Donnerstag, 8. November 2018

Paul McCartney – Pipes Of Peace




Paul McCartney – Pipes Of Peace


Besetzung:

Paul McCartney – bass guitar, guitars, piano, keyboards, synthesizer, drums, vocals


Gastmusiker:

Linda McCartney – keyboards, backing vocals
Michael Jackson – vocals on "Say Say Say" and "The Man"
Eric Stewart – guitars, backing vocals
Denny Laine – guitars, keyboards, vocals
Hughie Burn – guitar
Geoff Whitehorn – guitar
David Williams – guitar on "Say Say Say"
Stanley Clarke – bass guitar, vocals
Nathan Watts – bass on "Say Say Say"
Chris Hammer Smith – harmonica on "Say Say Say"
Bill Wolfer – keyboards on "Say Say Say"
Gavyn Wright – violin
Jerry Hey – strings, horns
Gary Herbig – flute
Chris Hammer Smith – harmonica
Andy Mackay – saxophone
Ernie Watts – saxophone
Gary Grant – horns
Ringo Starr – drums on "So Bad" and "Average Person"
Steve Gadd – drums
Dave Mattacks – drums
Ricky Lawson – drums on "Say Say Say"
James Kippen – tabla on "Pipes of Peace"
Pestalozzi's Children's Choir – backing vocals on "Pipes of Peace"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Pop


Trackliste:

CD1:

1. Pipes Of Peace (3:55)
2. Say Say Say (3:55)
3. The Other Me (3:58)
4. Keep Under Cover (3:06)
5. So Bad (3:22)
6. The Man (3:56)
7. Sweetest Little Show (2:52)
8. Average Person (4:34)
9. Hey Hey (2:54)
10. Tug Of Peace (2:56)
11. Through Our Love (3:30)


CD2 (Bonus CD der remasterten Wiederveröffentlichung von 2015):

1. Average Person (demo) (4:04)
2. Keep Under Cover (demo) (3:44)
3. Sweetest Little Show (demo) (3:00)
4. It's Not On (demo) (2:55)
5. Simple As That (demo) (3:16)
6. Say Say Say (2015 remix) (6:58)
7. Ode To A Koala Bear (3:47)
8. Twice In A Lifetime (3:02)
9. Christian Bop (2:03)

Gesamtspieldauer: CD1 (39:01) und CD2 (32:54): 1:11:56



„Pipes Of Peace“ ist das vierte Solo-Studioalbum des englischen Musikers Paul McCartney und das elfte, welches er nach der Auflösung der Beatles veröffentlichte. Die anderen sieben Platten dieser Reihe erschienen in Zusammenhang mit seiner neuen Band Wings. „Pipes Of Peace“ wurde am 17. Oktober 1983 auf dem Plattenlabel Parlophone veröffentlicht und ist randvoll gefüllt mit Pop-Musik, die durchaus auch im Bereich des Genres Disco fischt.

War auf dem Vorgängeralbum noch eine Kollaboration mit dem US-amerikanischen Musiker Stevie Wonder zu hören, die als Ergebnis unter anderem die Hit-Single „Ebony And Ivory“ beinhaltete, welche weltweit die Charts stürmte, so war es dieses Mal die Zusammenarbeit mit Michael Jackson, die auf „Pipes Of Peace“ zu hören ist. Im Falle des Liedes „Say Say Say“ klingt dies zumindest noch ganz nett, eine Pop-Nummer, die durchaus hängenbleibt, ohne dabei jedoch etwas Besonderes zu beinhalten oder einen Ohrwurm darzustellen. Die zweite Zusammenarbeit stellt das Lied „The Man“ dar, welches sehr an die Disco-Nummern des Michael Jackson erinnert. Auch sonst befindet sich auf dem Album allerhöchstens noch durchschnittlicher Pop der, wenn er denn nicht von Paul McCartney stammen würde, kaum von jemanden gehört werden würde. Im Falle von „So Bad“, bei dem sich Paul McCartney auch mal im Falsett-Gesang auszuprobieren scheint, klingt es dann richtiggehend peinlich – musikalisch wie textlich. Doch auch auf dem Album „Pipes Of Peace“ lässt sich durchaus auch etwas Lohnendes und Hörenswertes ausmachen.

Da ist zum einen der Titeltrack „Pipes Of Peace“, ein Lied, welches das Ohr umschmeichelt und sich in diesem festsetzt. Ganz klar ein Titel, der so auch aus der Zeit der Beatles stammen könnte. Eingängige Melodie mit Ohrwurmcharakter. Schließlich gibt es noch den Titel „Keep Under Cover“, welcher phasenweise wie ein Klon des Electric Light Orchestras aus dessen ersten Jahren daherkommt. Auch diese Nummer klingt sehr melodiös und geht ins Ohr. Schön gemacht und der zweite und letzte Höhepunkt der Platte. Der ganze Rest auf dieser Platte pendelt zwischen belanglos und schlecht hin und her. Allerwelts-Pop, der zumindest, wenn er denn nicht nervt, heftig langweilt. Schade.

Die Wiederauflage des Albums wird mit einer zweiten CD ausgeliefert, die mit einer Laufzeit von über einer halben Stunde gut ausgestattet ist. Dabei handelt es sich größtenteils um bisher noch nicht veröffentlichtes Material aus Demos, einem Remix und drei weiteren Stücken, die nicht auf dem ursprünglichen Album zu finden sind. Für den Paul McCartney Fan vielleicht ganz nett und lohnend auch diese Versionen zu besitzen, ansonsten wohnt diesen Liedern jedoch keinerlei Mehrwert inne.

Fazit: Paul McCartney hat wunderschöne Lieder geschrieben und damit die Musikwelt nachhaltig beeinflusst. Seine größten „Taten“ vollführte er natürlich innerhalb seiner kompositorischen Partnerschaft mit John Lennon bei den Beatles. Aber auch danach gibt es auf vielen Veröffentlichungen weitere Höhepunkte des Liverpoolers zu hören. Auch auf „Pipes Of Peace“ ist dies der Fall, nämlich durch das wirklich wunderschöne Titellied. Noch ein bis zwei weitere Nummern lassen sich auf dem Album finden, die es lohnt gehört zu werden. Doch der Rest ist zumeist belangloser Pop, der langweilt. Daran ändert auch die Zusammenarbeit mit Michael Jackson nichts. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Pipes Of Peace, Keep Under Cover



Mittwoch, 7. November 2018

Crippled Black Phoenix – New Dark Age




Crippled Black Phoenix – New Dark Age


Besetzung (keine Instrumentenangabe):

Justin Greaves
Mark Furnevall
Daniel Änghede
Daisy Chapman
Ben Wilsker
Niall Hone
Jonas Stälhammar


Gastmusiker (keine Instrumentenangabe):

Belinda Kordic
David Norman
David Greaves
Andy Solomon


Label: Season Of Mist


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Spider Island (5:15)
2. New Dark Age (14:10)
3. Echoes Pt.1 (19:18)
4. Echoes Pt.2 (18:18)

Gesamtspieldauer: 57:02



„New Dark Age“ läuft im Crippled Black Phoenix Kosmos unter der Überschrift EP. Bei einer Laufzeit von fast einer Stunde natürlich eine gewagte Einreihung. „New Dark Age“ ist die achte Studio-Veröffentlichung der Band um Justin Greaves, der das einzige feste und beständige Mitglied bei Crippled Black Phoenix darstellt. Das Album wurde am 26. November 2015 auf dem Plattenlabel Season Of Mist veröffentlicht und enthält neben zwei neuen Liedern auch eine geteilte Cover-Version des Pink Floyd Klassikers „Echoes“ aus dem Album „Meddle“. Der letzte Teil von „Echoes Pt.2“ beinhaltet schließlich auch noch das Cover des Pink Floyd Titels „Childhood‘s End“, den es in der Original-Version auf dem Pink Floyd Album „Obscured By Clouds“ zu hören gibt. Wenn man dieses Verhältnis aus Eigenkompositionen und Cover-Versionen auf „New Dark Age“ in die Waagschale wirft, dann scheint auch die Eingruppierung unter „EP“ einigermaßen erklärbar.

Der Eingangstitel „Spider Island“ rockt, ist kompakt und klingt allerdings eher konventionell. Das Lied geht durchaus ins Ohr, prescht ein wenig düster nach vorne, stellt allerdings lediglich den Einstieg für das folgende Lied dar. Das Titellied „New Dark Age“ ist eine schwermütige, zumeist dunkle Nummer, die zunächst fast schon zäh aus den Boxen quillt, ohne dabei jedoch auch nur im Ansatz langweilig zu klingen. Dass Justin Greaves Pink Floyd nicht so schlecht findet, hört man dem Lied deutlich an. Es ist jedoch nicht der ganze Titel, der wie eine Reminiszenz an dieses musikalische Vorbild klingt, es sind die Zutaten, die es dazu werden lassen. Da mal ein wenig Atmosphäre wie in den 70er Jahren bei Pink Floyd, dort eine Gitarre, wie sie auch David Gilmour hätte spielen können. „New Dark Age“ steigert sich, wird voller, lauter, rockiger, um schließlich wieder in dunkle und sphärische Töne zu münden, die schon fast an „Echoes“ erinnern. Im weiteren Verlauf erklingt die Musik wieder melodiöser, schwillt an und endet fast schon hymnisch. Eine schöne und abwechslungsreiche Nummer, trotz oder gerade durch die Nähe zu Pink Floyd typisch für Crippled Black Phoenix.

Die beiden Cover-Versionen „Echoes Pt.1 & Pt.2“ klingen ebenfalls sehr gelungen, gerade weil sich Crippled Black Phoenix hier nicht absolut strikt an die Vorlage des Originals halten. Sie spielen mit der Musik, variieren sie, wenn auch nicht radikal, so doch durchaus deutlich, indem auch neue Parts eingefügt werden. Die einzelnen Teile werden dabei mit Gesprächen der Pink Floyd Musiker angefüllt, welche vom Director’s Cut des Films „Pink Floyd Live At Pompeii“ stammen. Dies alles wurde der EP „Oh‘ech-Oes“ von Crippled Black Phoenix & Se Delan entnommen. Beide Lieder klingen durchaus gelungen, wenn sie auch nicht den Spannungsbogen des Originals erreichen. Eine Bereicherung dieser EP stellen sie allemal dar.

Fazit: Das Album „New Dark Age“ ist genau aufgrund des Titelliedes eine lohnende Anschaffung für Crippled Black Phoenix Fans. In dieser Nummer klingt die Band abwechslungsreich und spannend. Der Rest ist alles Zugabe. Pink Floyd Fans werden vielleicht sogar ein wenig die Nase rümpfen, da die auf der Platte enthaltenen Cover-Versionen nah, jedoch nicht zu nah am Original sind und somit von diesem abweichen. Aber das ist reine Geschmackssache. Zehn Punkte.

Anspieltipps: New Dark Age



Dienstag, 6. November 2018

Nirvana – In Utero




Nirvana – In Utero


Besetzung:

Kurt Cobain – guitar, vocals
Krist Novoselic – bass guitar
Dave Grohl – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Kera Schaley – cello on "All Apologies" and "Dumb"
Pat Smear – 2nd guitar and backing vocals


Label: DGC Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Grunge, Alternative Rock


Trackliste:

1. Serve The Servants (3:37)
2. Scentless Apprentice (3:48)
3. Heart-Shaped Box (4:41)
4. Rape Me (2:50)
5. Frances Farmer Will Have Her Revenge On Seattle (4:10)
6. Dumb (2:31)
7. Very Ape (1:55)
8. Milk It (3:54)
9. Pennyroyal Tea (3:38)
10. Radio Friendly Unit Shifter (4:51)
11. Tourette's (1:35)
12. All Apologies (3:53)

Gesamtspieldauer: 41:28



„In Utero“ ist das dritte und letzte Studioalbum der amerikanischen Rockband Nirvana. Das Album wurde am 21. September 1993 auf dem Plattenlabel DGC Records veröffentlicht und stieg nach der Veröffentlichung sofort auf Platz eins der Billboard 200 Charts ein. Die Platte wurde von der Recording Industry Association of America fünfmal mit Platin ausgezeichnet und hat sich weltweit inzwischen über 15 Millionen Mal verkauft. Im Jahr 1993 wurden die beiden Titel „Heart-Shaped Box“ sowie „All Apologies“ als Singles ausgekoppelt. Im April 2014, zwanzig Jahre nach dem Tod Kurt Cobains, folgte noch die Single-Veröffentlichung von „Pennyroyal Tea“.

In Utero klingt deutlich rauer, kantiger und ungehobelter als noch der Vorgänger „Nevermind“. Dies war der Plattenfirma allerdings etwas zu „rau“, sodass sie den kommerziellen Erfolg der Platte bezweifelte und den Produzenten Steve Albini bat, das Ergebnis nochmals zu überarbeiten. Dieser weigerte sich jedoch, sodass die Band auf Druck der Plattenfirma hin den R.E.M. Produzenten Scott Litt mit kleineren Änderungen am Sound des Albums beauftragte, die dieser auch vollzog.

Nun, dass der Klang etwas „rauer“ klingt, ist nur die halbe Wahrheit. Es wird zum Teil gebrüllt auf „In Utero“, dass die Fensterscheiben wackeln. Dazu erklingen übersteuerte Passagen, die nahe an eine Kakophonie heranreichen. Zugegebenermaßen sind diese Passagen auf „In Utero“ allerdings rar gesät, man kann sich jedoch denken, wie das Album vor der „Überarbeitung“ geklungen hätte. Sehr viel weniger erfolgreich wäre die Scheibe allerdings wohl nicht gewesen, denn Nirvana waren und sind Kult, der durch den kurz darauf erfolgten Suizid des Kurt Cobain noch zusätzliche Nahrung erhielt.

Die überzeugendsten Titel der Platte in meinen Ohren sind „Heart-Shaped Box“, „Rape Me“ sowie „Dumb“. Klasse gemachter Grunge, der hängenbleibt und so auch auf dem vorherigen Album „Nevermind“ zu finden war. Viele der weiteren Lieder sind ebenfalls in diesem Stil gehalten, sodass das Album wie eine Ausweitung der vorherigen Platte klingt. Dies ist keineswegs langweilig, sondern sehr viel eher eine Erweiterung guter Musik, die sich zu hören lohnt. Die absoluten Höhepunkte sind auf „In Utero“ jedoch seltener zu finden, als noch auf dem Vorgänger-Album.

Fazit: Das dritte und letzte Album von Nirvana, „In Utero“, ist vom Stil her ähnlich gehalten, wie der Vorgänger „Nevermind“. Dazu gibt es ein paar „Explosionen“, die deutlich rauer, manches Mal sogar zerstörerisch klingen. Trotzdem werden Freundinnen und Freunde des Grunge mit diesem Album auf jeden Fall fündig, denn es gibt genug Musik auf der Platte, die „fetzt“ und gleichzeitig doch eingängig ist. Neun Punkte.

Anspieltipps: Heart-Shaped Box, Rape Me, Dumb



Montag, 5. November 2018

Bob Dylan – Bob Dylan




Bob Dylan – Bob Dylan


Besetzung:

Bob Dylan – vocals, acoustic guitar, harmonica


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1962


Stil: Folk, Country Bluues


Trackliste:

1. You’re No Good (1:40)
2. Talkin’ New York (3:20)
3. In My Time Of Dyin' (2:40)
4. Man Of Constant Sorrow (3:10)
5. Fixin’ To Die (2:22)
6. Pretty Peggy-O (3:23)
7. Highway 51 Blues (2:52)
8. Gospel Plow (1:47)
9. Baby, Let Me Follow You Down (2:37)
10. House Of The Risin’ Sun (5:20)
11. Freight Train Blues (2:18)
12. Song To Woody (2:42)
13. See That My Grave Is Kept Clean (2:43)

Gesamtspieldauer: 37:02



Das erste Album des Bob Dylan ist selbstbetitelt und erschien am 19. März 1962 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Produziert wurde das Debut des Bob Dylan von Columbias legendärem Talentsucher John H. Hammond, der Bob Dylan auch für das Label verpflichtete. Die Platte enthält insgesamt dreizehn Titel, von denen elf bereits bekannt waren und die Bob Dylan interpretierte. Lediglich die beiden Lieder „Talkin’ New York“ sowie „Song To Woody“ schrieb der damals noch zwanzigjährige Musiker selbst.

Bob Dylans Debut gewinnt dadurch an Aufmerksamkeit, da es eben seine erste Studio-Platte ist. Die Musik stammt größtenteils nicht von ihm, klingt auch keineswegs gut, sondern für heutige Ohren eher langweilig und längst überholt. Auch die beiden Eigenkompositionen heben sich dabei leider auch nicht vom vernachlässigbaren Rest der Platte ab. Und, um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen soll an dieser Stelle auch der Gesang des Bob Dylan nicht unerwähnt bleiben. Natürlich ist diese nölende Stimme ein Markenzeichen des Bob Dylan. Auf seinem Debut presst er allerdings seine Stimme immer wieder mal so extrem, dass das zu hörende Ergebnis wahrlich gruselig klingt.

Um hier noch die zumindest halbwegs gelungen Nummern und Interpretationen zu erwähnen, seien folgende vier Titel aufgeführt: „Man Of Constant Sorrow“, „Baby, Let Me Follow You Down“, „House Of The Risin’ Sun“ sowie „Song To Woody“. „House Of The Risin’ Sun“ dürfte dabei wohl das bekannteste Lied sein, welches auf der Platte von Bob Dylan neu interpretiert wird. Das Lied an sich klingt ganz nett, wenn man sicher auch schon gelungenere Versionen gehört hat.

Fazit: „Aller Anfang ist schwer“, im Falle der musikalischen Karriere des Bob Dylan stimmt das wahrlich. Um diese Scheibe „grandios“ zu finden, muss ich eingefleischter Fan des Bob Dylan sein. Hier hört man noch interpretierte Lieder, die keineswegs besonders eingängig oder spannend sind. Dazu gesellt sich die Stimme des Bob Dylan, die auf diesem Album ebenfalls noch auf der Suche nach der richtigen Intonation zu sein scheint. Von daher ist die Platte sicherlich ein musikalisches Zeitzeugnis, aber ganz bestimmt kein musikalisches Meisterwerk – diese kommen erst später. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Man Of Constant Sorrow, Baby Let Me Follow You Down, House Of The Risin’ Sun, Song To Woody



Sonntag, 4. November 2018

Haken – Vector




Haken – Vector


Besetzung:

Conner Green – bass
Charlie Griffiths – guitars
Raymond Hearne – drums
Rich Henshall – guitars
Ross Jennings – vocals
Diego Tejeida – keyboards & sound design


Gastmusiker:

Miguel Gorodi – flugelhorn on "Host" & trumpets on "The Good Doctor" 
Pete Rinaldi – additional guitars on "Veil" and "Host"
Pete Jones – additional drum programming on "Puzzle Box"


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

CD1:

1. Clear (1:50)
2. The Good Doctor (3:56)
3. Puzzle Box (7:43)
4. Veil (12:35)
5. Nil By Mouth (6:51)
6. Host (6:45)
7. A Cell Divides (6:04)

CD2:

1. Clear (instrumental) (1:50)
2. The Good Doctor (instrumental) (3:56)
3. Puzzle Box (instrumental) (7:43)
4. Veil (instrumental) (12:35)
5. Nil By Mouth (instrumental) (6:51)
6. Host (instrumental) (6:45)
7. A Cell Divides (instrumental) (6:04)

Gesamtspieldauer CD1 (45:47) und CD2 (45:47): 1:31:34



„Vector“ heißt das fünfte Studioalbum der britischen Progressive Metal Band Haken. Es wurde am 26. Oktober 2018 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht. Es ist das kürzeste Studioalbum der Band und das erste mit einer Dauer von weniger als einer Stunde. Die erste Single des Albums, „The Good Doctor“, erschien am 31. August 2018 zusammen mit dem offiziellen Musikvideo. Die zweite Single heißt „Puzzle Box“ und wurde am 28. September 2018 als digitaler Download veröffentlicht, nachdem täglich, passend zum Namen, sechs verschlüsselte Teile davon im Sinne des Liedthemas veröffentlicht worden waren. Die Originalversion von „Puzzle Box“ entsteht, wenn die verschlüsselten Teile in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Eine dritte Single, „A Cell Divides“, erschien schließlich noch am 19. Oktober zusammen mit dem dazugehörigen Videoclip.

„Vector“ klingt hart, knallhart sogar. Dieses Spiel mit den Atmosphären und Intensitäten, welches Haken auf vorherigen Veröffentlichungen so wunderbar zelebrierte, dieses ist auf „Vector“ eindeutig zugunsten der Metal-Töne verschoben worden. Keinen Retro Prog mehr, keinen New ArtRock, auf „Vector“ hört man Progmetal und das ziemlich konsequent. Schwere Gitarren, ein treibender Bass und ein schier explodierendes und durchgängig treibendes Schlagzeug, das sind die Zutaten auf diesem Album. Beim ersten Hören der Scheibe klang das Gesamterlebnis des neuen Haken-Outputs für mich von daher etwas einseitig – mit der Ausnahme des Titels „Host“. Doch wie so oft – und ganz besonders bei guter Musik – ergibt sich nach vielen Durchläufen der Scheibe ein etwas differenzierterer Eindruck des Albums. Bestimmte Teile erschließen sich einem erst beim wiederholten Hören, Melodien entwickeln sich, scheinen eingängiger zu werden. Freilich bleibt das Gehörte Progmetal, doch die wenigen etwas ruhigeren und gemäßigteren Stellen gewinnen an Bedeutung und lassen das gesamte Album wieder etwas abwechslungsreicher erscheinen.

Besonders gelungen auf „Vector“ sind das längste Lied des Albums „Veil“ und der Titel „Host“. „Veil“ gestaltet sich abwechslungsreicher als die restlichen Nummern, was wohl auch mit seiner Spieldauer zu begründen ist. Über zwölf Minuten nur harter Rock wäre dann doch vielleicht etwas zu fad und langweilig geworden. In dem Stück gibt es brachiale Passagen neben sehr ruhigen Abschnitten, die dabei auch ins Ohr gehen. „Host“ ist dagegen die Ausnahme auf „Vector“ und fällt dadurch aus dem Rahmen, dass es eher sanft, dann sogar abschnittsweise sphärisch klingt. Gegen Ende hin wird auch hier das Tempo angezogen, was allerdings durch eine schöne und spannende Steigerung vermittelt wird.

Die Deluxe-Version des Albums wird mit einer zweiten CD ausgeliefert, auf der alle Titel nochmals in Instrumentalversionen hinterlegt sind. Im Falle von „Clear“ und „Nil By Mouth“, auch auf CD 1 bereits Instrumentallieder, bedeutet dies, dass sie zweimal vorhanden sind – exakt identisch. Der Sinn erschließt sich mir dabei nicht ganz. Doch die Aufmachung des Albums in Form eines kleinen Buches finde ich sehr gelungen und lässt „Vector“ wertvoller wirken, als in einem schlichten Jewel Case.

Fazit: Ich kannte bisher von Haken nur die Alben „Aquarius“ und „The Mountain“. Beide finde ich noch abwechslungsreicher, gelungener und eingängiger als „Vector“. Trotzdem macht auch diese Platte Spaß und Laune – ganz besonders sogar, wenn man mehr auf Progmetal, denn auf Progressive Rock steht. „Vector“ ist relativ uniform gehalten, geradlinigen und zum Teil brachialen Metal gibt es zu hören, Melodien treten dabei eher in den Hintergrund. Doch natürlich gibt es diese auch zu entdecken, besonders wenn man dem Album eine gewisse Zeit zum „Reifen“ einräumt. Ich bin mal sehr gespannt, wie mir diese Scheibe in einem Jahr gefällt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Veil, Host



Samstag, 3. November 2018

Spock’s Beard – Brief Nocturnes And Dreamless Sleep




Spock’s Beard – Brief Nocturnes And Dreamless Sleep


Besetzung:

Ted Leonard – lead and backing vocals, guitar
Alan Morse – electric and acoustic guitars, backing vocals, pedal & lap steel guitar, mandolin, autoharp
Ryo Okumoto – organ, mellotron, piano, synths, clavinet, vocoder
Dave Meros – bass guitar, backing vocals
Jimmy Keegan – drums and percussion, timpani, backing vocals


Gastmusiker:

Stan Ausmus – additional guitar ("The Man You’re Afraid You Are")
John Boegehold – vocoder ("Something Very Strange")
Craig Eastman – violin, viola, hurdy-gurdy ("Waiting For Me", "Down A Burning Road")
Neal Morse – additional guitar ("Waiting For Me")


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Retro Prog, Melodic Rock


Trackliste:

1. Hiding Out (7:14)
2. I Know Your Secret (7:42)
3. A Treasure Abandoned (8:56)
4. Submerged (5:00)
5. Afterthoughts (6:08)
6. Something Very Strange (8:23)
7. Waiting For Me (12:36)

Gesamtspieldauer: 56:02




„Brief Nocturnes And Dreamless Sleep“ heißt das elfte Studioalbum der US-amerikanischen Progressive-Rock-Band Spock's Beard. Es ist das erste Album der Band mit dem neuen Sänger Ted Leonard und dem Schlagzeuger Jimmy Keegan anstelle von Nick D‘Virgilio. Das ehemalige Mitglied und Hauptkomponist Neal Morse schrieb an den Titeln „Afterthoughts“ und „Waiting For Me“ mit, wobei er auf dem letztgenannten Lied auch an der Gitarre zu hören ist.

„Brief Nocturnes And Dreamless Sleep“ klingt rockig, oftmals nach Melodic Rock, angereichert mit einer Prise Progressive Rock. Die Lieder hören sich durchgängig sehr eingängig und melodiös an. Es gibt symphonische Passagen, krumme Takte und wunderschönen mehrstimmigen Gesang auf dem Album zu hören, welches auch gleich beim ersten Durchlauf zu gefallen weiß. Der neue Sänger Ted Leonard macht seine Sache sehr gut, klingt in jeder lauten und leisen Passage überzeugend und lässt den Verlust von Nick D’Virgilio nicht mehr schmerzen, der auch am Schlagzeug vom bereits Spock’s Beard-Tour-erfahrenen Jimmy Keegan unspektakulär und unauffällig ersetzt wurde. „Brief Nocturnes And Dreamless Sleep“ klingt locker und frisch und weiß an vielen Stellen des Albums sehr zu überzeugen.

Dieses Mal sind es jedoch nicht die Stücke, die der ehemalige „Leader“ der Band, Neal Morse schrieb und beisteuerte, die zu den Höhepunkten des Albums gehören. „Afterthoughts“ und „Waiting For Me“ klingen zwar ebenfalls durchaus überzeugend und dabei auch sehr nach der Musik des Neal Morse, allerdings ragen sie aus den restlichen Titeln nicht heraus. Die Highlights auf „Brief Nocturnes And Dreamless Sleep“ heißen „A Treasure Abandoned“ sowie „Something Very Strange“. Mitreißender melodischer NeoProg, der ins Ohr geht und durch zahlreiche Passagen führt, die mal rockiger, mal verträumter und ein anderes Mal progressiver klingen. Überzeugender Gesang, ein- wie mehrstimmig, tolle Soli, klasse Orgelsound und ein Mellotron-Einsatz, der an längst vergangene Zeiten des Progressive Rock zu erinnern scheint. Sehr abwechslungsreich.

Fazit: „Brief Nocturnes And Dreamless Sleep“ ist ein kurzweiliges Album geworden, welches ins Ohr geht. Eingängige und abwechslungsreiche Musik, die beim ersten Hörn zu überzeugen weiß und mit den weiteren Durchläufen der Scheibe noch zu wachsen scheint. Kein platter Melodic Rock und auch kein zu vertrackter Progressive Rock. Irgendwo in der Mitte angesiedelt weiß die Platte zu gefallen und ist genau deswegen auch hörenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: A Treasure Abandoned, Something Very Strange



Freitag, 2. November 2018

The Police – Zenyatta Mondatta




The Police – Zenyatta Mondatta


Besetzung:

Sting – bass guitar (all but 8), lead and backing vocals, synthesizer
Andy Summers – guitar, backing vocals, bass guitar (8), piano (4), synthesizer (8)
Stewart Copeland – drums, backing vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: New Wave, Reggae Rock


Trackliste:

1. Don‘t Stand So Close To Me (4:04)
2. Driven To Tears (3:20)
3. When The World Is Running Down, You Make The Best Of What‘s Still Around (3:38)
4. Canary In A Coalmine (2:26)
5. Voices Inside My Head (3:53)
6. Bombs Away (3:09)
7. De Do Do Do, De Da Da Da (4:09)
8. Behind My Camel (2:54)
9. Man In A Suitcase (2:19)
10. Shadows In The Rain (5:02)
11. The Other Way Of Stopping (3:22)

Gesamtspieldauer: 38:21



„Zenyatta Mondatta“ heißt das dritte Studioalbum der englischen Rockband The Police. Es erschien am 3. Oktober 1980 auf dem Plattenlabel A&M Records. Das Album enthält mit den Titeln „Don‘t Stand So Close To Me“ und „De Do Do Do, De Da Da Da“ zwei der bekanntesten Lieder der Band, die auch als Singles veröffentlicht worden waren. „Zenyatta Mondatta“ erreichte Platz 1 der UK Albums Chart, in Deutschland kletterte das Album bis auf Platz 5. Die Lieder stammen größtenteils aus der Feder von Sting. Lediglich „Bombs Away“ und „The Other Way Of Stopping“ schrieb Stewart Copeland, von Andy Summers stammt die Instrumentalnummer „Behind My Camel“, die als beste Rock-Instrumental-Performance sogar mit einem Grammy bedacht wurde.

Damit ist schon sehr viel über „Zenyatta Mondatta“ gesagt. Denn wie viele Police Platten beinhaltet auch diese Scheibe ein paar sehr überzeugende Titel und jede Menge Musik, die es leider kaum lohnt gehört zu werden. Vieles auf „Zenyatta Mondatta“ klingt einfach nicht und möchte schon gar nicht ins Ohr gehen. Die Platte wurde unter sehr großem Zeitdruck komponiert und schließlich auch eingespielt und genau das glaubt man diesem Album auch anzuhören. Eine Scheibe, welche mit sehr viel Füllmaterial ausgestattet wurde, welches wiederum einfach nur langweilig und belanglos klingt.

Die Höhepunkte auf dem Album sind eben die beiden Single-Auskopplungen „Don‘t Stand So Close To Me“ und „De Do Do Do, De Da Da Da“ sowie die ebenfalls bereits erwähnte Instrumentalnummer „Behind My Camel“. In diesen Liedern klingen die drei Engländer überzeugend und machen Spaß, wie man damals auch auf vielen Tanzflächen diverser Discos beobachten konnte. Vom ganzen Rest hört sich noch die Nummer „Shadows In The Rain“ zumindest ansatzweise interessant an, da sie gegen Ende hin immer experimenteller klingt. Aber weder die zweite Instrumentalnummer „The Other Way Of Stopping“ noch eines der restlichen Lieder reicht auch nur ansatzweise an die Höhepunkte auf „Zenyatta Mondatta“ heran.

Fazit: „Zenyatta Mondatta“ ist eines jener Alben, die man sich wegen drei Titeln zulegt und gleich beim ersten Hören merkt, dass man den ganzen Rest vergessen kann, da man damit nicht „warm“ werden wird. Viel Stück- und Beiwerk gibt es auf diesem Album zu hören, auf dem die Höhepunkte selbst auch nicht die Höhepunkte im Schaffen der Band Police sind. Von daher ist „Zenyatta Mondatta“ keine Platte, die man unbedingt komplett haben muss – was eingefleischte Police-Fans natürlich ganz anders sehen werden. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Don‘t Stand So Close To Me, De Do Do Do, De Da Da Da, Behind My Camel



Donnerstag, 1. November 2018

Dear Reader – Idealistic Animals




Dear Reader – Idealistic Animals


Besetzung:

Cherilyn MacNeil – ohne weitere Angaben


Gastmusiker:

Brent Knopf – ohne weitere Angaben
Jean-Louise Nel – viola and vocals
Jacob Lind – drums and vocals
Eric Sunbring – guitars and vocals
Martin Wenk – horns, vibraphone, baritone guitar, mandotar and accordion
Cadimhe McAlister – harp and vocals
Fritz Brückner – bassoon
Bernt Brückner – clarinet
Isabel Brückner – clarinet
Matt Sheehy – vocals
Dave Depper – vocals and bass and guitar
Mark Shirazi – drums
Sven Michelson – drums
John Askew – percussion
Jessica Beer – choir
Christopher Cotter – choir
Jen Dolan – choir
Tamara Harris – choir
Bennett Baily – choir
Tom Fahrbach – choir
Mini Shapenote – choir


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Alternative Pop


Trackliste:

CD1:

1. Fox (Take Your Chances) (3:46)
2. Monkey (Go Home Now) (4:19)
3. Mole (Mole) (3:36)
4. Earthworm (All Hail Our Ailing Mother) (4:00)
5. Giraffe (What's Wrong With Us) (3:27)
6. Man (Idealistic Animals) (4:56)
7. Camel (Not Black Or White But Camel) (3:42)
8. Whale (Boohoo) (3:36)
9. Bear (Young's Done In) (3:37)
10. Elephant (Hearter) (2:44)
11. Kite (Soon We'll Light Up) (1:35)

CD2:

1. Monkey (4:53)
2. Whale (3:39)
3. Camel (4:21)
4. Mole (3:32)
5. Bear (4:19)

Gesamtspieldauer CD1 (39:23) und CD2 (20:47): 1:00:10




Dear Reader ist eine Alternative Pop Band aus Johannesburg, Südafrika. Die Band wurde 2008 von der Sängerin und Songwriterin Cherilyn MacNeil und dem Produzenten und Bassisten Darryl Torr gegründet. Seit dem Jahr 2010 ist Dear Reader jetzt das Solo-Projekt der Cherilyn MacNeil, die inzwischen in Berlin lebt. „Idealistic Animals“ wurde im Jahr 2011 auf dem Plattenlabel City Slang veröffentlicht, ist die zweite Platte von Dear Reader und gleichzeitig, die erste Scheibe, die Cherilyn MacNeil ohne Darryl Torr einspielte.

Auf „Idealistic Animals“ hört man Alternative Pop, der zumeist sanft und warm aus den Boxen strömt. Die elf Lieder der Platte gehen allesamt ins Ohr, sind melodisch und eingängig aufgebaut. Die Instrumentierung ist dabei eher zurückhaltend gewählt, oftmals sind es Hintergrundchöre, die die Atmosphäre noch etwas dichter packen. Eher selten wird das Tempo eines Liedes auch mal angezogen oder es bewegt sich von Beginn an im eher „flotteren“ Bereich. Doch diese Stellen gibt es sehr wohl auch auf „Idealistic Animals“ und lassen die Platte dadurch noch deutlich abwechslungsreicher klingen.

„Fox (Take Your Chances)“, „Camel (Not Black Or White But Camel)“ sowie „Whale (Boohoo)“ heißen die Höhepunkte des Albums. Die Lieder steigern sich in dieser Reihenfolge bezüglich ihres Tempos. Ist „Fox (Take Your Chances)“ noch sehr zurückhaltend und atmosphärisch dicht, klingt „Camel (Not Black Or White But Camel)“ nicht nur flotter, sondern auch deutlich fröhlicher. „Whale (Boohoo)“ zieht bezüglich des Tempos nochmals ein wenig an und wenn schließlich der Refrain erklingt, möchte man am liebsten gleich mit einstimmen. Allen drei Stücken ist die Melodiösität gemeinsam, dieses gewisse Etwas, was einen Titel ins Ohr gehen und dort verweilen lässt.

Mit der „Limited Deluxe Edition“ des Albums bekommt man ein Doppelalbum geliefert, welches auf der zweiten CD fünf ausgewählte Stücke nochmals in akustischer Version, live eingespielt enthält. Nicht unbedingt der Mehrwert, aber eine nette Ergänzung.

Fazit: Keinen platten Pop bekommt man auf „Idealistic Animals“ von Dear Reader, der Band der Südafrikanerin Cherilyn MacNeil geboten. Musik mit Tiefgang, abwechslungsreich und ins Ohr gehend. Viele der Titel bleiben dabei auch längerfristig hängen. Es gibt die nachdenklichen Momente neben den fröhlicheren Passagen auf der Platte, auf der zwar keine neuen Wege gegangen werden, die jedoch vorhandene Pfade erweitert und bereichert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Fox, Camel, Whale



Mittwoch, 31. Oktober 2018

Pain Of Salvation – The Perfect Element Pt. 1




Pain Of Salvation – The Perfect Element Pt. 1


Besetzung:

Daniel Gildenlöw – lead vocals, guitar
Kristoffer Gildenlöw – bass, backing vocals
Johan Hallgren – guitar, backing vocals
Fredrik Hermansson – keyboards, steinway and samples
Johan Langell – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Mihai Cucu – strings
Camilla Andersson – strings
Petter Axelsson – strings
Gretel Gradén – strings
Johnny Björk – strings


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Used (5:23)
2. In The Flesh (8:36)
3. Ashes (4:28)
4. Morning On Earth (4:34)
5. Idioglossia (8:29)
6. Her Voices (7:56)
7. Dedication (4:00)
8. King Of Loss (9:46)
9. Reconciliation (4:24)
10. Song For The Innocent (3:02)
11. Falling (1:50)
12. The Perfect Element (10:09)

Gesamtspieldauer: 1:12:42



„The Perfect Element Pt. 1“ heißt das dritte Studio-Album der schwedischen Progressive Metal Band Pain Of Salvation. Das Album wurde am 31. Oktober 2000 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht und ist wieder ein Konzeptalbum der Schweden, welches sich dieses Mal mit der Entwicklung des Menschen beschäftigt, insbesondere mit den Ereignissen in der Kindheit und der Jugend. Es ist das erste Teil eines geplanten dreiteiligen Konzepts. „The Perfect Element Pt. II“ wurde im Jahr 2007 unter dem Titel „Scarsick“ in Form des sechsten Studio-Albums veröffentlicht.

Die Musik auf „The Perfect Element Pt. 1“ ist abwechslungsreicher Progressive Metal, der auch ganz gut ins Ohr geht. Die Musik klingt, Daniel Gildenlöw ist neben einem guten Gitarristen auch ein guter Sänger. All dies überzeugt durchaus auf der Platte, trotzdem hinterlässt das alles keinen bleibenden Eindruck, da die Musik der fünf Schweden einfach zu „ähnlich“ klingt. Irgendwie glaubt man das alles schon mal von Dream Theater, Queensrӱche oder Kaipa gehört zu haben. Hat man zwar nicht, eigenständig klingt die Musik von Pain Of Salvation auf „The Perfect Element Pt. 1“ allerdings trotzdem nicht. Das Besondere fehlt und damit auch die Nachhaltigkeit – und dies alles, obwohl die Musik beim Rock-Freund durchaus landen kann. Mal rockiger, mal sanfter, mal lauter, mal leiser sind die Lieder gehalten, die aus mehreren Teilen aufgebaut sind und bei denen niemals Langweile aufkommt und es einiges zu entdecken gibt.

Es gibt kein schlechtes Lied, keinen Ausfall auf dem Album. Die Höhepunkte sind in meinen Ohren das etwas sanftere, sehr eingängige und an manchen Stellen fast schon bombastische „Ashes“ und die Nummer „Her Voices“, ein Lied, welches ebenso sanft beginnt, sich im weiteren Verlauf jedoch immer weiter steigert. Das sind zwei Nummern, die auch länger wirken. Der Rest ist durchaus ebenfalls nett und gut geraten, doch dieser richtige Funke, der mag irgendwie nicht überspringen – zumindest nicht bei mir.

Fazit: „The Perfect Element Pt. 1“, das dritte Studio-Album der schwedischen Band Pain Of Salvation, ist durchaus ein gelungenes Progressive Metal Album geworden. Die Lieder sind abwechslungsreich und gehen ins Ohr. Leider nur verbleiben sie dort nicht allzu lange, was das Ganze immer zu einem kurzen Erlebnis werden lässt, an welches man sich bald nicht mehr erinnert. Das liegt daran, dass das Außergewöhnliche und Besondere einfach auf dieser Platte fehlt und man alles schon mal gehört zu haben glaubt. Trotzdem bestimmt kein schlechtes Album. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ashes, Her Voices



Dienstag, 30. Oktober 2018

Razorlight – Olympus Sleeping




Razorlight – Olympus Sleeping


Besetzung:

Johnny Borrell – vocals, guitars, bass, synthesizer, keyboards and percussion
David Ellos – guitars, backing vocals, bass, drums and mellotron
Martin Chambers – drums


Gastmusiker:

Adam Green – voice abd sound effects on intro
Diane Birch – backing vocals and additional vocal arrangements
Alex Reeves – drums on „Sorry“ and „City Of Women“, additional drums on „Carry Yourself“
Clementine Brown – brass arrangement and synthesizer on „Brighton Pier“
Tomasso Colliva – synthesizer and celeste
Paolo Raineri – trumpet on „Brighton Pier“
Francesco Bucci – trombone on „Brighton Pier“


Label: Atlantic Culture Records


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Independent Rock, Indie Pop


Trackliste:

1. Got To Let The Good Times Back Into Your Life (3:00)
2. Razorchild (3:01)
3. Brighton Pier (2:45)
4. Good Night (1:37)
5. Carry Yourself (3:53)
6. Japanrock (3:13)
7. Midsummer Girl (2:42)
8. Iceman (2:58)
9. Sorry? (3:07)
10. Olympus Sleeping (2:49)
11. No Answers (4:02)
12. City Of Women (6:34)

Gesamtspieldauer: 39:49




Razorlight sind eine englische Indie-Rock-Band, die 2002 von deren Lead-Sänger und Gitarristen Johnny Borrell gegründet wurde, der auch das einzige ständige Mitglied von Razorlight darstellt. In den Jahren 2004 bis 2008 veröffentlichte die Band drei durchaus erfolgreiche Studioalben. Danach widmete sich Johnny Borrell anderen musikalischen Richtungen und seine Band ruhte zunächst für eine gewisse Zeit. Doch nun sind Razorlight wieder in neuer Besetzung da und veröffentlichten am 26. Oktober 2018 ihr neues und viertes Album mit dem Titel „Olympus Sleeping“, welches auf dem Label Atlantic Culture Records veröffentlicht wurde.

In einem Interview sagt Johnny Borrell über „Olympus Sleeping“: „Ich habe dieses Album mit nichts weiter im Sinn geschrieben, als der puren Freude an der Musik.“ Und genau dies scheint man auch aus jedem der zwölf Titel herauszuhören: Die Freude am Spielen und die Freude an seiner Musik. Auf „Olympus Sleeping“ hört man Indie Rock, der mitunter auch in das Genre des Pops hineinreicht und fröhlich und unbeschwert aus den Boxen herausströmt. Da macht das Zuhören jede Menge Spaß und da viele Lieder auch über einen gewissen Groove verfügen, bleiben die Füße kaum ruhig, wollen einfach im Takt mitwippen. Viele der Melodien gehen zudem bereits mit dem ersten Mal des Hörens ins Ohr und halten sich dort auch.

Die Höhepunkte des Albums sind für mich die beiden Titel „Carry Yourself“ sowie „Iceman“. Erstgenannte Nummer ist solch ein ansteckendes Gute-Laune-Lied mit Ohrwurmcharakter, welches man einmal gehört so schnell nicht mehr vergisst. „Iceman“ klingt dagegen sehr viel nachdenklicher, besitzt allerdings ebenfalls eine wunderschöne Melodie, die sich jedoch deutlich sanfter und zurückhaltender generiert und dabei nicht weniger gut festsetzt. Ausfälle gibt es allgemein keine auf diesem Album, sodass dem Hörgenuss nichts im Wege steht. Die Laufzeit des Albums ist allerdings nicht sehr üppig bemessen, wodurch das kurzweilige Hören von „Olympus Sleeping“ noch schneller vorbeizuströmen scheint.

Fazit: „Olympus Sleeping“ von Razorlight ist eine helle, fröhliche und optimistische Platte geworden. Die zehn Jahre Pause, die zwischen dem dritten und vierten Album der Band liegen, hört man den Liedern von Razorlight nicht an. Und auch wenn Johnny Borrell die Musik auf „Olympus Sleeping“ nicht neu erfindet, so bereichert er sie doch mit einem groovenden und sehr eingängigen Album. Neun Punkte.

Anspieltipps: Carry Yourself, Iceman



Tourdaten 2019:

06. Februar   Berlin - Heimathafen
11. Februar   München - Freiheiz
12. Februar   Köln - Kantine
13. Februar   Hamburg - Grünspan



Montag, 29. Oktober 2018

Florence And The Machine – High As Hope




Florence And The Machine – High As Hope


Besetzung:

Florence Welch – vocals, drums (1, 3, 4), percussion (1, 4, 5, 7–9), piano (3, 4, 8), additional synths (1), additional drums (2)


Gastmusiker:

Emile Haynie – synths (2–6, 8, 10), drums (1, 5, 6, 7, 10), additional synths (1, 7, 9), additional drums (2–4, 8)
Brett Shaw – Rhodes (1), synths (3, 4), programming (track 6), bass (7), additional synths (track 6, 7), additional drums (3, 4), additional percussion (8)
Thomas Bartlett – piano (1, 2, 7), Mellotron (1, 2, 4, 9), organ (2), synths (4, 7, 9), bass (5, 9), keyboards (5, 8), additional synths (8), additional piano (9)
Andrew Wyatt – bass (1, 9), piano (10), Mellotron (10), additional synths (1)
Jonathan Wilson – guitars (8), additional drums (1, 7, 8), additional guitar (2)
Rob Ackroyd – guitars (2, 5, 7), ukelele (3)
Greg Leisz – pedal steel guitar (2, 5)
Carla Azar – drums (2)
Tom Monger – harp (2, 3, 5–8, 10)
Kamasi Washington – tenor saxophone (3, 4, 8); horns arrangement (3, 4, 8)
Jamie xx – drums (4), synths (4)
James Gadson – additional drums (4)
Jasper Randall – vocal contracting (5)
Angela Parrish – backing vocals (5)
Leslie Stevens – backing vocals (5)
Sampha Sisay – piano (6)
Tobias Jesso Jr. – additional keyboards (6), piano (9)
Josh Tillman – additional guitar (8)
Nathan Willett – backing vocals (8)
Lu Lu McJunkins – cello (8)


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Independent Pop


Trackliste:

1. June (3:43)
2. Hunger (3:34)
3. South London Forever (4:22)
4. Big God (4:01)
5. Sky Full Of Song (3:45)
6. Grace (4:48)
7. Patricia (3:37)
8. 100 Years (4:58)
9. The End Of Love (4:41)
10. No Choir (2:31)

Gesamtspieldauer: 40:05



„High As Hope“ heißt das vierte Studioalbum der englischen Indie-Rockband Florence And The Machine um die Musikerin und Sängerin Florence Welch. Das Album wurde am 29. Juni 2018 auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht. Drei Singles wurden mit den Liedern „Sky Full Of Song“, „Hunger“ sowie „Patricia“ aus dem Album ausgekoppelt. Im Vereinigten Königreich und in den Billboard 200 Charts der USA kletterte die Platte bis auf Platz 2, in Deutschland erreichte sie immerhin Platz 5 der Charts.

Wer die Stimme der Florence Welch mag, die oder der wird begeistert von „High As Hope“ sein. Abwechslungsreich, überzeugend und einfach schön klingt der Gesang der Florence Leontine Mary Welch, wie sie mit vollem Namen heißt. Die zehn auf dem Album enthaltenen Lieder gehen zudem allesamt gut ins Ohr, klingen sowohl eingängig wie auch melodiös. Ausgefallenes oder gar Besonderes bekommt man auf dieser Scheibe zwar nicht zu hören, jedoch gut gemachten Pop, der immer wieder auch mal orchestral untermalt wird. Independent Pop, der weder platt, noch anbiedernd, noch langweilig klingt. Musik die unterhält, auf die man sich konzentrieren kann, die allerdings auch im Hintergrund laufen kann und dabei gerade durch den Gesang das eine oder andere Mal aufhorchen lässt.

Viele schöne Lieder, keine Ausfälle und zwei Höhepunkte bietet „High As Hope“ den Hörerinnen und Hörern. Die etwas herausstechenden Titel heißen „Big God“ und „Patricia“. Beides sehr eingängige Nummern, kleine Ohrwürmer, wobei vor allen Dingen der Titel „Big God“ auch mit jeder Menge Abwechslung aufzuwarten weiß, etwas rockig klingt, obwohl es auch hier einige orchestrale Instrumente zu hören gibt. Nicht zuletzt wiederum durch den Gesang steigert sich dieses Lied, groovt und besitzt bereits beim zweiten Mal des Hörens einen gewissen Wiedererkennungswert.


Fazit: Florence And The Machine machen keine außergewöhnliche Musik, jedoch unterhaltende. Das Außergewöhnliche ist im Falle von Florence And The Machine der Gesang der Florence Welch, der an vielen Stellen begeisternd klingt. Ansonsten befindet sich auf „High As Hope“ gut gemachter Pop, der sich mit jedem Takt eingängig und melodiös anhört. Wer keine zu komplizierte, jedoch durchaus abwechslungsreiche Musik schätzt, die vom Gesang geprägt ist, die oder der kann hier ohne zu Zögern zugreifen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Big God, Patricia



Sonntag, 28. Oktober 2018

Iron Butterfly – Heavy




Iron Butterfly – Heavy


Besetzung:

Ron Bushy – drums
Darryl DeLoach – tambourine, vocals
Doug Ingle – organ, vocals
Jerry Penrod – bass, vocals
Danny Weis – guitar


Label: ATCO


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Rock, Pop, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Possession (2:46)
2. Unconscious Power (2:32)
3. Get Out Of My Life, Woman (3:58)
4. Gentle As It May Seem (2:28)
5. You Can’t Win (2:41)
6. So-Lo (4:05)
7. Look For The Sun (2:14)
8. Fields Of Sun (3:12)
9. Stamped Ideas (2:08)
10. Iron Butterfly Theme (4:34)

Gesamtspieldauer: 30:43



„Iron Butterfly“, die US-amerikanische Rockband, dürfte den allermeisten wohl aufgrund ihres 1968er Hits „In-A-Gadda-Da-Vida“ bekannt sein, der den Weg zur Entwicklung von eher biederem Rock hin zu Hard Rock und Heavy Metal Musik ebnete. Die Band aus San Diego, Kalifornien, gibt es auch im Jahr 2018 immer noch, einziges verbliebenes Gründungsmitglied ist der Schlagzeuger Ron Bushy. In der Band spielten seitdem an die 50 Musiker, die sich auch Band-Mitglieder nennen durften. Es gab zahlreiche Auflösungen und erneute Neugründungen, das letzte Album wurde im Jahr 1975 veröffentlicht. Da scheint eine Band nun fast schon ein halbes Jahrhundert von ihren alten Taten zu leben. Allerdings gab es bereits vor der Platte „In-A-Gadda-Da-Vida“ eine Veröffentlichung, welche am 22. Januar desselben Jahres erschien („In-A-Gadda-Da-Vida“ wurde am 14. Juni 1968 als zweites Album veröffentlicht). „Heavy“ heißt das Debut-Werk von Iron Butterfly und wurde auf dem Plattenlabel ATCO Records veröffentlicht.

Auf der Scheibe hört man eine Mischung aus Rock und Pop, wobei der Schwerpunkt deutlich auf dem Genre des Rocks liegt. Die Hard Rock-Ansätze in der Musik der US-Amerikaner sind bereits vorhanden, jedoch noch nicht zu stark ausgeprägt. Mit „gemäßigtem“ Hard Rock könnte man viele der Lieder der Band auf „Heavy“ umschreiben, bei denen auch der Orgel eine durchaus größere Rolle zukommt. Viele der Nummern gehen dabei ins Ohr und die Lieder wirken durchaus etwas ihrer Zeit voraus. Man hört auf „Heavy“ definitiv keinen 60ies Pop, wie er für viele Bands typisch war – einige wenige derartige Stellen, wie beim Titel „So-Lo“ oder der Nummer „Stamped Ideas“ gibt es allerdings auch auf „Heavy“ zu hören. Glücklicherweise stellen diese jedoch eine Ausnahme dar. Und so bleibt festzuhalten, dass sich die Musik Ende der 60er Jahre in einer Art Aufbruchstimmung befand und Iron Butterfly waren vorne mit dabei und durchaus stilbildend.

Höhepunkte des Albums sind die Titel „Possession“, „You Can’t Win“ sowie „Fields Of Sun“. Gerade beim erst- und letztgenannten Lied kann man die frühen Ansätze des Hard Rocks sehr schön heraushören. Alle drei Titel gehen dabei gut ins Ohr und wachsen sogar mit den Durchläufen noch ein wenig. Richtige Ausfälle gibt es auf der Platte glücklicherweise auch nicht zu beklagen, sodass man die Platte in einem genießen kann und dabei zwischen den Jahrzehnten zu wechseln scheint, denn die Verweise auf die Zukunft der Rock Musik sind unüberhörbar.

Fazit: Auch wenn „Heavy“ von Iron Butterfly kein „großes“ Album geworden ist, so ist es doch ein interessantes, spannendes und auch wegweisendes geworden. Diese Art der Musik zur damaligen Zeit stellt definitiv etwas Besonderes dar. Heutzutage ist das natürlich längst überholt und klingt gewöhnlich. Für das Jahr 1968 stellte diese Musik dagegen durchaus etwas Neues dar. Somit ist „Heavy“ eine kleine Zeitreise, die sich für alle diejenigen Hörerinnen und Hörer lohnt, welche sich für die Entwicklung der populären Musik interessieren. Acht Punkte.

Anspieltipps: Possession, You Can’t Win, Fields Of Sun