Dienstag, 5. März 2013

David Bowie – The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars




David Bowie – The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitars, saxophone


Gastmusiker:

Mick Ronson – guitar, piano, vocals
Doug Stegmeyer – bass
Trevor Bolder – bass
Mick Woodmansey – drums
Dana Gillespie – backing vocals on “It Ain’t Easy


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: GlamRock, Pop, Rock


Trackliste:

1. Five Years (4:43)
2. Soul Love (3:34)
3. Moonage Daydream (4:39)
4. Starman (4:14)
5. It Ain’t Easy (2:57)
6. Lady Stardust (3:20)
7. Star (2:47)
8. Hang On To Yourself (2:39)
9. Ziggy Stardust (3:13)
10. Suffragette City (3:24)
11. Rock’n’Roll Suicide (3:01)

Gesamtspieldauer: 38:30




„The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars“ ist das fünfte Studioalbum David Bowies, dessen Inhalt den Aufstieg und Fall des androgynen Musikers und Außerirdischen (?) Ziggy Stardust beschreibt - fünf Jahre bevor die Erde durch eine Naturkatastrophe vernichtet werden soll.

So abstrus wie die Geschichte, ist die Musik auf dem dazugehörigen Album allerdings nicht. Auf diesem hört man nämlich klasse Rockmusik, mit einem kleinen Anstrich an GlamRock. Die CD beginnt mit „Five Years“, in dem der nahe Weltuntergang ankündigt wird. Ein relativ ruhiges Lied, während dessen Verlauf hauptsächlich David Bowie, mit seinem fast schon verzweifelten Gesang, für die Steigerung sorgt. Klasse die Streichereinsätze in Verbindung mit dem Piano. Bei „Soul Love“ hat David Bowie dann seinen Auftritt am Saxophon. Ein netter Song, aber noch längst nicht der Höhepunkt des Albums.

In „Moonage Daydream“ erhält Ziggy Stardust dann seinen ersten Auftritt. Der Track ist ein wenig härter gehalten als die beiden Vorgänger und lädt gerade bei den Teilen mit dem Saxophonspiel zum Mitwippen ein. Dann gibt es mit „Starman“ bereits einen Höhepunkt des Albums. Ein absolut gelungenes und tolles Lied mit einer schönen Melodieführung und klasse gewählten Streichereinsätzen. Dabei trägt vor allem das zweimalige Wiederholen der jeweils letzten Silbe in der Strophe dazu bei, dass sich das Lied ohrwurmmäßig im Musikzentrum des Hörers verankert.

Weiter geht es mit „It Ain’t Easy“, dem einzigen Song, den Bowie nicht selbst geschrieben hat. In dieser Nummer wird, als Kontrast zum relativ ruhigen Strophenteil, der Refrain im Chor gesungen. „Lady Stardust“ ist dann im Anschluss daran sehr pianolastig und weiß durch seine schönen Moll Akkorde zu gefallen. Bei „Star“ klingt das Piano schließlich fast schon Honky Tonk-mäßig und „Hang On To Yourself“ ist anschließend eine reine Rock’n’Roll-Nummer und gleichzeitig das schnellste Lied auf der Silberscheibe.

Bei „Ziggy Stardust“, dem Titeltrack, dominiert dann erneut die Gitarre. Ein sehr schöner und ausgereifter Song, der auch von Bowies stimmlicher Abwechslung lebt. „Suffragette City“ wächst ebenfalls mit dem Gesang, bei dem David Bowie immer wieder auf ein „Hey man“ antwortet. Beendet wird das Album mit dem melancholisch schönen“ Rock’n’Roll Suicide“, welches zu Beginn hauptsächlich von einer Akustikgitarre dominiert wird, bis dann auch erneut Bläser und Streicher einsetzen und das ganze Klanggebilde fast schon symphonisch werden lassen. Ein klasse Abschluss für ein richtig gutes Album.

Fazit: „The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars“ ist sicherlich eines der bekanntesten Alben David Bowies. Und das mit Sicherheit auch nicht zu Unrecht, denn hier stimmt die Mischung aus schönen Melodien und spannenden Abschnitten, die erst erarbeitet werden wollen. Zudem wurde das Album vom Melody Maker nicht nur zum „maßgeblichen Album der 70er“ gekürt, sondern auch, laut New Musical Express im Jahr 2008, zum „gayest album of all time by a panel of gay experts" ernannt. Unter den Experten befanden sich dabei unter anderem Boy George, Cyndi Lauper und Rufus Wainwright… Nein, „gay“ klingt „The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars” für mich nicht. Für mich ist das Album ein schönes Rockstück aus den frühen 70ern, welches aber auch heute noch seinen Reiz entfalten kann. Und von mir gibt es dafür 12 Punkte.

Anspieltipps: Starman, Ziggy Stardust, Rock’n’Roll Suicide





Montag, 4. März 2013

Yes – Big Generator




Yes – Big Generator


Besetzung:

Jon Anderson – vocals
Alan White – drums, percussion
Trevor Rabin – guitars, keyboards, backing vocals
Chris Squire – bass, backing vocals
Tony Kaye – keyborards


Gastmusiker:

James Zavala – harmonica on track 5
Soul Lips (James Zavala, Lee R. Thornberg, Nick Lane, Greg Smith) – horns on track 4


Label: ATCO Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: ArtPop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Rhythm Of Love (4:49)
2. Big Generator (4:34)
3. Shoot High Aim Low (7:03)
4. Almost Like Love (4:58)
5. Love Will Find A Way (4:50)
6. Final Eyes (6:26)
7. I’m Running (7:38)
8. Holy Lamb (3:19)

Gesamtspieldauer: 43:36




Wie alle anderen progressiven Gruppen der 70er Jahre des vorherigen Jahrhunderts, so verfielen auch Yes in den folgenden 80er Jahren dem Mainstream Pop. Diesen Umstand braucht man noch nicht einmal zu hören, man kann ihn bereits lesen, wenn man sich die Trackliste zum 1987 veröffentlichten Werk „Big Generator“ zu Gemüte führt. Gleich in drei Titeln taucht hier das Wort „Love“ auf. Eindeutig kein gutes Zeichen, zumal die Musik Yes‘ vorher häufig mitunter „abgefahrene“, zumindest jedoch sehr poetische Texte beinhaltete, die nur wenig Spielraum für Schmalz und Liebeskummer boten. Vorwiegend zeichnete sich nun der Südafrikaner Trevor Charles Rabin für die musikalische Ausrichtung der Band aus und zudem produzierte das Album auch. Und um es gleich vorweg zu nehmen: „Big Generator“ ist eher ein Pop-Album geworden, denn ein Album, welches mit progressivem Rock aufwartet.

Schon die ersten beiden Stücke spiegeln genau das wieder, was man beim Lesen der Lieder-Liste erwartet hatte: Pop-Liedchen gibt es da auf die Ohren. Zwar noch mit Yes-Ansätzen versehen, wie es die schönen Gesangsarrangements widerspiegeln, aber letztendlich eben doch nur Mainstream Pop. Deutlich besser wird es da schon beim Stück „Shoot High Aim Low“, dem Höhepunkt des ganzen Albums und dem dritten Stück auf der Platte. Das Lied weiß mit einer intensiven Stimmung aufzuwarten, ist relativ ruhig gehalten und hier spielt Trevor Rabin eine klasse Gitarre. Auf jeden Fall ein Lied, welches in Erinnerung bleibt.

Danach geht es wieder deutlich schlechter weiter. „Almost Like Love“ gehört wieder in die Kategorie der ersten beiden Nummern: Pop, bei dem man nichts verpasst hat, wenn man ihn nicht gehört haben sollte. „Love Will Find A Way” fängt dann zumindest ganz interessant mit Streichern an, verflacht im weiteren Verlauf allerdings leider völlig. Und bei solch einem Text wie: „Here is my heart, Waiting for you, Here is my soul, I eat at Chez Nous“ kräuseln sich demjenigen Hörer die Nackenhaare vor Entsetzen, dem eben auch die Inhalte der einzelnen Lieder wichtig sind. Nur vom Aufbau und der Spannung her weiß das Lied zu gefallen und ist damit sogar trotzdem noch einen Tick besser als sein Vorgänger.

„Final Eyes“ ist im Anschluss daran an manchen Stellen sogar richtig schön sphärisch und setzt sich so ein wenig von dem anderen Pop-Müll ab. Anschließend folgt mit „I’m Running“ der zweite Höhepunkt des Albums. Beginnt das Lied noch mit Gitarren, die ein wenig spanisch klingen, so übernimmt anschließend das Keyboard die Führung des Songs und sorgt für eine schöne Stimmung. Dieser hier gebotene Keyboardsound ist klasse. Auch die Übergänge zwischen den einzelnen Teilen sind den fünf Musikern sehr gut gelungen, sodass das Lied letztendlich auch zu überzeugen weiß. Und ebenso „Holy Lamb“, der letzte Track des Albums, kann gefallen. Schön getragen, fast schon balladenhaft, ist dieser Titel umgesetzt. Klasse hier Andersons Gesang auch in der Zweitstimme. Ein Lied zum Augenschließen und Träumen.

Fazit: Immerhin drei gute Lieder hat das Album aufzuweisen, sodass es doch noch einen einigermaßen befriedigenden Eindruck hinterlässt. Dass Yes gute Lieder schreiben können, egal in welcher der vielen Formationen sie gerade kreativ waren, beweisen sie hier an diesen drei Stellen. Allerdings ist das Album kein Vergleich zu den Veröffentlichungen der 70er Jahre. Für Komplettisten und Yes-Fans natürlich ein lohnender Kauf. Wer allerdings in die Welt von Yes zum ersten Mal eintauchen möchte, dem seien die ersten Veröffentlichungen Anfang der 70er Jahre wärmstens empfohlen. Dafür gibt es acht Punkte.

Anspieltipps: Shoot High Aim Low, I’m Running, Holy Lamb





Sonntag, 3. März 2013

Steven Wilson – The Raven That Refused To Sing And Other Stories




Steven Wilson – The Raven That Refused To Sing And Other Stories


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, mellotron, keyboards, guitars, bass guitar on “The Holy Drinker”


Gastmusiker:

Nick Beggs – bass guitar, chapman sticks on “The Holy Drinker”, backing vocals
Guthrie Govan – lead guitar
Adam Holzman – fender rhodes, hammond organ, piano, minimoog
Marco Minnemann – drums, percussion
Theo Travis – flutes, saxophones, clarinet
Jakko Jakszyk – additional vocals on “Luminol” and “The Watchtower”
Alan Parsons – haw-haw guitar on “The Holy Drinker”


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2013


Trackliste:

1. Luminol (12:10)
2. Drive Home (7:37)
3. The Holy Drinker (10:14)
4. The Pin Drop (5:03)
5. The Watchmaker (11:42)
6. The Raven That Refused To Sing (7:57)

Gesamtspieldauer: 54:53




Man weiß einfach nicht, wie Steven Wilson das alles zustande bringt. Da mischt er alte Klassiker des Progressive Rock ab, bedient seine diversen Bandprojekte, spielt als Gastmusiker auf Veröffentlichungen anderer Bands mit und findet trotzdem noch die Zeit, eigene Solo-Projekte zu verwirklichen. Sein Tag scheint 72 Stunden zu haben. Hat er aber nicht! Nun könnte man meinen, dass dies der Qualität der Werke nicht gerade zuträglich wäre. Doch weit gefehlt, auch das neue Album „The Raven That Refused To Sing And Other Stories“ bewegt sich auf allerhöchstem Niveau. So klingt Progressive Rock, der im 21. Jahrhundert angekommen ist.

Seit drei Tagen habe ich nun das Vergnügen dieses Album rauf und runter hören zu dürfen. Und es ist wahrlich ein Vergnügen, welches sich bei mir jedoch definitiv nicht beim ersten Hören einzustellen vermochte. Einige Durchläufe waren notwendig, aber dann öffnete sich dieses Buch mit den sechs Geschichten, die ich bereits jetzt nicht mehr missen möchte.

Neben sehr schönen und eindringlichen, allerdings sehr kurzen Texten finden sich hier diese verstörenden Abschnitte, die sich in Harmonien auflösen, welche nur so vor Melodiösität strotzen, die ungeraden Takte, die im Laufe des Titels wieder in „gewohntere“ Gefilde übergehen. Treibende Parts, in denen durch die Rhythmus-Fraktion Druck erzeugt wird, um nur wenig später wieder in fast schon schwebende Melancholie überzugehen, die dann vom Piano oder der Gitarre dominiert werden. Tieftraurige Passagen und anschließend wiederum Parts, die wahrlich vor Lebensfreude nur so strotzen. Das alles verpackt in sechs Titel, die in sich abwechslungsreicher gar nicht gestaltet sein könnten.

Immer wieder kann man dabei die Musik von King Crimson Mitte der 70er Jahre heraushören und auch Jethro Tull-Anleihen, was nur wenig am Einsatz einer Querflöte liegt, bleiben dem Zuhörer nicht verborgen. Nicht sehr überraschend nach der Arbeit des Steven Wilsons mit dem Remastering diverser Alben aus jener Zeit. Bei all diesen Reminiszenzen fehlt jedoch völlig der fade Beigeschmack des Abkupferns. Vielmehr wurde die Musik in die Zeit etwa 40 Jahre später transportiert, aktualisiert und auch verfeinert und zusätzlich mit den Zutaten der Musik des Steven Wilson versehen, wodurch die einzelnen Lieder auf „The Raven That Refused To Sing And Other Stories“ in einem völlig neuen Gewand erscheinen. Spannend, abwechslungsreich und durchaus auch neu, unverbraucht und bisher ungehört.

Fazit: „The Raven That Refused To Sing And Other Stories“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden. Spannend vom ersten bis zum letzten Takt. Über allem liegt zwar eine mehr oder weniger vorhandene und manches Mal auch nur latent zu spürende Traurigkeit, allerdings wird der Hörer immer wieder aufgefangen, eingefangen und umarmt. Umarmt mit Akkorden, Melodien und Stimmungen, die es zu genießen lohnt, denen man sich in ihrer Mannigfaltigkeit ganz hingeben kann, die nie langweilig werden und immer wieder begeistern können.

Das Album ist übrigens in mehreren Varianten zu haben. Neben der CD auch auf Blue Ray und der Limited Edition mit DVD, worauf sich die Lieder im 5.1 Mix befinden sowie mit einer Kunst- und Photo-Gallery und einer Studio-Dokumentation. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Drive Home, The Watchmaker, The Raven That Refused To Sing und der Rest






Samstag, 2. März 2013

Queen – Innuendo




Queen – Innuendo


Besetzung:

Freddie Mercury – lead vocals and keyboards
Brian May – guitars, keyboards, harmonies and vocals
Roger Taylor – drums, percussion, keyboards, harmonies and vocals
John Deacon – bass guitar and keyboards


Gastmusiker:

Mike Moran – keyboards on “All God’s People”
Steve Howe – additional wandering minstrel spanish guitar – somewhere in the middle on “Innuendo”


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Rock


Trackliste:

1. Innuendo (6:33)
2. I'm Going Slightly Mad (4:23)
3. Headlong (4:38)
4. I Can't Live With You (4:34)
5. Don't Try So Hard (3:40)
6. Ride The Wild Wind (4:43)
7. All God's People (4:22)
8. These Are The Days Of Our Lives (4:15)
9. Delilah (3:35)
10. The Hitman (4:57)
11. Bijou (3:37)
12. The Show Must Go On (4:38)

Gesamtspieldauer: 53:54




1991 erschien mit „Innuendo“ das vierzehnte Studioalbum von Queen. Und diese Platte war gleichzeitig leider die letzte, die zu Lebzeiten Freddie Mercurys veröffentlicht wurde. Musikalisch ist diese Scheibe allerdings wie eine Auferstehung. Nach all den Enttäuschungen und Fehlgriffen, die Queen immer wieder in den 80er Jahren veröffentlicht hatten, kam nun mit „Innuendo“ ein Queen-Album auf den Markt, welches wahrlich wieder beeindrucken konnte. Musikalisch, wie auch von der Stimmung der Lieder und Texte her. „Innuendo“ bedeutet auf Deutsch „Anspielung“ und das Album ist voller Anspielungen auf die Erkrankung Freddie Mercurys und seinen wohl bevorstehenden Tod. Als Beispiele dafür seien hier die Titel „I'm Going Slightly Mad“, „These Are The Days Of Our Lives“ und „The Show Must Go On“ angeführt. Alles sehr bewegend.

Mit dem Lied und Titeltrack „Innuendo“ befindet sich zudem eines der besten Queen-Lieder überhaupt auf dem Album. Das Stück strotzt nur so vor Kraft und Innovation und wirkt im Mittelteil, der mittels spanischer Gitarre von Steve Howe von „Yes“ wiedergegeben wird, unglaublich zerbrechlich. Auch hier lohnt es sich das Stück auch mal als Video anzusehen. Richtig toll gemacht.

Seltsames gibt es auch zu hören. Das Lied „Delilah“ hat Freddie Mercury seiner gleichnamigen Katze gewidmet. Dabei erzeugt Brian May Miau-Geräusche auf der Talkbox. Klingt seltsam und irgendwie komisch. Rockfreunde werden mit „Headlong“ und „The Hitman“ bedient, wobei vor allem „Headlong“ musikalisch überzeugen kann. „Bijou“ klingt wie ein sphärischer Abschied. Hauptsächlich Brian Mays Solo-Gitarre ist hier zu hören vor einem weichen Synthesizer-Klangteppich. Dazu singt dann Freddie Mercury nur wenige Zeilen.

Ganz am Ende des Albums wartet dann mit „The Show Must Go On“ noch der perfekte Titel, der perfekte Titel für das letzte Auftreten des Freddie Mercury:



Empty spaces - what are we living for?
Abandoned places - I guess we know the score
On and on, does anybody know what we are looking for…

Another hero, another mindless crime
Behind the curtain, in the pantomime
Hold the line, does anybody want to take it anymore
The Show must go on,
The Show must go on
Inside my heart is breaking
My make-up may be flaking
But my smile still stays on

Whatever happens, I'll leave it all to chance
Another heartache, another failed romance
On and on, does anybody know what we are living for?
I guess I'm learning, I must be warmer now
I'll soon be turning, round the corner now
Outside the dawn is breaking
But inside in the dark I'm aching to be free

The Show must go on
The Show must go on
Inside my heart is breaking
My make-up may be flaking
But my smile, still, stays on

My soul is painted like the wings of butterflies
Fairytales of yesterday will grow but never die
I can fly - my friends

The Show must go on
The Show must go on
I'll face it with a grin
I'm never giving in
On - with the show -
I'll top the bill, I'll overkill
I have to find the will to carry on
On with the -
On with the show -

The Show must go on...



Fazit: Beeindruckend, dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Innuendo, I'm Going Slightly Mad, Ride The Wild Wind, These Are The Days Of Our Lives, Bijou, The Show Must Go On




Freitag, 1. März 2013

Curved Air – Air Cut




Curved Air – Air Cut


Besetzung:


Kirby Gregory – guitar, bass, vocals
Eddie Jobson – organ, synthesizer, harpsichord, violin, piano, mellotron, vocals
Sonja Kristina – vocals, acoustic guitar
Jim Russell – percussion
Mike Wedgwood – bass, acoustic guitar, vocals, lead vocals on 7


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock, Rock


Trackliste:

1. The Purple Speed Queen (3:29)
2. Elfin Boy (4:14)
3. Metamorphosis (10:40)
4. World (1:34)
5. Armin (3:43)
6. U.H.F. (5:07)
7. Two-Three-Two (4:11)
8. Easy (6:39)

Gesamtspieldauer: 39:36




Schon komisch, wie die Bands das damals machten. 1972 wechselte die Besetzung bei Renaissance komplett, 1973 wollte Curved Air diesem Vorgehen anscheinend in Nichts nachstehen und wechselte ebenfalls schonungslos aus, nur Sängerin Sonja Kristina blieb vom ursprünglichen Line-Up übrig. Nun, dieses Wechselspiel brachte auch eine Veränderung in der Musik mit sich, denn „Air Cut“ ist deutlich rockiger geworden, als alle Vorgänger-Alben der Band.

Rockig wird mit „The Purple Speed Queen“ in das Album eingeleitet und genauso rockig wird der Hörer auch durch „Easy“ wieder entlassen. Dazwischen befinden sich sechs Titel, die bis auf „Metamorphosis“ nur sehr begrenzt etwas mit progressiver Rockmusik zu tun haben. „U.H.F.“ ist im Grund genommen genau wie „Two-Three-Two“ ebenfalls ein Rock-Lied, weist allerdings einen sehr interessanten und sphärischen Mittelteil auf. Ist dieser allerdings vorbei, so ist auch der Zauber des Liedes verflogen. Das kurze „World“ erinnert so ein wenig an Western-Saloon-Musik und „Elfin Boy“ driftet tatsächlich stark in die Folk-Ecke. Joan Baez hätte für diesen Song Patin stehen können. Das Ganze klingt sehr schön und eindringlich und ist eine richtig gute Nummer geworden.

Letzteres gilt ebenfalls für „Armin“. Klar, hier schimmert „Vivaldi“ vom Debut-Album durch. Rockig klingt es, unterfüttert mit dem sehr schnellen Violinen-Spiel des Eddie Jobsen. Und wenn dieser mal etwas innehält, gibt es ein wirklich gelungenes Gitarren-Solo zu hören. Einfach gelungen. Diese Aussage gilt noch ein wenig mehr für das Hauptstück von „Air Cut“, wenn man durch die Länge von Liedern überhaupt auf so etwas schließen darf. Bei „Metamorphosis“ sind alle Zutaten eines Liedes progressiver Machart vorhanden. Sehr melodische Parts, treibende Abschnitte, Rhythmus- und Taktwechsel, viele verschiedene Instrumente, die sich in ihrer Wertigkeit für den Moment abwechseln und jede Menge guter Ideen. Ein klasse Titel, sehr abwechslungsreich und mitreißend.

Fazit: Progressiven Rock hört man auf „Air Cut“ nicht mehr so viel. Aber diesbezüglich wird der Hörer durch „Metamorphosis“ bestens entlohnt. Der Rest schwebt da so irgendwo im Raum zwischen Pop mit starker Tendenz zum Rock. Richtig schlecht ist dabei nichts und die Höhepunkte der Platte lassen das Album auch zu einer lohnenden Investition werden. Der Sound ist übrigens auf der Veröffentlichung von Repertoire Records, die es im Moment für ganz kleines Geld gibt, sehr gut remastert und hörenswert. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Elfin Boy, Metamorphosis, Armin





Donnerstag, 28. Februar 2013

Renaissance – Prologue




Renaissance – Prologue


Besetzung:

John Tout – keyboards, vocals
Annie Haslam – vocals, assorted percussion
Rob Hendry – guitars, mandolin, chimes, vocals
John Camp – bass, tampoura, vocals
Terry Sullivan – percussion


Gastmusiker:

Francis Monkman – vcs3 solo in “Rajah Khan”


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Prologue (5:39)
2. Kiev (7:39)
3. Sounds Of The Sea (7:08)
4. Spare Some Love (5:11)
5. Bound For Infinity (4:24)
6. Rajah Khan (11:31)

Gesamtspieldauer: 41:32




„Prologue“ war der Aufgalopp, der Prolog zur klassischen und erfolgreichsten Phase der britischen Band Renaissance. Alle Mitglieder der Formation hatten nach dem letzten Album „Illusion“ die Band verlassen. Die Verbindung zur vorherigen Besetzung der Band hält Michael Dunford, der hier in den Credits „Mick“ genannt wird. Er schrieb bereits einen Song auf der letzten Platte und trat dort auch bei der Einspielung dieses Liedes als Gastmusiker in Erscheinung. Jetzt fungierte er bei Prologue“ als der Songschreiber der Band, der bis auf „Kiev“ und “Bound For Infinity“ alle Lieder komponierte. Diese beiden Stücke stammen noch aus der Feder Jim McCartys, dem Drummer der ersten beiden Platten. Er spielt die Lieder hier jedoch genauso wenig ein, wie Michael Dunford, der auf „Prologue“ tatsächlich nur als Songlieferant in Erscheinung trat. Zu vier der sechs Lieder steuerte Betty Thatcher die Texte hinzu, die ebenfalls das erste Mal in den Credits auf dem vorherigen Album in Erscheinung trat.

Auf „Prologue“ hat nun erstmalig auch Annie Haslam ihren Auftritt, deren Gesang die Musik der Band in den nächsten Jahren prägen sollte und sie unverwechselbar werden ließ. Allerdings ist der Auftritt Annie Haslams hier noch nicht so dominant, wie er es auf den folgenden Alben sein wird. Ansonsten gibt es sie auf „Prologue“ aber schon alle, diese Zutaten zur Schaffung einer Renaissance-Scheibe angefüllt mit melodiösem Progressive Rock: Wunderschöne Harmonien, ausgedehnte Soli, vor allem geprägt durch das Piano, wenig Einsatz der E-Gitarre und alles in allem überaus eingängige Lieder.

Am eindrucksvollsten wirkt dieses Album am Ende, auf dem längsten Titel: „Rajah Khan“. Hier klingt die Band orientalisch verknüpft mit Klassik-Adaptionen. Dazu singt Annie Haslam ohne Text bis in die höchsten Höhen. Wahrlich kein alltägliches Lied, ein Musikstück, welches Seinesgleichen sucht.

Das Album beginnt mit einem schönen Piano-Part, zu dem sich weitere Instrumente gesellen und Annie Haslam schließlich, erneut textlos, jede Menge „Doo-doo-doos“ singt. Das Ganze hat durchaus einen Groove und so etwas nannte man Anfang der 70er Jahre dann „Beat-Musik“ – einzig das Piano, welches immer wieder seinen Auftritt hat, entspricht diesem „Genre“ nicht so ganz. Wie eine klassische Piano Suite beginnt „Kiev“, entwickelt sich im weiteren Verlauf immer poppiger, bis schließlich auch in diesem Lied ein klassischer Anstrich herausgearbeitet wurde – erneut klasse inszeniert vom Piano des John Tout. Mit Möwengekreische und Meeresrauschen wird im Anschluss daran passenderweise „Sounds Of The Sea“ eingeleitet. Eine sentimentale Nummer, erneut geprägt durch viel Klavier, die vielleicht ein wenig zu lieblich klingt.

„Spare Some Love“ startet überraschenderweise mit akustischer Gitarre und es entwickelt sich ein Pop-Song, der einen wenig erbaulichen, dem Titel entsprechenden Text aufweist. Zwar gibt es in diesem Stück auch Abwechslung in Form eines Perkussion-dominierten Parts und einer schönen Choreinlage der Band-Mitglieder, aber so richtig zünden will das Lied dennoch nicht. Bliebe als vorletzter Titel noch „Bound For Infinity“. Erneut unterlegt mit einer schönen Pianomelodie lebt das Lied auch vom hellen und reinen Gesang Annie Haslams. Eine ruhige und schöne Nummer, die ein wenig zum Träumen einlädt.

Fazit: „Prologue“ erreicht noch nicht ganz die Qualität der späteren Alben. Viele der Lieder sind hier noch nicht so durchdacht, so einprägsam, so melodiös und eingängig wie auf den späteren Veröffentlichungen von Renaissance. Aber hören lässt sich das alles schon sehr gut, zumal auf diese Schmachtfetzen des letzten Albums fast vollständig verzichtet wurde. Noch nicht richtig gut, aber der Weg war jetzt bereits ganz klar vorgegeben, da alle Zutaten zu den weiteren Kompositionen bereits vorhanden waren. Sie mussten nun nur noch verfeinert werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Prologue, Kiev, Rajah Khan





Mittwoch, 27. Februar 2013

The Stranglers – Feline




The Stranglers – Feline


Besetzung:

Hugh Cornwell – vocals, guitar
Jean-Jacques Burnel – bass, vocals
Jet Black – drums
Dave Greenfield – keyboards, backing vocals


Gastmusiker:

Anna Von Stern – backing vocals on „Paradise“
France Lhermitte – backing vocals on „Paradise“


Label: EPIC Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Pop, New Wave


Trackliste:

1. Midnight Summer Dream (6:13)
2. It's A Small World (4:34)
3. Ships That Pass In The Night (4:07)
4. European Female (In Celebration Of...) (3:59)
5. Let's Tango In Paris (3:12)
6. Paradise (3:47)
7. All Roads Lead To Rome (3:51)
8. Blue Sister (3:57)


Bonus Tracks:

9. Never Say Goodbye (4:11)
10. Savage Breast (3:18)
11. Pawsher (4:57)
12. Permission (4:53)
13. Midnight Summer Dream / European Female (Live) (10:19)
14. (The strange Circumstances Which Lead To) Vladimir And Olga (3:54)
15. Aural Sculpture Manifesto (3:21)

Gesamtspieldauer: 1:08:33




„Feline“ nannte die britische, ehemalige Punk-Rock-Band ihr siebtes Studioalbum, welches 1983, zwei Jahre nach „La Folie“ erschien und die erste Platte darstellte, die auf ihrem neuen Label „Epic-Records“ veröffentlicht wurde. Und wenn jemand mal wissen möchte, wie sich englischer New Wave der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts anhört, dann ist er mit der Platte absolut bestens bedient. Dies liegt nicht zuletzt am Drum-Sound, den Jet Black den Hörern hier kredenzt. Dieser ist nun nämlich elektronisch geworden und das hört man auch deutlich. Klar, das ist keine Drum-Machine, trotzdem klingt die ganze Platte irgendwie künstlich.

„Feline“ war sogar erfolgreich, durchaus vergleichbar mit dem Vorgänger. So richtig überzeugen kann mich das Album allerdings nicht mehr ganz. Dazu fehlen ihm einfach diese tollen Lieder, die auf „La Folie“ noch vorhanden waren, von einem „Golden Brown“ ganz zu schweigen. Noch am meisten gelungen sind die Titel fünf und sechs: „Let's Tango In Paris“ und „Paradise“. Schöne eingängige Melodien mit Wiedererkennungswert. Der ganze Rest, der plätschert irgendwie so dahin. War da was? Zumindest nicht allzu viel.

Positiv zu vermerken ist auf jeden Fall noch die reichhaltige Fülle der Bonus-Tracks. Da wurde nicht gegeizt. Allerdings hält sich die Qualität der Lieder, damit ist nicht der Sound gemeint, in Grenzen und schließt sich ohne große Unterschiede dem Rest der Platte an. Nicht richtig schlecht, aber eben auch nichts Besonderes mehr. „Never Say Goodbye“ hätte das sogar werden können, das Besondere. Wenn der Auftakt des Liedes beigehalten worden wäre: akustische Gitarre und schöne Melodie. Doch dann fängt es wieder an: „Tak“, „Tak“, Tak“ – das Elektro-Drumkit hat uns wieder.

Fazit: Es ist dieser künstliche Sound, der einem mit der Zeit auf den Senkel geht. Dazu zünden die einzelnen Titel auch nicht mehr so wie auf „La Folie“. So ein richtig tolles Lied, welches man nicht mehr missen möchte, wenn man es einmal gehört hat, das gibt es überhaupt nicht auf „Feline“. Somit ist das alles ganz nett anzuhören, wenn man sich mit dem elektronischen Schlagzeug mal arrangiert hat, allerdings in keinster Weise nachhaltig. Trotzdem für Freunde des New Wave lohnenswert, obwohl es da allerdings auch bessere Beispiele gibt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Midnight Summer Dream, It's A Small World, Let's Tango In Paris, Paradise, Never Say Goodbye, Permission



Dienstag, 26. Februar 2013

Leonard Cohen – Recent Songs




Leonard Cohen – Recent Songs


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:

Raffi Hakopian – violin
Charles Beck – bass
John Bilezikjian – guitar, oud
Earl Dumler – oboe
Jim Gilstrap – vocals
Bill Ginn – keyboards
Ricardo Gonzalez – guitar
Garth Hudson     – keyboards
Abraham Laboriel – bass
John Lissauer – keyboards
Steve Meador – drums
John Miller – bass
Paul Ostermayer – saxophone
Jose Perez – trumpet
Roger St Kennerly – vocals
Everado Sandoval – guitar
Pablo Sandoval – trumpet
Stephanie Spruill – vocals
Julia Tillman Waters – vocals
Randy Waldman – keyboards
Jennifer Warnes – harmony, vocals
Mitch Watkins – guitar
Maxine Willard Waters – vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Folk


Trackliste:

1. The Guests (6:37)
2. Humbled In Love (5:13)
3. The Window (5:54)
4. Came So Far For Beauty (4:01)
5. The Lost Canadian (Un Canadien Errant) (4:39)
6. The Traitor (6:13)
7. Our Lady Of Solitude (3:12)
8. The Gypsy's Wife (5:12)
9. The Smokey Life (5:17)
10. Ballad Of The Absent Mare (6:20)

Gesamtspieldauer: 53:26




Das sechste Album des kanadischen Sängers und Songschreibers Leonard Cohen erschien 1979 unter dem Titel „Recent Songs“. Diese Platte stellte wieder eine völlige Abkehr zum vorherigen Album dar und ist eher in der Tradition der ersten vier Veröffentlichungen zu sehen. Sehr ruhige Musik gibt es nun erneut auf „Recent Songs“ zu hören, wobei dieses Mal einer Violine ein sehr großes Betätigungsfeld eingeräumt wurde. Genau hierin liegt auch der große Unterschied zu den früheren Alben, auf denen dieses Instrument noch nicht, zumindest nicht in der Solo-Variante, präsent war. Dieser Umstand bringt es allerdings auch mit sich, dass man sich so manches Mal beim Hören der Platte oder CD an Zigeunermusik erinnert fühlt.

Allerdings hört man auf „Recent Songs“ natürlich keine Zigeuner-Musik beziehungsweise steht diese nicht im Vordergrund, sondern die Violine erweckt nur bei einzelnen Titeln diese Assoziation. Allgenmein gibt es sie hier wieder diese leichte und sanfte und auf ihre Art tiefe Folk-Musik zu hören, mit der Leonard Cohen auch schon in früheren Zeiten überzeugen konnte. Doch Überraschungen kommen auch zum Vorschein, wenn zum Beispiel beim Titel „The Lost Canadian (Un Canadien Errant)“ eine Mariachi Band in das Lied einleitet und Leonard Cohen das Stück in Französisch zum Besten gibt. Die Sprache weniger, aber die Instrumentierung ist in diesem Fall schon ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Fazit: Es gibt sie wieder, die sanften und ruhigen Töne des Leonard Cohen. Diese können auf „Recent Songs“ durchaus sehr intensiv und packend sein. So ist dieses Album hier auch wieder ein sehr nachdenkliches und melancholisches geworden, welches sich allerdings durch die Instrumentierung von den früheren Werken Leonard Cohens abgrenzt. Auf dem sechsten Album des Kanadiers gibt es nun mehr als nur die sanften Gitarrenklänge zu hören. Okay, eine Mariachi-Band, das musste nicht unbedingt sein, aber der Versuch eine Solo-Violine in die Lieder mit einzubinden hat durchaus was. Die absoluten Überstücke fehlen jedoch leider. Allerdings ist dieses Album wieder um Klassen besser, als der völlig überinstrumentierte Vorgänger. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Guests, The Traitor, The Gypsy's Wife, Ballad Of The Absent Mare





Montag, 25. Februar 2013

Black Widow – Sacrifice




Black Widow – Sacrifice


Besetzung:

Jim Gannon – lead guitar, vibes, spanish guitar
Zoot Taylor – organ, piano
Kip Trevor – vocalist
Clive Jones – flute, saxophone, clarinet
Bob Bond – bass guitar
Clive Box – drums & percussion


Label: Repertoire Records (ursprünglich CBS)


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. In Ancient Days (7:38)
2. Way To Power (3:54)
3. Come To The Sabbath (4:53)
4. Conjuration (5:40)
5. Seduction (5:35)
6. Attack Of The Demon (5:35)
7. Sacrifice (11:11)


Bonus Track:

8. Come To The Sabbath (Single Edit) (3:18)

Gesamtspieldauer: 47:49




1970 brachte die Band Black Widow, die aus der 1967 gegründeten Formation „Pesky Gee!“ hervorgegangen war, ihr erstes Album auf den Markt. Liest man Rezensionen über dieses Album im Internet, so wird die Musik oftmals mit der von Black Sabbath verglichen. Dies trifft jedoch in keinster Weise zu, denn Heavy Metal bekommt der Hörer hier wahrlich nicht geboten. Die Musik erinnert mich ein wenig an eine Fusion von den jeweils frühen Wishbone Ash mit Barclay James Harvest und Jethro Tull. Ähnlichkeiten zu Black Sabbath gibt es allenfalls in Bezug auf die Texte der Band, denn Satanismus ist ein zentrales Thema der Platte.

Richtig gerockt wird auf der Scheibe lediglich beim etwas über elfminütigen „Sacrifice“. Allerdings gibt es hier auch lange Instrumentalparts, bei der Clive Jones sich mit der Querflöte so richtig ausleben darf. Noch sehr viel mehr nach Progressive Rock hört es sich da schon beim Opener „In Ancient Days“ an, dem stärksten Stück der Platte. Eine sehr eingängige und abwechslungsreiche Nummer, bei der sowohl dem Saxophon als auch erneut der Querflöte schöne Parts zugedacht wurden. Stimmungsvoll wird hier eine dichte Atmosphäre geschaffen, die sich zu genießen lohnt.

Auch die anderen Titel haben durchaus ihren ganz eigenen Reiz. Da gibt es zum Beispiel das Lied „Come To The Sabbath“ bei dem die Textzeile „Come To The Sabbath – Satan’s There“ mantraartig wiederholt wird. Bedrohlich wirkt das dabei jedoch nicht, eher irgendwie fast schon fröhlich und erneut sehr eingängig, was nicht zuletzt durch diverse Streicher vermittelt wird, die mal, wie der Name schon sagt, den Bogen streichen, ein anderes Mal die Saiten zupfen. Dieses Lied stellt zudem die Single-Auskopplung des Albums dar. Auch sehr eindringlich und gelungen der Titel „Conjuration“, der eine irgendwie melancholisch geartete Aufbruchsstimmung vermittelt, die sehr melodisch dargeboten wird. Mit Hard Rock hat dies allerdings alles nichts zu tun und noch sehr viel weniger beim Titel „Seduction“, der an vielen Stellen auch die Hintergrundmusik zu einer schmalzigen Szene eines Liebesfilms darstellen könnte. Dann klingt es in dem Song sogar ein klein wenig jazzig, um schließlich wieder in das ursprüngliche Fahrwasser hinüberzugleiten.

Fazit: „Sacrifice“ von Black Widow ist eine richtig gute Platte einer weitgehend unbekannten Band. Progressive Rock kombiniert mit Soft Rock und einer kleinen Brise Jazz, der allerdings immer sehr harmonisch klingt. Die Hammond Orgel sorgt für den Drive, Flöte, Klarinette und Saxophon für sehr viel Abwechslung. Eingängige und weitgefächerte Rockmusik der frühen 70er Jahre, die es lohnt, entdeckt zu werden, wenn man denn mit den seltsamen Texten über den Teufel keine Probleme hat. Elf Punkte.

Anspieltipps: In Ancient Days, Come To The Sabbath, Conjuration, Sacrifice