Donnerstag, 12. Januar 2012

Jethro Tull – J-Tull Dot Com





Jethro Tull – J-Tull Dot Com


Besetzung:

Ian Anderson – vocals, flute, bouzouki, guitar
Martin Barre – guitar
Andrew Giddings – keyboards
Doane Perry – drums
Jonathan Noyce – bass


Label: Roadrunner


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock


Trackliste:

1. Spiral (3:53)
2. Dot Com (4:26)
3. Awol (5:21)
4. Nothing @ All (0:56)
5. Wicked Windows (4:42)
6. Hunt By Numbers (4:02)
7. Hot Mango Flush (3:51)
8. El Nino (4:43)
9. Black Mamba (4:59)
10. Mango Surprise (1:16)
11. Bends Like A Willow (4:54)
12. Far Alaska (4:08)
13. The Dog-Ear Years (3:34)
14. A Gift Of Roses (9:35)




Im Jahr 1999 veröffentlichten Jethro Tull ihr bisher vorletztes und zwanzigstes Studioalbum mit dem Titel „J-Tull Dot Com“. Und diese Aussage trifft auch heute noch, Anfang 2012, zu. Die vorletzte Jethro Tull Platte wurde also noch im letzten Jahrtausend, versehen mit einem nicht gerade sehr geistreichen Titel, veröffentlicht. Letzteres hat aber natürlich nicht unbedingt etwas zu sagen und war wohl dem damaligen Zeitgeist geschuldet, da die Bedeutung des Internets in den 90er Jahren rasant zunahm.

Nun, aber was ist zu der Musik auf „J-Tull Dot Com“ zu sagen? Egal, welchen Titel man anspielt, das, was man hört ist immer unüberhörbar Jethro Tull Musik. Da ist zum einen die unverwechselbare Stimme Ian Andersons, die hier wieder besser klingt als auf anderen Veröffentlichungen der 90er Jahre. Und dann natürlich das über allem stehende Flötenspiel des Frontmanns. Und der Bedeutung und dem Einsatz der Flöte wird auf diesem Album ein wesentlich größerer Raum eingeräumt, als dies noch zu Beginn der Karriere der Band, Ende der 60er und Anfang der 70er, der Fall war.

Alles was man zu hören bekommt ist unverwechselbar die Musik von „Jethro Tull“. Immer wieder schleichen sich zwar indische oder andere asiatische Anleihen in die Musik mit ein, man hört Parts, angelehnt an Klassische Musik genau wie Metal-Adaptionen, der Klang der Musik lässt allerdings keine Interpretation zu: Hierbei handelt es sich eindeutig um „Jethro Tull“ - und zwar bei jedem einzelnen Lied.

Auch auf ihrem 21. Studioalbum hat es die Band um Ian Anderson geschafft, sich und ihrer Musik treu zu bleiben. Und das, ohne dabei in irgendeiner Art und Weise langweilig geworden zu sein. Wobei wir gleich beim nächsten Punkt wären: Auf dem Album „J-Tull Dot Com“ befindet sich kein einziger schlechter Titel. Das wiederum wirft jedoch die Frage nach dem Umkehrschluss auf: Wie viele überragende Titel befinden sich denn auf diesem Album? Und die Antwort lautet hier genauso: Kein einziger Titel. Nochmal, das Album ist wahrlich nicht schlecht, allerdings eben auch nichts Besonderes. Diese „Übersongs“, die es immer wieder auf Jethro Tull Platten zu entdecken und bestaunen gibt, diese Lieder fehlen hier leider völlig. Alles auf diesem Album ist irgendwie im Fluss, ohne sich jedoch in den Gehirnwindungen des Hörers festsetzen zu können.

Der „Hidden Track“, nach dem letzten Stück des Albums, entpuppt sich dieses Mal übrigens als „Bonus Track“. Soweit jedenfalls die Ankündigung Ian Andersons zu Beginn des Songs. Dabei handelt es sich um den Titeltrack „Secret Language Of The Birds“, eine Nummer, aus seinem gleichnamigen nächsten Soloalbum.

Fazit: „J-Tull Dot Com“ ist wahrlich kein Mainstream-Album. Auf dieser Platte befindet sich 100% Jethro Tull. Von daher ist Mainstream oder Ähnliches schon mal ausgeschlossen. Die einzelnen Songs sind nicht schlecht, allerdings auch nicht die Höhepunkte im Schaffen der Band. Aber wahrscheinlich kann man solche Titel auch nicht mehr auf dem 21. Album einer Band verlangen. Nun, wer Jethro Tull mag, der sollte sich diese Platte unbedingt zulegen. Dann lohnt sie sich auf jeden Fall. Wer alles von der Band haben möchte, der kauft die CD sowieso, wird allerdings ebenfalls nicht enttäuscht werden. Nur für die, die in den Kosmos „Jethro Tull“ einsteigen wollen, denen seien die Platten Anfang der 70er zur Initialzündung empfohlen. „J-Tull Dot Com“ ist musikalischer Durchschnitt, acht Punkte.

Anspieltipps: Dot Com, Nothing @ All, Wicked Windows, Black Mamba, Bends Like A Willow, The Dog-Ear Years





Mittwoch, 11. Januar 2012

Fischer-Z – Fish’s Head




Fischer-Z – Fish’s Head


Besetzung:

John Watts – vocals, guitars
Ian Porter – bass, keyboards
Steve Kellner – drums
Jennie Cruse – vocals


Gastmusiker:

Mike Benn, Graham “Wildman” Peacock, Nick Mode


Label: BMG Ariola


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop


Trackliste:

1. Say No (4:06)
2. Masquerade (4:50)
3. It Could Be You (4:59)
4. Sticky Business (4:05)
5. Huba (4:03)
6. Oh Mother (4:50)
7. Just Words (4:30)
8. It's Only A Hurricane (4:30)
9. She Said (4:11)
10. Ho Ho Ho (4:51)

Gesamtspieldauer: 44:48





Was sich auf „Reveal“ bereits angedeutet hat, das hat John Watts mit seiner Band Fischer-Z auf „Fish’s Head“ weiter fortgesetzt. Dieses 1989 erschienene Album, hat nun so gar nichts mehr mit „Red Skies Over Paradise“ zu tun. Muss es ja auch nicht, wenn die Musik trotzdem gut ist. Aber daran hapert’s bei „Fish’s Head“ allerdings ein wenig. Gute Texte schreiben kann John Watts immer noch, aber es passt irgendwie nicht mehr mit der dazugehörigen Musik. Denn die ist auf dem Album häufig langweilig und öde. Und da gibt es leider nur wenige Ausnahmen.

Los geht es mit „Say No“. Das Lied wird ein wenig besser, wenn man es öfters hört und geht dann sogar ins Ohr. Kein Übersong, aber ein nettes Poplied. „Masquerade“ ist im Anschluss daran eine Reggae-Nummer. Aber auch dieses Lied gehört zu den besseren auf dem Album. Es groovt und man wippt gerne mit. Bei „It Could Be You“ zeigt John Watts dann, dass er auch Humor besitzt. Die Instrumentierung ist schon außergewöhnlich und es klingelt und schellt und Watts kündigt einzelne Instrumente sowie das Gitarrensolo an. Nett gemacht.

Das kann man von “ Sticky Business“ nicht behaupten. Ein nerviges und irgendwie atonales Lied, bei dem man dem Erfinder der Infrarot-Fernbedienung unglaublich dankbar ist, um zum nächsten Track zu kommen. Der heißt „Huba“ und ist der Höhepunkt des Albums. Auch wenn es irgendwie an ein Kinderlied erinnert, das Stück geht mit seiner schönen Melodie sofort ins Ohr und bleibt dort hängen. Schön hier auch der Wechsel zwischen Gesang und Trompete. Ein richtig gutes Lied auf „Fish’s Head“.

„Oh Mother“ ist dann richtig rockig. Nicht richtig schlecht, allerdings auch nichts Besonderes. Kein Lied, an welches man sich länger erinnert. „Just Words“ ist anschließend ein weiterer Tiefpunkt der Platte. Belangloser Pop. Das trifft auch auf die nächste Nummer „It's Only A Hurricane“ zu. Hier gibt es zwar auch rockigere Abschnitte und einen tiefen Bass-Chor – aber überzeugend ist das alles nicht. Und leider gilt das auch für die letzten beiden Stücke „She Said“ und „Ho Ho Ho“. Die Stücke langweilen einfach, da fehlen die Ideen und Melodien, die die Musik John Watts sonst immer ausgezeichnet haben.

Eine kleine Sache muss hier allerdings noch positiv erwähnt werden. Im Booklet sind alle Texte in mehreren Sprachen ausgedruckt. So unter anderem auch in Deutsch. Ein netter Service für die nicht englischsprachigen Fans. Und noch etwas: Alle Lieder auf dieser CD sind zwischen 4:03 und 4:59 Minuten lang. Die „4“ steht also immer vorne. So etwas ist mir bisher auch noch nicht untergekommen. Zufall?

Fazit: Wenn jemand gerne alles von Fischer-Z haben möchte, dann sollte er sich diese CD natürlich zulegen. Wenn jemand allerdings auf Fischer-Z von „Red Skies Over Paradise“ steht, dann sollte er sich die Platte vor dem Kauf unbedingt erst mal anhören. Denn auf „Fish’s Head“ gibt es andere Musik zu hören. Meistens Pop und der wird nicht jedem gefallen. Von mir gibt es für die paar Ausreißer nach oben sechs Punkte.

 
Anspieltipps: Say No, Masquerade, It Could Be You, Huba





Dienstag, 10. Januar 2012

Alphaville – Forever Young





Alphaville – Forever Young


Besetzung:

Marian Gold – Gesang
Bernhard Lloyd – Keyboard
Frank Mertens – Keyboard


Gastmusiker:

Curt Cress – Schlagzeug
Ken Taylor – Bass
Deutsche Oper Berlin – Streicher
The Claudias – Hintergrundgesang
Gulfstream – Hintergrundgesang
The Rosie Singers – Hintergrundgesang
Wednesday – Hintergrundgesang
Ralph Vornberger – Gesang


Label: WEA Music GmbH


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. A Victory Of Love (4:17)
2. Summer In Berlin (4:46)
3. Big In Japan (Original) (4:45)
4. To Germany With Love (4:15)
5. Fallen Angel (3:58)
6. Forever Young (3:48)
7. In The Mood (4:33)
8. Sounds Like A Melody (4:45)
9. Lies (3:33)
10. The Jet Set (4:56)

Gesamtspieldauer: 43:36




Mit “Forever Young” haben “Alphaville” 1984 ein wirklich beeindruckendes Erstlingswerk auf den Markt gebracht. Synthie-Pop mit sehr eingängigen Melodien, die sich sofort in den Gehirnwindungen festsetzen und auch heute noch, fast dreißig Jahre später, mitreißen können.

Da sind zunächst die vier Singleauskopplungen „Big In Japan”, “Forever Young”, ”Sounds Like A Melody” und “The Jet Set”. „Big In Japan” ist eine tolle, poppige Nummer, mit einem klasse Beat, die einfach mitreißt. Schön dabei auch die Andeutungen fernöstlicher Musik, ohne dieses Thema überzustrapazieren. „Big In Japan” war damals der Hit des Jahres 1984 und verweilte auch mehrere Wochen auf Platz 1 der Deutschen Charts. Auch ,”Sounds Like A Melody”, die zweite Singleauskopplung des Albums weiß zu gefallen. Wieder schafften es die drei Münsteraner Musiker, eine schöne Melodie mit einem treibenden Rhythmus zu kombinieren. Auch dieses Lied geht sofort ins Ohr, genau wie der Titeltrack “Forever Young”. Und bei diesen beiden Titeln erkennt, beziehungsweise erhört man noch eine Stärke von „Alphaville“. Es sind die Instrumentalpassagen die ebenfalls überzeugen können und begeistern. Sind diese bei ”Sounds Like A Melody” noch treibend, so wirken sie bei “Forever Young” herrlich schwebend, voll und hymnisch. Richtig gut gemacht.

Die vierte Singleauskopplung des Albums hieß dann „The Jet Set“. Diese erfolgte erst über ein Jahr nach „Big In Japan“, am 1. März 1985. Und diesem Stück war auch nicht mehr der ganz große Erfolg vergönnt. Hört man sich die Nummer an, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Zwar gibt es hier wieder rhythmischen Synthie-Pop auf die Ohren, allerdings fehlt diesmal die eingängige Melodie, sodass dieses Stück sogar ziemlich langweilig und ein wenig einfallslos wirkt.

Aber es gibt noch einen Höhepunkt auf “Forever Young”. Und den bekommt man gleich mit dem ersten Stück, „A Victory Of Love“, zu hören. Alle Zutaten für einen guten Popsong sind hier wieder vertreten: Schöne Melodie, gute Steigerung und der nötige, einen mitziehenden Rhythmus. Und auch bei dieser Nummer gibt es erneut diesen eingängigen und mitreißenden Instrumentalpart, sodass auch dieser Track ein Höhepunkt des Albums darstellt.

Die restlichen fünf Stücke fallen von der Qualität ein wenig gegenüber den vier Highlights ab. Am besten davon können noch „Summer In Berlin“ und „Fallen Angel“ gefallen. Ganz gute Popsongs, denen man allerdings anhört, dass sie schon vor einigen Jahren geschrieben wurden.

„To Germany With Love“, „In The Mood“ und vor allem „Lies“ haben dann bereits deutlich weniger Qualität, ohne richtig schlecht zu sein. Aber diese Songs gehen dann schon sehr in die Richtung Allerwelts-Pop. Muss man nicht unbedingt gehört haben, bleiben sowieso nicht hängen.

Fazit: “Forever Young” ist ein gutes Pop-Album geworden und ein richtig gutes Erstlingswerk der Band „Alphaville“. Wer etwas mit Synthie-Pop anfangen kann, der kann hier gar nichts falsch machen. Auch nach vielen Jahren klingt die Platte noch gut. Für die, die damals groß wurden, ist die Scheibe sowieso ein Pflichtkauf, um die „alten Zeiten“ wieder aufleben zu lassen. Und wegen der richtig guten Höhepunkte gibt es zehn Punkte für das Album.

Anspieltipps: A Victory Of Love, Big In Japan, Forever Young, Sounds Like A Melody





Montag, 9. Januar 2012

Sun - XXXX





Sun – XXXX


Viele werden meinen, ich übertreibe. Doch eine der wahren deutschen Musikperlen kommt aus Mönchengladbach. Sun heißen sie und haben mit ihrem 1994 erschienenen Album “XXXX” eine brillante Platte vorgelegt. Zum ausklingenden Höhepunkt der Grunge Bewegung zeigte da eine deutsche Band, dass sie locker mit den Größen aus Übersee mithalten konnte. “XXXX” zählt nach wie vor zu einem meiner Lieblingsalben und schafft wohl auch den Sprung in meine persönlichen Top Ten aller Zeiten. Was für Sun und dieses Album spricht, ist ganz einfach zu erklären. Vom Anfang bis zum Ende fesselt diese Scheibe. Rock pur, direkt, kräftig, treibend, doch dann auch wieder erholsam ruhig. Die teils genuschelten und manchmal gelangweilt klingenden Vocals von Sänger Jörg Schröder sind der Punkt auf dem “i”. Alles paßt zusammen, es gibt keine Durchhänger und Schwachpunkte auf dieser Scheibe.

Die Mönchengladbacher haben sich leider aufgelöst, doch Sun sind ein musikalisches Erbe im deutschen Musikzirkus, das zu Lebzeiten völlig unterschätzt wurde. An dieser Stelle muß man einfach erneut viele der deutschen Musikjournalisten und die Macher des Radioeinheitsbreis kritisieren. Denn das Beispiel Sun zeigt ganz deutlich, dass Bands aus Möchengladbach, Braunschweig, Heidelberg oder Chemnitz viel höhere Hürden auf ihrem Weg zu bewältigen haben, als amerikanische und britische Bands auf dem deutschen Markt. Sun brauchte nie den musikalischen Vergleich mit anderen Rockgruppen zu scheuen. “XXXX” ist ein Meisterwerk und steht bei mir zwischen Pearl Jams “Ten” und Nirvanas “Nevermind”. 15 Punkte.

Sonntag, 8. Januar 2012

Golden Earring – Moontan






Golden Earring – Moontan


Besetzung:

Barry Hay – vocals, guitar, flute
George Kooymans – lead guitar, vocals
Cesar Zuiderwijk – percussion
Rinus Gerritsen – keyboards, bass, trumpet


Label: MCA Records


Erscheinungasdatum: 1973


Stil: Progressive Rock, Rock


Trackliste:

1. Radar Love (6:24)
2. Candy’s Going Bad (6:12)
3. Vanilla Queen (9:20)
4. Big Tree, Blue Sea (8:13)
5. Are You Receiving Me (9:32)

Gesamtspieldauer: 39:41




Man möchte es kaum glauben, aber genau wie zum Beispiel beim „Electric Light Orchestra“, gab es auch in der Bandgeschichte von „Golden Earring“ eine Phase, die man durchaus mit „progressiv“ umschreiben kann. Und diese Phase deckt sich mit jenem Zeitpunkt, an dem das wohl bekannteste Lied von „Golden Earring“, “Radar Love”, erschien.

In der ersten Bandphase, die bereits 1962 (!) begann, waren es zunächst Stücke, die sich an der Rock’n’Roll-Zeit der 50er orientierten. Gefolgt wurden diese ersten Veröffentlichungen von Alben, die durchaus als Anlehnungen an die Musik der „Beatles“, wie die der „Stones“ zu verstehen waren. Erst Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre, wurden die Kompositionen schließlich deutlich komplizierter, verschachtelter, experimentierfreudiger und komplexer. Im Anschluss an diese Phase, die bis Mitte der 70er Jahre anhielt, entwickelte sich „Golden Earring“ dann zu einer Mainstream Rockband und hat zu diesem Zeitpunkt für einen Prog-Fan nicht mehr viel zu bieten. Zwar veröffentlichten die vier Niederländer weiter fleißig Alben, die auch sehr gute Stücke wie zum Beispiel „Twilight Zone“ aus dem Album „Cut“ von 1982 beinhalteten, aber das waren eben nette Rocksongs und hatten mit der progressiven Rockmusik der frühen 70er nichts mehr außer der Überschrift „Golden Earring“ gemein.

Zur Information: Es kursieren zwei verschiedene Versionen des Albums „Moontan“. Auf der ursprünglichen Plattenversion waren folgende Lieder vorhanden: 1. Candy's Going Bad 2. Are You Receiving Me 3. Suzy Lunacy (Mental Rock) 4. Radar Love 5. Just Like Vince Taylor 6. The Vanilla Queen. Dann gab es eine CD-Veröffentlichung, auf denen die Tracks 3 und 5 fehlten, zwei nette Rocksongs. Anstelle dieser beiden Lieder war auf der neuen Pressung dann „Big Tree, Blue Sea“ zu hören, welches dem Prog wesentlich näher kommt. Inzwischen gibt es beide Variationen auf CD, ich beziehe mich hier auf jene mit „Big Tree, Blue Sea“.

Auf dem 1973 erschienenen Album „Moontan“ befindet sich das wohl bekannteste „Golden Earring“ Stück, welches Mitte der 70er Jahre in keiner Rock-Disco fehlen durfte. Jenen Etablissements also, die sich deutlich von Earth, Wind & Fire, Commodores und Konsorten distanzieren wollten, und zum Abtanzen und Abrocken eher „AC/DC“, „Deep Purple“, „Free“, „Led Zeppelin“ oder eben „Golden Earring“ favorisierten.

Zu „Radar Love“ muss man nicht viele Worte verlieren. Das Stück ist ein Rockklassiker und wenn man sich dieses Liedes nicht bereits in der 70ern überhört hat, hat es immer noch seinen Charme durch seine Bläsereinlagen, die treibenden Drumparts, den „antwort-gebenden“ Gitarren und den einzelnen Steigerungen, die das Grundschema immer wieder aufnehmen.

Aber Prog, nein Prog ist das höchstens ganz am Rande. Auch das nächste Stück „Candy’s Going Bad“ ist zumindest zu Beginn noch ein Rock’n’Roll-Lied. Ein treibender Rhythmus, ein Gitarrensolo und dann, ab 3:40, geht das Stück in einen ruhigeren und ausklingenden Teil über. Dieser hört sich fast schon ein wenig „floydesk“ an und könnte durchaus ein Teil eines Titels aus „Obscured By Clouds“ sein.

Das dritte Lied, „Vanilla Queen“ stellt einen, wenn nicht sogar den Höhepunkt, der ganzen CD dar. Das Stück beginnt mit einem sphärischen Synthesizerpart, in den schließlich der Bass und anschließend Barry Hays Gesang einsetzen. Das Lied steigert sich von Textzeile zu Textzeile bis es in einen melodiösen Refrain mündet. Diese Abfolge wird noch einmal durchlaufen und es folgt ein Akustikpart, in welches ein Gitarrensolo eingebettet ist, das wiederum von Bläsern unterstützt wird. „Golden Earring“ schaffen es hier auf geniale Weise Klangwelten zu kreieren. Dies gilt auch für die sich anschließenden Sprachfetzen, die an „Queensryche“ und „Operation Mindcrime“ erinnern, oder ist das umgekehrt? Diese Sequenz wird beendet mit der Aussage „What’s your name Honey?“, gefolgt von einem startenden Motorengeräusch und schließlich geht es ab 6:23 in das furiose Finale des Stückes über. Hier stimmt jetzt einfach alles. Stimmung, Instrumentierung, Geschwindigkeit und so kann man diesen „Abspann“ des Liedes noch drei Minuten lang genießen. Ein kleines Meisterwerk ist den vier Holländern da gelungen.

„Big Tree, Blue See“ heißt der nächste Track. Nicht nur wegen des Einsatzes einer Querflöte lässt sich hier die geistige Nähe zu Jethro Tull nicht leugnen. Allerdings kommt bei diesem Lied die Querflöte auch so zum Einsatz, wie wir sie alle von Peter Gabriel auf „Foxtrot“ lieben- und kennengelernt haben. Dann wird es wieder sphärisch, mehrere Querflöten „bekriegen“ sich zum Teil, bis schließlich der Bass erneut einsetzt und das Lied wieder an Fahrt aufnimmt. „Big Tree, Blue See“ ist ein Klasse-Prog-Stück, welches gerade durch seinen Abwechslungsreichtum besticht und einfach Spaß beim Zuhören bereitet.

Seinen würdigen Abschluss findet die CD in der Nummer „Are You Receiving Me“. Auch bei diesem letzten und längsten Stück des Albums tragen die Bläser wieder einen gehörigen Part zur Erzeugung der Stimmung bei. Bis 3:40 liegt hier ein flotter Song vor, der dann in einen abgefahrenen, bald fast improvisiert klingenden Teil mündet. Und auch bei diesem Lied beweisen „Golden Earring“ ihre Gabe, ein Lied wachsen zu lassen. Es wachsen zu lassen, bis schließlich alles in einem Saxophonsolo mündet und gegen Ende der Nummer noch einmal die Gesangsspur aufnimmt.

Fazit: Jeder der Rock der früheren 70er mag, dem wird dieses Album gefallen. Gefallen wird es aber auch allen Proggies, die „Golden Earring“ bisher nur als die „Radar-Love-Band“ kannten. An einigen Stellen erinnert es an Jethro Tull, an anderen an den deutschen Krautrock der 70er, auch wenn es die vier Niederländer nicht freuen wird ;-) Auf einer Skala von 0 - 15 Punkten, erhält „Moontan“ verdiente 13 Punkte!

Anspieltipps: Vanilla Queen, Big Tree Blue Sea, Are You Receiving Me, ach, eigentlich alles!



Samstag, 7. Januar 2012

Archive – Take My Head





Archive – Take My Head


Besetzung:

Darius Keeler – keyboard
Daniel Griffiths – guitar, bass, keyboard
Suzanne Wooder – vocals
Matheu Martin – percussion


Gastmusiker:

Jane Hanna – french horn (1, 3, 6, 7)
Neil Taylor – guitar (2, 5, 6)
Lee Pomeroy – bass guitar (3, 4, 5, 7, 9), guitar (4, 7)
Toby Pitman – guitar (10)
Peter Barraclough – flute (5)
Nicholas Strasburg – flute (5)
Ali Keeler – violin (7)
Emily Keeler – recorder (7)
Colin Goody – harmonica (8)
Steve Watts – hammond organ (9)
Peter Lockett – percussion (9)
Caroline Dale – cello (9)


Label: Independiente Ltd


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Pop / Trip-Hop


Trackliste:

1. You Make Me Feel (4:06)
2. The Way You Love Me (3:33)
3. Brother (3:45)
4. Well Known Sinner (4:24)
5. The Pain Gets Worse (4:35)
6. Woman (3:39)
7. Cloud In The Sky (4:41)
8. Take My Head (4:40)
9. Love Summer (4:48)
10. Rest My Head On You (6:55)

Gesamtspieldauer: 45:06




Das ist so eine Sache mit der Weiterentwicklung von Bands. Die einen legen mit den ersten Alben gleich den Höhepunkt ihres Schaffens vor, bei anderen entwickelt sich alles erst von Album zu Album. Und zu letzter Gruppe gehört auch die englische Formation „Archive“, bei der lediglich die beiden Musiker Darius Keeler und Daniel Griffiths eine Konstante darstellen. Alle anderen Musiker der Band tauchen mal auf, verschwinden dann wieder und zum Teil hört man sie erst jahrelang später erneut mit „Archive“ musizieren. Beim Album „Take My Head“, der zweiten Veröffentlichung von "Archive" aus dem Jahr 1999, ist das auch so. Klar, Keeler und Griffiths sind dabei und als Drummer Matheu Martin, der auch auf dem Debut „Londinium“ schon für einen Track die Drums beisteuern durfte. Dies ist allerdings genauso sein letzter Auftritt für „Archive“, wie der für Suzanne Wooder, die auf „Take My Head“ alle Vocals beisteuert.

Nun die Musik auf dem Album ist irgendwo zwischen Trip-Hop und Pop anzusiedeln. Hip-Hop findet nicht mehr statt, der sollte erst auf späteren Alben wieder ab und zu auftauchen. „New Artrock“, „Post Rock“ oder psychedelische Musik, wie man sie auf den späteren Alben der Band antrifft, sucht man auf „Take My Head“ allerdings ebenfalls fast noch vergebens.

Krachend beginnt das Album mit „You Make Me Feel“. Immer wieder wird dieser „laute“ Teil durch ruhige Abschnitte mit Gesang unterbrochen. Das Stück hat was, auch wenn die mehrstimmigen Vocals irgendwie zu süßlich rüberkommen. „The Way You Love Me“ heißt anschließend das nächste Stück. Und was der Titel des Songs schon vermuten lässt, bestätigt sich dann auch beim Hören des Liedes: Ein ganz, ganz seichter Popsong wird dem Hörer da geboten. „Brother“, der dritte Track des Albums, steht dem leider in nichts nach. Dabei beginnt das Stück ganz interessant mit einem Piano, nimmt im weiteren Verlauf aber fast „schlagereske“ Züge an. Ganz schlimm.

Es folgt „Well Known Sinner“. Sehr viel elektronischer ist dieser Song und auch sehr viel besser als seine Vorgänger. Die Loops greifen, der Groove ist spürbar und auch eine interessante Steigerung weist dieses Lied auf. Allerdings läuft das Ganze unter Trip-Hop mit ganz, ganz vielen Pop-Anteilen und hat so gar nichts mit Art Rock geschweige denn Prog zu tun. Bei „The Pain Gets Worse“ wird es dann ganz schlecht. Schwülstiger und schmalziger kann Pop-Musik kaum sein. Und das gilt bei diesem Stück für die Musik, wie für den Text.

Die Nummer sechs auf dem Album, „Woman“, ist ein sehr langweiliges Popliedchen. Interessanter wird es dann wieder bei „Cloud In The Sky“. Erinnert von seiner Machart sehr an das erste Album „Londinium“. Das Lied ist eine poppige, aber getragene Nummer, die zumindest eine schöne Melodie aufweist. Und wenn dann auch noch die Violine einsetzt, dann wird es richtig heimelig. Es folgt der Titelsong „Take My Head“. Und dieser Track ist ganz klar der Höhepunkt der gesamten Platte. Fast hypnotisierend werden hier die Textzeilen wiederholt, mal einstimmig, mal mehrstimmig. Und genau davon lebt das Stück - vom Gesang. Aber auch die Instrumentierung und Atmosphäre dieser Nummer zeigen deutlich an, wohin die Reise für „Archive“, bereits ab dem nächsten Album, gehen wird.

„Love In Summer“ ist ein Instrumentalstück, welches von den Percussion-Parts lebt. Stimmung und Atmosphäre kann das Stück hier allerdings nicht erzeugen. Die Nummer plätschert so dahin, bis sie gegen Ende deutlich an Fahrt aufnimmt. Und jetzt überzeugt auch der Einsatz der Hammond Orgel, die den Sound richtig breit und fett macht. Zum Schluss ein guter Song, der Anfang wurde allerdings leider verschenkt.

Und zu allem Überfluss endet das Album auch wieder überaus schnulzig mit „Rest My Head On You“. Absolut nicht überzeugend und langweilig. Vor allen Dingen immer dann, wenn Frau Wooder singt. Das liegt allerdings nicht an ihrer Stimme, denn die hört sich gut an, jedoch die Gesangslinie selbst, die lässt alle Wünsche offen. Und natürlich gibt es auch hier, wie bei fast allen Alben am Ende des letzten Jahrtausends, ab 4:54 noch einen „Hidden Track“. Dieser reiht sich allerdings in die Liste der "Schmalztitel" des Albums ein. Auch gar nicht gut.

Fazit: Zu großer Form sollten “Archive” erst ab dem nächsten Album auflaufen. Irgendwie scheint „Take My Head“ einen Übergang darzustellen, denn einige wenige Fingerzeige auf die nächsten Alben kann man hier doch schon vernehmen. Leider sind das nicht viele - und der Rest versinkt im zwar nicht ganz alltäglichen, doch mittelmäßigen Pop. Was bleibt, sind fünf Punkte.

Anspieltipps: You Make Me Feel, Well Known Sinner, Take My Head, Love Summer





Freitag, 6. Januar 2012

Adrian Belew – Here





Adrian Belew – Here


Besetzung:

Adrian Belew – vocals and all instruments


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Pop


Trackliste:

1. May 1, 1990 (4:02)
2. I See You (2:42)
3. Survival In The Wild (4:09)
4. Fly (4:46)
5. Never Enough (3:43)
6. Peace On Earth (2:55)
7. Burned By The Fire We Make (3:10)
8. Dream Life (2:29)
9. Here (4:29)
10. Brave New World (3:44)
11. Futurevision (4:15)
12. Postcard From Holland (2:49)
13. Hidden Track (1:46)




Eine nette, kleine Pop-Platte hat Adrian Belew im Jahr 1993 mit „Here“ vorgelegt, denn auf der CD befindet sich kaum etwas Experimentelles oder aber Progressives. Nun, ganz stimmt das auch nicht, denn der „Hidden Track“ am Ende des Albums ist wirklich sehr sphärisch und durchaus auch als experimentell zu bezeichnen. Allerdings ist er so kurz, dass man ihn kaum erwähnen muss. Der Rest der Platte besteht aus sehr eingängigen und kurzen Popstücken. Und diese erinnern in ihrer Gesamtheit ungemein an die Beatles. Das Album ist fast eine Tribute-Scheibe an die Fab Four. Vollgepackt mit Stücken, die so durchaus auch von den Beatles hätten geschrieben werden können.

Allerdings muss man dabei der Ehrlichkeit halber erwähnen, dass die Stücke nicht alle Höhepunkte im Schaffen der Beatles gewesen wären, sondern ähnliche Kopien, von bereits schon geschriebenen Nummern darstellen würden - oder aber manchmal ein Mix aus verschiedenen Songs wären.

Nun, welche Songs setzen sich denn noch ein wenig von den anderen ab? Da ist zunächst einmal „May 1, 1990“. Das Stück beginnt ungewöhnlich, entpuppt sich dann allerdings ganz schnell als unaufgeregte und normale Popnummer, die zügig ins Ohr geht, aber wahrlich nicht schlecht ist. „I See You“ und „Survival In The Wild“ klingen dann schon sehr nach den Beatles, inklusive eingesetzter Sitar. „Fly“ ist eine Nummer, die sehr viel weniger typisch für dieses Album ist. Vielleicht ist auch das der Grund, warum sie überzeugen kann. Irgendwie sphärisch und losgelöst wirkt dieses Stück. Und tatsächlich hört man bei dieser Nummer auch ein wenig King Crimson heraus, und zwar immer dann, wenn der Gesang etwas schräger wird. Schöne Nummer.

„Never Enough“ fällt auf diesem Album dadurch aus dem Rahmen, da es bei diesem Stück auch mal „härtere“ Abschnitte gibt. Nicht schlecht gemacht. „Peace On Earth“ punktet durch seine schöne Gitarreninstrumentierung und den mehrstimmigen Gesang. „Burned In The Fire We Make“ und „Dream Life“ können dagegen gar nicht überzeugen. Beide Titel produzieren eine irgendwie schnulzig geratene Stimmung. Der Titeltrack „Here“ ist dagegen etwas unkonventioneller als der Rest des Albums - und erzeugt damit einen schönen Kontrastpunkt. Bei „Brave New World“ handelt es sich um langweiligen Pop, wohingegen „Futurevision“ richtig kracht: Klasse Groove, mit dem eine tolle Stimmung erzeugt wird. Und zum Schluss bliebe da noch das fast schon liebliche „Postcard From Holland“. Instrumentiert mit Streichern und Gitarre bildet es einen schönen Abschluss, ist allerdings mit einer Minute und zwanzig Sekunden sehr, sehr kurz geraten. Schade eigentlich.

Fazit: „Here“ von Adrian Belew ist eine sehr gelungene Platte, wenn man auch die Musik der Beatles mag. Richtig schlechte Lieder gibt es auf der CD nicht, jedoch einige, die sich lohnen angehört zu werden. Was Neues oder Außergewöhnliches ist das allerdings natürlich nicht, nur eben eine ganz nett gemachte Scheibe, für die es acht Punkte gibt.

Anspieltipps: Fly, Peace On Earth, Here, Futurevision, Postcard From Holland




Donnerstag, 5. Januar 2012

Blackfield – Blackfield





Blackfield – Blackfield


Besetzung:

Aviv Geffen – vocals and other instruments
Steven Wilson – vocals and other instruments


Gastmusiker:

The Mistakes – all instruments “Scars”
The Illusion Quartet - strings “Open Mind”, “Lullaby”, “Summer”, “Hello”
Gavin Harrison - drums “Open Mind”, “Pain”
Chris Maitland - drums “Blackfield”, “The Hole In Me”, “Hello”
Jeremy Kaplan - drums “Glow”, “Summer”


Label: Snapper Music


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Rock bis Pop


Trackliste:

1. Open Mind (3:51)
2. Blackfield (4:07)
3. Glow (4:00)
4. Scars (3:58)
5. Lullaby (3:30)
6. Pain (3:48)
7. Summer (4:13)
8. Cloudy Now (3:35)
9. The Hole In Me (2:47)
10. Hello (3:09)




Wer auf melodische und sehr eingängige Musik steht, der sollte sich unbedingt das Erstlingswerk der Band „Blackfield“, bestehend aus dem israelischen Musiker Aviv Geffen und „Porcupine Tree“ Frontmann Steven Wilson, besorgen. Auf dem gleichnamigen Album bekommt man wunderschöne, schwebende und fesselnde Musik zu hören. Die Kompositionen gehen sofort ins Ohr und verbleiben dort auch.

Nun, aber trotzdem ist das kein Mainstream, den man hier zu hören bekommt. Vielmehr ist es sehr intelligente und gute gemachte Rock- und Pop-Musik, die sich hier ihren Weg in die Gehirnwindungen bahnt. Und „Blackfield“ beweisen mit ihrem Album ebenfalls, dass man sich an eingängiger Musik nicht unbedingt schnell überhören muss. Denn die Scheibe kann immer wieder in den CD-Spieler eingelegt werden, ohne, dass sie langweilig werden würde. Ganz im Gegenteil, immer wieder entdeckt man neue Facetten an dieser so wunderschön harmonischen Musik.

Musikalisch ist die Nähe zu „Porcupine Tree“ nicht zu verheimlichen. Dabei haben die Stücke allerdings nichts mit den härteren Nummern von „Porcupine Tree“ zu tun, die es vor allem auf den letzteren Platten der Band zu hören gab. Auf „Blackfield“ befindet sich eine Ansammlung ruhiger Lieder, die denen, von der Stimmung her, auf den „Porcupine Tree“ Alben „Lightbulb Sun“ und „Stupid Dream“ nahe kommen. Doch auch der Einfluss Aviv Geffens ist zu bemerken, denn hier klingt alles noch mal ein Stück harmonischer und eindringlicher.

Dagegen fehlen allerdings zum großen Teil die Ecken und Kanten. Alles auf dem Album ist irgendwie schön, aber nichts ist da mehr überraschend. Das Album eignet sich dafür allerdings sehr gut zum „Nebenbeihören“, genauso wie zum Eintauchen in die Musik, liegend mit Kopfhörern auf seinem Lieblingsplätzchen.

Und die Highlights des Albums warten auf den Hörer dann am Ende des Albums. „Cloudy Now“, „The Hole In Me“ und „Hello“ sind ganz tolle Songs. Vom Text her etwas für den Kopf, von der Musik her etwas für das Herz. Genau so sollte ruhige, melancholische Musik eigentlich immer klingen.

Fazit: Schöne, ruhige, sanfte und manchmal melancholische Musik bekommt man auf „Blackfield“ von „Blackfield“ kredenzt. Die Musik fließt und gegen Ende warten dann noch die richtigen Höhepunkte. Für alle, die Musik zum Träumen mögen eine klare Kaufempfehlung – auch wenn die CD für heutige Zeiten sehr kurz geraten ist. 36 Minuten erinnern eher an analoge Plattenzeiten, als an das digitale Zeitalter. Das sind zehn Punkte.

Anspieltipps: Lullaby, Pain, Cloudy Now, The Hole In Me, Hello





Mittwoch, 4. Januar 2012

Fischer-Z – Reveal





Fischer-Z – Reveal


Besetzung:

John Watts – vocals, guitars
Ian Porter – bass, keyboards, percussion programming
Steve Kellner – drums
Jennie Cruse – vocals
Alan Morrison – guitar
Denis Haines – keyboards


Gastmusiker:

Pete Sinden – bass
Geoff Dugmore – drums
Tim Moore – keys
Steve Greatham – bass
Lorenza Johnson – backing vocals
Judy La Rose – backing vocals
The Sapphires – backing vocals
Mark Fox – percussion
Mike Benn – keys
Steve Skolnik – keys
Mick Donnelly – sax


Label: BMG Ariola


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Pop


Trackliste:

1. The Perfect Day (4:21)
2. Leave It To The Businessmen To Die Young (4:58)
3. I Can't Wait That Long (4:43)
4. Tallulah Tomorrow (4:38)
5. Realistic Man (3:25)
6. Fighting Back The Tears (4:50)
7. Big Drum (3:43)
8. Heartbeat (3:06)
9. It Takes Love (4:08)
10. So Far (4:04)
11. Marguerite (3:21)

Gesamtspieldauer: 45:11
Nach “Red Skies Over Paradise” legte John Watts mit Fischer-Z erst mal eine Pause ein. Er selbst war dabei allerdings keineswegs untätig. Er gründete die Band „The Cry“ und war auch solo unterwegs bis er, nach insgesamt vier Jahren, Fischer-Z wieder aufleben ließ. Und „Reveal“ ist dabei das erste musikalische Produkt, welches John Watts wieder unter der Überschrift „Fischer-Z“ im Jahr 1987 veröffentlichte. Außer ihm selbst war kein Musiker der ursprünglichen Besetzung mehr an diesem Album beteiligt. Die „Begleitmusiker“ wurden komplett ausgetauscht und demnach bestand Fischer-Z nun aus sechs Mitgliedern. Dazu kamen dann noch jede Menge Gastmusiker.

Die Platte „Reveal“ lässt beim Zuhörer einen zwiespältigen Eindruck zurück. War „Red Skies Over Paradise“ noch eine Ansammlung absolut klasser Songs, so kann man das von „Reveal“ nicht mehr unbedingt behaupten. Klar, sehr gute Lieder gibt es auch auf diesem Album, allerdings nur wenige.

Da ist zum einen der Opener „Perfect Day“. Eine tolle Nummer mit einem schönen Text. Richtig gute Laune Musik ist das, die begeistern und mitreißen kann. Hier stimmt einfach alles, vom Rhythmus über den Gesang bis hin zur Melodie. Toll gemachte Popmusik.

Dann ist da die Nummer vier auf dem Album: „Tallulah Tomorrow“. Ein trauriges Lied, mit einem traurigen Text. Und auch dieses Mal schafft es Tom Watts die Stimmung perfekt umzusetzen. Das Ganze klingt dabei noch nicht einmal getragen, sondern viel eher packend. Es ist keine Ballade, es ist „nur“ ein schönes, ruhiges Lied.

Und mit der folgenden Nummer „Realistic Man“ wird es sogar noch mal ein Stückchen besser. Instrumentiert hauptsächlich durch Streicher, wirkt das Lied wie ein Kammerstück. Außergewöhnlich und ein Höhepunkt im Schaffen des Tom Watts. Ein Lied, welches hängenbleibt und auch ein wenig beschäftigt. Und dieses Stück ist auch kein Pop mehr. Das ist eher Post Pop beziehungsweise Post Rock. Es ist experimentell, ohne dabei auch nur ein ganz kleines bisschen schräg zu wirken.

Auch noch ein guter Popsong ist „Big Drum“. Das Lied hat einen Groove, der zum Mitwippen animiert. „Big Drum“ ist zudem das Stück auf dem Album, welches ohne Probleme vom Stil her auf dem Vorgängeralbum „Red Skies Over Paradise“ Platz gefunden hätte. Bei allen anderen Tracks ist das nicht der Fall, da diese einen völlig anderen Stil haben. Die Nummern hier sind poppiger und man hört keinen „New Wave“ mehr heraus.

Nun, das waren sie, die vier Höhepunkte des Albums. Bei elf Titeln ist das nicht gerade viel. Der Rest ist nun Pop-Musik, die nicht mehr allzu sehr vor Ideen sprüht. Da sind Stücke dabei wie „Heartbeat“, die fast schon peinlich sind, so kitschig ist der Refrain. Ähnlich schlecht ist das nächste Stück „It Takes Love“. Eine Reggae-Nummer, die zum Rohrkrepierer wird. „So Far“ und „Marguerite“ sind Stücke, die nur vorbeirauschen. Ganz einfach gestrickte Pop-Musik, die um nichts in der Welt zünden will. Und diese Aussage trifft auch auf “Leave It To The Businessmen To Die Young”, “I Can't Wait That Long” und “Fighting Back The Tears” zu. Das ist alles sehr, sehr langweilig.

Fazit: Fast scheint es so, als ob Tom Watts Gespür für schöne Melodien und mitreißende Lieder durch die vierjährige Pause mit Fischer-Z ein wenig gelitten hat. Klar die Highlights gibt es noch, sie sind allerdings deutlich in der Unterzahl. Und ganz wichtig: Die Musik auf „Reveal“ hat nichts mehr mit der auf dem Vorgänger „Red Skies Over Paradise“ zu tun. War das noch zum größten Teil New Wave, so befindet sich auf „Reveal“ Pop - und bis auf „Realistic Man“ auch nichts anderes mehr. Aber wegen der vier Höhepunkte gibt es noch acht Punkte.

Anspieltipps: The Perfect Day, Tallulah Tomorrow, Realistic Man, Big Drum



Dienstag, 3. Januar 2012

del Amitri – Waking Hours





del Amitri – Waking Hours


Besetzung:

Justin Currie – vocals, bass, guitar
Ian Harvie – vocals, guitar
Andy Alston – keyboard, accordion
Mick Slaven – guitar
David Cummings – drums


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop


Trackliste

1. Kiss This Thing Goodbye (4:35)
2. Opposite View (4:53)
3. Move Away Jimmy Blue ( 3:48)
4. Stone Cold Sober ( 4:57)
5. You're Gone (5:10)
6. When I Want You (4:32)
7. This Side Of The Morning (4:21)
8. Empty (4:38)
9. Hatful Of Rain (5:02)
10. Nothing Ever Happens (3:53)




Bekannt sein dürfte die Glasgower Band „del Amitri“ den meisten Musikhörern wegen dem Stück „Nothing Ever Happens“, dem letzten Lied auf der 1989 erschienenen Platte „Waking Hours“. Und „Nothing Ever Happens“ ist wirklich ein toller Song. Klasse Melodie, klasse Instrumentierung, klasse Gesang und ein wirklich sehr schöner Text. Ein Lied zum Träumen und sich darin Suhlen. Ein Lied, welches hängenbleibt.

Und überhaupt die Texte auf „Waking Hours“. Keine 08/15 Lyrics, sondern schön durchdachte und zum Denken anregende Zeilen findet man da in sehr vielen Nummern. Das Durchlesen des Booklets und Mitlesen der Texte lohnt sich da auf jeden Fall.

Nun, kommen wir zur Musik. „Nothing Ever Happens“ habe ich schon erwähnt. Der Übersong auf dem Album. Und was ist mit den anderen Stücken? Festzuhalten bleibt da, dass sich wirklich kein schlechtes Lied auf die CD verirrt hat. Allerdings sieht es mit den Highlights auch ein wenig „mau“ aus. Neben dem zehnten und letzten Stück muss da auf jeden Fall die Nummer fünf, „You’re Gone“ erwähnt werden. Das Stück kann überzeugen, sehr gut abgestimmt in der Instrumentierung mit akustischer Gitarre, elektrischer Gitarre, Violine und Cello. Es entwickelt sich eine schöne Melodie, die gegen Mitte des Liedes sogar mal ein wenig schräg klingt. Ein schönes Stück.

Mit Abstrichen gilt dies auch für das erste Stück, „Kiss This Thing Goodbye“. Durch den Einsatz eines Banjos hat diese Nummer den gewissen Wiedererkennungswert, der einen Song oft aus der Masse der durchschnittlichen Stücke hervorhebt.

Und genau das fehlt den meisten restlichen Stücken auf „Waking Hours“. Wie schon erwähnt, befindet sich kein wirklich schlechtes Stück auf der Scheibe, aber eine ganze Menge Lieder, die nicht weiter erwähnenswert sind. Die Lieder plätschern so dahin, bis man zum letzten Stück der CD gelangt. Das, was zu hören ist, ist Mainstream-Pop der etwas besseren Sorte, aber wohl kaum ein Album, welches jemand auf die berühmte einsame Insel mitnehmen würde.

Fazit: Wer Spaß an gut gemachtem, gitarrenorientierten Mainstream hat, mit der Gewissheit, dass jeder der Songs ohne Probleme auf jedem Radiosender der Welt laufen könnte, der wird mit „Waking Hours“ von „del Amitri“ ein schönes Album für sich finden. Und nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die Musik zeitlos ist. Man hört nicht, dass die Lieder jetzt bereits 23 Jahre auf dem Buckel haben. Aber ein, zwei sehr gute Stücke in Verbindung mit schönen Texten lassen trotzdem noch viel Spielraum nach oben. Dafür gibt es ganz durchschnittliche sieben Punkte.

Anspieltipps: You're Gone, Nothing Ever Happens





Montag, 2. Januar 2012

Hyacinth House – Black Crows’ Country





Hyacinth House – Black Crows’ Country


Besetzung:

Mack Johansson – vocals acoustic and electric guitar, Hammond, keyboard, percussion, drums, bass, mandolin and baker plate
Andreas Berg – electric and acoustic guitars, back vocals, melodica, keyboard, percussion, bass
Fredrik Johansson – banjo, dobro and harmonicas
Peter Norén – bass
John Nyberg – drums, percussion and organ
Kristina Löfstedt – cello


Gastmusiker:

Björn Segerberg – piano and organ “Beyond The End”
Malin Svensson – back vocals “Whiskey Nights”, “Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur”
Johan Somevåg – piano “Whiskey Nights”, “Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur”
Fredrik Andersson – accordion “Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur”, “Unwieldy Farmers' Blues”
Henrik Lundström – clavinet “Unwieldy Farmers' Blues”
Inge Ludvigsson – guitar, upright bass “Swedish Signs On Monkey Island”
Robert Ljungberg – harmonica “Unwieldy Farmers' Blues”
Henrik Gross – organ “Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur”
Tord Hjukström – cantele “Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur”
Louise Holmér, Rebecka Hjukström, Elin Mörk, Sophia Hogman – choir “Beyond The End”


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Alternative, New Country, Psychedelic


Trackliste

1. Rosewood Country Club (4:52)
2. Black Crows' Country (3:39)
3. Road To Flowers (4:58)
4. Lucky Stranger (4:18)
5. European Rails (4:41)
6. Whiskey Nights (5:55)
7. Swedish Signs On Monkey Island (3:24)
8. Numb The Heart (2:26)
9. Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur (3:10)
10. Pete La Las (2:14)
11. Two White Men In A Black Car & A Ticket Out Of Here (Take 86) (4:56)
12. Beyond The End (6:13)
13. Unwieldy Farmers' Blues (4:01)




Diese musikalische Qualität, welche Hyacinth House auf ihrem ersten Werk bereits vorgelegt haben, diese Qualität konnten sie auf ihrem zweiten Album, „Black Crows‘ Country“ bestätigen. „Black Crows‘ Country“ ist eine Platte geworden, die einfach Spaß macht. Und so beginnt die CD mit schrägen Tönen, aus denen sich der Opener „Rosewood Country Club“ entwickelt. Ein sehr düsteres und trauriges Lied, dessen Stimmung durch den hohen und manchmal auch schrägen Gesang noch betont wird. Mit Sicherheit noch kein Highlight der Platte und ein etwas ausgefallener Opener, wenn man an den Rest des Albums denkt.

Es folgt das Titelstück, „Black Crows' Country”. Die Nummer beginnt fast wie ein Heavy Metal Song und verfügt über einen treibenden Rhythmus. Schließlich setzt das Banjo mit ein und erzeugt diese Stimmung, die man sonst von „16 Horsepower“ her kennt. Und auch der Gesang Johanssons, der sich nun Mack statt Marcus nennt, überschlägt immer wieder und erinnert nicht nur dadurch ein wenig an David Eugene Edwards von „16 Horsepower“. „Black Crows' Country” ist sicherlich das Lied von Hyacinth House, was diesen Vergleich am ehesten zulässt.

“Road To Flowers” heißt der dritte Track des Albums, wunderschön eingeleitet mit dem Banjo. Eine herrlich schwebende, wenn auch treibende Nummer. Sehr melodiös - unterstrichen durch das Cello, die Harmonika und den Gesang Mack Johanssons, der auch in diesem Stück immer wieder überschlägt und perfekt zum Rest des Liedes passt. Eine richtig tolle Nummer. Und genauso gut geht es auch weiter. „Lucky Stranger“ beginnt sehr ruhig und getragen. Die Stimmung ist wieder deutlich dunkler als beim Vorgänger, doch dann, nach einer dreiviertel Minute bricht das Stück so richtig los. Und hier muss Johansson nicht mehr singen, hier muss er schon fast schreien. Kraftvoll, treibend und doch melodiös ist diese Nummer, die dann noch einmal sehr ruhig und fast schon melancholisch wird, ehe das Stück ausbricht und quasi explodiert. Großes Kino!

Nun, es wird einfach nicht schlechter, auch das nächste Stück „European Rails“ kann voll und ganz überzeugen. Der Stil ist nahe dem Folk. Gitarrengetragen entwickelt sich eine schöne Melodie, die im weiteren Verlauf vom Zusammenspiel der akustischen und elektrischen Gitarre sowie dem Banjo lebt. Eine klasse Stimmung wird dadurch erzeugt, bei der man als Zuhörer einfach mitwippen muss. Der dritte Höhepunkt der CD hintereinander. Beeindruckend.

Bei „Whiskey Nights“ wird es dann bluesig. Und irgendwie wirkt dieses Lied auch wie ein Stilbruch. Sieht man in den Credits nach, so liest man, dass die drei Lieder davor von Mack Johansson, dieses jetzt von seinem Bruder Fredrik Johansson geschrieben wurde. Das Stück ist kein wirklich schlechtes Lied und das ist Klagen auf hohem Niveau, allerdings passt diese Nummer nicht so recht zum Rest des Albums und kann, in diesem Umfeld, auch musikalisch nicht vollends überzeugen.

“Swedish Signs On Monkey Island” beginnt mit einem gesprochenen Text, mit dem das Lied vorgestellt und eingeleitet wird. Wieder eine folkige Nummer, die groovt. “Numb The Heart”, im Anschluss daran, ist dann wieder eine dieser melodiösen, meist melancholischen Stücke, mit denen Hyacinth House immer wieder überzeugen können. Tolle Melodie, schöner Text, das passt einfach. Dies trifft genauso auf „Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur” zu. Auch hier gibt es wieder diese getragene Stimmung zu hören, die mittels einer schönen Melodie transportiert wird. Ein Lied zum Fallenlassen.

“Pete La Las”, das nächste Stück, fällt dann schon wieder aus der Reihe. Eine schnelle Rock’n’Roll-Nummer hat hier der Gitarrist, Andreas Berg, geschrieben. Und da verwundert es auch nicht weiter, dass das kurze Stück sehr von verschiedensten Gitarren dominiert wird. Keine schlechte Nummer, allerdings kein Highlight des Albums. Und auch beim nächsten Stück mit dem langen Namen „Two White Men In A Black Car & A Ticket Out Of Here (Take 86)“ zeichnet sich Andreas Berg zumindest für die Komposition der Musik aus. Das Stück ist eine schnellere Rocknummer, die in Teilen sogar dem Hard Rock zugeordnet werden kann. Schön dabei, dass das Tempo nicht durchgängig durchgezogen wird, sondern es auch ruhigere Abschnitte gibt, die die Nummer noch abwechslungsreicher machen. Das Ende des Stücks besteht aus wohl nicht ganz ernst gemeintem Gesang auf Schwedisch und Englisch, der wohl eher zufällig mit aufgenommen wurde und es trotzdem auf die CD schaffte.

Das vorletzte Lied „Beyond The End” ist eine langsame und getragene Ballade, wieder aus der Feder Mack Johanssons. Sehr schön, wie sich das Stück langsam aufbaut und dabei immer intensiver zu werden scheint. Dass Johansson auch dieses Lied wieder mit einer tollen Melodie ausgestattet hat, braucht da wohl nicht mehr extra erwähnt zu werden. Und noch etwas ist ein häufiger Zusatz zu den Liedern Hyacinth Houses: Das Cello. Und auch dieses Mal trägt dieses Streichinstrument wieder zu der warmen Stimmung bei, die Lieder der schwedischen Band verströmen. Klasse auch der weibliche Hintergrundchor, der, wenn er einsetzt, in das Lied eingreift, als dieses schon lange keine reine Ballade mehr ist, sondern ein symphonisches und kraftvolles Stück Musik.

Bliebe ganz zum Schluss noch „Unwieldy Farmers' Blues“. Okay, es kann nicht immer alles glücken. Der Song ist eher so etwas wie ein Spaßlied. Verbreitet allerdings nur wenig Spaß, wenn auch die Vocals manchmal ganz nett gemacht sind.

Fazit: Auch „Black Crows‘ Country“ ist ein vielseitiges und zum Teil mitreißendes Album geworden. Auch auf diesem Album sind erneut viele Höhepunkte versammelt, wenig Durchschnitt und noch viel weniger Ausfälle. Die Musik macht Spaß und kann sehr oft begeistern. Eine absolut hörenswerte CD ist den Schweden da erneut gelungen, die zwölf Punkte verdient hat.

Anspieltipps: Road To Flowers, Lucky Stranger, European Rails, Numb The Heart, Beyond The End