” Gary Wiggins – Saxophon


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop, Deutsch Rock


Trackliste:

1. Wieder Zuhaus (4:16)
2. Schweissperlen (5:23)
3. Monopoli (3:22)
4. Zwischen Null Und Zero (3:58)
5. Eins, Zwei, Drei (2:24)
6. 1000 Und 1 Nacht (Zoom!) (3:23)
7. Mit Dir (3:50)
8. Aber Sonst (3:43)
9. Tante Lu (4:08)
10. Ich Hab Dich Lieb (4:14)

Gesamtspieldauer: 38:41




„Schweißperlen“ heißt das vierte Album des Klaus Lage, welches unter der Überschrift Klaus Lage Band eingespielt wurde. Im Jahr 1984 erschien die Scheibe auf dem Label EMI und ist bis heute das erfolgreichste Album des gebürtigen Soltauers. Der Erfolg des Albums lag wohl zum allergrößten Teil an dem auf „Schweißperlen“ enthaltenen Lied „1000 Und 1 Nacht (Zoom!)“, welches bis auf Platz 5 der deutschen Charts kletterte und sich insgesamt 22 Wochen in diesen hielt.

Das Lied hat definitiv einen gewissen Wiedererkennungswert und ist neben „Faust auf Faust“, dem 1985er Titellied eines Schimanski-Tatorts, das wohl bekannteste Stück von Klaus Lage. Ansonsten hört man auf „Schweißperlen“ eine Mischung aus Pop- und Rock-Stücken, wobei der Schwerpunkt ein wenig in Richtung des Rocks rückt. Überzeugen kann diese Musik allerdings kaum mehr. Weder textlich noch musikalisch gibt es hier viel zu bewundern. Ganz im Gegenteil sogar, solch Titel wie „Mit Dir“ lässt einen ganz automatisch zum Platenteller hechten und den Tonarm zum nächsten Lied heben – nur leider wird es dann auch nicht viel besser. Oftmals wenig melodiöser Pop bis Rock, langweilig und mit Texten versehen, die ebenfalls oft nerven. Das liegt daran, dass Klaus Lage hier in seinen Liedern wohl „cool“ zu klingen versucht. Ein bisschen Liebe, ein bisschen Sozialkritik, ein wenig Nostalgie. Alles zusammen hört sich etwas anbiedernd an.

Somit bleibt kaum etwas außer „1000 Und 1 Nacht (Zoom!)“. Die restlichen Lieder klingen maximal durchschnittlich, zum Teil nerven sie sogar und klingen ein wenig kitschig. „Wieder Zuhaus“ und „Monopoli“ wurden ebenfalls noch als Single ausgekoppelt, konnten allerdings längst nicht an den Erfolg der ersten Single anknüpfen.

Fazit: Auf „Schweissperlen“ von Klaus Lage hört man eine Mischung aus Pop und Rock, die nicht wirklich überzeugen kann. Vielleicht ist es gerade dieses Zwitterdasein der Musik, die es zu nichts Halben und nichts Ganzen werden lässt. Das Lied „1000 Und 1 Nacht (Zoom!)“ ist bekannt, weil es eine eingängige Melodie besitzt. Viel mehr kann man zu „Schweissperlen“ kaum sagen. Für Freundinnen und Freunde des deutschen Pop-Rock unter Umständen geeignet. Fünf Punkte.

Anspieltipps: 1000 Und 1 Nacht (Zoom!)



Montag, 4. September 2017

Kingfish – Kingfish




Kingfish – Kingfish


Besetzung:

Bob Weir – guitar, vocals
Matthew Kelly – guitar, harmonica, vocals
Dave Torbert – bass, vocals
Robby Hoddinott – lead guitar, slide guitar
Chris Herold – drums, percussion


Gastmusiker:

Steve Evans – bass
Barry Flast – piano, vocals
Pablo Green – percussion on track 10
Anna Rizzo – vocals
Jim Sanchez – drums
J.D. Sharp – string symphonizer on tracks 1, 9, and 10


Label: Round Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Country, Funk, Rock


Trackliste:

1. Lazy Lightnin' (3:02)
2. Supplication (2:56)
3. Wild Northland (2:24)
4. Asia Minor (3:32)
5. Home To Dixie (3:52)
6. Jump For Joy (3:49)
7. Good-Bye Yer Honor (2:56)
8. Big Iron (4:30)
9. This Time (4:23)
10. Hypnotize (4:35)
11. Bye And Bye (4:03)

Gesamtspieldauer: 40:02




Kingfish war eine US-amerikanische Band, die sich im Jahr 1973 in San Francisco gründete. Im Jahr 1974 stieß der Grateful Dead Sänger und Gitarrist Bob Weir zur Band, der ein guter Freund des Kingfish Gründers Matthew Kelly war. Durch die Beteiligung von Bob Weir wurde Kingfish einem sehr viel breiteren Publikum bekannt und erzeugte Interesse. Im Jahr 1976 erschien dann schließlich das erste, selbstbetitelte Studioalbum, welches auf dem Plattenlabel Round Records veröffentlicht wurde. Nicht zu verwechseln ist diese Scheibe mit dem vierten Studioalbum, welches ebenfalls lediglich den Titel „Kingfish“ trägt.

Auf „Kingfish“ von Kingfish hört man vor allem Country & Western Musik, die abstruser Weise unter anderem mit Funk kombiniert wurde. An wenigen Stellen des Albums klingt die Musik der Band auch ein bisschen rockig. Insgesamt ist der Eindruck, den diese Scheibe zumindest für europäische Ohren hinterlässt, die sonst eher Rock-Musik hören, desaströs. Ein unfassbares Gesäusel hört man da und immer wieder diese Country Anleihen, die bis zu reinen Country-Nummern ausarten können. Absolut nichts kann auf dieser Scheibe überzeugen, nichts geht ins Ohr. Das klingt alles fürchterlich langweilig und dementsprechend belanglos. Nicht unerwähnt sollen an dieser Stelle auch die absolut phantasielosen Texte bleiben, die den schlechten Eindruck nochmals toppen.

Alles in allem wäre es fast schon unfair hier ein Lied zu nennen, welches man auf dem Album „Kingfish“ wirklich als Höhepunkt bezeichnen könnte. Dazu passt auch, dass die Musik sich im Jahr 2017 so anhört, als ob sie schön viele, viele Jahrzehnte auf dem Buckel hätte. Nur ganz kurz, in einem kurzen Gitarrensolo oder einem kurzen rockigen Abschnitt, kann man sich diese Musik anhören, ohne gleich zu verzweifeln – aber das sind leider wirklich die Ausnahmesituationen, die den Gesamteindruck der Platte keinesfalls mehr retten können. Am ehesten gibt es diese Abschnitte noch in dem Stück „Jump For Joy“ zu bewundern, welches sich sogar ein klein wenig in die Richtung Blues entwickelt. Aber ob man deswegen diesen Titel als Höhepunkt der Platte bezeichnen kann?

Fazit: Vielleicht können Country & Western-Fans etwas mit dieser Scheibe anfangen, denn kaum etwas anders hört man auf dem Debut-Album von Kingfish. Wenig Rock, etwas Funk, wenig Blues, das sind die weiteren Zutaten dieser sehr US-amerikanischen Platte, die für europäische Konsumenten nicht so ohne Weiteres genießbar ist. In meinen Ohren klingt das schlimm und das Lied „Lazy Lightnin'“ gehört mit in meine Top Ten der miesesten Lieder, die ich kenne. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Jump For Joy



Sonntag, 3. September 2017

Anne Clark – An Ordinary Life




Anne Clark – An Ordinary Life


Besetzung:

Words to all poems by Anne Clark

Music to “Sleeper In Metropolis”, “Self Destruct”, “Wallies”, “True Love Tales”, “Our Darkness”, and “Killing Time” was written and performed by David Harrow.

Music to “All Night Party” and “Echoes Remain Forever” was written and performed by Vini Reilly.

Music to “Killing Time” was performed by Virginia Astley, Jo Wells, Nick Pretzel and Anne Stephenson.

Music to “The Sitting Room”, “An Ordinary Life” and “Shades” was written and performed by Anne Clark, Dominic Appleton, Andrae Laschetti and Gary Mundy.


Label: Great Expectations


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Synthie Pop, elektronische Musik


Trackliste:

Seite 1:

1. Sleeper In Metropolis (4:52)
2. Self Destruct (4:57)
3. Wallies (4:13)
4. True Love Tales (5:00)
5. Our Darkness (6:30)
6. The Sitting Room (2:23)
7. All Night Party (4:15)

Seite 2:

7. Echoes Remain Forever (3:30)
8. An Ordinary Life (2:20)
9. Shades (2:11)
10. Killing Time (4:43)
11. Our Darkness (Alternative Mix) (5:21)
12. Weltschmerz (2:43)
13. Nothing At All (2:27)
14. Our Darkness (12’’ Mix) (6:16)

Gesamtspieldauer: 61:41




„An Ordinary Life“ ist ein Kompilationsalbum der britischen Poetin, Sängerin, und elektronischen Musikerin Anne Clark. Es enthält Titel der ersten drei Studioalben von Anne Clark sowie auch alternative Mixe. Erschienen ist diese Zusammenstellung im Jahr 1986 auf dem Plattenlabel Great Expectations. Die erste Seite des Albums ist eher vom Synthie-Pop geprägt, auch auf der zweiten Seite hört man zwar ebenfalls rein elektronische Musik, allerdings sehr sphärische und fast schon schwebende, zu denen Anne Clark ihre Gedichte vorträgt. Ausnahmen davon sind freilich die zwei alternativen Mixe des wohl bekanntesten Liedes der Anne Clark „Our Darkness“.

Ganz bestimmt ist das, was man hier zu hören bekommt, keine Musik für jede und jeden. Nicht nur, dass man hier Synthie-Pop manchmal in Reinkultur hört, auch die fast schon experimentellen Einlagen auf der zweiten Plattenseite, machen das Album nicht gerade für eine große Hörerschar zugänglich. Spannend klingt das im Falle der zweiten Plattenseite jedoch auf jeden Fall, wenn man sich denn darauf einzulassen versteht. Allerdings bleiben die Nummern nicht unbedingt hängen, dazu sind sie einfach zu melodielos.

Ganz anders verhält es sich da aber natürlich mit den drei „Our Darkness“-Versionen der Platte. Diese gehen alle ins Ohr und bleiben, einmal gehört, auch dort für lange Zeit. Das ist pulsierender Synthie Pop, der mit einer eingängigen Melodie unterlegt wurde. Die verschiedenen Versionen unterschieden sich jedoch nicht großartig. Die Musik hört sich insgesamt eindeutig nach den 80er Jahren an und lief damals in den Clubs rauf und runter. Der Höhepunkt der Scheibe ist das unglaublich intensive „The Sitting Room“. Kaum ein Lied klingt dunkler und trauriger als diese Nummer. Das liegt zum einen natürlich an der Musik selbst, die von einem melancholischen Pianospiel dominiert wird. Allerdings trägt auch die Stimme der Anne Clark sehr viel mit dazu bei, die hier so kühl und doch irgendwie verzweifelt wirkt. Die wunderschöne englische und nicht US-amerikanische Aussprache des Textes, rundet das Gesamtbild noch ab. 

Fazit: Auch dieses Kompilationsalbum bietet einen gelungenen Überblick über die Musik der Anne Clark zu Beginn ihrer Karriere. Wer synthetische Klänge mag, die oder der kommt bei der Britin immer auf seine Kosten. Das Album lohnt allerdings nur, wenn man nicht bereits die offiziellen Studioalben besitzt. Für die zwei zusätzlichen Abmischungen des Stücks „Our Darkness“ braucht man nicht zusätzliches Geld zu investieren. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Sitting Room, Our Darkness



Samstag, 2. September 2017

Mike Oldfield – Guitars




Mike Oldfield – Guitars


Besetzung:

Mike Oldfield – live guitars, midi guitars, individual guitar samples


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Muse (2:12)
2. Cochise (5:15)
3. Embers (3:51)
4. Summit Day (3:47)
5. Out Of Sight (3:48)
6. B. Blues (4:30)
7. Four Winds (9:32)
8. Enigmatism (3:32)
9. Out Of Mind (3:47)
10. From The Ashes (2:28)

Gesamtspieldauer: 42:46




„Guitars” heißt das neunzehnte Studioalbum des Engländers Mike Oldfield und erschien im Mai des Jahres 1999 auf dem Plattenlabel Warner Brothers. Das Konzept, welches hinter der Platte steckte war, dass Mike Oldfield sämtliche Musik des Albums mit Gitarren einspielte. Und so kann man im Booklet nachlesen: “All sounds on this recording, including drum sounds, were generated from live guitars, midi guitar or individual guitar samples.”

Sicherlich ein ganz interessanter Ansatz und auch klasse umgesetzt, denn man glaubt hier wirklich phasenweise ein sogar sehr dominantes Schlagzeug zu hören. Dazu klingen die Lieder eindeutig nach Mike Oldfield. Dieser für ihn so typische Gitarrenklang ist immer wieder deutlich zu hören. Doch neben dem Ansatz und auch dem ansonsten perfekten Klang auf „Guitars“, kann hier nur noch sehr wenig richtig überzeugen. Es ist das Liedmaterial, welches leider an vielen Stellen oder mit vielen Nummern so gar nicht zu begeistern weiß. Einige der Lieder klingen leider furchtbar langweilig – ganz egal, wie oft man sie auch hört.

Diese Stücke befinden sich vor allem in der Mitte des Albums. Sowohl zu Beginn, als auch am Ende der Scheibe klingt die Musik interessanter, eingängiger und melodiöser. Herauszuheben ist hier das etwas flottere „Cochise“, bei dem man vermutet, dass dieses mit ganz vielen Instrumenten inklusive Schlagzeug eingespielt wurde. Schwer nachvollziehbar, wie Mike Oldfield all diese Klänge nur mit Gitarren erzeugen konnte. Das Lied verfügt über eine schöne Melodie und verbreitet Sehnsucht. Sehnsucht nach… das bleibt der Hörerin beziehungsweise dem Hörer überlassen. Und schließlich gibt es auf „Guitars“ noch das Stück „Enigmatism“. Eine wunderschöne sanfte Nummer, die ins Ohr geht und Melancholie verströmt.

Fazit: „Guitars“ ist vielleicht von seiner Entstehung her ein außergewöhnliches Album, musikalisch gesehen ist es das allerdings sicherlich nicht. Vieles darauf weiß nicht so recht zu packen, schwimmt so mit ohne, dass es wahrlich schlechte Musik wäre. Die meisten Stücke laufen einfach durch, ohne Spuren zu hinterlassen. Richtig gute Lieder gibt es auf „Guitars“ leider nur wenige. Aber sie gibt es immerhin. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Cochise, Enigmatism



Freitag, 1. September 2017

Peter Gabriel – III – Ein Deutsches Album




Peter Gabriel – III – Ein Deutsches Album


Besetzung:

Peter Gabriel – lead vocals, backing vocals, piano, synthesizer, bass synthesizer, drum pattern, whistles


Gastmusiker:

Kate Bush – backing vocals
Dave Gregory – guitar
Robert Fripp – guitar
David Rhodes – guitar, backing vocals
Paul Weller – guitar
Larry Fast – synthesizer, processing, bass synthesizer, bagpipes
John Giblin – bass
Tony Levin – chapman stick
Jerry Marotta – drums, percussion
Phil Collins – drums, drum pattern, snare drum, surdo
Dick Morrissey – saxophone
Morris Pert – percussion
Dave Ferguson – screeches
Steve Lillywhite – whistles
Hugh Padgham – whistles


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Rock


Trackliste:

1. Eindringling (5:00)
2. Keine Selbstkontrolle (4:00)
3. Frag mich nicht immer (6:04)
4. Schnappschuß (Ein Familienfoto) (4:26)
5. Und durch den Draht (4:28)
6. Spiel ohne Grenzen (4:07)
7. Du bist nicht wie wir (5:32)
8. Ein normales Leben (4:21)
9. Biko (8:55)

Gesamtspieldauer: 46:53



Am 23. Mai des Jahres 1980 veröffentlichte Peter Gabriel sein drittes Solo-Studioalbum. Zwei Monate danach, im Juli des Jahres, erschien dasselbe Album wieder auf dem Label Charisma Records, dieses Mal allerdings mit in Deutsch eingesungenen Texten. Es war Peter Gabriel sehr wichtig auch die Inhalte seiner Texte zu transportieren, sodass er diese auch für seine deutschen, des Englischen nicht so mächtigen Hörerinnen und Hörern zugänglich machen wollte.

Sicherlich eine außergewöhnliche Maßnahme, die er zwei Jahre später mit seinem vierten Studioalbum nochmals wiederholte. Die Musik wurde hierfür komplett noch mal neu eingespielt, entspricht sehr stark den originalen Versionen, jedoch eben nicht ganz. Einige kleinere Variationen sind auf diesem Album in praktisch jedem Lied zu hören. Im selben Jahr erschienen auch zwei Singles in deutscher Sprache zu den Liedern „Games Without Frontiers“ und „Here Comes The Flood“, letzteres Lied vom ersten Soloalbum des Peter Gabriel. Die Musik und die Grundaussage der Texte stammen natürlich weiterhin von Peter Gabriel, für die Übersetzung zeigt sich Horst Königstein verantwortlich.

Es ist durchaus interessant und auch ein wenig „witzig“, sich hier durchzuhören. Man merkt dabei deutlich, dass ursprünglich in Englisch geschriebene Texte nicht immer ganz leicht in das Deutsche zu übersetzen sind. Beeindruckend ist es trotzdem, dass Peter Gabriel sich diese Mühe machte. Nun, zur Musik ist bereits alles auf diesen Seiten gesagt worden, die ist überaus beeindruckend. Durch die deutsche Sprache erhält das Ganze allerdings eine völlig andere Atmosphäre vermittelt.

Fazit: Obwohl neu eingespielt, bewegt sich die Musik lediglich sehr nah am Original, jedoch eben nicht vollständig. Aber nicht nur das macht diese Platte zu etwas Besonderem, sondern sehr viel mehr natürlich der Umstand, dass Peter Gabriel die Texte in Deutsch eingesungen hat. Dadurch wird auch die Stimmung der einzelnen Lieder verändert, die nun irgendwie anders klingen. Für deutsche Peter Gabriel Fans sicher ein sehr interessantes und lohnenswertes Album. Ohne Bewertung.

Anspieltipps: Spiel ohne Grenzen



Donnerstag, 31. August 2017

Grateful Dead – Cosmic Death




Grateful Dead – Cosmic Death


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Flashback Worldproductions


Erscheinungsdatum: 1990 (Aufnahmen vom 15. Februar 1973)


Stil: Country Rock, Country Blues


Trackliste:

1. Mexicali Blues (3:42)
2. Tennessee Jed (8:06)
3. Looks Like Rain (7:08)
4. Box Of Rain (5:07)
5. Me And My Uncle (2:51)
6. Bertha (5:39)
7. Playing In The Band (15:27)

Gesamtspieldauer: 48:00




„Cosmic Death“ ist eine inoffizielle Veröffentlichung der Band Grateful Dead, welche im Jahr 1990 auf dem Label Flashback Worldproductions erschien. Alle hier enthaltenen Lieder wurden live während eines Konzerts mitgeschnitten, welches am 15. Februar 1973 im Dane County Coliseum, Madison, Wisconsin, USA stattfand.

Dass diese Veröffentlichung kein offizielles Album ist, hört man bereits nach wenigen Sekunden der Laufzeit. Der Sound des Albums ist alles anderes als perfekt, die Musik verschwimmt und verwischt immer wieder. Im Grunde genommen hört man einen musikalischen Brei, der es schwer macht, dem Ganzen folgen zu können und auch zu wollen. Noch schrecklicher ist allerdings die Performance der Musiker an sich. Egal wer hier singt, sei es Jerry Garcia, Phil Lesh, Ron „Pigpen“ McKernan oder Bob Weir, es klingt unfassbar falsch und schräg. Immer und immer wieder. Langgezogene Töne können nicht gehalten werden, Höhen werden nicht erreicht und wird im Chor zusammen gesungen, scheint jeder der Musiker eine ganz eigene Vorstellung von der gerade zu singenden Melodie zu haben.

Auch einige Verspieler sind auszumachen. Nun mag man sicher denken, dass es sich dabei eben um eine Live-Einspielung handelt und sie das Konzert wiedergibt, ohne großartig „nachbehandelt“ worden zu sein, was man sich des Öfteren auch von anderen Künstlern wünschen würde. Allerdings klingt auf „Cosmic Death“ so viel schräg und falsch, dass es einfach nicht veröffentlicht hätte werden sollen. Die Musik selbst ist Country Rock, uramerikanisch und langweilt noch zusätzlich. Tendiert die Musik allerdings in die Richtung Psychedelic Rock, wie bei dem Titel „Playing In The Band“, so würde das spannend und packend klingen, wenn es denn eine gewisse Soundqualität aufweisen würde.

Fazit: Es gibt definitiv Gründe, warum Bands, Musikerinnen und Musiker sehr viel Wert darauf legen, lediglich autorisiertes Material zu veröffentlichen. Zum einen liegt das selbstverständlich in der Tatsache begründet, dass Musiker mit ihrer Musik Geld verdienen möchten. Hier, auf „Cosmic Death“, spürt man allerdings auch noch zusätzlich, wie der Name einer Band beschädigt werden kann, indem soundmäßig absolut schlechte Musik zu hören ist, die dann auch noch falsch und schief eingespielt wurde. Im Internet wird die Scheibe überraschenderweise sogar relativ hoch gehandelt, was wohl nur am „Kultstatus“ liegt, den Grateful Dead bei seinen Fans besitzt. Ich kann hier leider nicht die Musik beziehungsweise die Lieder an sich bewerten, wobei solch ein Titel wie „Playing In The Band“ durchaus begeistern würde, wenn er denn auch gut erklingen könnte. Die schlechte Bewertung bezieht sich zum überwiegenden Teil auf den Klang der Platte. Ein Punkt.

Anspieltipps: Leider keine


(Die Musik in dem hier gezeigten Video ist qualitativ deutlich besser als jede der Platte)


Mittwoch, 30. August 2017

Slash – Made In Stoke 27/7/11 (DVD)




Slash – Made In Stoke 27/7/11 (DVD)


Besetzung:

Slash – lead guitar, talkbox, slide guitar
Myles Kennedy – lead vocals, rhythm guitar on "Nothing To Say" and "Watch This"
Bobby Schneck – rhythm guitar, backing vocals
Todd Kerns – bass, backing vocals, lead vocals on "Doctor Alibi"
Brent Fitz – drums


Label: Eagle Rock Entertainment


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Hard Rock, Heavy Metal


Trackliste:

1. Been There Lately (4:34)
2. Nightrain (5:02)
3. Ghost (3:43)
4. Mean Bone (4:01)
5. Back From Cali (3:36)
6. Rocket Queen (9:21)
7. Civil War (8:06)
8. Nothing To Say (7:27)
9. Starlight (5:45)
10. Promise (3:59)
11. Doctor Alibi (3:45)
12. Speed Parade (3:58)
13. Watch This (3:39)
14. Beggars & Hangers-On (6:29)
15. Patience (5:45)
16. Godfather Solo (10:31)
17. Sweet Child O' Mine (6:28)
18. Slither (7:34)
19. By The Sword (4:36)
20. Mr. Brownstone (4:41)
21. Paradise City (9:13)

Gesamtspieldauer: 2:05:23


Zusätzliche Features:

   • Interview Slash (23:43)
   • Interview Myles Kennedy (13:17)
   • Interview Uncle Ian (7:38)



„Made In Stoke 24/7/11“ heißt das zweite Live-Album und die erste Live DVD des britischen Hard Rock Gitarristen Slash, der den meisten wohl aus seiner Zeit bei Guns N' Roses ein Begriff ist. In Stoke-on-Trent verbrachte Slash die ersten Jahre seines Lebens und hier wurde in der dortigen Victoria Hall am 24. Juli des Jahres 2011 auch das Live-Album eingespielt, welches als Live-CD und Live-DVD am 24. November 2011 auf dem Label Eagle Rock Entertainment veröffentlicht wurde. Beim Gesang ist während des Konzertes der US-amerikanische Gitarrist der Band Alter Bridge, Myles Kennedy, zu hören. Die hier dargebotenen Lieder stammen von Slashs selbstbetiteltem Debut Album sowie von seinen früheren Bands Guns N' Roses, Slash's Snakepit und Velvet Revolver.

Wer Hard Rock beziehungsweise Heavy Metal mag und die Musik von Guns N' Roses liebt, wird auch dieses Album und die entsprechende DVD lieben. Man kann perfekt in diesen Hard Rock eintauchen, die einzelnen Lieder werden mitreißend dargeboten und der Film gibt bestens die Spielfreude wieder, die die Musiker bei dem Konzert offensichtlich und hörbar verspürt zu haben scheinen. Sehr gelungen ist dabei auch, wie Myles Kennedy, Gitarrist und Sänger bei Alter Bridge, die Lieder zu interpretieren versteht. Das macht durchaus Laune und überzeugt. Es rockt über zwei Stunden lang und man spürt förmlich die Dynamik in dieser Musik und man hofft, dass Freunde des Headbanging doch bitte an ihre Gesundheit denken mögen.

Als Zugaben zu dem Konzert gibt es noch drei Interview-Sequenzen auf der DVD. Zum einen erhält man einen längeren Einblick über das musikalische Vorgehen und die Gedanken von Slash. Man erfährt viel über die Zusammenarbeit von Slash und Myles Kennedy und auch die Stimme der Fans findet hier Gehör.

Fazit: Einen wirklich gelungenen Konzertmitschnitt stellt „Made In Stoke 24/7/11“ dar. Freunde des Hard Rock und des Heavy Metal werden hier ihre Freude haben. Für Fans von Guns N' Roses stellt diese Veröffentlichung ebenso eine Bereicherung dar, wie für Fans von Slash's Snakepit und Velvet Revolver. Für Slash-Fans selbstverständlich sowieso. Mit Myles Kennedy hat Slash hier einen Partner gefunden, der seine Musik auch gesanglich perfekt umsetzt. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Civil War



Dienstag, 29. August 2017

The Kinks – Death Of A Clown (20 Greatest Hits)




The Kinks – Death Of A Clown (20 Greatest Hits)


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Green Line Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. You Really Got Me (2:13)
2. Lola (3:56)
3. Sunny Afternoon (2:39)
4. 'Till The End Of The Day (2:17)
5. Waterloo Sunset (3:15)
6. All Day And All Of The Night (2:20)
7. Dedicated Follower Of Fashion (2:58)
8. Victoria (3:36)
9. A Well Respected Man (2:11)
10. Tired Of Waiting (2:30)
11. The Village Green Preservation Society (2:46)
12. Dandy (2:08)
13. I Am Free (2:27)
14. See My Friends (2:40)
15. Apeman (3:51)
16. Death Of A Clown (2:55)
17. Autumn Almanac (3:10)
18. Dead End Street (3:18)
19. Set Me Free (2:10)
20. Susannah's Still Alive (2:20)

Gesamtspieldauer: 55:40




Es lassen sich sage und schreibe 210 verschiedene Kompilationsalben der Kinks finden, wenn man im Internet recherchiert. Allein im Jahr 1989 wurden derer neun Stück veröffentlicht. Das vorliegende Album, „Death Of A Clown (20 Greatest Hits)“ ist das 98. „Best Of…“-Album dieser Reihe und erschien im besagtem Jahr 1989 auf dem Plattenlabel Green Line Records. Die auf „Death Of A Clown (20 Greatest Hits)“ enthaltenen Lieder stammen allesamt aus den ersten Jahren der Bandkarriere.

Natürlich erhält man hier einen sehr schönen Überblick über die Musik und das Werk der Kinks in den 60er Jahren bis Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die allermeisten der Titel dürften wohl auch jeder Musikhörerin und jedem Musikhörer bekannt sein, die oder der ab und an verschiedene Radiostationen ansteuert. Dort sind viele der Titel der Kinks immer noch präsent. Manches in der Musik der englischen Band klingt heute nach Oldie mit etwas angesetzter Patina, anderes jedoch dann wiederum immer noch modern. Die Kinks waren einer jener Bands, die nicht vollends im 60ies Pop aufgegangen sind und somit auch heute noch hörenswert sind.

Für Kinks-Fans ist das Album selbstverständlich mit Höhepunkten vollgestopft. Jedoch auch für die neutraleren Hörerinnen und Hörer Geht lassen sich auf „Death Of A Clown (20 Greatest Hits)“ mehrere Highlights entdecken. Die einzelnen Lieder sind bis etwa Mitte der zweiten Seite der Platte fast durchgängig bekannt. Beispiele hierfür wären das absolut gelungene und mit einem sehr witzigen Text untermalte Lied „Lola“. Eine der eingängigsten Nummern der Kinks stellt das Lied „Sunny Afternoon“ dar und auch die Nummer „Death Of A Clown“ fällt mit in die Kategorie eines Ohrwurms. Weitere gute und hörenswerte Nummern sind das auch von Van Halen gecoverte „You’re Really Got Me“, „'Till The End Of The Day” oder „Waterloo Sunset”.

Fazit: Im Grunde genommen sind Studioalben den Kompilationsplatten immer vorzuziehen, da man dort nicht vorgesetzt bekommt, was ein Musikmanager glaubt, auf einem „Best Of..“-Album hinzufügen zu müssen. Manches Mal lohnen jedoch auch diese Alben, wenn sie für kleines Geld zu haben sind und eine Orientierung über die Musik darstellen und vielleicht sogar den Ausgangspunkt für ein tieferes Einsteigen in die Musik einer Band oder eines Künstlers darstellen. Im Falle der Kinks und „Death Of A Clown (20 Greatest Hits)“ könnte das definitiv so sein. Neun Punkte.

Anspieltipps: Lola, Sunny Afternoon, 'Till The End Of The Day, Waterloo Sunset



Montag, 28. August 2017

Rainhard Fendrich – Auf und davon




Rainhard Fendrich – Auf und davon


Besetzung:

Rainhard Fendrich – Gesang, E-Gitarre, Chor


Gastmusiker:

Christian Kolonovits – Klavier und Synthesizer, Chor
Christian Felke – Saxophon, Klarinette, Lyrikon, Chor
Axel Heilhecker – E-Gitarre
Jürgen Zöller – Pearl Drums, Simmons Drums und Zildjian Cymbals
Harald Fendrich – Bass, Chor


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Liedermacher, Schlager


Trackliste:

1. Intro (1:10)
2. Auf und davon (4:23)
3. Es tuat so weh, wenn ma verliert (3:48)
4. Sekt und Kaviar (3:42)
5. Lügen, Die nach Wahrheit schmecken (3:58)
6. Ich bin ein Negerant Madam (3:30)
7. Der letzte Tag (6:48)
8. Schlafengeh'n (2:50)
9. Sorglos und blind (4:09)
10. Alte Helden (3:50)
11. Weus'd a Herz hast wia a Bergwerk (3:32)

Gesamtspieldauer: 41:40




„Auf und davon“ heißt das vierte Studio-Album des Österreichers Rainhard Fendrich. Es erschien im Jahr 1983 im Vertrieb der Metronome Musik GmbH. Die Scheibe schaffte es als eine der wenigen von Rainhard Fenrdich nicht, sich auf Platz 1 der österreichischen Charts zu platzieren. Die Musik hatte sich auch geändert, wenn man die vorherigen Alben als Vergleich dazu heranzieht. Die sanften Töne standen nun noch weniger im Vordergrund. „Auf und davon“ klingt sehr viel elektronischer und noch poppiger, als die Veröffentlichungen davor.

Legt man die Platte auf und lauscht der ersten Seite, so rauscht diese Musik an einem vorbei, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Da geht wenig bis gar nichts ins Ohr, manchmal fühlt man sich stark an den Schlager erinnert und mitunter klingt das ganze fast schon anbiedernd und zu jeder Zeit ziemlich langweilig. Schade, zwanzig Minuten Lebenszeit vergeudet, in der man gute Musik hätte hören können.

Umso überraschter ist man anschließend, nachdem man die Scheibe umgedreht hat und dem ersten Titel der zweiten Seite lauscht. „Der letzte Tag“ ist nicht nur das längste Lied auf „Auf und davon“, sondern der auch das mit Abstand beste Titel der Platte. Jetzt geht die Musik des Rainhard Fendrich wieder ins Ohr, ist melodiös und besitzt auch einen Wiedererkennungswert. Sanfter als noch auf Seite 1 geht es danach auch im weiteren Verlauf weiter. Leider schaffen es diese folgenden Lieder jedoch trotzdem nicht mehr, einen einzufangen. Zwar besser geraten, als die ersten Nummern, jedoch wirklich überzeugend klingt das alles leider keineswegs mehr. „Alte Helden“ hört sich noch ganz gut an, klingt passagenweise aber viel zu sehr nach „Genug ist nicht genug“ von Konstantin Wecker. Schließlich wird dieses Lied dann sogar mal rockig und verliert seinen Charakter.

Fazit: Rainhard Fendrich wurde mit „Auf und davon“ ein wenig gewöhnlicher. Sein Gefühl für die tolle Melodie, welches er auf den vorherigen Veröffentlichungen öfters präsentierte, das scheint ihm nun etwas abhanden gekommen zu sein. Schade, für meine Ohren ist hier nur noch ein wirklich lohnendes Lied vorhanden, welches „Der letzte Tag“ heißt. Alles andere klingt irgendwie nach Schlager, ist austauschbar und hinterlässt keine Spuren. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Der letzte Tag