Montag, 11. Februar 2013

The Smashing Pumpkins – Gish




The Smashing Pumpkins – Gish


Besetzung:

Jimmy Chamberlin – drums
Billy Corgan – vocals, guitar
James Iha – guitar, vocals
D'arcy Wretzky – bass guitar, vocals, lead vocals on "Daydream"


Gastmusiker:


Mary Gaines – cello on "Daydream"
Chris Wagner – violin and viola on "Daydream"


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. I Am One (4:07)
2. Siva (4:23)
3. Rhinoceros (6:31)
4. Bury Me (4:48)
5. Crush (3:35)
6. Suffer (5:11)
7. Snail (5:11)
8. Tristessa (3:34)
9. Window Paine (5:52)
10. Daydream (3:08)

Gesamtspieldauer: 46:19




Das Studioalbum-Debut der Chicagoer Band The Smashing Pumpkins erfolgte 1991 mit der Platte „Gish“, die nach der Schauspielerin Lillian Diana Gish benannt wurde. Eine Mischung aus „Grunge“-ähnlichem und „Alternative Rock“. Die harten Töne überwiegen dabei, denn meist kommt die Musik sehr kraftvoll aus den Boxen.

Genau so startet das Album auch. „I Am One“ wird mit dem Schlagzeug eröffnet, der Bass setzt ein und dann rockt das Lied kompromisslos weiter. Die „Headbanging-Fraktion“ kommt hier durchaus auf ihre Kosten. Nun das war allerdings nur der Beginn. Bei „Siva“ kann das Haupthaar gleich weitergeschüttelt werden. Das Lied knallt zunächst mit der gleichen Härte wie der Vorgänger weiter, hat dann aber auch ganz ruhige bis fast schon zarte Parts zu bieten und beinhaltet zusätzlich ein wahrlich beeindruckendes Gitarren-Solo.

Richtiggehend psychedelisch wird es anschließend bei „Rhinoceros“. Hier klingen die Smashing Pumpkins sehr viel „gemäßigter“ und sogar ein klein wenig schräg, was der Abwechslung der Platte nur gut tut. „Bury Me“ knallt dann erneut in bewährter Manier los, wobei das dieses Mal schon schwer nach geradlinigem Hard Rock klingt. Mit „Crush“ wird im Anschluss daran erneut für Abwechslung gesorgt. Wieder sehr viel ruhiger gestaltet sich dieser Song. „Crush“ ist eine leichte und fast schon schwebende Nummer, etwas getragen und durchaus eingängig. Ebenfalls entspannt und ruhig gestaltet sich im Folgenden „Suffer“, aber dieser Titel groovt dabei richtiggehend. Klasse hier auch der Basslauf D'arcy Wretzkys.

Der folgende Song „Snail“ startet ebenfalls eher zurückhaltend, bis er im weiteren Verlauf schließlich Fahrt aufnimmt und schließlich immer wieder mit den leiseren und lauteren Abschnitten spielt. „Tristessa“ knallt anschließend wieder Hard Rock-mäßig aus den Boxen, wobei das Gitarrenspiel phasenweise sogar Death Metal Anleihen aufweist. „Window Paine“ vereinigt dann alle Zutaten des bisherigen Albums auf sich. Da wird gerockt und auch mal ganz „sanft“ musiziert. Beschlossen wird dieses Album mit einer kleinen Besonderheit. Das letzte Lied, „Daydream“, wird von D'arcy Wretzkys gesungen. Das einzige Lied der Smashing Pumpkins, bei dem nicht Billy Corgan selbst singt. Die Nummer wird akustisch, ohne Schlagzeug, mit der Gitarre und am Ende noch mittels einiger Streichinstrumente begleitet und dauert knapp zwei Minuten. Es folgt nämlich noch ein kurzer „Hidden Track“ mit dem Titel „I’m Going Crazy“. Besser wäre es da wohl gewesen „Daydream“ etwas länger zu spielen.

Fazit: „Gish“ ist wahrlich kein schlechtes Debut der Smashing Pumpkins. Harte Abschnitte und Lieder wechseln sich darauf mit verspielteren Passagen und ruhigeren Tracks ab. Die Mischung macht es hier, sodass nie Langeweile aufkommt. Die Melodien und Rhythmen zünden dabei zusätzlich. Wohl nicht gleich beim ersten Mal des Hörens, aber dann doch mit den Wiederholungen. „Gish“ ist kein „Über-Album“ geworden, dazu fehlen mir die „Über-Lieder“. Trotzdem gefällt mir das, was ich da höre, gerade wegen der härteren Stücke. Neun Punkte.

Anspieltipps: I Am One, Siva, Bury Me, Suffer, Snail, Tristessa




Mittwoch, 6. Februar 2013

Triumvirat – Spartacus




Triumvirat – Spartacus


Besetzung:

Jürgen Fritz – piano, hammond organ, keyboards, synthesizers
Helmut Köllen – bass, acoustic and electric guitars, vocals
Hans Bathelt – drums, percussion


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Capitol Of Power (3:13)
2. The School Of Instant Pain (6:22)
    a. Proclamation
    b. The Gladiator's Song
    c. Roman Entertainment
    d. The Battle
3. The Walls Of Doom (3:57)
4. The Deadly Dream Of Freedom (3:54)
5. The Hazy Shades Of Dawn (3:09)
6. The Burning Sword Of Capua (2:42)
7. The Sweetest Sound Of Liberty (2:36)
8. The March To The Eternal City (8:47)
    a. Dusty Road
    b. Italian Improvisation
    c. First Success
9. Spartacus (7:40)
    a. The Superior Force Of Rome
    b. A Broken Dream
    c. The Finale


Bonus Tracks:

10. The Capitol Of Power (Live In Los Angeles) (3:18)
11. Showstopper (3:38)

Gesamtspieldauer: 49:15




Das dritte Album der Kölner Progressive Rock-Band Triumvirat erschien 1975 unter dem Titel „Spartacus“. Auch bei dieser Veröffentlichung ist das Vorbild des Hauptideengebers der Band, Jürgen Fritz, wieder allgegenwärtig. Die Parallelen zur britischen Formation Emerson, Lake & Palmer sind unüberhörbar und hier besonders die Anlehnungen an das Spiel des Keith Emerson.

Das wird gleich beim Opener „The Capitol Of Power“ und den beiden folgenden Stücken „The School Of Instant Pain“ und „The Walls Of Doom“ überdeutlich. Keyboardläufe bis zum Abwinken, manches Mal mit Fanfaren-Klängen garniert. Nie so ganz eingängig, immer ein klein wenig vertrackt und komplex. Die „schönen“ und melodiöseren Momente gibt es dann in einigen Passagen auf „The School Of Instant Pain“, wenn Helmut Köllen ähnlich Greg Lake zu singen beginnt.

So ist auch das vierte Stück „The Deadly Dream Of Freedom“ solch eine tragende, sich am Rande des Schmalzes entlanghangelnde Nummer (ohne diesen Bereich jedoch zu erreichen), die ebenfalls von Greg Lake hätte stammen können. Dies gilt nicht nur bezüglich der Musik, sondern trifft ebenfalls auf den Text zu. Bei „The Hazy Shades Of Dawn“ ist schließlich erneut, genau wie bei „The Burning Sword Of Capua“, Keith-Emerson-Time angesagt. Beide Stücke hätte man zudem so oder zumindest so ähnlich wohl auch auf „Tarkus“ oder „Brain Salad Surgery“ antreffen können.

„The Sweetest Sound Of Liberty“ gestaltet sich dann wieder sehr viel symphonischer, eingängiger und auch harmonischer. Schließlich folgt mit „The March To The Eternal City“ das längste Stück der Platte und gleichzeitig auch der Höhepunkt des Albums. Diese Nummer enthält alles, was das Herz des Freundes progressiver Rock-Musik höherschlagen lässt: Verschachtelte Abschnitte, treibende Passagen, wunderschöne Melodien, krumme Takte, wechselnde Rhythmen. Und all dies in einem einzigen Lied, welches dann jedoch von der Länge her den Umfang radiotauglicher Musik deutlich sprengt.

Auch das Titelstück „Spartacus“ ist mit seinen fast acht Minuten Spieldauer ein nicht mehr radiokompatibler Song, der ebenso die gerade aufgezählten Elemente des progressiven Liedes aufweist. Und dies bedeutet, wer Zugang zu dieser Art der Musik hat, der wird in diesem Lied ebenfalls etwas für sich finden, was durchaus gefallen kann.

Als Zugaben zur remasterten Fassung des Albums gibt es das Eröffnungslied „The Capitol Of Power“ in einer Live-Version sowie das bisher unveröffentlichte Stück „Showstopper“ aus der Feder Hans Bathelts. Eine schnelle Nummer, bei der Bathelt den Takt anzieht.

Fazit: Triumvirat hätte es so bestimmt nicht gegeben, wenn es Emerson, Lake & Palmer nicht gegeben hätte. Dazu ist die Musik viel zu sehr an diese englische Band angelehnt. Trotzdem hat die Musik von Triumvirat auf „Spartacus“ vor allen in den ruhigeren Abschnitten auch etwas sehr Eigenständiges, etwas, was durchaus gleichberechtigt und unabhängig neben dem Sound der Briten steht. Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass Hörer, die Emerson. Lake & Palmer mögen, auch Triumvirat mögen werden. Wer jedoch mit Lake & Palmer nichts anzufangen weiß, der wird sich auch mit „Spartacus“ von Triumvirat schwer tun. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The School Of Instant Pain, The Deadly Dream Of Freedom, The Sweetest Sound Of Liberty, The March To The Eternal City, Spartacus




Dienstag, 5. Februar 2013

Tomorrow – Tomorrow




Tomorrow – Tomorrow


Besetzung:

Keith West – vocals
Steve Howe – guitar
John "Junior" Wood – bass
John "Twink" Alder – percussion
Mark P. Wirtz – keyboards


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Psychedelic Pop, Oldies


Trackliste:

1. My White Bicycle (3:18)
2. Colonel Brown (2:53)
3. Real Life Permanent Dream (3:17)
4. Shy Boy (2:28)
5. Revolution (3:51)
6. The Incredible Journey Of Timothy Chase (3:19)
7. Auntie Mary's Dress Shop (2:47)
8. Strawberry Fields Forever (4:00)
9. Three Jolly Little Dwarfs (2:28)
10. Now Your Time Has Come (4:54)
11. Hallucinations (2:43)
12. Claramount Lake (3:02)


Bonus Tracks:

13. Real Life Permanent Dream (2:25)
14. Why (3:59)
15. Revolution (3:50)
16. Now Your Time Has Gone (3:05)
17. 10,000 Words In A Cardboard Box (3:28)
18. Good Wizzard Meets Naughty Wizzard (4:42)
19. Me (3:13)
20. On A Saturday (3:14)
21. The Kid Was A Killer (2:31)
22. She (2:30)
23. The Visit (4:06)

Gesamtspieldauer: 1:16:03




Tomorrow war eine englische Band, die Ende der 60er Jahre in London für das Genre „Psychedelic Rock“ stand. 1968 wurde das gleichnamige Debut-Album der Formation veröffentlicht, mit dem die Band allerdings nicht an den Erfolg anknüpfen konnte, den sie bei Live-Auftritten erntete. Hier ersetzte sie in den Londoner Clubs Pink Floyd, deren Aufstieg an Fahrt gewann, sodass diese fortan größere Hallen füllten. Nun, vielleicht klang das bei Live-Auftritten auch „psychedelisch“, auf ihrem Debut-Album klingt Tomorrow, in dessen Line-Up sich zu diesem Zeitpunkt Steve Howe als Gitarrist betätigte, nur ansatzweise psychedelisch. Die Musik von Tomorrow erinnert hier sehr viel eher an den damals gängigen Pop der 60er. Auch mit Progressive Rock hat das nichts zu tun, diesen sollte Steve Howe kurze Zeit später mit der Band Yes perfektionieren.

Nun, Tomorrow klingen also auf Platte gepresst irgendwie nur schemenhaft psychedelisch. Klar da wird immer mal wieder die Sitar eingesetzt, um das Ganze ein wenig „abgefahrener“ klingen zu lassen oder (wer weiß das schon), um auf den Zug mit aufzuspringen, den die Beatles damals genommen hatten. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass hier auch „Strawberry Fields“ von den Beatles gecovert wurde. Aber „Psychedelic Rock“? Nein, das ist die Musik von Tomorrow wirklich nur ganz am Rande.

Dieses erste Album der Band, welches auf der remastertern Version zusätzlich noch mit jeder Menge Solomaterial des Sängers Keith West angereichert wurde, hat allerdings einige ganz nette Lieder zu bieten, die auch relativ schnell ins Ohr gehen. 60er Pop, der ein klein wenig anspruchsvoller ist, als jenes Chartgedudel der damaligen Zeit. Ab und an nähert sich die Musik auch manchem eingängigen Song Pink Floyds auf „The Piper At The Gates Of Dawn“ an. Aber es fehlen eben genau diese speziellen Stücke, diese verstörenden Werke wie „Interstallar Overdrive“ oder „Astronomy Domine“, die den Ruf von Pink Floyd begründeten und die für dieses Genre „Psychedelic Rock“ stehen. Ein klitzekleines bisschen geht das bei „Now Your Time Has Come“ in diese Richtung. Aber wirklich nur ein sehr kleines bisschen, denn im Großen und Ganzen wirkt die Musik von Tomorrow auf „Tomorrow“ einfach zu brav.

Fazit: Das, was man auf dieser 1968 veröffentlichten Scheibe hört macht schon irgendwie Spaß. Netter und durchaus intelligenter Sixties-Pop ist hier zu hören, der vielleicht ein klein wenig unangepasster ist, als der anderer Bands zur damaligen Zeit. Die Musik kann gut unterhalten und das ein oder andere Mal fühlt man sich an die Beatles erinnert – und vielleicht auch mal an die frühen Pink Floyd. Dazu gehen viele der Lieder leicht ins Ohr und die remasterte Version ist sehr üppig mit Zusatzmaterial bestückt worden. Wer auf Musik Ende der 60er steht, der sollte hier durchaus mal ein Ohr riskieren. Könnte sich lohnen. Acht Punkte.

Anspieltipps: My White Bicycle, Colonel Brown, Revolution, Now Your Time Has Come, Hallucinations, Why, Me, The Kid Was A Killer





Montag, 4. Februar 2013

Queen – The Works




Queen – The Works


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, piano, synthesizer
Brian May – guitar, vocals, piano, synthesizer
John Deacon – bass guitar, guitar, synthesizer
Roger Taylor – drums, vocals, guitar, synthesizer


Gastmusiker:

Fred Mandel – piano, synthesizer programming, synthesizer


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. Radio Ga Ga (5:50)
2. Tear It Up (3:29)
3. It's A Hard Live (4:09)
4. Man On The Prowl (3:31)
5. Machines (Or Back To Humans) (5:11)
6. I Want To Break Free (3:21)
7. Keep Passing The Open Windows (5:23)
8. Hammer To Fall (4:29)
9. Is This The World We Created... ? (2:14)

Gesamtspieldauer: 37:36




1984 erschien das elfte Studioalbum der britischen Band Queen. Mit dieser, „The Works“ betitelter Platte, waren die Musiker von Queen endgültig im Mainstream der Radiotauglichkeit angekommen. Der Discoansatz war glücklicherweise wieder verschwunden, dafür gab es nach „Crazy Little Thing Called Love“ aber wieder einen Rock’n’Roll mit leichtem Boogie Woogie Touch zu bestaunen.

Single-Hits wurden die beiden Titel „Radio Ga Ga“ von Roger Taylor und „I Want To Break Free“ aus der Feder John Deacons. Beides Stücke, die schnell ins Ohr gehen und dazu noch mit zwei tollen Videos veredelt wurden. Ersteres lehnte sich an Fritz Langs Film „Metropolis“ an, der 1927 erschien. Beim Video zu „I Want To Break Free“ treten alle vier Musiker in Frauenkleidern auf, wobei dies Roger Taylor am überzeugendsten gelingt und Freddie Mercury als Frau mit Schnurbart auch unvergessen bleiben wird.

Ein weiteres Highlight ist sicherlich auch das letzte Stück des Albums: „Is This The World We Created…?“, welches die Band auch am Ende ihres Auftritts bei Live-Aid 1985 zum Besten gab. Zudem ist es das erste Lied in der Geschichte der Band, bei dem Brian May und Freddie Mercury zusammen als Komponisten aufgeführt werden. Sehr eindringlich klingt dieses Lied, dieses Mal allerdings nicht nur durch die Musik, sondern auch wegen des zum Nachdenken anregenden Textes. Gerockt wird auf “The Works“ allerdings auch wieder. Dafür stehen die beiden May-Titel „Tear It Up“ und „Hammer To Fall“. Vor allem letztgenanntes Stück weiß dabei durchaus zu überzeugen.

Fazit: In gewisser Weise ist „The Works“, trotz seiner Massentauglichkeit, für Queen ein Schritt zeitlich zurück, zu den Wurzeln der Band. Abwechslungsreich ist die Platte natürlich auch wieder, von Soft Pop bis Hard Rock reicht die Palette der Lieder, Disco findet hier glücklicherweise nicht mehr statt. Und auch auf „The Works“ gibt es wieder diese schönen und eingängigen Titel zu erhören, die das Songwriting der Band schon immer auszeichneten. Die Platte kommt zwar längst nicht mehr an die Veröffentlichungen der 70er Jahre heran, ist allerdings durchaus eine musikalische Steigerung zum Vorgängeralbum. Neun Punkte.

Anspieltipps: Radio Ga Ga, It's A Hard Live, I Want To Break Free, Hammer To Fall, Is This The World We Created... ?




Sonntag, 3. Februar 2013

Nektar – Journey To The Center Of The Eye




Nektar – Journey To The Center Of The Eye


Besetzung:

Allan “Taff” Freeman – mellotron, piano, organ, vocals
Roye Albrighton – guitars & vocals
Derek “Mo” Moore – mellotron, bass guitar & vocals
Keith Walters – static slides
Mick Brockett – liquid lights
Ron Howden – drums & percussion


Label: Bellaphon / Bacillus Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Prelude (1:25)
2. Astronaut's Nightmare (6:27)
3. Countenance (3:34)
4. The Nine Lifeless Daughter's Of The Sun (2:55)
5. Warp Oversight (4:10)
6. The Dream Nebula Part One (2:16)
7. The Dream Nebula Part Two (2:27)
8. It's All In The Mind (3:22)
9. Burn Out My Eyes (7:50)
10. Void Of Vision (2:02)
11. Pupil Of The Eye (2:47)
12. Look Inside Yourself (0:54)
13. Death Of The Mind (1:55)

Gesamtspieldauer: 42:02




1969 gründete sich die Band Nektar in Hamburg. Die Engländer zogen nach Hessen und arbeiteten dort an der Veröffentlichung ihres ersten Albums, welches schließlich 1971 unter dem Titel „Journey To The Center Of The Eye“ veröffentlicht wurde. Stilistisch gesehen bewegt sich diese Platte zwischen den Genres Progressive und Psychedelic Rock, wobei die Grenzen hierbei sowieso meist verschwimmen.

Man bekommt als Hörer eine ganze Menge geboten auf „Journey To The Center Of The Eye“. Der Titel des Albums ist hier ein wenig Programm, denn beim Hören der Platte fühlt man sich ein wenig auf die Reise geschickt - wenn auch eher hin „zum Zentrum des Ohres“. Die Musik auf „Journey To The Center Of The Eye“ ist überaus spannend und abwechslungsreich. Laufend „passiert“ etwas Neues, erhört man etwas Überraschendes, Unvorhergesehenes beziehungsweise „Unvorhergehörtes“.

Auf dem Album gibt es wunderschöne melodiöse und harmonische Melodien zu entdecken, genau wie sehr treibende Abschnitte, in denen auf „Teufel komm raus“ gerockt wird. Dann wiederum fühlt man sich schwerelos in die Weiten des Weltalls versetzt und schwebt einer unbekannten Galaxie entgegen. Und schließlich gibt es auch diese kurzen Passagen, in denen sich alles wie eine einzige Kakophonie präsentiert, um dann wieder in Schönheit hinüberzufließen. „Journey To The Center Of The Eye“ ist ein Ausflug, mit einer ganzen Menge an Erlebnissen und Eindrücken, mit schönen Augenblicken - genau wie mit den verstörenden Episoden.

Fazit: Ein tolles Debut der „Engländer aus Deutschland“. Wer progressiven Rock vermischt mit psychedelischer Musik mag, der findet auf „Journey To The Center Of The Eye“ seine Erfüllung. Das Album wächst dabei noch mit jedem weiteren Durchlauf und ist am besten in seiner Gesamtheit zu genießen. Das bedeutet: Einfach von vorne bis hinten durchhören und sich dabei nicht stören lassen, denn „Journey To The Center Of The Eye“ ist ein Trip, der sich lohnt unternommen zu werden. Das Schöne dabei ist, um diese Reise anzutreten, muss man nichts anderes tun, als sich die Kopfhörer aufzusetzen, die Augen zu schließen und ab dafür. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Astronaut's Nightmare, Countenance, The Nine Lifeless Daughter's Of The Sun, It's All In The Mind, Burn Out My Eyes, Void Of Vision, Pupil Of The Eye, Death Of The Mind (Da fehlen noch ein paar Stücke, denn irgendwie ist das alles zusammen ein Stück, welches auch hintereinander gehört werden sollte.)





Samstag, 2. Februar 2013

Sigur Rós – Valtari




Sigur Rós – Valtari


Besetzung:

Jón Þór „Jónsi“ Birgisson – vocals, guitar
Kjartan "Kjarri" Sveinsson – keyboards
Georg „Goggi“ Hólm – bass
Orri Páll Dýrason – drums


Gastmusiker:

Strings & String Arrangement (exept "Varúð"): Amiina:
Hildur Ársælsdóttir
Edda Rún Ólafsdóttir
Maria Huld Markan Sigfúsdóttir
Sólrún Sumarliðadóttir

String Arrangements on "Varúð":
Daniel Bjarnason

Strings on "Varúð":
Una Sveinbjarnardóttir
Palina Arnadóttir
Borunn Ósk Marinosdóttir
Margret Arnadóttir
Boigar Magnason

Backing Vocals on "Varúð":
Holmfridur Benediktsdóttir
Hildur F. Havarjurdóttir
Bjorg Gardursdóttir
Sulka B. Svanhuitardóttir
Brynhildur Melot
Hera Eriksdóttir

The Sixteen-Choir on "Dauðalogn" and "Varðeldur"
Eamonn Dougan: Choral Direction on "Dauðalogn" and "Varðeldur"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Ambient, Post-Rock


Trackliste:

1. Ég Anda (6:15)
2. Ekki Múkk (7:44)
3. Varúð (6:37)
4. Rembihnútur (5:05)
5. Dauðalogn (6:37)
6. Varðeldur (6:08)
7. Valtari (8:19)
8. Fjögur Píanó (7:50)

Gesamtspieldauer: 54:34




Klanggebilde, Atmosphäre, Soundkollage, Meditation, Feen, Stille, Weite, Traurigkeit, Unendlichkeit, Magie, Freiheit, Melancholie, Sentimentalität, Stimmung, Märchen. Das sind alles Nomen, die einem beim Hören des sechsten Albums der Isländer von Sigur Rós spontan einfallen könnten. Ach lieber ein paar Adjektive? Bitteschön: traurig, grau, sphärisch, monoton, sanft, leise, mild, weich, zart, zerbrechlich. Oder doch lieber ein paar Verben? Auch kein Problem: vergehen, träumen, weinen, ruhen, liegen, genießen, aufgehen, wirken, fühlen und spüren.

„Valtari“ ist wahrlich kein einfaches Album geworden. Für viele wird bei den oben genannten Assoziationen noch das Wort „Langeweile“ fehlen, denn das Entstehen dieser Gefühlsregung kann nicht ganz ausgeschlossen werden, wenn man sich das erste Mal dieses Album zu Gemüte führt. „Back To The Roots“, zurück zu den ersten Alben werden sich die vier Musiker gedacht haben. Dieses Ziel wurde erreicht. Kompromisslos. Liederstrukturen, wie sie auf den beiden Vorgängern noch zu hören waren, wurden konsequent über Bord geworfen. „Ambient-Musik“ trifft das inhaltliche Label der Platte wahrlich treffend, denn um nichts anderes handelt es sich hier. Absolut zutreffend auf die letzten Titel, die ohne das gesprochene Wort auskommen, ziemlich nahe an dieser Kategorisierung bei den ersten fünf Nummern, bei denen Jón Þór „Jónsi“ Birgisson wieder seinen unnachahmlichen, an ein kleines Kind (oder eine Fee?) erinnernden Gesang zum Besten gibt.

Die Musik von Sigur Rós entfaltet auch dann immer ihre Stärken, wenn sie repetitiv und redundant wird, wenn ein Thema immer und immer wieder wiederholt wird, gesteigert wird, leicht, bis zum großen Finale variiert wird. Das hört man auf „Valtari“ in Vollendung lediglich im Lied „Varúð“. Ansonsten steht meist nur die Atmosphäre im Mittelpunkt der Lieder. Ohne Struktur, ohne festen Ablauf werden hier Töne angestimmt und es wird ihnen jede Menge Zeit eingeräumt anschließend zu wirken.

Fazit: Keine Lieder, die nach den herkömmlichen Strukturen in der Pop- beziehungsweise Rock-Musik funktionieren, gibt es auf „Valtari“ zu hören. Atmosphärische Musik, der man Aufmerksamkeit und Zeit einräumen muss, damit sie ihre Wirkung vollends entfalten kann. Das Ganze verläuft gefährlich nahe an der Grenze zwischen Langeweile und Entspannung, schlägt aber glücklicherweise doch ein bisschen mehr in die Richtung des träumerischen Genießens aus. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ekki Múkk, Varúð, Rembihnútur, Varðeldur




Freitag, 1. Februar 2013

King Crimson – Islands




King Crimson – Islands


Besetzung:

Robert Fripp – guitar, mellotron, harmonium
Mel Collins – flute, bassflute, saxophone
Boz Burrell – bass, vocals
Ian Wallace – drums


Gastmusiker:

Keith Tippett – piano
Paulina Lucas – vocals
Harry Miller – bass
Robin Miller – oboe
Mark Charig – horn


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Formentera Lady (10:16)
2. Sailor's Tale (7:34)
3. The Letters (4:32)
4. Ladies Of The Road (5:35)
5. Prelude: Song Of The Gulls (4:15)
6. Islands (11:54)

Gesamtlaufzeit: 44:07




„Islands“ taufte die englische Band King Crimson ihr viertes Album. In all den Jahren ihres Bestehens, in all ihren Wandlungen und mit all ihren Veröffentlichungen stellt diese Formation um den Gitarristen Robert Fripp für mich die Progressive Band schlechthin dar. Immer wieder wurden hier neue Pfade betreten, etwas Neues ausprobiert, unabhängig vom derzeit herrschenden Musikgeschmack der breiten Masse. Es gibt viele „Inseln“, welche man mit der Musik von King Crimson ansteuern kann. Und „Islands“ ist eine Insel in der Album-Historie der Band geworden, die eine der eingängigsten Platten darstellt – obwohl das Album gleichzeitig auch immer wieder verstörend auf den Zuhörer wirken kann. Dieser Umstand, macht diese 1971 veröffentlichte Platte jedoch genau zu dem spannenden Album, welches es letztlich geworden ist. Das gibt es nicht so oft in einer Welt, in der Lieder meist aus Strophe und Refrain und vielleicht noch einem Solo bestehen, dass die Dramaturgie der Musik, der des Textes angepasst wurde. Nur sehr selten werden zum Beispiel außerhalb des King Crimson Kosmos, in ein und demselben Lied, so melodiöse Abschnitte mit solch atonalen und „lauten“ Passagen kombiniert, wie auf dem unglaublich spannenden „The Letters“. Hier ist es so, dass sich die Musik dem Text angleicht. Das gesungene Wort ist in diesem Lied wahrlich sehr verstörend und genau dieser Gegebenheit passt sich die Musik an. „The Letters“ ist dazu nicht das einzige Beispiel. Solch unterschiedliche Abschnitte gibt es auch bei „Ladies Of The Road“, bei dem alles zwischen Free Jazz und lieblichen Beatles-Weisen hin- und herzupendeln scheint.

Ganz anders, durchgehend sehr melodiös, präsentiert sich „Prelude: Song For The Gulls“. Ein Kammermusikstück, instrumentiert mit jeder Menge Streicher und Oboe. Fast schon herzzerreißend schön. Richtig gut gelungen ist auch gleich der Beginn des Albums: „Formentera Lady“. Eine sehr ruhige Nummer, hauptsächlich akustisch mit Bass, Gitarre und Flöte instrumentiert. Aber es wäre nicht King Crimson zu hören, wenn dies über die zehn Minuten so andauern würde. Im weiteren Verlauf des Stückes wird es auch wieder deutlich schräger und abgefahrener. Ein Saxophon übernimmt das Heft des Handelns und der Gesang Buzz Burrells wird durch eine Sopranistin ersetzt, die allerdings nur sehr hohe „Aaaahs“ und „Oooohs“ intoniert. Fast fließend gelingt dann der Übergang zu „Sailor’s Tale“, dem schnellsten Stück der Platte. Deutlich rockiger klingt die Band jetzt, es gibt erneut an den Free Jazz erinnernde Abschnitte und gegen Ende wird der Hörer zwischen Symphonie und Kakophonie herumgewirbelt.

Beendet wird das Album mit dem Titellied „Islands“. Gute neun Minuten lang gibt es hier wunderschöne entspannte Musik zu hören. Sehr melodisch und harmonisch und eingängig, allerdings alles nur ganz zart und zurückhaltend angespielt. Die letzten zwei Minuten sind dann, nach einer kurzen Pause, Tonstudio-Geräusche und Unterhaltungen zwischen den Musikern.

Fazit: Ein größtenteils sehr ruhiges und auch sehr bewegendes Album ist den vier Musikern von King Crimson da im Jahr 1971 gelungen. Hier stimmen Text und Musik überein, ergänzen sich und sind nicht nur Mittel zum Zweck. „Islands“ ist eine sehr intensive und bewegende Scheibe geworden, eine der besten im Katalog von King Crimson. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Formentera Lady, The Letters, Prelude: Song Of The Gulls, Islands





Donnerstag, 31. Januar 2013

Leonard Cohen – Songs Of Love And Hate




Leonard Cohen – Songs Of Love And Hate


Besetzung:

Leonard Cohen – acoustic guitar, vocals


Gastmusiker:

Ron Cornelius – acoustic and electric guitar
Bubba Fowler – banjo, bass guitar, violin, acoustic guitar
Charlie Daniels – acoustic guitar, bass guitar, fiddle
Bob Johnston – piano
Corlynn Hanney – vocals
Susan Mussmano – vocals
The Corona Academy London – children's voices
Michael Sahl – strings on third verse of "Last Year's Man"
Paul Buckmaster – string and horn arrangements


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Folk


Trackliste:

1. Avalanche (5:07)
2. Last Year's Man (6:03)
3. Dress Rehearsal Rag (6:13)
4. Diamonds In The Mine (3:52)
5. Love Calls You By Your Name (5:45)
6. Famous Blue Raincoat (5:16)
7. Sing Another Song, Boys (6:18)
8. Joan Of Arc (6:30)

Gesamtspieldauer: 45:02




„Typisch Leonard Cohen“ möchte man zu diesem dritten Album des Kanadiers sagen, welches 1971 unter dem Titel „Songs Of Love And Hate“ erschien. Die dunkle Stimmung in den Liedern Leonard Cohens herrscht erneut wieder auf der Platte vor, die gleich mit dem Eingangssong „Avalanche“ darauf hinweist, wohin die Reise gehen wird auf diesem Werk: In tiefe Melancholie, in überwiegend traurige Gefühle.

Nichts anderes als Traurigkeit vermitteln nämlich meist auch die anderen Lieder der Platte. Leonard Cohen singt überwiegend sehr tief und sonor, mitunter mit etwas zitternder Stimme, um diese Stimmung, diese Atmosphäre des Albums noch ein wenig mehr zu unterstreichen und zu transportieren. Eine Ausnahme bildet da lediglich der Titel „Diamonds In The Mine“. Country-mäßig angehaucht singt hier Leonard Cohen, wohl absichtlich, ein wenig übertrieben fröhlich, dass es sich sogar fast schon falsch anhört und man glaubt, dass der Sänger jede Sekunde in Lachen ausbricht. Das Lied geht einem nach mehrmaligem Hören sogar noch ein wenig mehr auf den Zeiger, als bei der ersten Berührung.

„Famous Blue Raincoat“ ist wahrscheinlich das bekannteste Lied des Albums und auch eines der bekanntesten Lieder von Leonard Cohen überhaupt. Das liegt allerdings noch nicht einmal an dieser Veröffentlichung hier, sondern an den zahlreichen Cover-Versionen, die von dem Titel im Laufe der Jahre produziert wurden. Eine sehr eindringliche Nummer, die ebenfalls wieder diese tieftraurige Stimmung transportiert. „Sing Another Song, Boys“ wurde live eingespielt, wie man an dem Applaus vor und nach dem Stück hören kann. Dieses Stück ist auch die „flotteste“ Nummer des Albums, welches mit „Joan Of Arc“ genauso melancholisch geschlossen wird, wie es bereits eröffnet wurde.

Fazit: Das Orchester, wenn auch nur sehr zurückhaltend in Lautstärke und Intensität, nimmt einen wichtigen Part auf „Songs Of Love And Hate“ ein. Es macht viele der Titel noch ein klein wenig intensiver, wenn dies überhaupt noch möglich ist bei Leonard Cohens tiefer Stimme und dieser oftmals tieftraurigen Atmosphäre, die über allen Liedern schwebt. Auch der weibliche Hintergrundgesang, der hier vermehrt zu hören ist, trägt zu dieser besonderen Stimmung bei und ist sehr gelungen. Somit ist auch dieses dritte Album des Kanadiers eine konsequente Fortführung seines Schaffens: Lieder für dunkle Novembertage oder aber solche zum melancholischen Träumen, bei denen es sich immer lohnt, auch mal auf den Text zu hören. Zehn Punkte.


Anspieltipps: Avalanche, Love Calls You By Your Name, Famous Blue Raincoat, Joan Of Arc





Mittwoch, 30. Januar 2013

Roger Waters – Amused To Death




Roger Waters – Amused To Death


Besetzung:

Roger Waters – vocals, bass, synthesizers, guitar, 12-string-guitar


Gastmusiker:

Patrick Leonard – keyboards, percussion programming, choir arrangement, vocals, hammond organ, acoustic piano, synthetisers
Jeff Beck – guitar
Alf Razzell – vocals
Geoff Whitehorn – guitar
Andy Fairweather-Low – electric and acoustic rhythm guitars, background vocals
Tim Pierce – guitar
Randy Jackson – bass
Graham Broad – drums, percussion
P.P. Arnold – vocals
Marv Albert – vocals
B.J. Cole – pedal steelguitar
Steve Lukather – guitar
Rick DiFonso – guitar
Bruce Gaitsch – guitar
James Johnson – bass
Luis Conte – percussion
Brian Macleod – snare, hi-hat
John Dupree – string arrangement and conduction
John Pierce – bass
Denny Fongheiser – drums
Steve Sidwell – cornet
Charles Fleischer – tv evangelist
Don Henley – vocals
John "Rabbit" Bundrick – hammond organ
John Patitucci – upright and electric bass
Guo Yi & The Peking Brothers – dulcimer, lute, zhen, oboe, bass
Jeff Porcaro – drums
Rita Coolidge – vocals
Katie Kissoon – background vocals
Doreen Chanter – background vocals
N'Dea Davenport – background vocals
Natalie Jackson – background vocals
Lynn Fiddmont-Linsey – background vocals
Jon Joyce – background vocals
Stan (Laurel) Faber – background vocals
Jim Haas – background vocals
Jessica Leonard – screaming
Jordan Leonard – screaming
Kenneth Bowen – conduction of London Welsh Chorale
Michael Kamen – arrangement and conduction of National Philharmonic Orchestra Limited


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Ballad Of Bill Hubbard (4:20)
2. What God Wants, Part I (6:00)
3. Perfect Sense, Part I (4:16)
4. Perfect Sense, Part II (2:51)
5. The Bravery Of Being Out Of Range (4:43)
6. Late Home Tonight, Part I (4:01)
7. Late Home Tonight, Part II (2:13)
8. Too Much Rope (5:47)
9. What God Wants, Part II (3:42)
10. What God Wants, Part III (4:08)
11. Watching TV (6:08)
12. Three Wishes (6:50)
13. It's A Miracle (8:30)
14. Amused To Death (9:07)

Gesamtspieldauer: 1:12:36




„Amused To Death“, das 1992 erschienene Solo-Album Roger Waters, gleichzeitig die bisher letzte Studio-Platte in der Karriere des ehemaligen Pink Floyd Bassisten, ist im Grunde genommen gar kein Musik-Album. „Amused To Death“ ist eine Reise, eine bedrückende musikalische Reise in die Abgründe des Krieges, in die Zweifel des Glaubens, in die Abgestumpftheit des Menschen, in Verlustängste und deren Folgen, die Verlustgefühle und in vieles mehr – wenn dies nur eine nachdenkliche bis traurige Atmosphäre heraufbeschwören kann.

„Amused To Death“ ist eine sehr bewegende Platte geworden, die zusätzlich unglaublich melancholisch und auch verzweifelt wirkt und genau so klingt. Das beginnt gleich mit dem Opener „The Ballad Of Bill Hubbard“, in welchem von einem gewissen Alf Razzell erzählt wird, wie dieser, während des Ersten Weltkrieges, Bill Hubbard irgendwo im Niemandsland sterbend zurücklassen musste. Und auch die weiteren Stücke lockern die Stimmung des Albums nicht wirklich auf. Immer wird gezweifelt, angeklagt, getrauert und resigniert. Nun war auf „The Wall“ wie auf „The Final Cut“, den letzten beiden Pink Floyd Alben, die Roger Waters maßgeblich beeinflusste, schon nicht die „beste Stimmung“. Aber diese Tristesse, dieses Graue und Tieftraurige, welches sich hier auf dieser Platte tummelt, das toppt die Stimmungen auf den Pink Floyd Platten um ein Vielfaches.

Trotzdem und auch gerade deswegen ist „Amused To Death“ ein klasse Album geworden. Die den Liedern zugrunde liegenden Texte sind packend und bewegend, können jedoch durchaus auch ironisch bis sarkastisch oder aber witzig sein. Andererseits liegt es an dieser einfühlsamen, melodischen und ebenfalls ergreifenden Musik, die Roger Waters hier perfekt mit den Aussagen der Lieder verbindet. Die melancholischen Gefühle und Eindrücke werden auf der Platte wunderschön harmonisch transportiert und erzeugen eine angenehme und einnehmende Sentimentalität, die in der Musik so nicht allzu oft anzutreffen ist.

Fazit: „Amused To Death“ ist ein sehr dichtes und stimmiges Album. Dass Roger Waters gute und eingängige Musik schreiben kann, dies bewies er bereits während seiner Zeit bei Pink Floyd. Hier hat er es noch einmal getan. „Amused To Death“ ist das bisher beste Solo-Album Roger Waters. Besser als „The Wall“ oder „The Final Cut“. Ich befürchte allerdings, dass es auch das letzte von ihm ist, denn bald einundzwanzig Jahre sind inzwischen bereits seit der Veröffentlichung verstrichen. „Amused To Death“ ist große Musik, die nur in der Mitte einen kurzen Hänger hat, da dort einige wenige Lieder diese Spannung nicht halten können, sonst aber durchgehend beeindruckt. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Alles und vor allem die letzten vier Stücke.




Dienstag, 29. Januar 2013

Randy Newman – Good Old Boys




Randy Newman – Good Old Boys


Besetzung:

Randy Newman – vocals, acoustic and electric piano, synthesizer


Gastmusiker:

John Platania – electric guitar
Ron Elliott – acoustic guitar
Dennis Budimir – acoustic guitar
Al Perkins – pedal steel guitar
Ry Cooder – bottleneckguitar
Russ Titelman – bass
Willie Weeks – bass
Red Callender – bass
Jim Keltner – drums
Andy Newmark – drums
Bobbye Hall Porter – percussion
Milt Holland – percussion
Glenn Frey – background vocals
Don Henley – background vocals
Bernie Leadon – background vocals


Label: Warner Music Group


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Soft Rock


Trackliste:

1. Rednecks (3:10)
2. Birmingham (2:47)
3. Marie (3:10)
4. Mr. President (Have Pity On The Working Man) (2:47)
5. Guilty (2:36)
6. Louisiana 1927 (2:58)
7. Every Man A King (1:03)
8. Kingfish (2:46)
9. Naked Man (3:12)
10. A Wedding In Cherokee County (3:10)
11. Back On My Feet Again (3:23)
12. Rollin' (2:55)

Gesamtspieldauer: 33:58




Im Grunde genommen stellt das 1974 veröffentlichte, vierte Studio-Album „Good Old Boys“ von Randy Newman eine Fortführung des zwei Jahre zuvor entstandenen „Sail Away“ dar. Allzu viel hat sich musikalisch nämlich nicht verändert. Auch auf „Good Old Boys“ gibt es wieder eingängigen, sehr sanften beziehungsweise weichen Rock zu hören, der wieder gespickt ist mit ironischen, sarkastischen oder zum Nachdenken anregenden Texten.

Obwohl, etwas hat sich doch geändert. Das Album ist zwar erneut sehr „weich“, allerdings durchaus auch ein wenig flotter als sein Vorgänger. Drums und Perkussion kommen jetzt deutlich mehr zum Einsatz, es wird ein bisschen häufiger gegroovt und die Lieder laden immer wieder sogar zum Mitwippen ein. Allerdings ist das, was hier zu hören ist keine Musik, die man heutzutage, vierzig Jahre nach der Entstehung der Songs, mit dem Genre „Rock“ assoziiert. Etwas schnellerer Rock, bezogen auf die bisherigen Veröffentlichungen des Randy Newman ist mit diesem „flotter“ gemeint.

Die näselnde Stimme des Songwriters ist genauso erhalten geblieben, wie die Instrumentierung, die auch hier sehr pianolastig ist, unterstützt durch Gitarre, Bass und immer wieder dem Orchester. Allerdings ist das Songmaterial nicht ganz so gut wie auf „Sail Away“. Da hilft auch kein „immer wieder Hören“ der Scheibe, die Titel sind nicht so eingängig wie auf dem Vorgänger und wollen irgendwie nicht so richtig zünden. So läuft das Album auf dem CD-Player, plötzlich wird es ruhig und man ist überrascht, dass es schon vorbei ist. Hängengeblieben ist da nämlich nichts, alles ist so durchgelaufen, so vorbeigeflossen ohne richtig greifbar gewesen zu sein, um überhaupt hängenbleiben zu können.

Fazit: Das vierte Album, „Good Old Boys“, von Randy Newman ist wahrlich keine schlechte Platte geworden. Irgendwie wirkt das Ganze „unschuldig“. Leider aber zu „unschuldig“, denn die zündenden Melodien fehlen größtenteils und die, die da sind, die wollen einen nicht so richtig packen. Die Texte sind zwar wieder sehr intensiv und intelligent, aber bei Musik kommt es eben größtenteils doch auf die Musik selbst an. Somit bleibt lediglich ein durchschnittliches, meist ruhiges Album. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Guilty, Kingfish, Naked Man