Sonntag, 8. Oktober 2017

Fairport Convention – Unhalfbricking




Fairport Convention – Unhalfbricking


Besetzung:

Sandy Denny – vocals, harpsichord
Richard Thompson – electric and acoustic guitars, electric dulcimer, piano accordion, organ, backing vocals
Ashley Hutchings – bass, backing vocals
Simon Nicol – electric and acoustic guitars, electric dulcimer, backing vocals
Martin Lamble – drums, stacked chair backs on "Si Tu Dois Partir"


Gastmusiker:

Iain Matthews – backing vocals on "Percy's Song"
Dave Swarbrick – fiddle on "Si Tu Dois Partir", "A Sailor's Life", and "Cajun Woman" and Mandolin on "Million Dollar Bash"
Trevor Lucas – triangle on "Si Tu Dois Partir"
Marc Ellington – vocals on "Million Dollar Bash"
Dave Mattacks – drums on "Ballad Of Easy Rider"


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Genesis Hall (3:38)
2. Si Su Dois Partir (2:21)
3. Autopsy (4:23)
4. A Sailor's Life (11:11)
5. Cajun Woman (2:45)
6. Who Knows Where The Time Goes? (5:08)
7. Percy's Song (6:49)
8. Million Dollar Bash (2:57)


Bonus Tracks der CD-Wiederveröffentlichung:

9. Dear Landlord (4:08)
10. Ballad Of Easy Rider (4:55)

Gesamtspieldauer: 48:19



„Unhalfbricking“ heißt das dritte Studioalbum der britischen Folk Band Fairport Convention. Es ist die zweite Platte, die von Fairport Convention im Jahr 1969 veröffentlicht wurde, sollte allerdings noch nicht die letzte Veröffentlichung für dieses Jahr darstellen. Das Album erschien am 3. Juli 1969 auf dem Plattenlabel Island Records und stellte eine weitere Abkehr der Band vom amerikanischen Folk, hin zu traditionellen englischen Folk-Liedern dar – auch wenn es ab und an sogar noch leichte Country-Anleihen auf „Unhalfbricking“ zu hören gibt.

Neben traditionellen Arrangements hört man auf „Unhalfbricking“ mehrere Cover-Versionen von bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlichten Bob Dylan Stücken. Dazu gesellen sich mit „Autopsy“ sowie „Who Knows Where The Time Goes?“ zwei Nummern, die von Sängerin Sandy Denny geschrieben wurden. Letztgenannter Titel sollte zuerst mit den Strawbs veröffentlicht werden, erschien jedoch in der Version dieser Band erst im Jahr 1973. Auf „Unhalfbricking“ hört man die erste veröffentlichte Version von „Who Knows Where The Time Goes?“ in einer sehr verträumten, leicht rockigen Ausstattung. Das Lied wurde noch von zahlreichen anderen Künstlern und Bands in den folgenden Jahren gecovert.

Auf „Unhalfbricking“ klingt es insgesamt sehr folkig. Die Musik hört sich zumeist zart, fast schon zerbrechlich an, was nicht zuletzt am ausdrucksstarken Gesang der Sandy Denny liegt. Nicht immer will dabei alles sofort ins Ohr gehen, wächst jedoch mit den Durchgängen. Am Überzeugendsten für meine Ohren klingt die lange, traditionelle Nummer „A Sailor's Life“. Hier hören sich Fairport Convention fast schon ein wenig psychedelisch bis experimentell an. Die Überarbeitung des traditionellen Materials kitzelte hier ganz neue Facetten eines alten Liedes hervor, welches dadurch sehr viel an Spannung gewinnt. Ansonsten klingt „Unhalfbricking“ deutlich nach den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Dabei noch nicht einmal überholt, jedoch eben eindeutig in dieser Zeit verwurzelt.

Auf dem Cover des Albums ist übrigens weder der Bandname noch der Titel des Albums zu lesen. Stattdessen sieht man Sandy Dennys Eltern, Neil und Edna Denny, vor ihrem Anwesen in der Arthur Road, Wimbledon, Süd-London. Durch den Zaum erkennt man die Band im Garten und im Hintergrund die St. Mary Kirche von Wimbledon.

Fazit: Ein ganz „nettes“ Album ist „Unhalfbricking“ der britischen Band Fairport Convention geworden. Nichts Spektakuläres oder Außergewöhnliches. Dafür bekommt man auf dieser Scheibe britischen Folk geboten, in dessen Zentrum die schöne Stimme der Sandy Denny steht. Die Musik ist nicht unbedingt gleich beim ersten Mal des Hörens eingängig, wächst allerdings mit den weiteren Durchläufen. So hört man auf „Unhalfbricking“ zumeist sehr sanfte Lieder, wobei nur der Titel „A Sailor's Life“ ein wenig aus der Reihe schlägt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Genesis Hall, A Sailor's Life



Samstag, 7. Oktober 2017

Whitesnake – Best Of Whitesnake




Whitesnake – Best Of Whitesnake


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Fool For Your Loving (4:19)
2. Don't Break My Heart Again (4:03)
3. Love Ain't No Stranger (4:12)
4. Is This Love (4:41)
5. Now You're Gone (4:12)
6. Give Me All Your Love (3:31)
7. Ready An' Willing (3:44)
8. Guilty Of Love (3:25)
9. Would I Lie To You (4:30)
10. Long Way From Home (4:56)
11. The Deeper The Love (4:20)
12. Ain't No Love In The Heart Of The City (5:08)
13. Too Many Tears (5:48)
14. Give Me More Time (3:41)
15. Standing In The Shadow (3:31)
16. Here I Go Again (4:33)
17. Still Of The Night (6:37)

Gesamtspieldauer: 1:08:40




Von David Coverdales „Whitesnake” gibt es inzwischen wohl auch schon an die zwei Dutzend Kompilationsalben, die sich alle mehr oder weniger exakt „The Best Of Whitesnake” nennen. Eine dieser Scheiben ist das im Jahr 2003 auf dem Plattenlabel EMI erschienene Album „Best Oh Whitesnake”. Darauf hört man 17 Hard Rock Lieder, die zum Teil ordentlich rocken, in etwas weniger Fällen allerdings auch Balladen darstellen.

Nun, um sich einen guten Überblick über die Musik des David Coverdale nach seiner Zeit bei Deep Purple zu verschaffen, dazu ist dieses Album bestens geeignet. Man hört hier mehr oder weniger schnellen und guten Hard Rock, der absolut im Mainstream angelegt ist. Das bedeutet, nicht zu harte Gitarren sind hier größtenteils zu hören und alle Lieder wurden mit eingängigen Melodien unterlegt. Dazwischen verbergen sich auch die bereits erwähnten sanften Balladen, ganz nach der Devise: Harte Schale, sanfter Kern. Auch Hard Rocker können ja so gefühlvoll sein.

Und da sind wir auch schon bei den beiden großen Problemen in der Musik von Whitesnake. Zum einen klingen die Lieder alle relativ ähnlich und leider auch ein wenig kommerziell anbiedernd. Alles scheint auf die schnelle Eingängigkeit getrimmt zu sein, Besonderes, vom Mainstream abweichendes, hört man nur sehr wenig. Das weitaus größere Problem versteckt sich allerdings auf andere Weise in den Liedern. „Fool For Your Loving“, „Love Ain't No Stranger“, „Is This Love“, „Give Me All Your Love“, „Guilty Of Love“, „The Deeper The Love“ und „Ain't No Love In The Heart Of The City“ sind die sieben Titel, die das Wort „Love“ bereits im Titel tragen. Bei allen restlichen zehn Stücken handelt der Inhalt ebenfalls vom Thema „Liebe“. Ich habe es nicht gezählt, aber das Wort „Love“ fällt auf dieser Platte ganz sicher im dreistelligen Bereich. Das ist so etwas von unfassbar langweilig und einfallslos, dass man schwer Worte dafür findet. Musik, wenn es keine Instrumentalmusik ist, lebt immer vom Zusammenspiel von Musik und Text. Und auch wenn die Musik wahrscheinlich etwas wichtiger ist, ganz kann man den Text einfach nicht ignorieren. Auch David Coverdale hätte hier mal ein wenig Fantasie an den Tag legen und zumindest für etwas Abwechslung sorgen können. Hat er aber nicht, was sehr schade ist und die Musik von Whitesnake insgesamt abwertet.

Fazit: Nach dem Hören dieses Albums kennt man die Musik von Whitesnake gut. Auftrag also erfüllt. Hard Rock macht die Band um den Sänger David Coverdale. Harter Rock und dazwischen ein paar Balladen für das Herz. Aber das müsste im Grunde genommen gar nicht sein, denn für das Hertz ist wirklich jeder der siebzehn Texte gedacht, die sich alle um das Thema „Liebe“ drehen. Viele der Lieder ähneln sich, die Texte sind absolut identisch und austauschbar. Von daher ist die Musik leider nur an wenigen Stellen, wie beim tollen „Still Of The Night“, lohnend. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Don't Break My Heart Again, Here I Go Again, Still Of The Night



Freitag, 6. Oktober 2017

Metallica – S&M




Metallica – S&M


Besetzung:

James Hetfield – lead vocals, rhythm guitar
Kirk Hammett – lead guitar
Jason Newsted – bass, backing vocals
Lars Ulrich – drums


Gastmusiker:

Michael Kamen – conductor
Eric Achen – french horn
Joshua Garrett – french horn
Douglas Hull – french horn
Jonathan Ring – french horn
Bruce Roberts – french horn
Robert Ward – french horn
James Smelser – french horn
David Teie Principal – cello
Richard Andaya – cello
Barara Bogatin – cello
Jill Rachuy Brindel – cello
David Goldblatt – cello
Jeremy Constant – concertmaster
Daniel Banner – violin
Enrique Bocedi – violin
Paul Brancato – violin
Catherine Down – violin
Bruce Freifeld – violin
Connie Gantsweg – violin
Michael Gerling – violin
Frances Jeffrey – violin
Robert Zelnick – violin
Yukiko Kamei – violin
Naomi Kazama – violin
Kum Mo Kim – violin
Yasuko Hattori – violin
Melissa Kleinbart – violin
Mo Kobialka – violin
Daniel Kobialka – violin
Rudolph Kremer – violin
Kelly Leon-Pearce – violin
Diane Nicholeris – violin
Florin Parvulescu – violin
Anne Pinsker – violin
Victor Romasevich – violin
Philip Santos – violin
Peter Shelton – violin
Chris Bogios – trumpet
Glenn Fischthal – trumpet
Andrew McCandless – trumpet
Craig Morris – trumpet
Stephen Paulson – bassoon
Steven Dibner – bassoon
Rob Weir – bassoon
Steven Braunstein – contrabassoon
Charles Chandler – double basses
Laurence Epstein – double basses
Chris Gilbert – double basses
William Ritchen – double basses
Stephen Tramontozzi – double basses
S. Mark Wright – double basses
Anthony J. Cirone – percussion
Ray Froelich – percussion
Thomas Hemphill – percussion
Artie Storch – percussion
Don Ehrlich – viola
Gina Feinauer – viola
David Gaudry – viola
Christina King – viola
Yun Jie Liu – viola
Seth Mausner – viola
Nanci Severance – viola
Geraldine Walther – viola
John Engelkes – trombone
Tom Hornig – trombone
Paul Welcomer – trombone
Jeff Budin – trombone
Julie Ann Giacobassi – oboe
Eugene Izotov – oboe
Pamela Smith – oboe
Russ de Luna – english horn
David Herbert – timpani
Linda Lukas – flute
Tim Day – flute
Robin McKee – flute
David Neuman – clarinet
Carey Bell – clarinet
Luis Beez – clarinet
Ben Friemuth – bass clarinet
Catherine Payne – piccolo
Douglas Rioth – harp
Robin Sutherland – keyboards
Peter Wahrhaftig – tuba


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Symphonic Metal


Trackliste:

CD1:

1. The Ecstasy Of Gold (2:31)
2. The Call Of Ktulu (9:34)
3. Master Of Puppets (8:55)
4. Of Wolf And Man (4:19)
5. The Thing That Should Not Be (7:27)
6. Fuel (4:36)
7. The Memory Remains (4:42)
8. No Leaf Clover (5:43)
9. Hero Of The Day (4:45)
10. Devil's Dance (5:26)
11. Bleeding Me (9:02)


CD2:

1. Nothing Else Matters (6:47)
2. Until It Sleeps (4:30)
3. For Whom The Bell Tolls (4:52)
4. − Human (4:19)
5. Wherever I May Roam (7:01)
6. The Outlaw Torn (9:58)
7. Sad But True (5:46)
8. One (7:53)
9. Enter Sandman (7:39)
10. Battery (7:24)

Gesamtspieldauer CD1 (1:07:00) und CD2 (1:06:13):




„S&M“ (zusammengesetzt aus Symphony & Metallica) heißt das zweite Live-Album der US-amerikanischen Heavy Metal Band Metallica. Das Besondere an diesem Album ist, dass es zusammen mit dem San Francisco Symphony Orchester unter der Leitung von Michael Kamen eingespielt wurde. Die Aufnahmen stammen von zwei Konzerten im Berkeley Community Theatre am 21. und 22. April des Jahres 1999, Veröffentlichungstermin der Scheibe war der 23. November desselben Jahres – passend zum Weihnachtsgeschäft. „S&M“ ist das letzte Album von Metallica, bei dem Jason Newsted am Bass mitwirkt.

Es klingt immer ein wenig seltsam, wenn Bands ihre Musik von einem ganzen Orchester nachspielen lassen – manchmal auch ein wenig größenwahnsinnig. Ganz so weit sollte man im Falle von „S&M“ und Metallica vielleicht nicht gehen, da die Musiker hier immerhin auch noch mit ihren eigenen Instrumenten zu hören sind, es rockt also trotzdem durchaus noch auf „S&M“. Jedoch kann das Ergebnis auch hier nicht überzeugen. Der Metal von Metallica wirkt auf diese Art und Weise, mit jeder Menge an Streichern eingespielt, häufig überfrachtet. Zudem kommt immer wieder der Eindruck auf, als ob es einfach nicht zusammenpasst, diese rockende E-Gitarre, die hier massiv durch Violinen und Violas untermalt wird. Ein Beispiel, in dem es wahrlich nicht funktioniert ist das Stück „Sad But True“. Doch auch bei anderen Liedern klingt diese Mischung zumindest gewöhnungsbedürftig.

Somit ist das ganze Doppelalbum „S&M“ ein Gratwanderung geworden zwischen rockigen und interessanten Tönen und wahrlich konstruierter Musik, die so einfach nicht zusammenpassen möchte. Bei den Metallica-Metal-Fans der ersten Stunde hat die Scheibe einen sehr schlechten Ruf. Musikhörerinnen und Musikhörer, die eher mit der sanfteren Variante der Musik von Metallica wie auf den Alben „Load“ oder „ReLoad“ groß wurden, stehen dieser Scheibe schon deutlich entspannter gegenüber. Mir sagen beide Phasen der Bandgeschichte zu, doch diese, angeblich auf den ersten Bassisten der Band, Cliff Burton, zurückgehende Idee der Verschmelzung dieser musikalischen Genres, kann mich nicht überzeugen. Die Musik von Metallica klingt hier für meine Ohren einfach zu überfrachtet und oftmals leider auch viel zu konstruiert.

Fazit: Experimentieren, auch in der Musik, ist eine feine Sache. Das Experiment der Verschmelzung von Klassik und Rock gab es schon in vielen verschiedenen Variationen. Wenn allerdings die Musik in Form von Rock-Musik geschrieben wurde und anschließend mit einem Orchester eingespielt wird, hat das selten bis nie überzeugt. Anders ist das bei Deep Purples „April“, ein Lied, welches speziell für Orchester und Rockinstrumente geschrieben wurde. Hier funktioniert die Symbiose, nicht jedoch bei „S&M“ und Metallica. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Nothing Else Matters



Donnerstag, 5. Oktober 2017

Joe Jackson – Mike’s Murder




Joe Jackson – Mike’s Murder


Besetzung:

Joe jackson – vocals, all keyboards, vibes, xylophone, percussion and alto sax


Gastmusiker:

Graham Maby – bass
Larry Tolfree – drums
Sue Hadjopoulos – congas, bongas and percussion
Joy Askew – synthesizer programming


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Pop, Instrumentalmusik, Soundtrack


Trackliste:

1. Cosmopolitan (4:36)
2. 1-2-3 Go! (This Town’s A Fairground) (3:00)
3. Laundromat Monday (3:31)
4. Memphis (4:44)
5. Moonlight (4:21)
6. Zémeo (11:05)
7. Breakdown (3:59)
8. Moonlight Theme (3:25)

Gesamtspieldauer: 38:50




„Mike‘s Murder“ heißt das sechste Studioalbum des Joe Jackson, obwohl es im Grunde genommen einen Soundtrack darstellt. Joe Jackson wurde gefragt, ob er zum Film „Mike’s Murder“ unter der Regie von James Bridges ein Lied beisteuern könnte. Der Engländer komponierte allerdings gleich ein paar Lieder mehr, die dann auch nicht im Film zu hören sind. Schließlich hatte er nun jedoch ein vollständiges Album fertiggestellt, welches er dann unter dem Filmtitel „Mike’s Murder“ im September 1983 auch veröffentlichte. Erschienen ist die Platte auf dem Label A&M Records.

Aus dem Album, welches sich in den USA in den Top 100 platzieren konnte, wurde die Single „Memphis“ ausgekoppelt. Das Lied „Breakdown“ erhielt eine Grammy-Nominierung zum besten Instrumental-Pop-Lied. Auf der ersten Plattenseite sind Lieder mit Gesang zu hören, die sich im Bereich des Pop bewegen. Die zweite Plattenseite enthält dagegen sehr unterschiedliche Instrumentalnummern. Somit ergibt sich ein zweigeteiltes Bild von „Mike’s Murder“, welches zum einen Pop, zum anderen typische Soundtrack-Lieder für die Hörerin und den Hörer bereithält, die vor allen Dingen atmosphärisch wirken. Die erste Seite der Platte ist dagegen wie eine ganz „normale“ Pop-Scheibe gehalten, die vor allen Dingen die Joe Jackson Fans ansprechen wird, denn diese Lieder entspricht vom Stil her ganz dem 1982er Album „Night And Day“.

Interessant hört sich vor allen Dingen die zweite Seite mit den Liedern ohne Gesang an. Die einzelnen Titel darauf sind mal weniger, mal mehr atmosphärisch, grooven dafür umso mehr. „Zémeo“ ist zum Beispiel eine völlig entspannte, rhythmische Nummer, bei der Joe Jackson auch am Saxophon zu hören ist. Ansonsten steht das Keyboard im Zentrum der Musik, welches mitunter fast schon wie bei einer Improvisation klingt, so ungezwungen wirkt das alles. „Breakdown“ hört sich dann dagegen schon sehr viel atmosphärischer und sphärischer an. Wirklich gelungen und intensiv. Eine sanfte Hintergrundmelodie wird durch etwas Rhythmus in Form gepresst. Das wirkt.

Fazit: Vor allem die zweite, instrumentale Seite des Albums „Mike’s Murder“ von Joe Jackson kann gefallen, da sie durchaus etwas Besonderes darstellt. Manchmal treibend, manchmal atmosphärisch gebiert sich hier die Musik des englischen Musikers. Die erste Seite dürfte dagegen mehr die Fans des Joe Jackson begeistern, denn hier hört man den, für ihn so typischen Pop der 80er Jahre. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Zémeo, Breakdown, Moonlight Theme



Mittwoch, 4. Oktober 2017

Henry Mancini – The Pink Panther




Henry Mancini – The Pink Panther


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Filmmusik, Ambient, Swing, Jazz


Trackliste:

1.The Pink Panther Theme (2:36)
2. It Had Better Be Tonight (Meglio Strasera Mental) (1:44)
3. Royal Blue (2:45)
4. Champagne And Quail (2:34)
5. The Village Inn (2:45)
6. The Tiber Twist (2:47)
7. It Had Better Be Tonight (1:56)
8. Cortina (1:52)
9. The Lonely Princess (2:25)
10. Something For Sellers (2:45)
11. Piano And Strings (2:34)
12. Shades Of Sennett (1:22)

Gesamtspieldauer: 28:05




„The Pink Panther“ ist der Original-Soundtrack zum Film „The Pink Panther“ von Blake Edwards mit Peter Sellers, David Niven, Robert Wagner und Capucine. Henry Mancini schrieb hierfür die Musik und setzte sich damit ein musikalisches Denkmal. Wer kennt sie nicht, diese relaxte und leicht beschwingte Melodie, die sich sofort in den Gehörgang einprägt und durch die, nach den Filmen gestartete Zeichentrickserie, noch an Popularität gewann. Der Film wurde ursprünglich im Jahr 1963 gedreht, bei dieser hier vorliegenden Veröffentlichung handelt es sich um eine Neuauflage der Filmmusik für den europäischen Raum aus dem Jahr 1983, die wie alle Titel des Henry Mancini, auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht wurde.

Damit ist im Grunde genommen bereits alles über diese Platte gesagt, die mit einer Laufzeit vom rund 28 Minuten noch nicht einmal die Halbstundenmarke erreicht. Das Titellied ist toll, kann man immer wieder hören, die restlichen Stücke allerdings sind eine Mischung aus Filmmusik, Ambient mit leichten Swing- und Jazz-Anleihen. Weder besonders spektakulär, noch besonders einprägsam, noch besonders melodiös. Mit den restlichen Liedern wurden Filmszenen untermalt, sehr zurückhaltend zumeist, sodass diese Nummern maximal mit den Bildern wirken können, wenn sie denn überhaupt auffallen.

Fazit: „The Pink Panther Theme“ von Henry Mancini ist ein wahrer Ohrwurm und auch der Titel, der als einziger von diesem Album hängenbleibt. Die restlichen Stücke bewegen sich größtenteils im Rahmen des Ambient und dienen lediglich zur Untermalung filmischer Szenen, wirken ohne diese visuelle Unterstützung kaum. Somit ist die gesamte Platte wohl nur für Cineasten oder absolute Pink Panther Fans interessant – sicherlich auch noch für Henry Mancini Komplettisten, die es vielleicht gibt. Das Lied „The Pink Panther Theme“ selbst, lohnt sich allerdings sehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Pink Panther Theme



Dienstag, 3. Oktober 2017

Infamis – Im Westen der Himmel




Infamis – Im Westen der Himmel


Besetzung:

Maren van Ham – Bass, Stimme, Banjo, Gitarre
Pierre Moulin – Gitarre, Piano, Banjo, Stimme
Benno Verch – Drums, Percussion
René Schwettge – Stimme, Gitarre, Percussion, Harmonica


Label: Wenders Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Ganz grosses Kino (4:05)
2. Le Grant (7:22)
3. Entracte I (1:33)
4. Cafard (6:17)
5. Ein weiterer Tag (2:47)
6. Entrace II (1:43)
7. Ihr (5:30)
8. Verrat (2:28)
9. Entracte III (1:37)
10. Keith (auf der Palme) (7:34)
11. Lied ohne Wert (3:03)
12. Walzer (4:53)
13. Entracte IV (1:43)
14. Auf Grund (5:06)

Gesamtspieldauer: 55:49




Das bisher letzte Album der Berliner Band Infamis heißt „Im Westen der Himmel“ und wurde im Jahr 2013 auf Wim Wenders‘ Plattenlabel mit dem Namen Wenders Music veröffentlicht. Darauf zu hören ist eine Mischung aus Alternative Rock mit Country & Western-Einsprengseln, welche man unschwer auch bereits beim Betrachten des Covers vermuten kann. Die Atmosphäre auf „Im Westen der Himmel“ ist erneut eine eher dunkle und traurige, dabei ist die Musik an vielen Stellen des Albums sehr intensiv und packend.

Wenn man viel Musik hört und sich auch dafür interessiert, dann kommt man irgendwann gar nicht umhin festzustellen, dass viel der Musik aus Deutschland sehr viel oberflächlicher klingt als jene aus zum Beispiel aus England. Eine deutsche Band, die so innovativ wie die Beatles oder Pink Floyd klingt oder klang? Oder wie Queen? Wie Supertramp? Nun, um aktueller zu sein. Wer klingt wie Porcupine Tree, The Pineapple Thief, And You Will Know Us By The Trail Of Dead? Keine mir bekannte Band zumindest. International klingt wahrlich nur wenig aus deutschen Landen. Es gibt gute Rockbands, zweifelsohne, doch irgendwie sind wir auch das Land des Schlagers und des Pops, in diesen Genres scheinen sich deutsche Musiker wohler zu fühlen. Aber hört sich doch mal eine Band tiefer und intensiver an, dann wird sie kaum wahrgenommen. Die Konsumenten für solch Musik gibt es hierzulande genug. Doch dann muss wohl Englisch gesungen werden, um auch gehört zu werden. Infamis ist so ein Beispiel einer sehr unterschätzten deutschen Band und mit ihrem Album „Im Westen der Himmel“ stehen sie da stellvertretend.

Die Musik auf „Im Westen der Himmel“ klingt niemals flach oder oberflächlich. Den Berlinern ist auf diesem Album die Vereinigung von deutscher Sprache und Rock der interessanteren Art wunderbar gelungen. Dies bedeutet nun nicht, dass auf dem Album alles sehr eingängig und leicht zu konsumieren wäre. Nein, man muss sich diese Scheibe erarbeiten, hören, eintauchen, wieder hören, tiefer eintauchen. Dann wird diese Platte zu einem Geschenk, welches einen warm umfließt und jede Menge Emotionen zu wecken versteht. Rock Musik mit einer kleinen Western-Note, ohne dabei in die Country-Schiene abzurutschen hört man auf „Im Westen der Himmel“. Sehr Vieles auf dieser Scheibe ist eingängig, jedoch nicht alles. Packend klingt es dafür mit jedem Akkord.

Fazit: Sehr schade und seltsam, dass Infamis nicht einem breiteren Publikum bekannt sind. Es würde sich definitiv lohnen. Auf „Im Westen der Himmel“ hört man Rock Musik, die internationale Vergleiche nicht fürchten muss. Die Lieder sind packend und intensiv, die Stimmung auf „Im Westen der Himmel“ ist eine eher dunkle, jedoch wärmende. Man benötigt ein paar Durchläufe, um in diese Musik vollständig eintauchen zu können. Nimmt man sich allerdings diese Zeit, so eröffnet sich einem der musikalische Kosmos von Infamis – und das lohnt sich. Ein schönes Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Ganz grosses Kino, Le Grant, Keith (auf der Palme)



Montag, 2. Oktober 2017

Corvus Corax – Gaudia Vite Live (DVD)




Corvus Corax – Gaudia Vite Live (DVD)


Inhalt:


  • Konzertmitschnitt von der Seikilos-Tour (32:35)
  • Dokumentationsfilm „Unterwegs mit Corvus Corax” (40:49)
  • Geheime Videos
  • Diashow
  • Bandinfo



Label: EFA Medien GmbH


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Mittelaltermusik, Mittelalter Rock




Die DVD „Gaudia Vite Live“ von Corvus Corax beinhaltet neben einem etwas über halbstündigen Konzertmittschnitt aus der 2002er Seikilos-Tour, den Dokumentationsfilm „Unterwegs mit Corvus Corax – Ein Jahr unterwegs mit den Königen der Spielleute, Einblicke hinter die Kulissen“, acht „geheime“ Videos, eine Photogalerie sowie eine Bandinformation über die Geschichte der Band Corvus Corax.

Der Konzertmitschnitt ist mit 32:35 definitiv zu kurz geraten. Da helfen auch die „geheimen“ Videos nicht mehr, bei denen es sich zumeist um sehr schlechte Aufnahmen von Freunden oder Fans handelt. Im Zentrum der DVD steht von daher der Dokumentationsfilm „Unterwegs mit Corvus Corax“, in dem man viel über die Band erfährt. Ist man an solchen Informationen interessiert, wird man auch mit zahlreichen geschriebenen Bandinformationen über Corvus Corax bestens ausgestattet. Dazu gibt es noch zahlreiche Bilddokumente von den Anfängen Ende der 80er Jahre bis zur Bandgeschichte am Anfang des 21. Jahrhunderts.

Für Corvus Corax Fans gibt es hier einige Informationen und viel wissenswertes Material, wer sich allerdings für die Musik der Berliner Mittelalter Band interessiert, wird hier deutlich schlechter bedient, da zum einen sehr wenig musikalisches Material vorhanden ist und auch die Tonqualität selbst beim Konzertmitschnitt nicht alle Wünsche erfüllt, obwohl man dieses sogar in 5.1 Qualität anhören kann.

Fazit: Für Fans von Corvus Corax bestens geeignet und auch für all jene, die etwas über die Hintergründe dieser Berliner Band erfahren wollen. Für Hörerinnen und Hörer, die jedoch in die Musik der Mittelalter Band eintauchen möchten nur wenig geeignet, da diese auf dieser DVD nur am Rande eine Rolle spielt. Sieben Punkte.



Sonntag, 1. Oktober 2017

Pekka Pohjola – Keesojen Lehto




Pekka Pohjola – Keesojen Lehto


Besetzung:

Pekka Pohjola – bass, piano, harpsichord, string synthesizer, keyboard
Mike Oldfield – acoustic and electric guitar, percussion, mandolin, whistle
Sally Oldfield – vocals
George Wadenius – guitar, percussion
Wlodek Gulgowski – synthesizer, piano
Vesa Aaltonen – drums
Pierre Moerlen – drums, percussion, bells


Label: Love Records (Happy Bird)


Erscheinungsdatum: 1977 (Englische Wiederveröffentlichung 1981)


Stil: Fusion, Jazz Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Oivallettu Matkalyhty (The Sighted Light) (5:05)
2. Kädet Suoristavat Veden (Hands Calming The Water) (4:34)
3. Matemaatikon Lentonäytös (Mathematical Air Display) (7:27)
4. Pääntaivuttelun Seuraukset (The Consequences Of Indecisions)
1. Osa: Sulamaan Jättey Kipu (Part One: Time Heals All Wounds) (4:30)
2. Osa: Nykviä Keskustelu Tuntemattoman Kanssa (Part Two: Comfort With A Stranger) (11:21)
5. Varojen Varaslähtö (False Start) (1:53)

Gesamtspieldauer: 34:50




Pekka Pohjola ist ein finnischer Multi-Instrumentalist und Komponist, der hauptsächlich Musik in den Genres Jazz Rock, Fusion und Progressive Rock schreibt. Genauso verhält es sich auch mit seinem, im Jahr 1977 erschienen Album „Keesojen Lehto“. Für dessen Fertigstellung und Einspielung konnte er sogar Mike Oldfield und dessen Schwester Sally Oldfield gewinnen. Der Erfolg blieb allerdings wohl aus und so wurde vier Jahre später die Platte erneut aufgelegt. Plötzlich stand da jetzt „Mike & Sally Oldfield“ über dem Namen Pekka Pohjola, das Album hatte keinen eigenen Titel mehr und die Liedernamen waren nun, anstatt auf Finnisch, in englischer Sprache auf dem Cover abgedruckt.

Nun, ein klein wenig ist diese Neuauflage schon eine Schummel-Packung geworden. Denn zum einen hört man hier keine Mike Oldfield Musik, wie die Aufmachung vermuten lässt, sondern Jazz Rock und Fusion à la Pekka Pohjola und zum anderen nimmt man Sally Oldfield kaum wahr, da sie lediglich bei zwei Titeln ein paar „Aaaahs“ und „Lalalas“ in Form eines Hintergrundgesangs ins Mikrophon haucht. Auf dieser Scheibe, egal ob sie jetzt titellos ist oder „Keesojen Lehto“ heißt, hört man sehr jazzige Instrumentalmusik, die ab und an auch dem Genre des Progressive Rock zugeordnet werden kann. Der Schwerpunkt liegt jedoch ganz klar auf den Genres Jazz Rock und Fusion.

Bei einigen Liedern hört man deutlich den typischen Klang der Gitarre des Mike Oldfield, was die Musik etwas wärmer und vertrauter klingen lässt. Nicht viel auf diesem Album ist eingängig und melodiös, was sicherlich sowieso kein vorrangiges Ziel im Jazz darstellt. Noch deutlicher als die Gitarre, steht bei den meisten Liedern das Keyboard und der Bass im Zentrum der Musik. Nicht weiter verwunderlich bei den Instrumenten, die Pekka Pohjola selbst eingespielt hat. Wirr klingen diese fünf Lieder für ein Jazz-ungeübtes Ohr zwar mitunter, spannend jedoch ebenfalls und auch nicht zu abgefahren, wie manche Free-Jazz-Stücke.

Fazit: Auf „Keesojen Lehto“ hört man jazzige Musik. Jazz Rock, Fusion und ein wenig Progressive Rock. Experimenteller klang Mike Oldfield noch nie und er spielt hier auch keine Hauptrolle, wie die Cover-Aufmachung vielleicht suggeriert. Keyboard und Bass stehen im Zentrum der Musik von Pekka Pohjola. Das klingt dann selten eingängig, nie jedoch langweilig und immer abwechslungsreich. Acht Punkte.

Anspieltipps: Pääntaivuttelun Seuraukset (The Consequences Of Indecisions)



Samstag, 30. September 2017

Gitane Demone – Stars Of Trash




Gitane Demone – Stars Of Trash


Besetzung: (Ohne Instrumentenangabe)

Gitane Demone


Gastmusiker: (Ohne Instrumentenangabe)

Sven Friedrich
André Feller
Thommy Hein
Norman Selbig
Jens Riediger


Label: Andromeda


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Stars Of Trash (5:35)
2. Solitary War (5:18)
3. The Only One (6:03)
4. I Lost A Friend To Heroin (4:43)
5. Rock And Roll Child (4:54)
6. Little Dreamer (4:47)
7. Cancel Logic Brain (6:26)
8. Kill The Censor (4:16)
9. Strange - Baby - Strange (4:19)
10. Valentine (6:24)
11. Shangri-La-La-Land (6:54)
12. Memoriam (5:14)

Gesamtspieldauer: 1:04:58




„Gitane Demone“, die mit bürgerlichem Namen Mary Carbone heißt, ist eine US-amerikanische Musikerin, die ihre ersten musikalischen Auftritte Mitte der 80er Jahre als Keyboarderin und Sängerin der Deathrock-Band Christian Death hatte. Ende der 80er Jahre stieg sie dann bei Christian Death aus und veröffentlichte ab diesem Zeitpunkt Solo-Alben. Ihre zweite Solo-Platte erschien im Jahr 1999, war eine Zusammenarbeit mit der Band Dreadful Shadows und trägt den Namen „Stars Of Trash“. Veröffentlicht wurde das Album auf dem Plattenlabel Andromeda.

Auf „Stars Of Trash“ hört man eine Mischung aus Rock- und Pop-Musik. Die etwas rockigeren Titel befinden sich dabei eher zu Beginn des Albums, im weiteren Verlauf zeigen sich auf „Stars Of Trash“ immer mehr poppigere Einflüsse. Den Liedern beider musikalischer Genres ist dabei gemein, dass die entsprechenden Titel absolut eingängig und melodiös klingen. Man benötigt nicht viele Durchläufe der Scheibe, damit sich ein Wiedererkennungswert einstellt und einige der Nummern sich gut festsetzen. Melodiös ist sie, die Musik der Gitane Demone. Dazu verfügt sie als Sängerin noch über eine interessante und einprägsame Stimme, die einen rockig-dreckigen Touch aufweist und perfekt zur Musik passt.

Einige Höhepunkte gibt es auf „Stars Of Trash“ zu hören, je nach Stimmungslage können diese mal rockiger, mal sanfter klingen. Besonders zu erwähnen ist an dieser Stelle das Einführungs- und gleichzeitig auch Titellied „Stars Of Trash“. Eine klasse Rocknummer, eingängig und zum Mitwippen animierend. Nicht weniger eingängig, dafür jedoch deutlich sanfter gehalten ist das Lied „Valentine“. Hier sind es nicht die Gitarren, die im Vordergrund stehen, sondern eine Keyboard-Linie, die sich sehr einprägend und melodiös anhört. Und auch zu diesem, wesentlich weniger rockenden Lied passt die Stimme der Gitane Demone hervorragend.

Fazit: Eine interessante und schöne Platte ist „Stars Of Trash“ von Gitane Demone geworden. Eine gute Mischung aus rockigeren und poppigeren Nummern gibt es auf dem Album zu hören, die alle melodiös sind und gut ins Ohr gehen. Außergewöhnlich ist dabei nichts, allerdings birgt jeder Titel etwas Hörenswertes in sich, wobei sich auch kein Füllmaterial auf der Scheibe befindet. Neun Punkte.

Anspieltipps: Stars Of Trash, Valentine



Freitag, 29. September 2017

Godley & Creme – Goodbye Blue Sky




Godley & Creme – Goodbye Blue Sky


Besetzung:

Lol Creme – guitar, bass, keyboard & vocals
Kevin Godley – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Mark Feltham – harmonica
Mitt Gamon – harmonica
Jimmy Chambers – backup vocals
George Chandler – backup vocals
Jimmy Helms – backup vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. H.E.A.V.E.N. / A Little Piece of Heaven (5:06)
2. Don't Set Fire (To The One I Love) (3:27)
3. Golden Rings (4:17)
4. Crime & Punishment (7:22)
5. The Big Bang (2:32)
6. 10,000 Angels (5:16)
7. Sweet Memory (4:50)
8. Airforce One (3:40)
9. The Last Page Of History (4:01)
10. Desperate Times (3:41)

Gesamtspieldauer: 44:12




Im Jahr 1988 veröffentlichte das Duo Godley & Creme ihr siebtes und letztes Studioalbum unter dem Titel „Goodbye Blue Sky“. Die Platte erschien seinerzeit auf dem Label Polydor. Darauf zu hören ist eine poppig-rockige Musikmischung, bei der Kevin Godley und Lol Creme die Mundharmonika in das Zentrum ihrer Musik rückten. Erahnen lässt sich dies bereits bei der Ansicht des Covers. Die zwei Lieder „Little Piece Of Heaven” sowie „10,000 Angels” wurden als Singles veröffentlicht, wobei sich erstgenanntes Lied immerhin noch in Deutschland und den Niederanden in den Charts platzieren konnte.

Musikalisch ist das Album nicht ganz einfach zu hören, da auch hier mit den musikalischen Genres gespielt wird. Ist die Nummer „The Big Bang“ eine irgendwie geartete Mischung aus Rock’n’Roll und Big Band Sound und nicht so ganz einfach verdaulich, so ist das über siebenminütige „Crime & Punishment“ eine langsame und auf eine Art dunkle Nummer, die sehr träge aus den Boxen wabert, allerdings gerade durch die hier transportierte Atmosphäre Eindruck hinterlässt. Dabei klingt das Lied aufgrund nur weniger Wechsel – trotz einer leichten Steigerung – fast ein wenig hypnotisch und geht auch ins Ohr. Die zweite Singleauskopplung „10,000 Angels“ hört sich dagegen wieder wie ein überaus hektischer Pop-Song an und rauscht an einem vorbei. „Airforce One“ klingt wieder wie ein poppiges Experiment, welches irgendwie gar nicht geglückt zu sein scheint.

Richtig überzeugend ist die Musik leider nicht mehr auf „Goodbye Blue Sky“. Die Mundharmonika immer ins Zentrum seiner Musik zu setzen kann man natürlich, muss man aber nicht. Auch die zahlreichen Hintergrundgesänge klingen allzu oft mach Gospel-Chor. Dies ist ebenfalls eine Möglichkeit, wirkt allerdings auf die Dauer ebenfalls etwas langweilig. Zudem gehen nur wenige der Titel wirklich ins Ohr, zumeist läuft die Musik einfach durch, ohne sich irgendwie festsetzen zu können.

Fazit: Das siebte und letzte Studioalbum der ehemaligen 10CC-Musiker Kevin Godley und Lol Creme ist alles andere als ein überzeugendes geworden. Die Musik mag einfach nicht mehr zünden und die hier durchaus vorhandenen Ideen der beiden Musiker werden konsequent in jedem der zehn Titel durchgezogen. Dazu vermisst man auf „Goodbye Blue Sky“ eine gewisse Melodiösität. Das wiederum bewirkt in seiner Gesamtheit ein eher etwas langweiliges Album, welches man irgendwie nur ganz selten auflegt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Crime & Punishment



Donnerstag, 28. September 2017

Yes – Yesshows




Yes – Yesshows


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals, harp
Chris Squire – bass, vocals
Alan White – drums, percussion
Steve Howe – guitar, vocals
Rick Wakemann – keyboards
Patrick Moraz – keyboards


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Progressive Rock, Live


Trackliste:

Seite 1:

1. Parallels (7:06)
2. Time And A Word (4:05)
3. Going For The One (5:22)

Seite 2:

4. The Gates Of Delirium (22:40)

Seite 3:

5. Don‘t Kill The Whale (6:50)
6. Ritual / Nous Sommes Du Soleil [Part 1] (11:48)

Seite 4:

7. Ritual / Nous Sommes Du Soleil [Part 2] (17:06)
8. Wonderous Stories (3:53)

Gesamtspieldauer: 78:54



„Yesshows“ ist nach dem 1973er Album „Yessongs“ das zweite Live-Album der englischen Progressive Rockband Yes. Veröffentlicht wurde das Doppelalbum im November des Jahres 1980 auf dem Plattenlabel Atlantic Records. „Yesshows“ beinhaltet Aufnahmen aus verschiedenen Tourenauftritten, die am 17. August 1976 in Detroit, am 18. November 1977 in Frankfurt, am 24. November 1977 in Rotterdam und schließlich am 27. und 28. Oktober 1978 in London stattfanden. Dementsprechend hört man auf den 1976er Aufnahmen zur „Relayer-Tour“ auch den Schweizer Patrick Moraz an den Keyboards, wohingegen bei den Aufnahmen während der „Going For The One“-Tour (1977) und den 10-Jahres-Jubiläumkonzerten (1978) Rick Wakeman an den Tasten zu hören ist.

Zu hören gibt es auf „Yesshows“ Auszüge aus den Alben „Tales From Topographic Oceans“ (1973, „Ritual“), „Relayer“ (1974, „The Gates Of Delirium“), „Going For The One“ (1977, „Parallels“, „Going For The One“ sowie „Wonderous Stories“), „Tormato“ (1978, „Don‘t Kill The Whale“) und als Reminiszenz an die Anfangsjahre „Time And A Word“ aus dem Jahr 1970 mit dem gleichnamigen Titelsong. Somit gibt „Yesshows“ eine schöne Übersicht über die Yes Musik vor allen Dingen Mitte bis Ende der 70er Jahre.

Und dieser Überblick klingt rund und gelungen. Gerade die langen Stücke wie „The Gates Of Delirium“ und „Ritual“ wirken hier sehr kraftvoll und zeigen beziehungsweise lassen viel von der Spielfreude der Band hören. Das klingt dann auch definitiv nicht immer nur eingängig, sondern durchaus auch mal vertrackt und sogar etwas experimentell. Allerdings solch ein Titel und Ohrwurm wie „Don‘t Kill The Whale“ wird hier ebenfalls live sehr gut und mitreißend umgesetzt. Es stört dabei auch wenig, dass die Lieder zu unterschiedlicher Zeit und mit zum Teil zumindest unterschiedlichen Musiker eingespielt wurden. „Yesshows“ klingt wie eine passende Einheit, weder zerstückelt noch konstruiert.

Fazit: Wer Yes damals nicht live gehört hat, bekommt mit „Yesshows“ eine gute Möglichkeit geboten, dies nachzuholen. Zwar klingen viele der Lieder nicht mehr ganz so spektakulär und auch eingängig, wie jene auf den früheren Alben der Band, trotzdem hört man hier mitreißenden Progressive Rock, der das Herz des Fans jenes musikalischen Genres höherschlagen lassen dürfte. Für Yes-Fans sowieso eine schöne Sache. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Don‘t Kill The Whale, Ritual



Mittwoch, 27. September 2017

Johnny Cash – I Walk The Line




Johnny Cash – I Walk The Line


Besetzung:

Johnny Cah – vocals, guitar


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Hallmark Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Country


Trackliste:

1. I Walk The Line (2:43)
2. There You Go (2:18)
3. Hey Porter (2:12)
4. New Mexico (2:07)
5. Mean Eyed Cat (2:28)
6. Rock Island Line (2:09)
7. You Win Again (2:16)
8. Life Goes On (1:59)
9. I Could Never Be Ashamed Of You (2:14)
10: Wreck Of The Old '97 (1:50)

Gesamtspieldauer: 22:16



„I Walk The Line“ ist eines der schier unendlich vielen Kompilationsalben des Johnny Cash. Man kann natürlich im Internet bestens recherchieren und ich fand sage und schreibe 820 (!) „Best Of…“-Alben des Johnny Cash. Sicherlich waren das immer noch nicht alle und da diese immer noch in verschiedensten Ausführungen jedes Jahr neu aufgelegt werden, dürfte die Anzahl bald vierstellig sein . Circa zwanzig dieser Platten haben auch den Namen „I Walk The Line“. Diese Ausgabe hier stammt aus dem Jahr 1973 und wurde auf dem Plattenlabel Hallmark Records veröffentlicht.

Man hört auf „I Walk The Line“ Country Musik pur. Nur Country in Reinstform. Lieder, wie sie diesem Genre entsprechend der 50er und 60er Jahre entsprochen und geklungen haben. Das muss man wirklich mögen, ansonsten ist die Scheibe nur sehr schwer verdaulich. Die Musik darauf hat auch nichts mehr mit den Liedern zu tun, für die Johnny Cash gegen Ende seiner Karriere stand. Ur-amerikanische Musik gibt es auf diesem Kompilationsalbum, alles dazu noch sehr ähnlich klingend und bereits nach zehn Takten fürchterlich nervend.

Die Zeitangaben auf dem Plattencover fehlen. Dies hat wohl System und einen Grund, denn ich habe nachgestoppt und die Spieldauer von „I Walk The Line“ beträgt ganze 22:16 Minuten. Das ist natürlich fast schon Betrug, dieses Album dann auch noch ungekennzeichnet als vollständige LP zu verkaufen. Da auch die Musik für heutige und europäische Ohren nur schwer zu begreifen ist, ist dieser Umstand allerdings fast schon ein Vorteil, denn alle Lieder sind schnell vorbei.

Fazit: „I Walk The Line“ von Johnny Cash ist ein Kompilationsalbum mit Liedern aus der frühen Zeit der Karriere des US-Amerikaners. Leute, die auf sehr unverfälschte Country Musik stehen, die werden hier natürlich ihre Freude haben, auch wenn das gesamte Album nach Country-Oldie klingt. Oder gerade deswegen werden sie ihre Freude haben? Auf jeden Fall wird die kurze Laufzeit des Albums zum Ärgernis und bei Fans von Rock-Musik wirft solche Musik unglaublich viele Fragen auf, da man einfach nicht glauben kann, dass so etwas überhaupt jemand hören möchte. Zwei Punkte.

Anspieltipps: I Walk The Line



Dienstag, 26. September 2017

Neil Young – Decade




Neil Young – Decade


Besetzung:

Neil Young – guitar, harmonica, piano, vibes, vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Rock, Folk


Trackliste:

Seite 1:

1. Down To The Wire (2:25)
2. Burned (2:14)
3. Mr. Soul (2:41)
4. Broken Arrow (6:13)
5. Expecting To Fly (3:44)
6. Sugar Mountain (5:43)

Seite 2:

1. I Am A Child (2:17)
2. The Loner (3:50)
3. The Old Laughing Lady (5:59)
4. Cinnamon Girl (2:59)
5. Down By The River (9:16)

Seite 3:

1. Cowgirl In The Sand (10:01)
2. I Believe In You (3:27)
3. After The Gold Rush (3:45)
4. Southern Man (5:31)
5. Helpless (3:34)

Seite 4:

1. Ohio (2:56)
2. Soldier (2:28)
3. Old Man (3:21)
4. A Man Needs A Maid (3:58)
5. Harvest (3:08)
6. Heart Of Gold (3:06)
7. Star Of Bethlehem (2:46)

Seite 5:

1. The Needle And The Damage Done (2:02)
2. Tonight's The Night (Part 1) (4:41)
3. Tired Eyes (4:33)
4. Walk On (2:40)
5. For The Turnstiles (3:01)
6. Winterlong (3:05)
7. Deep Forbidden Lake (3:39)

Seite 6:

1. Like A Hurricane (8:16)
2. Love Is A Rose (2:16)
3. Cortez The Killer (7:29)
4. Campaigner (3:30)
5. Long May You Run (3:48)

Gesamtspieldauer: 2:24:22



„Decade“ heißt das erste Kompilationsalbum des Neil Young und sollte für lange Zeit auch das letzte bleiben. Am 28. Oktober des Jahres 1977 wurde das Album in Form einer Dreifachplatte auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht. Darauf enthalten sind 35 Lieder, die zwischen 1966 und 1976 von Neil Young geschrieben worden sind. Fünf dieser Nummern waren bis zu diesem Zeitpunkt jedoch noch unveröffentlichte Stücke. Dieses sind die Lieder „Down To The Wire“, „Love Is A Rose“, „Winterlong“, „Campaigner“ sowie „Long May You Run“.

Ob sich auf „Decade“ die „richtigen“ Lieder befinden, also der eigene Musikgeschmack bezüglich Neil Young treffend widergespiegelt wird, kann natürlich nur jede und jeder einzelnen für sich bestimmen. Eine gute Auswahl aus den vielen Veröffentlichungen des Neil Young findet auch allerdings allemal auf „Decade“. Das Dreifachalbum, welches inzwischen auch als Doppel-CD erhältlich ist, bietet einen schönen Überblick über das Schaffen des Neil Young, kann allerdings die Originalalben nicht ersetzen, wenn man vollständig in den musikalischen Kosmos des Neil Young eintauchen möchte.

Wer auf folkig angehauchten Rock steht, die oder der dürfte mit dieser Platte allerdings sehr viel Spaß haben. Singen kann Neil Young zwar nicht besonders gut, jedoch gehört seine Stimme einfach zu seiner Musik dazu und bildet mit ihr eine Einheit, die die Lieder des Kanadiers so unverwechselbar werden lässt. Diese Kompilation ist reich gesegnet mit Höhepunkten. Auch gibt es keine Stücke auf „Decade“, die man am liebsten überspringen würde. Alles wirkt und kling auf dieser Zusammenstellung, deren Grundton ein eher melancholischer, nachdenklicher bis trauriger ist.

Fazit: Eine sehr schöne Übersicht über das Schaffen des Neil Young in der Zeit von 1966 bis 1976 bietet das Dreifachalbum „Decade“. Sehr melodiösen Folk Rock gibt es hier zu hören, die allermeisten Lieder setzen sich über ihre Eingängigkeit schnell fest und wirken nach. Zumeist ist die Musik von Neil Young warm und weich und sanft, nur ab und zu klingt das Ganze etwas rockiger, kann allerdings auch in diesen Passagen überzeugen. Neil Young lohnt sich. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Cowgirl In The Sand und vieles mehr