Mittwoch, 21. November 2018

Roxy Music – Flesh + Blood




Roxy Music – Flesh + Blood


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, keyboards, piano, synthesizer (on track 4), guitar (on track 4), and strings (on track 5)
Andy Mackay – saxophones, oboe
Phil Manzanera – guitar, bass (on track 6)


Gastmusiker:

Paul Carrack – strings (on track 2), organ, piano (on track 10)
Neil Hubbard – guitar (on tracks 1, 2, 5, and 7–10)
Neil Jason – bass (on tracks 2, 7, and 9)
Andy Newmark – drums (on tracks 4 and 5)
Simon Phillips – percussion (on track 5)
Allan Schwartzberg – drums (on tracks 1-3 and 6–10), percussion (on tracks 4 and 5)
Alan Spenner – bass (on tracks 3–5, 8, and 10)
Gary Tibbs – bass (on track 1)
Suzanne Ciani – synthesizers (on track 3, 4, 5, 8, and 9)


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop Rock, Art Pop


Trackliste:

1. In The Midnight Hour (3:13)
2. Oh Yeah (4:50)
3. Same Old Scene (3:57)
4. Flesh And Blood (3:13)
5. My Only Love (5:19)
6. Over You (3:26)
7. Eight Miles High (4:54)
8. Rain Rain Rain (3:20)
9. No Strange Delight (4:45)
10. Running Wild (5:04)

Gesamtspieldauer: 42:04




„Flesh + Blood“ heißt das siebte Studioalbum der englischen Rockband Roxy Music. Am 23. Mai 1980 wurde die Platte veröffentlicht und war sofort ein kommerzieller Erfolg. Im Juni des Jahres hatte „Flesh + Blood“ bereits für eine Woche Platz 1 der britischen Charts erklommen, kehrte anschließend im August für drei weitere Wochen auf diese Spitzenposition zurück. In Deutschland erreichte die Scheibe Platz 6. Drei Singles wurden aus dem Album ausgekoppelt. „Over You“ wurde ein Nr. 5 UK-Hit, genau wie „Oh Yeah“. „Same Old Scene“ erreichte immerhin Platz 12. Überraschenderweise enthält „Flesh + Blood“ auch zwei Cover-Versionen. Zum einen den Byrds-Titel „Eight Miles High” sowie Wilson Picketts „In The Midnight Hour”. Das Album entstand, nachdem Schlagzeuger Paul Thompson die Band verlassen hatte, was Roxy Music zu einem Trio, bestehend aus Bryan Ferry, Andy Mackay und Phil Manzanera werden ließ.

Mit „Flesh + Blood“ waren Roxy Music endgültig in der Liga der erfolgreichsten Bands angekommen und das Album klingt auch dementsprechend eingängig und melodiös. Viele der Titel gehen ins Ohr und werden auch heute noch im Radio gespielt. Freilich geht das etwas auf Kosten des „Außergewöhnlichen“, wenn die Platte insgesamt auch „ganz nett“ klingt. Etwas Neues oder Besonderes wird man auf „Flesh + Blood“ allerdings nicht mehr finden.

Höhepunkt des Albums ist für mich ganz klar das Lied „Oh Yeah“. Eine Nummer, die man einmal gehört nicht mehr vergisst. Ein Ohrwurm eben, der dabei allerdings überhaupt nicht aufdringlich klingt. Ebenfalls sehr hörenswert, eingängig, etwas rockiger und gleichzeitig auch eine Singleauskopplung des Albums ist das Lied „Same Old Scene“. „My Only Love“ hört sich dagegen – wie man bei diesem Titel auch vermuten würde – sehr viel ruhiger an und überzeugt ebenfalls durch seine Melodiösität. „No Strange Delight“ klingt dagegen schon sehr nach New Wave und spiegelt den Sound der Musik Anfang der 80er Jahre sehr schön wider. Nicht zuletzt durch diesen Umstand ist der Titel hörenswert. Beschlossen wird die Platte mit der schönen Ballade „Running Wild“, während der Bryan Ferry nochmals wunderschön schmachtend seine unverwechselbare Stimme einsetzen kann.

Fazit: Sicherlich ist „Flesh + Blood“ nicht das beste Album von Roxy Music geworden. Allerdings ist die Platte längst nicht so schlecht, wie sie zuweilen gemacht wird. Man hört auf dieser Roxy Music Platte melodiöse Pop-Musik, die zwar keinerlei Risiken mehr eingeht, jedoch in ihrer eingängigen Machart durchaus ins Ohr geht. Ein klein wenig stellt „Flesh + Blood“ ein typisches Beispiel für die Musik Anfang der 80er Jahre dar. Auf so etwas stand man damals. Neun Punkte.

Anspieltipps: Oh Yeah, Same Old Scene, My Only Love, Running Wild



Dienstag, 20. November 2018

Man – Man




Man – Man


Besetzung:

Michael “Micky” Jones – electric guitar, acoustic guitar, vocals
Roger “Deke” Leonard – electric guitar, acoustic guitar, piano, steel guitar, vocals
Clive John – organ, piano, electric guitar, harpsichord, vocals
Martin Ace – bass guitar, acoustic guitar, vocals
Terry Williams – drums, percussion, liberty bell on “Daughter”


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock, Rock, Country


Trackliste:

1. Romain (6:13)
2. Country Girl (3:07)
3. Would The Christians Wait Five Minutes? The Lions Are Having A Draw (13:04)
4. Daughter Of The Fireplace (5:17)
5. Alchemist (20:52)

Gesamtspieldauer: 48:34




Man sind eine Rockband aus dem Süden von Wales, deren Stil eine Mischung aus progressivem Rock, Rock’n’Roll, Country und Blues ist. Man wurde im November 1968 als Reinkarnation der walisischen Rock-Harmoniegruppe „The Bystanders“ gegründet und war in den Jahren von 1968–1976 und schließlich ab 1983 bis heute aktiv. Von den ursprünglichen Bandmitgliedern sind heute allerdings keine mehr aktiv. Das dritte Studioalbum der Waliser war ein selbstbetiteltes Album und erschien im März 1971 ursprünglich auf dem Plattenlabel „Liberty“. Es war das erste Album in dieser Besetzung, wobei Terry Williams Jeff Jones am Schlagzeug und Martin Ace Ray Williams am Bass ersetzt hat.

Der musikalische Stil auf „Man“ ist wahrlich abwechslungsreich. Man könnte ihn auch relativ konfus nennen. Das Auftaktlied „Romain“ ist ein relativ geradliniger Rocker, der auch Abschnitte mit sehr unverfälschten Rock’n’Roll-Passagen enthält. Das anschließende „Country Girl“ strapaziert dann schon sehr die Nerven der Zuhörerin beziehungsweise des Zuhörers, wenn man denn nicht gerade Fan der Country & Western Musik ist. Das Lied klingt nicht nach Wales, sondern ganz klar nach dem Mittleren Westen der USA. Interessanter wird es dann mit „Would The Christians Wait Five Minutes? The Lions Are Having A Draw“. Die Platte entstand Ende 1970, wurde allerdings erst im Jahr 1971 veröffentlicht und dieses Lied klingt wie eine Nummer aus dem 1968er Album von Pink Floyd. Kleine, sanfte und eingängige Melodie und ein paar experimentellere Abschnitte, schließlich noch eine Prise Rock und fertig ist der Longtrack.

Deutlich langweiliger wird es schließlich wieder mit „Daughter Of The Fireplace“. Wieder ein Lied im Bereich des Rock’n’Rolls nur, dass dieses Mal auch die Melodie nicht besonders ins Ohr zu gehen vermag. Zum Abschluss folgt schließlich das fast einundzwanzigminütige „Alchemist“. Hier begeben sich die walisischen Musiker von Man noch etwas mehr auf die experimentelle Schiene, sodass diese Nummer an vielen Stellen eher wie eine Klangkollage, denn wie ein Lied klingt. Da hört man manchmal nur leise, etwas futuristisch klingende Töne, dann seltsamen, vom Becken untermaltes Geschrei, mehrstimmigen Gesang, der von weit entfernt zu uns herzudringen scheint und schließlich mündet alles in ein rockiges Riff, welches leicht variiert wird. Ist dieses ab etwa Minute Sechs verklungen, beginnt eine Sound-Reise ohne großartige Melodien. Es werden nun Atmosphären transportiert, eine Tonfolge wird später auf der Gitarre Mantra-artig wiederholt und um diese herum drapiert sich Allerlei an Instrumenten und auch Geräuschen. Experimenteller Psychedelic Rock, der höchstwahrscheinlich unter der Einwirkung halluzinogener Substanzen entstand. Der Typ auf dem Cover weiß wovon ich schreibe.

Fazit: Man kann es nicht anders sagen, aber Man klingen anders als andere Band. Sie experimentieren und sie lassen sich zumindest auf dieser Platte nicht auf ein spezielles musikalisches Genre festlegen. Das macht das ganze Hörerlebnis zumindest interessant, nicht jedoch unbedingt überzeugend. Die beiden längeren Titel haben durchaus was, der Rest, der läuft eben so mit. Neun Punkte.

Anspieltipps: Alchemist



Montag, 19. November 2018

Dear Reader – Rivonia




Dear Reader – Rivonia


Besetzung:

Cherilyn MacNeil – piano, harmonium, accordion, synthesizer, vibraphone, acoustic, bass & vocals


Gastmusiker:

Earl Harvin – drums, percussion & bass
Samuel Vance-Law – violin & vocals
Martin Wenk – horns
Friedrich Brückner – bassoon
Bernd Brückner – clarinette, saxophone & flute
Isabel Brückner – clarinette, saxophone & flute
Giovanni Nicoletta – bass
Erik Sunbring – electric guitars & vocals
Konstantin Gropper – vocals
Caroline McAlister – vocals
Emma Greenfield – vocals
Deniz Jaspersen – vocals
Sven van Thom – vocals
Laurent Martin – vocals


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Alternative Pop, Art Pop


Trackliste:

1. Down Under, Mining (3:14)
2. Took Them Away (3:30)
3. Good Hope (3:16)
4. 27.04.1994 (3:01)
5. From Now On (2:53)
6. Man Of The Book (3:14)
7. Back From The Dead (4:03)
8. Teller Of Truths (2:54)
9. Already Are (3:27)
10. Cruelty On Beauty On (3:13)
11. Victory (1:24)

Gesamtspieldauer: 34:14



„Rivonia“ nannte die Südafrikanerin Cherilyn MacNeil ihr drittes Studioalbum, welches erneut unter dem Bandnamen Dear Reader veröffentlicht wurde. „Rivonia“ erschien im Jahr 2013 auf dem Plattenlabel City Slang und enthält elf Lieder, die sich im Bereich des Alternative Pop bis hin zum Art Rock bewegen.

Die einzelnen Lieder sind häufig mit eher klassischen Instrumenten eingespielt worden, denn mit den „herkömmlichen“ Pop- und Rock-Instrumenten. Somit klingt „Rivonia“ durchaus auch ein wenig nach Kammer-Pop. Die Musik hat es dabei wahrlich in sich, klingt wunderschön sanft, wird häufig mehrstimmig eingesungen und ist mehr als nur eingängig. Die allermeisten Titel auf dem Album gehen ohne große Umwege sofort ins Ohr und verbleiben dort auch. „Rivonia“ klingt unfassbar melodiös und auch abwechslungsreich, enthält Musik zum darin Eintauchen und Genießen.

Die Höhepunkte der Platte heißen „Good Hope”, „Man Of The Book“ sowie „Cruelty On Beauty On“. „Good Hope” klingt so wunderschön sanft und zerbrechlich und ist mit eines der eingängigsten Titel, die ich kenne. „Man Of The Book“ ist das Lied des Albums, welches gleich beim ersten Mal des Hörens hängenbleibt und Eindruck hinterlässt. Der Titel „Cruelty On Beauty On“ klingt dagegen durch gesampelte Vokaleffekte fast schon surreal und geht ebenso wunderschön ins Ohr, wobei hier Rhythmus und Tempo etwas flotter gehalten sind. Bei „Already Are“ hört man übrigens Konstantin Gropper im Duett mit Cherilyn MacNeil, der vielen von seinem Projekt „Get Well Soon“ her bekannt sein dürfte.

Fazit: „Rivonia“ ist eine wunderschöne und besondere Platte geworden. Sehr melodiöse und eingängige Musik bekommt man darauf zu hören, die hängenbleibt. Das Album enthält Lieder, die Musik zu etwas Besonderem werden lassen, zu etwas, was das Leben bereichert und weswegen man gerne Musik hört. Einziges Manko der Platte ist die doch sehr kurze Laufzeit – zumindest für heutige Verhältnisse. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Good Hope, Man Of The Book, Cruelty On Beauty On



Sonntag, 18. November 2018

Focus – In And Out Of Focus




Focus – In And Out Of Focus


Besetzung:

Thijs van Leer – vocals (tracks 2, 5, 6), flute, hammond organ, piano, electric piano, mellotron, harpsichord, vibraphone
Jan Akkerman – guitars, acoustic guitars
Martin Dresden – bass guitar, trumpet (tracks 4, 5), vocals (tracks 2, 3, 6)
Hans Cleuver – drums, bongos, vocals (tracks 2, 5, 6)


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Rock, Pop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Focus (Vocal Version) (2:44)
2. Black Beauty (3:08)
3. Sugar Island (3:05)
4. Anonymus (6:33)
5. House Of The King (2:51)
6. Happy Nightmare (Mescaline) (3:59)
7. Why Dream (3:57)
8. Focus (Instrumental) (9:45)

Gesamtspieldauer: 36:04




Focus sind eine niederländische Rockband, die 1969 in Amsterdam von Keyboarder, Sänger und Flötist Thijs van Leer gegründet wurde. Im Jahr 1970 folgte sodann das erste Studioalbum mit dem Titel „In And Out Of Focus”, das ursprünglich auf dem Plattenlabel Imperial Records erschien. „In And Out Of Focus” ist das einzige Album von Focus, welches in der ursprünglichen Besetzung mit Thijs van Leer, Jan Akkerman, Martin Dresden und Hans Cleuver eingespielt wurde.

Auf „In And Out Of Focus” hört man eine Mischung aus englischem Pop der 60er Jahre, jazzig angehauchtem Rock und auch ein paar Sequenzen mit Progressive Rock. Mitunter klingt das Ganze recht bieder, die Lieder werden jedoch dann interessant, wenn die Musik über den poppigen Ansatz hinausgeht. Dies ist zum Beispiel bei den beiden Nummern „Anonymus“ und „House Of The King“ der Fall. Hier klingen die Niederländer ein wenig nach Jethro Tull, was ganz eindeutig an dem Querflöten-Einsatz liegt, der einfach in dieser Art und Weise gespielt nach Ian Anderson klingt.

Höhepunkt für mich ist allerdings die Nummer „Happy Nightmare (Mescaline)“. Das Lied beginnt zunächst sehr getragen wie eine traurige Pop-Nummer aus der Zeit, geht dann im weiteren Verlauf in einen jazzig gejammten Teil über, der gegenüber dem restlichen Lied völlig aus dem Rahmen fällt. Fast schon hektisch vibriert das Stück nun, um schließlich wieder genau im ersten und sanften und melancholischen Teil zu münden. Hier klingen Focus deutlich interessanter als an so manch anderer Stelle des Albums.

Fazit: Ein wenig klingt das Debut von Focus so, als ob hier eine Band noch auf der Suche nach dem eigenen Sound ist. Biedere Pop-Nummern werden von jazzigen und progressiven Abschnitten flankiert. Alles wird kurz angespielt, ohne weiter ausgebaut zu werden. Insgesamt klingt die Musik von Focus auf „In And Out Of Focus” noch ein wenig durchwachsen, wenn auch schon bereits spannendere Ansätze zu hören sind. Acht Punkte.

Anspieltipps: Anonymus, Happy Nightmare



Samstag, 17. November 2018

Pure Phase Ensemble 5 – Live At SpaceFest!




Pure Phase Ensemble 5 – Live At SpaceFest!


Besetzung:

Hugo Race – vocals, guitar, synthesizer
Karol Schwarz – guitar, vocals, phase, electronic beats
Adrian Kondratowicz – drums, percussion
Przemysław Bartoś – bass
Paweł Swiernalis – backing vocals, guitar
Mateusz Franczak – saxophone
Marta Tykarska – trumpet
Michał Peschke – percussion


Label: Nasiono Recordings


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Elektronische Musik, Psychedelic Rock, Independent Rock


Trackliste:

1. Phase In (4:04)
2. Phase Out (8:00)
3. Elektryk (6:40)
4. We Would Not Change A Chord (9:26)
5. Krzyczec (8:22)
6. The Chase (5:03)
7. One Chord (10:50)
8. Nowy Port 3 A.M. (5:45)
9. Blue Steel Rail (8:34)
10. Fly Through The Fire (9:59)

Gesamtspieldauer: 1:16:47




Das Pure Phase Ensemble ist ein internationales Musikkollektiv, welches speziell für das SpaceFest! Festival in Danzig, Polen, jährlich neu gegründet wird. Jedes Jahr in der ersten Dezemberwoche findet dieses Musikfestival statt, zu der sich zahlreiche ausgewählte Musiker aus dem In- und Ausland zu einer speziellen Workshop-Reihe treffen. Sie komponieren gemeinsam Musik für ein Konzert, welche sie anschließend den Festivalbesuchern live präsentieren. Jedes Jahr werden dazu verschiedene Musiker mit unterschiedlichen Vitae und Erfahrungen eingeladen, die diese Band bilden. Durch Workshop-Improvisationen kommen die Musiker zu einer gemeinsamen künstlerischen Vision, die als Ergebnis eine Reihe neuer Titel ergibt. Die abschließende Performance wird live aufgezeichnet und anschließend als Album veröffentlicht.

Im Jahr 2015, bei der Zusammenstellung des Pur Phase Ensembles 5, war der „Special Guest“ der Australier Hugo Race, der solo und in diversen Bands (unter anderem mit Nick Cave und Dirtmusic) bereits an fast fünfzig Alben beteiligt war. Die fünfte Inkarnation des Pure Phase Ensembles beschloss ursprünglich, die Tonart während des gesamten Konzertes nicht zu ändern. Nun es wurden dann doch zwei. Den Stücken 2-4 liegt die Tonart E-Dur zugrunde, bei den Liedern 1 und 5-10 ist es G-Dur. Dies bedeutet zwar keine allzu große Abwechslung, Langeweile kommt beim Hören trotzdem nie auf, da die Musiker geschickt mit den Atmosphären spielen und auf diese Weise Spannung erzeugen.

Das Pure Phase Ensemble 5 klingt gerade in den ausladenden Instrumentalpassagen zumeist sehr sphärisch, fast schon entrückt. Die Musik wirkt hier sanft, weich, absolut entspannt und dahingleitend. Elektronische Teppiche bilden das Fundament, auf dem Gitarre, Bass und Perkussion ausgebreitet werden. Dazu gesellen sich Auftritte von Saxophon und Trompete, bestens eingebettet in die zumeist dunkle Stimmung, die der Musik zusätzliche Spannung verleihen. Werden Schlagzeug und Perkussion dominanter, wird der Gesamteindruck der Musik auch rockiger, der sphärische Ansatz bleibt jedoch zumeist erhalten. Doch steigern sich auch einzelne Titel, werden experimenteller, schräger, verworrener, lauter. Wer dementsprechend auf Melodien in der Musik größeren Wert legt, die oder der dürfte auf „Live At SpaceFest! Feat. Hugo Race“ nicht so leicht fündig werden. Die Atmosphäre der Musik steht im Vordergrund, dicht und dunkel und jederzeit intensiv. Elektronische und psychedelische Musik, die nur sehr wenig Spielraum für Melodiebögen bietet, die zum Mitsummen einladen würden. Gesangspassagen gibt es allerdings, diese stehen jedoch nicht im Vordergrund und werden auf Englisch und Polnisch eingesungen.

Fazit: Insgesamt wirkt die Musik des Pure Phase Ensemble auch in ihrer 5. Veröffentlichung sehr experimentell – und genau da ist auch der Ansatz dieser Musik zu sehen. Man hört auf dem Album Musiker, die Spaß daran haben sich zusammen auszuprobieren und Neues zu erschaffen. Für solch kurze Zeit eines „Workshops“ lässt sich das Ergebnis wahrlich gut hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Phase Out, One Chord, Nowy Port 3 A.M.



Freitag, 16. November 2018

The Flower Kings – Banks Of Eden




The Flower Kings – Banks Of Eden


Besetzung:

Roine Stolt – guitars & vocals
Hasse Fröberg – guitars & vocals
Tomas Bodin – keyboards
Jonas Reingold – bass, vocals & acoustic guitar
Felix Lehmann – drums & percussion


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Numbers (25:26)
2. For The Love Of Gold (7:25)
3. Pandemonium (6:09)
4. For Those About To Drown (7:06)
5. Rising The Imperial (7:52)

Gesamtspieldauer: 54:00




Unter dem Titel „Banks Of Eden” erschien das elfte Studioalbum der schwedischen Progressive Rockband The Flower Kings. Das Album wurde am 18. Juni 2012 veröffentlicht, fast fünf Jahre nach dem Vorgänger „The Sum Of No Evil”. „Banks Of Eden” erschien auf dem Plattenlabel InsideOut Music und die Flower Kings warteten wieder einmal mit einem neuen Schlagzeuger auf, der jetzt Felix Lehmann heißt und aus Deutschland stammt.

Roine Stolt hatte „seiner“ Band eine Pause verordnet, da sich die Flower Kings sich seiner Meinung nach musikalisch auf den letzten Platten nicht mehr weiterentwickelt hatten. Dem kann man durchaus zustimmen, denn die Flower Kings schwebten in ihrem eigenen Universum und die Lieder gleichen sich inzwischen irgendwie alle. Nun sollte es also eine schöpferische Pause geben, in denen sich alle Musiker mal bei anderen Bands oder in anderen Projekten austoben und neue Ideen sammeln sollten. Das Ergebnis heißt „Banks Of Eden“ und obwohl manche der Fans und Kritiker hier keine Veränderung zu den letzten Alben der Band konstatieren, so klingt diese Platte in meinen Ohren durchaus anders.

Das liegt an den Songs selbst, die ich als melodischer und eingängiger empfinde, als jene, die zumeist auf den früheren Platten vertreten war. Die Lieder wirken, sind dabei zwar immer noch recht verschachtelt und manches Mal nicht nachvollziehbar aufgebaut, doch sie gehen eben auch besser ins Ohr. Es sind die Melodien, die sich dieses Mal deutlich besser einprägen und wirken. Dies gilt für alle fünf Nummern der Platte, angefangen vom wieder einmal episch langen Haupttitel „Numbers“ bis zu allen folgenden „kürzeren“ Nummern. Dadurch macht die Platte durchaus etwas mehr Spaß als seine Vorgänger, wenn sie einen trotzdem immer noch nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Doch man hört auf „Banks Of Eden“ solide gemachten Progressive Rock, der auch fünfzig Jahre nach der Hochzeit dieses musikalischen Genres noch wirkt.

Fazit: Ein wieder unterhaltsameres Album ist den Flower Kings nach fünfjähriger schöpferischer Pause gelungen. Eindeutig sind hier noch die Flower Kings zu hören, doch die Scheibe ist eingängiger geworden, diese exzessiven und häufigen Frickel-Attacken wurden deutlich zurückgefahren. Kaum vorstellbar, dass dies jemanden zu sehr stört. Die Flower Kings Fans werden sowieso begeistert sein, wegen dem Wiedererkennungswert oder der Entwicklung, ganz egal. Und ein paar neue Fans könnten mit dieser Platte sogar auch noch hinzukommen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Numbers, For Those About To Drown



Donnerstag, 15. November 2018

Pain Of Salvation – Remedy Lane




Pain Of Salvation – Remedy Lane


Besetzung:

Daniel Gildenlöw – lead vocals, guitar
Kristoffer Gildenlöw – bass, backing vocals
Johan Hallgren – guitar, backing vocals
Fredrik Hermansson – keyboards
Johan Langell – drums, backing vocals


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Of Two Beginnings (2:24)

Chapter I:

2. Ending Theme (4:59)
3. Fandango (5:51)
4. A Trace Of Blood (8:17)
5. This Heart Of Mine (I Pledge) (4:01)

Chapter II:

6. Undertow (4:47)
7. Rope Ends (7:02)
8. Chain Sling (3:58)
9. Dryad Of The Woods (4:56)

Chapter III:

10. Remedy Lane (2:15)
11. Waking Every God (5:19)
12. Second Love (4:21)
13. Beyond The Pale (9:56)

Gesamtspieldauer: 1:08:13



„Remedy Lane“ nannte die schwedische Progressive Metal Band Pain Of Salvation ihr viertes Studio-Album. Es wurde am 15. Januar 2002 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht und stellt einmal mehr ein Konzeptalbum dar. Dieses Mal wird die Suche nach der Selbstfindung in den Mittelpunkt der Scheibe gestellt.

Ansonsten „alles wie gehabt“ bei Pain Of Salavation könnte man sagen. Abwechslungsreicher und durchaus auch intelligenter Progressive Metal, der zudem ein klein wenig erarbeitet werden möchte. Die Lieder „zünden“ noch nicht beim ersten Mal des Hörens, werden allerdings mit jedem weiteren Durchlauf interessanter und auch eingängiger. So erscheint „Remedy Lane“ sehr facettenreich und enthält einige Überraschungen für die Hörerin und den Hörer parat. Selbstverständlich haben die fünf Schweden auch auf diesem Album ihr Gespür für Melodien und auch Stimmungen ausgespielt. Mal sanfter, mal rauer, sehr eingängig, dann wieder ein wenig frickeliger, all das gibt es auf „Remedy Lane“ zu hören, wobei niemals auch nur ansatzweise Langeweile aufkommt.

Die Höhepunkte sind dementsprechend breit gesät. Ausfälle gibt es übrigens keine auf der Scheibe zu beklagen, auch wenn solch ein fast schon durchgängig mit „lieblich“ zu umschreibender und zum Teil etwas nach Mittelalter klingender Instrumental-Track wie „Dryad Of The Woods“ im musikalischen Universum von Pain Of Salvation etwas seltsam klingt. Die andere Instrumental-Nummer und gleichzeitig der Titeltrack „Remedy Lane“ klingt dafür etwas synthetisch. Andererseits bereichert es natürlich auch den Gesamteindruck, den diese Platte hinterlässt. Im „ersten Kapitel“ des Albums überzeugen vor allen Dingen die beiden Lieder „Fandango“ und „A Trace Of Blood“. In Chapter II ist es der mitreißende Titel „Rope Ends“ und schließlich im Kapitel III das Lied „Waking Every God“. Jede Menge guter Musik also, die lohnt entdeckt zu werden, wenn man dem Progressive Metal etwas abzugewinnen weiß.

Fazit: Ein sehr abwechslungsreiches Album ist den Schweden von Pain Of Salvation mit ihrem vierten Studio-Album „Remedy Lane“ gelungen. Progressive Metal in seiner interessanteren Ausführung mit vielen Wendungen und Überraschungen. Die Lieder wirken und gehen ins Ohr, wenn auch nicht gleich beim ersten Mal des Hörens. Die Platte stellt somit eine schöne Erweiterung des Lied-Katalogs der Schweden dar und dürfte den Fans sehr gefallen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Fandango, A Trace Of Blood, Rope Ends, Waking Every God



Mittwoch, 14. November 2018

Fox And Bones – Better Land




Fox And Bones – Better Land


Besetzung (keine weiteren Instrumentenangaben):

Sarah Vitort
Scott Gilmore


Gastmusiker (keine weiteren Instrumentenangaben):

Joe Intile,
Joey Harmon
Peter Marcott
Todd Gee
Jeramy Burchett
Morgan Quinn
John Kim
Amy akansson
Everett Carlson
Saeeda Wright
Arietta Ward
Alonzo Chadwick
Phinizea Chadwick
Matt Greco
Nathan Alef
Milo Fultz
Dominick Lukas Schmidt


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Folk, Pop, Country


Trackliste:

1. Little Animal (3:32)
2. Love Me Like A River (3:29)
3. Roots (3:40)
4. Roads (3:44)
5. Reckless (4:17)
6. Tricky Love (1:57)
7. Better Land (3:59)
8. Strange (4:32)
9. Pin Up (3:56)
10. Any Of It With You (3:043)
11. Welcome Home (3:29)

Gesamtspieldauer: 39:44




Fox And Bones, das sind Sarah Vitort und Scott Gilmore aus Portland, Oregon, USA, die mit „Better Land“ am 19. Oktober 2018 ihr zweites Studioalbum veröffentlichten. Auf diesem hört man eine Mischung aus Folk, Pop und auch Country-Anleihen, welche ziemlich schnell, zum großen Teil sogar bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht und auch dort längerfristig nachhallt.

Es sind die Melodien, die bei den Liedern von Fox And Bones im Zentrum stehen. Diese beseelen die Lieder mit tiefen Emotionen, welche zwischen einer gewissen Fröhlichkeit und einer unüberhörbaren Sehnsucht hin- und herpendeln. Musik, die wirkt und der man sich kaum entziehen kann. Hier lohnt es sich in die Lieder fallen zu lassen, die Augen zu schließen und einfach zu genießen. Den Gesang teilen sich Sarah Vitort und Scott Gilmore, wodurch weitere Spannung aufgebaut wird und „Better Land“ noch abwechslungsreicher aus den Boxen erklingt.

Man kann „Better Land“ durchhören, ohne dabei die Fernbedienung in den Händen halten zu müssen. Es gibt keine Ausfälle auf diesem Album, auf dem sich elf Titel befinden, die wirken und unterhalten. Meine persönlichen Favoriten sind dabei die Lieder „Love Me Like A River“, „Roots“ und „Welcome Home“. „Love Me Like A River“ ist das rockigste Lied auf „Better Land“, geht wunderschön in die Füße, da muss man einfach mitwippen. „Roots“ ist dagegen eine sanfte Ballade mit ein wenig Ohrwurmcharakter. Der letzte Titel des Albums schließlich, „Welcome Home“, klingt wunderschön sehnsüchtig bis melancholisch. Allen drei Nummern ist dabei diese bereits erwähnte Eingängigkeit gemein, die die Hörerin und den Hörer einfach mitnimmt.

Fazit: Ein schönes, zumeist sanftes Album ist „Better Land“ des Duos Fox And Bones geworden. Musik, die sich zum größten Teil im Genre des Folk bewegt, allerdings auch Einflüsse des Pop und Rock zulässt und zudem an mancher Stelle das Genre des Country ganz leicht streift. Die Melodien stehen im Vordergrund auf „Better Land“ und das macht diese Scheibe für alle sehr hörenswert, die auf Eingängigkeit stehen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Love Me Like A River, Roots, Welcome Home



Dienstag, 13. November 2018

Neon Saturdays – Freaks In The Ocean




Neon Saturdays – Freaks In The Ocean


Besetzung:

Andrew – lead vocals 
Edwin – lead guitar, backing vocals 
Martin – bass, backing vocals 
Lynard – drums


Label: Solid Sounds


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Pop


Trackliste:

1. Phoenix (3:25)
2. Turn Back Time (3:45)
3. Since 17 (3:57)
4. Heartbeat (3:17)
5. Restless (3:05)
6. I‘m Alive (3:50)
7. Lessons Never Learned (3:51)
8. Gravity (3:40)
9. Movie Love (3:32)
10. Shadow My Love (2:46)
11. Get Up (3:27)

Bonus Track:

12. I Don‘t Mind (4:29)

Gesamtspieldauer: 43:09



Die Neon Saturdays sind eine Band aus Sigulda, einer Kleinstadt nahe Riga in Lettland, die im Jahr 2012 gegründet wurde. Mit dem Album „Freaks In The Ocean“ erschien am 9. November 2018 bereits das zweite Album der vier Musiker, nach dem selbstbetitelten Debut im März des Jahres 2014.

Auf „Freaks In The Ocean“ hört man überaus eingängigen Pop, der nur wenige Takte benötigt, um ins Ohr zu gehen. Eingängige poppige Melodien, gepaart mit Rhythmen, die zum Mitwippen animieren und die einzelnen Lieder dadurch auch tanzbar werden lassen. Auf dem Album hört man zwölf Titel, die leicht und locker klingen, dabei ununterbrochen gute Laune verbreiten. Die Länge der einzelnen Lieder weist schon darauf hin, dass es sich bei der Musik der Neon Saturdays um durchweg radiotaugliche Nummern handelt, die zu jeder Zeit und Tätigkeit gehört werden können. Kompliziert oder vertrackt klingt dabei nichts, alles ist auf die schnelle Eingängigkeit hin produziert.

Besonders gelungen klingen die sanfte und melodische Ballade „Lessons Never Learned“, die so wunderschön sehnsüchtig klingt. Auch das folgende Stück „Gravity“, ein Pop-Titel mit Ohrwurmcharakter, der sich wahrlich sehr schnell festsetzt, weiß zu überzeugen und zu gefallen. Weiter zu nennen wären an dieser Stelle das fröhliche „Get Up“, welches zum Mitsingen animiert, sowie der Bonus Track des Albums, „I Don‘t Mind“, ebenfalls eine sehr eingängige Nummer, die mit dem ersten Mal des Hörens wirkt.

Fazit: Die Neon Saturdays erfinden auf ihrem zweiten Album „Freaks In The Ocean“ die Musik bestimmt nicht neu, aber das wollen die Musiker ganz sicher auch nicht. Sie möchten unterhalten mit ihrer Musik und das gelingt den Neon Saturdays mit ihren zwölf Titeln des Albums, die allesamt klingen und wirken. Würde die Band aus den USA oder Großbritannien kommen, hätte man bestimmt schon mehr von ihnen gehört. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lessons Never Learned, Gravity, Get Up, I Don‘t Mind



Montag, 12. November 2018

Riverside – Rapid Eye Movement




Riverside – Rapid Eye Movement


Besetzung:

Mariusz Duda – vocals, bass, acoustic guitar
Piotr Grudzinski – guitars
Piotr Kozieradzki – drums
Michał Łapaj – keyboards


Gastmusiker:

Artur Szolc – percussion on “Schizophrenic Prayer”


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Progressive Rock, Art Rock, Progressive Metal


Trackliste:

Part One: Fearless
     1. Beyond The Eyelids (7:56)
     2. Rainbow Box (3:36)
     3. 02 Panic Room (5:29)
     4. Schizophrenic Prayer (4:20)
     5. Parasomnia (8:10)
Part Two: Fearland
     6. Through The Other Side (4:05)
     7. Embryonic (4:10)
     8. Cybernetic Pillow (4:45)
     9. Ultimate Trip (13:13)

Gesamtspieldauer: 55:48




„Rapid Eye Movement“ heißt das dritte Studioalbum der polnischen Progressive Rock Band Riverside. Gleichzeitig ist die Platte auch der dritte und letzte Teil der Reality Dream Trilogie, die mit dem ersten Album „Out Of Myself“ begonnen und mit dem Album „Second Life Syndrom“ fortgesetzt wurde. „Rapid Eye Movement“ wurde am 24. September auf dem Plattenlabel Mystic Production in Polen veröffentlicht und erschien vier Tage später europaweit auf dem Label InsideOut Music. Das Album wurde von der britischen Musikzeitschrift „Classic Rock“ als eines der zehn wichtigsten Progressive-Rock-Alben des Jahrzehnts bezeichnet.

Wer auf die etwas härtere Ausführung des Progressive Rock steht, die oder der wird mit dem Album „Rapid Eye Movement“ jede Menge Spaß haben. Zumindest, wenn man sich die „Mühe“ macht und sich der Ausdauer hingibt, die Platte öfters als ein oder zwei Mal durchzuhören und sich dann erst sein Urteil bildet. Im Falle von „Rapid Eye Movement“ dürfen es durchaus ein paar Durchläufe mehr sein, damit sich die Musik einem vollends erschließt, die Melodiebögen zu guten Bekannten werden, die man gerne wiedertrifft, die härteren Abschnitte noch besser rocken und die progressiveren Passagen noch besser und überzeugender klingen. Viele der Lieder gehen erst später ins Ohr und wirken dann erst richtig spannend. Schließlich hört man mit „Rapid Eye Movement“ eine Platte, angefüllt mit sehr melodischem Rock, durchaus an vielen Stellen bis zum Genre des Hard Rock beziehungsweise Metal reichend, ohne dabei jedoch den Atem der Eingängigkeit zu verlieren. Dabei ist die Musik überaus abwechslungsreich und an keiner Stelle vorhersehbar.

Es gibt keinerlei Ausfälle auf diesem Album, alles wirkt und klingt überzeugend. Meine persönlichen Favoriten auf „Rapid Eye Movement“ lauten „Schizophrenic Prayer“, „Through The Other Side“ und schließlich „Ultimate Trip“. Diese drei Nummern ragen noch etwas heraus. „Schizophrenic Prayer“ ist ein eher ruhiges Lied, versehen mit einer Melodie, die sofort ins Ohr geht und dabei so wunderschön verwunschen bis mystisch klingt. Dazu gesellt sich gegen Ende des Stücks eine Perkussion, die aus gehauchten „Hah‘s“ besteht und dieses Lied durchaus besonders und außergewöhnlich klingen lässt. „Through The Other Side“ ist das ruhigste Lied auf „Rapid Eye Movement“ und ebenfalls mit einer wunderschönen Melodie ausgestattet. „Ultimate Trip“ schließlich, das längste Stück des Albums, ist auch gleichzeitig das abwechslungsreichste Lied auf „Rapid Eye Movement“. Hier bewegen sich Riverside am ehesten im Bereich des Progressive Rock, verschiedene Lied-Passagen gehen ineinander über, werden erneut aufgegriffen und spielen mit den Atmosphären, mit laut und leise, schnell und langsam.

Fazit: Ein sehr abwechslungsreiches Album der polnischen Band Riverside mit ihrer dritten Veröffentlichung „Rapid Eye Movement“ gelungen. Man hört hier Progressive Rock, der im 21. Jahrhundert angekommen ist. Die Lieder gehen ins Ohr und hallen nach. Um das Gehörte vollends einordnen zu können sind zwar mehrere Durchläufe ratsam, damit sich einem diese Musik restlos erschließt, dann jedoch hallt sie beständig nach. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Schizophrenic Prayer, Through The Other Side, Ultimate Trip



Sonntag, 11. November 2018

Procol Harum – Procol Harum




Procol Harum – Procol Harum


Besetzung:

Gary Brooker – vocals, piano
Robin Trower – guitar
Matthew Fisher – organ
Dave Knights – bass
B.J. Wilson – drums
Ray Royer – guitar
Keith Reid – lyrics


Label: Esoteric Recordings (ursprünglich: Regal Zonophone)


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Pop, Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

CD1:

1. Conquistador (2:40)
2. She Wandered Through The Garden Fence (3:24)
3. Something Following Me (3:37)
4. Mabel (1:54)
5. Cerdes (Outside The Gates Of) (5:03)
6. A Christmas Camel (4:49)
7. Kaleidoscope (2:54)
8. Salad Days (Are Here Again) (3:40)
9. Good Captain Clack (1:31)
10. Repent Walpurgis (5:05)

Bonus Tracks:

11. A Whiter Shade Of Pale (Single Version) (4:08)
12. Lime Street Blues (Single Version) (2:52)
13. Homburg (Single Version) (3:57)
14. Good Captain Clack (Single Version) (1:29)
15. Alpha (Previously Unreleased) (3:50)
16. Salad Days (Are Here Again) (4:12)
17. Understandably Blue (Previously Unreleased) (2:59)
18. Pandora's Box (Previously Unreleased Instrumental) (3:05)
19. Cerdes (Outside The Gates Of) (Alternate Mono Mix) (4:45)
20. Something Following Me (Alternate Mono Mix) (3:38)

CD2:

1. A Whiter Shade Of Pale (Extended Early Version - March 1967) (6:04)
2. Homburg (Extended Stereo Version) (5:33)
3. Repent Walpurgis (Extended Stereo Version - August 1967) (7:27)
4. Conquistador (1971 Stereo Mix) (2:39)
5. She Wandered Through The Garden Fence (1971 Stereo Mix) (3:27)
6. Something Following Me (Stereo Mix) (3:47)
7. Mabel (Undubbed Stereo Mix) (1:55)
8. Kaleidoscope (Stereo Mix) (3:08)
9. Cerdes (Outside The Gates Of) (Stereo Mix) (5:23)
10. Homburg (1971 Stereo Mix) (3:56)
11. Morning Dew - BBC Easybeat Session June 14, 1967 (Previously Unavailable) (3:12)
12. A Whiter Shade Of Pale - BBC Easybeat Session June 14, 1967 (Previously Unavailable) (5:12)
13. Mabel - BBC Easybeat Session June 14, 1967 (Previously Unavailable) (1:37)
14. Homburg - BBC Top Gear Session September 27, 1967 (Previously Unavailable) (3:50)
15. Good Captain Clack - BBC Top Gear Session September 27, 1967 (Previously Unavailable) (1:17)
16. She Wandered Through The Garden Fence - BBC Top Gear Session September 27, 1967 (Previously Unavailable) (3:12)
17. Kaleidoscope - BBC Top Gear Session September 27, 1967 (Previously Unavailable) (2:27)

Gesamtspieldauer CD1 (1:09:42) und CD2 (1:04:14): 2:13:56




Mit ihrem Namen „Procol Harum“ betitelte die englische Rockband Procol Harum ihr Debut-Album, welches im September 1967 auf dem Plattenlabel Regal Zonophone in Europa und auf Deram in den USA veröffentlicht wurde. Der Name „Procol Harum“ stammt angeblich von der burmesischen Katze des Produzenten Gus Dudgeon, welche Procol Harun gerufen wurde. Ein Übermittlungsfehler machte schließlich aus einem „n“ ein „m“ und fertig war der außergewöhnliche Name, die viel Spielraum für Spekulationen um seine Herkunft ließ. Überraschenderweise enthält die ursprüngliche britische beziehungsweise europäische Ausgabe des Albums nicht das Lied „A Whiter Shade Of Pale“, welches vorab als Single veröffentlicht worden war und sich bisher über zehn Millionen Mal verkauft hat. Auf der US-Ausgabe des Albums war der Titel enthalten, dafür fehlte dort die Nummer „Good Captain Clack“ und die Lieder „Kaleidoscope“ und „Salad Days (Are Here Again)“ waren zu einem Titel zusammengefasst worden.

Auf „Procol Harum“ hört man Pop, Rock und Blues-Musik, die noch eine gewisse Verbindung zur Klassik besitzt. Immer wieder schimmern diese Ansätze durch, was beim ursprünglich letzten Titel des Albums, „Repent Walpurgis“, dann nochmals deutlicher wird, da in diesen Titel ein Bach-Zitat mit eingeschlossen wurde. Diese Nummer als Abschluss sowie der Opener „Conquistador“ stellen auch die beiden Höhepunkte der Platte dar. Tendiert das Instrumentalstück „Repent Walpurgis“ genremäßig bereits in Richtung des Prog, so stellt „Conquistador“ einen kleinen poppig-rockigen Ohrwurm dar, der auch längerfristig hängenbleibt. Auch sonst gibt es nichts zu mäkeln am Debut der Briten. Neun weitere, manchmal sehr kurze Titel, die zum Teil bereits Vorstufen des Progressive Rocks markieren. Der Sound der Lieder wurde auf der vorliegenden, remasterten Version des Albums aufgefrischt. Klangen die einzelnen Titel bisher von ihrer Machart her schon deutlich frischer, moderner und zukunftsweisender, als viele Lieder anderer Bands der damaligen Zeit, so gilt dies nun auch für den Klang. Dieser erklingt allerdings selbstverständlich auf dem „ursprünglichen“ Album, also den Liedern 1 bis 10 dieser Ausgabe, immer noch in Mono.

Dafür gibt es mit der erweiterten und remasterten Version des Albums gleich 27 Zugaben. Neue Abmischungen – auch in Stereo. Bisher unveröffentlichtes Material, nicht nur in Form variierter Einspielungen sondern auch Lieder, die bisher noch gar nicht auf CD erschienen sind. Dazu enthält das Album ein Booklet mit zahlreichen Informationen über die Band und die Entstehung des Albums und dabei speziell auch über das Lied „A Whiter Shade Of Pale“. Schließlich kann man das Cover der LP noch in Originalgröße entfalten. Für den Fan wird hier jede Menge geboten. Und genau dafür ist sind diese Zugaben auch gedacht, denn als „normaler“ Hörer braucht man bestimmt nicht vier verschiedene Varianten zum Beispiel des Titels „Homburg“. Für alle anderen ist es die neue Abmischung, die diese Veröffentlichung besonders lohnend werden lässt.

Fazit: Das erste, selbstbetitelte Album der englischen Band „Procol Harum“ klingt sehr viel weniger nach Pop und Rock der 60er Jahre, als viele andere Bands zur damaligen Zeit. Procol Harum läuteten den Progressive Rock mit ein, auch wenn es diesen, in seiner ausgeprägten Form, auf diesem Album noch nicht zu hören gibt. Spannend klingt das jedoch allemal und nun auch klanglich schön aufbereitet, sodass der Kauf des Albums auch lohnt, wenn man die ursprüngliche Platte bereits besitzen sollte. Dazu gibt es jede Menge an Zusatzmaterial, was das Herz des Fans – trotz zahlreicher Wiederholungen – höherschlagen lassen dürfte. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Conquistador, Repent Walpurgis



Samstag, 10. November 2018

Rival Sons – Great Western Valkyrie




Rival Sons – Great Western Valkyrie


Besetzung:

Jay Buchanan – vocals
Scott Holiday – guitar
Dave Beste – bass guitar
Michael Miley – drums


Gastmusiker:

Ikey Owens – keyboards
Mike Webb – keyboards on "Where I've Been"
Kristen Rogers – backing vocals


Label: Earache


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Rock, Blues Rock, Hard Rock


Trackliste:

CD1:

1. Electric Man (Take You To The Sugar Shack) (3:20)
2. Good Luck (It's Going To Hurt Right Now) (3:18)
3. Secret (Just Bring Me A Jar Full Of Shine) (4:41)
4. Play The Fool (The Way That Girls Talk) (3:17)
5. Good Things (Boy With A Bomb In His Jacket) (5:56)
6. Open My Eyes (Folding Like A Jack Knife) (3:55)
7. Rich And The Poor (Her Teeth Bound by Braces) (5:15)
8. Belle Starr (The Gem Inside Sparkles Yet) (4:35)
9. Where I've Been (The Habit Wasn't Cheap) (6:18)
10. Destination On Course (Slipped From The Rail) (7:06)

CD2:

1. Too Much Love (3:44)
2. My Nature (4:33)
3. Open My Eyes (Live At Juke Joint Studio) (3:43)
4. Long As I Can See The Light (Live At Juke Joint Studio) (3:32)
5. Where I've Been (Live At Juke Joint Studio) (6:06)
6. Black Coffee (5:35)

Gesamtspieldauer CD1 (47:44) und CD2 (27:16): 1:15:00




„Great Western Valkyrie“ heißt das vierte Studioalbum der amerikanischen Rockband Rival Sons. Das Album erschien am 6. Juni 2014 auf dem Plattenlabel Earache und konnte sich in zahlreichen Charts platzieren. In Deutschland kletterte die Platte immerhin bis auf Platz 24. Auf „Great Western Valkyrie“ ist zum ersten Mal Dave Beste am Bass zu hören, der Gründungsmitglied Robin Everhart ersetzt hat. Mit den Titeln „Electric Man“, „Open Your Eyes” sowie „Good Things“ wurden drei Singles aus dem Album ausgekoppelt.

Auf „Great Western Valkyrie“ hört man Rock, der zwischen den Genres Blues Rock und Hard Rock pendelt, mal mehr in diese, mal mehr in jene Richtung ausschlägt. Mit jedem Durchgang der Scheibe scheint die Musik darauf intensiver und fesselnder zu werden. Häufig ist es ein qualitätsmerkmal, dass Musik einiger Durchläufe bedarf, um letztendlich vollends im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers zu zünden. Bei den Rival Sons und ihrem „Great Western Valkyrie“ ist dies definitiv der Fall. Erstklassigen und abwechslungsreichen Rock bekommt man auf diesem Album von den vier US-Amerikanern präsentiert, der ins Ohr und in die Beine geht, begeistert und an vielen Stellen des Albums richtiggehend mitreißt. Und dieser wächst eben noch im Laufe der Zeit. Mit jedem Anhören ein klein wenig mehr. Die Musik klingt dabei nicht wie aus diesem Jahrtausend, sondern sehr viel eher nach den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Trotzdem hört sich die Musik keineswegs antiquiert an, sondern wie eine erstklassig verpackte Reminiszenz an längst vergangene Zeiten. Sehr beeindruckend.

Die Höhepunkte auf „Great Western Valkyrie“ befinden sich unter anderem in der Mitte der Platte. „Good Things“, „Open My Eyes“ und „Rich And The Poor” sind drei Rock-Titel, die ins Ohr gehen und die Füße mitwippen lassen. Dabei sind die Lieder abwechslungsreich und klingen auf ihre Art retro. Besonders genial dabei auch immer wieder ein fetter Orgelteppich im Hintergrund, der die Lieder im Falle von „Good Things“ und „Rich And The Poor” zusätzlich anschwellen lässt. „Open My Eyes“ lebt dagegen vom sehr atmosphärischen Spiel der Gegensätze. Schwere E-Gitarren gegenüber der akustischen Gitarre, wunderbar abwechslungsreich arrangiert. Schließlich sei an dieser Stelle auch noch das abwechslungsreichste Lied der gesamten Platte erwähnt. „Destination On Course“ spielt ebenfalls mit den Stimmungen, geht ins Ohr, wirkt an der einen oder anderen Stelle fast schon psychedelisch und durchgängig packend. Die Nummer endet in einer Hommage an Pink Floyd, wenn ein rockiger Teil aus „Echoes“ gecovert wird und sich dabei weiterentwickelt. Wahrlich gelungen.

Die „Tour Edition“ des Albums hält für die Hörerin beziehungsweise den Hörer noch eine zweite CD parat. Sechs weitere Titel, drei davon live eingespielt. Zwei dieser live eingespielten Lieder sind allerdings bereits auf der offiziellen ersten CD enthalten. Macht nichts, denn auch diese zweite Scheibe weiß zu überzeugen und stellt eine willkommene Erweiterung des ursprünglichen Albums dar.

Fazit: Eine wahrlich gelungene Rock-Platte haben die Rival Sons mit „Great Western Valkyrie“ vorgelegt. Rock Musik, im weiten Feld zwischen Blues und Hard Rock angesiedelt, die wirkt und klingt und an vielen Stellen auch mitreißt. Die einzelnen Lieder klingen leicht retro, geradezu so, als ob sie in den 1970er Jahren entstanden wären. Für Freundinnen und Freunde gut gemachten Rocks bestens geeignet. Elf Punkte.

Anspieltipps: Open My Eyes, Rich And The Poor, Destination On Course



Freitag, 9. November 2018

Iron Butterfly – Ball




Iron Butterfly – Ball


Besetzung:

Erik Brann – guitar, vocals
Ron Bushy – drums, percussion
Lee Dorman – bass guitar, backing vocals
Doug Ingle – organs, vocals


Label: ATCO


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. In The Time Of Our Lives (4:52)
2. Soul Experience (2:53)
3. Lonely Boy (5:00)
4. Real Fright (2:45)
5. In The Crowds (2:13)
6. It Must Be Love (4:26)
7. Her Favorite Style (3:15)
8. Filled With Fear (3:47)
9. Belda-Beast (5:46)

Gesamtspieldauer: 35:00



„Ball“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Iron Butterfly, welches am 17. Januar 1969 auf dem Plattenlabel ATCO veröffentlicht wurde. Das Album erreichte Platz 3 in den Billboard 200 Charts, was „Ball“ zu Beginn erfolgreicher als den Vorgänger „In-A-Gadda-Da-Vida“ werden ließ. „Ball“ wurde bereits im März 1969 in den USA aufgrund der Verkaufszahlen mit Gold ausgezeichnet. Mit den Titeln „Soul Experience“ sowie „In The Time Of Our Lives“ wurden zwei Singles aus dem Album ausgekoppelt. Erstgenannter Titel erreichte Platz 75 der Billboard-Charts, letztgenannter immerhin noch Platz 96. „Ball“ ist das zweite und letzte Studioalbum, welches in der Besetzung mit Doug Ingle, Ron Bushy, Lee Dorman und Eric Brann eingespielt wurde.

Schon überraschend wie damals von manchen Bands Alben im Halbjahrestakt veröffentlicht wurden. Im Fall von Iron Butterfly stellt „Ball“ das dritte Album innerhalb eines Jahres dar und trotzdem besitzt die Scheibe Qualität. Anscheinend ließen die Musiker damals in den neu erschlossenen musikalischen Genres einfach ihrer Kreativität freien Lauf und alles an Ideen musste endlich raus. Nach dem großen Erfolg des Vorgängeralbums „In-A-Gadda-Da-Vida modifizierte Iron Butterfly seinen Sound etwas und experimentierte mit melodischeren Kompositionen. Der markante schwere Gitarrensound der Band ist allerdings immer noch auf Tracks wie zum Beispiel „In The Time Of Our Lives“ zu hören. Wobei dieser Titel zu den Höhepunkten der Platte gehört. Insgesamt geht viel auf „Ball“ ins Ohr und verbleibt dort auch. Die auf dem Album zu hörenden Melodien verfügen über ein gehöriges Maß an Eingängigkeit und setzen sich fest.

Weiterer Höhepunkt der Scheibe ist das ebenfalls rockige und sehr rhythmisch gehaltene „Filled With Fear“, auf dem man auch das für Iron Butterfly so typische Orgelspiel des Doug Ingle neben einem sehr schönen Gitarrensolo des Erik Brann genießen kann. Schließlich sei an dieser Stelle noch die letzte Nummer der Platte erwähnt. „Belda-Beast“ heißt diese und tendiert sogar ein wenig zum Progressive Rock. Mehrere Teile, versetzte Takte, erneut ein markantes Orgelspiel und eine eingängige Melodie, die sich im Ohr festsetzt prägen dieses Lied. Nicht alles auf „Ball“ klingt allerdings so überzeugend. Beim Titel „Lonely Boy“ versuchen sich die Musiker im Genre des Soul und das geht gründlich daneben. Die beiden Nummern „In The Crowds” sowie „It Must Be Love” klingen zwar etwas besser, sind auch durchaus noch mit Rock zu umschreiben, dafür allerdings etwas gewöhnlicher als der Rest der Platte. Insgesamt macht „Ball“ jedoch durchaus Spaß und die Höhepunkte überwiegen deutlich.

Fazit: „Ball“ ist ein schönes Album geworden, angefüllt mit spannender Musik, die sich im noch nicht ganz ausgereiften Genre des Hard Rocks ausprobiert. Dabei gehen viele der Titel durchaus angenehm ins Ohr, verweilen dort auch länger und weisen auch nach Jahren der Vergessenheit einen Wiedererkennungswert auf. Den Ursprüngen der Rock Musik zu lauschen lohnt allemal. Zehn Punkte.

Anspieltipps: In The Time Of Our Lives, Filled With Fear, Belda-Beast