Sonntag, 17. Februar 2013

Florence And The Machine – Ceremonials




Florence And The Machine – Ceremonials


Besetzung:

Florence Welch – vocals (all tracks), bass (track 13)


Gastmusiker:

Rob Ackroyd – guitar (tracks 3, 13–15)
Christopher Lloyd Hayden – drums (tracks 1–12, 14, 15), backing vocals (tracks 1–4, 7–10), percussion (tracks 2, 3, 14)
Tom Monger – harp (all tracks), bass (track 8)
Mark Saunders – backing vocals (tracks 1–4, 7–9), percussion (tracks 1–3, 7, 9, 14), bass (tracks 3, 4, 7, 9, 11, 12, 14, 15), additional guitar ( track11)
Isabella Summers – piano (tracks 6, 7, 11), additional backing vocals (tracks 7, 11), drum programming (tracks 7, 11, 13), choir parts, strings (7); synthesizer (tracks 8, 13, 14), celesta, (track 11), bells (track13)
Sian Alice – backing vocals (tracks 1–4, 7–9)
Max Baillie – viola (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Rusty Bradshaw – keyboards (tracks 1–5, 7–10, 12, 13, 15), hammond organ (track 6)
Bullion – additional esoteric sounds, drum programming (tracks 1, 2, 4, 5, 9, 14)
Ian Burdge – cello (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Gillon Cameron – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Paul Epworth – pump organ (track 2)
Sam Paul Evans – drums (track 13)
Richard George – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Sally Herbert – string arrangements, violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Rick Koster – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Oli Langford – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Nikolaj Torp Larsen – piano (tracks 6, 10)
Lisa Moorish – backing vocals (tracks 1–4, 7–9)
Jack Peñate – backing vocals (tracks 1–4, 7–9)
Lucy Shaw – double bass (track 1)
Jesse Ware – backing vocals (tracks 1–4, 7–9)
Warren Zielinski – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)


Label: Universal Island Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Independent Pop, Independent Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Only If For A Night (4:59)
2. Shake It Out (4:38)
3. What The Water Gave Me (5:33)
4. Never Let Me Go (4:31)
5. Breaking Down (3:49)
6. Lover To Lover (4:03)
7. No Light, No Light (4:35)
8. Seven Devils (5:03)
9. Heartlines (5:02)
10. Spectrum (5:12)
11. All This And Heaven Too (4:06)
12. Leave My Body (4:37)

Gesamtspieldauer: 56:06




Im Jahr 2011 veröffentlichte die Band Florence + The Machine um Sängerin und Songwriterin Florence Welch ihr zweites Album. Nun, wenn man sich diese Platte betrachtet beziehungsweise anhört, fällt ziemlich schnell auf, dass sich nicht allzu viel getan hat im Vergleich zum Vorgängeralbum. Und dieser Umstand bedeutet in diesem Fall mit Sicherheit auch nichts Schlechtes. Man erkennt eindeutig, dass es sich um eine Platte von Florence And The Machine handelt, was natürlich nicht zuletzt am ausdrucksstarken Gesang der Sängerin liegt. Die Stücke benötigen jedoch ein paar Durchläufe mehr im CD-Player, um so richtig zu zünden, da sie im Großen und Ganzen nicht mehr ganz so offensichtlich eingängig sind, wie noch auf dem Debut-Album „Lungs“.

Die Titel schwanken häufig ein wenig zwischen poppig eingängig und poppig soulig hin und her und der Harfe wird nicht mehr dieser Platz, wie noch auf dem vorherigen Album eingeräumt. Das macht die Musik ein klein wenig vorhersehbarer, als noch eine Platte zuvor. Trotzdem hat auch „Ceremonials“ seine großen Momente. Da gibt es das unglaublich symphonische „Only If For A Night“, dann so ein Stück wie „Seven Devils“. Irgendwie mystisch klingt dieses Lied und es vereinnahmt den Hörer sehr intensiv. Richtig klasse gelungen.

So ein Stück wie „Spektrum“ möchte ich ebenfalls nicht mehr missen. Dieser Groove des Liedes gepaart mit unterschiedlichen Stimmungen hat einfach etwas. Und hier gibt es sie dann auch wieder ausgeprägter zu hören, Harfenklänge, die das Stück noch mal interessanter werden lassen. Des Weiteren sollte die letzte Nummer „Leave My Body“ nicht unerwähnt bleiben. Ein Stück, welches wirklich schnell ins Ohr geht, kraftvoll klingt und vielleicht am meisten auf diesem Album nachhallt.

Fazit: Auch dieses Album von Florence + The Machine hat was. Es hat sich kein schlechtes Stück unter die zwölf Titel geschlichen, wenn einen auch nicht alle absolut zu begeistern wissen. Manchmal plätschert die Musik auf „Ceremonials“ ein wenig dahin, schön zwar, aber ohne den absoluten Höhepunkt, jenen Moment, der Musik zu etwas sehr Bewegenden werden lässt. Wer Spaß an schöner Pop-Musik hat, geboten von einer Sängerin, die wirklich was von ihrem Handwerk versteht, der wird auch mit „Ceremonials“ von Florence + The Machine viel Spaß haben. Obwohl mir das, was ich hier höre gefällt, haut es mich nicht ganz um. Die schönen Momente gibt es aber auch für mich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Only If For A Night, Breaking Down, Seven Devils, Heartlines, Spectrum, Leave My Body





Samstag, 16. Februar 2013

Randy Newman – Little Criminals




Randy Newman – Little Criminals


Besetzung:

Randy Newman – vocals, piano, keyboards, synthesizer


Gastmusiker:


Mike Boddicker – additional synthesizer, synthesizer programming
Waddy Wachtel – guitar
Glenn Frey – guitar, backing vocals
Joe Walsh – guitar, slide guitar
Ry Cooder – mandolin
Klaus Voormann – bass
Willie Weeks – bass
Ralph Grierson – piano
Jim Keltner – drums, percussion
Andy Newmark – drums
Rick Marotta – drums
Milt Holland – congas, percussion
J.D. Souther – backing vocals
Tim Schmitt – backing vocals
Don Henley – backing vocals


Label: Warner Music Group


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Soft Rock


Trackliste:

1. Short People (23:57)
2. You Can't Fool The Fat Man (2:47)
3. Little Criminals (3:06)
4. Texas Girl At The Funeral Of Her Father (2:43)
5. Jolly Coppers On Parade (3:50)
6. In Germany Before The War (3:43)
7. Sigmund Freud's Impersonation Of Albert Einstein In America (2:53)
8. Baltimore (4:06)
9. I'll Be Home (2:48)
10. Rider In The Rain (3:55)
11. Kathleen (Catholicism Made Easier) (3:38)
12. Old Man On The Farm (2:13)

Gesamtspieldauer: 38:39




Das fünfte Album Randy Newmans, „Little Criminals“, aus dem Jahr 1977, hat eine ganze Menge zu bieten und stellte den kommerziellen Durchbruch des Sängers, Pianisten und Songwriters dar. Das lag nicht zuletzt am Titel „Short People“ der ein Hit wurde, gleichzeitig allerdings auch von Radiostationen boykottiert wurde, da jeder etwas anderes in den Text hineininterpretierte. Aber wie so oft, machte gerade diese „Verbannung“ den Song erst so richtig interessant für viele Musikhörer.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch die Mitwirkung der „Eagles“ in Form von Joe Walsh, Glen Frey und Don Henley an dieser Platte. Das bezieht sich jedoch nur auf die Instrumentierung, denn das Komponieren und Texten lag auf „Little Criminals“ einzig und allein in den Händen des Randy Newman. Allerdings ist festzustellen, dass das ganze Album deutlich rockiger klingt, als alles bisher von Randy Newman veröffentlichte. Vielleicht zeigt sich hier ja der Einfluss der Südstaaten-Rocker. Allerdings verdient an dieser Stelle noch eine Person Erwähnung: Der Deutsche Klaus Voormann, seines Zeichens Musiker und Künstler. So malte dieser zum Beispiel das Cover zum Beatles-Album „Revolver“, produzierte die deutsche Band „Trio“ und unterstützte im Studio sowie Live zahlreiche internationale Musiker und Bands. Hier, auf „Little Criminals“, übernahm er den Bass.

„Little Criminals“ beinhaltet wieder diese sehr beißenden, manches Mal sarkastischen und wieder ein anderes Mal zum Nachdenken anregenden Texte. Und dann finden sich auf diesem Album auch diese tieftraurigen Melodien, für die Randy Newman eben auch steht. Beispiele, hierfür wären „Texas Girl At The Funeral Of Her Father“, das sehr bewegende „In Germany Before The War“, in dem es anscheinend um einen Kindermörder geht und das letzte Stück des Albums, dieses vielleicht traurigste Lied, was es jemals auf ein Album geschafft hat: „Old Man On The Farm“.

Schließlich beinhaltet „Little Criminals“ auch noch eines der besten Stücke Randy Newmans, wenn nicht sogar das beste Lied seiner ganzen Karriere als Komponist und Musiker: „Baltimore“. Diese Nummer ist einfach ein klasse Song, erneut sehr melancholisch und tragend. „Baltimore“ ist eines jener Lieder, welche hängenbleiben, die man auch viele Jahre später nicht vergessen hat und immer nur einzig und allein Randy Newman zuordnen kann.

Richtig schlecht wird es auf dem Album eigentlich nur, wenn es einen Rückfall in die Country Musik gibt. Das passiert allerdings glücklicherweise nur ein einziges Mal mit der Nummer „Rider In The Rain“. Aber Leute, die der Pedal Steel Guitar etwas mehr abgewinnen können, werden sich wohl auch mit diesem Song versöhnen.

Fazit: Für mich ist „Little Criminals“ das bisher beste Album Randy Newmans, da es einfach ein paar Songs beinhaltet, die es lohnt gehört zu haben. Natürlich gibt es auch einige Lieder, die einfach so mitlaufen, andererseits nur einen einzigen Track, der sehr stark nach unten ausschlägt. Randy Newman macht nicht gerade meine absolute Lieblingsmusik, aber trotzdem würde ich dieses Album vermissen, wenn ich es nicht hätte. Manchmal ist die Zeit einfach reif für Randy Newman und „Little Criminals“. Neun Punkte.

Anspieltipps: Short People, In Germany Before The War, Sigmund Freud's Impersonation Of Albert Einstein In America, Baltimore, I'll Be Home, Old Man On The Farm




Freitag, 15. Februar 2013

Nektar – A Tab In The Ocean




Nektar – A Tab In The Ocean


Besetzung:

Roye Albrighton – guitars & vocals
Allan Freeman – keyboards, mellotron, backing voices
Derek “Mo” Moore – bass, vocals
Mick Brockett – liquid lights
Ron Howden – drums, percussion, backing vocals


Label: Bellaphon / Bacillus Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. A Tab In The Ocean (16:43)
2. Desolation Valley (7:16)
3. Waves (0:57)
4. Crying In The Dark (6:28)
5. King Of Twilight (4:16)

Gesamtspieldauer: 35:40




1972 veröffentlichte die englische Band Nektar, die im hessischen Seeheim einen alten Bauernhof bewohnte, ihr zweites Album mit dem Titel „A Tab In The Ocean“. Musikalisch ist hier eine deutliche Entwicklung in Bezug auf das Debut-Album festzustellen beziehungsweise zu hören: Die Musik von Nektar ist härter geworden. Der psychedelische Anteil in der Musik der Band wurde zusätzlich auch noch stark zurückgedrängt und somit bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass sich auf diesem zweiten Album Nektars progressiver Rock befindet, der häufig auf die härteren Töne in der Musik setzt.

Es wird gerockt auf „A Tab In The Ocean“. Die Gitarren klingen sehr viel härter als auf dem Debut-Album und die Orgel hört sich fetter und breiter an und legt einen dichten Klangteppich aus, der durchaus auch mal „wummert“. Das hat natürlich noch nichts mit Hard Rock oder Heavy Metal zu tun und somit ist die Band auch durchaus noch als progressiv zu erkennen beziehungsweise zu erhören.

Allerdings klingt das Ganze etwas „krautrockiger“ als auf dem Debut-Album „Journey To The Center Of The Eye“. Sehr schön zu hören ist dies auf „Crying InThe Dark“. Die Orgel breitet sich dicht und schwer aus, die Gitarren ächzen, da wird gegroovt und gerockt, dass es dem Hörer schwerfällt die Beine still zu halten. Noch ein wenig härter wird es dann mit „King Of Twilight“. Hier bewegt sich Nektar dann durchaus bereits sehr nah an der Grenze zum Heavy Rock.

Dies alles passiert ein klein wenig auf Kosten der Melodien. Melodien der Lieder des Albums, versehen mit überaus eingängigen Harmonien, wie sie noch auf dem Debut zu hören waren. Natürlich ist auch auf „A Tab In The Ocean“ nichts atonal oder besonders gewöhnungsbedürftig, trotzdem benötigen die fünf Nummern etwas mehr Zeit, um ihre Wirkung entfalten zu können. Was auf der ersten Platte mehrfach unterteilt wurde, wird hier in deutlich weniger Longtracks zusammengefasst, die dadurch allerdings vor Abwechslung nur so überquellen. Somit entstehen äußerst spannende Stücke, die jedoch alle erarbeitet werden wollen.

Fazit: Auch mit ihrem zweiten Album können die Engländer von Nektar punkten. Sehr abwechslungsreichen progressiven Rock serviert die Band mit „A Tab In The Ocean“. Dieser mag nicht mehr ganz so eingängig wie das vorhergehende Album sein, gut und lohnenswert ist das allerdings immer noch. Zumindest dann, wenn man dem progressiven Rock der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts etwas abgewinnen kann. Zehn Punkte.

Anspieltipps: A Tab In The Ocean, Crying In The Dark, King Of Twilight



Donnerstag, 14. Februar 2013

Queen – A Kind Of Magic




Queen – A Kind Of Magic


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, keyboards
John Deacon – bass guitar, keyboards, occasional guitar
Roger Taylor – drums, occasional vocals, keyboards
Brian May – guitar, occasional vocals, keyboards, orchestral arrangements


Gastmusiker:

Spike Edney – extra keyboards
Steve Gregory – saxophone
Lynton Naiff – string arrangement
Michael Kamen – orchestral arrangements
National Philharmonic Orchestra – orchestration
Joan Armatrading – incidental vocals on “Don’t Lose Your Head”


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop


Trackliste:

1. One Vision (5:11)
2. A Kind Of Magic (4:24)
3. One Year Of Love (4:28)
4. Pain Is So Close To Pleasure (4:22)
5. Friends Will Be Friends (4:13)
6. Who Wants To Live Forever (5:17)
7. Gimme The Prize (4:35)
8. Don't Lose Your Head (4:38)
9. Princes Of The Universe (3:34)

Gesamtspieldauer: 40:42




„A Kind Of Magic“ stellte 1986 bereits das zwölfte Studioalbum Queens dar und bewegt sich sehr in der Tradition der Vorgängerplatte „The Works“. Der Unterschied und das Besondere liegt vielleicht in dem Umstand, dass Queen sich hier bei „One Year Of Love“ von Streichern, bei „Who Wants To Live Forever“ sogar von einem ganzen Orchester begleiten lassen.

Dieser Titel „Who Wants To Live Forever“ stellt auch gleichzeitig den Höhepunkt des Albums dar. Sehr intensive Musik beinhaltet das Lied, eingängig und melodiös. Das Stück schrieb Brian May ursprünglich für den Film „Highlander“ und ist auf „A Kind Of Magic“ in einer leicht veränderten Fassung zu hören. Diese Nummer wurde auch als Single veröffentlicht, allerdings mit nur mäßigem Erfolg.

Ansonsten beinhaltet die Platte eine ganze Reihe weiterer Singleauskopplungen, von denen einige sogar Hits wurden. „One Vision“, „A Kind Of Magic“, „Friends Will Be Friends“ und „Princes Of The Universe“ erreichten alle die Charts, sind auch eingängig, aber weit davon entfernt, etwas Besonderes zu sein. Am ehesten gelungen ist dabei noch der letzte Titel des Albums „Princes Of The Universe“. Wie bereits angemerkt, gehen diese Titel durchaus ins Ohr, zielen aber eindeutig auf einen Massenmarkt und den kurzzeitigen Erfolg ab. Aber selbst dies gelang nicht allzu überzeugend. Die beste Platzierung erreichte das Lied „A Kind Of Magic“ mit Platz drei in Großbritannien.

„One Year Of Love“ ist mir deutlich zu schnulzig und „Pain Is So Close To Pleasure“ erinnert schmerzlich an „Hot Space“ und Disco-Zeiten, die eigentlich schon überwunden waren. Grausam. „Gimme The Prize“ und „Don't Lose Your Head“ bilden schließlich die etwas härtere Fraktion des Albums, ohne dabei jedoch durchschlagend überzeugen zu können.

Fazit: Für mich bisher ganz klar das am wenigsten überzeugende Queen-Album. Hier gibt es erneut schlechte Songs, jede Menge unterer Durchschnitt und eigentlich mit „Who Wants To Live Forever“ nur ein richtiges Highlight. Wenn nicht Queen draufstehen würde, dann hätte ich mir das meiste davon niemals angehört, geschweige denn die Platte gekauft. Mich langweilt „A Kind Of Magic“ absolut. Das ist alles nicht richtig schlecht, aber meistens in meinem Musikverständnis auch nicht mehr Durchschnitt. Diese „Übersongs“, die es auf jedem Queen Album zu entdecken gibt, die fehlen hier einfach und können somit die Gesamtnote auch nicht mehr anheben. Sechs Punkte.

Anspieltipps: A Kind Of Magic, Who Wants To Live Forever, Princes Of The Universe




Mittwoch, 13. Februar 2013

Leonard Cohen – New Skin For The Old Ceremony




Leonard Cohen – New Skin For The Old Ceremony


Besetzung:

Leonard Cohen – guitar, vocals


Gastmusiker:

John Lissauer – woodwinds, keyboards, backing vocals
Emily Bindiger – backing vocals
Gerald Chamberlain – trombones
Erin Dickins – backing vocals
Lewis Furey – viola
Ralph Gibson – guitar
Armen Halburian – percussion
Janis Ian – vocals
Gail Kantor – backing vocals
Jeff Layton – banjo, mandolin, guitar, trumpet
Barry Lazarowitz – percussion
Roy Markowitz – drums
John Miller – bass
Don Payne – bass


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Folk-Rock


Trackliste:

1. Is This What You Wanted (4:19)
2. Chelsea Hotel No. 2 (3:09)
3. Lover Lover Lover (3:24)
4. Field Commander Cohen (4:04)
5. Why Don't You Try (3:55)
6. There Is A War (3:05)
7. A Singer Must Die (3:22)
8. I Tried To Leave You (2:43)
9. Who By Fire (2:37)
10. Take This Longing (4:11)
11. Leaving Green Sleeves (2:39)

Gesamtspieldauer: 37:28




Auf diesem vierten und 1974 erschienen Studioalbum mit dem Namen “New Skin For The Old Ceremony” hatte sich einiges am Stil der Musik des Leonard Cohens geändert. Die Musik war fröhlicher geworden, sogar poppiger und wurde deutlich abwechslungsreicher instrumentiert. Nicht mehr nur Gitarre und sanfte Orchesterstreicher gibt es hier zu hören, auch das Keyboard und einige Blasinstrumente hielten Einzug in die Musik des Kanadiers. Dies wiederum hat zur Folge, dass “New Skin For The Old Ceremony” deutlich differenzierter ist, als die Vorgängerwerke Leonard Cohens. Es ist nicht mehr nur eine Stimmung die vorherrscht, neben den traurigen Tönen gibt es jetzt auch Hoffnung und Freude zu hören. Alles ist ein wenig aufgelockerter und auch abwechslungsreicher geworden.

Zumindest gilt das alles für die erste Hälfte des Albums. Gegen Ende nimmt dieser melancholische Touch in der Musik des Kanadiers wieder stark zu. „Is This What You Wanted“ klingt zu Beginn der Platte zunächst ein wenig nach Country, entwickelt sich dann allerdings zu einer fast schon groovigen Folk-Rock-Nummer im Refrain. „Chelsea Hotel No. 2“ ist ein Lied, bei dem es nach eigener Aussage Cohens um ein Treffen von ihm mit Janis Joplin geht, eben in jenem Chelsea Hotel in New York. Dieses Stück ist allerdings schon sehr sentimental und in einem späteren Interview sagte Leonard Cohen, dass er es bereue, öffentlich gemacht zu haben, dass er hier von Janis Joplin singen würde. „Lover Lover Lover“ ist flott, etwas poppig und war nicht zuletzt wegen des sehr eingängigen Refrains sogar ein kleiner Single-Hit. Während des Stückes „Field Commander Cohen“ haben dann neben der obligatorischen Gitarre auch ein Piano, Streicher und ebenso, ganz zart angedeutet, Bläser ihren Auftritt. Ein sehr intensives Lied, welches wieder eine stark schwermütige Stimmung verbreitet.

Während „Why Don’t You“ ein bisschen schräg klingt, das Banjo seinen Auftritt hat und das Genre „Country-Music“ nicht ganz so weit weg ist, ist „There Is A War“ wiederum eine fast schon treibende und schnelle Nummer, die zum Mitwippen einlädt. Anschließend wird es oft wieder sehr folkig und ruhig. Das gilt für „A Singer Must Die“, bei dem es auch schöne Streicher- und Bläsereinlagen gibt, genau wie für „I Tried To Leave You“ und „Take This Longing“. „Leaving Green Sleeves“ ist ganz zum Schluss eine Adaption des bekannten, aus dem 15. Jahrhundert stammenden Folk-Songs „Greensleeves“.

Ein wenig aus dem Rahmen fällt gegen Ende der Platte noch das Stück „Who By Fire“ mit sehr schönem und weiblichem Begleitgesang. Klasse Nummer, die fast ein wenig zu kurz geraten ist. Sehr eingängig und deutlicher akzentuiert, als die meisten anderen Lieder des Leonard Cohen bis zu diesem Zeitpunkt seines Wirkens.

Fazit: „New Skin For The Old Ceremony“ ist schon ein wenig anders geworden, als die drei Vorgängeralben. Aber bereits der Titel der Platte weist schon darauf hin, dass sich etwas geändert hat. Die Musik ist ein wenig abwechslungsreicher geworden und wer auf melancholische und ruhige Musik steht, die hier jedoch auch mal mehr variiert wird, der findet auf „New Skin For The Old Ceremony“ garantiert etwas für sich. Neun Punkte.

Anspieltipps: Is This What You Wanted, Chelsea Hotel No. 2, Lover Lover Lover, Field Commander Cohen, There Is A War, Who By Fire





Dienstag, 12. Februar 2013

Schicke, Führs & Fröhling – Symphonic Pictures




Schicke, Führs & Fröhling – Symphonic Pictures


Besetzung:

Eduard Schicke – drums, percussion, moog, metallophone, xylophone
Gerd Führs – piano, electric piano, moog, clavinet, mellotron, string ensemble, bassett
Heinz Fröhling – keyboards, vocals


Label: Esoteric Recordings


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock, Instrumentalmusik


Trackliste:

CD1:

1. Tao (8:38)
2. Solution (2:56)
3. Dialogue (5:33)
4. Sundrops (2:29)
5. Pictures (16:26)


CD2:

1. Tao (Live) (9:26)
2. Dialogue (Live) (7:20)
3. Gedankenspiel (Live) (8:51)
4. Modimidofre (Pictures) (Live) (27:43)
5. Prickel Pit (Live) (6:03)
6. Ammernoon (Live) (5:14)
7. Dadadam (Live) (4:49)

Gesamtspieldauer: 1:45:28




Eduard Schicke, Gerd Führs und Heinz Fröhling waren drei Musiker aus Oldenburg, die ab Mitte der 70er Jahre drei Alben veröffentlichten, wobei zumindest die ersten beiden Platten deutschen, progressiven Rock enthielten. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus progressiven Anteilen, Space Rock und jazzigen Momenten.

Die Vorbilder der Band scheinen dabei unter anderem Pink Floyd gewesen zu sein. Auf „Dialogue“ und „Pictures“ kommen deutliche Anleihen dieser britischen Band zum Vorschein, die sich auf „A Saucerful Of Secrets“ sowie „Ummagumma“ finden lassen. Wobei bei letzterem Stück offensichtlich Rick Wrights Sysyphus Pate stand.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich bei „Symphonic Pictures“, dem ersten Album der Band aus dem Jahr 1976, um ein Plagiat handelt. Nein die Musik von Schicke, Führs und Fröhling ist durchaus eigenständig und wahrlich schwer zu beschreiben. Das Ganze ist nicht so übermäßig eingängig, trotzdem hat die Musik bereits nach wenigen Durchläufen etwas hinterlassen. Sie klingt manchmal mystisch, manches Mal spacerockig, mitunter verschroben und immer sehr spannend. Eindrucksvoll kommt auf „Smyphonic Pictures“ häufig und rehelmäßig das Mellotron zum Einsatz, welches zusätzlich noch zu dieser schwer zu fassenden Stimmung beiträgt. Irgendwie klingt mit Musik ein klein wenig unheimlich, bis es dann ein bisschen jazzig wird, um anschließend doch solch kleine Melodien zu präsentieren, die sich im Ohr des Hörers verankern.

Trotzdem ist das keine Musik für Leute, die nur auf die eingängigen Parts der frühen Genesis stehen, obwohl diese Abschnitte auch vorhanden sind. Allerdings ist es auch keine Musik für Musikliebhaber, die ihre Erfüllung hauptsächlich in den fast schon nach Improvisationen klingenden Instrumentalsoli von Emerson, Lake & Palmer finden. Auch diejenigen, die im Space-Rock à la Hawkwind ihre Klangvorstellungen befriedigt wissen, werden belohnt – jedoch ebenfalls nur phasenweise. Und die frühen Pink Floyd wurden an dieser Stelle ebenso bereits erwähnt, obwohl die drei Oldenburger irgendwie auch nicht wie die Heroen des Psychedelic Rock klingen. Ein wenig ist die Musik von Schicke, Führs und Fröhling eine Melange aus allen diesen Bands und Stilrichtungen, obwohl sie diesen dann andererseits doch wieder nicht entspricht. Sehr spannend.

Dazu gibt es auf der remasterten Version von Esoteric Records gleich noch eine ganze Bonus-CD, die ein Konzert der Band aus dem Jahr 1975 im norddeutschen Papenburg enthält. Klanglich ist das Ganze nicht auf der Höhe der Zeit und klingt recht dumpf und relativ undifferenziert, hinterlässt allerdings trotzdem einen positiven, da irgendwie historischen Eindruck.

Fazit: Die Musik von Schicke, Führs und Fröhling ist schwer zu fassen, ganz sicher etwas Besonderes. Dunkel klingt sie meist, dunkel und schwer. Keine leichte Kost also, die mal kurz nebenbei gehört werden kann. „Symphonic Pictures“ benötigt zudem einige Durchläufe, bis es seine Schönheit entfaltet, dann allerdings bietet sich dem geneigten Hörer die Möglichkeit, etwas Nichtalltägliches genießen zu können. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Alle Titel





Montag, 11. Februar 2013

The Smashing Pumpkins – Gish




The Smashing Pumpkins – Gish


Besetzung:

Jimmy Chamberlin – drums
Billy Corgan – vocals, guitar
James Iha – guitar, vocals
D'arcy Wretzky – bass guitar, vocals, lead vocals on "Daydream"


Gastmusiker:


Mary Gaines – cello on "Daydream"
Chris Wagner – violin and viola on "Daydream"


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. I Am One (4:07)
2. Siva (4:23)
3. Rhinoceros (6:31)
4. Bury Me (4:48)
5. Crush (3:35)
6. Suffer (5:11)
7. Snail (5:11)
8. Tristessa (3:34)
9. Window Paine (5:52)
10. Daydream (3:08)

Gesamtspieldauer: 46:19




Das Studioalbum-Debut der Chicagoer Band The Smashing Pumpkins erfolgte 1991 mit der Platte „Gish“, die nach der Schauspielerin Lillian Diana Gish benannt wurde. Eine Mischung aus „Grunge“-ähnlichem und „Alternative Rock“. Die harten Töne überwiegen dabei, denn meist kommt die Musik sehr kraftvoll aus den Boxen.

Genau so startet das Album auch. „I Am One“ wird mit dem Schlagzeug eröffnet, der Bass setzt ein und dann rockt das Lied kompromisslos weiter. Die „Headbanging-Fraktion“ kommt hier durchaus auf ihre Kosten. Nun das war allerdings nur der Beginn. Bei „Siva“ kann das Haupthaar gleich weitergeschüttelt werden. Das Lied knallt zunächst mit der gleichen Härte wie der Vorgänger weiter, hat dann aber auch ganz ruhige bis fast schon zarte Parts zu bieten und beinhaltet zusätzlich ein wahrlich beeindruckendes Gitarren-Solo.

Richtiggehend psychedelisch wird es anschließend bei „Rhinoceros“. Hier klingen die Smashing Pumpkins sehr viel „gemäßigter“ und sogar ein klein wenig schräg, was der Abwechslung der Platte nur gut tut. „Bury Me“ knallt dann erneut in bewährter Manier los, wobei das dieses Mal schon schwer nach geradlinigem Hard Rock klingt. Mit „Crush“ wird im Anschluss daran erneut für Abwechslung gesorgt. Wieder sehr viel ruhiger gestaltet sich dieser Song. „Crush“ ist eine leichte und fast schon schwebende Nummer, etwas getragen und durchaus eingängig. Ebenfalls entspannt und ruhig gestaltet sich im Folgenden „Suffer“, aber dieser Titel groovt dabei richtiggehend. Klasse hier auch der Basslauf D'arcy Wretzkys.

Der folgende Song „Snail“ startet ebenfalls eher zurückhaltend, bis er im weiteren Verlauf schließlich Fahrt aufnimmt und schließlich immer wieder mit den leiseren und lauteren Abschnitten spielt. „Tristessa“ knallt anschließend wieder Hard Rock-mäßig aus den Boxen, wobei das Gitarrenspiel phasenweise sogar Death Metal Anleihen aufweist. „Window Paine“ vereinigt dann alle Zutaten des bisherigen Albums auf sich. Da wird gerockt und auch mal ganz „sanft“ musiziert. Beschlossen wird dieses Album mit einer kleinen Besonderheit. Das letzte Lied, „Daydream“, wird von D'arcy Wretzkys gesungen. Das einzige Lied der Smashing Pumpkins, bei dem nicht Billy Corgan selbst singt. Die Nummer wird akustisch, ohne Schlagzeug, mit der Gitarre und am Ende noch mittels einiger Streichinstrumente begleitet und dauert knapp zwei Minuten. Es folgt nämlich noch ein kurzer „Hidden Track“ mit dem Titel „I’m Going Crazy“. Besser wäre es da wohl gewesen „Daydream“ etwas länger zu spielen.

Fazit: „Gish“ ist wahrlich kein schlechtes Debut der Smashing Pumpkins. Harte Abschnitte und Lieder wechseln sich darauf mit verspielteren Passagen und ruhigeren Tracks ab. Die Mischung macht es hier, sodass nie Langeweile aufkommt. Die Melodien und Rhythmen zünden dabei zusätzlich. Wohl nicht gleich beim ersten Mal des Hörens, aber dann doch mit den Wiederholungen. „Gish“ ist kein „Über-Album“ geworden, dazu fehlen mir die „Über-Lieder“. Trotzdem gefällt mir das, was ich da höre, gerade wegen der härteren Stücke. Neun Punkte.

Anspieltipps: I Am One, Siva, Bury Me, Suffer, Snail, Tristessa




Mittwoch, 6. Februar 2013

Triumvirat – Spartacus




Triumvirat – Spartacus


Besetzung:

Jürgen Fritz – piano, hammond organ, keyboards, synthesizers
Helmut Köllen – bass, acoustic and electric guitars, vocals
Hans Bathelt – drums, percussion


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Capitol Of Power (3:13)
2. The School Of Instant Pain (6:22)
    a. Proclamation
    b. The Gladiator's Song
    c. Roman Entertainment
    d. The Battle
3. The Walls Of Doom (3:57)
4. The Deadly Dream Of Freedom (3:54)
5. The Hazy Shades Of Dawn (3:09)
6. The Burning Sword Of Capua (2:42)
7. The Sweetest Sound Of Liberty (2:36)
8. The March To The Eternal City (8:47)
    a. Dusty Road
    b. Italian Improvisation
    c. First Success
9. Spartacus (7:40)
    a. The Superior Force Of Rome
    b. A Broken Dream
    c. The Finale


Bonus Tracks:

10. The Capitol Of Power (Live In Los Angeles) (3:18)
11. Showstopper (3:38)

Gesamtspieldauer: 49:15




Das dritte Album der Kölner Progressive Rock-Band Triumvirat erschien 1975 unter dem Titel „Spartacus“. Auch bei dieser Veröffentlichung ist das Vorbild des Hauptideengebers der Band, Jürgen Fritz, wieder allgegenwärtig. Die Parallelen zur britischen Formation Emerson, Lake & Palmer sind unüberhörbar und hier besonders die Anlehnungen an das Spiel des Keith Emerson.

Das wird gleich beim Opener „The Capitol Of Power“ und den beiden folgenden Stücken „The School Of Instant Pain“ und „The Walls Of Doom“ überdeutlich. Keyboardläufe bis zum Abwinken, manches Mal mit Fanfaren-Klängen garniert. Nie so ganz eingängig, immer ein klein wenig vertrackt und komplex. Die „schönen“ und melodiöseren Momente gibt es dann in einigen Passagen auf „The School Of Instant Pain“, wenn Helmut Köllen ähnlich Greg Lake zu singen beginnt.

So ist auch das vierte Stück „The Deadly Dream Of Freedom“ solch eine tragende, sich am Rande des Schmalzes entlanghangelnde Nummer (ohne diesen Bereich jedoch zu erreichen), die ebenfalls von Greg Lake hätte stammen können. Dies gilt nicht nur bezüglich der Musik, sondern trifft ebenfalls auf den Text zu. Bei „The Hazy Shades Of Dawn“ ist schließlich erneut, genau wie bei „The Burning Sword Of Capua“, Keith-Emerson-Time angesagt. Beide Stücke hätte man zudem so oder zumindest so ähnlich wohl auch auf „Tarkus“ oder „Brain Salad Surgery“ antreffen können.

„The Sweetest Sound Of Liberty“ gestaltet sich dann wieder sehr viel symphonischer, eingängiger und auch harmonischer. Schließlich folgt mit „The March To The Eternal City“ das längste Stück der Platte und gleichzeitig auch der Höhepunkt des Albums. Diese Nummer enthält alles, was das Herz des Freundes progressiver Rock-Musik höherschlagen lässt: Verschachtelte Abschnitte, treibende Passagen, wunderschöne Melodien, krumme Takte, wechselnde Rhythmen. Und all dies in einem einzigen Lied, welches dann jedoch von der Länge her den Umfang radiotauglicher Musik deutlich sprengt.

Auch das Titelstück „Spartacus“ ist mit seinen fast acht Minuten Spieldauer ein nicht mehr radiokompatibler Song, der ebenso die gerade aufgezählten Elemente des progressiven Liedes aufweist. Und dies bedeutet, wer Zugang zu dieser Art der Musik hat, der wird in diesem Lied ebenfalls etwas für sich finden, was durchaus gefallen kann.

Als Zugaben zur remasterten Fassung des Albums gibt es das Eröffnungslied „The Capitol Of Power“ in einer Live-Version sowie das bisher unveröffentlichte Stück „Showstopper“ aus der Feder Hans Bathelts. Eine schnelle Nummer, bei der Bathelt den Takt anzieht.

Fazit: Triumvirat hätte es so bestimmt nicht gegeben, wenn es Emerson, Lake & Palmer nicht gegeben hätte. Dazu ist die Musik viel zu sehr an diese englische Band angelehnt. Trotzdem hat die Musik von Triumvirat auf „Spartacus“ vor allen in den ruhigeren Abschnitten auch etwas sehr Eigenständiges, etwas, was durchaus gleichberechtigt und unabhängig neben dem Sound der Briten steht. Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass Hörer, die Emerson. Lake & Palmer mögen, auch Triumvirat mögen werden. Wer jedoch mit Lake & Palmer nichts anzufangen weiß, der wird sich auch mit „Spartacus“ von Triumvirat schwer tun. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The School Of Instant Pain, The Deadly Dream Of Freedom, The Sweetest Sound Of Liberty, The March To The Eternal City, Spartacus




Dienstag, 5. Februar 2013

Tomorrow – Tomorrow




Tomorrow – Tomorrow


Besetzung:

Keith West – vocals
Steve Howe – guitar
John "Junior" Wood – bass
John "Twink" Alder – percussion
Mark P. Wirtz – keyboards


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Psychedelic Pop, Oldies


Trackliste:

1. My White Bicycle (3:18)
2. Colonel Brown (2:53)
3. Real Life Permanent Dream (3:17)
4. Shy Boy (2:28)
5. Revolution (3:51)
6. The Incredible Journey Of Timothy Chase (3:19)
7. Auntie Mary's Dress Shop (2:47)
8. Strawberry Fields Forever (4:00)
9. Three Jolly Little Dwarfs (2:28)
10. Now Your Time Has Come (4:54)
11. Hallucinations (2:43)
12. Claramount Lake (3:02)


Bonus Tracks:

13. Real Life Permanent Dream (2:25)
14. Why (3:59)
15. Revolution (3:50)
16. Now Your Time Has Gone (3:05)
17. 10,000 Words In A Cardboard Box (3:28)
18. Good Wizzard Meets Naughty Wizzard (4:42)
19. Me (3:13)
20. On A Saturday (3:14)
21. The Kid Was A Killer (2:31)
22. She (2:30)
23. The Visit (4:06)

Gesamtspieldauer: 1:16:03




Tomorrow war eine englische Band, die Ende der 60er Jahre in London für das Genre „Psychedelic Rock“ stand. 1968 wurde das gleichnamige Debut-Album der Formation veröffentlicht, mit dem die Band allerdings nicht an den Erfolg anknüpfen konnte, den sie bei Live-Auftritten erntete. Hier ersetzte sie in den Londoner Clubs Pink Floyd, deren Aufstieg an Fahrt gewann, sodass diese fortan größere Hallen füllten. Nun, vielleicht klang das bei Live-Auftritten auch „psychedelisch“, auf ihrem Debut-Album klingt Tomorrow, in dessen Line-Up sich zu diesem Zeitpunkt Steve Howe als Gitarrist betätigte, nur ansatzweise psychedelisch. Die Musik von Tomorrow erinnert hier sehr viel eher an den damals gängigen Pop der 60er. Auch mit Progressive Rock hat das nichts zu tun, diesen sollte Steve Howe kurze Zeit später mit der Band Yes perfektionieren.

Nun, Tomorrow klingen also auf Platte gepresst irgendwie nur schemenhaft psychedelisch. Klar da wird immer mal wieder die Sitar eingesetzt, um das Ganze ein wenig „abgefahrener“ klingen zu lassen oder (wer weiß das schon), um auf den Zug mit aufzuspringen, den die Beatles damals genommen hatten. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass hier auch „Strawberry Fields“ von den Beatles gecovert wurde. Aber „Psychedelic Rock“? Nein, das ist die Musik von Tomorrow wirklich nur ganz am Rande.

Dieses erste Album der Band, welches auf der remastertern Version zusätzlich noch mit jeder Menge Solomaterial des Sängers Keith West angereichert wurde, hat allerdings einige ganz nette Lieder zu bieten, die auch relativ schnell ins Ohr gehen. 60er Pop, der ein klein wenig anspruchsvoller ist, als jenes Chartgedudel der damaligen Zeit. Ab und an nähert sich die Musik auch manchem eingängigen Song Pink Floyds auf „The Piper At The Gates Of Dawn“ an. Aber es fehlen eben genau diese speziellen Stücke, diese verstörenden Werke wie „Interstallar Overdrive“ oder „Astronomy Domine“, die den Ruf von Pink Floyd begründeten und die für dieses Genre „Psychedelic Rock“ stehen. Ein klitzekleines bisschen geht das bei „Now Your Time Has Come“ in diese Richtung. Aber wirklich nur ein sehr kleines bisschen, denn im Großen und Ganzen wirkt die Musik von Tomorrow auf „Tomorrow“ einfach zu brav.

Fazit: Das, was man auf dieser 1968 veröffentlichten Scheibe hört macht schon irgendwie Spaß. Netter und durchaus intelligenter Sixties-Pop ist hier zu hören, der vielleicht ein klein wenig unangepasster ist, als der anderer Bands zur damaligen Zeit. Die Musik kann gut unterhalten und das ein oder andere Mal fühlt man sich an die Beatles erinnert – und vielleicht auch mal an die frühen Pink Floyd. Dazu gehen viele der Lieder leicht ins Ohr und die remasterte Version ist sehr üppig mit Zusatzmaterial bestückt worden. Wer auf Musik Ende der 60er steht, der sollte hier durchaus mal ein Ohr riskieren. Könnte sich lohnen. Acht Punkte.

Anspieltipps: My White Bicycle, Colonel Brown, Revolution, Now Your Time Has Come, Hallucinations, Why, Me, The Kid Was A Killer





Montag, 4. Februar 2013

Queen – The Works




Queen – The Works


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, piano, synthesizer
Brian May – guitar, vocals, piano, synthesizer
John Deacon – bass guitar, guitar, synthesizer
Roger Taylor – drums, vocals, guitar, synthesizer


Gastmusiker:

Fred Mandel – piano, synthesizer programming, synthesizer


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. Radio Ga Ga (5:50)
2. Tear It Up (3:29)
3. It's A Hard Live (4:09)
4. Man On The Prowl (3:31)
5. Machines (Or Back To Humans) (5:11)
6. I Want To Break Free (3:21)
7. Keep Passing The Open Windows (5:23)
8. Hammer To Fall (4:29)
9. Is This The World We Created... ? (2:14)

Gesamtspieldauer: 37:36




1984 erschien das elfte Studioalbum der britischen Band Queen. Mit dieser, „The Works“ betitelter Platte, waren die Musiker von Queen endgültig im Mainstream der Radiotauglichkeit angekommen. Der Discoansatz war glücklicherweise wieder verschwunden, dafür gab es nach „Crazy Little Thing Called Love“ aber wieder einen Rock’n’Roll mit leichtem Boogie Woogie Touch zu bestaunen.

Single-Hits wurden die beiden Titel „Radio Ga Ga“ von Roger Taylor und „I Want To Break Free“ aus der Feder John Deacons. Beides Stücke, die schnell ins Ohr gehen und dazu noch mit zwei tollen Videos veredelt wurden. Ersteres lehnte sich an Fritz Langs Film „Metropolis“ an, der 1927 erschien. Beim Video zu „I Want To Break Free“ treten alle vier Musiker in Frauenkleidern auf, wobei dies Roger Taylor am überzeugendsten gelingt und Freddie Mercury als Frau mit Schnurbart auch unvergessen bleiben wird.

Ein weiteres Highlight ist sicherlich auch das letzte Stück des Albums: „Is This The World We Created…?“, welches die Band auch am Ende ihres Auftritts bei Live-Aid 1985 zum Besten gab. Zudem ist es das erste Lied in der Geschichte der Band, bei dem Brian May und Freddie Mercury zusammen als Komponisten aufgeführt werden. Sehr eindringlich klingt dieses Lied, dieses Mal allerdings nicht nur durch die Musik, sondern auch wegen des zum Nachdenken anregenden Textes. Gerockt wird auf “The Works“ allerdings auch wieder. Dafür stehen die beiden May-Titel „Tear It Up“ und „Hammer To Fall“. Vor allem letztgenanntes Stück weiß dabei durchaus zu überzeugen.

Fazit: In gewisser Weise ist „The Works“, trotz seiner Massentauglichkeit, für Queen ein Schritt zeitlich zurück, zu den Wurzeln der Band. Abwechslungsreich ist die Platte natürlich auch wieder, von Soft Pop bis Hard Rock reicht die Palette der Lieder, Disco findet hier glücklicherweise nicht mehr statt. Und auch auf „The Works“ gibt es wieder diese schönen und eingängigen Titel zu erhören, die das Songwriting der Band schon immer auszeichneten. Die Platte kommt zwar längst nicht mehr an die Veröffentlichungen der 70er Jahre heran, ist allerdings durchaus eine musikalische Steigerung zum Vorgängeralbum. Neun Punkte.

Anspieltipps: Radio Ga Ga, It's A Hard Live, I Want To Break Free, Hammer To Fall, Is This The World We Created... ?