Samstag, 19. Dezember 2020

Calexico – Seasonal Shift

 



Calexico – Seasonal Shift


Besetzung:

Joey Burns – accordion, bass (electric), bells, guitar (acoustic), guitar (baritone), guitar (electric), handclapping, harmonica, keyboards, mandolin, vocals
John Convertino – accordion, bowed vibes, drums, electronic vibes, glockenspiel, maracas, marimba, shaker, tambourine, triangle
Jacob Valenzuela – trumpet, vocals
Martin Wenk – accordion, trumpet
Scott Colberg – bass (electric), bass (upright)
Sergio Mendoza – bass (electric), congas, cowbell, cymbals, electronic vibes, fuzz guitar, glockenspiel, handclapping, keyboards, mellotron, organ, piano, sleigh bells, synthesizer bass, tambourine, timbales, wurlitzer piano


Gastmusiker:

Connor Gallaher – guitar, guitar (12 string), pedal steel
Martín Bruhn – qraqeb
Genevieve Burns – vocals
Kati Claborn – vocals (background)
Elizabeth Goodfellow – choir/chorus, vocals, vocals (background)
Tom Hagerman – strings, viola
Gisela João – vocals
Camilo Lara – vocals
Brian Lopez – vocals
Raul Marques – guitar
Saul Millan – trombone
Gaby Moreno – vocals
Chris Schultz – handclapping, sleigh bells
Twyla – vocals
Nick Urata – vocals
Luke Ydstie – vocals (background)
Jairo Zavala – guitar (baritone)



Label: City Slang


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Independent Rock, Americana


Trackliste:

1. Hear The Bells (3:51)
2. Christmas All Over Again (3:37)
3. Mi Burrito Sabanero (4:05)
4. Heart Of Downtown (3:48)
5. Seasonal Shift (3:21)
6. Nature’s Domain (2:56)
7. Happy Xmas (War Is Over) (4:01)
8. Glory’s Hope (2:46)
9. Tanta Tristeza (3:49)
10. Peace Of Mind (3:22)
11. Sonoran Snoball (3:07)
12. Mi Burrito Sabanero (Reprise) (3:35)

Gesamtspieldauer: 42:24



„Seasonal Shift“ heißt das elfte Studioalbum der US-amerikanischen Band Calexico, welches am 4. Dezember 2020 auf dem Plattenlabel City Slang erschien. Und einmal mehr haben es Joey Burns und John Convertino auch auf diesem Album geschafft, verschiedenste musikalische und kulturelle Klänge zu vereinen. Selbstverständlich klingen da die Südstaaten der USA durch, natürlich auch Mexiko, wie könnte es auch anders sein. Doch die Nummer „Heart Of Downtown“ erinnert sogar etwas an Kula Shaker und an deren, auch von Indien beeinflusste Musik. Viel Abwechslung also.

Was man allerdings definitiv nicht behaupten kann ist, dass es sich bei „Seasonal Shift“ nicht um ein Weihnachtsalbum handelt – denn genau das ist es. Auch wenn nicht jeder der zwölf Titel für unsere Ohren sofort nach Weihnachten klingt, nicht in jeder Nummer das Wort „Christmas“ fällt, so ist die musikalische Ausrichtung trotzdem eindeutig und darauf deuten nicht nur die beiden Coverversionen von Tom Petty „Christmas All Over Again“ und John Lennon „Happy Xmas (War Is Over)“ hin. Zudem haben Joey Burns und John Convertino auf „Seasonal Shift“ so viele Gastmusiker eingeladen, wie schon lange nicht mehr, welche auch Lieder zum Teil stark dominieren. Beim Titel „Mi Burrito Sabanero“ handelt es sich zum Beispiel um ein venezolanisches Weihnachtslied, welches von der Sängerin Gaby Moreno vorgetragen wird.

Doch ist „Seasonal Shift“ eben nicht nur ein „kitschiges“ Weihnachtsalbum, auf dem den Musikern nichts mehr anderes eingefallen ist und welches aus bereits bestehenden Liedern zusammengeschustert wurde. Der bereits erwähnte Titel „Heart Of Downtown“ ist eine klasse Nummer, die so auch auf frühere Alben von Calexico gepasst hätte. „Nature’s Domain“ ist ein sanftes Lied voller Melancholie, ausgestattet mit einer wunderschönen Melodie. Bei „Glory’s Hope“ handelt es sich schließlich um ein atmosphärisch dichtes Lied, eine Instrumentalnummer, mit dem die Musiker von Calexico einmal mehr ihr Gespür für die einnehmende musikalische Stimmung unter Beweis stellen.

Nun, leider klingt das Album jedoch mit der völlig missratenen Parodienummer (?) „Sonoran Snoball“, in der sogar irgendwie kindlich gerappt wird und dem anschließenden „Mi Burrito Sabanero (Reprise)“ aus. Bei letzterem Titel hört man jede Menge Weihnachtsgrüße – unter anderem auch mehrfach auf Deutsch – die mit der Melodie zum besagten venezolanischen Weihnachtslied unterlegt wurden. Ein ganz netter Gag, aber hört man sich so etwas öfters an?

Fazit: Nun, ein wenig bleibt der Eindruck, den „Seasonal Shift“ hinterlässt, zwiespältig. Neben sehr gelungenen Calexico-Nummern gibt es auch viel weihnachtliche Folklore, die eben ein Weihnachtsalbum ausmacht. Ob man das auch von Calexico hören möchte? Nun, ich nicht unbedingt. Trotzdem hat das Album eben doch noch seine Stärken. Acht Punkte.

Anspieltipps: Heart Of Downtown, Nature’s Domain, Glory’s Hope



Donnerstag, 17. Dezember 2020

Sigur Rós – Odin’s Raven Magic

 




Sigur Rós – Odin’s Raven Magic


Besetzung:

Jón Þór „Jónsi“ Birgisson – vocals, guitar, keyboards
Georg „Goggi“ Hólm – bass
Orri Páll Dýrason – drums
Hilmar Örn Hilmarsson
Steindór Andersen
Maria Huld Markan Sigfúsdóttir – Violine




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Art Rock, Moderne Klassik


Trackliste:

1. Prologus (5:54)
2. Alföður orkar (7:48)
3. Dvergmál (7:37)
4. Stendur æva (9:47)
5. Áss hinn hvíti (5:09)
6. Hvert stefnir (9:56)
7. Spár eða spakmál (7:42)
8. Dagrenning (11:36)

Gesamtspieldauer: 1:05:32



Ist nun „Odin’s Raven Magic“ das achte Studioalbum von Sigur Rós oder doch eher nicht? Seit dem Jahr 2013 und dem Album „Kveikur“ hatte man kaum mehr was von den Isländern gehört. Dann veröffentlichte der musikalische Kopf der Band, Jón Þór „Jónsi“ Birgisson dieses Jahr am 2. Oktober mit „Shiver“ sein zweites – leider nicht restlos überzeugendes – Solo-Album und nun folgt also mit „Odin’s Raven Magic“ doch wieder eine Veröffentlichung unter der „Überschrift“ Sigur Rós.

Dieses Album stellt allerdings eine isländische Zusammenarbeit von Sigur Rós, mit Hilmar Örn Hilmarsson (Musiker und Komponist zahlreicher Filmmusiken), Steindór Andersen (war schon auf der 2007er Sigur Rós DVD „Heima“ zu sehen) sowie Maria Huld Markan Sigfúsdóttir (Violinistin in der Band Amiina) dar. Vertont wurde „Odin‘s Raven Magic“ von diesen Musikern zusammen mit Sigur Rós und wurde erstmals im Jahr 2002 in London uraufgeführt. Der Titel stellt ein im 14. oder 15. Jahrhundert entstandenes isländisches Gedicht in der Edda-Tradition dar.

Nun, auf „Odin’s Raven Magic“ hört man keine Rock- und schon gar keine Pop-Musik. Auch keinen Progressive Rock. „Odin’s Raven Magic“ ist orchestrale Musik, die mal mehr nach Klassik klingt, dann nach mittelalterlichen Chorälen und schließlich trotzdem noch diese feine Emotion eines Titels von Sigur Rós aufweist. Das Album klingt sehr intensiv, wenn auch absolut ruhig. Es ist die Atmosphäre, die hier transportiert wird, die einen einnimmt oder – mit der man eben weniger anfangen kann, da es im Grunde genommen eben doch kein achtes Sigur Rós Album ist, sondern die orchestrale Vertonung einer Sage. Bei der aber an mancher Stelle, ganz sanft, doch noch die Musik der Isländer durchscheint.

Fazit: Auch wenn „Odin’s Raven Magic“ irgendwie nicht wirklich das achte Studioalbum von Sigur Rós ist – zu viele andere Musiker haben hier auch kompositorisch mitgewirkt – so ist es zumindest eine sehr gelungene Scheibe geworden. Das Album klingt wie eine mystische Reise, die man beim Auflegen des Albums antritt. Für alle, die gern was Außergewöhnliches hören und auch die Stille, die Musik ebenfalls zu transportieren weiß, lieben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hvert stefnir



Dienstag, 15. Dezember 2020

Rush – Vapor Trails




Rush – Vapor Trails


Besetzung:

Geddy Lee – bass guitar, vocals
Alex Lifeson – electric and acoustic guitars, mandola
Neil Peart – drums, cymbals


Label: Atlantic Records


Erscheinungsjahr: 2002


Stil: Rock


Trackliste:

1. One Little Victory (5:08)
2. Ceiling Unlimited (5:28)
3. Ghost Rider (5:40)
4. Peaceable Kingdom (5:23)
5. The Stars Look Down (4:28)
6. How It Is (4:05)
7. Vapor Trail (4:57)
8. Secret Touch (6:34)
9. Earthshine (5:38)
10. Sweet Miracle (3:40)
11. Nocturne (4:49)
12. Freeze (Part IV Of Fear) (6:21)
13. Out Of The Cradle (5:03)

Gesamtspieldauer: 1:07:20



„Vapor Trails“ heißt das bereits siebzehnte Studioalbum der kanadischen Rockband Rush. Es wurde am 14. Mai 2002 auf dem Plattenlabel Anthem Records beziehungsweise auf Altlantic Records veröffentlicht. Es hatte einige Jahre gedauert, bis Rush ein neues Album auflegten, was an der familiären Situation von Schlagzeuger und Texter Neil Peart lag. Dieser hatte in der Zeit von August 1997 bis Juni 1998 seine Tochter und seine Frau auf tragische Weise verloren. „Vapor Trails“ kletterte in Kanada bis auf Platz 3, in den USA immerhin bis auf Platz 6 der Charts. Die Lieder „One Little Victory“ und „Secret Touch“ wurden als Singles ausgekoppelt.

Nun, Progressive Rock hört man auch auf „Vapor Trails“ nicht mehr. Vielmehr gibt es auf dem Album ziemlich geradlinigen Rock zu hören, der manchmal im Genre des Hard Rocks beheimatet ist – dies allerdings auch nicht durchgängig. Nichts Besonderes also, trotzdem ist das Album nicht ganz langweilig geraten, da einige Lieder schon gut rocken und dabei auch sehr eingängig ins Ohr gehen. Ob es aber eine Hörerin oder einen Hörer auf dieser Welt gibt, die „Vapor Trails“ zu ihrem Lieblingsalbum küren würden, das wage ich zu bezweifeln. Geradlinigen, schnörkellosen Rock, der ab und an auch zum Mitwippen animiert, das hört man allerdings immerhin auf dem Album.

Höhepunkt des Albums ist ganz klar das Titellied „Vapor Trails“. Es ist das Stück des Albums, welches den meisten Eindruck hinterlässt und gerade durch seinen melodiösen Rock und mit seinem Aufbau überzeugen kann. Ein Lied, welches gleich beim ersten Mal des Hörens auffällt und mit jedem weiteren Durchgang noch besser wird.

Fazit: Ein ziemlich geradliniges Rock bis Hard Rock Album haben die Kanadier von Rush mit ihrem siebzehnten Studioalbum „Vapor Trails“ vorgelegt. Darauf gibt es zwar keine Musik mehr zu hören, die restlos begeistert, doch immerhin Rock, der unterhält und dreizehn Lieder umfasst, die kaum gegeneinander abfallen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Vapor Trails



Sonntag, 13. Dezember 2020

Ufo – The Wild, The Willing And The Innocent




Ufo – The Wild, The Willing And The Innocent


Besetzung:

Phil Mogg – vocals
Paul Chapman – guitars
Neil Carter – keyboards, guitar, backing vocals, saxophone on "Lonely Heart"
Pete Way – bass guitar
Andy Parker – drums


Gastmusiker:

John Sloman – keyboards (uncredited)
Paul Buckmaster – orchestral arrangements, orchestra conductor


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsjahr: 1981


Stil: Rock


Trackliste:

1. Chains Chains (3:28)
2. Long Gone (5:20)
3. The Wild, The Willing And The Innocent (5:02)
4. It’s Killing Me (4:32)
5. Makin’ Moves (4:47)
6. Lonely Heart (5:02)
7. Couldn‘t Get It Right (4:35)
8. Profession Of Violence (4:23)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

9. Long Gone (live) (5:28)
10. Lonely Heart (live) (5:34)
11. Makin‘ Moves (live) (5:41)

Gesamtspieldauer: 53:57




„The Wild, The Willing And The Innocent“ heißt das neunte Studioalbum der englischen Rock Band Ufo. Das Album wurde am 6. Januar 1981 auf dem Plattenlabel Chrysalis Records veröffentlicht. Nachdem auf der vorherigen Platte „No Place To Run“ Paul Chapman Michael Schenker an der Lead Gitarre ersetzt hatte, da dieser die Michael Schenker Group gründete, war es nun Keyboarder Paul Raymond, der durch Neil Carter ersetzt wurde. Paul Raymond war nun ebenfalls in der Michael Schenker Group aktiv. Zwei Singles wurden aus dem Album ausgekoppelt, diese enthielten die Lieder „Couldn‘t Get It Right“ und „Lonely Heart“.

Im Grunde genommen setzt „The Wild, The Willing And The Innocent“ die Tradition der vorherigen Ufo-Alben fort. Auch auf „The Wild, The Willing And The Innocent“ ist eine Mischung aus rockigen und eingängigen Liedern zu hören, die durch sanftere Nummern ergänzt werden. Allerdings hat sich der Anteil der rockigen Stücke gegenüber den sanfteren Balladen deutlich durchgesetzt. Viele der Titel beginnen zwar noch sanft, mitunter auch durch ein ganzes Orchester eingeleitet, um dann allerdings doch ordentlich zu rocken. So bleibt lediglich die letzte Nummer des Albums, „Profession Of Violence“, die durchgängig mit ruhigeren Tönen aufwartet und aufgrund vieler Streicher noch ein wenig sanfter wirkt. Selbst das schöne und getragene Gitarrensolo unterstreicht diesen Ansatz.

Richtige Ausfälle gibt es auf dem Album nicht. Was da besser oder weniger gefällt, bleibt im Bereich des Geschmacks, nicht im Bereich der Qualität der Lieder. Die Höhepunkte sind das bereits erwähnte „Profession Of Violence“ und das Lied „Long Gone“. Letzterer Titel ist aus mehreren Teilen aufgebaut und rockt in der einen Passage, wirkt verträumt im nächsten Abschnitt. Dazu vollführt der Titel noch einige Wendungen und verliert dabei niemals an Spannung. Und auch den Titeltrack sollte man an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, der klassische Rockinstrumente mit denen des Orchesters sehr schön in Einklang bringt.

Fazit: Auch „The Wild, The Willing And The Innocent“ ist ein überzeugendes Ufo-Album geworden. Die einzelnen Lieder gehen ins Ohr und rocken. Auch wenn der sanftere Ansatz in der Musik der Engländer etwas zurückgefahren wurde, so bietet „The Wild, The Willing And The Innocent“ trotzdem immer noch viel Abwechslung. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Long Gone, The Wild The Willing And The Innocent, Profession Of Violence



Freitag, 11. Dezember 2020

Riverside – Lost 'n' Found - Live in Tilburg

 



Riverside – Lost 'n' Found - Live in Tilburg


Besetzung:

Mariusz Duda – vocals, bass
Piotr Grudziński – guitar
Piotr Kozieradzki – drums
Michał Łapaj – keyboards




Erscheinungsjahr: 2017 / 2020


Stil: Progressive Metal, live


Trackliste:

CD1:

1. Lost (7:56)
2. Feel Like Falling (5:36)
3. Hyperactive (5:29)
4. Conceiving You (5:05)
5. Panic Room (5:43)
6. Under The Pillow (6:48)
7. The Depth Of Self-Delusion (7:32)
8. Saturate Me (7:23)

CD2:

1. Egoist Hedonist (7:22)
2. We Got Used To Us (5:37)
3. Escalator Shrine (20:25)
4. The Same River (13:03)
5. Found (5:48)

Gesamtspieldauer CD1 (51:34) und CD2 (52:18): 1:43:52



„Lost 'n' Found - Live in Tilburg“ heißt das zweite Live-Album der polnischen Progressive Metal Band Riverside. Es wurde bereits im Jahr 2017 in Eigenregie durch die Band als limitierte Fan-Edition veröffentlicht. Die Aufnahmen stammen von einem Konzert in Tilburg während der 2015er Europatour der Band. Nun erfolgt am 11.12.2020 eine Wiederveröffentlichung dieser Live-Einspielung auf dem InsideOut Music Plattenlabel.

Von der Liedauswahl ist daher das letzte Album „Wasteland“ selbstverständlich noch nicht vertreten. Vielmehr hört und sieht man hier nochmals den im Jahr 2016 verstorbenen Gitarristen Piotr Grudziński in Aktion. Die Liedauswahl setzt sich dabei folgendermaßen zusammen. Vom Debutalbum „Out Of Myself“ stammt der Titel „The Same River“. Das 2005 erschienene Album „Second Life Syndrome“ ist mit dem Titel „Conceiving You“ vertreten. Von der im Jahr 2007 veröffentlichten Platte „Rapid Eye Movement“ stammt das Lied „Panic Room“ und das Album „Anno Domini High Definition“ ist mit den Stücken „Hyperactive” sowie „Egoist Hedonist“ vertreten. Von „Shrine Of New Generation Slaves“ aus dem Jahr 2013 hört man „Feel Like Falling“, „The Depth Of Self-Delusion“, „We Got Used To Us“ und „Escalator Shrine“. Und schließlich vervollständigen die Titel „Lost“, „Under The Pillow“, „Saturate Me“ sowie „Found“ vom 2015er Album „Love, Fear And The Time Machine“ das Konzert.

„Lost 'n' Found - Live in Tilburg“ bietet damit eine schöne und gelungene Übersicht über die Musik von Riverside bis zum tragischen Ausscheiden von Piotr Grudziński. Man hört auf dieser Live-Zusammenstellung eingängigen und melodiösen Progressive Metal, der sich auch nicht immer stoisch an die Vorgaben der Originale hält, wie man besonders schön beim ausschweifenden „Escalator Shrine“ zu hören bekommt. Damit und auch mit Hilfe der gut zu hörenden Zuschauer wird ein Live-Erlebnis erzeugt, wie es sich für eine Live-Platte auch gehört.

Fazit: „Lost 'n' Found - Live in Tilburg“ bietet neben einer gehörigen Prise Melancholie jede Menge guten und abwechslungsreichen Progressive Metal, der die Fans der Bands durchaus überzeugen dürfte. Zudem ist das Album ein Live-Album, welches diese Live-Atmosphäre sehr gut transportiert. Das hört man und wenn man möchte, kann man es auf der ebenfalls enthaltenden DVD auch sehen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Conceiving You, Escalator Shrine



Mittwoch, 9. Dezember 2020

Passenger – All The Little Lights

 



Passenger – All The Little Lights


Besetzung:

Mike Rosenberg – lead vocals, acoustic guitar, omnichord


Gastmusiker:

Stu Larsen – backing vocals
Georgia Mooney – backing vocals
Stuart Hunter – piano, keys, synths
Cameron Undy – upright bass, electric bass
Kerry Martin – violin (tracks 1, 2, 3, 6)
Madeleine Boud – violin (tracks 1, 2, 3, 6)
Shelley Soerensen – viola (tracks 1, 2, 3, 6)
Janine Boubbov – cello (tracks 1, 2, 3, 6)
James Steendam – string arrangement (tracks 1, 2, 3, 6)
Glenn Wilson – drums (tracks 1, 2, 3, 9, 10)
Declan Kelley – drums (track 5)
Tim Hart – drums (tracks 4, 7, 8), banjo (tracks 3, 6, 9), mandolin (track 6)
Jess Ciampa – percussion (tracks 3, 6, 8, 11)
Lucian McGuiness – brass (tracks 3, 7, 9, 10, 11)
Simon Ferenci – brass (tracks 3, 7, 9, 10, 11)
Sam Golding – brass (tracks 3, 7, 9, 10, 11)
Alan Davey – trumpet (track 5)




Erscheinungsjahr: 2012


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

CD1:

1. Things That Stop You Dreaming (3:34)
2. Let Her Go (4:11)
3. Staring At The Stars (3:24)
4. All The Little Lights (3:55)
5. The Wrong Direction (3:39)
6. Circles (3:09)
7. Keep On Walking (4:07)
8. Patient Love (3:07)
9. Life‘s For The Living (4:32)
10. Holes (3:31)
11. Feather On The Clyde (4:01)
12. I Hate (Live from The Borderline, London) (3:30)

CD2:

1. Let Her Go (Acoustic) (4:28)
2. Staring At The Stars (Acoustic) (2:45)
3. All The Little Lights (Acoustic) (3:21)
4. Circles (Acoustic) (3:09)
5. Keep On Walking (Acoustic) (3:56)
6. Patient Love (Acoustic) (3:21)
7. Life’s For The Living (Acoustic) (4:30)
8. Feather On The Clyde (Acoustic) (3:45)

Gesamtspieldauer CD1 (44:46) und CD2 (29:19): 1:14:06



„All The Little Lights” heißt das vierte Solo-Studioalbum des Michael David Rosenberg, der in Musikkreisen eher unter dem Namen „Passenger“ bekannt sein dürfte. „All The Little Lights” erschien am 24 Februar 2012 auf dem Plattenlabel Black Crow Records. Das Album erreichte im Vereinigten Königreich Platz 3 der Charts. In Deutschland kletterte es immerhin bis auf Platz 6.

Auf „All The Little Lights” hört man elf sanfte Lieder, bei denen hauptsächlich die sehr einprägsame Stimme sowie die Gitarre des Michael David Rosenberg im Vordergrund stehen. Ergänzt werden diese „Grundzutaten“ noch durch diverse Streicher- und Brass-Einsätze. Die Musik von Passenger ist eine überaus eingängige und melodiöse. Die Lieder gehen fast allesamt sehr schnell ins Ohr – im Grunde genommen sofort mit dem ersten Anhören. Die meisten der Stücke sind genremäßig im Folk angesiedelt, einzelne Tracks spielen auch im Pop.

Der überwiegende Teil der Lieder ist sanft und ruhig gehalten, selten, dass das Tempo angezogen wird, das Schlagzeug und die Gitarre ein Lied nach vorne zu treiben scheinen. Aber diese Stücke gibt es, wodurch das Album an Abwechslung gewinnt. Als Zugabe zum Album gibt es noch eine gelungene und launige Live-Version des Liedes „I Hate“. Schließlich erhält man mit der „Limited Edition“ des Albums noch eine zweite CD, auf der acht ausgewählte Titel noch in Akustik-Versionen dargeboten werden.

Von einem Album mit Liedern, die alle schnell ins Ohr gehen die Höhepunkte zu benennen ist gar nicht so einfach. Müsste ich doch deren Drei benennen, so wären das die Lieder „All The Little Lights“, „Circles“ sowie „Feather On The Clyde“. Alle drei Nummern sind wunderschöne, sanfte und sehr eingängige Titel, perfekt zum Träumen und Genießen.

Fazit: „All The Little Lights“ ist ein schönes, sanftes und sehr eingängiges Album geworden, dessen Melodien sich schnell im Ohr festsetzen. Englischen Folk gibt es darauf größtenteils zu hören, garniert mit einigen wenigen poppigeren Abschnitten. Wer auf eher ruhige ujnd eingängige Musik steht, die oder der wird mit „All The Little Lights“ definitiv fündig. Zehn Punkte.

Anspieltipps: All The Little Lights, Circles, Feather On The Clyde



Montag, 7. Dezember 2020

Seals & Crofts – Get Closer




Seals & Crofts – Get Closer


Besetzung:

James Seals – lead vocals, guitar
Dash Crofts – lead vocals, mandolin


Gastmusiker:

Louis Shelton – guitar
Ray Parker Jr. – guitar
Lee Ritenour – guitar
David Paich – keyboards, string arrangements
Joe Sample – electric piano
David Hungate – bass
Wilton Felder – bass
Jeff Porcaro – drums
Ed Greene – drums
Milt Holland – tabla
Jim Horn – alto sax
Carolyn Willis – backing vocals, lead vocal on "Get Closer"
Merna Matthews – backing vocals
Shirley Matthews – backing vocals
Carol Carmichel – backing vocals
Donnie Shelton – backing vocals


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsjahr: 1976


Stil: Pop, Soft Rock


Trackliste:

1. Sweet Green (4:39)
2. Get Closer (3:59)
3. Red Long Ago (5:26)
4. Goodbye Old Buddies (2:53)
5. Baby Blue (3:23)
6. Million Dollar Horse (3:52)
7. Don’t Fail (3:54)
8. Passing Thing (6:20)

Gesamtspieldauer: 34:29




„Get Closer“ heißt das achte Studioalbum des US-amerikanischen Duos Seals & Crofts. Das Album wurde im Mai 1976 auf dem Plattenlabel Warner Bros. Records veröffentlicht. Die Platte enthielt mit dem Titellied und dem Stück „Goodbye Old Buddies“ noch mal zwei Top Ten Hits in den US-Charts, die letzten in der Karriere der beiden Musiker.

„Get Closer“ klingt wieder ein wenig einheitlicher als noch der Vorgänger „I‘ll Play For You“. Man hört auf dem Album eine Mischung aus poppigen Titeln, gepaart mit Soft Rock Nummern. Äußerst spannend klingt die Musik dabei nicht mehr und würde wohl heutzutage völlig floppen. Alles bis auf ein, zwei Ausnahmen klingt leider viel zu unspektakulär. Sicherlich würden es einige Menschen auch mit „langweilig“ umschreiben. Trotzdem hat „Get Closer“ auch hörenswerte Stellen. „Sweet Green“ und „Goodbye Old Buddies“ klingen ganz passabel, wenn auch nicht mehr begeisternd. Das letzte Lied der Platte, „Passing Thing“, überzeugt immerhin mit schönen Passagen auf der akustischen Gitarre. Leider geht das Lied gegen Ende in einen unsäglichen Rumba-Teil über und verliert dadurch viel von seinem Charme und von seiner Aussagekraft.

Der Höhepunkt des Albums ist das Lied „Red Long Ago“. Schöne Melodie, wunderschöne Pianoläufe und einige Wandlungen beinhaltet dieses Lied und macht es zu einem sehr hörenswerten Stück. Der Rest auf „Get Closer“ plätschert so vor sich hin und ist im Falle des Titelliedes – trotz des Charterfolges – kaum zu ertragen. Eine schleimige und poppige Nummer, die beim Gesang durch Carolyn Willis ergänzt wird.

Fazit: Wenige Höhepunkte, viel durchschnittliche Musik sowie ein paar Ausreißer nach unten gibt es auf „Get Closer“ zu hören. Das genügt nicht, um zu begeistern. Poppiger Soft Rock kann durch aus langweilig klingen. Wenig bleibt von dieser Scheibe hängen, die insgesamt eher unterdurchschnittliche Musik für die Hörerin und den Hörer bereithält. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Red Long Ago



Samstag, 5. Dezember 2020

Jean-Michel Jarre – Waiting For Cousteau




Jean-Michel Jarre – Waiting For Cousteau


Besetzung:

Jean-Michel Jarre – keyboards


Gastmusiker:

The Amoco Renegades – steel drums
Guy Delacroix – bass
Christophe Deschamps – drums
Michel Geiss – keyboards
Dominique Perrier – keyboards


Label: Disques Dreyfus


Erscheinungsjahr: 1990


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Calypso Part 1 (8:22)
2. Calypso Part 2 (7:11)
3. Calypso Part 3 (6:22)
4. Waiting For Cousteau (46:46)

Gesamtspieldauer: 1:08:43




„Waiting For Cousteau“ heißt das zehnte Studioalbum des französischen Elektronik-Musikers und Komponisten Jean-Michel Jarre. Es wurde am 11. Juni 1990 erneut auf Disques Dreyfus veröffentlicht, wie bereits die Platten zuvor. Gewidmet ist die Scheibe – nicht überraschend – Jacques-Yves Cousteau und wurde deswegen auch am Tag seines 80. Geburtstages 1990 veröffentlicht.

Was kann man Positives über diese Platte berichten? Nicht viel. Die erste Nummer „Calypso Part 1“ ist ein fast schon mit unsäglich und hektisch zu beschreibendes Pop-Liedchen, welches mit Calypso-Klängen im Disco-Stil für die Hörerin beziehungsweise den Hörer aufwartet. Mit „Calypso Part 2“ geht jegliche Hektik zunächst verloren. Glücklicherweise. Das Lied bewegt sich zunächst im Bereich der Ambient-Hintergrundmusik. Doch dann schwappen die Töne doch wieder hektisch und gleichzeitig überaus langweilig aus den Boxen. Die Calypso-Klänge werden nun allerdings lediglich etwas angedeutet, sind jedoch noch zu vernehmen.

„Calypso Part 3“ klingt nun wiederum sogar ein wenig hymnisch. Das Lied ist endlich mal eine ziemlich unaufgeregte Nummer, die sich langsam steigert und zudem über eine ganz nette Melodie verfügt. Für mich das einzig akzeptable Lied des ganzen Albums. Die Krönung der Scheibe folgt nämlich mit dem Titellied selbst, welches über eine Dreiviertelstunde aus den Lautsprechern rinnt. Platte und Kassette, in welcher Form das Album ursprünglich auch veröffentlicht wurde, enthalten eine zweiundzwanzigminütige Version des Stücks. Das Lied ist eine reine Ambient-Nummer, auf der über die ganze besagte Zeit rein gar nichts passiert. Solche Musik passt gut in Meditationszentren, Fußmassagepraxen oder in Escape Rooms, wenn dort Geister das Thema sind. Bei diesen Tönen kann man bestens entspannen, doch begeistern können solche Laute nicht. Es sind und bleiben Hintergrundgeräusche.

Fazit: „Calypso Part 1“ warf mich bereits aus der Bahn, „Calypso Part 2“ malträtierte weiter meine Ohren, „Calypso Part 3“ sorgte für Entspannung und spätestens bei „Waiting For Cousteau“ glaubt man irgendwann das weiße Licht am Ende des Tunnels erreicht zu haben. Und dabei kreiselt das ganze Album „Waiting For Cousteau“ irgendwo zwischen schlecht, langweilig und belanglos. Hm, was wähle ich nur davon? Vier Punkte.

Anspieltipps: Calypso Part 3



Freitag, 4. Dezember 2020

Fee. – Nachtluft

 



Fee. – Nachtluft


Besetzung:

Fee Mietz


Gastmusiker:

Florian Eilers
Tobias Wehner
Frieder Does
Lars von Brönner
Enrique Heil
Moritz Gleditzsch




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Pop


Trackliste:

1. Chéri (3:00)
2. Zusammen kann uns nichts passieren (3:34)
3. Elixier (3:09)
4. Straßburger Straße (4:02)
5. Kein Problem (2:16)
6. Ernst des Lebens (3:42)
7. Mit Dir (3:41)
8. Dein Haus ist umstellt (3:30)
9. Utopie (3:54)
10. Landebahn (3:30)

Gesamtspieldauer: 34:23



„Nachtluft“ heißt das zweite Album von Fee., welches heute am 4. Dezember 2020 auf dem Label O-Tone-Music erscheint. Auf „Nachtluft“ hört man einfühlsame, emotionale, intelligente und sehr abwechslungsreiche deutsche Musik, die wunderbar ins Ohr geht. Und auf ihrer Homepage kann man schließlich nachlesen, dass FEE. bei diesem Album alles selbst in die Hand genommen hat. Crowdfunding sowie die Aufnahmen und zusätzlich jede Menge Emotionen, die sich auch sehr schön in den Liedern erfühlen lassen.

Insgesamt zehn Titel befinden sich auf dem Album, welche bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr gehen und dieser Eindruck verstärkt sich noch mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe. Die Musik pendelt dabei zwischen Pop und sanfterem Rock mit kleinen Ausflügen zum Folk und klingt jederzeit eingängig und melodiös. Neben der Musik ist es die Stimme von Fee., welche die Hörerin beziehungsweise den Hörer immer wieder einfängt. Diese zeigt viele Schattierungen, von fast schon ein wenig lasziv klingend bis fordernd oder wunderschön verträumt und melancholisch.

„Nachtluft“ zu hören macht Spaß und ist überaus kurzweilig, denn die Platte ist eine kleine emotionale und stimmungsvolle musikalische Reise. Mit ihren Liedern transportiert Fee. sehr gelungen unterschiedlichste Atmosphären, die einen einfangen und auch bewegen. Besonders gelungen ist dies beim Titel „Straßburger Straße“, mit dem Fee. nochmals Abschied von ihrer Oma zu nehmen scheint. Das folgende „Kein Problem“ klingt durch seine Instrumentierung so herrlich verwunschen und entwickelt sich schnell zu einem kleinen Ohrwurm. Schön auch, dass man die Fernbedienung getrost beiseitelegen kann, denn es gibt keine Ausfälle auf „Nachtluft“.

Fazit: „Nachtluft“ ist ein schönes Album geworden. Eingängig, melodiös und mit intelligenten und hörenswerten Texten ausgestattet. Macht Laune. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Straßburger Straße, Kein Problem



Donnerstag, 3. Dezember 2020

The Lumineers – Cleopatra




The Lumineers – Cleopatra


Besetzung:

Wesley Schultz – lead vocals, guitar, percussion
Jeremiah Fraites – drums, percussion, piano, keyboards
Neyla Pekarek – cello, vocals


Gastmusiker:

Byron Isaacs – bass guitar, background vocals
Simon Felice – percussion, background vocals
David Baron – keyboards
Lauren Jacobson – strings, violin, background vocals
Abraham Hovey – guitar


Label: Decca Records


Erscheinungsjahr: 2016


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Sleep On The Floor (3:32)
2. Ophelia (2:40)
3. Cleopatra (3:21)
4. Gun Song (3:36)
5. Angela (3:21)
6. In The Light (3:51)
7. Gale Song (3:13)
8. Long Way From Home (2:32)
9. Sick In The Head (2:31)
10. My Eyes (3:36)
11. Patience (1:38)

Gesamtspieldauer: 50:59




„Cleopatra“ nannte die US-amerikanische Independent Band The Lumineers ihr zweites Studioalbum. „Cleopatra“ wurde am 8. April 2016 auf dem Plattenlabel Decca Records veröffentlicht und enthält die vier Single-Veröffentlichungen „Ophelia“, „Cleopatra“, „Angela“ sowie „Sleep On The Floor“. Sowohl in den USA wie auch in Großbritannien erreichte das Album Platz 1 der jeweiligen Charts. In Deutschland platzierte sich „Cleopatra“ auf Platz 16. Das Cover zeigt die Schauspielerin Theda Bara (1885 – 1955), die im Jahr 1917 im gleichnamigen Film die Hauptrolle spielte. Von dem Film sind allerdings leider nur knappe 20 Sekunden Material erhalten.

Auch auf „Cleopatra“ hört man die für die Lumineers so typische Mischung aus Independent Rock und Folk, eine Mischung, die so wunderbar leicht ins Ohr geht. Sanft klingt sie, die Musik des Trios. Zumeist mit der akustischen Gitarre oder dem Piano instrumentiert, dazu die zarten Cello-Klänge der Neyla Pekarek und fertig ist das Album, welches mit den Gefühlen spielt und das Herz erwärmt. Definitiv lohnt es sich die Scheibe in Ruhe und öfters anzuhören, denn Vieles auf „Cleopatra“ erschließt sich einem beim genauen Zuhören. Definitiv ist das keine Musik zum „Nebenbeihören“, damit wäre das Album verschenkt.

Nichts auf diesem Album klingt hektisch, rau oder unmelodiös. Genau das Gegenteil ist der Fall, die Lieder – alle von gleichbleibender Qualität – gehen sanft ins Ohr. Musik für die stillen Momente des Tages, Musik zum Entspannen und Genießen. Schwer fällt es hier Höhepunkte herauszuheben, denn die Lieder der Lumineers auf „Cleopatra“ klingen alle und keiner der einzelnen Titel sticht besonders hervor.

Fazit: Schöne und sanfte, tiefergehende Musik gibt es auf „Cleopatra“ zu hören. Alles auf diesem Album klingt eingängig und melodiös. Wer auf ruhige Musik steht, befreit von jeglicher Hektik und jeglichem Stress, angefüllt mit schönen Melodien, die oder der dürfte viel Spaß mit „Cleopatra“ haben. Nur etwas kurz ist das Album leider ausgefallen. Lediglich etwas mehr als eine halbe Stunde Spielzeit ist in der heutigen Zeit definitiv sehr kurz ausgefallen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Cleopatra, My Eyes



Dienstag, 1. Dezember 2020

The Monkees – The Birds, The Bees & The Monkees




The Monkees – The Birds, The Bees & The Monkees


Besetzung:

Micky Dolenz – vocals, backing vocals, percussion
Davy Jones – vocals, backing vocals, percussion
Michael Nesmith – vocals, backing vocals, guitars, percussion
Peter Tork – piano


Gastmusiker:

Many, many musicians


Label: Colgems Records


Erscheinungsjahr: 1968


Stil: Pop, Oldie, Rock


Trackliste:

1. Dream World (3:21)
2. Auntie‘s Municipal Court (4:05)
3. We Were Made For Each Other (2:25)
4. Tapioca Tundra (3:08)
5. Daydream Believer (3:00)
6. Writing Wrongs (5:08)
7. I‘ll Be Back Up On My Feet (2:26)
8. The Poster (2:21)
9. P.O. Box 9847 (3:16)
10. Magnolia Simms (3:48)
11. Valleri (2:15)
12. Zor And Zam (2:10)

Bonus Tracks der Wiederveröffentlichung im Jahr 1994:

13. Alvin (Previously Unissued) (0:27)
14. I‘m Gonna Try (Previously Unissued) (2:44)
15. P.O. Box 9847 (Previously Unissued Alternate Mix) (3:15)
16. The Girl I Left Behind Me (Previously Unissued Early Version) (2:40)
17. Lady‘s Baby (Previously Unissued Alternate Mix) (2:29)

Gesamtspieldauer: 49:06




„The Birds, The Bees & The Monkees“ heißt das fünfte Studioalbum der US-amerikanischen Pop Band The Monkees. Es erschien im 22. April 1968 und war das erste Monkees-Album, das nicht die Nummer 1 der US Billboard 200 erreichte und lediglich auf Platz 3 der Charts kletterte. Es war auch ihr erstes Album, das die britischen Charts insgesamt verfehlte, wobei die vier vorherigen Alben alle die Top Ten erreichten. Das Album hat sich insgesamt allerdings trotzdem über eine Million Mal verkauft.

Nachdem die vier Musiker auf den letzten beiden Alben zumindest etwas zu einer Band geworden waren und einige Titel selbst komponierten, viele der Lieder selbst und vor allen Dingen zusammen einspielten, gehörte dies auf „The Birds, The Bees & The Monkees“ bereits wieder der Vergangenheit an. Dieses Mal war es allerdings keine Plattenfirma oder der Produzent, der dies verlangte, es waren die Musiker selbst, die sich Studiomusiker und Freunde zusammensuchten und parallel in verschiedenen Studios unterschiedliche Titel aufnahmen. Chip Douglas, der Produzent der beiden vorherigen Alben, sollte am Ende alles wieder zusammenführen, wurde allerdings von dieser Aufgabe entbunden, sodass jeder der vier Musiker irgendwie sein eigenes Süppchen köchelte.

So ist „The Birds, The Bees & The Monkees“ ein recht abwechslungsreiches Album geworden. Ein wenig Musical-Rock von Davy Jones, Country-Anleihen und psychedelische Experimente von Michael Nesmith sowie eine Prise Rock von Micky Dolenz waren die Ingredienzien für dieses Album, bei dem sich allerdings nur Michael Nesmith mit eigenen Kompositionen durchsetzen konnte. Die meisten Lieder stammten wieder von anderen Songwritern. Auch sind die Monkees bis auf den Gesang kaum beim Einspielen der Scheibe beteiligt gewesen. Am Schlimmsten traf es dabei Peter Tork. Mehrere seiner Kompositionen wurden für die Veröffentlichung auf dem Album in Betracht gezogen, allerdings wurden letztendlich alle abgelehnt. Abgesehen davon, dass er beim Stück „Daydream Believer“ Klavier spielte, ist Peter Tork an der Entstehung der Platte überhaupt nicht beteiligt.

Wie bei allen Platten der Monkees findet man einige poppige Oldies, reichlich Uninteressantes. Insgesamt hatte die Musik der Band allerdings doch eine gewisse Entwicklung durchlaufen. Die Lieder waren bezüglich der bedienten Genres breiter aufgestellt, das Ergebnis insgesamt deutlich abwechslungsreicher. Höhepunkte auf „The Birds, The Bees & The Monkees“ sind die Lieder „Daydream Believer“, „Writing Wrongs“ und „Zor And Zam“. „Daydream Believer“ ist ein kleiner Ohrwurm und eines der bekanntesten Stücke der Monkees, geschrieben vom ehemaligen Kingston Trio-Mitglied John Stewart. „Writing Wrongs“ schrieb Michael Nesmith und ist ein psychdelischer Ausflug. „Zor And Zam“ wurde von Bill und John Chadwick für die Monkees und ihre TV-Show geschrieben und ist eine kurze aber spannende Nummer, ebenfalls mit leicht psychedelischem Einschlag.

Fazit: Auch wenn sich „The Birds, The Bees & The Monkees“ immer noch sehr gut verkaufte und mit „Valleri“ und „Daydream Believer“ auch noch zwei weitere Nummer 1 Singles in der langen Liste der Monkees hinzusteuerte, so stellte diese Platte doch einen Einschnitt dar. Im Jahr 1968, dem Jahr der Entstehung von „The Birds, The Bees & The Monkees“ wurde ihre Fernseh-Serie abgesetzt. Ein Kinofilm und ein Fernsehspecial floppten und Ende des Jahres verließ Peter Tork die Band. Und obwohl die Monkees hier nicht mehr als Einheit auftraten hat die Platte ihre Höhepunkte und gehört mit den beiden Vorgängern zu den besseren Scheiben der Band. Acht Punkte.

Anspieltipps: Daydream Believer, Writing Wrongs, Zor And Zam



Sonntag, 29. November 2020

Mike Edel – En Masse

 




Mike Edel – En Masse


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Pop


Trackliste:

1. Hello Universe (2:54)
2. Good About Everything (3:10)
3. Sunshine (3:06)
4. Lose You (3:48)
5. Giving Up On Giving In (3:20)
6. Still Thinking About You (3:27)
7. Need You (3:08)
8. Hockey Guy (3:13)
9. Balcony (3:33)
10. The Distance (3:48)
11. Hello Universe (Alternative Mix) (2:53)

Gesamtspieldauer: 36:26



„En Masse“ heißt das vierte Studioalbum des kanadischen Musikers Mike Edel. Am 20. November ist das Album auf dem Plattenlabel Pennant erschienen. Auf seiner Homepage schreibt der Musiker dazu „En Masse ist eine Suche nach Stückwerk; ein Album über die Entdeckung durch den Prozess der Zusammenarbeit. Das Schreiben, die Aufnahme und die Produktion wurden von den kollektiven Instinkten, der Intuition und der Melodie einer Gruppe von Mitarbeitern geleitet. Mit diesem Projekt wollte ich Ideen und Methoden von außen einbringen, die mir helfen sollten, eine neue Energie zu formulieren, und aus diesem Grund hat „En Masse“ meine künstlerischen Fähigkeiten erweitert.“

„En Masse“ ist ein Pop-Album, welches überaus abwechslungsreich mit Stimmungen und Atmosphären jongliert. Ein Album, welches ins Ohr geht und hier noch mit den Durchläufen wächst. Das Zuhören macht Spaß und auch wenn es auf „En Masse“ durchaus nachdenklichere Titel zu hören gibt, ist die Grundstimmung des Albums eine optimistische bis fröhliche. Der Fuß wippt da ganz automatisch mit und das Album bringt selbst im Corona-November das Gefühl einer Cabrio-Fahrt des Sommers zurück.

Fazit: „En Masse“ von Mike Edel ist ein Album für alle, die es unkompliziert und schnell eingängig lieben. Dabei ist es keine oberflächliche Musik, die Mike Edel hier seinen Zuhörerinnen und Zuhörern bietet, denn der Kanadier jongliert mit den Stimmungen und weiß dabei jede seiner Vorlagen gut umzusetzen.

Anspieltipps: Hockey Guy



Freitag, 27. November 2020

Dream Theater – Distant Memories - Live in London

 




Dream Theater – Distant Memories - Live in London


Besetzung:

John Petrucci – guitars, backing vocals
John Myung – bass
James LaBrie – lead vocals
Jordan Rudess – keyboards
Mike Mangini – drums




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: ProgMetal


Trackliste:

CD1:

1. Untethered Angel (5:56)
2. A Nightmare To Remember (16:37)
3. Fall Into the Light (7:26)
4. Barstool Warrior (6:42)
5. In The Presence Of Enemies – Part 1 (8:43)
6. Pale Blue Dot (8:52)

CD2:

1. Scenes Live Intro (1:44)
2. Scene One: Regression (2:06)
3. Scene Two: I. Overture 1928 (3:38)
4. Scene Two: II. Strange Déjà Vu (5:03)
5. Scene Three: I. Through My Words (1:02
6. Scene Three: II. Fatal Tragedy (6:53)
7. Scene Four: Beyond This Life (11:26)
8. Scene Five: Through Her Eyes (6:45)

CD3:

1. Scene Six: Home (13:01)
2. Scene Seven: I. The Dance Of Eternity (6:09)
3. Scene Seven: II. One Last Time (3:48)
4. Scene Eight: The Spirit Carries On (6:39)
5. Scene Nine: Finally Free (12:54)
6. At Wit’s End (9:42)
7. Paralyzed (Bonus Track) (4:34)

DVD1/BluRay1:

1. Atlas (Intro) (2:32)
2. Untethered Angel (5:57)
3. A Nightmare To Remember (16:37)
4. Fall Into The Light (7:26)
5. Barstool Warrior (6:41)
6. In The Presence Of Enemies – Part 1 (8:43)
7. Pale Blue Dot (8:52)

DVD2/BluRay2:

1. Scenes Live Intro (1:46
2. Scene One: Regression (2:06)
3. Scene Two: I. Overture 1928 (3:38)
4. Scene Two: II. Strange Déjà Vu (5:03)
5. Scene Three: I. Through My Words (1:02)
6. Scene Three: II. Fatal Tragedy (6:54)
7. Scene Four: Beyond This Life (11:25)
8. Scene Five: Through Her Eyes (6:45)
9. Scene Six: Home (13:03)
10. Scene Seven: I. The Dance Of Eternity (6:09)
11. Scene Seven: II. One Last Time (3:48)
12. Scene Eight: The Spirit Carries On (6:40)
13. Scene Nine: Finally Free (12:54)
14. At Wit’s End (9:42)
15. Paralyzed (Bonus Track) (4:34)
16. Behind The Scenes (4:03)

Gesamtspieldauer CD1 (54:18) und CD2 (38:41) und CD3 (56:52): 2:29:51



Nach bisher vierzehn Studioalben erscheint nun mit „Distant Memories - Live in London“ das neunte Live-Album der US-amerikanischen ProgMetaller von Dream Theater. Zu hören gibt es darauf das komplette 1999er Album „Metropolis Pt. II - Scenes From A Memory“ sowie fast komplett das letzte Studioalbum „Distance Over Time“ aus dem Jahr 2019. Ergänzt werden diese beiden Alben durch das Lied „In The Presence Of Enemies – Part I“ aus dem Album „Systematic Chaos“ von 2007 sowie durch den Titel „A Nightmare To Remember“, welcher vom 2009 erschienen Album „Black Clouds & Silver Linings“ stammt.

Eine gute Wahl von Dream Theater, diesen Höhepunkten in der Diskographie der Band so viel Platz auf einem Konzert und schließlich auch mit der anschließenden Veröffentlichung einzuräumen. „Metropolis Pt. II - Scenes From A Memory“ gilt bei vielen als das beste Album der Band und mit dem letztjährigen „Distance Over Time“ haben Dream Theater nochmals richtig gut nachgelegt. Eingespielt wurde das Album übrigens im Februar dieses Jahres im Hammersmith Apollo in London, noch kurz vor dem weltweiten Shut Down.

Und so stellt „Distant Memories - Live in London“ auch ein richtig gutes Live-Album dar, welches einen satten und fetten Sound aufweist, bei welchem vor allen Dingen nicht diese Live-Atmosphäre verloren gegangen ist, welche man auf manch anderem Live-Album diverser Bands, Sängerinnen oder Sänger vergeblich sucht. Das Publikum ist zu hören – nicht nur zu Beginn und am Ende eines Stückes – und wird zumindest ab und an auch mit einbezogen. Die Lieder klingen kraftvoll, mitunter sogar ein wenig härter, „dreckiger“ als auf den originalen Studioaufnahmen, bleiben ansonsten allerdings schon sehr nahe angelehnt an den ursprünglichen Versionen. Sound sowie Konzert-Atmosphäre sind gelungen.

Fazit: Spaß macht das Zuhören definitiv, da die Band es schafft dieses Live-Feeling zu transportieren – und dazu muss man noch nicht einmal selbst im Februar im Hammersmith Apollo in London gewesen sein. Falls einem die musikalische doch noch nicht ganz genügt, helfen die DVDs oder Blu-Rays weiter. Denn wenn man nicht nur Downloaden möchte, bekommt man neben drei CDs das Konzert auf zwei DVDs beziehungsweise zwei Blu-Rays gleich auch noch optisch mitgeliefert. Oder man greift gleich zur Deluxe Ausgabe mit zusätzlichem Artbook. Oder soll es doch lieber die vier LP-Ausgabe sein, bei der selbstverständlich auch die CDs mit enthalten sind? Viele Auswahlmöglichkeiten, doch für Fans lohnt sich das allemal. Elf Punkte.

Anspieltipps: Scene Six: Home