Samstag, 15. Dezember 2012

Styx – Paradise Theatre




Styx – Paradise Theatre


Besetzung:

Dennis DeYoung – keyboards & vocals
Chuck Panozzo – bass guitar & bass pedals
John Panozzo – drums & percussion vocals
Tommy Shaw – guitars & vocals
James Young – guitars & vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Mainstream, AOR


Trackliste:

1. A.D. 1928 (1:07)
2. Rockin' The Paradise (3.35)
3. Too Much Time On My Hands (4:33)
4. Nothing Ever Goes As Planned (4:48)
5. The Best Of Times (4:21)
6. Lonely People (5:26)
7. She Cares (4:21)
8. Snowblind (4:59)
9. Half-Penny, Two-Penny (5:59)
10. A.D. 1958 (1:07)
11. State Street Sadie (0:26)

Gesamtspieldauer: 40:41




Das zehnte Album der amerikanischen AOR-Truppe Styx steht bei eingefleischten Styx-Fans noch sehr hoch im Kurs. Erst danach wird die Qualität der Veröffentlichungen deutlich schlechter. „Paradise Theatre“ ist ein Konzeptalbum aus dem Jahr 1980, auf dem die fiktive Geschichte des „Paradise Theatres“ aus Chicago erzählt wird - von dessen Eröffnung 1928 bis zu seiner Schließung im Jahr 1958. Das Ganze ist auch als Metapher anzusehen. Styx wollte mit dem Album die Veränderungen in den USA Ende der 70er Jahre hinein in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts beschreiben.

Bezüglich der Musik kann man es eigentlich recht kurz machen. Auf „Paradise Theatre“ ist so gar nichts Progressives mehr wahrzunehmen. Diesem Stil der Musik hatte die Band auf früheren Alben oftmals sogar einen relativ großen Platz eingeräumt. Auf „Paradise Theatre“ hört man nur noch Mainstream Rock, AOR (adult orientated rock) in ganz reiner Ausführung. Alles ist auf dem Album glattgeschliffen und für den großen Musikmarkt der USA aufbereitet. Radiokompatibel wurden hier, trotz den Ansatzes eines Konzeptalbums, elf Titel aneinandergereiht, von denen, außer der ersten und den letzten beiden Nummern, alle theoretisch über das Radio hätten Verbreitung finden können.

Dieser Umstand wiederum hat zur Folge, dass man dieses Album ganz gut anhören kann, es hier jedoch überhaupt nichts mehr gibt, was ein Lied oder eine Idee auf irgendeine Art und Weise interessant erscheinen lässt. „Paradise Theatre“ ist „Nebenbei-Musik“, Musik ohne Anspruch. Meistens recht rockig gehalten, immer wieder mal auch eingängig, leider jedoch immer wieder auch äußerst belanglos.

Fazit: Einfache Radiomusik der frühen 80er Jahre befindet sich auf „Paradise Theatre“. Freunde des gepflegten Mainstream-Rocks werden hier sicherlich die ein oder andere schöne Stelle entdecken können. Für mich ist das jedoch überhaupt nicht mehr überzeugend. Da packt mich gar nichts mehr. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Too Much Time On My Hands, Snowblind




Freitag, 14. Dezember 2012

Queen – Sheer Heart Attack




Queen – Sheer Heart Attack


Besetzung:

Roger Taylor – drums, vocals, percussion, screams
Freddie Mercury – vocals, piano, jangle piano, vocal extravaganzas
John Deacon – bass guitar, double bass, acoustic guitar, almost all guitars on “Misfire”
Brian May – guitars, vocals, piano, genuine George Formby ukulele-banjo, guitar orchestrations


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock


Trackliste:

1. Brighton Rock (5:11)
2. Killer Queen (3:01)
3. Tenement Funster (2:47)
4. Flick Of The Wrist (3:17)
5. Lily Of The Valley (1:45)
6. Now I'm Here (4:18)
7. In The Lap Of The Gods (3:23)
8. Stone Cold Crazy (2:17)
9. Dear Friends (1:09)
10. Misfire (1:50)
11. Bring Back That Leroy Brown (2:15)
12. She Makes Me (Stormtrooper In Stilettos) (4:09)
13. In The Lap Of The Gods (Revisited) (3:47)

Gesamtspieldauer: 39:08




Im selben Jahr wie der Vorgänger „Queen II“ wurde auch das dritte Album der englischen Band Queen veröffentlicht. Im November 1974 erreichte „Sheer Haeart Attack“ die Verkaufsregale der Plattenläden. Das bedeutet nichts anderes als, dass Queen seine ersten drei Alben innerhalb von noch nicht einmal sechszehn Monaten veröffentlichte. Fast schon unglaublich, welche Kreativität und Schaffenskraft die vier Engländer zu Beginn ihrer Karriere an den Tag legten. Und wenn man dabei noch die Entwicklung erhört, die sich in der Musik dieser Band zu Beginn ihres Bestehens vollzog, dann ist dies in diesem so kurzen Zeitraum noch sehr viel überraschender.

Obwohl auf „Sheer Heart Attack“, in Tradition zu den vorherigen Alben, auch noch Lieder im Hard-Rock- bis hin zum Metal-Gewand vertreten sind, vergrößert Queen auf diesem Album noch seine musikalische Variationsbreite. So gibt es auf „Sheer Heart Attack“ auch sanfte Balladen, Music Hall Anleihen, Pop und progressive Ansätze zu hören. Die Mannigfaltigkeit der Musikstile, mit denen die Band hier spielt, scheint schier unbegrenzt zu werden. Und dabei bleibt festzustellen, dass Queen in allen diesen musikalischen Genres auch überzeugen kann – unabhängig davon, ob man jetzt mit so einem Stück wie „Bring Back That Leroy Brown“ etwas anfangen kann, welches nach Twist-Tanzen und den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts klingt.

Auf „Sheer Heart Attack“ befinden sich mehrere „Klassiker“ des Queen-Songkatalogs. „Killer Queen“, ein Lied über eine Edel-Hure, schaffte es, wie übrigens auch das gesamte Album, auf Platz zwei der Charts in Großbritannien. Und auch die weitere Singleauskopplung „Now I’m Here“ durfte auf keinem späteren Konzert der Band fehlen. Klasse gelungen auch das Stück „Brighton Rock“. Kraftvoller Hard-Rock ist hier zu hören, der auf dem 1979 veröffentlichten Live-Album „Live Killers“ noch geadelt werden sollte. Genau in die andere, die balladeske Richtung gehen „Lily Of The Valley“ und „In The Lap Of The Gods (Revisited)“, dessen Chor am Ende einen quasi zum „Mitschmettern“ animiert. Hier kreierten Queen „Musik zum Eintauchen“.

Bezüglich des Songwritings muss hier noch festgehalten werden, dass sich auf dem Album mit „Misfire“ das erste Lied befindet, welches komplett von John Deacon geschrieben wurde. Für den Metal-Song „Stone Cold Crazy“ zeichneten sich dagegen, auch eine Premiere, alle vier Musiker zu gleichen Teilen aus.

Fazit: „Sheer Haeart Attack“ ist eines der weniger bekannten Alben von Queen. Und ein richtig gutes noch dazu. Hier kann man die Vielfalt im Schaffen von Queen erhören und mitunter sogar erfühlen. Ein Album, welches sowohl für den Freund des härteren Rocks, wie für den Verfechter melodiöser Harmonien so Einiges parat hält. Sehr zu empfehlen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Brighton Rock, Killer Queen, Tenement Funster, Flick Of The Wrist, Lily Of The Valley, Now I'm Here, She Makes Me (Stormtrooper In Stilettos), In The Lap Of The Gods (Revisited)






 

Donnerstag, 13. Dezember 2012

AC/DC – Powerage




AC/DC  – Powerage


Besetzung:

Angus Young – guitar
Malcolm Young – guitar
Bon Scott – vocals
Phil Rudd – drums
Mark Evans – bass


Label: EPIC Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Hard-Rock


Trackliste:

1. Rock 'N' Roll Damnation (3:38)
2. Down Payment Blues (6:04)
3. Gimme A Bullet (3:22)
4. Riff Raff (5:12)
5. Sin City (4:45)
6. What's Next To The Moon (3:32)
7. Gone Shootin' (5:06)
8. Up To My Neck In You (4:13)
9. Kicked In The Teeth (4:03)

Gesamtspieldauer: 39:54




„Powerage“ nannten die australischen Hard-Rocker von AC/DC ihr viertes Album, welches 1978 veröffentlicht wurde. Und auch mit diesem Werk ist den fünf Musikern erneut ein Meisterwerk des Rocks gelungen, welches in seiner Konsequenz, seiner Geradlinigkeit und Kompromisslosigkeit Seinesgleichen sucht. Festzumachen ist das wohl am besten am Titel „Riff Raff“. Kaum vorstellbar, dass es noch ein anderes Hard-Rock-Lied auf dieser Erde gibt, welches so rockt, so knallt, so groovt, so mitreißt. Zweifelsfrei einer der großartigsten härteren Rocksongs der Musikgeschichte.

Auf „Powerage“ gibt es natürlich keine Keyboards oder Synthesizer, lachhaft überhaupt an so etwas wie Streicher oder Bläser zu denken. Alles ist hier geradlinig auf den ultimativen Rock-Kick ausgelegt. Um nicht mehr oder weniger geht es. Und neben dem bereits erwähnten „Riff Raff“ wird dieser „Kick“ auch mit einer ganzen Reihe anderer Songs erreicht. Da gibt es das treibende und zum Head-Banging animierende „Sin City“ oder das eher etwas groovige „What's Next To The Moon“.

Geradliniger und fesselnder Rock wird mit „Up To My Neck In You“ geboten. Ohne auch nur den kleinsten Ansatz der Langeweile aufkommen zu lassen wird hier kompromisslos durchgerockt. Nicht anders ist es beim letzten Stück „Kicked In The Teeth“, wobei es hier sogar noch ein wenig schwerer ist die Füße still zu halten und nicht mit zu wippen. Perfekt auch die hier eingebauten Breaks, die die Spannung dieses Liedes noch mal um einiges erhöhen.

Fazit: Wer auf knallharten und geradlinigen Rock steht, der findet hier sein Nirvana. Wahrlich keine „Mädchenmusik“ - auf „Powerage“ gibt es die Mucke für den ganzen Kerl. Ohne Schnörkel werden hier, mit der für diese Musik passenden Lautstärke, die Trommelfelle in äußerst angenehmer Weise massiert. „Powerage“ macht viel Spaß. Nicht mehr und nicht weniger. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Down Payment Blues, Riff Raff, Sin City, What's Next To The Moon, Up To My Neck In You, Kicked In The Teeth





Mittwoch, 12. Dezember 2012

Barclay James Harvest – Gone To Earth




Barclay James Harvest – Gone To Earth


Besetzung:

John Lees – guitars, vocals
Les Holroyd – bass, vocals, guitars, keyboards
Mel Pritchard – percussion, drums
Stewart Wooly Wolstenholme – keyboards, vocals, mellotron


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: ArtRock, Soft-Rock, Pop


Trackliste:

1. Hymn (5:12)
2. Love Is Like A Violin (4:07)
3. Friend Of Mine (3:37)
4. Poor Man's Moody Blues (6:59)
5. Hard Hearted Woman (4:29)
6. Sea Of Tranquility (4:05)
7. Spirit On The Water (4:51)
8. Leper's Song (3:37)
9. Taking Me Higher (3:25)


Bonus Tracks:

10. Lied (5:08)
11. Our Kid's Kid (4:02)
12. Hymn (4:29)
13. Friend Of Mine (3:04)
14. Medicine Man (live) (11:53)

Gesamtspieldauer: 1:08:58




Ihr achtes Studioalbum versah die englische Band Barclay James Harvest mit dem Titel „Gone To Earth“. 1977 erschien es und stellt heute jenes Album dar, welches sich am sechstlängsten in den deutschen Album-Charts halten konnte. Festzuhalten bleibt darüber hinaus, dass „Gone To Earth“ ein sehr „ruhiges“ Album wurde, bei dem Harmonie und Melodiösität an allererster Stelle stehen. Kein schräger Ton, keine noch so kleine Disharmonie haben sich auf die Platte verirrt, sodass man beim Hören quasi in Weichheit und Süße zu ertrinken droht.

Und das muss im Falle dieser Veröffentlichung noch nicht einmal etwas Negatives bedeuten, denn ein paar der intensivsten und eindringlichsten Lieder im Songkatalog der Band befinden sich auf der Platte. Da wäre zum Beispiel gleich der Opener „Hymn“ zu nennen, wahrscheinlich sogar das bekannteste Lied Barclay James Harvests. Eine packende Anti-Drogen-Nummer, die sofort ins Ohr geht und auch viele Jahre nach dem ersten Hören nichts an ihrer Intensität verliert.

Oder aber das ironische „Poor Man‘s Moody Blues“. Genau so wurde Barclay James Harvest nämlich von seinen Kritikern geschimpft. Und so zeugt diese Version des Moody Blues Titels „Nights In White Satin“ von einer gehörigen Portion Humor und das in einer überaus gelungenen Art und Weise. Ebenfalls sehr hörenswert ist das Stück „Hard Hearted Woman“, bei dem man zu Beginn diesen überaus typischen Barclay James Harvest Gitarrenklang zu hören bekommt.

Etwas aus der Reihe im Songkatalog des Albums fällt „Sea Of Tranquility“. Dieses Stück ist der einzige Track, den Stuart Wolstenholme zum Album beigetragen hat. Die anderen Titel stammen alle aus der Feder von John Lees und Les Holroyd. In tiefste Synthesizer- und Keyboard-Sounds getränkt, klingt dieses Lied fast schon pastoral und könnte phasenweise einem kirchlichen Choral entsprungen sein.

Die restlichen Stücke sind meist ebenfalls sehr getragen. Nur „Friend Of Mine“ und „Leper’s Song“ verfügen über einen gewissen Groove, wobei aber vor allem erstgenannte Nummer jedoch so gar nicht überzeugen kann.

Die remasterte Fassung des Albums wurde mit reichlich Bonusmaterial versehen. „Lied“ passt stilistisch perfekt auf das Album. Wieder ein sehr ruhiger und melodiöser Titel, der bisher noch nicht veröffentlicht worden war. „Our Kid's Kid“ stellt die B-Seite der Single-Auskopplung von „Hymn“ dar. Ein ganz nettes, etwas flotteres Lied, welches ein bisschen in die folkige Ecke geht. Der nächste Titel ist dann die Single-Version von „Hymn“, etwas kürzer als das Album-Original, gefolgt von der ebenfalls etwas gekürzten Single-Ausgabe des Stücks „Friend Of Mine“. Bliebe schließlich noch eine fast zwölfminütige Live-Version des BJH-Klassikers „Medicine Man“. Und diese Variante des Liedes ist richtig gut und spannend, wenn auch der Sound ein wenig zu wünschen übrig lässt. Aber hier wird jetzt auch mal exzessiv gerockt und gegroovt. Macht Spaß diese Nummer auch mal etwas „härter“ präsentiert zu bekommen.

Fazit: Einige Klassiker Barclay James Harvests befinden sich auf „Gone To Earth“. Dazu ist alles irgendwie schön und harmonisch anzuhören. Das mag für den einen oder anderen ein wenig langweilig sein, aber manchmal befinde zumindest ich mich genau in der Stimmung für genau diese Musik. Auch die fünf Zugaben haben durchaus ihren Reiz, sodass „Gone To Earth“ eines der guten Alben der Band ist. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hymn, Poor Man's Moody Blues, Hard Hearted Woman, Sea Of Tranquility, Medicine Man (live)






Dienstag, 11. Dezember 2012

Flash And The Pan – Flash And The Pan




Flash And The Pan – Flash And The Pan


Besetzung:

Harry Vanda – guitar, vocals
George Young – synthesizer, lead vocals


Gastmusiker:

Les Karski – bass
Ray Arnott – drums
Warren Morgan – piano


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop, New Wave


Trackliste:

1. Hey, St. Peter (4:23)
2. Man In The Middle (3:14)
3. Walking In The Rian (3:29)
4. The African Shuffle (4:27)
5. California (4:17)
6. Lady Killer (4:09)
7. The Man Who Never Knew The Answer (4:24)
8. Hole In The Middle (4:16)
9. Down Among The Dead Man (4:48)
10. First And Last (6:37)


Bonus Tracks:

11. Down Among The Dead Man (Single version) (3:32)
12. The African Shuffle (Single Version) (3:06)
13. First And Last (Single Version) (5:12)

Gesamtspieldauer: 55:54




1979 brachten das australische Duo Harry Vanda und George Young unter dem Namen Flash And The Pan ihr gleichnamiges erstes Album heraus. Beide Musiker waren Teil der „The Easybeats“, einer australischen Pop-Band, die 1966 mit „Friday On My Mind“ ihren größten Hit hatte. Als diese Formation sich 1969 auflöste, beschlossen die beiden weiterhin gemeinsam zu arbeiten und traten fortan als Songschreiber und Produzenten-Duo auf. Hier arbeiteten sie unter anderem mit John Paul Young und Def Leppard zusammen. Besonders erwähnenswert an dieser Stelle ist allerdings ihre Produzententätigkeit bei AC/DC, wobei festzuhalten wäre, dass George der ältere Bruder von Angus und Malcolm Young ist.

Einschließlich der Platte „Powerage“ produzierten die beiden AC/DC. Dann entschlossen sie sich wieder selbst Musik zu machen, sodass „Highway To Hell“ das erste nicht von ihnen produzierte Album AC/DC’s war. Fast gleichzeitig mit dessen Veröffentlichung brachten sie „Flash And The Pan“ auf den Markt. Musikalisch haben AC/DC und Flash And The Pan absolut nichts miteinander zu tun. Während AC/DC für Hard-Rock steht, geht es bei Flash And The Pan um Pop und New Wave. Zwei völlig unterschiedliche Dinge also.

Aber dieser Pop, den Vanda und Young hier präsentieren, der ist richtig gut. Den Wiedererkennungswert gewinnt die Musik unter anderem aus der „Telefonstimme“ Youngs, wobei sein Gesang so bearbeitet wurde, als ob er über das Telefon zur Musik sänge. Und das ist nicht nur ein kurzes Stilmittel, das zieht die Band konsequent durch – das ganze Album über und auch auf den weiteren, noch folgenden Platten.

Auf Flash And The Pan befindet sich auch das wohl bekannteste Lied der Band: „Hey St. Peter“. Ein wirklich mitreißende Nummer, die fröhlich wirkt, ganz im Gegensatz zu dem, was Flash And The Pan sonst noch so darbieten. Da ist die Stimmung meist sehr dunkel wie beim tollen „California“, bei dem es sich auch lohnt dem Text genauer zuzuhören oder bei „Walking In The Rain“, „The Man Who Knew The Answer“ oder dem letzten Titel „First And Last“. Getragene Pop-Musik kann man das nennen. Getragen und manches Mal fast schon intensiv traurig.

Wesentlich fröhlichere Gegenpole stellen da „The African Shuffle“ und „Down Among The Dead Man“ dar. Auffällig hier auch diese eingängigen Melodien, die sich allerdings bei fast jedem Song wiederfinden lassen. Sehr eingängig ist dieses Album, ohne dabei auch nur im Geringsten platt oder anbiedernd zu wirken.

Fazit: Gut gemachte Pop-Musik gibt es auf Flash And The Pan von Flash And The Pan zu hören. Mal ein wenig traurig und sentimental, ein anderes Mal wieder verspielter und fröhlicher. Das Ganze ist nie langweilig und immer abwechslungsreich. Die Musik ist stark Keyboard-lastig, sodass Freunde reiner Gitarrenmusik mitunter Schwierigkeiten haben könnten. Vergleicht man die Musik allerdings mit anderer Pop-Musik, die Ende der 70er, Anfang der 80er veröffentlicht wurde, so befindet man sich mit Flash And The Pan deutlich auf der „Sonnenseite“. Ein gutes Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Hey, St. Peter, The African Shuffle, California, The Man Who Never Knew The Answer, Down Among The Dead Man, First And Last




Montag, 10. Dezember 2012

Serj Tankian – Elect The Dead




Serj Tankian – Elect The Dead


Besetzung:

Serj Tankian – guitars, bass, piano, vocals, synthesizers, drum programming, melodica, bells and various tone generating beauties


Gastmusiker:

Brain – drumming (tracks 1, 3-5, 7-9, 11)
John Dolmayan – drumming (tracks 2, 4 & 5)
Dan Monti – drum programming (track 6), guitar (tracks 1-4, 5, 8, 11), bass (tracks 2, 6-9, 11), synthesizer (track 6)
Diran Noubar – solo guitar (track 5)
Ani Maldjian – vocals (tracks 5 & 9)
Cameeron Stone – cello (tracks 1, 3, 4, 6, 8, 11, 12)
Antonio Pontarelli – violin (tracks 1, 3, 4, 6, 8)
Fabrice Favre – synthesizer (track 6)


Label: Reprise Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Alternative Metal, Hard Rock


Trackliste:

1. Empty Walls (3:50)
2. The Unthinking Majority (3:47)
3. Money (3:54)
4. Feed Us (4:32)
5. Saving Us (4:42)
6. Sky Is Over (2:57)
7. Baby (3:31)
8. Honking Antelope (3:51)
9. Lie Lie Lie (3:33)
10. Praise The Lord And Pass The Ammunition (4:24)
11. Beethoven's C*** (3:13)
12. Elect The Dead (2:55)

Gesamtspieldauer: 45:07




Das erste Soloprojekt des „System Of A Down“ Sängers und Keyboarders hat wahrlich einiges zu bieten. Alternative Metal oder Progressive Metal, egal wie man diese Art der Musik bezeichnen will, überzeugen kann sie im Falle des Serj Tankian ohne Zweifel. Sehr abwechslungsreich werden hier vom gebürtigen Beiruter Lieder dargeboten, die in sich selbst viele Überraschungen und Wandlungen beheimaten.

Es ist dieses Spiel. Dieses Spiel aus verträumten Abschnitten und treibenden Parts, aus lauten Passagen und fast schon sanften Tönen, dieses Zusammenspiel von akustischen und elektrischen Instrumenten, die das Album „Elect The Dead“ zu einem Erlebnis werden lassen. Klar steht die „härtere Mucke“ deutlich im Vordergrund, aber eben nicht durchgängig. Sogar niemals durchgängig. Die krachenderen Noten werden verbunden mit tollen Melodien, die einen immer wieder einfangen können und mit jedem weiteren Hören der Platte noch an Intensität zu gewinnen scheinen.

Serj Tankian hat auf „Elect The Dead“ die Musik nicht neu erfunden, auch kann er zweifelsfrei mit diesem Album nicht bestreiten, dass er einer der Köpfe von „System Of A Down“ ist. Allerdings unterscheidet sich die Musik auf seinem Solo-Projekt doch deutlich von der einer SOAD-Platte. Die Musik ist hier sehr viel eingängiger, es wird weniger geschrien, mehr Wert auf Harmonien gelegt. Da passt alles richtig gut zusammen, die einzelnen Stücke klingen. Klingen sogar richtig gut.

Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch, dass Serj Tankian die Stücke größtenteils alleine eingespielt hat. Und dann sind da natürlich auch noch die Texte, die meist sozialkritisch sind und eine gewisse Prise Humor nie vermissen lassen. Da lohnt es sich wirklich das Booklet zur Hand zu nehmen und einfach mal mitzulesen.

Fazit: „Elect The Dead“ ist ein richtig gutes Album geworden. Klar muss man dafür mit Hard Rock - oder noch besser mit Metal – etwas anfangen können. Wem diese Musik zusagt, der kann hier ein sehr intelligentes und immer wieder mitreißendes Album für sich entdecken, bei dem es sich lohnt, nicht nur einmal hinzuhören und auch die Texte etwas genauer zu erforschen. Auch für Melodiösität ist auf dem Album gesorgt, sodass die Platte eine wahrlich lohnende Investition darstellt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Empty Walls, Feed Us, Sky Is Over, Lie Lie Lie, Elect The Dead




Sonntag, 9. Dezember 2012

Styx – Crystal Ball




Styx – Crystal Ball


Besetzung:

Dennis DeYoung – keyboards, vocals & synthesizers
Chuck Panozzo – bass guitar & vocals
John Panozzo – drums, percussion & vocals
James Young – guitars & vocals
Tommy Shaw – acoustic and electric guitars & vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Mainstream, Melodic Rock, AOR


Trackliste:

1. Put Me On (4:57)
2. Mademoiselle (4:05)
3. Jennifer (4:19)
4. Crystal Ball (4:38)
5. Shooz (4:50)
6. This Old Man (5:15)
7. Claire De Lune / Ballerina (7:11)

Gesamtspieldauer: 35:15




Nun, eigentlich hat sich auf dem sechsten Album der Band Styx gar nicht so viel verändert im Bezug zum Vorgänger. Dies vor dem Hintergrund, dass John Curulewski die Band verlassen hatte und Tommy Shaw als neuer Lead-Gitarrist engagiert worden war. Der Sound klingt ähnlich – genau wie die Musik.

So zumindest beginnt das Album „Crystal Ball“ aus dem Jahr 1976. „Put Me On“ rockt und hätte auch gut auf „Equinox“ gepasst. Doch bereits mit dem nächsten Titel „Mademoiselle“ ändert sich etwas. Und das nicht nur, da hier Tommy Shaw zum ersten Mal als Sänger zu hören ist. „Mademoiselle“ klingt bombastischer, ist deutlich aufwendiger arrangiert, mit vielen Gesangsstimmen versehen und rockt jetzt eben nicht nur einfach so durch.

„Jennifer“, der folgende Titel, geht anschließend schwer in die poppige Richtung, auch wenn sich darin ein richtig fetzendes Rock-Gitarren-Solo befindet. Und auch hier gibt es jetzt wiedererneut diese mehrstimmigen Gesangspassagen, die zu einem Markenzeichen der US-Amerikaner werden sollten. Es folgt der Titeltrack „Crystal Ball“, den Tommy Shaw alleine geschrieben hat. Das Stück geht etwas in die Richtung „Boat On The River“, was später ein großer Hit der Band werden sollte. Dann folgt mit „Shooz“ leider wieder ein Rocker und gleichzeitig auch das schlechteste Stück des Albums. Klingt ein wenig nach 08/15-Gestampfe.

Aber die absoluten Höhepunkte warten ja noch. „This Old Man“ und „Claire De Lune / Ballerina“ sind angeproggte Symphonic-Rock-Stücke. Sehr schöne Melodien gepaart mit Rhythmus-, Tempo- und Stimmungswechseln. Das macht richtig Spaß. Bei Claire De Lune handelt es sich übrigens um eine Adaption desselben Stückes aus der „Suite Bergamasque“ für Piano von Claude Debussy, welches dieser 1890 schrieb, aber erst 1905 veröffentlichte. Da hätten wir sie also wieder, die Verbindung Klassik und Rock, die immer wieder Einzug in das Werk Styx‘ hält.

Fazit: Mit „Crystal Ball“ beginnt die „bessere“, zumindest aber interessantere Phase im Schaffen von Styx. Hier kann man bereits heraushören, welche Richtung die Musik der Band einschlagen wird. Nämlich jene hin zum bombastischen Symphonic Rock. Neun Punkte.

Anspieltipps: Mademoiselle, Crystal Ball, This Old Man, Claire De Lune / Ballerina




Samstag, 8. Dezember 2012

Wishbone Ash – Argus




Wishbone Ash – Argus


Besetzung:

Andy Powell – guitar, vocals
Ted Turner – guitar, vocals
Martin Turner – bass guitar, vocals
Steve Upton – drums, percussion


Gastmusiker:

John Tout – organ (Throw Down The Sword)


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Time Was (9:42)
2. Sometime World (6:52)
3. Blowin' Free (5:19)
4. The King Will Come (7:05)
5. Leaf And Stream (4:06)
6. Warrior (5:52)
7. Throw Down The Sword (5:55)


Bonus Tracks:

8. Jail Bait (4:57)
9. The Pilgrim (10:10)
10. Phoenix (17:06)

Gesamtspieldauer: 1:17:06




Mit ihrem dritten, dem 1972 entstandenen Album „Argus“, hat sich die englische Formation Wishbone Ash noch mehr dem Stil angenähert, für den sie in den Folgejahren auch weiterhin stehen sollte: Gitarrenlastiger, bluesorientierter Rock. Progressiven Rock gibt es auf „Argus“ nicht mehr zu hören, alles wirkt ein wenig geradliniger, besitzt aber durchaus seinen Reiz, der nicht nur im Spiel der zwei Leadgitarren liegt.

Auf „Argus“ entwickeln Wishbone Ash in ihrer Musik wunderschöne Melodien, die mal etwas rockiger sind wie beim überaus eingängigen „Blowin‘ Free“ oder etwas sanfter, wie bei der wirklich beeindruckenden Ballade „Leaf And Stream“. Schöner und befreiter kann Gitarrenmusik kaum klingen. Wahrlich richtig klasse gemacht. Da klingt jeder Ton, jede Note ist perfekt gesetzt und es ist „Zeit zum Träumen“ angesagt.

Ähnlich melodiös beginnt auch der Opener „Time Was“, ein Stück, welches in seinem weiteren Verlauf allerdings an Fahrt aufnimmt und schließlich rockt. Dies sogar sehr abwechslungsreich. Sehr viel bluesiger startet „Sometime World“. Aber auch hier verändert sich der Stil, es wird erneut rockiger und schließlich mündet der Song in ein ellenlanges Gitarrensolo.

„The King Will Come“ groovt und rockt einfach klasse. Allein schon der Beginn des Liedes lässt das Herz des Rockfans höher schlagen. Wie treibend hier Schlagzeug, Bass und die Gitarren zusammenspielen, das ist wirklich beeindruckend. Im weiteren Verlauf kann die Nummer erneut auch durch ihre Abwechslung punkten. Da gibt es ebenfalls wieder richtig schöne Gitarrenparts zu hören.

Die ursprünglich letzten beiden Nummern des Albums „Warrior“ und „Throw Down The Sword“ weisen ebenfalls rockige und bluesige Abschnitte auf, wobei beide Stücke auch wieder sehr lange und richtig gut gemachte Gitarren-Soli aufweisen. Wer auf Gitarren-lastigen Blues-Rock steht, der wird hier wahrlich seine Freude haben.

Drei Live-Bonus-Tracks wurden mit auf die remasterte Fassung des Albums gepackt. „Jail Bait“ gab es in dieser Form auch schon als Zugabe auf „Pilgrimage“ zu hören. „The Pilgrim“ ist auch in der hier zu hörenden Version sehr hörenswert, wenn es auch nicht ganz über die Intensität des Originals auf dem Album zuvor verfügt. „Phoenix“ stammt ursprünglich von der Debut-Platte Wishbone Ashs und ist hier noch mal in einer erweiterten und verlängerten Version zu hören.

Fazit: „Argus“ ist ein richtig gutes Album. Und auch wenn man, wie in meinem Fall, mit Blues-Rock nicht immer etwas anfangen kann, so wird dieser hier auf „Argus“ jedoch in einer Art und Weise serviert, die mich durchaus begeistert. Schöne Melodien, treibende und packende Abschnitte, klasse Soli. Wie gesagt, ein richtig gutes Album. Unbedingt zwölf Punkte wert.

Anspieltipps: Time Was, Blowin‘ Free, The King Will Come, Leaf And Stream




Freitag, 7. Dezember 2012

Sigur Rós – Takk…




Sigur Rós – Takk…


Besetzung:

Jón Þór Birgisson – vocals, guitar
Kjartan Sveinsson – keyboards
Georg Hólm – bass
Orri Páll Dýrason – drums


Gastmusiker:

Strings: Amiina

Hildur Ársælsdóttir
Edda Rún Ólafsdóttir
Maria Huld Markan Sigfúsdóttir
Sólrún Sumarliðadóttir


Additional strings recorded in Langholtskirkja, performed by:

Kristín Lárusdóttir – cello
Júlía Mogensen – cello
Stefanía Ólafsdóttir – viola
Eyjólfur Bjarni Alfreðsson – viola
Ingrid Karlsdóttir – violin
Gréta Salóme Stefánsdóttir – violin
Matthías Stefánsson – violin
Ólöf Júlía Kjartansdóttir – violin


Brass performed by:

Eiríkur Orri Ólafsson – trumpet
Snorri Sigurðarson – trumpet
Helgi Hrafn Jónsson – trombone
Samúel Jón Samúelsson – trombone
Össur Geirsson – tuba

Percussion/timpani on "Sé lest" performed by Frank Aarnink.
Choir on "Hoppípolla" performed by Álafosskórinn.


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Post-Rock, Art-Rock, Ambient


Trackliste:

1. Takk... (1:58)
2. Glósóli (6:16)
3. Hoppípolla (4:29)
4. Með Blóðnasir (2:17)
5. Sé Lest (8:41)
6. Sæglópur (7:39)
7. Mílanó (10:25)
8. Gong (5:34)
9. Andvari (6:40)
10. Svo Hljótt (7:24)
11. Heysátan (4:10)

Gesamtspieldauer: 1:05:33




Musik ist schon was Tolles. Da denkt man nichts Böses, kauft sich eine CD, da das Cover interessant aussieht, die Scheibe gerade im Angebot zu haben ist und man von isländischer Musik bisher nur etwas von Björk gehört hat. Kurz mal die erlaubten dreißig Sekunden im Internet reingehört – klingt irgendwie nach „Ambient“ – und was soll’s, den „Kaufen-Knopf“ gedrückt. Zwei Tage später legt man dann die CD in den CD-Spieler und man kann es fast nicht glauben, was man da zu hören bekommt. Musik ist was Tolles.

Da singt ein neunjähriger Junge. Nein, ein achtjähriges Mädchen. Aber in den Credits steht davon überhaupt nichts. Island ist das Land der Elfen, Zwerge und Trolle. Da wird eine Klavierlehrerin zu Rate gezogen, wenn Straßen gebaut werden, um nicht bei dem Bauvorhaben mit einem Elfen- oder Zwergen-Wohnort zu kollidieren. Das alles ist kein Witz und so kann es dann schon mal passieren, dass eine Straße verjüngt wird, damit ein „von Elfen bewohnter Felsen“ von der Baumaßnahme nicht betroffen wird. Warum soll denn dann da nicht auch ein Kind singen? Macht es aber nicht. Sänger Jón Þór Birgisson ist zum Zeitpunkt des Erscheinens der Platte bereits dreißig Jahre alt. Kaum zu glauben.

Und kaum zu glauben beziehungsweise schwer zu beschreiben ist auch die Musik, die man auf „Takk…“ geboten bekommt. Ist das sphärische Ambient Musik? Ist das mit wenigen isländischen Worten versehene Instrumentalmusik? Egal, wie man es nennt. Das, was man auf diesem vierten Album der Isländer hört, das klingt. Da werden Lagen von Streichern über Lagen von Streichern gelegt. Irgendwo klingelt immer eine Art Glöckchen, alles ist schön, lieb und nett. Die Elfen scheinen heute Hochzeit zu feiern und auch die Zwerge und Trolle sind eingeladen und wissen sich zu benehmen. Keiner mag hier diese schöne Stimmung zerstören.

Hektik gibt es auf „Takk…“ zu keiner Zeit. Und wenn mal zur Abwechslung die Brass-Sektion in die „Klanggebäudeerrichtung“ mit einsteigt, dann passt sich dieser Sound der schönen Umgebung an und verschmilzt angenehm mit ihr. Der Sound der Musik steht absolut im Vordergrund. Manchem mag dies zu langweilig sein, denn immer und immer wieder versinkt hier alles in allerschönster Schönheit. Ecken und Kanten gibt es da nicht, denn an denen könnte man sich ja stoßen. Nun aber genau das ist auch die Stärke dieses Albums. Diese Konsequenz, mit der man beim Einlegen der Scheibe auf eine Reise geschickt wird, die über 65 Minuten dauert, die nicht aufregend, aber sehr angenehm ist.

Fazit: Ich finde in meinem Musikuniversum keinen Vergleich zu diesem Album. So etwas hatte ich bisher noch nicht gehört und genau das macht die Platte für mich auch so spannend. Ich höre hier etwas ganz anderes als das Alltägliche. Und ich gebe es zu, ich würde auch gerne zu dieser Elfen-Hochzeit eingeladen werden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Hoppípolla, Með Blóðnasir, Sé Lest, Mílanó






Donnerstag, 6. Dezember 2012

Queen – Queen II




Queen – Queen II


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, piano / harpsichord
Brian May – guitars, piano, vocals, bells
John Deacon – bass guitar, acoustic guitar
Roger Meddows-Taylor – percussion, vocals


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock


Trackliste:

1. Procession (1:13)
2. Father To Son (6:14)
3. White Queen (As It Began) (4:36)
4. Some Day One Day (4:22)
5. The Loser In The End (4:06)
6. Ogre Battle (4:09)
7. The Fairy Feller's Master-Stroke (2:41)
8. Nevermore (1:19)
9. The March Of The Black Queen (6:33)
10. Funny How Love Is (2:51)
11. Seven Seas Of Rhye (2:49)

Gesamtspieldauer: 40:52




„Queen II“ taufte die englische Band Queen sinnigerweise ihr zweites Album, welches acht Monate nach ihrem Debutalbum im März 1974 veröffentlicht wurde. Und mit „Queen II“ steigerten sich die vier Briten sogar noch im Hinblick auf ihre erste Platte. Dieser so typische Queen-Stil, der vom außergewöhnlichen Gitarrensound des Brian May gekennzeichnet ist, der mit wunderschönen komplexen und harmonischen Hintergrundgesängen ausgestattet und von immer wieder neuen Ideen und Einfällen geprägt ist, diesen Stil gibt es auf „Queen II“ in Perfektion zu hören.

„Queen II“ verkaufte sich bereits deutlich besser als „Queen“ ein Jahr zuvor und enthält mit „Seven Seas Of Rhye“ sogar den ersten kleinen Hit der Band. Das Stück gab es bereits in einer kurzen Instrumentalversion auf dem Debut-Album zu hören und erreichte in der gesungenen Fassung auf „Queen II“ immerhin Platz zehn der englischen Charts. Vom Aufbau her ist das Album derart gestaltet, dass die ehemalige zweite Seite der Platte komplett aus der Feder Freddie Mercurys stammt. Die ersten vier Stücke der früheren ersten Plattenseite schrieb Brian May und den Abschluss, Lied Nummer 5, „The Loser In The End“, steuerte Roger Taylor hinzu.

Auf „Queen II“ wird auch noch gerockt. Deutlich mehr als auf späteren Alben der Band. Allerdings auch schon weniger als auf der ersten Platte. „Father To Son“, „The Loser In The End“, „Ogre Battle“ und auch noch „Seven Seas Of Rhye“ rocken überwiegend. Dabei entfalten diese Stücke jedoch auch eine Melodiösität, die eigentlich nicht so ohne Weiteres mit Hard-Rock in Verbindung gebracht werden kann. Queen schafft das jedoch hier in einer wirklich beeindruckenden Weise.

Die andere, die sanftere Seite, zeigen die vier Musiker mit den wunderschönen Balladen „White Queen (As It Began)“ und „Nevermore“. Dann gibt es da auch noch die progressiven Ansätze in der Musik von Queen, die im Stück „The March Of The Black Queen“ ausgelebt werden. Häufige Rhythmus- und Tempowechsel, genau wie das Vorhandensein gerader und ungerader Takte zeichnen dieses Lied aus. Und dieser Titel beinhaltet auch diesen für Queen so typischen mehrstimmigen Gesang und ist damit bereits ein Vorgeschmack darauf, was die Band diesbezüglich auf „A Night At The Opera“ noch vervollkommnen wird.

Schließlich gibt es auf „Queen II“ noch Songs, die einzig und allein von Queen stammen können. Ein Alleinstellungsmerkmal, Musik, welche in dieser Art und Weise von keiner anderen Band so bisher produziert wurde. Musik mit Wiedererkennungswert. Als Beispiel seien hier „The Fairy Feller's Master-Stroke“ und „Funny How Love Is“ genannt. Da wird es wie im ersteren Fall mal hektisch, mal ruhiger, mal treibender und über allem steht dieser mehrstimmige Gesang, der mitunter Höhen erreicht, welche man sich einem Mann nur schwerlich zuzuschreiben wagt.

Fazit: Es ist die Einmaligkeit, die die Musik von Queen in den 70er des letzten Jahrhunderts so besonders macht. Keine andere Band hat diesen Sound. Keine andere Band singt so überzeugend. Dieses Zusammenspiel von Freddie Mercury, Brian May und Roger Taylor, alle drei wahre Vokalakrobaten, ist einfach beeindruckend. Dazu gesellen sich noch klasse Melodien, schöne Harmonien und immer wieder überraschende Rhythmus- und Tempowechsel. Spannende Musik. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Father To Son, White Queen (As It Began), The Loser In The End, The Fairy Feller's Master-Stroke, The March Of The Black Queen




Mittwoch, 5. Dezember 2012

AC/DC – Dirty Deeds Done Dirt Cheap




AC/DC – Dirty Deeds Done Dirt Cheap


Besetzung:

Angus Young – guitar
Malcolm Young – guitar
Bon Scott – vocals
Phil Rudd – drums
Mark Evans – bass


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Hard-Rock, Blues-Rock


Trackliste:

1. Dirty Deeds Done Dirt Cheap (4:12)
2. Love At First Feel (3:11)
3. Big Balls (2:38)
4. Rocker (2:50)
5. Problem Child (5:45)
6. There's Gonna Be Some Rockin' (3:17)
7. Ain't No Fun (Waiting Round To Be A Millionaire) (7:29)
8. Ride On (5:49)
9. Squealer (5:14)

Gesamtspieldauer: 40:26




„Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ tauften die australischen Hard-Rocker ihr zweites Werk im Jahr 1976. Und diese zweite Veröffentlichung AC/DC’s unterscheidet sich deutlich von den anderen vier Veröffentlichungen der Band, die noch in Zusammenarbeit mit dem ersten Sänger Bon Scott entstanden. Auf „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ ist nicht so durchgängig und konsequent dieser kompromisslose Hard-Rock zu hören, der auf den anderen Alben vorherrscht und dort sogar im Zentrum des Schaffens steht. „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ ist deutlich blueslastiger als alle anderen Platten AC/DC’s – egal ob mit Bon Scott oder Brian Johnson am Gesang.

Natürlich gibt es auch hier diesen überaus kraftvollen Rock zu hören, allerdings nur immer wieder und nicht durchgängig. Beispiele für erstere Anmerkung wären der Opener und Titeltrack des Albums „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“, sowie der letzte Song „Squealer“ – da rockt es richtig. Vieles ist auf dieser Platte jedoch nicht gerade AC/DC-typisch. Und auch wenn solch ein Lied wie „Big Balls“ witzig ist und durchaus seinen Reiz hat und zusätzlich noch eine weitere Seite der Band zeigt, so ist die Nummer jedoch auch ein Beispiel dafür, dass viele Lieder der Platte nicht schlecht, allerdings längst auch nicht mitreißend sind. Die Fülle der richtig guten Titel, wie sie zum Beispiel auf „Let There Be Rock“ oder „Powerage“ zu hören sind, die fehlt hier.

Solch ein Stück wie „Rocker“ langweilt da sogar ein wenig in seiner Schlichtheit, auch wenn der Titel seinem Namen absolut alle Ehre macht. Und auch der Blues, den die Australier hier in verschiedenen Variationen darbieten, ist sicherlich nicht der Schlechteste – ich erwarte allerdings etwas anderes, wenn ich AC/DC auf den Plattenteller lege oder in den CD-Spieler schiebe.

Dazu kommt noch, dass es diese „Übersongs“ auf „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ einfach nicht gibt. Alles ist hier nicht schlecht und die Platte ist mit Sicherheit auch die abwechslungsreichste Veröffentlichung der Band in der Bon Scott Ära, aber das Besondere, jenes wirklich Packende in der Musik, das fehlt hier irgendwie.

Fazit: „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ ist ein überaus solides Album geworden. Leider nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die einzelnen Stücke können zumindest mich deutlich weniger packen als jene, die da auf den folgenden Platten noch kommen sollten. Dabei handelt es sich bei „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ natürlich nicht um ein schlechtes Album. Allerdings jedoch auch nicht mehr um eine richtig gute Platte. „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ ist Durchschnitt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Dirty Deeds Done Dirt Cheap, Problem Child, Ain't No Fun (Waiting Round To Be A Millionaire), Squealer