Freitag, 23. März 2012

Rainbow – Long Live Rock’n‘Roll





Rainbow – Long Live Rock’n‘Roll


Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitar, bass
Ronnie James Dio – vocals
Cozy Powell – drums
Bob Daisley – bass
David Stone – keyboards


Gastmusiker:

Bavarian String Ensemble – strings on “Gates Of Babylon”
Ferenc Kiss – 1st violin on “Rainbow Eyes”
Nico Nicolic – 2nd violin on “Rainbow Eyes”
Ottmar Machan – viola on “Rainbow Eyes”
Karl Heinz Feit – cello on “Rainbow Eyes”
Rudi Risavy – flute on “Rainbow Eyes”
Max Hecker – recorder on “Rainbow Eyes”


Erscheinungsjahr: 1978


Stil: Rock, Hard Rock


Label: Polydor


Trackliste

1. Long Live Rock N Roll (4:25)
2. Lady Of The Lake (3:39)
3. L.A. Connection (5:02)
4. Gates Of Babylon (6:51)
5. Kill The King (4:31)
6. The Shed (Subtle) (4:48)
7. Sensitive To Light (3:08)
8. Rainbow Eyes (7:27)




Und wieder gab es eine Umbesetzung bei Rainbow. Blackmore und Dio blieben der Band natürlich erhalten und glücklicherweise auch Cozy Powell, der mit seinem Schlagzeug bereits auf „Rising“ Maßstäbe gesetzt hatte. Bass und Keyboard wurden allerdings auch auf „Long Live Rock’n’Roll“ erneut neu besetzt. Dieses Mal durften sich Bob Daisley und David Stone an diesen Instrumenten betätigen. Und festzustellen bleibt: Alle fünf haben ihre Sache richtig gut gemacht, denn mit „Long Live Rock’n’Roll“ schaffte es Rainbow erneut, ein überzeugendes Rock-Album abzuliefern. Ein Album, welches auch heute immer noch Spaß macht gehört zu werden. Und ein Album, welchem man seine, inzwischen 34 Jahre, in keinster Weise anmerkt.

Die Platte beginnt gleich mit dem Titeltrack „Long Live Rock’n’Roll“. Eine kraftvolle und treibende Nummer, die das Herz eines jeden Hard-Rock-Fans höher schlagen lässt. Und da sieht man dann schon mal darüber hinweg, dass das komplette letzte Drittel des Stücks nur noch aus dem immer wieder gesungenen Satz „Long Live Rock’n’Roll“ besteht. Kleiner Schönheitsfehler, es wird allerdings sofort wieder besser mit „Lady Of The Lake“. Hier beweist Ritchie Blackmore einmal mehr sein Gespür für klasse Melodien, die packen und fesseln. Und dies alles im Gewand eines Hard-Rock-Songs.

Auch der nächste Track „L.A. Connection“ weiß zu überzeugen. Die Nummer war ursprünglich die B-Seite der Single mit „Kill The King“ auf der Vorderseite und stellt mit diesem Song die härteste Nummer auf dem Album dar. Und dann kommt er, der Stilbruch. Mit einer Art Keyboardfanfare wird „Gates Of Babylon“ eingeleitet. Schwebend und sphärisch, doch dann rockt auch diese Nummer los. Sicherlich ein Höhepunkt des Albums. Das Lied klingt fast schon ein wenig bombastisch, ohne jedoch in irgendeiner Art und Weise überladen zu wirken. Alles ist hier treibend und packend und mit Hilfe der Streicher wird es sogar, trotz der Härte, richtiggehend symphonisch. Dazu noch das klasse Solo Blackmores - ein absolut toller Song war geboren.

Aber das war nur das Einläuten des Höhepunktes. Denn dieser folgt mit „Kill The King“ sofort im Anschluss. Bei kaum einem anderen Song wird die Bezeichnung „Rock“ in dieser Konsequenz umgesetzt. Hier vibriert alles. Dieses Lied strotzt so was von „dermaßen“ vor Kraft, dass man sich im Bereich des Hard Rock eigentlich keine Steigerung mehr vorstellen kann. Das ist Rock von seiner allerbesten Seite - in Hochgeschwindigkeit. Wahrlich ein Meisterwerk des Hard Rock.

Und so wird es mit „The Shed“ fast schon ein wenig heimelig. Das Lied wird mit einem sehr sphärischen Gitarrensolo Blackmores eingeleitet, bevor es dann an Fahrt aufnimmt und sich auch zu einem guten „Rocker“ entwickelt, der allerdings gegen den Vorgänger deutlich abfällt. Nicht anders ergeht es da „Sensitive To Light“. Eine allzu einfache Melodie macht es zu dem wohl schlechtesten Track auf der Scheibe. Obwohl, schlecht ist das auch nicht, nur eben Durchschnitt und nichts Besonderes.

Das Besondere wartet dann allerdings noch im letzten Titel der Platte auf den Hörer. Da ist sie, die Ballade, die wirklich schön ist. „Schön“ ist tatsächlich das wohl richtige Wort an dieser Stelle. Fast lieblich klingen hier Querflöte und Streicher und man kann es kaum glauben, dass es eine Band schafft, auf ein und dasselbe Album „Kill The King“ und „Rainbow Eyes“ aufzunehmen. Aber Rainbow haben das im Jahre 1978 hinbekommen. Schön.

Fazit: „Long Live Rock’n’Roll“ ist ein richtig gutes Album. Für jeden, der auch etwas mit härterem Rock anfangen kann, besteht fast die Pflicht, dieses Album sein Eigen zu nennen. Auf dieser Platte wird Härte mit tollen Melodien vereint. Und auf dieser Scheibe gibt es den Song „Kill The King“, ein Stück Musik, das man gehört haben sollte. Deutlich zu schnell zum „Headbanging“, lässt es die anderen Körperteile mitzucken. Leider hört man auf „Long Live Rock’n’Roll“ das letzte Mal Ritchie Blackmore und Ronnie James Dio zusammen musizieren. Danach gingen beide getrennte Wege. Schade, denn auf das, auf was wir uns noch hätten einstellen dürfen – ach, wir werden es nie erfahren, denn Blackmore wollte mit Rainbow kommerzieller werden. Und das wurde er auch, wie man leider auf den nächsten Scheiben hören konnte. „Long Live Rock’n’Roll“ erhält elf Punkte.

Anspieltipps: Lady Of The Lake, Gates Of Babylon, Kill The King, Rainbow Eyes



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