Montag, 19. März 2012

Styx – Pieces Of Eight





Styx – Pieces Of Eight


Besetzung:

John Panozzo – percussion, vocals
Chuck Panozzo – bass, vocals
Tommy Shaw – guitars, vocals
Dennis De Young – keyboards, vocals
James Young – guitars, vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Melodic Rock, Symphonic Rock, Pop Rock


Trackliste:

1. Great White Hope (4:24)
2. I Am Okay (5:44)
3. Sing For The Day (5:01)
4. The Message (1:08)
5. Lords Of The Ring (4:35)
6. Blue Collar Man (4:07)
7. Queen Of Spades (5:41)
8. Renegade (4:17)
9. Pieces Of Eight (4:44)
10. Aku-Aku (2:57)




Das 1978 erschienene Album “Pieces Of Eight” gilt bei vielen Styx-Fans als das beste Album der amerikanischen Formation. Und auf “Pieces Of Eight” waren Styx auch noch nicht so mainstreammäßig unterwegs, wie dies bereits zum Teil auf dem Nachfolgeralbum „Cornerstone“ der Fall sein sollte.

Und tatsächlich, auf “Pieces Of Eight” gibt es wirklich ein paar Titel, für die man schon ein Ohr riskieren sollte. Allerdings gibt es die nicht zu Beginn des Albums, sondern eher an dessen Ende, auf der ehemaligen zweiten Seite der Platte. Die Scheibe beginnt mit „Great White Hope“, einer schnellen Nummer, die dann überzeugen kann, wenn sie instrumental wird. Die Gesangspassagen, gesungen von James Young, aus dessen Feder das Lied auch stammt, sind dagegen langweilig, auch wenn sich für den Chor beim Refrain, viel Mühe gegeben wurde. Es folgt „I Am Okay“. Auch dieser Song fängt kraftvoll an, dieses Mal ist es das Schlagzeug, welches in das Stück einführt. Und dann passiert etwas, das muss man mögen oder man findet es eben nicht so gut: Dennis De Young fängt an zu singen! Irgendwie klingt das nicht so besonders überzeugend, irgendwie gekünstelt, irgendwie aufgesetzt. Und was für den ersten Track galt, das trifft auch hier zu. Wenn die Stimme schweigt, dann hat auch dieses Lied seine Stärken. Das Orgel-Solo ist klasse und gegen Ende des Stücks singt dann der Chor sogar richtig hymnisch. Da passt dann auch der Gesang.

„Sing For The Day“ heißt die dritte Nummer auf dem Album. Sie beginnt locker und „fluffig“ mit einem fröhlichen Keyboardintro. Das Stück ist eine reine Popnummer. Nichts Besonderes, wobei der Refrain etwas zu fröhlich und heiter klingt. So etwas kann schnell nerven und bewegt sich in nicht weiter Entfernung zum Deutschen Schlager. Kürzer, aber auch deutlich interessanter wird es dann mit „The Message“. Eine Mischung aus Sphäre und Symphonie. Eine kleine Auflockerung. Weiter geht es mit „Lords Of The Ring“, wieder ein Stück von Dennis De Young. Und der Keyboarder der Band kann wahrlich Lieder schreiben. Das Stück ist wirklich gut, hat eine spannende Melodieführung und ist sehr abwechslungsreich - und das, obwohl es nur viereinhalb Minuten lang ist. Von der Musik her richtig klasse gemacht. Nachteil allerdings wieder, klar, ich wiederhole mich, der Gesang, der allerdings auch hier bei den mehrstimmigen Parts besser wird.

“Blue Collar Man” ist ein Klassiker auf jedem Styx Konzert. Die Nummer beginnt mit reinem und breitem Orgelsound und rockt dann gut weiter. Auch das Gitarrensolo kann man genießen. Das Stück ist ein flotter Rocktitel aus der Feder Tommy Shaws. Bei „Queen Of Spades“ wird es am Anfang dann allerdings erneut ganz schlimm, denn Dennis De Young zieht die Silben wieder so entsetzlich. Das alles bei einem ruhigen Part zu Beginn des Stücks, bei dem die Stimme somit noch aufdringlicher wirkt. Das Stück wird dann rockiger und entwickelt sich zu einem Mainstream-Rocksong. Titel Nummer acht, „Renegade“, wieder ein Stück, welches auch auf den Liveaufführungen der Band nicht fehlen darf, beginnt mit dem Sologesang Tommy Shaws, der das allerdings richtig gut macht. Er zumindest kann deutlich unaufdringlicher singen. Danach rockt das Stück dann härter weiter. Und auch hier sind die gelungenen Instrumentalpassagen wieder mit zu erwähnen, denn die sind wahrlich klasse arrangiert und können begeistern. Auch der mehrstimmige Gesang ist eindrucksvoll. Kurzum, eine gute Nummer.

Dann folgt der Titeltrack des Albums „Pieces Of Eight“. Wieder ein Lied von Dennis De Young und wohl der Höhepunkt des Albums. Es fängt nicht sehr verheißungsvoll an, steigert sich dann allerdings von Sekunde zu Sekunde. Der Nachteil des Gesangs ist bald vergessen und es entwickelt sich eine richtig packende Nummer, die symphonische wie progressive Parts bereithält. Da muss man wahrlich Respekt zollen, wie viele verschiedene Parts Dennis De Young in einem, doch gar nicht mal so langen Lied, unterzubringen imstande war. Und das alles wirkt beileibe nicht zusammengestückelt, sondern richtig interessant, richtig klasse. Beendet wird das Album durch Aku-Aku. Dabei handelt es sich um ein sehr melodiöses Instrumentalstück, dieses Mal wieder aus der Feder Tommy Shaws. Das Lied ist schön entspannt und zeigt damit einmal mehr auch die Vielseitigkeit der Band Styx.

Fazit: Neben einigen gewöhnungsbedürftigen Gesangspassagen, sowie vereinzelten, langweiligen Mainstreamannäherungen, hält „Pieces Of Eight“ von Styx allerdings auch experimentelle und progressive Stellen für den Hörer parat. Hier macht das Lauschen der Musik dann auch richtig Spaß. Leider gibt es diesen Spaß nicht durchgängig zu hören, denn es fokussiert sich mehr auf die zweite Hälfte des Albums. Trotzdem bringt das dem Album immerhin zehn Punkte. Nicht zuletzt auch für die Abwechslung, die den neun verschiedenen Stücken innewohnt.

Anspieltipps: Lords Of The Ring, Blue Collar Man, Renegade, Pieces Of Eight, Aku-Aku



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