Montag, 15. Februar 2021

Rush – Snakes & Arrows




Rush – Snakes & Arrows


Besetzung:

Neil Peart – drums, cymbals, electronic percussion, tambourine
Geddy Lee – bass guitar, bass pedals, Mellotron, vocals
Alex Lifeson – 6- and 12-string acoustic and electronic guitars, mandola, mandolin, bouzouki


Gastmusiker:

Ben Mink – strings on "Faithless"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsjahr: 2007


Stil: Rock


Trackliste:

1. Far Cry (5:19)
2. Armor And Sword (6:35)
3. Workin‘ Them Angels (4:46)
4. The Larger Bowl (A Pantoum) (4:08)
5. Spindrift (5:21)
6. The Main Monkey Business (6:01)
7. The Way The Wind Blows (6:28)
8. Hope (2:02)
9. Faithless (5:31)
10. Bravest Face (5:10)
11. Good News First (4:52)
12. Malignant Narcissism (2:17)
13. We Hold On (4:12)

Gesamtspieldauer: 1:02:48



„Snakes & Arrows“ nannte die kanadische Band Rush ihr achtzehntes Studioalbum. Es wurde am 1. Mai 2007 auf dem Plattenlabel Anthem Records sowie bei Atlantic Records veröffentlicht. „Snakes & Arrows“ stellt durchaus etwas Besonderes in der Diskographie der Kanadier dar, da es drei Instrumentalstücke enthält – die meisten auf einem Rush-Album. Mit den Liedern „Far Cry“, „Spindrift“ sowie „The Larger Bowl“ wurden insgesamt drei Singles aus dem Album ausgekoppelt. Das Album selbst erreichte in Kanada wie in den USA Platz 3 der Charts.

„Snakes & Arrows“ ist auch dahingehend ein besonderes Album geworden, da es zum einen sehr abwechslungsreich gehalten ist. Da wird gerockt, doch auch die ruhigeren und sanfteren Passagen in der Musik von Rush gibt es hier zu hören. Zum anderen kehrt die Band mit dem Album wieder zum musikalischen Genre des Progressive Rocks zurück – zumindest teilweise. Sehr abwechslungsreich gestaltete Lieder, welche einige Wendungen erfahren, Rhythmus- und Tempo-Wechsel und schließlich auch wieder sehr schöne Melodien, die sofort ins Ohr treffen – und letzteres sogar über praktisch alle Lieder des Albums hinweg. Der Gesang des Geddy Lee ist auf „Snakes & Arrows“ ebenfalls wieder deutlich besser geraten, als auf den letzten Veröffentlichungen.

Da macht das Hinhören Spaß und der auf „Snakes & Arrows“ zu hörende Rock ist keineswegs zu hart und wird auch immer wieder durch deutlich „weichere“ Passagen aufgelockert, sodass auch Freundinnen und Freunden, die dem Hard Rock nicht so zugetan sind, viel Spaß mit diesem Album haben dürften. Die Höhepunkte der Platte sind für mich alle drei Instrumentalstücke „The Main Monkey Business“, „Hope“ und „Malignant Narcissism“ (Wahnsinn, wie Geddy Lee bei „Malignant Narcissism“ seinen Bass bearbeitet) sowie die wunderschöne und abwechslungsreiche Nummer „The Way The Wind Blows“. Zunächst denkt man an einen Marsch, dann rockt das Lied los, kraftvoll und schnörkellos, bis schließlich auflockernde und ruhige Abschnitte alles entzerren. Sehr gelungen.

Fazit: Endlich mal wieder ein Album von Rush, welches überzeugt. Schöne Melodien gibt es auf „Snakes & Arrows“ zu hören, dazu sehr abwechslungsreiche Musik, die auch wieder in das Genre des Progressive Rocks eintaucht. Für Rush-Fans sicher eine tolle Platte, für viele andere Hörerinnen und Hörer dürfte sie es allerdings auch sein. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Way The Wind Blows, Malignant Narcissism



Samstag, 13. Februar 2021

Ufo – Making Contact




Ufo – Making Contact


Besetzung:

Phil Mogg – vocals
Paul Chapman – guitars, bass
Neil Carter – keyboards, bass, backing vocals
Andy Parker – drums


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsjahr: 1983


Stil: Rock


Trackliste:

1. Blinded By A Lie (3:58)
2. Diesel In The Dust (4:29)
3. A Fool For Love (3:57)
4. You And Me (3:20)
5. When It‘s Time To Rock (5:26)
6. The Way The Wild Wind Blows (4:14)
7. Call My Name (3:14)
8. All Over You (4:24)
9. No Getaway (3:32)
10. Push, It’s Love (3:16)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

11. Everybody Knows (3:36)
12. When It‘s Time To Rock (Live Birmingham 26/03/83) (5:49)
13. Blinded By A Lie (Live from Oxford 25/03/83) (3:48)

Gesamtspieldauer: 53:09



„Making Contact“ heißt das elfte Studioalbum der britischen Rockband Ufo. Es erschien am 14. Februar 1983 auf dem Plattenlabel Chrysalis Records und ist das erste Album ohne Gründungsmitglied und Bassist Pete Way. Nach einer absolut erfolglosen Europatournee löste sich die Band im selben Jahr vorübergehend sogar noch ganz auf.

Ganz überraschend ist das nicht, dass die Europatournee so fehlschlug. Denn „Making Contact“ ist nicht viel mehr als ein irgendwie uninspiriertes und langweiliges Allerwelts-Rockalbum geworden. Diesen typischen Rock-Sound der 80er Jahre gibt es auf dem Album zu hören, Mainstream, der gerade noch den Durchschnitt erreicht – ohne dabei auch nur irgendeinen Eindruck zu hinterlassen. Außer oftmals den der Langeweile. Leider.

Dabei ist das Album immer noch keine schlechte Scheibe, allerdings eben eine, welche so durchläuft. Ein Lied überspringen muss man beim Hören nicht, aber es gibt eben auch kaum etwas, auf das man sich freut, es ein zweites Mal zu hören. Keine Melodie, die überzeugt oder sich festsetzt. Dazu gesellen sich – wie bei so vielen Mainstream-Rockbands der 80er Jahre – unterirdisch schlechte Texte, die sich fast ausnahmslos um das Thema der Liebe drehen und dabei deutlich überzuckert klingen. Sehr schade.

Fazit: Manchmal kann Musik auch langweilig sein, ohne dabei richtig schlecht zu klingen. Ein Paradebeispiel für solch eine Scheibe ist „Making Contact“ von Ufo. Aber was rede ich? Leute, die gerade diesen Mainstream mögen, werden das anders sehen. Vielleicht auch der ein oder andere Ufo-Fan. Begleitet man diese Band allerdings schon länger und liebt die früheren Alben von Ufo, so kann man beim Hören von „Making Contact“ nur enttäuscht werden. Sechs Punkte.

Anspieltipps: The Way The Wild Wind Blows



Donnerstag, 11. Februar 2021

Riverside – Out Of Myself

 



Riverside – Out Of Myself


Besetzung:

Mariusz Duda – vocals, bass, acoustic guitar
Piotr Grudzinski – guitar
Piotr Kozieradzki – drums
Jacek Melnicki – keyboards


Gastmusiker:

Krzysztof Melnicki – trombone on “Ok”




Erscheinungsjahr: 2004


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Same River (12:02)
2. Out Of Myself (3:44)
3. I Believe (4:14)
4. Reality Dream (6:15)
5. Loose Heart (4:50)
6. Reality Dream II (4:45)
7. In Two Minds (4:38)
8. The Curtain Falls (7:59)
9. OK (4:47)

Gesamtspieldauer: 53:18



Am 12. Februar 2021 wird das erste Studioalbum der polnischen Progressive Rockband Riverside auf dem Plattenlabel InsideOut Music wiederveröffentlicht. Ursprünglich erschien das Album „Out Of Myself“ am 21. September 2004 und hinterließ bereits damals einen bleibenden Eindruck. Progressive Rock aus Polen? Geht das überhaupt? Und wie das geht, das zeigen die vier Musiker bereits mit ihrer ersten Scheibe.

Auf „Out Of Myself“ waren noch alle Musiker am kompositorischen Prozess beteiligt. Mariusz Duda, der sich auf späteren Alben vollständig auch für die Musik verantwortlich zeigt, ist auf dem Debut lediglich alleine für die Texte zuständig. So hört man auf „Out Of Myself“ atmosphärisch dichten Progressive Rock, in diesem Fall dann wohl eher NeoProg, der sehr abwechslungsreich und intensiv klingt. Die Musik von Riverside ist überaus eingängig, meist im melancholischen, eher düsteren Bereich angesiedelt und spielt wunderbar mit den Stimmungen. Dass die Band sich gerne von Pink Floyd inspirieren ließ, wird gerade durch diese musikalischen Stimmungen überaus deutlich, wobei auch der Sound des Albums diesen Eindruck ein ums andere Mal unterstreicht.

Trotzdem wirkt und klingt die Musik auf „Out Of Myself“ eigenständig. Riverside schaffen es auf ihrem Debut vortrefflich auch ihre eigene Note mit in die Musik zu integrieren. Diese manifestiert sich in manch hartem Ausbruch, der beim Lied „Loose Heart“ sogar gesanglich fast in die Sphären des Growlings vordringt. Dazu gibt es mit den Titeln „Reality Dream“ und „Reality Dream II“ zwei Instrumentalnummern, bei denen die Musiker von Riverside auch mal ein wenig „komplizierter“ und frickeliger klingen. Doch auch hier steht über allem die Eingängigkeit und die Melodie, die die Musik von Riverside bereits beim ersten Mal des Hörens fest im Ohr verankert.

Höhepunkte hat das Album einige. Das beginnt sofort mit dem Opener und längsten Lied auf „Out Of Myself“. Abwechslungsreicher NeoProg, der nie Langeweile aufkommen lässt und direkt ins Ohr geht. Ebenfalls sehr gelungen sind die Titel „I Believe“, „In Two Minds“ sowie „The Curtain Falls“. Gerade bei letztgenanntem Lied klingt die „Pink Floyd Karte“ gut ausgespielt, ohne zu imitieren.

Fazit: Ein sehr überzeugendes Debut ist der polnischen Band Riverside mit ihrem Album „Out Of Myself“ gelungen. Darauf hört man überaus eingängigen progressiven Rock, der immer wieder mal in Bezug auf den Sound und die Atmosphäre Vergleiche zu Pink Floyd aufkommen lässt. Die Wiederveröffentlichung überzeugt gerade bezüglich des Sounds zudem, der hier klar und sehr gut abgemischt aus den Boxen strömt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Same River, In Two Minds, The Curtain Falls



Dienstag, 9. Februar 2021

Foo Fighters – Medicine At Midnight

 



Foo Fighters – Medicine At Midnight


Besetzung:

Dave Grohl – lead vocals, guitar
Taylor Hawkins – drums
Rami Jaffee – keyboards, piano
Nate Mendel – bass guitar
Chris Shiflett – guitar
Pat Smear – guitar




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Making A Fire (4:15)
2. Shame Shame (4:17)
3. Cloudspotter (3:53)
4. Waiting On A War (4:13)
5. Medicine At Midnight (3:30)
6. No Son Of Mine (3:28)
7. Holding Poison (4:24)
8. Chasing Birds (4:12)
9. Love Dies Young (4:20)

Gesamtspieldauer: 



„Medicine At Midnight“ heißt das inzwischen bereits zehnte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Foo Fighters. Der ursprüngliche Veröffentlichungstermin für das Album war schon im Jahr 2020 geplant. David Grohl hatte bereits vor einem Jahr, in einem Interview im Februar 2020 gesagt, dass das Album fertiggestellt sei. Doch aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde der Veröffentlichungstermin schließlich auf den 5. Februar 2021 verschoben. Mit den Liedern „Shame Shame“, „No Son Of Mine“ sowie „Waiting On A War“ sind bereits drei Singles vor der eigentlichen Albumveröffentlichung erschienen.

Auf „Medicine At Midnight“ hört man keinen Grunge mehr, sondern sehr eingängigen Alternative Rock. Dies war auch bereits seit längerem genau so angekündigt. In einem weiteren Interview im Mai 2020 erzählte Dave Grohl dem Radiosender Los Angeles’ ALT 98.7 FM, dass er das neue Album vom Sound her mit David Bowies „Let‘s Dance“ vergleichen würde. Nicht, dass „Medicine At Midnight“ eine Disco- oder Tanzplatte sei, jedoch wäre das neue Album der Foo Fighters ein Album voller „hymnischer, riesiger, mitsingbarer Rocksongs“.

Recht hat er. Auf „Medicine At Midnight“ hört man sehr eingängigen und melodischen Alternative Rock, der sofort ins Ohr geht. Dabei bleibt es allerdings Alternative Rock, lediglich beim Titellied „Medicine At Midnight“ könnte man sich durchaus vorstellen, dass sich dieses auch auf besagtem „Let’s Dance“ hätte befinden können. Um den bisherigen musikalischen Eindruck früherer Alben jedoch nicht ganz zu verwischen – und wohl auch um alte Fans nicht völlig vor den Kopf zu stoßen – folgt mit „No Son Of Mine“ direkt im Anschluss daran ein Rocktitel, bei dem die Foo Fighters ihre „Härte“ nochmals kompromisslos ausspielen. Neben dem Lied „Cloudspotter“, welches ebenfalls noch an die musikalischen Anfänge der Band erinnert, ist dieses den früheren Foo Fighters noch am ähnlichsten.

Und so hört man auf „Medicine At Midnight“ die ganze Bandbreite des Alternative Rocks. Von sehr zart „Chasing Birds“ bis hart „No Son Of Mine“. Allen Titeln ist dabei gemein, dass sie eingängig und melodiös klingen. Die Musik der Foo Fighters geht auf diesem Album ins Ohr. Besonders gelungen finde ich dies beim Lied „Waiting On A War“. Die leicht „dreckige“ Attitude, die manch früherem Titel der Band anhaftete, diese sucht man dagegen auf „Medicine At Midnight“ vergebens. Das kann man bedauern oder feiern, festzuhalten bleibt, dass die Foo Fighters mit ihrem neuen Album im Mainstream angekommen sind. Schlecht klingt das deswegen allerdings nicht.

Fazit: Die Foo Fighters bewegen sich im Alternative Rock und dort von zart bis hart. Die Lieder gehen schnell und gut ins Ohr. Melodiös und eingängig klingt das alles, rau und irgendwie dreckig überhaupt nicht mehr. Das kann man mögen, muss man aber nicht, wenn man die Band schon sehr lange kennt und verfolgt. Mir gefällt es trotzdem. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Waiting On A War



Sonntag, 7. Februar 2021

Transatlantic – The Absolute Universe: The Breath Of Life

 



Transatlantic – The Absolute Universe: The Breath Of Life


Besetzung:

Neal Morse – keyboards, guitar vocals
Roine Stolt – guitar, vocals
Pete Trewavas – bass, vocals
Mike Portnoy – drums, vocals




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Rock, Mainstream, Progressive Rock


Trackliste:

1. Overture (5:52)
2. Reaching For The Sky (5:40)
3. Higher Than The Morning (4:31)
4. The Darkness In The Light (5:43)
5. Take Now My Soul (3:31)
6. Looking For The Light (4:04)
7. Love Made A Way (Prelude) (2:13)
8. Owl Howl (5:27)
9. Solitude (4:23)
10. Belong (2:22)
11. Can You Feel It (3:17)
12. Looking For The Light (Reprise) (4:56)
13. The Greatest Story Never Ends (2:57)
14. Love Made A Way (9:16)

Gesamtspieldauer: 1:04:19



„The Absolute Universe: The Breath Of Life“ heißt die kürzeste Version des neuen, inzwischen fünften Studioalbum der US-amerikanisch-britisch-schwedischen Band Transatlantic. Am 5. Februar 2021 erschien es auf dem Plattenlabel InsideOut Music. Gleich mehrere Alben zu veröffentlichen, auf denen teilweise, jedoch nicht exakt dasselbe zu hören ist, ist wohl auch der derzeitigen Pandemie geschuldet. Die vier Musiker hatten jede Menge Material eingespielt, was sicherlich für ein Doppelalbum gereicht hätte. In einem Interview erzählt Neal Morse, dass er in Australien gewesen war, sich das neue Material nochmals vornahm, da ihm die ursprüngliche Version des Albums zu lang erschien und der begann die Lieder zu kürzen. Das wiederum stieß nicht auf uneingeschränkte Begeisterung jedes Bandmitglieds, sodass sich die Band zusammen mit der Plattenfirma entschloss „The Absolute Universe“ in zwei verschiedenen Versionen herauszubringen. „The Absolute Universe: Forevermore“ auf zwei CDs sowie die kürzere Variante, auch mit etwas veränderter Zusammenstellung bezüglich der Musik und der Texte. Diese unter dem Namen „The Absolute Universe: The Breath Of Life“ und auf einer CD. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass es sogar noch eine dritte Variante gibt: „The Absolute Universe: The Ultimate Edition“. Auf dieser wurden die Lieder zum Teil nochmals verändert.

„The Absolute Universe“ ist mit allen seinen drei Veröffentlichungen inhaltlich ein Konzeptalbum geworden, welches dabei allerdings keine Geschichte erzählt. Vielmehr beschäftigen sich die Texte mit der jetzigen Situation, mit fehlenden menschlichen Kontakten, den sich daraus ergebenden Unsicherheiten. Und dabei sollen, laut Aussage der Musiker, Musik und Texte Hoffnung sowie die Botschaft senden nicht aufzugeben. Einfach weiter zu machen, um doch noch gut durch diese Zeit zu kommen.

Auf „The Absolute Universe: The Breath Of Life“ ist die sehr viel kompaktere Variante des Albums. Ausschweifende Passagen werden etwas zurückgefahren, die Musik kommt schneller auf den Punkt, als bei der Version „Forevermore“. Die Lieder werden auf dieser Ausgabe des Albums variiert, zum Teil mit neuen Texten versehen, zum Teil sind sogar ganz andere Titel mit auf dem Album. Dabei ist „Reaching For The Sky“ eine umarrangierte Version von „Heart Like A Whirlwind“ und „Can You Feel It“ sogar ganz neu.

Fazit: Insgesamt klingt auch „The Absolute Universe: The Breath Of Life“ nach einer Mischung aus den Flower Kings und Neal Morse, doch sind diese Lieder hier noch ein wenig mehr im Mainstream verhaftet. Auch auf „The Breath Of Life“ gibt es zwar Passagen, die das Herz des Prog-Fans höherschlagen lassen, doch sind diese rarer gesät. Ein gutes Album, doch steht man auf Progressive Rock, so ist „The Absolute Universe: Forevermore“ die bessere Alternative. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Greatest Story Never Ends



Freitag, 5. Februar 2021

Transatlantic – The Absolute Universe: Forevermore

 



Transatlantic – The Absolute Universe: Forevermore


Besetzung:

Neal Morse – keyboards, guitar vocals
Roine Stolt – guitar, vocals
Pete Trewavas – bass, vocals
Mike Portnoy – drums, vocals




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Rock, Mainstream, Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Overture (8:11)
2. Heart Like A Whirlwind (5:11)
3. Higher Than The Morning (5:29)
4. The Darkness In The Light (5:43)
5. Swing High, Swing Low (3:48)
6. Bully (2:11)
7. Rainbow Sky (3:19)
8. Looking For The Light (3:59)
9. The World We Used To Know (9:21)

CD2:

1. The Sun Comes Up Today (5:38)
2. Love Made A Way (Prelude) (1:26)
3. Owl Howl (7:05)
4. Solitude (5:41)
5. Belong (2:49)
6. Lonesome Rebel (2:53)
7. Looking For The Light (Reprise) (5:13)
8. The Greatest Story Never Ends (4:17)
9. Love Made A Way (8:02)

Gesamtspieldauer CD1 (47:16) und CD2 (43:08): 1:30:24



Gleich mehrere Alben zu veröffentlichen, auf denen teilweise, jedoch nicht exakt dasselbe zu hören ist, ist wohl auch der derzeitigen Pandemie geschuldet. So geschehen beim fünften Studioalbum von Transatlantic. Die vier Musiker hatten jede Menge Material eingespielt, was sicherlich für ein Doppelalbum gereicht hätte. In einem Interview erzählt Neal Morse, dass er in Australien gewesen ist, sich das Material nochmals vornahm, da ihm die ursprüngliche Version des Albums zu lang erschien und der begann die Lieder zu kürzen. Das wiederum stieß nicht auf uneingeschränkte Begeisterung jedes Bandmitglieds, sodass sich die Band zusammen mit der Plattenfirma entschloss „The Absolute Universe“ in zwei verschiedenen Versionen herauszubringen. „The Absolute Universe: Forevermore“ auf zwei CDs sowie die kürzere Variante, auch mit etwas veränderter Zusammenstellung bezüglich der Musik und der Texte. Diese unter dem Namen „The Absolute Universe: The Breath Of Life“ und auf einer CD. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass es sogar noch eine dritte Variante gibt: „The Absolute Universe: The Ultimate Edition“. Auf dieser wurden die Lieder zum Teil nochmals verändert.

„The Absolute Universe“ ist mit allen seinen drei Veröffentlichungen inhaltlich ein Konzeptalbum geworden, welches dabei allerdings keine Geschichte erzählt. Vielmehr beschäftigen sich die Texte mit der jetzigen Situation, mit fehlenden menschlichen Kontakten, den sich daraus ergebenden Unsicherheiten. Und dabei sollen, laut Aussage der Musiker, Musik und Texte Hoffnung sowie die Botschaft senden nicht aufzugeben. Einfach weiter zu machen, um doch noch gut durch diese Zeit zu kommen.

Auf „The Absolute Universe: Forevermore“ fallen zwei Dinge besonders auf. Zum einen können Neal Morse und Roine Stolt ihre Mitwirkung an diesem Album unmöglich verschleiern. Beide Musiker hört man in den Arrangements, den Melodien und den transportierten Stimmungen immer wieder heraus, sei es Neal Morse mit seinen Solo-Werken oder Roine Stolt mit den Flower Kings. Eine durchaus gelungene Melange ist den beiden hier gelungen, ohne die Mitarbeit von Pete Trewavas und Mike Portnoy an dieser Stelle schmälern zu wollen. Zum anderen ist „The Absolute Universe: Forevermore“ ein Album geworden, welches definitiv mit jedem weiteren Durchlauf wächst. Viele der Melodiebögen und Arrangements erschließen sich einem erst beim wiederholten Mal des Hörens. Dann jedoch umso besser.

„The Absolute Universe: Forevermore“ ist angefüllt mit progressiven Tönen, abwechslungs- und variantenreich. Dabei „wildern“ die Musiker auch in vielen anderen musikalischen Genres. Mainstream und Rock gibt es ebenso auf dem Album zu hören wie – wenn auch selten – eine Prise Pop. Die Musik von Transatlantic klingt jederzeit melodisch und eingängig und an keiner Stelle der Platte ist sie zu „frickelig“ geraten. Schwelgerische Passagen folgen auf rockigere Abschnitte, fast schon bombastisch klingende Parts werden von zart klingenden Melodien abgelöst. Und wer sich beim Hören progigger Töne noch etwas mehr in frühere Zeiten zurückversetzen möchte, der oder dem sei die kurze Vokalsequenz im vorletzten Titel „The Greatest Story Never Ends“ empfohlen, die eindeutig Gentle Giant Gesangsharmonien nachempfunden ist und auch an genau diese erinnert.

Fazit: Wer die Flower Kings mag und / oder wer die Musik von Neal Morse schätzt, die oder der kann mit „The Absolute Universe: Forevermore“ kaum etwas falsch machen. Gerade für Progger ist diese Variante des Albums eine lohnende Anschaffung. Auf dieser Ausgabe hört man Transatlantic noch intensiver und variantenreicher. Abwechslungsreicher, häufig progressiver Rock, der mit jedem weiteren Durchlauf noch ein wenig mehr überzeugt. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Darkness In The Light, The World We Used To Know, Owl Howl



Mittwoch, 3. Februar 2021

Passenger – Young As The Morning Old As The Sea

 



Passenger – Young As The Morning Old As The Sea


Besetzung:

Michael David Rosenberg – lead vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Peter Marin – drums
Rob Calder – electric bass
Ben Edgar – electric guitar, lap steel guitar
Jan Solo – hammond, wurlitzer, pump organ, rhodes
Jess Ciampa – percussion
Simon Ferenci – flugelhorn
Roscoe James Irwin – trumpet, flugelhorn
Justin Keamin – bass trombone
Ben Gurton – trombone
Mark Taylor – alto sax, clarinet, alto flute
Paul Cultan – bass clarinet, tenor sax
Veronique Serret – violin
Anna Albert – violin
David Wicks – viola
Heather Lindsay – cello
Dan Philips – violin
Kate Mumford – cello
Birdy – additional lead vocals
Phillip Churchill – backing vocals
Andrew Dale – backing vocals
Geraldine Hollet – backing vocals




Erscheinungsjahr: 2016


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Everything (3:34)
2. If You Go (3:44)
3. When We Were Young (4:40)
4. Anywhere (3:36)
5. Somebody‘s Love (5:23)
6. Young As The Morning Old As The Sea (3:26)
7. Beautiful Birds (featuring Birdy) (3:33)
8. The Long Road (3:52)
9. Fool‘s Gold (4:15)
10. Home (5:48)

Gesamtspieldauer: 41:56



„Young As The Morning Old As The Sea“ heißt das siebte Studioalbum von Passenger alias Michael David Rosenberg. Es wurde am 23. September 2016 auf dem Plattenlabel Black Crow Records veröffentlicht. Das Album erreichte die Spitze der Charts in Großbritannien, Australien, Neuseeland sowie der Schweiz. In Deutschland kletterte es immerhin bis auf Platz 6. „Somebody‘s Love“ und „Anywhere“ heißen die Singles, die vorab veröffentlicht worden sind.

Nun, auch auf „Young As The Morning Old As The Sea“ hört man wieder diese eingängige Mischung aus Folk und Pop, für die die Musik von Passenger einfach steht. Man benötigt nicht viele Anläufe, um gut in diese Musik des Engländers eintauchen zu können. Die Melodien zünden relativ schnell. So weit, so gut. Die Lieder des Albums gehen zwar schnell ins Ohr, jedoch nicht mehr so nachhaltig, wie auf manch früherer Platte des Michael David Rosenberg. Erneut ist die Musik sehr unaufgeregt und sanft, doch dauernd hat man das Gefühl, dies oder jenes Lied auf „Young As The Morning Old As The Sea“ bereits schon mal gehört zu haben.

Deswegen ist das siebte Studioalbum von Passenger sicherlich keine schlechte Scheibe, dennoch trotzdem kein vollständig überzeugendes Album geworden. Alles klingt, wenig sticht irgendwie heraus. Höhepunkte auf „Young As The Morning Old As The Sea“ sind das Duett „Beautiful Birds“ und das schöne „Fool‘s Gold“. Die restlichen Titel, plätschern – wenn auch sehr melodiös und eingängig – so vor sich hin. Leider.

Fazit: Folkig bis poppig klingt auch das siebte Album von Passenger. Das hört sich alles ganz gut und nett und melodiös an, richtig überzeugen können allerdings nur wenige Titel des Albums. „Young As The Morning Old As The Sea“ ist jedoch keine schlechte Scheibe geworden und würde man die vorherigen Alben von Passenger nicht kennen, so wäre es sicherlich eine gute Platte. Aber so? Irgendwie alles schon mal gehört. Neun Punkte.

Anspieltipps: Beautiful Birds, Fool‘s Gold



Montag, 1. Februar 2021

Airbag – The Greatest Show On Earth

 



Airbag – The Greatest Show On Earth


Besetzung:

Anders Fossum Hovdan – bass
Asle Tostrup – vocals, keyboards & programming
Bjørn Riis – guitars, backing vocals, keyboards, bass
Henrik Fossum – drums
Jørgen Grüner-Hagen – hammond organ, keyboards & programming


Gastmusiker:

Vegard Kleftås Sleipnes – percussion, special effects, keyboards, bass guitar
Solvor Vermeer – backing vocals
Håkon Møller – farfisa & piano




Erscheinungsjahr: 2013


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Surveillance (Part 1) (2:23)
2. Redemption (7:02)
3. Silence Grows (5:53)
4. Call Me Back (11:14)
5. The Greatest Show On Eart (7:01)
6. Surveillance (Parts 2-3) (16:44)

Gesamtspieldauer: 50:20



„The Greatest Show On Earth“ heißt das dritte Studioalbum der norwegischen Rockband Airbag. Das Album erschien im Jahr 2013 auf dem norwegischen Plattenlabel Karisma Records und lässt die Musik der 70er Jahre in Verbindung zu neueren Bands des Progressive Rocks aufleben.

Musik der 70er Jahre? Nun, vielleicht auch noch jene der 80er Jahre, wenn es sich um Pink Floyd handelt. Denn Airbag klingen auf „The Greatest Show On Earth“ sehr nach Pink Floyd der späteren Jahre, als dort David Gilmour das Ruder übernommen hatte. Und wird es etwas härter, dann glaubt man sofort, dass jetzt Porcupine Tree Pate für die Lieder stehen würden. Doch das Besondere an der Musik von Airbag ist in diesem Fall, dass man es ihnen nicht übelnimmt. Es ist nicht ein Kopieren bereits komponierter und gespielter Musik, es klingt nach einem Weiterführen dieser Musik.

Und so hört man auf „The Greatest Show On Earth“ sehr melodische und eingängige Lieder, die irgendwo zwischen Art Rock und Progressive Rock angesiedelt sind. Das Spiel mit den Atmosphären und Stimmungen verstehen die Norweger dabei ganz besonders, denn die Musik von Airbag klingt auch auf diesem Album intensiv und spannend, ist abwechslungsreich und wandelt sich selbst in den Liedern. Meine Favoriten sind dabei die beiden Stücke, die das Album einrahmen, Surveillance (Part 1) sowie Surveillance (Parts 2-3). Musik, so wundervoll intensiv, sich steigernd und einen fesselnd. Musik, die ins Ohr geht, Musik, die sich wandelt, Musik, die begeistert. Und auch da gilt, das klingt alles wie schon mal gehört. So ähnlich hat man dies auch bereits gehört. Aber das macht gar nichts, gut bleibt es trotzdem.

Fazit: Airbag klingen auf „The Greatest Show On Earth“ nach Pink Floyd und auch nach Porcupine Tree. Egal, die Musik begeistert trotzdem, wenn man eben diese Bands auch mag. Auf „The Greatest Show On Earth“ hört man eine Mischung aus Art Rock und Progressive Rock, die perfekt ins Ohr geht, unterhält, Spaß macht. Lohnt sich. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Surveillance (Part 1), Surveillance (Parts 2-3)



Sonntag, 31. Januar 2021

Hawkwind – Levitation

 



Hawkwind – Levitation


Besetzung:

Dave Brock – vocals, electric guitar, keyboards
Huw Lloyd-Langton – electric guitar, acoustic guitar, backing vocals
Harvey Bainbridge – bass guitar, keyboards, backing vocals
Tim Blake – keyboards, backing vocals
Ginger Baker – drums


Gastmusiker:

Steve Swindells – keyboards (on Hawklords at Rockfield Studios 1979 tracks)
Mick Smith – drums (on Hawklords at Rockfield Studios 1979 "Valium 10")
Simon King – drums (on Hawklords at Rockfield Studios 1979 tracks, except "Valium 10")
Keith Hale – keyboards (on Hawkwind live at Lewisham Odeon 1980 tracks), vocals ("Dangerous Vision")
Michael Moorcock – vocals (on Hawkwind live at Lewisham Odeon 1980 "Running Through the Back Brain")




Erscheinungsjahr: 1980


Stil: Space Rock


Trackliste:

CD1:

1. Levitation (5:47)
2. Motorway City (6:45)
3. Psychosis (2:25)
4. World Of Tiers (3:16)
5. Prelude (1:40)
6. Who‘s Gonna Win The War? (4:44)
7. Space Chase (3:10)
8. The 5th Second Of Forever (3:27)
9. Dust Of Time (6:23)

Hawklords Bonus Tracks:

10. Valium 10 (7:52)
11. Time Of... (4:10)
12. Who‘s Gonna Win The War? (4:52)
13. Douglas In The Jungle (6:53)
14. British Tribal Music (3:56)

Weitere Bonus Tracks:

15. Nuclear Toy [Single B-Side] (3:00)
16. Who‘s Gonna Win The War? [Single A-Side] (3:38)
17. Brainstorm [Live 1980] (5:47)

CD2:

1. Technicians Of Spaceship Earth / Levitation (7:27)
2. Motorway City (7:36)
3. Death Trap (4:43)
4. Angels Of Death (6:06)
5. Psychosis / The 5th Second Of Forever / Dust Of Time (12:01)

CD3:

1. Running Through The Back Brain (Messages) (6:23)
2. Dangerous Vision (5:06)
3. Who‘s Gonna Win the War? (7:26)
4. PSI Power (4:49)
5. Shot Down In The Night (7:15)
6. World Of Tiers (5:17)
7. Space Chase (4:10)

Gesamtspieldauer CD1 (1:17:55) und CD2 (37:55) und CD3 (40:29): 2:36:19



„Levitation“ heißt das zehnte Studioalbum der englischen Rockgruppe Hawkwind. Es wurde am 27. Oktober 1980 ursprünglich auf dem Plattenlabel Bronze veröffentlicht. Die hier besprochene Ausgabe stammt aus dem Jahr 2009 und erschien auf dem Label Cherry Red Records. „Levitation“ erreichte 1980 Platz 21 der UK-Album-Charts. Vor den Aufnahmen zum Album hatte Dave Brock die komplette Band ausgetauscht – selbstverständlich bis auf sich selbst. Und so hört man auf „Levitation“ Ex-Cream-Mitglied Ginger Baker am Schlagzeug und Ex-Gong-Musiker Tim Blake an den Keyboards – beide sollten allerdings danach wieder aussteigen. Bei Ginger Baker war das für immer der Fall, Tim Blake war dreißig Jahre später, ab dem Album „Blood Of The Earth“, wieder für zwei Alben festes Mitglied bei Hawkwind.

„Levitation“ ist ein Album geworden, welches den Space Rock lebt, wieder aufleben lässt und irgendwie sogar richtig zum Leben erweckt. Diese Verbindung aus rockigen und sphärischen Klängen vollführen die Musiker von Hawkwind auf diesem Album fast bis zur Perfektion. Im Gegensatz zu vorherigen Scheiben der Band, sind die Instrumentalpassagen nun deutlich länger und intensiver ausgestaltet und ausgestattet worden. Die Texte treten ein wenig in den Hintergrund, was vielleicht dem Weggang von Leadsänger und Texter Robert Calvert geschuldet ist. Den Gesang hat auf „Levitation“ nun vollends Dave Brock übernommen.

Die Lieder des Albums gehen allesamt gut ins Ohr, die Melodien auf „Levitation“ zünden ein ums andere Mal. Das Zusammenspiel der Musiker ist perfekt und so klingt jede Nummer wie eine gelungene Einheit. Und stimmt sich das Album langsam ein, so bekommt man ab „World Of Tiers“, einer Instrumentalnummer, einen Höhepunkt nach dem anderen geboten. Den Höhepunkt schlechthin erreicht man bereits kurze Zeit später mit dem sehr intensiven „Who‘s Gonna Win The War?“ geboten. Klasse Lied, welches sofort ins Ohr geht. Sehr zu empfehlen ist auch die Live-Version des Liedes auf CD3, auf der das sphärische Element des Liedes in Verbindung zu jeder Menge Spielspaß noch besser zum Tragen kommt. Ebenfalls herausragend die letzte Nummer des ursprünglichen Albums, das Lied „Dust Of Time“.

Mit der „Limited Expanded Edition” des Albums erhält man sehr viel Zusatzmaterial, vor allen Dingen in Form von Live-Auftritten. Das bereits erwähnte „Who‘s Gonna Win The War?“ ist darauf sogar noch dreimal in differierenden Versionen zu hören. Sicherlich eher etwas für den Fan, der nicht genug von „seiner“ Band bekommen kann. Die Soundqualität der diversen Live-Aufnahmen ist nicht perfekt, jedoch durchaus akzeptabel für die damalige Zeit, da diese Mitschnitte ursprünglich sicherlich nicht für eine Veröffentlichung gedacht waren.

Fazit: Wer Space Rock in einer seiner besten Ausführungen hören möchte, der oder dem sei „Levitation“ von Hawkwind sehr ans Herz gelegt. Hier gelingt es der Band um Dave Brock auf eine sehr gelungene Art und Weise Rockmusik und Synthesizer-Sounds zu verbinden. Das Zuhören macht Spaß, die Lieder scheinen mit jedem Durchlauf noch etwas wertvoller zu klingen. Hörvergnügen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Who‘s Gonna Win The War?, Dust Of Time



Freitag, 29. Januar 2021

Steven Wilson – The Future Bites

 



Steven Wilson – The Future Bites


Besetzung:

Steven Wilson – guitars, bass, keyboards, synthesisers, samplers, shaker, piano, fender Rhodes, autoharp, percussion, handclaps, vibraphone, shortwave radio, vocals


Gastmusiker:

David Kosten – programming, synthesizers, drone
Yali – voices
Mia – voices
Richard Barbieri – synthesizers
Wendy Harriott – vocals
Bobbie Gordon – vocals
Crystal Williams – vocals
Rou Reynolds – vocals
Rina Mushonga – vocals
Mos Capri – vocals
JAKL – vocals
Yali – the kids voices on “Self”
Mia – the kids voices on “Self”
Emilia – the kids voices on “Self”
Lihi – the kids voices on “Self”
Romi – the kids voices on “Self”
Guy – the kids voices on “Self”
Gali – the kids voices on “Self”
Mati – the kids voices on “Self”
Tom – the kids voices on “Self”
Shai – the kids voices on “Self”
Jason Cooper – cymbals, percussion
Michael Spearman – drums, hi-hat
Blaine Harrison– vocals
Jack Flanagan – vocals
Nick Beggs – chapman stick, phased guitar, cutlery, bass guitar
London Session Orchestra conducted by Guy Protheroe – orchestra
Elton John – voice
Rotem Wilson – voice
Fyfe Dangerfield – vocals
Adam Holzman – doepfer modular synthesiser




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Pop, Mainstream


Trackliste:

1. Unself (1:05)
2. Self (2:55)
3. King Ghost (4:06)
4. 12 Things I forgot (4:42)
5. Eminent Sleaze (3:53)
6. Man Of The People (4:42)
7. Personal Shopper (9:49)
8. Follower (4:39)
9. Court Of Unease (6:08)

Gesamtspieldauer: 42:03



Nun, mit einem halben Jahr Verspätung erscheint am 29. Januar doch noch das siebte Soloalbum des Steven Wilson. „The Future Bites“ heißt das Album und wird auf dem Plattenlabel Caroline International veröffentlicht. Inhaltlich beschäftigt sich der Brite auf dem Album mit dem Konsum in unserer und zukünftiger Zeit, dem wir nicht mehr entfliehen können, dem wir zwanghaft unterworfen sind.

Sieht man es positiv, so kann man festhalten, dass sich dieses Album auch absolut nach Konsum, nach Massenware, nach Mainstream anhört. „The Future Bites“ ist ein Pop-Album geworden, in dem auch immer wieder Disco-Anleihen aufgegriffen werden. Progressive Rock wie man ihn auf Porcupine Tree Alben oder auf seinen ersten Soloalben hörte? Nein, sicherlich nicht. Die Lieder auf „The Future Bites“ sind an vielen Stellen zu eingängigem Pop geschliffen worden, der ein neues Käuferklientel ansprechen soll. Dieser auf „To The Bone“ eingeschlagene Weg wird mit diesem neuen Album also konsequent fortgesetzt.

Dabei beginnt die Platte mit dem leider sehr kurzen „Unself“ noch relativ vielversprechend. Stimmungsvoll und sphärisch wird damit das Album eingeleitet. Doch mit „Self“ folgt dann sofort, der zu diesem Zeitpunkt noch überraschende Bruch. Nun hört man auf „The Future Bites“ seichtes Gestampfe, Pop- und Disco-Sounds und ebensolche Melodien. Dazu versucht sich Steven Wilson häufig im Falsett-Gesang. Das bekommt er gut hin, aber mag man dies auch wirklich von ihm hören? Und so fließt diese Scheibe vor sich hin. Hört man nicht genau zu, so wird es kaum einen Moment geben, der einen Aufhorchen lässt. Das Gehörte ist einfach zu langweilig – besonders natürlich, wenn man auf die Musik des Briten der Neunziger bis Mitte der Zehner Jahre steht.

Dabei klingen die einzelnen Lieder sogar auch immer wieder eingängig und melodiös. Allerdings sind diese Eindrücke absolut austauschbar, trivial und eben nichts Besonderes mehr. Es gibt genügend Bands, die das auch können – zumindest in ähnlicher Art und Weise. Der Erfolg wird ihm sicher Recht geben, „The Future Bites“ wird sich gut verkaufen. Besser verkaufen als eine Progressive Rock Scheibe. Wer sollte ihm das verübeln? Niemand. Nur begeistern wird das Album die ehemaligen Fans seiner Musik eben auch nicht. Sei es drum.

Eine kleine Versöhnung bietet Steven Wilson seinen Hörerinnen und Hörern der früheren Zeiten übrigens dann doch noch mit dem letzten Stück „Court Of Unease“ an. Das Lied ist ein sehr atmosphärisches, ruhiges und intensives Stück, welches sogar auf einem Porcupine Tree Album Platz gefunden hätte ohne dort wie ein Fremdkörper zu wirken. Von allen anderen Liedern der Scheibe – bis auf das kurze Intro – kann man dies leider nicht behaupten.

Fazit: Steven Wilson ist endgültig im Pop und Mainstream angekommen. Wer auf solche Musik steht, die oder der dürfte hier gewiss etwas für sich finden. Wer gerne Porcupine Tree hörte, die früheren Alben des Steven Wilson liebt, die oder der dürfte dementsprechend etwas oder sogar noch mehr von „The Future Bites“ enttäuscht werden. „The Future Bites“ ist kein katastrophal schlechtes Album geworden, aber leider an vielen Stellen austauschbar und langweilig. Acht Punkte.

Anspieltipps: Unself, Court Of Unease



Mittwoch, 27. Januar 2021

A.R. & Machines – Echo

 





Besetzung:

Achim Reichel – machines, lead vocals and all other instruments


Gastmusiker:

Dicky Tarrach – drums
Lemmy Lembrecht – drums and percussion
Hans "Flippo" Lampe – percussion
Kalle Trapp – percussion
Rolf Köhler – percussion
Jochen Petersen – saxophone
Norbert Jacobsen – clarinet, vocals
Klaus Schulz – vocals
Conny Plank – vocals
Matti Klatt – vocals
Arthur C. Carstens – jew's harp
Pete Becker – sirenes
Frank Dostal – sirenes
Helmuth Franke – guitar


Label: Polydor


Erscheinungsjahr: 1972


Stil: Krautrock


Trackliste:

Invitation - Einladung

1. Invitation - Einladung (1:04)
2. To New Adventures - Zu Neuen Abenteuern (4:30)
3. In The Magic Forest Of The 7 Senses - Im Zauberwald Der 7 Sinne (1:05)
4. In The Labyrinth Of The Mind - Im Irrgarten Des Geistes (3:23)
5. At The Waltz Of The Inclinations - Beim Waltzer Der Triebe (1:57)
6. Under The Black-Green-Red Banner - Unter Dem Schwarz-Grün-Roten Banner (6:48)
7. International Anthem - Internationalhymne (1:42)

The Echo Of The Presence - Das Echo Der Gegenwart

8. Awaking On The Shore - Erwachen Am Ufer (3:40)
9. In Front Of The House At The Foot Of The Growing Mountain - Vor Dem Haus Am Fuße Des Wachsenden Berges (0:49)
10. Signals - Signale (1:40)
11. Knowledge Is Spring In Autumn - Wissen Ist Frühling Im Herbst (1:30)
12. Iron-Laura With The Lyra - Eisen-Laura Mit Der Lyra (2:30)

The Echo Of Time - Das Echo Der Zeit

13. I Am Astonished - Ich Staune (2:11)
14. On The Sledge - Auf Dem Schlitten (0:58)
15. To The Echo Of Time - Ins Echo Der Zeit (3:15)
16. Down The Rainbows - Regenbögen Hinab (2:31)
17. Through Feelable, Measurable Nothing - Durch Fühlbares, Meßbares Nichts (2:03)
18. Eternal Farewell On Lilac Ardour - Ewiger Abschied Auf Lila Glut (2:03)

The Echo Of The Future - Das Echo Der Zukunft

19. Suspicions - Ahnungen (1:23)
20. At The Dance Of The Electrical Winds - Beim Tanz Der Elektrischen Winde (4:57)
21. Before The Birth Of The New Dimension - Vor Der Geburt Der Neuen Dimension (2:17)
22. Interstellar Communications - Interstellare Kommunikationen (3:51)
23. The Opening Of The Big Gate - Das Öffnen Des Großen Tores (2:09)
24. The Dream Of Balance - Der Traum Vom Gleichgewicht (3:26)

The Echo Of The Past - Das Echo Der Vergangenheit

25. Memories Of The Day After Tomorrow - Erinnerungen An Übermorgen (4:42)
26. Ad Libido (7:57)
27. Ego Lego (2:57)
28. Burns Like A Light At The End Of The Tunnel - Brennt Wie Ein Licht Am Ende Des Tunnels (1:56)

Gesamtspieldauer: 1:19:30



„Echo“ heißt das zweite Studioalbum von A.R. & Machines, dem Krautrock-Projekt des Achim Reichel. Das Album erschien im Jahr 1972 auf dem Plattenlabel Polydor und setzte den eingeschlagenen Weg, den Achim Reichel ein Jahr zuvor mit „Die grüne Reise“ begonnen hatte, konsequent fort. Nach Rock’n’Roll sollte es jetzt also Krautrock sein, elektronisch beeinflusst, weit weg vom Kommerz.

Aber das stimmt nur zum Teil, denn Achim Reichel vertiefte seine musikalische Reise mit diesem Album, er klingt auf „Echo“ nochmals überzeugender, als er dies bereits auf der „grünen Reise“ getan hat. Die Musik auf „Echo“ besteht beileibe nicht nur aus elektronischen Instrumenten. Achim Reichel verwebt hier analoge und digitale Musik zu einem absolut stimmigen Ganzen. „Echo“ klingt experimentell, „Echo“ klingt eingängig. An sich ein Widerspruch, doch für heutige Ohren eher „abgefahrene“ Klänge wechseln sich mit wunderschönen und eingängigen Melodien ab, sodass das Album zu einer Art „magischen“ Reise mutiert.

Einige Lieder auf „Echo“ entfalten fast eine hypnotisierende Wirkung, klingen redundant, ohne dabei jemals Gefahr zu laufen langweilig zu klingen. Achim Reichel probiert die neuen musikalischen Möglichkeiten der damaligen Zeit aus und erschuf so eines der eindrucksvollsten Alben des Krautrocks. Auch wenn das Ganze dabei mal etwas skurriler klingt, wie beim Titel „Ad Libido“, der so übrigens auch gut auf Pink Floyds „Ummagumma“ gepasst hätte, so sitzt man trotzdem gespannt vor den Boxen und staunt über den Mut und die Kreativität, die sich damals in der Musik noch ihre Wege bahnen konnte.

Ganz bestimmt ist dies nicht Musik für jede und jeden, denn es klingt von wirr über skurril nach abgefahren bis hin zu eingängig so unfassbar abwechslungsreich auf diesem Album. Das muss man „aushalten“ können, wird dann jedoch reich mit einem musikalischen Erlebnis belohnt – nicht nur mit Musik allein.

Fazit: „Echo“ ist eine ganz besondere Platte geworden. Ein musikalisches Erlebnis und Experiment. Weit entfernt von jeglichem Mainstream. Weit weg von Kommerzialität. Weit weg von jeglicher Langeweile. Dafür umso spannender und unterhaltender. Krautrock der sehr guten Sorte. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Im Irrgarten Des Geistes, Ich Staune



Montag, 25. Januar 2021

Om – Advaitic Songs

 



Om – Advaitic Songs


Besetzung:

Al Cisneros – bass, vocals, piano, percussion
Emil Amos – drums, guitar, piano, percussion


Gastmusiker:

Robert Aiki Aubrey Lowe – additional vocals, tambura on ″Gethsemane" and ″Sinai"
Jackie Perez Gratz – cello
Jory Fankuchen – violin
Kate Ramsey – vocals on ″Addis"
Lucas Chen – additional cello on ″Addis"
Lorraine Rath – flute on ″Haqq al-Yaqin"
Homnath Upadhyaya – tabla on ″Haqq al-Yaqin"




Erscheinungsjahr: 2012


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Addis (5:32)
2. State Of Non-Return (6:05)
3. Gethsemane (10:25)
4. Sinai (10:19)
5. Haqq Al-Yaqin (11:24)

Gesamtspieldauer: 43:47



Om ist eine US-amerikanische experimentelle Band aus San Francisco, Kalifornien. Gegründet wurde Om als Duo im Jahr 2003 von der Rhythmusgruppe der Band Sleep. Der Name der Band leitet sich vom hinduistischen Konzept des Om ab, das sich auf die natürliche Schwingung des Universums bezieht. „Advaitic Songs“ heißt das fünfte und bisher letzte Studioalbum von Om, die allerdings bis heute noch aktiv ist. „Advaitic Songs“ wurde am 24. Juli 2012 auf dem Plattenlabel Drag City Records veröffentlicht. Das Cover des Albums zeigt ein Bild von Johannes dem Täufer.

Auf dem Album hört man eine musikalische Mischung aus westlichen, orientalischen und auch religiösen Einflüssen, die zumeist sehr sanft, mitunter auch getragen aus den Lautsprechern strömt. Jederzeit klingt das sehr intensiv und atmosphärisch dicht. Doch die „Stimmungen“ und damit die Musik kann phasenweise auch härter klingen. Und auch das macht die Musik von Om aus, diese Verbindung von leicht religiös klingenden Passagen mit harten Riffen. Die Verbindung der Klänge von Cello, Violine und Flöte gepaart mit breiten Synthesizer-Landschaften.

Das Album lässt sich sehr gut in einem Durchhören. Nichts muss man da überspringen oder ausblenden. Dabei lohnt es sehr, sich auf diese Musik der Kalifornier zu konzentrieren, die unglaublich intensiv und auch facettenreich klingt. Und dies, obwohl innerhalb der Lieder weder die Stimmung noch die Melodie großartig variiert wird. Das mantraartige Wiederholen einer bestimmten Sequenz erinnert einmal mehr an religiöse Musik, die zudem bereits in den Liedertiteln Widerklang findet und einem beim Zuhören einen leicht hypnotisierenden Effekt vermittelt. Die Höhepunkte des Albums sind im Grunde genommen alle fünf Titel auf „Advaitic Songs“.

Fazit: Mit „Advaitic Songs“, was so viel wie „hinweisgebende Lieder“ bedeutet, kann man ganz tief in religiöse, westliche und orientalische Klänge eintauchen. Zu hören gibt es hier besondere Musik, die weit abseits des Alltäglichen spielt. Intensiv und atmosphärisch. Musik zum genauen Hinhören. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Haqq Al-Yaqin