Montag, 25. Januar 2021

Om – Advaitic Songs

 



Om – Advaitic Songs


Besetzung:

Al Cisneros – bass, vocals, piano, percussion
Emil Amos – drums, guitar, piano, percussion


Gastmusiker:

Robert Aiki Aubrey Lowe – additional vocals, tambura on ″Gethsemane" and ″Sinai"
Jackie Perez Gratz – cello
Jory Fankuchen – violin
Kate Ramsey – vocals on ″Addis"
Lucas Chen – additional cello on ″Addis"
Lorraine Rath – flute on ″Haqq al-Yaqin"
Homnath Upadhyaya – tabla on ″Haqq al-Yaqin"




Erscheinungsjahr: 2012


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Addis (5:32)
2. State Of Non-Return (6:05)
3. Gethsemane (10:25)
4. Sinai (10:19)
5. Haqq Al-Yaqin (11:24)

Gesamtspieldauer: 43:47



Om ist eine US-amerikanische experimentelle Band aus San Francisco, Kalifornien. Gegründet wurde Om als Duo im Jahr 2003 von der Rhythmusgruppe der Band Sleep. Der Name der Band leitet sich vom hinduistischen Konzept des Om ab, das sich auf die natürliche Schwingung des Universums bezieht. „Advaitic Songs“ heißt das fünfte und bisher letzte Studioalbum von Om, die allerdings bis heute noch aktiv ist. „Advaitic Songs“ wurde am 24. Juli 2012 auf dem Plattenlabel Drag City Records veröffentlicht. Das Cover des Albums zeigt ein Bild von Johannes dem Täufer.

Auf dem Album hört man eine musikalische Mischung aus westlichen, orientalischen und auch religiösen Einflüssen, die zumeist sehr sanft, mitunter auch getragen aus den Lautsprechern strömt. Jederzeit klingt das sehr intensiv und atmosphärisch dicht. Doch die „Stimmungen“ und damit die Musik kann phasenweise auch härter klingen. Und auch das macht die Musik von Om aus, diese Verbindung von leicht religiös klingenden Passagen mit harten Riffen. Die Verbindung der Klänge von Cello, Violine und Flöte gepaart mit breiten Synthesizer-Landschaften.

Das Album lässt sich sehr gut in einem Durchhören. Nichts muss man da überspringen oder ausblenden. Dabei lohnt es sehr, sich auf diese Musik der Kalifornier zu konzentrieren, die unglaublich intensiv und auch facettenreich klingt. Und dies, obwohl innerhalb der Lieder weder die Stimmung noch die Melodie großartig variiert wird. Das mantraartige Wiederholen einer bestimmten Sequenz erinnert einmal mehr an religiöse Musik, die zudem bereits in den Liedertiteln Widerklang findet und einem beim Zuhören einen leicht hypnotisierenden Effekt vermittelt. Die Höhepunkte des Albums sind im Grunde genommen alle fünf Titel auf „Advaitic Songs“.

Fazit: Mit „Advaitic Songs“, was so viel wie „hinweisgebende Lieder“ bedeutet, kann man ganz tief in religiöse, westliche und orientalische Klänge eintauchen. Zu hören gibt es hier besondere Musik, die weit abseits des Alltäglichen spielt. Intensiv und atmosphärisch. Musik zum genauen Hinhören. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Haqq Al-Yaqin



Samstag, 23. Januar 2021

Damien Rice – 9

 





Besetzung:

Damien Rice – clarinet, fender rhodes, guitar, percussion, piano, production, singing bowls, vocals, wurlitzer


Gastmusiker:

Daisy – drawing, painting
Shane Fitzsimons – bass, double bass
Lisa Hannigan – backing vocals
Vyvienne Long – cello
Cora Venus Lunny – viola, violin
Tom Osander – drums, glasses
Joel Shearer – electric guitar




Erscheinungsjahr: 2006


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. 9 Crimes (3:39)
2. The Animals Were Gone (5:41)
3. Elephant (5:57)
4. Rootless Tree (4:22)
5. Dogs (4:10)
6. Coconut Skins (3:45)
7. Me, My Yoke + I (5:57)
8. Grey Room (5:43)
9. Accidental Babies (6:33)
10. Sleep Don’t Weep (21:54)
11. The Rat Within The Grain (3:33)

Gesamtspieldauer: 1:11:19



„9“ nannte der irische Musiker Damien Rice sein zweites Studioalbum, was zuerst in seiner Heimat Irland am 3. November 2006 veröffentlicht wurde. Drei Singles wurden mit den Liedern „9 Crimes“, „Rootless Tree“ sowie „Dogs“ aus der Platte ausgekoppelt. Das Album wurde in Großbritannien mit Gold zertifiziert und erreichte dort Platz vier der UK-Album-Charts.

Ursprünglich wollte Damien Rice lediglich ein einziges Album aufnehmen, sein Debut „O“ aus dem Jahr 2002. Doch auf Drängen seiner Plattenfirma hin veröffentlichte er schließlich vier Jahre später auch noch „9“. Überraschenderweise sagte er später in einem Interview: „Jetzt bereue ich das, denn ich würde die Hälfte der Songs, die auf „9“ zu hören sind, herausnehmen. Ich denke einfach nicht, dass sie als Platte so gut ist, wie sie sein könnte.“

Wahrlich überraschend diese Aussage denn auch auf „9“ gibt es viel Schönes zu entdecken Sanfte Musik voller Gefühl, die sich meist melancholisch bis traurig anhört und dabei mit wunderschönen Melodien ausgestattet wurde. Die Lieder gehen sehr schnell ins Ohr, transportieren sehr viel Atmosphäre und lassen einen träumen und die Hektik des Tages völlig vergessen.

Höhepunkte gibt es einige auf „9“. Besonders herauszuheben sind dabei die ersten beiden Singles des Albums „9 Crimes“ und „Rootless Tree“. Beides sind wunderschöne Lieder, die Musik zu etwas ganz Besonderem werden lassen. Und wie auch schon auf seinem Debut-Album „O“ mit dem Lied „Eskimo“, so packt Damien Rice auch auf „9“ noch einen Höhepunkt in Form eines als Bonus-Tracks verzeichneten Liedes mit auf das Album. „The Rat Within The Grain“ heißt dieser, verfügt über klasse arrangierten mehrstimmigen Gesang und geht ebenfalls ganz schnell ins Ohr.

Fazit: Auch wenn Damien Rice mit dem Ergebnis später anscheinend nicht mehr ganz zufrieden war, finde ich „9“ sehr gelungen. Das Album lebt von diesen traurigen Atmosphären, die die Lieder transportieren und von wunderschönen Melodien, klasse Arrangements und ganz viel Gefühl. Sehr hörenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: 9 Crimes, Rootless Tree, The Rat Within The Grain



Freitag, 22. Januar 2021

Steve Hackett – Under A Mediterranean Sky




Steve Hackett – Under A Mediterranean Sky


Besetzung:

Steve Hackett – nylon, steel string & twelve string guitars, charango, iraqi oud


Gastmusiker:

John Hackett – flute (7)
Roger King – keyboards, programming & orchestral arrangements (1 – 11)
Malik Mansurov – tar (3, 8)
Arsen Petrosyan – duduk (8)
Christine Townsend – violin (5, 10)
Rob Townsend – soprano sax (8)




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Mdina (The Walled City) (8:45)
2. Adriatic Blue (4:51)
3. Sirocco (5:13)
4. Joie De Vivre (3:41)
5. The Memory Of Myth (3:29)
6. Scarlatti Sonata (3:40)
7. Casa Del Fauno (3:51)
8. The Dervish And The Djin (4:57)
9. Lorato (2:29)
10. Andalusian Heart (5:34)
11. The Call Of The Sea (4:44)

Gesamtspieldauer: 51:20



„Under A Mediterranean Sky“ nannte Steve Hackett sein bisher 26. Soloalbum. Und bei diesem Album ist der Name Programm. Keine Steve Hackett Musik wie auf den letzten Platten „Wolflight“, „The Night Siren“ oder „At The Edge Of Light“. Keine neuen Einspielungen der Musik seiner Zeit bei Genesis. „Under A Mediterranean Sky“ ist ein reines Instrumentalalbum geworden – eingespielt auf der akustischen Gitarre, unterstützt von einem Orchester.

„Under A Mediterranean Sky“ wurde inspiriert von ausgedehnten Reisen rund um das Mittelmeer, welche Steve Hackett immer wieder durchführte. „Eine Menge akustischer Ideen hatten sich über die Jahre gebildet, und es fühlte sich wie der perfekte Zeitpunkt an, dieses Album zu machen“, bemerkt der Musiker und weiter: „Eine Zeit, um die Orte, die wir rund um das Mittelmeer besucht haben, mit der Art von Musik zu betrachten, die aus der Welt der Fantasie entstanden ist.“

Und so hört man auf „Under A Mediterranean Sky“ wunderschöne Melodien, die Steve Hackett auf der akustischen Gitarre zum Besten gibt. Das klingt manches Mal spanisch, dann wiederum mit einem leichten orientalischen Hauch versehen, immer und mit jedem Akkord auch ein wenig verträumt und oftmals melancholisch bis sentimental.

Mit von der Partie war erneut Roger King, der bereits an den letzten Alben des Briten mit beteiligt war. Roger King übernahm das Abmischen, die raren Keyboardparts, das Programmieren und die Orchestrierung. Und damit sind wir bei der nächsten Besonderheit für ein Steve Hackett Album. Die akustische Gitarre wechselt sich mal mit dem Orchester ab. Manches Mal wird sie allerdings auch klanglich unterstützt und die Gitarre sowie das ganze Orchester spielen eine Art Duett. In den Passagen, in denen die Gitarre des Steve Hackett verstummt, klingt die Musik auf „Under A Mediterranean Sky“ fast schon wie die Untermalung bestimmter Filmszenen, die dann mit Sicherheit grandiose Naturschauspiele zeigen würden. Genau das sind allerdings auch die Momente, bei denen man sich manchmal etwas weniger Pathos gewünscht hätte.

Fazit: Steve Hackett mal anders. Wer hören mag, welch großartiger Gitarrist das ehemalige Genesis-Mitglied ist, die oder der bekommt auf „Under A Mediterranean Sky“ erneut sehr viel Gelegenheit dazu. Melodiöse und verträumte akustische Gitarrenmusik gibt es hier zu hören, die die Mittelmeersonne mit ihren Melodien direkt zum Ohr transportiert. Das Ganze garniert mit orchestraler Musik, die bei mir Gedanken an Filmmusik aufkommen lässt. Musik zum Träumen und zum Ausspannen nach einem stressigen Tag im Homeoffice. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Joie De Vivre, Casa Del Fauno



Donnerstag, 21. Januar 2021

Half Moon Run – Dark Eyes

 



Half Moon Run – Dark Eyes


Besetzung (Ohne Instrumentenangabe):

Devon Portielje
Conner Molander
Dylan Phillips


Gastmusiker:

Thomas Chartré – cello on "Need It", "Give Up" and "21 Gun Salute"
Brigitte Dajczer – violin on "Give Up"
Tosca String Quartet – strings on "Unofferable"
Babette Hayward – background vocals on "21 Gun Salute"




Erscheinungsjahr: 2013


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Full Circle (3:01)
2. Call Me In The Afternoon (3:03)
3. No More Losing The War (3:57)
4. She Wants To Know (4:11)
5. Need It (3:25)
6. Give Up (3:50)
7. Judgement (3:06)
8. Unofferable (4:06)
9. Drug You (3:47)
10. Nerve (3:17)
11. Fire Escape (2:54)
12. 21 Gun Salute (4:52)

Gesamtspieldauer: 43:36



„Dark Eyes“ heißt das Debüt-Studioalbum der Independent-Rock-Band Half Moon Run aus Montrèal, Kanada. Das Album erschien am 27. März 2012 auf dem Plattenlabel Glassnote Records. Mit den Liedern „Full Circle“, „Call Me In The Afternoon“ sowie „She Wants To Know“ wurden insgesamt drei Singles aus dem Album ausgekoppelt. „Full Circle“ erreichte immerhin Platz 29 der kanadischen Charts und wurde im Trailer zu „Assassin's Creed IV: Black Flag“ verwendet.

Auf „Dark Eyes“ hört man sehr eingängigen und melodiösen Independent Rock. Dieser klingt zumeist eher dunkel bis traurig, sentimental bis melancholisch, dafür aber auch um so bewegender. Die einzelnen Lieder bewegen sich zumeist im eher sanften bis mittleren Tempo und Rhythmus. Nur selten wird die Geschwindigkeit stärker angezogen. Die Lieder gehen allesamt gut ins Ohr und wachsen auch mit den weiteren Durchgängen. Das Zuhören macht dabei jede Menge Spaß und die Titel sind weit davon entfernt, sich im Mainstream des Rocks zu tummeln. Half Moon Run klingen auf „Dark Eyes“ interessant, spannend und auch ein wenig ungewöhnlich – auf eine sehr sympathische Art und Weise. Absolut gelungen sind da immer wieder die aufwendig arrangierten, mehrstimmigen Gesangspassagen. Allein deshalb lohnt sich „Dark Eyes“ bereits.

Die Lieder hören sich allesamt melodiös an. Niemals kommt man in Versuchung einen der Titel mittels der Fernbedienung zu überspringen beziehungsweise auszublenden. Trotzdem besitzt das Album zwei Höhepunkte, die noch mal ein wenig mehr wirken und klingen, als die restlichen zehn Titel. Dies sind die Lieder „Full Circle“ und „Drug You“. Beides Nummern mit einem sehr hohen Wiedererkennungswert und beides auch Lieder, die durchaus sogar einen kleinen Ohrwurmcharakter aufweisen.

Fazit: Mit „Dark Eyes“ ist der kanadischen Band Half Moon Run ein wahrlich gelungenes Debut gelungen. Independent Rock der sanften, hintergründigen Art und zu jederzeit mit tollen Melodien ausgestattet, die ins Ohr gehen. Eine gewisse Melancholie verströmt dieses Album. Süße Melancholie, die es lohnt gehört zu werden. Elf Punkte.

Anspieltipps: Full Circle, Drug You



Dienstag, 19. Januar 2021

Blur – Parklife

 



Blur – Parklife


Besetzung:

Damon Albarn – lead and backing vocals, keyboards, hammond organ, moog synthesiser, melodica, vibraphone, recorder, programming
Graham Coxon – guitars, backing vocals, clarinet, saxophone, percussion
Alex James – bass guitar, vocals on "Far Out"
Dave Rowntree – drums, percussion, programming


Gastmusiker:

Stephen Street – synthesizer, sound effects, programming
Lætitia Sadier – vocals on "To The End"
Phil Daniels – narration on "Parklife"
Stephen Hague – accordion
Chris Tombling – strings
Audrey Riley – strings
Leo Payne – strings
Chris Pitsillides – strings
Louisa Fuller – violin
Rick Koster – violin
Mark Pharoah – violin
John Metcalfe – string arrangement, viola
Ivan McCready – cello
Richard Edwards – trombone
Roddy Lorimer – flugelhorn, trombone
Tim Sanders – tenor saxophone, soprano sax
Simon Clarke – baritone saxophone, alto saxophone, flute




Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Pop


Trackliste:

CD1:

1. Girls & Boys (4:51)
2. Tracy Jacks (4:19)
3. End Of A Century (2:45)
4. Parklife (3:05)
5. Bank Holiday (1:42)
6. Badhead (3:25)
7. The Debt Collector (2:10)
8. Far Out (1:37)
9. To The End (4:04)
10. London Loves (4:15)
11. Trouble In The Message Centre (4:09)
12. Clover Over Dover (3:22)
13. Magic America (3:37)
14. Jubilee (2:47)
15. This Is A Low (5:16)
16. Lot 105 (1:19)

CD2 (Bonus-CD):

1. Magpie ("Girls And Boys" B-Side) (4:16)
2. Anniversary Waltz ("Girls And Boys" B-Side) (1:22)
3. People In Europe ("Girls And Boys" B-Side) (3:28)
4. Peter Panic ("Girls And Boys" B-Side) (4:21)
5. Girls and Boys (Pet Shop Boys 12'' Remix) ("To The End" B-Side) (7:16)
6. Threadneedle Street ("To The End" B-Side) (3:18)
7. Got Yer! ("To The End" B-Side) (1:48)
8. Beard ("Parklife" B-Side) (1:44)
9. To The End (French Version) ("Parklife" B-Side) (4:05)
10. Supa Shoppa ("Parklife" B-Side) (3:02)
11. Theme From An Imaginary Film ("Parklife" B-Side) (3:34)
12. Red Necks ("End Of The Century" B-Side) (2:53)
13. Alex's Song ("End Of The Century" B-Side) (2:45)
14. Jubilee (Acoustic BBC Live Version) (2:32)
15. Parklife (Acoustic BBC Live Version) (2:59)
16. End Of A Century (Acoustic Version) (2:44)

Gesamtspieldauer CD1 (52:51) und CD2 (52:15): 1:45:06



„Parklife“ heißt das dritte Studioalbum der englischen Pop- und Rockband Blur. Das Album erschien am 25. April 1994 auf dem Plattenlabel Food Records und erklomm in Großbritannien die Spitze der Charts, nachdem der Vorgänger „Modern Life Is Rubbish“ weit hinter den Erwartungen bezüglich der Verkaufszahlen zurückgeblieben war. Insgesamt wurden sechs Singles aus dem Album ausgekoppelt, von denen sich die vier Titel „Girls & Boys“, „End Of A Century“, „Parklife“ sowie „To The End“ ebenfalls sehr gut verkauften.

„Parklife“ steht stellvertretend für Brit-Pop, der damals in den 90er Jahren seinen Siegeszug um die Welt antrat. Mit den Kollegen von Oasis sind Blur die wichtigsten Vertreter dieses musikalischen Genres und „Parklife“ stellt eines der wichtigsten Alben dieses Genres dar. Auf dem Album hört man sehr eingängigen und vor allen Dingen auch abwechslungsreichen Pop. Dabei springen einen die Melodien nicht unbedingt gleich beim ersten Mal des Hörens sofort an. „Parklife“ gehört definitiv zu jenen Alben, die sich einem immer besser erschließen, je öfters man sie anhört.

Sehr gelungen ist die Instrumentierung, die ihrerseits zur Abwechslung auf „Parklife“ beiträgt. Da gibt es eben nicht mehr nur die „herkömmlichen“ Instrumente der Pop- beziehungsweise Rock-Musik zu hören. Blur integrieren ganz selbstverständlich Bläser und Streicher in ihren Sound ohne, dass sich dies aufgesetzt oder anbiedernd anhören würde. Interessant klingt das an jeder Stelle des Albums, Ausfälle gibt es bei den sechzehn Titeln des originalen Albums auch nicht zu beklagen. „Badhead“ sowie „Clover Over Dover“ heißen meine persönlichen Favoriten auf „Parklife“, die so wunderbar und eingängig ins Ohr gehen.

Mit der remasterten und erweiterten Ausgabe des Albums erhält man jede Menge Bonusmaterial in Form einer weiteren CD, welches den Gesamteindruck der Platte sehr schön abrundet und für den Fan gewiss einen Mehrwert darstellt.

Fazit: „Parklife“ ist ein eingängiges und abwechslungsreiches Album geworden, welches mit sehr viel Abwechslung überzeugt. Die Musik der vier Briten klingt unbekümmert und auch zeitlos, sodass man „Parklife“ seine bereits 27 Jahre nicht anhört. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Badhead, Clover Over Dover



Sonntag, 17. Januar 2021

Rush – Feedback




Rush – Feedback


Besetzung:

Geddy Lee – lead vocals, bass guitar
Alex Lifeson – guitar
Neil Peart – drums, percussion


Label: Atlantic Records


Erscheinungsjahr: 2004


Stil: Rock


Trackliste:

1. Summertime Blues (3:51)
2. Heart Full Of Soul (2:52)
3. For What It's Worth (3:30)
4. The Seeker (3:25)
5. Mr. Soul (3:49)
6. Seven And Seven Is (2:52)
7. Shapes Of Things (3:15)
8. Crossroads (3:29)

Gesamtspieldauer: 27:05



„Feedback“ ist kein offizielles Album der kanadischen Rockband Rush, sondern zum einen eher eine EP bei einer Laufzeit von noch nicht mal einer halben Stunde. Zum anderen handelt es sich bei den acht Liedern auf „Feedback“ lediglich um Cover-Versionen von Liedern, die die Musiker für diese Zusammenstellung ausgesucht haben. „Feedback“ wurde am 29. Juni 2004 auf dem Plattenlabel Anthem Records beziehungsweise auf Atlantic Records veröffentlicht. 

Ich frage mich ehrlich gesagt, was das soll. Man kann Rush bestätigen, dass sie Lieder nachspielen können. Trotzdem höre ich persönlich diese sehr viel lieber im Original. Nur wenige Künstler schaffen es, aus einem ursprünglichen Titel ein ganz besonderes Lied zu machen. Johnny Cash gelang das, man denke nur an seine Interpretation von „Hurt“. Rush spielen hier gut, trotzdem ist diese Platte absolut überflüssig und sinnlos, denn besonders werden die Titel auch nicht variiert.

Fazit: Nur was für eingefleischte Rush Fans, die hier ihren Spaß haben, „ihre“ Band auch mal in Bezug zu anderen Musikern und Bands zu hören. Für den ganzen Rest an Musikfans eher verzichtbar. Drei Punkte.

Anspieltipps: Summertime Blues



Freitag, 15. Januar 2021

Blackout Problems – Dark

 





Besetzung:

Mario Radetzky – Gesang, Gitarre
Marcus Schwarzbach – Bass, Gesang
Michael Dreilich – Schlagzeug
Moritz Hammrich – Gitarre, Gesang




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Murderer (4:28)
2. Brother (3:05)
3. Germany, Germany (3:41)
4. Darling (6:38)
5. House On Fire (3:06)
6. Dark (3:40)
7. Lady Earth (3:47)
8. Drive By (3:09)
9. Lovers (3:44)
10. Seven (3:36)
11. Fireman (3:59)
12. Heaven (2:52)
13. Ghost (4:05)

Gesamtspieldauer: 49:50



„Dark“ ist nach den Veröffentlichungen „Holy“ und „KAOS“ aus den Jahren 2016 und 2018 bereits dritte Studioalbum der Münchener Band Blackout Problems. „Dark“ erscheint heute, am 15. Januar 2021 auf dem bandeigenen Plattenlabel Munich Warehouse sowie auf dem Label Sony Music.

Es ist immer wieder begeisternd zu hören, welche wahrlich überzeugenden Bands es auch hier in Deutschland gibt. Die Musik von Blackout Problems auf „Dark“ muss sich keineswegs vor jener der englischen oder US-amerikanischen Bands verstecken, wenn es um eingängigen und mitreißenden Alternative Rock geht. „Dark“ klingt abwechslungsreich, rockig, an mancher Stelle auch poppig und geht jederzeit ins Ohr. Dabei verbinden die vier Musiker den Sound der eher klassischen Rock-Instrumente mit jenem, des eher im Pop beheimateten Synthesizers auf eine spannende Art und Weise.

Aber es sind nicht nur die Melodien, die auf „Dark“ überzeugen. Auch die Texte heben sich angenehm von manch stupiden und oftmals peinlichen „Liebesbeschwörungen“ anderer Bands ab. Auf dem Album werden inhaltlich aktuelle Themen aufgegriffen, ohne dabei mit dem erhobenen Zeigefinger dazustehen. Dadurch ergibt sich eine gelungene und auch oftmals mitreißende Verbindung von Musik und Wort, welche immer wieder neue Wege einschlägt, überrascht und sich mit seinen Melodien im Ohr festzusetzen versteht.

Fazit: Ein spannendes und überzeugendes Album ist den vier Musikern von Blackout Problems mit ihrem neuesten Werk „Dark“ gelungen. Abwechslungsreichen Alternative Rock gibt es darauf zu hören, der eingängig aus den Boxen sprudelt und musikalisch wie auch textlich gefällt. Eine gute Alternative zum Alternative Rock aus den USA oder England. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Darling



Mittwoch, 13. Januar 2021

Ufo – Mechanix




Ufo – Mechanix


Besetzung:

Phil Mogg – vocals
Paul Chapman – guitars
Neil Carter – keyboards, guitar, backing vocals, saxophone, orchestral arrangements
Pete Way – bass
Andy Parker – drums


Gastmusiker:

Gary Lyons – orchestral arrangements


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsjahr: 1982


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Writer (4:12)
2. Somethin‘ Else (3:21)
3. Back Into My Life (4:59)
4. You‘ll Get Love (3:09)
5. Doing It All For You (5:02)
6. We Belong To The Night (3:57)
7. Let It Rain (4:01)
8. Terri (3:53)
9. Feel It (4:07)
10. Dreaming (3:57)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2009:

11.Heel Of A Stranger (4:09)
12. We Belong To The Night (Live In Oxford, 25 March 1983) (4:34)
13. Let It Rain (live in Oxford, 25 March 1983) (3:07)
14. Doing It All For You (Soundcheck At The Birmingham Odeon, 26 March 1983) (5:21)

Gesamtspieldauer: 57:57



„Mechanix“ heißt das zehnte Studioalbum der britischen Rockband Ufo. Es erschien im Februar 1982 auf dem Plattenlabel Chrysalis Records. Das Album wurde schließlich am 26. Januar 2009 auf demselben Label mit einem neuen Track, der ursprünglich nur auf der japanischen Ausgabe des Albums vorhanden war und mit drei Live-Versionen wiederveröffentlicht. „Let It Rain“ sowie „Back Into My Life“ hießen die beiden Singleauskopplungen des Albums.

Auf „Mechanix“ haben Ufo nun endgültig und deutlich Abkehr von der Musik ihrer vorherigen Alben genommen. War dort meist eine Mischung aus Rock und Ballade zu hören, die immer eingängig klang, so ist auf „Mechanix“ der Fokus deutlich hin zum Rock verschoben und zwar zum eher geradlinigen und schnörkellosen Rock. Lediglich die Nummer „Terri“ fällt da noch ein wenig aus dem Rahmen, denn da ist sie nämlich dann doch noch, die obligatorische Ufo-Ballade. Jedoch auf „Mechanix“ stellt sie eine Ausnahme dar. Die Eingängigkeit geht der Musik von Ufo auf diesem Album insgesamt ein klein wenig verloren, auch klingt die Musik der Engländer deutlich weniger differenziert, als noch auf den Platten zuvor. Das macht die Musik von Ufo leider deutlich ausrechenbarer und damit auch – ebenfalls natürlich leider – ein klein wenig langweiliger.

Nun, will man die Höhepunkte auf „Mechanix“ benennen, so fällt das gar nicht so einfach, da das Album größtenteils in einem Schub an einem vorbeizieht, ohne großen Eindruck zu hinterlassen. Es befinden sich zwar keine wirklichen Ausfälle auf der Platte, doch Begeisterungsstürme lösen die einzelnen Titel dann ebenfalls nicht aus. Um hier jedoch trotzdem zwei Lieder zu nennen, sei zum einen das rockige und durchaus ein wenig eingängige „Doing It All For You“ erwähnt, sowie jene besagte Ballade, das Lied „Terri“, welches eben eine Besonderheit der Platte darstellt und alleine deswegen auffällt.

Fazit: Leider hört man auf „Mechanix“ zum allergrößten Teil relativ schnörkellosen Mainstream Rock. Dieser ist dabei zumeist langweilig und lässt einen selten aufhorchen. „Mechanix“ ist kein schlechtes Album, allerdings dann doch nur ein mittelmäßiges mit überwiegend mittelmäßigen Liedern. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Doing It All For You, Terri



Montag, 11. Januar 2021

Triana – Sombra Y Luz




Triana – Sombra Y Luz


Besetzung:


Jesus De La Rosa – vocals, keyboards, guitar
Juan Jose Palacios – drums, percussion
Eduardo Rodriguez R. – guitars


Gastmusiker:

Pepe Roca – electric guitar
Manolo Rosa – bass
Enrique Carmona – vocals
Miguel Angel Iglesias – choir


Label: Fonomusic


Erscheinungsjahr: 1979


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Una Historia (5:07)
2. Quiero Contarte (5:00)
3. Sombra Y Luz (7:31)
4. Hasta Volver (10:36)
5. Tiempo Sin Saber (5:23)
6. Vuelta A La Sombra Y La Luz (2:47)

Gesamtspieldauer: 36:27




Mit ihrem dritten Studioalbum „Sombra Y Luz“ ernteten die drei Musiker der spanischen Progressive Rock Band Triana endlich auch den verdienten kommerziellen Erfolg. „Sombra Y Luz“ verkaufte sich gut und in diesem „Sog“ kam es auch noch mal zu einem Anstieg der Verkaufszahlen der beiden ersten Alben von Triana. „Sombra Y Luz“ erschien im Jahr 1979 auf dem Plattenlabel Fonomusic.

Mit „Sombra Y Luz“ hatten sich Triana noch ein wenig weiter von ihrem ursprünglichen musikalischen Konzept entfernt, der Verbindung von spanischem Flamenco mit dem Progressive Rock, der Anfang der 70er Jahre in Großbritannien entstanden war. Trotzdem erklingt auch auf dieser Platte noch diese so ungewöhnliche Verbindung der spanischen Gitarre mit eher unkonventioneller Rock Musik. Dass dieses Album ein Erfolg wurde verwundert beim Hören nicht weiter, da die Melodien packen und ins Ohr gehen. Triana werden dabei meist erneut nicht experimentell, setzen eher auf Bewährtes, doch dies klingt eben eingängig, melodiös und besitzt diesen gewissen Wiedererkennungswert, der schon so manches Album in der Gunst der Hörerinnen und Hörer wachsen ließ.

Die Höhepunkte auf „Sombra Y Luz“ sind das Titellied selbst und die folgende Nummer „Hasta Volver“. Bei der Nummer „Sombra Y Luz“ ist die Verbindung aus spanischer Folklore und Progressive Rock sehr gelungen. Das Lied besitzt zudem einen repetitiven, hier nun wirklich fast experimentellen Zwischenteil, der das Lied in seiner Gesamtheit nochmals aufwertet. „Hasta Volver“ ist dagegen eine tolle und abwechslungsreiche Progressive Rock Nummer, die zwar deutlich weniger mit den musikalischen Wurzeln von Triana gemein hat, allerdings als Titel des progressiven Rocks der 70er Jahre auch heute noch überzeugt.

Fazit: Auch das dritte Studioalbum von Triana, „Sombra Y Luz“, gefällt. Selbst wenn die spanischen Einflüsse in der Musik der Band nochmals etwas zurückgefahren wurden, so klingt die Platte abwechslungsreich, spannend und auch immer noch anders als jede Platte der britischen Kollegen. Diese waren Ende der 70er Jahre allerdings sowieso schon meist dem Mainstream Pop verfallen, was „Sombra Y Luz“ nochmals aufwertet und zu einem sehr hörenswerten Album werden lässt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sombra Y Luz, Hasta Volver



Samstag, 9. Januar 2021

King’s X – Dogman




King’s X – Dogman


Besetzung:

Doug Pinnick – lead vocals, bass
Ty Tabor – guitar, vocals
Jerry Gaskill – drums, vocals


Gastmusiker:

Brendan O'Brien – keyboards and percussion


Label: A&M Records


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Dogman (4:02)
2. Shoes (3:29)
3. Pretend (4:37)
4. Flies And Blue Skies (5:00)
5. Black The Sky (4:33)
6. Fool You (4:32)
7. Don't Care (4:40)
8. Sunshine Rain (4:34)
9. Complain (3:18)
10. Human Behavior (4:27)
11. Cigarettes (5:51)
12. Go To Hell (0:51)
13. Pillow (4:23)
14. Manic Depression (5:02)

Gesamtspieldauer: 59:27




„Dogman“ heißt das fünfte Studioalbum der US-amerikanischen Hard Rock Band King‘s X. Es erschien am 18. Januar 1994 ursprünglich auf dem Plattenlabel Atlantic Records. Es ist das erste Album von King‘s X, welches nicht von Sam Taylor, sondern von Brendan O'Brien produziert wurde. Dieser hatte zuvor mit Bands wie Pearl Jam, den Stone Temple Pilots und den Black Crowes zusammengearbeitet.

„Dogman“ klingt noch ein wenig härter als die Alben zuvor. Dazu hält auch der Blues etwas mehr Einzug in die Musik der Band. Diese Härte und das bluesige Gefühl gehen klar zu Lasten der Melodiösität der Musik. King’s X waren zwar noch nie sonderlich dafür bekannt, Ohrwürmer zu kreieren, doch noch ein Stück weiter sind sie auf „Dogman“ von dieser Möglichkeit entfernt. Die Lieder grooven gut, bewirken ein unweigerliches Mitwippen der Füße. Freundinnen und Freunde des bluesigen Rocks kommen auf „Dogman“ somit definitiv trotzdem auf ihre Kosten.

Die Titel sind relativ einheitlich gehalten. Der Titeltrack „Dogman“ gibt dabei sogleich die Richtung vor. Ty Tabor zelebriert einige schöne Soli auf dem Album, gut verteilt über die gesamte Platte. Neben dem bereits erwähnten „Dogman“ können noch die Titel „Complain“, „Cigarettes“ sowie „Pillow“ überzeugen. Höhepunkt des Albums ist dabei die Nummer „Cigarettes“. Dieses Mal wirklich ein Lied mit einer Melodie, die ins Ohr geht. Ein Lied das groovt, ein tolles Solo aufweist und etwas aufwendiger vom Aufbau her gestaltet ist, als manch anderer Titel des Albums.

Fazit: King’s X waren immer ein Geheimtipp. „Nur“ ein Geheimtipp. Der ganz große Wurf war der Band nicht vergönnt. Dies mag sicherlich auch daran liegen, dass die Lieder von King’s X in den seltensten Fällen so richtig zünden. Freilich mögen das eingefleischte Fans ganz anders sehen. Wenn die Musik häufiger so klingen würde wie bei „Cigarettes“ könnte ich diese auch besser verstehen. So bleibt die Musik von King‘s X auch auf „Dogman“ für mich die einer Hard Rock Band, die hier noch etwas Blues mit einfließen lässt, aber kaum so richtig begeistern kann. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Cigarettes



Donnerstag, 7. Januar 2021

Hugo Race And The True Spirit – Starbirth - Stardeath

 



Hugo Race And The True Spirit – Starbirth - Stardeath


Besetzung:

Hugo Race – vocals, piano, guitars, synthesizer, percussion, mellotron, clavinet, prophet v, bass
Nico Mansy – rhodes piano, acoustic piano, processed piano, hammond, wurlitzer, vibes, strings ensemble, synthesizer, octaver guitar, synthchoir, horns, slide guitar, keyboards
Michelangelo Russo – harp, trombone, trumpet, shortwave, minimoog, brass, harmonica
Chris Hughes – guiro, pocket synthesizer, synthesizer, djembe, guitars, ebo guitar
Bryan Colechin – bass, vocals
Brett Poliness – drums, percussion, vocals




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Alternative Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

CD1 - Starbirth:

1. Can‘t Make This Up (5:09)
2. 2Dead2Feel (3:45)
3. Darkside (3:25)
4. Embryo (5:22)
5. Heavenly Bodies (3:50)
6. Only Money (3:43)
7. Holy Ghost (3:41)
8. Everyday (3:45)
9. United (1:45)
10. Expendable (5:43)
11. The Rapture (4:03)
12. Where Does It End (2:58)

CD2 - Stardeath:

1. Divided (1:46)
2. Love Is The Energy (3:33)
3. Virus Of The Mind (6:16)
4. Angels Whistleblowin' (4:12)
5. All We Have Is Love (5:39)
6. Hungry Ghost (4:32)
7. Only Honey (4:16)
8. Can‘t Make Shit Up (5:16)
9. My Little Wars (3:54)
10. Etheric Bodies (3:19)
11. Gnosis (2:59)
12. Spirale (2:53)

Gesamtspieldauer CD1 (47:14) und CD2 (48:41): 1:35:55



Gleich als Doppelalbum erscheint das fünfzehnte Album des Australiers Hugo Race mit seiner Band True Spirits. „Starbirth“ und „Stardeath“ sind die Titel der beiden Scheiben. Die Musik zur Platte wurde während der verheerenden Buschfeuer in Australien im Jahr 2019 geschrieben. Hugo Race sagte dazu in einem Interview, dass er an einem Abend in Australien einen Stern am Himmel explodieren sah, der für ihn ein Zeichen eines plötzlichen Endes und eines neuen Anfangs gewesen sei, was ihn beim Schreiben der einzelnen Titel zusätzlich beeinflusste. Dann brach während des Abmischens die Covid-19-Pandemie aus, das Album wurde erweitert und nochmals überarbeitet, bis es schließlich am 16. Oktober 2020 auf dem Plattenlabel Gusstaff Records veröffentlicht worden ist.

Auf „Starbirth“ hört man dunklen, fast schon traurig klingenden Alternative Rock, der mit den Atmosphären und Stimmungen spielt. Nachdenklich klingt es, dieses Album, welches sich auch inhaltlich mit solch Themen wie politische Katastrophen, unsere Erde, die Ab- und Anwesenheit von Werten, gebrochene Versprechen, gebrochene Herzen und ob irgendetwas davon überhaupt von Bedeutung ist, befasst. Die Schwere der Themen spiegelt sich auch in der Musik wider, die jederzeit eingängig und melodiös, allerdings eben auch melancholisch, dunkel und traurig klingt. Dabei bleiben die Lieder jedoch noch im Alternative Rock beheimatet.

Auf der zweiten Platte „Stardeath“ verändern sich die Lieder wenig – zumindest nicht atmosphärisch. Diese getragene Stimmung ist auch auf dieser Scheibe allgegenwärtig. Was sich jedoch ändert ist die Musik selbst. Hat sich das gehörte auf „Starbirth“ noch wie bereits geschrieben im Alternative Rock abgespielt, so klingt „Stardeath“ deutlich elektronischer, sphärischer und experimenteller. Die Melodien stehen jetzt nicht mehr immer im Vordergrund, diesen hat endgültig die transportierte Atmosphäre eingenommen. Auf „Stardeath“ entstehen vor dem Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers Klang- sowie Soundkollagen, die bis zu sphärischen Ausflügen in den Ambient-Bereich hineinreichen. Fast schon hypnotisierend werden hier musikalische Themen redundant, Texte deutlich rarer, alles dem atmosphärischen und auch sphärischen Klang untergeordnet.

Fazit: „Starbirth -Stardeath“ ist, wie der Albumtitel bereits zum Ausdruck bringt, eine geteilte Platte. Nicht nur, dass inhaltlich etwas entsteht oder eben vergeht, auch musikalisch hört man auf der ersten Scheibe Alternative Rock, auf der zweiten Scheibe elektronische Musik bis hin zu Psychedelic. Beide Platten sind angefüllt mit viel Melancholie. Erstere noch mit etwas Rock, Zweite mit etwas mehr Experiment. Für mich klingt das sehr gelungen, da es intensiv ist. Intensive Musik, weit weg vom Mainstream. Somit lohnt sich dieses Album für alle, die sich gern Zeit für Musik nehmen, um darin ganz tief einzutauchen und dabei gerade das Atmosphärische zu schätzen wissen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Virus Of The Mind



Dienstag, 5. Januar 2021

Bertram – Chamäleon

 



Bertram – Chamäleon


Besetzung:

Bertram – Instrumente


Gastmusiker:

Joe Gridl – Schlagzeug, weitere Instrumente




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Camouflage (3:02)
2. Hysteria (2:21)
3. Jakuzzi Jerusalem (3:07)
4. Fake (3:43)
5. Chamäleon (3:01)
6. Social Sitcom aka S-Song (3:14)
7. Amygdala (3:58)
8. Sonnenstich (2:51)
9. Zeitpunktnullmoment (4:05)
10. Ich bin (ein) Berliner (1:12)
11. Betäubt (4:05)

Gesamtspieldauer: 34:47



Der steirische Musiker Bertram präsentiert auf seinem zweiten Solo-Album „Chamäleon“ verspielten und abwechslungsreichen Pop. Falsch, denn sehr viel eher ist das Rock, den man auf „Chamäleon“ zu hören bekommt. Das Album erschien am 6. November 2020 auf dem Plattenlabel Voller Sound.

Auf „Chamäleon“ hört man sehr abwechslungsreichen Rock, dem manchmal durchaus sogar das Etikett „progressiv“ anhaftet, da die elf Lieder auf dem Album kaum dem gängigen rockigen Mainstream zugeordnet werden können. Selbst in den Liedern wechseln zum Teil Stimmungen und Atmosphären, sodass jederzeit für viel Abwechslung gesorgt ist. Zu dieser Abwechslung trägt auch die Gesangsstimme des Bertram bei, die immer wieder variiert wird und teilweise leicht verzerrt aus den Boxen quillt. Zudem gehen die meisten Nummern gut ins Ohr – ganz bestimmt kein Nachteil, um auch im Radio Spielzeit zu erhalten.

Das Zuhören macht Spaß und die Titel scheinen mit jedem weiteren Durchlauf noch an Format zu gewinnen. Der Fuß wippt im Rhythmus mit und die Texte drehen sich glücklicherweise nicht nur um Themen wie Liebe oder Liebeskummer, sondern regen zum nachdenken an, ohne dabei mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen. Höhepunkt auf „Chamäleon“ ist das Lied „Jakuzzi Jerusalem“, welches eine überarbeitete Version des gleichnamigen Titels seiner Vorgängerband Brigitte Bordeux darstellt. Dieser Titel wurde auch vorab als Single, mit einem sehr gelungenen Video veredelt, veröffentlicht.

Fazit: Mit „Chamäleon“ ist dem österreichischen Musiker Bertram ein überzeugendes zweites Album gelungen. Abwechslungsreicher Rock, der bestens ins Ohr geht. Ausgestattet mit guten Texten werden Freundinnen und Freunde deutschsprachigen Rocks viel Spaß mit „Chamäleon“ haben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Jakuzzi Jerusalem



Sonntag, 3. Januar 2021

Passenger – Whispers

 




Passenger – Whispers


Besetzung:

Michael David Rosenberg – lead vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Matthew Keegan – brass & woodwind arrangements
Nicholas Buc – string arrangements
Georgia Mooney – backing vocals
Stu Larsen – backing vocals
Andrew Dale – backing vocals
Geraldine Hollett – backing vocals
Phillip Churchill – backing vocals
Peter Marin – drums
Alex Boneham – electric bass, contrabass
Cameron Undy – electric bass
Glen Hannah – electric guitar
Stu Hunter – glockenspiel, electric piano, hammond organ
Tim Hart – mandolin
Jess Ciampa – percussion
Tony Azzopardi – percussion
Scott Aplin – piano
Stu Hunter – piano
Matthew Keegan – saxophone, clarinet
Enigma Quartet – strings
Rowena Macneish – cello
Shelley Soerensen – viola
Kerry Martin – violin
Marianne Broadfoot – violin
James Greening – trombone
Nick Garbett – trumpet




Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Coins In A Fountain (3:03)
2. 27 (3:18)
3. Heart‘s On Fire (4:12)
4. Bullets (3:24)
5. Golden Leaves (4:04)
6. Thunder (2:25)
7. Rolling Stone (3:22)
8. Start A Fire (4:18)
9. Whispers (4:00)
10. Riding To New York (5:01)
11. Scare Away The Dark (4:35)

Gesamtspieldauer: 41:48



Passenger, das steht für sehr eingängige und ruhige Musik des Michael „Mike“ David Rosenberg. Und nichts anderes hört man auch auf seinem fünften Soloalbum „Whisper“, welches auf dem Plattenlabel Embassy Of Music am 6. Juni 2014 veröffentlicht wurde. Als Singles wurden die beiden Lieder „Scare Away The Dark“ und „Heart‘s On Fire“ veröffentlicht.

Wer auf also eingängigen Folk bis Pop steht, bei dem der Gesang und die Gitarre zumeist im Vordergrund sehen, die oder der dürfte viel Spaß mit diesem Album haben. Die Lieder gehen allesamt schnell ins Ohr, bereits beim ersten Mal des Hörens. Sehr schöne Melodien breiten sich aus, die einen sofort einnehmen. Meist werden diese Melodien mittels Streichern nochmals eingängiger arrangiert und umschmeicheln noch ein wenig mehr das Ohr. „Whisper“ steht für Eingängigkeit und Melodiösität. Die hier transportierte Atmosphäre ist eine melancholische bis sentimentale und stets sehr einnehmend.

Wenn man diese Art der Musik mag, überzeugen natürlich alle Lieder und das Benennen der Höhepunkte oder des Höhepunkts ist reine Geschmackssache. In meinem Fall wären das die Lieder „Start A Fire“ sowie „Riding To New York“. Gerade erstgenanntes Lied klingt einfach schön, sanft und absolut entspannt. Beides sind Lieder, die man immer wieder gern hört und die dabei niemals Gefahr laufen langweilig zu klingen.

Fazit: Englischen Folk mit einer Prise Pop bekommt man auf „Whispers“ zu hören. Überaus eingängig klingen die Melodien des Michael Rosenberg und er bedient alle seine Fans mit der Musik, die sie gerne hören. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Start A Fire, Riding To New York



Freitag, 1. Januar 2021

A.R. & Machines – Die grüne Reise

 



A.R. & Machines – Die grüne Reise


Besetzung:

Achim Reichel – guitars, echo-machines, vocals


Gastmusiker:

Dicky Tarrach – drums, vocal percussion
Hans "Flipper" Lampe – percussion


Label: Polydor


Erscheinungsjahr: 1971


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Station 1: Globe - Globus (2:56)
2. Station 1: In The Same Boat - Im Selben Boot (2:02)
3. Station 2: Beautiful Babylon - Schönes Babylon (5:00)
4. Station 2: I‘ll Be Your Singer – You‘ll Be My Song - Ich Bin Dein Sänger, Du Bist Mein Lied (2:28)
5. Station 3: Body (1:55)
6. Station 3: A Book‘s Blues (1:42)
7. Station 4: As If I Had Seen All This Before - Als Hätt Ich Das Alles Schon Mal Gesehen (5:28)
8. Cosmic Vibration (4:41)
9. Come On, People (2:53)
10. Truth And Probability - Wahrheit Und Wahrscheinlichkeit (11:42)

Gesamtspieldauer: 40:51



Nachdem Achim Reichel mit den von Siggi Loch produzierten Rattlers und der Band Wonderland, die von James Last produziert worden war einige Erfolge – auch umsatztechnisch – eingefahren hatte, wollte er Anfang der 70er Jahre nun mal „kompromisslos sein eigenes Ding“ durchziehen. Nur wusste er noch nie wie er das Anstellen konnte. So saß er abends da, stöpselte nach eigenen Worten seine Gibson Firebird in sein neues Bandgerät Akai X-330D und erhielt bei den ersten Aufnahmen verblüffenderweise ein aus Echos seiner gespielten Akkorde bestehendes Soundgebilde als Ergebnis. Der Grundstein für „sein eigenes Ding“ war gelegt.

Im Jahr 1971 erschien dann das erste Werk von A.R. & Machines, wie Achim Reichel sein Neues „Projekt“ nun nannte. „Die Grüne Reise – The Green Journey“ heißt diese erste Platte und erschien auf dem Plattenlabel Polydor. Und dieses Album ist wahrlich eine Reise, eine psychedelische, experimentelle Reise, während der Sound-Konstrukte, Atmosphären, Rhythmen und Melodien entstehen, um wieder, nur kurze Zeit später, zu vergehen. „Die Grüne Reise“ klingt in allem experimentell und Grenzen auslotend.

Auf über vierzig Minuten Spielzeit hört man spacig-psychedelische Musik, die angereichert wurde mit Wortfetzen, unverständlichen Lauten oder ein paar englischen Worten. Im Falle des letzten Titels „Truth And Probability“ besteht fast das ganze Lied lediglich aus Stimmen, die sich so fast auch auf dem Album „Ummagumma“ von Pink Floyd hätten befinden können. Das klingt nicht immer eingängig, dafür außergewöhnlich und niemals alltäglich.

Fazit: „Die Grüne Reise“ von Achim Reichel ist ein musikalischer Trip der sich lohnt gehört zu werden. Wer sich für Krautrock oder psychedelische Musik interessiert, kann hier einen der deutschen Höhepunkte des Jahres 1971 lauschen. Spannend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Beautiful Babylon, As If I Had Seen All This Before, Cosmic Vibration