Samstag, 26. Oktober 2013

The Pogues – Peace And Love




The Pogues – Peace And Love


Besetzung:

Shane MacGowan – vocals
Jem Finer – banjo
Spider Stacy – tin whistle
James Fearnley – accordion
Andrew Ranken – drums
Philip Chevron – guitar
Darryl Hunt – bass guitar
Terry Woods – cittern, mandolin


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Irish Folk


Trackliste:

1. Gridlock (3:33)
2. White City (2:32)
3. Young Ned Of The Hill (2:45)
4. Misty Morning, Albert Bridge (3:01)
5. Cotton Fields (2:51)
6. Blue Heaven (3:36)
7. Down All The Days (3:45)
8. USA (4:53)
9. Lorelei (3:34)
10. Gartloney Rats (2:32)
11. Boat Train (2:40)
12. Tombstone (2:58)
13. Night Train To Lorca (3:29)
14. London You're A Lady (2:56)

Gesamtspieldauer: 45:07




Der Big Band Sound hat Einzug in die Musik der Pogues gehalten. Das könnte man zumindest meinen, wenn man „Peace And Love“, das vierte Album der Iren, zum ersten Mal einlegt und die Platte mit „Gridlock“ beginnt. Aber keine Sorge, das bleibt nicht so, gleich mit dem nächsten Track geht es wieder Irish-Folk-mäßig weiter - beziehungsweise beginnt es auch auf diese Weise.

Richtig verträumt wird es dann beim nächsten Titel  „Young Ned Of The Hill“, bis auch diese Nummer an Geschwindigkeit zulegt. Klasse gelungen diese Steigerung. Und so gibt es hier mal die etwas verträumteren Stücke, dann wieder die mitreißenden irischen Töne zu hören. Wirklich schön in die Lieder integriert wird dabei immer wieder die „Tin Whistle“ des Spider Stacy, für die es glaube ich noch nicht mal eine passende deutsche Bezeichnung gibt.

Den Bläsern wird auf „Peace And Love“ auch ein größerer Spielraum eingeräumt, als noch auf den Vorgängeralben. Das passt nicht immer ganz so, mag aber natürlich auch eine Geschmackssache sein. Aber originell ist die Musik der Pogues auch so. Wo hört man denn sonst mal eine in die Musik integrierte Schreibmaschine? Ich erinnere mich da nur an Jerry Lewis mit seiner Interpretation des „Hummelflugs“ – irgendwann Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Und dann gibt es da jetzt auch so einen Song wie „Lorelei“, der schon sehr viel eher nach Rock klingt, als an irischen Weisen. Die Musik der Pogues ist eindeutig mannigfaltiger und vielschichtiger geworden.

Fazit: Die Melodien zünden auf „Peace And Love“ für mich zwar nicht mehr ganz so, wie noch auf dem Vorgänger-Album – trotz aller Abwechslung, die man hier auf der Platte findet - aber natürlich hört man hier auch noch gut gemachten Irish Folk, der mit Punk allerdings, für den in gewisser Hinsicht die Pogues ja auch mal standen, überhaupt nichts mehr zu tun hat. „Peace And Love“ ist ein sehr vielschichtiges Album geworden, bei dem die einzelnen Titel jedoch nicht mehr ganz an die Qualität von „If I Should Fall From Grace With God“ heranreichen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Young Ned Of The Hill, USA, Tombstone





Freitag, 25. Oktober 2013

AC/DC – Ballbreaker




AC/DC – Ballbreaker


Besetzung:

Angus Young – lead guitar
Malcolm Young – rhythm guitar
Brian Johnson – vocals
Cliff Williams – bass guitar
Phil Rudd – drums


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Hard-Rock


Trackliste:

1. Hard As A Rock (4:32)
2. Cover You In Oil (4:33)
3. The Furor (4:10)
4. Boogie Man (4:07)
5. The Honey Roll (5:35)
6. Burnin' Alive (5:06)
7. Hail Caesar (5:14)
8. Love Bomb (3:14)
9. Caught With Your Pants Down (4:15)
10. Whiskey On The Rocks (4:35)
11. Ballbreaker (4:32)

Gesamtspieldauer: 49:53




Mit „Ballbreaker“ betitelte die australische Hard-Rock-Formation AC/DC ihr zwölftes Studioalbum, welches 1995 veröffentlicht wurde. Und wieder gibt es satt auf die Ohren, wenn man denn mit Hard’n’Heavy etwas anzufangen versteht. Nichts Neues also, sollte man meinen. Im Line-Up der Band hatte sich allerdings eine Veränderung ergeben. Phil Rudd, der auf den Alben von „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ bis „Flick Of The Switch“ bereits an den Drums saß, war zurückgekehrt und vervollständigte somit die „klassische“ Besetzung der Band wieder – natürlich mit der Ausnahme von Bon Scott.

Die Musik auf „Ballbreaker“ sehe ich ein wenig differenziert. Da gibt es zum einen solch absolute Highlights wie „The Furor“, eines der besten Lieder in der Diskographie der Band. Allerdings findet sich auf der Platte auch eine ganze Menge „Ware“, die zwar hart klingt, jedoch qualitativ nicht mehr den Stand erreicht, den AC/DC-Titel oftmals innehatten. Im Komponieren der einzelnen Titel ist dieser Wiedererkennungswert, diese Eingängigkeit der Stücke, den Australiern zum Teil abhandengekommen. Ausnahmen von diesem Umstand wären noch „Hard As A Rock“ und das für AC/DC-Verhältnisse fast schon gemäßigte und ruhige „Boogie Man“ sowie, jedoch bereits mit Abstrichen, der Titeltrack „Ballbreaker“.

„Burnin‘ Alive“ weiß ebenfalls noch zu zünden, der Rest geht jedoch ein wenig unter, stellt nichts Besonderes mehr dar, bleibt einfach nicht hängen. Das geniale Riff, die einen packenden Akkordfolge, die finden sich hier einfach in manchen Titeln nicht mehr. Wahrlich ist der Rest der Platte nicht schlecht, nur ragt er eben nicht mehr aus dem Durchschnitt heraus, den AC/DC-Titel eigentlich so oft zu erreichen verstehen. Nicht schlecht also, aber eben auch nicht mehr.

Fazit: „Ballbreaker“ besitzt seine Stärken und die befinden sich vor allem im Song „The Furor“. Als meine Kinder noch klein waren, meinten sie bei diesem Titel immer: „Papa, da singt wieder der Wütende!“ Passender hätte man das nicht umschreiben können. Das Album hat seine paar Höhepunkte, jedoch auch einige Längen. Trotzdem noch zehn Punkte.

Anspieltipps: Hard As A Rock, The Furor, Boogie Man, Ballbreaker




Donnerstag, 24. Oktober 2013

Audioslave – Out Of Exile




Audioslave – Out Of Exile


Besetzung:

Chris Cornell – vocals
Tim Commerford – bass
Brad Wilk – drums
Tom Morello – guitars


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Your Time Has Come (4:15)
2. Out Of Exile (4:51)
3. Be Yourself (4:39)
4. Doesn't Remind Me (4:15)
5. Drown Me Slowly (3:53)
6. Heaven's Dead (4:36)
7. The Worm (3:57)
8. Man Or Animal (3:53)
9. Yesterday To Tomorrow (4:33)
10. Dandelion (4:38)
11. #1 Zero (4:59)
12. The Curse (5:09)

Gesamtspieldauer: 53:43




Auch auf dem zweiten Album von Audioslave kann man in den Credits nachlesen: „All Sounds Made By Guitar, Bass, Drums and Vocals“. 2005 erschien dieses Werk unter dem Titel „Out Of Exile“ und um es gleich vorweg zu nehmen, geändert hat sich nicht viel. Es ist immer noch dieser dichte und knallharte Rock, den man von Audioslave auf und um die Ohren bekommt. Und warum hätten die vier Musiker, die sich aus den Ex-Mitgliedern von Soundgarden und Rage Against The Machine zusammensetzen, auch großartig etwas ändern sollen? Die Musik auf „Out Of Exile“ rockt und groovt in bewährter Manier, sodass die Fans ihre Freude haben dürften.

Für mich haben die US-Amerikaner sogar noch einen Schritt nach vorne getan, denn „Out Of Exile“ klingt eingängiger - ohne dabei etwas an dem harten Sound zu verändern. Aber es wurde mehr Wert auf die Melodie, die Eingängigkeit und Einprägsamkeit gelegt. Deutlich wird das gleich beim dritten Titel „Be Yourself“, der bei weitem mehr Ohrwurmcharakter besitzt, als die Songs auf dem Debut-Album. Auch „Doesn’t Remind Me“ beginnt mit einem schönen, etwas zurückhaltenden Riff, um dann an den entsprechenden Stellen wieder ordentlich loszurocken. Die Musik ist wahrlich abwechslungsreicher geworden – ohne dabei den Anspruch des Hard’n’Heavy aufzugeben.

Die einzelnen Songs krachen jedoch nicht mehr so sehr von vorne bis hinten durch, es gibt leisere und sanftere Zwischentöne zu hören, die das gesamte Geschehen auflockern und auch bereichern. Und dann gibt es auch so Stücke wie „Heaven’s Dead“, die eine Bandbreite von ruhig bis hin zum Mid-Tempo aufweisen und dabei trotzdem zu rocken verstehen. Aber natürlich finden sich auch noch solch kompromisslose Rocker wie „Man Or Animal“ auf der Platte, bei dem man die Haare fliegen lassen kann und dabei Gefahr läuft, sich eine Gehirnerschütterung einzufangen.

Fazit: Die etwas größere Bandbreite an Sounds macht es aus, dass „Out Of Exile“ interessanter wirkt als sein Vorgänger. Dies alles allerdings vor dem Hintergrund, dass auch auf dieser zweiten Platte Audioslaves nichts weichgespült wurde. Allerdings wird die Musik ein wenig mehr variiert, was das Gesamtprodukt abwechslungsreicher erscheinen lässt. Dies beinhaltet bei mir auch, dass mir die Songs besser im Gedächtnis bleiben, nicht nur kurzfristig während des Abspielens einen Eindruck vermitteln, der nach Beendigung des Liedes beziehungsweise der Platte bereits wieder verwischt ist. Dieser absolute Übersong, der im Olymp der Musik neben einigen anderen Titeln seinen Platz gefunden hätte, der fehlt mir allerdings auch auf „Out Of Exile“. Am ehesten in diese Richtung geht da noch „Yesterday To Tomorrow“. Aber der absolut geniale Titel, nein, das ist er auch nicht, aber zumindest ein sehr guter. Neun Punkte.

Anspieltipps: Be Yourself, Doesn't Remind Me, Man Or Animal, Yesterday To Tomorrow





Mittwoch, 23. Oktober 2013

The Alarm – The Best Of The Alarm And Mike Peters




The Alarm – The Best Of The Alarm And Mike Peters


Besetzung:

Mike Peters – lead vocals, acoustic & electric guitar, harmonica
Dave Sharp – acoustic and electric guitar & vocals
Eddie Macdonald – bass guitar & backing vocals
Nigel Twist – drums & backing vocals, linn drum programming
John Porter – linn drum programming, slide guitar
Mark Taylor – keyboards, piano, hammond organ
Ian Kuley – hammond organ
Chris Lewis – electric guitar & backing vocals, 12 string guitar
David Watkins-Clarke – bass
Martyn Barker – drums
Owen Thomas – drums
Olle Romo – drum loop
Rupert Black – piano, hammond organ
Chris Stainton – hammond organ & piano
Alan Shacklock – piano
Chris Porter – backing vocals
Emyr Penlan – bass guitar
Richard Llewellyn – bass guitar
Ian Fairlie – trumpet
Alan Shacklock – piano
Jules Jones – backing vocals
Brychan Llyr – backing vocals
The Morriston Orpheus Male Voice Choir – choir
Members Of The Welsh Symphony Orchestra – strings
Tony Visconti – string arrangement


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Pop


Trackliste:

1. Sixty Eight Guns (3:17)
2. Spirit Of '76 (6:59)
3. Down The Road (5:26)
4. Rain In The Summertime (3:48)
5. Strength (3:35)
6. Breathe (4:03)
7. Sold Me Down The River (3:02)
8. A New South Wales (3:21)
9. 21st Century (4:00)
10. The Stand (2:49)
11. Where Were You Hiding When The Storm Broke? (2:59)
12. Majority (3:25)
13. The Deceiver (3:35)
14. Blaze Of Glory (3:18)
15. Walk Forever By My Side (3:34)
16. One Step Closer To Home (4:29)
17. No Better Than This (3:32)
18. Presence Of Love (3:20)
19. Absolute Reality (3:27)
20. Rescue Me (3:03)

Gesamtspieldauer: 1:15:02




The Alarm ist eine walisische Band, die ihre größten Erfolge in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts feierte. Ursprünglich hatten sie sich tatsächlich den Namen „The Toilets“ zugelegt, schließlich sind sie aber bei „The Alarm“ gelandet. Nun, das hier vorgestellte Album ist eine „Best Of…“-Scheibe und damit habe ich eigentlich meistens so meine Schwierigkeiten, denn was irgendein Musiker oder Musik-Produzent als „Best Of“ empfindet, muss überhaupt nicht meinem Geschmack entsprechen. Allerdings zum Reinhören kann das auch mitunter sehr hilfreich sein. Ist die Band es denn wert, dass man sich längerfristig damit beschäftigt oder sich weitere Platten zulegt?

Im Falle von „The Alarm“ muss ich diese Frage mit „Nein“ beantworten. Vier Mike Peters Solo-Lieder sowie sechszehn The Alarm-Stücke befinden sich auf dieser Zusammenstellung, die mich einfach nicht einfangen können. Schlechte Musik ist das sicherlich nicht, was man da zu hören bekommt, aber auch nichts wirklich Überzeugendes. Alles so eine Art 08/15-Pop aus den 80ern, der ohne weiteres so im Radio laufen könnte ohne, dass man auch nur im Geringsten den Drang dazu verspüren würde, den Lautstärkeregler etwas nach oben zu skalieren. Das läuft alles so glatt durch, diese packenden Melodien oder Ideen fehlen einfach. Mal rockt es ein wenig mehr, mal ein wenig weniger, allerdings alles nicht in der Art und Weise, dass diese Lieder irgendeine geartete Nachhaltigkeit nachweisen könnten.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Leuten, denen Midnight Oil und U2 zusagen, mit The Alarm nichts falsch machen könnten. Diesen Vergleich kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Für mich klingt das hier alles nach einfachem und manches Mal sogar oberflächlichem Pop, der gerne nebenbei laufen kann, den ich mir aber nicht anhören werde, wenn ich Lust auf gute Musik habe. In solchen Fällen lege ich dann jedoch schon mal Midnight Oil oder U2 ein.

So, um das Ganze jetzt aber nicht ganz in Grund und Boden zu treten muss man zugeben, dass es deutlich schlechtere Bands und Musik gibt. Und ein paar ganz gute Titel finden sich auch auf dieser „Best Of“-Scheibe. „A New South Wales“ finde ich sehr gelungen. Vielleicht auch gerade deswegen, weil es sich so sehr von den anderen Stücken abhebt. Sehr getragen ist dieser Song und mit vielen Streichern unterlegt wirkt das Ganze sehr melancholisch. Gut gelungen. „Majority“ hat einen schönen Groove und die Breaks wirken genau wie der Hintergrundgesang. Dazu verfügt der Song über eine Melodie, die hier doch relativ schnell ins Ohr geht. „Walk Forever By My Side“ ist eine ruhige Piano-Nummer, die so ganz untypisch ist für die sonstige Musik auf diesem Album und allein deshalb schon auffällt.

Fazit: Ein Album ganz im Stile der 80er Jahre ist diese „Best Of“-Platte geworden. Damals ging es hauptsächlich um die Einfachheit der Titel, ein Umstand den die Punk-Bewegung in Gang gesetzt hatte. Kurze Lieder, möglichst nicht über vier Minuten, ein einfacher Beat, der Text ist sowieso nicht so wichtig. Ein wenig in diesem Gewand gibt sich hier „das Beste“, was die Waliser um Mike Peters mit The Alarm veröffentlicht haben. Ohne zu behaupten, dass das schlechte Musik sei, bleibt allerdings dann doch festzustellen, dass es sehr einfache Musik ist. Musik, die ganz, ganz schnell wirken soll. Schafft sie allerdings nicht unbedingt. Trotzdem gibt es viel Schlechteres und somit vergebe ich hier auch sieben Punkte, denn mit zum Beispiel Madonna in den 80ern oder Modern Talking überhaupt, möchte ich The Alarm nicht in einen Topf werfen. Dafür ist die Musik dann doch zu gut.

Anspieltipps: A New South Wales, Majority, Walk Forever By My Side





Dienstag, 22. Oktober 2013

Eels – Tomorrow Morning




Eels – Tomorrow Morning


Besetzung:

E – vocals, guitars, bass guitar, harmonica, piano, optigan, hammond b3 organ, banjo, harmonium, vox continental organ, drums, percussion
Knuckles – drums
Koool G Murder – bass guitar, guitar


Gastmusiker:

The Amy Davies Choir – harmony vocals
Tomorrow Morning Orchestra – horns


Label: E Works Records


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Independent Rock


Trackliste:

CD1:

1. In Gratitude For This Magnificent Day (1:26)
2. I'm A Hummingbird (3:14)
3. The Morning (2:17)
4. Baby Loves Me (3:27)
5. Spectacular Girl (3:16)
6. What I Have To Offer (2:41)
7. This Is Where It Gets Good (6:18)
8. After The Earthquake (1:39)
9. Oh So Lovely (4:18)
10. The Man (3:52)
11. Looking Up (2:57)
12. That's Not Her Way (3:49)
13. I Like The Way This Is Going (2:35)
14. Mystery Of Life (4:21)


CD2:

1. Swimming Lesson (2:55)
2. St. Elizabeth Story (2:30)
3. Let's Ruin Julie's Birthday (3:16)
4. For You (2:43)

Gesamtspieldauer: 57:35




Das 2010 erschienene neunte Studioalbum des Marc Oliver Everett alias „E“ - oder eben der Eels - ist der dritte Teil der Trilogie, welche zwischen Juni 2009 und August 2010, also innerhalb eines guten Jahres veröffentlicht wurde. Auf „Tomorrow Morning“ steht das Thema „Erlösung“ im Vordergrund. Erlösung in Bezug auf den neuen Tag, an dem es nach einer gescheiterten Liebe auch wieder aufwärts beziehungsweise weitergeht. Die Songs auf „Tomorrow Morning“ sind größtenteils sehr ruhig gehalten und strotzen nur so vor Melodiösität und Eingängigkeit. Kaum ein schräger Ton hat sich auf das Album verirrt, alles wirkt und klingt und vermittelt tatsächlich eine Art Aufbruchsstimmung, ein Voranschreiten, das Abschütteln alter Gedanken, das fassen neuer Vorsätze, das ins Auge fassen und Vorantreiben neuer Ziele.

Dabei ist „Tomorrow Morning“ trotz all dieser Aufbruchsstimmung ein sehr zurückhaltendes und unaufdringliches Album geworden und eines der eingängigsten im Albumkatalog der Eels überhaupt. Wer auf schöne harmonische und mitunter fast schon liebliche Klänge in der Musik steht, der wird hier eine ganze Menge für sich entdecken können. Nur wenige Titel wie „Baby Loves Me“ und „Looking Up“ fallen da ein wenig aus dem Rahmen, klingen fast schon schrill und wollen irgendwie gar nicht so richtig zum Rest der Platte passen.

Diese einfühlsame Zurückhaltung der Musik gilt im Übrigen auch für die Zusatz CD der Limited Edition. Zwar sind hier nur vier Titel enthalten, diese reihen sich aber uneingeschränkt in diese harmonische Melodiösität ein, die auf dem ganzen Album vorherrscht. Diese vier Lieder sind dabei nur sehr sanft instrumentiert und heben sich dadurch noch ein wenig vom Rest der Platte ab. Dazu gibt es dann mit „Let's Ruin Julie's Birthday“ auch noch etwas zum Schmunzeln, falls man sich auch für die Texte des Marc Oliver Everett interessiert.

Fazit: Nun, wie kann man dieses Album der Eels am besten umschreiben? Im Grunde genommen passt ein Wort am besten zur Charakterisierung dieser Platte: Schön! Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Schöne, ruhige und eingängige Musik gibt es auf „Tomorrow Morning“ zu hören, die alle diejenigen Eels-Fans begeistern wird, die in den frühen Alben mit den vielen eindringlichen Songs die Höhepunkte im Schaffen des Marc Oliver Everett sehen. Für alle anderen, die leicht folkig angehauchte Musik zu schätzen wissen, stellt die Platte ebenfalls eine klare Kaufempfehlung dar. Eben einfach schön. Elf Punkte.

Anspieltipps: What I Have To Offer, After The Earthquake, Oh So Lovely, Mystery Of Life, St. Elizabeth Story





Montag, 21. Oktober 2013

David Arnold – Tomorrow Never Dies




David Arnold – Tomorrow Never Dies


Besetzung:

David Arnold – composer


Gastmusiker:

Sheryl Crow – vocals, piano („Tomorrow Never Dies“, written by Sheryl Crow & Mitchell Froom)
Pete Thomas – drums („Tomorrow Never Dies“)
Steve Donnelly – guitar („Tomorrow Never Dies“)
Greg Cohen – acoustic bass („Tomorrow Never Dies“)
Mitchell Froom – additional keyboard („Tomorrow Never Dies“)
Mark D. Feldman, Lorenzo Ponce, Dylan Fitzgerald, Juliann Klopotic, Jane Scarpantoni & Matthew Pierce – strings („Tomorrow Never Dies“)
David Arnold & Alex Gifford of „Propellerheads“ – performance of „Backseat Driver“
K.D. Lang – performance of „Surrender“
Moby – performance of „James Bond Theme“, written by Monty Norman
Osho Endo – trumpet („James Bond Theme“)
Rob Hardt – saxophone („James Bond Theme“)
Alexander McCabe – saxophone („James Bond Theme“)
Greg Robison – trombone („James Bond Theme“)



Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Soundtrack


Trackliste:

1. Tomorrow Never Dies, Performance: Sheryl Crow (4:51)
2. White Knight, Performance: Nicholas Dodd (8:30)
3. The Sinking Of The Devonshire, Performance: Nicholas Dodd (7:07)
4. Company Car, Performance: Nicholas Dodd (3:08)
5. Station Break, Performance: Nicholas Dodd (3:30)
6. Paris And Bond, Performance: Nicholas Dodd (1:55)
7. The Last Goodbye, Performance: Nicholas Dodd (1:34)
8. Hamburg Break In, Performance: Nicholas Dodd (2:53)
9. Hamburg Break Out, Performance: Nicholas Dodd (1:26)
10. Doctor Kaufman, Performance: Nicholas Dodd (2:26)
11. *-3-Send, Performance: Nicholas Dodd (1:17)
12. Underwater Discovery, Performance: Nicholas Dodd (3:37)
13. Backseat Driver, Performance: Alex Gifford (4:37)
14. Surrender, Performance: K. D. Lang (3:57)
15. James Bond Theme, Performance: Moby (3:12)

Gesamtspieldauer: 54:00




Nun, mit Soundtracks ist das so eine Sache. Meistens wirken diese eben nur in Verbindung zum Film. Nicht anders ist das hier bei der Musik von David Arnold zum James Bond Streifen „Tomorrow Never Dies“ mit Pierce Brosnan.

Sehr viel „klassisch“ angehauchte Musik bekommt man auf diesem Soundtrack geboten und „klassisch“ ist hier in Bezug zur Instrumentierung der einzelnen Titel gemeint. Ein ganzes Orchester war in die Umsetzung mit eingebunden. Zum „so mal einlegen und anhören“ kaum geeignet, da die Musik zur Untermalung bestimmter Szenen des Films gedacht ist und ohne diese einfach nicht wirkt.

Bleiben also noch das Lied der Sheryl Crow, welches als Titellied für diesen James Bond Streifen auserkoren wurde. Das macht Spaß und man muss den Machern der James Bond Reihe echt mal ein Kompliment machen, wie sie es immer schaffen, bekannte Künstler zu gewinnen, die dann auch noch wirklich gute Lieder zum Film beisteuern. Allerdings ist dieses Lied von Sheryl Crow von der Qualität her, nicht mit denen von zum Beispiel Adele oder Madonna vergleichbar. Trotzdem ein schöner Song.

Am drittletzten Titel ist Alex Gifford von den Propellerheads beteiligt. Das James Bond Thema wird hier ziemlich „synthetisch“ aufgearbeitet. „Surrender“ stammt auch aus der Feder David Arnolds und wird von K.D. Lang interpretiert. Dafür lohnt der Kauf der Platte aber auch nicht, ein Pop-Lied, ganz nett, nicht mehr und auch nicht weniger. Bliebe noch das „James Bond Theme“ von Monty Norman, welches am Ende der Platte von Moby interpretiert wird. Auch hier spielt der Synthesizer eine große Rolle und man hört Pierce Brosnan sich vorstellen. Fast schon schade, dass diese Melodie hier so verfremdet wird.

Fazit: Wer vielleicht Spaß daran hat, die nächste Vorführung seiner Dias mal zu vertonen oder eine PowerPoint-Präsentation aufzupäppeln, für den ist dieses Album vielleicht etwas. Mehr ist dazu dann aber auch schon nicht mehr zu sagen. Drei Punkte.

Anspieltipps: Tomorrow Never Dies, James Bond Theme




Sonntag, 20. Oktober 2013

Bad Company – Bad Co




Bad Company – Bad Co


Besetzung:

Paul Rogers – vocals, piano on „Bad Company“, „Don’t Let Me Down“, second guitar on „Can’t Get Enough“, all instruments on „Seagull“
Mick Ralphs – guitar, keyboards on „Ready For Love“
Boz Burrell – bass
Simon Kirke – drums


Gastmusiker:

Mel Collins – saxophones
Sue and Sunny – back up vocals on „Don’t Let Me Down“


Label: Swan Song Inc.


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Can't Get Enough (4:16)
2. Rock Steady (3:47)
3. Ready For Love (5:02)
4. Don't Let Me Down (4:21)
5. Bad Company (4:51)
6. The Way I Choose (5:06)
7. Movin' On (3:24)
8. Seagull (4:02)

Gesamtspieldauer: 34:50




Ich bin wahrlich kein Blues-Fan. Und auch Blues-Rock hat es mir nicht so richtig angetan. Wenn dazu dann auch noch so Textzeilen auftreten wie „Ready For Love, Oh Baby, I’m Ready For Your Love“ dann schrillen bei mir die Alarmglocken und ich steige aus. Aber bei Bad Company und ihrem Erstlingswerk „Bad Co“ ist dies ein wenig anders. Nicht nur, dass Mel Collins hier, wie schon bei King Crimson am Saxophon zu hören ist und auch Boz Burrell eine Vergangenheit als Bassist bei King Crimson hat, nein, auch die Musik kann mich durchaus immer wieder einfangen – zumindest an einigen Stellen. Ich hielt nichts von der Zusammenarbeit von Brian May und Roger Taylor mit Paul Rogers, dem Sänger und Hauptideengeber von Bad Company, um Queen noch mal aufleben zu lassen, aber dieses Erstlingswerk von Bad Company ist schon irgendwie ein Klassiker.

Das beginnt mit dem wahrlich treibenden und bereits zur Musikgeschichte des Rocks dazugehörigem „Can’t Get Enough“ - trotz der bereits erwähnten miesen Texte. Auch „Rock Steady“ hat seine Stärken und groovt einfach gut. „Ready For Love“ ist eine schöne und gelungene Ballade und „Don't Let Me Down“ dann erst der erste musikalische Fehlgriff für mich. Aber wie gesagt, mir fehlt einfach dieses Blues-Feeling, auch wenn Mel Collins hier alles aus seinem Instrument herauszuholen versucht.

Schließlich folgt aber der Klassiker der Band schlechthin: „Bad Company“ von „Bad Company“ auf „Bad Company“. Einfallsloser geht es wohl kaum noch, doch das Lied ist der Hammer. Richtig gut, so wie man sich toll gemachte Rock-Musik einfach wünscht und vorstellt. Ein Klassiker nicht nur für Bad Company, sondern für das ganze Genre des Rock. Okay, danach wird es mit „The Way I Choose“ wieder getragen und das Wort „Love“ spielt natürlich auch hier wieder die Hauptrolle. Anscheinend ist Paul Rogers da nichts Besseres mehr eingefallen und dieses Blues-„Gedöns“ mit „Oh Baby, Don’t Say Goodbye“ geht einem auch auf den Senkel. Aber sei’s drum. Es gibt ja noch mehr zum Hören. „Movin‘ On“ rockt dann immerhin wieder und „Seagull“ im Anschluss daran, gleichzeitig das letzte Lied der Platte, ist erneut eine sehr schöne Ballade, die durchaus auch wieder überzeugen kann.

Fazit: Die Lieder auf Bad Co von Bad Company sind ein wenig zweigeteilt, manche überzeugen voll, andere sind deutlich weniger gelungen - das mag die eine oder der andere aber vielleicht auch etwas anders sehen, denn über Musikgeschmack lässt sich doch trefflich streiten. Auf alle Fälle ist dieses Album ein Klassiker der Rock-Musik, welches man kennen sollte, wenn man sich in diesem Genre bewegen will. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Can't Get Enough, Bad Company, Seagull





Samstag, 19. Oktober 2013

AC/DC – The Razors Edge




AC/DC – Back In Black


Besetzung:

Angus Young – lead guitar
Malcolm Young – rhythm guitar
Brian Johnson – vocals
Cliff Williams – bass guitar
Chris Slade – drums


Label: ATCO Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Hard-Rock


Trackliste:

1. Thunderstruck (4:53)
2. Fire Your Guns (2:54)
3. Moneytalks (3:46)
4. The Razor's Edge (4:23)
5. Mistress For Christmas (4:00)
6. Rock Your Heart Out (4:07)
7. Are You Ready (4:10)
8. Got You By The Balls (4:30)
9. Shot Of Love (3:57)
10. Let's Make It (3:32)
11. Goodbye And Good Riddance To Bad Luck (3:14)
12. If You Dare (3:08)

Gesamtspieldauer: 46:33




„The Razors Edge“ ist bereits das elfte international veröffentlichte Album der Australier von AC/DC. Und dieses Album hält wahrlich einige Perlen in der Bandgeschichte der Hard-Rocker parat. An erster Stelle zu erwähnen dabei der Titelsong „The Razors Edge“, eines der besten und kraftvollsten Stücke in der langen Schaffensphase von AC/DC. Dazu gesellen sich solch tolle Rocker wie „Thunderstruck“, „Moneytalks“, „Mistress For Christmas“ oder „Are You Ready“.

Auch der Rest der Platte rockt, wie man es nicht anders von AC/DC gewohnt ist. Dabei liegt es natürlich wieder im und am Ohr des Hörers, welches der zwölf Titel sein ganz persönlicher Favorit ist. Festzustellen bleibt allerdings, dass man dieses Mal mit „The Razors Edge“ noch etwas mehr bekommt, als man womöglich erwartet hatte, nach den Veröffentlichungen der Australier in den letzten Jahren. Diese AC/DC-Scheibe weiß deutlich mehr zu begeistern und ist seit „Back In Black“ das Beste, was die australischen Musiker ihren Fans geboten haben. Auf „The Razors Edge“ gibt es wieder Rock, der dieses Mal eben nicht „nur“ rockt vom ersten bis zum letzten Takt des Albums. Hier, auf diesem Album gesellen sich nun auch wieder besondere Riffs und ebensolche Melodien hinzu, die den Hörer sofort beim ersten Hören zu begeistern wissen. Und somit gibt es sie auf diesem elften Album der Band wieder: Titel, die sicherlich zu den Höhepunkten im Schaffen von AC/DC zählen und sich sehr positiv vom „Durchschnitt“ abheben, den AC/DC allzu oft in den 80er Jahren auch produziert hat. Es gibt also erneut knallharten Rock auf die Ohren, dieses Mal schafft es dieser allerdings auch beim Hörer zu zünden.

Fazit: Die Höhepunkte des Albums liegen in der ersten Hälfte der Scheibe. Dann folgt viel kraftvoller Rock, der sich zwar nicht ganz so schnell festsetzt, jedoch ebenfalls hörenswert ist. Und mit „The Razor's Edge“ befindet sich ein Lied auf der Platte, welches man als AC/DC-Fan unbedingt mal gehört haben sollte. Dieser Titel ist absolute erste Sahne für Freunde der härteren Töne. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Thunderstruck, Moneytalks, The Razor's Edge




Freitag, 18. Oktober 2013

Green Day – American Idiot




Green Day – American Idiot


Besetzung:

Billie Joe Armstrong – lead vocals, guitar
Mike Dirnt – bass, backing vocals, lead vocals on "Nobody Likes You"
Tré Cool – drums, percussion, backing vocals, lead vocals on "Rock and Roll Girlfriend"


Gastmusiker:

Rob Cavallo – piano
Jason Freese – saxophone
Kathleen Hanna – guest vocals on "Letterbomb"


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Alternative Rock, Pop-Punk


Trackliste:

1. American Idiot (2:54)
2. Jesus Of Suburbia (9:08)
     I. Jesus Of Suburbia
     II. City Of the Damned
     III. I Don't Care
     IV. Dearly Beloved
     V. Tales Of Another Broken Home
3. Holiday (3:53)
4. Boulevard Of Broken Dreams (4:21)
5. Are We the Waiting (2:43)
6. St. Jimmy (2:55)
7. Give Me Novacaine (3:26)
8. She's A Rebel (2:00)
9. Extraordinary Girl (3:34)
10. Letterbomb (4:06)
11. Wake Me Up When September Ends (4:46)
12. Homecoming (9:19)
     I. The Death Of St. Jimmy
     II. East 12th St.
     III. Nobody Likes You
     IV. Rock And Roll Girlfriend
     V. We're Coming Home Again
13. Whatsername (4:12)

Gesamtspieldauer: 57:17




Über die Umsetzung dieser „Rock-Oper“ hat Arndt hier auf diesen Seiten ja schon etwas geschrieben. Das schien nicht so ganz hingehauen zu haben. Darum soll es hier jetzt aber auch gar nicht gehen, hier soll nun die Musik im Vordergrund stehen und die ist trotz der augenscheinlich miserablen Umsetzung auf der Bühne gar nicht mal so schlecht geraten.

„Jimmy“ ist dabei die Hauptperson dieser „Punk-Rock-Oper“, der sich selbst „Jesus Of Suburbia“ nennt, allerlei erlebt und im Grunde genommen wird mit diesem Werk die Politik des George Walker Bush zur Zeit der Entstehung der Platte angeprangert. „American Idiot“ wurde mit Preisen und Auszeichnungen nur so überhäuft. Nun, solchen Anerkennungen kann man ja praktisch immer skeptisch gegenüberstehen (Ausnahmen sind hier für mich Werke, die wirklich etwas ganz Neues, bisher noch nicht Dagewesenes darstellen), denn wenn der eigene Musikgeschmack nicht so richtig getroffen wurde, kann man als Hörer mit solchen Auszeichnungen eben auch nur relativ wenig anfangen. Und eines gleich vorweg: Die Musik haben Green Day mit „American Idiot“ nicht neu erfunden. Auch nicht ein bestimmtes Genre. Und auf diesem Album ist auch nicht nur Punk zu hören, sondern zum Teil ebenfalls ganz normaler Pop, wie er radiotauglich an die tausendmal aus den Äthern der diversen Radiostationen der Welt herausgehaucht wird.

Allerdings macht die Musik auf „American Idiot“ Spaß. Sie ist abwechslungsreich und hält für den Hörer auch immer wieder Melodien parat, die sich durchaus im Ohr festzusetzen verstehen. Man muss das Ganze jetzt wahrlich nicht mit „Quadrophenia“ von den Who vergleichen, dazu fehlt diesem Werk hier Einiges, aber schlecht ist dieses Album wahrlich nicht geworden, sondern in seiner knapp einstündigen Laufzeit sogar ziemlich abwechslungsreich. Von hart bis soft gibt es eine ganze Menge verschiedene Töne und Takte zu hören, die mal mehr, mal weniger das Musikzentrum des Gehirns zu treffen vermögen. Liegt mal wieder ganz im und am Ohr des Hörers. Langeweile kommt auf jeden Fall nie auf und bereits nach wenigen Durchläufen klingt die Musik vertraut, sodass man sie immer wieder gerne in den CD-Spieler einlegt.

Fazit: Ein weltbewegendes Album ist „American Idiot“ von Green Day nicht geworden, dazu hat es mitunter auch immer wieder mal ein paar Längen. Trotzdem ist das, was man hier als Zuhörer präsentiert bekommt gut gemachte, handwerklich einwandfreie Rockmusik, zu der sich manchmal Abtanzen, ein anderes Mal in Melancholie versinken lässt. Wer auf abwechslungsreiche Musik steht, die nicht nur eine bestimmte Musikrichtung wiedergibt, der sollte hier ruhig mal ein Ohr riskieren – oder zwei. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Jesus Of Suburbia, Boulevard Of Broken Dreams, Give Me Novacaine, Wake Me Up When September Ends, Whatsername



Donnerstag, 17. Oktober 2013

Tori Amos – American Doll Posse




Tori Amos – American Doll Posse


Besetzung:

Tori Amos – vocals, backing vocals, bösendorfer, rhodes, wurlitzer, electric piano, clavichord, mellotron and piano upright


Gastmusiker:

Pip – backing vocals
Clyde – backing vocals
Santa – backing vocals
Isabel – backing vocals
Matt Chamberlain – drums and percussion
Jon Evans – bass
Marc Aladdin – electric and acoustic guitars, electric and acoustic 6- and 12-strings guitars, mandolin, ukelele and ebo guitar
Edward Bale – strings
Matthew Elston – strings
Holly Butler – strings
Rosemary Banks – strings
Nick Hitchens – tuba, euphonium
John Philip Shenale – strings and brass arrangement and conduction


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Pop


Trackliste:

1. Yo George (1:25)
2. Big Wheel (3:18)
3. Bouncing Off Clouds (4:08)
4. Teenage Hustling (4:01)
5. Digital Ghost (3:51)
6. You Can Bring Your Dog (4:04)
7. Mr. Bad Man (3:19)
8. Fat Slut (0:42)
9. Girl Disappearing (4:01)
10. Secret Spell (4:04)
11. Devils And Gods (0:53)
12. Body And Soul (3:57)
13. Father's Son (4:00)
14. Programmable Soda (1:26)
15. Code Red (5:27)
16. Roosterspur Bridge (3:59)
17. Beauty Of Speed (4:08)
18. Almost Rosey (5:24)
19. Velvet Revolution (1:19)
20. Dark Side Of The Sun (4:19)
21. Posse Bonus (1:45)
22. Smokey Joe (4:20)
23. Dragon (5:03)

Gesamtspieldauer: 1:18:54




„American Doll Posse“ ist bereits das neunte Studioalbum der amerikanischen Sängerin und Songwriterin Tori Amos. Und wieder einmal bekommt man sehr viel Musik für sein Geld, denn mit über 78 Minuten hat Tori Amos die Kapazität einer herkömmlichen CD sehr gut ausgeschöpft. Unverkennbar ist das Tori Amos, die man hier auf dem Album aus dem Jahr 2009 zu hören bekommt. Die Stimme macht’s. Die Musik ist allerdings ein wenig anders geraten, als auf anderen Platten der US-Amerikanerin. Diese ist auf „American Doll Posse“ nicht ganz so pianolastig und sogar ein wenig rockig. Sehr viel rockiger zumindest, als auf den bisherigen Veröffentlichungen der Sängerin.

Jedoch fällt nicht nur das deutlich weniger eingesetzte Piano auf diesem Album auf, auch die Lieder sind nicht nur etwas rockiger, sondern sie sind auch etwas anders „gestrickt“. Diese wunderschönen Melodien, die es immer wieder auf einer Veröffentlichung Tori Amos‘ zu bestaunen und bewundern und genießen gibt, die sind hier sehr viel rarer gesät, als auf den anderen Alben. Das schmälert ein wenig den Musikgenuss. Um das nicht falsch zu verstehen, die Musik ist handwerklich wirklich exzellent gemacht, jedoch die Melodien, die wollen einfach nicht so richtig zünden – ganz egal, wie oft man das Album auch einlegt, wie oft man die einzelnen Titel auch abspielt. Bei insgesamt 23 Titeln würden es bei mir nur wenige in mein persönliches „Best Of Album“ der Tori Amos schaffen.

Da ist zum einen das schöne, sanfte und getragene, mit vielen Streichern unterlegte „Girl Disappearing“. Dann jenes, noch nicht einmal eine Minute dauernde und somit viel zu kurze „Devils And Gods“, mit seiner herrlichen Melodie. Auch das jetzt wirklich mal vom Piano dominierte „Father's Son“ hat etwas. Genau wie das im Anschluss daran folgende, jedoch erneut sehr, sehr kurze „Programmable Soda“. Eine lustige und fröhliche Nummer, hauptsächlich mit klassischen Instrumenten umgesetzt. „Velvet Revolution“ klingt ebenfalls sehr schön und ist leider auch wieder nur so ein ganz kurzer Song, den auszuweiten sich wahrlich gelohnt hätte. Bliebe noch das traurige „Smokey Joe“, bei dem jetzt erneut dem Piano eine entscheidende Rolle zukommt.

Das waren nun zugegebenermaßen sechs von insgesamt dreiundzwanzig Titeln, die ich da aufgezählt habe. Drei davon haben allerdings lediglich eine Länge von ungefähr einer Minute. Etwas kurz bei der Gesamtlänge des Albums. Nun und der Rest? Der ist wie bereits erwähnt handwerklich gut gemacht, oftmals etwas flotter unterwegs, als auf den anderen Alben der Tori Amos und dieser ganze Rest schafft es einfach nicht, den Hörer so richtig zu packen. Da ist nur wenig bis nichts mehr dabei, bei dem man denken würde: „Das Lied musst Du jetzt aber unbedingt mal wieder hören“.

Fazit: „American Doll Posse“ ist ein durchschnittliches Album geworden. Für die Verhältnisse, die bei Tori Amos‘-Veröffentlichungen vorherrschen, sogar eine nicht besonders gute Platte. Das reicht zwar immer noch für eine durchschnittliche Bewertung, denn wenn man diese Musik hier mit so manchen Ausstößen anderer Künstler vergleicht, dann ist das trotzdem nicht schlecht, was man auf „American Doll Posse“ zu hören bekommt. Jedoch ist das wohl trotzdem die falsche Herangehensweise an das Album, von dem man erwartet: Das ist eine Tori Amos Platte, die muss einfach etwas Besonderes sein. Vielleicht sollte man sich aber auch nur mal das Cover genauer ansehen. Dort ist die Sängerin in verschiedenen Posen mit verschiedenen Haarschnitten und Haarfarben abgebildet. Wirkt irgendwie komisch und nicht sehr überzeugend. Genau wie diese Platte hier. Acht Punkte.

Anspieltipps: Girl Disappearing, Devils And Gods, Father's Son, Programmable Soda, Velvet Revolution, Smokey Joe





Mittwoch, 16. Oktober 2013

The Pogues – If I Should Fall From Grace With God




The Pogues – If I Should Fall From Grace With God


Besetzung:

Shane MacGowan – vocals, guitar
Spider Stacy – tin whistle, vocals
James Fearnley – accordion, piano, mandolin, dulcimer, guitar, cello, percussion
Jem Finer – banjo, saxophone
Andrew Ranken – drums, vocals
Philip Chevron – guitar, mandolin
Darryl Hunt – bass, percussion, vocals


Gastmusiker:

Terry Woods – cittern lute, concertina, strings, banjo, dulcimer, guitar, vocals
Ron Kavana – banjo, spoons, mandolin
Kirsty MacColl – vocals on "Fairytale Of New York"
Siobhan Sheahan – harp
Brian Clarke – alto saxophone
Joe Cashman – tenor saxophone
Paul Taylor – trombone
Chris Lee – trumpet
Eli Thompson – trumpet


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Irish Folk


Trackliste:

1. If I Should Fall From Grace With God (2:21)
2. Turkish Song Of The Damned (3:28)
3. Bottle Of Smoke (2:47)
4. Fairytale Of New York (4:37)
5. Metropolis (2:51)
6. Thousands Are Sailing (5:29)
7. South Australia (3:28)
8. Fiesta (4:13)
9. Medley: The Recruiting Sergeant / The Rocky Road To Dublin / The Galway Races (4:02)
10. Streets Of Sorrow / Birmingham Six (4:39)
11. Lullaby Of London (3:32)
12. The Battle March Medley (4:10)
13. Sit Down By The Fire (2:18)
14. The Broad Majestic Shannon (2:56)
15. Worms (1:03)

Gesamtspieldauer: 51:53




Auf ihrem dritten Album „If I Should Fall From Grace With God“ aus dem Jahr 1988, hat die Musik der Pogues wieder ein wenig an Fahrt aufgenommen. Die Lieder legten allgemein etwas an Geschwindigkeit zu, wenn auch nicht durchgängig, so wurde doch den etwas „flotteren“ Rhythmen wieder mehr Spielraum eingeräumt. Auch durchaus orientalisch und spanisch klingende Töne haben sich dieses Mal auf das Album geschlichen, allerdings werden diese nur ganz zart angedeutet.

Die Musik macht Spaß und ist überwiegend fröhlich gehalten, nachdenklichere Töne gibt es nur vereinzelt. Die Platte ist wahrlich für all diejenigen gedacht, die ihre gute Laune unterstützen, beziehungsweise schlechte Gedanken vertreiben wollen. „If I Should Fall From Grace With God“ wurde auch zur erfolgreichsten Scheibe der Iren und schaffte es in den britischen Album-Charts bis auf Platz 3.

So beginnt das Album mit dem Titellied „If I Should Fall From Grace With God“ auch gleich richtig flott und genau in dieser Geschwindigkeit geht es die nächsten Titel auch weiter. Mitreißende Irish Folk Musik, mit allen Zutaten, die dafür notwendig sind. Sehr melancholisch wird es dann zum ersten Mal beim Titel „Fairytale Of New York“, bei dem auch Kirsty MacColl einen Gesangspart übernimmt und der Song dann gleich wieder an Fahrt gewinnt. Das folgende Stück „Metropolis“, eine Instrumentalnummer, enthält dabei sogar fast so etwas wie Big Band Sound. Völlig ungewohnte Klänge für The Pogues. Wunderschön verträumt wird es schließlich mit „Thousands Are Sailing“, sicherlich einer der Höhepunkte des gesamten Albums. Schöne Musik zum Träumen.

Zurückhaltend ist die Musik dann nur noch bei „Streets Of Sorrow“, „Lullaby Of London“ und „The Battle March Medley“ – allerdings meist auch nur sequentiell, denn auch hier gewinnt die Musik im Laufe des jeweiligen Songs an Fahrt. Alle anderen Titel haben von Beginn an diese gewisse „Tanzgeschwindigkeit“, für die der Irish Folk ja durchaus auch bekannt ist.

Fazit: Auf „If I Should Fall From Grace With God“ gibt es richtig schöne Melodien zu entdecken. Die Rhythmen machen Laune und das ganze Album ist sehr gut zusammengestellt mit unterschiedlichen Tempi und Sounds, die für viel Abwechslung sorgen. Die Musik weiß zu packen und so wurde dieses Album nicht umsonst zum erfolgreichsten in der Bandgeschichte der Iren. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Fairytale Of New York, Thousands Are Sailing, The Battle March Medley, Sit Down By The Fire