Sonntag, 7. Juni 2020

Ufo – Phenomenon




Ufo – Phenomenon


Besetzung:

Phil Mogg – vocals
Michael Schenker – guitar
Pete Way – bass guitar
Andy Parker – drums


Gastmusiker:

Bernie Marsden – guitar (tracks 11 & 12)


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsjahr: 1974


Stil: Rock


Trackliste:

1. Oh My (2:25)
2. Crystal Light (3:47)
3. Doctor Doctor (4:12)
4. Space Child (4:01)
5. Rock Bottom (6:29)
6. Too Young To Know (3:09)
7. Time On My Hands (4:12)
8. Built For Comfort (3:08)
9. Lipstick Traces (2:21)
10. Queen Of The Deep (5:49)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2007:

11. Sixteen (Demo) (3:48)
12. Oh My (Demo) (4:12)
13. Give Her The Gun (Single A-side) (3:58)
14. Sweet Little Thing (B-Side "Give Her The Gun") (3:51)
15. Sixteen (Previously Unreleased) (3:54)

Gesamtspieldauer: 59:23



„Phenomenon“ heißt das dritte Studioalbum der britischen Rockband Ufo, welches im Mai 1974 auf ihrem neuen Plattenlabel Chrysalis Records veröffentlicht wurde. Der etwas proggigere beziehungsweise spacige Sound der erste beiden Alben war verschwunden. Auf „Phenomenon“ hört man Rock, der zwischen sanfteren Balladen und Hard Rock Titeln hin- und herpendelt. Grund dafür dürfte wahrscheinlich der neue Gitarrist der Band gewesen sein, der erst 19-jährige Deutsche Michael Schenker, der Mick Bolton an der Lead Gitarre ersetzt hatte.

„Phenomenon“ ist eine runde und durchaus immer wieder begeisternde Scheibe geworden. Wenn auch die Musik nicht gerade vor Komplexität strotzt, die Titel klingen eingängig und gehen gut ins Ohr. Vertrackte Passagen wurden durch geradlinigen Rock ersetzt, der zum Mitwippen animiert. Der andere Pol der Musik auf „Phenomenon“ sind jene bereits angesprochenen rockigen Balladen, die sehr viel sanfter und nicht weniger melodiös aus den Boxen strömen.

Höhepunkte gibt es einige auf „Phenomenon“. Und diese gibt es bei den härteren Titeln wie den sanfteren Nummern. Für tollen Rock steht sicherlich eines der bekanntesten Titel von Ufo, das Lied „Doctor, Doctor“. Nicht weniger interessant klingt „Rock Bottom“, während dessen Michael Schenker ein Solo zum Niederknien zum Besten gibt. Von den etwas ruhigeren Nummern möchte ich dieser Stelle das Lied „Crystal Light“ erwähnen. Klasse melodiöser Titel. Dies gilt auch für „Space Child“. Das Gespür für die Eingängigkeit in der Musik hatten die vier Ufo-Musiker definitiv.

Fazit: „Phenomenon“ ist eine wahrlich gelungene Rock-Scheibe geworden. Es sind die Melodien, die das Album in Erinnerung bleiben lassen. Alles klingt gut auf dieser Platte. Dabei ist der Rock nie zu hart oder krachend, die Balladen nicht zu schmalzig oder verwaschen. Eine gute Mischung, bei der sich auch die Bonus Tracks lohnen gehört zu werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Crystal Light, Doctor Doctor, Space Child, Rock Bottom



Freitag, 5. Juni 2020

Frost* – Others




Frost* – Others


Besetzung:

John Mitchell – vocals, guitar
Jem Godfrey – vocals, keyboards
Nathan King – bass


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: ProgMetal, Pop


Trackliste:

1. Fathers (4:54)
2. Clouda (6:54)
3. Exhibit A (5:34)
4. Fathom (3:58)
5. Eat (5:58)
6. Drown (4:39)

Gesamtspieldauer: 32:00




Heute, am 5. Juni, erscheint mit der EP „Others“ auf digitalem Weg eine neue Veröffentlichung der britischen Band FROST, deren Musik sich irgendwo im weiten Bereich zwischen ProgMetal und Pop ansiedelt. Die sechs Lieder auf „Others“ sind bereits entstanden, als die Musik für das 2016er Album „Falling Satellites“ geschrieben wurde. Zudem werden diese sechs Titel auch Bestandteil der limitierten Anthologie „13 Winters“ sein, die dann im Herbst dieses Jahres auch in physischer Form erscheinen soll.

Beeindruckend auf „Others“ ist, wie die Band auf 32 Minuten eine sehr große Bandbreite musikalischer Genres vereint und dabei trotzdem einen in sich geschlossen Eindruck hinterlässt. Das erste Lied, „Fathers“, bricht quasi wie eine donnernde Welle über einen herein. Kraftvoller Metal, der sich im weiteren Verlauf des Liedes in eine eingängige Rock Nummer mit leichten progressiven Ansätzen wandelt. „Clouda“ ist anschließend ein wenig zurückhaltender angelegt. Das Lied verfügt über einen akustischen Zwischenteil, eine eher sphärische Passage und Rock, der mit unterschiedlichen Stimmungen, Tempi und Rhythmen spielt.

„Exhibit A“ beginnt mit leicht verfremdeten afrikanischen Gesängen, um sich anschließend hauptsächlich im Bereich des Metal zu bewegen. Das darauffolgende kürzeste Lied der Scheibe „Fathom“ ist eine sanfte Ballade, unterfüttert mit Streichern, um das Gefühl noch besser zu transportieren. Deutlich wird dabei, egal in welchem Genre und in welchem Tempo sich die Musik von Frost bewegt, ins Ohr geht sie immer. John Mitchell und seine Bandkollegen besitzen dieses Gespür für die eingängige Melodie.

Weiter geht es mit dem Titel „Eat“. Ein Lied, welches mit einer Vokal-Installation beginnt, die mich kurzzeitig etwas an die musikalischen Ursprünge einer Laurie Anderson erinnerte. „Eat“ ist insgesamt eine poppige Nummer, immer wieder aufgelockert durch eingestreute Stimmen, die auch mal nur ein Husten von sich geben. Gar nicht verwunderlich ist es schließlich, dass sich selbst jene, die EP abschließende und eher sphärisch schwebende Nummer „Drown“ in den Gehörgängen festsetzt. Denn auch mit den letzten beiden Liedern bleiben Frost ihrem Prinzip der Eingängigkeit treu.

Fazit: Zwei Dinge machen diese EP aus. Zum einen gibt es diese Breite der musikalischen Stile, die auf 32 Minuten miteinander verwoben werden. Zum anderen bekommt man jede Menge Eingängigkeit und Melodiösität auf „Others“ geboten. Wer darauf steht, die oder der wird alleine deswegen schon viel Spaß mit dieser EP haben. Zwischen Pop und Metal findet sich dabei durchaus auch der ein oder andere progressive Ansatz in der Musik der Briten. Das macht es noch ein wenig spannender und es klingt einfach gut. Elf Punkte.

Anspieltipps: Fathers, Eat



Mittwoch, 3. Juni 2020

Jean-Michel Jarre – Rendez-Vous




Jean-Michel Jarre – Rendez-Vous


Besetzung:

Jean-Michel Jarre – seiko ds-250, elka synthex, moog synthesizer, roland jx 8p, fairlight cmi, e-mu emulator II, eminent 310u, ems synthi aks, laser harp, rmi harmonic synthesizer, oberheim ob-x, yamaha dx100, matrisequencer, roland tr-808, linn 9000, sequential circuits prophet-5, casio cz 5000, arp 2600


Gastmusiker:

Michel Geiss – arp 2600, eminent bv, matrisequencer, roland tr-808
Dominique Perrier – memorymoog
Joe Hammer – e-mu drumulator, percussions
David Jarre – baby korg personal keyboard on "Fifth Rendez-Vous (Part II)"
Pierre Gossez – saxophone on "Last Rendez-Vous (Ron's Piece)"
The choir of Radio France, directed by Sylvain Durand – vocals on "Second Rendez-Vous"


Label: Disques Dreyfus


Erscheinungsjahr: 1986


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Rendez-Vous 1 (2:54)
2. Rendez-Vous 2 (10:54)
3. Rendez-Vous 3 (3:33)
4. Rendez-Vous 4 (3:58)
5. Rendez-Vous 5 (7:41)
6. Last Rendez-Vous (Ron‘s Piece) (6:02)

Gesamtspieldauer: 35:05



„Rendez-Vous“ heißt das achte Studioalbum des elektronischen Musikers und Komponisten Jean-Michel Jarre. Es erschien am 5. April 1986 erneut auf dem Plattenlabel Disques Dreyfus, auf dem auch die bisherigen Alben des Franzosen erschienen waren. „Rendez-Vous“ verkaufte sich weltweit rund drei Millionen Mal und lief sogar in den USA sehr erfolgreich, was sicherlich nicht zuletzt am letzten Stück der Platte liegt. Doch dazu später mehr.

Auf „Rendez-Vous“ hört man Jean-Michel wieder deutlich zurückhaltender, irgendwie introvertierter. Die Musik klingt sanft, zumeist sogar ein wenig traurig bis sehr melancholisch. Eine Ausnahme stellt hier das „vierte Rendez-Vous“ dar. Eine poppige, eher fröhliche Nummer, die sogar ganz gut ins Ohr geht, trotzdem zum einen nicht typisch für dieses Album ist, zum anderen auch nicht deren Höhepunkt darstellt.

Diese finden sich sehr viel eher in den dunklen Klängen auf „Rendez-Vous“. Da ist gleich der Opener. Schwermütig, dumpf, fast schon bedrohlich wirkend. Die Atmosphäre wird nun aufgehellt mit „Rendez-Vous 2“. Ein Lied, welches sehr viel voller klingt, an manchen Stellen fast schon ein wenig bombastisch rüberkommt und sich laufend wandelt. Das Lied steigert sich zum Ende hin nochmals und mündet in einen imposanten Chor-Part, der Erinnerungen an Philip Glass‘ „Koyaanisqatsi“ aufkommen lässt. „Rendez-Vous 5“ könnte bis etwa zur Mitte auch auf „Oxygene“ oder „Equinoxe“ vertreten sein. Schließlich wird die Nummer sphärischer und geht anschließend in einen Teil über, den man von Jean-Michel Jarre sonst eher selten zu hören bekommt. Wirrer wird es, experimenteller, schneller, undurchdringlicher.

Schließlich sollte an dieser Stelle auch noch das letzte Lied auf „Rendez-Vous“ Erwähnung finden. „Last Rendez-Vous (Ron‘s Piece)“ sollte ursprünglich einen Saxophonpart enthalten, der vom Astronauten Ron McNair im Space Shuttle Challenger während einer Erdumrundung eingespielt werden sollte. Dies hätte das Lied zum ersten Titel gemacht, welcher im Weltraum aufgenommen worden wäre. Doch am 28. Januar 1986 explodierte die Challenger wenige Sekunden nach dem Start und riss alle sieben Besatzungsmitglieder in den Tod. Eben auch jenen Ron McNair. Das Stück ist McNair und den anderen Astronauten an Bord der Challenger gewidmet. Auf dem Album wird der Saxophonpart nun vom Saxophonisten Pierre Gossez gespielt. Das Lied ist angefüllt mit Melancholie und selbst das Saxophon klingt wehmütig. Dieses Unglück in Verbindung zu diesem Lied trug wohl nicht zuletzt mit zum Erfolg des Albums in den USA bei.

Fazit: „Rendez-Vous“ ist ein sehr unaufgeregtes Album geworden. Von der Stimmung her kaum mehr zu vergleichen mit „Oxygene“, „Equinoxe“, „Magnetic Fields“ oder auch „Zoolook“. Es ist ein Album, welches seine Stärke aus der hier ausgestrahlten Ruhe zieht. Sicherlich nicht das beste Album des französischen Musikers Jean-Michel Jarre – aber beileibe auch keine schlechte Platte. Acht Punkte.

Anspieltipps: Last Rendez-Vous (Ron‘s Piece)



Montag, 1. Juni 2020

The Monkees – More Of The Monkees




The Monkees – More Of The Monkees


Besetzung:

Micky Dolenz – lead vocals, backing vocals
Davy Jones – lead vocals, backing vocals
Michael Nesmith – lead vocals, backing vocals
Peter Tork – backing vocals, guitars


Gastmusiker:

Many, many others


Label: Colgems Records


Erscheinungsjahr: 1967


Stil: Oldie, Pop


Trackliste:

1. She (2:41)
2. When Love Comes Knockin‘ (At Your Door) (1:49)
3. Mary, Mary (2:16)
4. Hold On Girl (2:29)
5. Your Auntie Grizelda (2:30)
6. (I‘m Not Your) Steppin‘ Stone (2:25)
7. Look Out (Here Comes Tomorrow) (2:16)
8. The Kind Of Girl I Could Love (1:53)
9. The Day We Fall In Love (2:26)
10. Sometime In The Morning (2:30)
11. Laugh (2:30)
12. I‘m A Believer (2:50)

Bonus Tracks der Wiederveröffentlichung im Jahr 1994:

13. Don‘t Listen To Linda (First Recorded Version) (2:28)
14. I‘ll Spend My Life With You (First Recorded Version) (2:30)
15. I Don‘t Think You Know Me (Second Recorded Version) (2:19)
16. Look Out (Here Comes Tomorrow) (Extended Mix) (2:52)
17. I‘m A Believer (Early Version) (2:52)

Gesamtspieldauer: 41:44




„More Of The Monkees“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Pop Band The Monkees und begleitete deren US-TV-Serie. Es wurde Ende 1966 aufgenommen und am 9. Januar 1967 auf dem Plattenlabel Colgems Records veröffentlicht. Das war weniger als drei Monate nach dem Debut-Album der zusammengestellten Truppe. „More Of The Monkees“ verdrängte sogar das Debütalbum der Band von der Spitze der US-Billboard 200-Charts und blieb 18 Wochen lang auf Platz 1. Das ist die längste Zeit, die sich ein Monkees-Album an erster Stelle der Charts der USA halten konnte. Rechnet man die Zeiten für beide Alben zusammen, so standen die Monkees mit ihrer Musik 31 Wochen hintereinander an der Spitze der US-Billboard-Charts – länger als ein halbes Jahr.

Viele Lieder haben die vier Musiker der Monkees nicht auf diesem Album geschrieben. Das Lied „Mary, Mary“ stammt komplett von Michael Nesmith, beim Titel „The Kind Of Girl I Could Love“ war er immerhin Co-Autor. Das war es allerdings. Wie auch schon beim Debut sind die Monkees auch hier nie alle zusammen bei einem Lied zu hören. Sehr viele Gastmusiker spielten die Scheibe ein und die vier Musiker der Monkees waren abwechselnd beim Einsingen der Titel zu hören. Micky Dolenz und Davy Jones übernahmen bezüglich des Hauptgesangs die meisten Parts.

Heutzutage klingt die Musik der Monkees sehr bieder, eben wie Oldies. Das bekannteste Lied der Platte ist die Neil Diamond Nummer „I‘m A Believer“, welche auch die zweite Singleauskopplung darstellte und in den USA natürlich auch den ersten Platz der Single-Charts belegte. Musikalisch gesehen bleibt heutzutage lediglich der historische Aspekt dieser Pop-Musik, ansonsten enthält das Album lediglich eine schnell „zusammengeschusterte“ Abfolge von Liedern, um die Erfolgswelle, auf der die Monkees gerade schwebten, auch finanziell noch besser abgreifen zu können.

Die vier Musiker muss man dabei wohl sogar noch in Schutz nehmen, denn sie erfuhren von der Veröffentlichung von „More Of The Monkees“ während einer Tournee in Cleveland, Ohio – zu einem Zeitpunkt, als das Album bereits veröffentlicht war. Angeblich waren die Vier über das Titelbild entsetzt und auch von den Liner-Notes auf dem Album enttäuscht, da Produktionsaufseher Don Kirshner dort sein Songwriting-Team lobte und erst ganz zum Schluss die Namen der Monkees erwähnte. Auch waren die vier Monkees nicht von der Liedauswahl begeistert, welche aus einem Pool von insgesamt 34 Stücken ausgewählt worden waren. Dies alles führte dazu, dass Michael Nesmith Jahre später in einem Interview für den Melody Maker feststellte, dass „More Of The Monkees“ wahrscheinlich das schlechteste Album der Geschichte sei.

Fazit: „More Of The Monkees“ ist lediglich ein „Geldgenerierungsalbum“ geworden – wobei die vier Musiker der Monkees dabei wohl nur wenig Schuld trifft. Musikalisches Mittelmaß hört man maximal noch auf dieser Scheibe, die Kompositionen sind zum Vergessen. Dass Erfolg nicht immer Qualität bedeutet, ist auch heute nicht unbekannt, denkt man an die Bohlens und DJ Bobos dieser Welt. Von daher kann man „More Of The Monkees“ eine gewissen Musik-historische Relevanz zuordnen, mehr sicherlich jedoch nicht. Vier Punkte.

Anspieltipps: She, I‘m A Believer



Sonntag, 31. Mai 2020

Stone Temple Pilots – Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop




Stone Temple Pilots – Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop


Besetzung:

Scott Weiland – lead vocals, percussion on "Press Play"
Dean DeLeo – guitar, bass on "Press Play" and "Big Bang Baby"
Robert DeLeo – bass, guitar on "Press Play," "And So I Know" and "Daisy," backing vocals on "Big Bang Baby" and "Lady Picture Show," vibraphone and electric harpsichord on "And So I Know," percussion on "And So I Know"
Eric Kretz – drums, percussion on "Pop’s Love Suicide," "Lady Picture Show" and "Art School Girl," piano on "Adhesive"


Gastmusiker:

Brendan O'Brien – piano on "Press Play" and "Big Bang Baby," percussion on "Pop’s Love Suicide," "Lady Picture Show," "Art School Girl" and "Seven Caged Tigers," organ and clavinet on "Art School Girl"
Dave Ferguson – trumpet on "Adhesive"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsjahr: 1996


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Press Play (1:21)
2. Pop‘s Love Suicide (3:43)
3. Tumble In The Rough (3:18)
4. Big Bang Baby (3:23)
5. Lady Picture Show (4:08)
6. And So I Know (3:57)
7. Trippin‘ On A Hole In A Paper Heart (2:56)
8. Art School Girl (3:35)
9. Adhesive (5:34)
10. Ride The Cliché (3:17)
11. Daisy (2:18)
12. Seven Caged Tigers (4:15)

Gesamtspieldauer: 41:51




„Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Stone Temple Pilots, welches am 26. März 1996 auf dem Plattenlabel Atlantic Records veröffentlicht wurde. Nach einer kurzen Pause im Jahr 1995 kam die Band wieder zusammen, um ihr drittes Studioalbum einzuspielen. Dieses nahmen die vier Musiker auf einer Ranch in Santa Ynez, Kalifornien auf, auf der sie während der Aufnahmen auch lebten.

Auf „Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop“ hört man keinen Grunge mehr, vielmehr ist auf dem Album Alternative Rock zu hören, der an den Rändern auch andere musikalische Genres streift. Die Musik auf der Platte wurde sowohl von Fans wie von Kritikern sehr gemischt aufgenommen. Nicht mehr alle waren begeistert, nur einige beeindruckt. Insgesamt wurden mit den Liedern „Big Bang Baby“, „Lady Picture Show“ und „Trippin' On A Hole In A Paper Heart“ drei Singles aus dem Album ausgekoppelt, die allesamt Platz 1 der US Mainstream Rock Charts erklommen.

„Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop“ ist musikalisch breiter aufgestellt als die Vorgängeralben. Dadurch klingt es sicherlich ein wenig uneinheitlicher, dafür auch ein wenig spannender. Neben Rock hört man da Shoegaze, poppige Töne und es swingt sogar mal. Ganz sicher ist die dritte Platte der Stone Temple Pilots auch ein kleines bisschen melodiöser geworden als die vorherigen Veröffentlichungen der Band. Nicht alle, doch einige der Lieder gehen schnell ins Ohr.

Insgesamt überzeugt „Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop“ durch seinen Ideen- und Abwechslungsreichtum. Es wird auch gerockt, wenn auch nicht mehr so, wie auf den Vorgängern. Mein Favorit der Platte ist auch eine poppig-rockige Mischung, das Lied „Lady Picture Show“. Die Nummer geht gut ins Ohr und erinnert ein wenig an die Beatles.

Fazit: Sehr logisch, dass dieses Album bei Fans der ersten beiden Platten nicht mehr so gut ankam. Auf „Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop“ hört man keinen relativ einheitlichen Grunge mehr, sondern weit gefächerten Alternative Rock, der sich auch durch andere musikalische Genres inspirieren lässt. Das Coverbild deutet schon auf den Wandel hin, da sollte niemand mehr überrascht sein. Oder etwa doch? Neun Punkte.

Anspieltipps: Lady Picture Show



Freitag, 29. Mai 2020

Bear’s Den – So That You Might Hear Me




Bear’s Den – So That You Might Hear Me


Besetzung:

Andrew Davie – lead vocals, acoustic guitar, electric guitar, op1, prophet, morse code, programming
Kevin Jones – electric guitar, bass, backing vocals, acoustic and high strung guitar, juno 60, morse code, high strung acoustic, piano, prophet, op1, tr8, percussion, fender rhodes, casio keyboard


Gastmusiker:

Jools Owen – drums, percussion
Christof Van Der Ven – backing vocals, op1, high strung acoustic
Harry Mundy – electric guitar, ebows
Marcus Hamblett – prophet, korg ms20, synthesizers
Seb Philpott – trumpet, flugelhorn
Johnny Abraham – trumpet, flugelhorn
Iain Maxwell – trombone
Paul Frith – horn arrangements


Label: Communion Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Hiding Bottles (4:05)
2. Fossils (3:58)
3. Fuel On The Fire (3:54)
4. Breaker / Keeper (4:31)
5. Not Every River (1:56)
6. Laurel Wreath (4:33)
7 Crow (4:56)
8. Conversations With Ghosts (4:08)
9. Evangeline (4:38)
10. Blankets Of Sorrow (4:28)

Gesamtspieldauer: 41:11




„So That You Might Hear Me“ heißt das dritte Album der englischen Folk Rock Band aus London. „So That You Might Hear Me“ erschien am 26. April 2019 auf dem Plattenlabel Communion Records. Das Album war verkaufstechnisch nicht mehr ganz so erfolgreich wie noch der Vorgänger „Red Earth & Pouring Rain“. In Großbritannien klettere die Platte bis auf Platz 13 der Charts, in Deutschland immerhin noch auf Platz 40.

Auf „So That You Might Hear Me“ hört man einmal mehr sehr eingängigen und melodiösen Folk Rock. Doch gewandelt hat sich die Musik der Briten dabei durchaus. Nicht von den Stimmungen und Atmosphären her, die mit den Liedern transportiert werden. Auch auf „So That You Might Hear Me“ klingt die Musik von Bear’s Den eher melancholisch, nachdenklich bis traurig. Viel ist hier in Moll gehalten und bedingt in Bezug auf die Stimmung eher ein herbstliches Album denn eine „sonnige Frühjahrsplatte“. Sanfte Musik, in die sich herrlich eintauchen lässt.

Der bereits angesprochene Unterschied zu den beiden vorherigen Veröffentlichungen der Band bezieht sich auf die Instrumentierung. Die Musik von Bear’s Den ist Synthesizer-lastiger geworden. Dies passiert ganz klar zu Lasten der akustischen Gitarren, die nicht mehr ganz so sehr die Musik der Engländer dominiert. Doch sie ist immer noch ein zentraler Bestandteil der Lieder von Bear’s Den auf „So That You Might Hear Me“. Diesen vermehrten Synthesizer-Einsatz mag man verteufeln oder gar preisen, er ändert jedoch nichts an der Grundausrichtung der Lieder von Bear’s Den. Diese klingen weiterhin sanft, warm, melancholisch, etwas sentimental und immer eher traurig denn fröhlich.

„So That You Might Hear Me“ ist ein in sich geschlossenes Album geworden. Alle Titel klingen, besitzen diese Qualität, die ein Lied hörenswert macht. Ausfälle gibt es dementsprechend auf dem Album glücklicherweise keine zu beklagen, dafür einige Höhepunkte. Meine sind die Titel „Fossils“, „Breaker / Keeper“, „Crow“ sowie „Evangeline“. Alles wunderschöne melodiöse und irgendwie leise Folk Rock Titel, bei denen manch Bläsereinsatz das jeweilige Lied zu etwas Besonderem werden lässt. Und dieses „leise“ in Verbindung zum Folk Rock bedeutet, dass hier auch kein Lauterstellen der Anlage oder der Kopfhörer etwas atmosphärisch bewirken würde. Natürlich werden die Töne dann lauter, aber die Musik bleibt trotzdem stets warm, sanft, zurückhaltend und eben leise.

Fazit: Auch das dritte Album von Bear’s Den ist eine sehr hörenswerte Platte geworden, wenn man denn die ruhigeren Momente in der Musik zu schätzen weiß. Melodiösität und Eingängigkeit stehen bei diesem Album im Vordergrund. Die Lieder gehen schnell ins Ohr und hallen nach. Schöne Musik für die stillen Momente des Tages, die Aufregung und Stress vergessen lassen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Fossils, Breaker / Keeper, Crow, Evangeline



Mittwoch, 27. Mai 2020

Seals & Crofts – Summer Breeze




Seals & Crofts – Summer Breeze


Besetzung:

Jim Seals – vocals, fiddle, acoustic guitar, saxophone
Dash Crofts – vocals (except on "The Euphrates"), mandolin, electric guitar, piano


Gastmusiker:

Louie Shelton – electric guitar, bass, background vocals
Red Rhodes – steel guitar
John Hartford – banjo
Robert Lichtig – flute, clarinet, bass guitar
Jim Horn – flute
John Ford Coley – piano
Larry Knechtel – piano
Michael Lang – piano
Clarence McDonald – piano
Michael Omartian – piano
Harvey Brooks – bass
Wilton Felder – bass
Joe Osborn – bass
Jim Gordon – drums
John Guerin – drums
Jim Keltner – drums
Russ Kunkel – drums
Milt Holland – tambura, tabla
King Errisson – congas
Dee Higgins – background vocals
Don Shelton – background vocals
Marty Paich – string arrangement


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsjahr: 1972


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. Hummingbird (4:40)
2. Funny Little Man (3:12)
3. Say (2:41)
4. Summer Breeze (3:29)
5. East Of Ginger Trees (3:49)
6. Fiddle In The Sky (3:32)
7. The Boy Down the Road (4:31)
8. The Euphrates (4:18)
9. Advance Guards (4:15)
10. Yellow Dirt (5:15)

Gesamtspieldauer: 39:46




Seals & Crofts waren ein amerikanisches Pop-Folk-Duo, bestehend aus James Eugene „Jim“ Seals und Darrell George „Dash“ Crofts. Beide spielten zunächst zusammen in der Band The Dawnbreakers, entschieden sich im Jahr 1969 allerdings als Duo weiterzumachen und gründeten Seals & Crofts. „Summer Breeze“ ist das bereits vierte Album von Seals & Crofts und wurde im Jahr 1972 auf dem Plattenlabel Warner Bros. Records veröffentlicht. Es stellt gleichzeitig den kommerziellen Durchbruch der Band dar, kletterte bis auf Platz 7 der US-Billboard-Album-Charts wobei das Titellied sogar Platz 4 der Single-Charts erreichte.

Auf „Summer Breeze“ hört man eine Mischung aus Folk, Pop und Soft Rock. Die einzelnen Lieder sind zumeist sehr sanft gehalten, erinnern ein klein wenig an die Musik von Crosby, Stills & Nash und gehen aufgrund von sehr eingängigen Melodien auch sehr gut ins Ohr. Der mehrstimmige Gesang klingt bei Seals & Crofts zwar nicht ganz so aufwendig ausklügelt wie bei Crosby, Stills & Nash – ist allerdings ebenfalls vorhanden – doch ansonsten ertappt man sich beim Hören automatisch dabei hier Parallelen herauszuhören.

Wenn man auf die etwas sanfteren Töne in der Musik steht, dann wirkt und klingt „Summer Breeze“ zweifellos. Natürlich hört man der Musik auch das Alter an, die bezüglich Musik und deren Arrangements nach den späten 60er und frühen 70er Jahren klingen. Trotzdem unterhalten „Jim“ Seals und „Dash“ Crofts gut auf dem Album. Besonders gelungen sind dabei das Titellied „Summer Breeze“ sowie das sich anschließende Stück „East Of Ginger Trees“. Beides sehr schöne poppig-folkige Nummern, die sehr schnell ins Ohr gehen. „The Euphrates“ schließlich klingt ebenfalls eingängig, ist allerdings ein wenig flotter eingespielt und das Saxophon wird in diesem Lied perfekt zur Untermalung der Musik eingesetzt.

Fazit: „Summer Breeze“ klingt nach poppigem Folk aus den 60er und 70er Jahren. Die Musik ist sanft und meist sehr eingängig. Richtige Verfechter des Rocks werden damit wohl kaum „warm“ werden, doch hat das Album durch seine Eingängigkeit durchaus seine Stärken. Interessanter Folk, der sich lohnt gehört zu werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Summer Breeze, East Of Ginger Trees, The Euphrates



Montag, 25. Mai 2020

Paul Simon – Songs From The Capeman




Paul Simon – Songs From The Capeman


Besetzung:

Paul Simon – guitar, acoustic guitar, hi string guitar, vocals, background vocals


Gastmusiker:

Bobby Allende – bell tree, bongos, cymbals
Robby Ameen – drums, guitar
Johnny Andrews – timbales
Marc Anthony – vocals
Angelo Aponte – vocals (background)
The Barrio Boyzz – vocals
John Beal – bass
Errol Crusher Bennett – shaker
Karen Bernód – vocals (background)
Rubén Blades – vocals
Laura Bontrager – cello
Bobby Bright – vocals (background)
Briz – vocals (background)
Marcia Butler – oboe
Pablo Calogero – clarinet (bass), saxophone (baritone)
Milton Cardona – claves, congas, guira, marimba, vocals (background)
Renee Connell-Adams – vocals (background)
Richard Crooks – drums
Steve Cropper – guitar
Barry Danielian – flugelhorn
David Davila – vocals (background)
Ray de la Paz – vocals (background)
Chris Eminizer – saxophone (tenor)
Krista Bennion Feeney – violin
Shannon Ford – drums
Bob Franceschini – saxophone (soprano)
Mitch Frohman – saxophone (tenor)
Tony Garnier – bass
Hans Giraldo – vocals (background)
Myrna Lynn Gomila – vocals, vocals (background)
Paul Griffin – piano
Juliet Haffner – viola
Kevin Harrison – vocals (background)
Oscar Hernandez – celeste, glockenspiel, horn arrangements, piano, synthesizer, vibraphone
Bill Holloman – saxophone (tenor), trumpet
Derrick James – vocals (background)
Kia Jeffries – vocals (background)
Bakithi Kumalo – bass
Saturnino Laboy – guitar (acoustic)
Jay Leonhart – bass
Paul Livant – guitar
Oriente Lopez – fender Rhodes, flute, horn arrangements, organ
David Mann – saxophone (baritone), saxophone (tenor)
Luis Marrero – vocals (background)
Diomedes Matos – guitar (acoustic)
Ozzie Melendez – trombone
Bernie Minoso – guitar (bass)
Edgardo Miranda – cuatro
Edwin Montalve – congas
Ednita Nazario – vocals
Vincent Nguini – guitar
Pablo Nunez – bongos, cowbell
Horace Ott – piano
Paul Peabody – violin
Sean Pulley – vocals (background)
Marc Quiñones – congas, timbales
Angel Ramirez, Jr. – vocals (background)
Sara Ramírez – vocals
Michael Ramos – accordion
Wallace Richardson – guitar
Danny Rivera – vocals
David "Piro" Rodríguez – trumpet
Rubén Rodríguez – bass
Teana Rodriguez – vocals, vocals (background)
Stewart Rose – french horn
Arlen Roth – guitar, guitar (acoustic)
Jimmy Sabater – congas, cowbell
Nestor Sanchez – vocals (background)
Stanley Silverman – conductor, orchestration
Harper Simon – guitar, harmonica
DeWayne Snype – vocals (background)
Edgar Stewart – vocals (background)
Dionte Sutton – vocals (background)
Trent Sutton – vocals (background)
Robby Turner – pedal steel
Hechter Ubarry – vocals (background)
Robert Vargas – vocals (background)
Ed Vasquez – vocals (background)
Ray Vega – trumpet
John Walsh – trumpet


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsjahr: 1997


Stil: Pop


Trackliste:

1. Adios Hermanos (4:42)
2. Born In Puerto Rico (5:03)
3. Satin Summer Nights (5:45)
4. Bernadette (3:33)
5. The Vampires (5:14)
6. Quality (4:18)
7. Can I Forgive Him (6:02)
8. Sunday Afternoon (3:25)
9. Killer Wants To Go To College (1:51)
10. Time Is A Ocean (5:23)
11. Virgil (2:49)
12. Killer Wants To Go To College II (2:09)
13. Trailways Bus (5:22)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

14. Shoplifting Clothes (3:38)
15. Born In Puerto Rico (gesungen von José Feliciano) (5:02)
16. Can I Forgive Him (Original Demo) (1:45)

Gesamtspieldauer: 1:06:21




„Songs From The Capeman“ heißt das neunte Solo-Studioalbum des Paul Simon. Es wurde am 18. November 1997 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht. Auf „Songs From The Capeman“ ist Musik zu hören, die Paul Simon für das von ihm geschriebene Broadway Musical „The Capeman“ komponiert hat. Diese Lieder werden auf dem Album zum Teil von ihm selbst interpretiert, zum Teil von Mitgliedern der Musical-Besetzung.

Als ich das Album zum ersten Mal hörte, wusste ich nicht, dass es sich dabei um die Musik aus einem Musical handelt. Und ich war entsetzt, über eine krude Mischung aus Pop, puertoricanischen Folklore-Klängen und Rock’n’Roll. Nichts will auf der Platte so richtig ins Ohr gehen, vieles davon überhaupt nicht und man ist dankbar, wenn das nächste Lied beginnt – um dann erneut eine Enttäuschung zu erleben.

Diese Platte hat also so gar nichts mit der Musik von Simon und Garfunkel zu tun, die allerdings auch bereits fast dreißig Jahre zuvor entstanden war. „Songs From The Capeman“ ist ein Album geworden, in dem alles durcheinandergewürfelt wurde, nichts so richtig passen möchte und die einzelnen Lieder auch überhaupt nicht zünden. Lediglich die drei Nummern „Born In Puerto Rico“, „Can I Forgive Him“ und „Virgil“ lassen mich den Finger von der Fernbedienung nehmen ohne, dass mich diese drei Nummern restlos überzeugen würden. Doch sie sind hörbar. Immerhin ein kleiner Lichtblick auf diesem, ansonsten sehr misslungenen Album.

Fazit: „Songs From The Capeman“ enthält keine Musik mit der man ansonsten den Namen Paul Simon in Verbindung bringt. Man hört eine unausgegorene Mischung aus Pop und Folklore-Klängen, die mit etwas Rock’n‘Roll unterfüttert wurde. Das war und ist nichts, was begeistern könnte. Das Musical floppte, Paul Simon machte damit elf Millionen Dollar miese und auch das Album floppte. „Songs From The Capeman“ ist bis heute jene Veröffentlichung des Paul Simon, welche sich am schlechtesten verkaufte. Es erreichte als Höhepunkt lediglich Platz 42 der US Billboard 200 Charts, die niedrigste Chartposition in Paul Simons Karriere. Drei Punkte.

Anspieltipps: Born In Puerto Rico, Can I Forgive Him, Virgil



Samstag, 23. Mai 2020

Korn – Issues




Korn – Issues


Besetzung:

Jonathan Davis – vocals, bagpipes, additional drums, programming
Fieldy – bass guitar, programming
Munky – guitars
Head – guitars, vocals
David Silveria – drums, percussion


Label: Epic Records


Erscheinungsjahr: 1999


Stil: Nu Metal


Trackliste:

1. Dead (1:12)
2. Falling Away From Me (4:30)
3. Trash (3:26)
4. 4 U (1:42)
5. Beg For Me (3:53)
6. Make Me Bad (3:55)
7. It‘s Gonna Go Away (1:30)
8. Wake Up (4:07)
9. Am I Going Crazy (0:59)
10. Hey Daddy (3:44)
11. Somebody Someone (3:47)
12. No Way (4:07)
13. Let‘s Get This Party Started (3:41)
14. Wish You Could Be Me (1:07)
15. Counting (3:38)
16. Dirty (7:50)

Gesamtspieldauer: 53:16




„Issues“ heißt das vierte Studioalbum der US-amerikanischen Nu-Metal-Band Korn, das am 16. November 1999 auf dem Plattenlabel Epic Records veröffentlicht wurde. Auch „Issues“ kletterte bis auf Platz 1 der US Billboard 200 Charts. Dieses Mal wurden mit den Liedern „Falling Away From Me“, „Make Me Bad“ und „Somebody Someone“ drei Singles aus dem Album ausgekoppelt.

Irgendwie sind Korn mit „Issues“ massentauglicher geworden. Vielleicht ist das auch der Grund, warum nicht alle Kritiker das Album besonders lobten. Die Bewertungen waren eher gemischt. „Issues“ klingt deswegen massenkompatibler, da auf dieser Platte sehr viel mehr Melodien zu hören sind. Melodien, die ins Ohr gehen. Korn gingen hier etwas weg von zu sehr brachialen oder verstörenden Tönen – die es allerdings noch zu hören gibt – hin zum etwas eingängigerem Metal. Aber dieser ist eben auch nicht mehr so konsequent hart, wie noch auf den vorherigen Platten. Obwohl ich auch in der Musik das Außergewöhnliche Suche, mich das Besondere fesselt, so ermöglichen mir die Musiker mit „Issues“ doch einen deutlich einfacheren Zugang zu ihrer Musik.

Wie gesagt, dies bedeutet nicht, dass man auf diesem Album nicht immer noch harten Metal zu hören bekommt, doch der klingt eben etwas harmonischer, dadurch wohl auch etwas entzerrt. Tolle Lieder auf „Issues“ sind „4 U“, „Wake Up“, eine der Singleveröffentlichungen „Somebody Someone“ und der Titel „No Way“. Ist „4U“ ein fast schon sphärisches kleines Experiment, so beweisen die Musiker mit den anderen drei Stücken, dass sie Nu Metal auch mit Eingängigkeit zu versehen wissen. Doch es sind noch deutlich mehr Lieder des Albums lohnenswert, sodass man ganz bestimmt auch keine Fernbedienung griffbereit liegen haben muss.

Fazit: Korn mal eingängiger und melodischer und dabei immer noch im Genre des Nu Metal unterwegs, das gibt es auf dem vierten Studioalbum der Band zu hören. Niemals ist die Musik langweilig, sie rockt und reißt mit. Für mich mit dem selbstbetitelten Debut einer der Höhepunkte in der Diskographie von Korn. Neun Punkte.

Anspieltipps: 4 U, Wake Up, Somebody Someone, No Way



Freitag, 22. Mai 2020

Caligula’s Horse – Rise Radiant




Caligula’s Horse – Rise Radiant


Besetzung:

Jim Grey – lead vocals
Sam Vallen – lead guitar
Adrian Goleby – guitar
Dale Prinsse – bass
Josh Griffin – drums


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Alternative Rock, Progressive Metal


Trackliste:

1. The Tempest (4:48)
2. Slow Violence (4:30)
3. Salt (7:41)
4. Resonate (2:36)
5. Oceanrise (4:33)
6. Valkyrie (5:09)
7. Autumn (7:43)
8. The Ascent (10:42)

Gesamtspieldauer: 47:45



Mit „Rise Radiant“ veröffentlicht die australische Band Caligula’s Horse bereits ihr fünftes Studioalbum, das dritte auf dem Major Label InsideOut Music. Bassist und Gründungsmitglied Dave Couper teilte im Dezember des Jahres 2018 mit, dass er Caligula’s Horse verlassen wird. Als Gründe nannte er hierbei seine Gesundheit, das Finanzielle und weil er nun einfach andere Musik machen wolle. Ziemlich viele Argumente und so hört man auf „Rise Radiant“ zum ersten Mal Dale Prinsse am Bass.

Caligula’s Horse machen Musik, die man intensiv, laut und oft anhören muss, sodass sich einem der ganze musikalische Kosmos der Australier vollends erschließt. Beim ersten Kontakt klingen die Lieder nach gut gemachtem ProgMetal, angereichert mit einer Prise Alternative Rock. Mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe eröffnen sich neue Facetten der Lieder. Melodien werden zu guten Freunden, Liedstrukturen zu spannenden Wendungen, auf welche man sich freut sie erneut zu hören.

Neben einer durchgängigen Eingängigkeit überzeugt „Rise Radiant“ auch mit den stimmlichen Arrangements. Mehrstimmig eingesungene und fein abgestimmte Gesangspassagen, die die Musik von Caligula’s Horse nochmals variabler und abwechslungsreicher erklingen lassen. Bezüglich dieses Abwechslungsreichtums lassen die fünf Musiker auch immer wieder unterschiedliche Stimmungen und Atmosphären in ihre Musik einziehen. Sanfte und härtere Passagen ergänzen sich ganz selbstverständlich zu einem gelungenen Ganzen. Auch beschreitet die Band auf „Rise Radiant“ genreübergreifende Wege. Neben vielen eher im ProgMetal angesiedelten Nummern erklingt plötzlich solch ein Lied wie „Resonate“, welches fast schon Erinnerungen an eine soulige Nummer von Sade aufkommen lässt. „Autumn“ wiederum ist ein eher ruhiger Titel, welcher über seine gesamte Laufzeit von knapp acht Minuten nur ab und an und lediglich zurückhaltend Fahrt aufnimmt, immer zwischen sanfter und Mid-Tempo-Ballade zirkuliert.

Bezüglich der Produktion lässt „Rise Radiant“ ebenfalls keine Wünsche offen. Der Sound klingt voll und fett, jedes Instrument ist perfekt abgemischt, nichts klingt verwaschen oder verschwommen. Gerade in den mehrstimmigen Passagen in Verbindung zu den härteren Gitarrenparts lässt sich dies uneingeschränkt genießen. Meine Höhepunkte auf „Rise Radiant“ heißen „Salt“ und „Valkyrie“. Beides sehr melodiöse und vor allen Dingen abwechslungsreiche ProgMetal Nummern, die begeistern und länger im Ohr nachhallen.

Fazit: Caligula’s Horse können auch auf „Rise Radiant“ überzeugen. Abwechslungsreicher und immer eingängiger ProgMetal, der mit jedem Durchlauf noch besser und mitreißender zu erklingen scheint. „Rise Radiant“ ist ein Album, welches die Fans der Band bestätigen und nicht enttäuschen wird und dabei auch Anhänger von Haken oder Leprous überzeugen dürfte. Elf Punkte.

Anspieltipps: Salt, Valkyrie, Autumn



Donnerstag, 21. Mai 2020

Jasmin Tabatabai – Jagd auf Rehe




Jasmin Tabatabai – Jagd auf Rehe


Besetzung:

Jasmin Tabatabai – Gesang


Gastmusiker:

David Klein – Saxophon
Olaf Polziehn – Piano
John Goldsby – Bass
Hans Dekker – Schlagzeug
Bastian Stein – Trompete
Adam Taubitz – Violine
Basile Auslaender – Cello
Zhubin Kalhor – Kamanche


Label: Jadavi Records


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Chanson, Swing, Vocal Jazz


Trackliste:

1. Ständchen (5:06)
2. La Rose (4:27)
3. Anymore (4:00)
4. Sei Mal Verliebt (3:56)
5. Männer Im Baumarkt (4:53)
6. Mein Mann Ist Verhindert (4:03)
7. Nichts Haut Mich Um (6:20)
8. Zeit Für Lyrik (5:27)
9. Shekare Ahoo (5:46)
10. A Place For Lovers (5:29)
11. Hey Jude (5:53)
12. Why (4:54)
13. Riverman (4:28)
14. Lass Mich Bei Dir Sein (4:39)
15. Schlafen Gehen (2:31)

Gesamtspieldauer: 1:11:58




Morgen, am 22. Mai erscheint mit „Jagd auf Rehe“ bereits das dritte Album der deutsch-iranischen Schauspielerin und Sängerin Jasmin Tabatabai. Erneut entstand das Album in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Musiker, Komponisten und Produzenten David Klein. „Jagd auf Rehe“ wird auf dem Plattenlabel Jadavi Records veröffentlicht.

Auf dem Album hört man Chansons, Swing und Vocal Jazz, allesamt musikalische Genres, die Jasmin Tabatabai sehr ausdrucksstark und überzeugend zu interpretieren versteht. Die Musik auf „Jagd auf Rehe“ erklingt zum einen sanft und nachdenklich, wenn es allerdings swingt, dann nehmen die Lieder Fahrt auf, bewirken ein unweigerliches Mitwippen des Fußes. Die meisten Titel singt Jasmin Tabatabai auf Deutsch ein. Neben dem Französischen „La Rose“ und dem auf Farsi eingesungenen „Shekare Ahoo“ gibt es auch noch fünf englischsprachige Titel. Auch dies trägt zur Abwechslung auf „Jagd auf Rehe“ bei. Wo hört man auch schon eine Musikerin oder einen Musiker, die beziehungsweise der sich so sicher in den unterschiedlichsten Sprachen bewegt?

Genauso variabel wie die Texte, so ist es auch die Musik auf „Jagd auf Rehe“. Die Grundstimmung bleibt zwar immer eine entspannte, doch klingen die Lieder mal sanfter, melancholischer, ein anderes Mal beschwingter und losgelöster. Zwischen diesen Polen kreist die Musik auf „Jagd auf Rehe“. Melodiöse, eingängige Chansons und sehr viel losgelösterer, deutlich weniger eingeschränkter und deshalb swingender Vocal Jazz.

Fazit: Auf „Jagd auf Rehe“ hört man keinen Pop, schon gar keinen Rock, sondern zum Teil nachdenkliche, zum Teil „beswingte“ Musik. Für alle, die abseits des Mainstreams gerne Musik hören, dieses „Andere“ in der musikalischen Unterhaltung suchen, ist „Jagd auf Rehe“ sicherlich eine Empfehlung.

Anspieltipps: Ständchen, Shekare Ahoo, Riverman, Schlafen Gehen



Dienstag, 19. Mai 2020

Austra – Hirudin




Austra – Hirudin


Besetzung:

Katie Stelmanis – performance


Gastmusiker:

Kieran Adams – live drums and additional drum programming
Bram Gielen – bass
Pantayo – kulintang, agong and sarunay
Joseph Shabason – saxophone, synthesizer
Mika Posen – viola
Paul Refree – guitar
Alison Cameron – synthesizer and noise
Germaine – additional percussion
Arjuna Satchithananthan – trombone
Tom Richards – tuba
Raphael Weinroth-Browne – cello
Shahriyar Jamshidi – kamanche
Mocky – drums, bass
Wlkinson Public School Kids Choir – choir


Label: Domino Recording Co.


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

1. Anywayz (3:46)
2. All I Wanted (3:19)
3. How Did You Know? (4:20)
4. Your Family (1:42)
5. Risk It (3:38)
6. Interlude I (0:28)
7. It’s Amazing (4:18)
8. Mountain Baby (3:27)
9. I Am Not Waiting (4:34)
10. Interlude II (0:34)
11. Messiah (3:41)

Gesamtspieldauer: 33:50




„Hirudin“ heißt das vierte Studioalbum der kanadischen Band Austra. Nun, im Grunde genommen ist Austra keine Band, es ist eher das musikalische Projekt der Musikerin Katie Stelmanis, die lettische Wurzeln besitzt und über eine klassische Ausbildung als Sängerin, am Piano und an der Violine verfügt. Ihre Alben spielt die Kanadierin in unterschiedlicher Besetzung ein. „Hirudin“ wurde weltweit am 1. Mai 2020 auf dem Plattenlabel Domino Records veröffentlicht.

Austra klingt keineswegs alltäglich – auch nicht auf „Hirudin“. Man hört überwiegend elektronische, sehr Synthesizer-lastige Musik, zu der Katie Stelmanis singt. Die Stimme der Musikerin klingt dabei mal voller, dann wieder feenhaft sanft, verwunschen. Oftmals wird der Gesang dabei überarbeitet, manchmal sogar ein wenig bis stark verfremdet. Dazu gibt es viele Passagen, in denen wunderschön abgestimmter und mehrstimmiger Gesang zu hören ist, hier macht es Spaß zuzuhören. Insgesamt klingt das stimmlich interessant und anders, kann allerdings wie bei Refrain von „Risk It“ auch fast schon ungewollt komisch wirken. Singt da wirklich noch ein Mensch mit dieser piepsigen Stimme oder ist es doch schon Minnie Mouse? Man kann es eben auch mit den Effekten übertreiben.

Die Musik selbst ist synthetisch, klingt auch so. Reine Rock-Fans werden mit „Hirudin“ keinen Spaß haben. Jedoch verfügen die Lieder über jede Menge Melodiösität gehen gut ins Ohr. Katie Stelmanis hat ein Gefühl für die schöne Harmonie und weiß dieses auch zu transportieren. Diese Klänge in Verbindung mit ihrer Stimme versetzen Hörerin und Hörer in eine Art Märchen- oder Zauberwelt. In dieser Art und Weise bekommt man Musik nur sehr selten geboten, von daher ganz bestimmt außergewöhnlich.

Noch ein paar Worte zum Veröffentlichungstermin. Viele Bands, Musikerinnen und Musiker verschieben gerade die Veröffentlichungstermine ihrer Alben, da sie ihre Musik nicht durch Konzerte unterstützen können und inzwischen zum großen Teil auch von den Einnahmen dieser Konzerte leben. Platten und CDs werden halt immer seltener gekauft. Umso bemerkenswerter ist es dann, wenn Katie Stelmanis mit ihrer Band Austra am ursprünglichen Veröffentlichungstermin festhält und so etwas Abwechslung in diese oft „heruntergefahrene“ Welt bringt – und damit wohl selbst auf Einnahmen verzichtet. Dafür schon mal ein Dankeschön.

Fazit: Definitiv keine Musik für Rocker. „Hirudin“ von Austra klingt synthetisch und ist es auch. Nur wenige Instrumente werden bei wenigen Liedern analog eingespielt, der Rest stammt aus dem Synthesizer. „Anders“ klingt die Musik von Austra allerdings auf jeden Fall. Sicherlich nicht jedermanns Sache, doch gerade das macht Musik manchmal eben auch spannend und hörenswert. Acht Punkte.

Anspieltipps: All I Wanted, Mountain Baby