Freitag, 9. November 2012

Birth Control – Plastic People




Birth Control – Plastic People


Besetzung:

Peter Föller – bass, vocals, vibes
Bruno Frenzel – guitars, vocals
Bernd “Zeus B.” Held – keyboards, tenor saxophone, trumpet, vocals
Bernd Noske – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Friedemann Leinert – flute (track 6)
Christoph Noppeney – viola (tracks 3-6)
Jochen von Grumbkow – cello (tracks 3-6)
Ulla, Hanna, Brigitte – chorus (track 6)
Robby – saxophone (track 6)
Otto – trombone (track 6)
Harry – trumpet (track 6)


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Plastic People (9:23)
2. Tiny Flashlights (7:35)
3. My Mind (6:46)
4. Rockin’ Rollin’ Roller (5:44)
5. Trial Trip (6:42)
6. This Song Is Just For You (7:25)

Gesamtspieldauer: 43:35





Auf „Plastic People“ klingen Birth Control wahrlich progressiver als auf den Vorgängern, auch wenn man auf diesen Vorgängeralben durchaus immer schon diese Ansätze entdecken konnte – allerdings sicher weniger. Der Hard-Rock-Faktor wurde ein wenig nach hinten gedrängt, obwohl man hier deutlich keinen sanften Prog, sondern vielmehr äußerst kraftvolle Musik mit Prog-Einflüssen hört.

Und dies beginnt sofort mit dem ersten und gleichzeitig Titelstück „Plastic People“. Wirkt die Nummer zu Beginn noch ein wenig ziellos, so steigert sich das Lied in seinem weiteren Verlauf. Alles wird ein bisschen geordneter und harmonischer und zur Krönung bekommt man dann noch von Herrn Held ein Tony-Banks-Gedächtnis-Keyboard-Spiel serviert. Diese Läufe, die dort zu hören sind, erinnern frappierend an manch eine Stelle auf „Nursery Crime“ und „Selling England By The Pound“ – allerdings ist die Musik selbst natürlich eine völlig andere.

Auch „My Mind“ hat ebenfalls nichts mehr mit straightem Rock zu tun. Vielmehr wurde hier sehr viel Wert auf die Arrangements gelegt. Mit Windgeräuschen eingeleitet entwickelt sich ein äußerst melodisches Stückchen Musik, welches immer wieder Überraschungen in Form von klasse gesetzten Pausen und Streichereinlagen aufweist. Auch der mehrstimmige Gesang gegen Ende des Stücks ist absolut gelungen.

Nun, der Rest rockt mal mehr, mal weniger. Er eröffnet Anleihen zu Kollegen wie Grobschnitt (zweiter Teil von „Trial Trip“) und wartet auch immer wieder mit netten Ideen auf, die im Falle von „This Song Is Just For You“ allerdings vom Gesang und dem Hintergrundgesang völlig zerstört werden. Sonst gefällt mir die Stimme eigentlich ganz gut und ich finde sie passt dann auch.

Fazit: „Plastic People“ ist schon ein Progressive Rock Album. Oder doch ein reines Krautrock Album? Ein Rock Album der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts? Musik kann manchmal so kompliziert sein! „Plastic People“ ist irgendwie alles Erwähnte ein bisschen. Das wiederum ist aber meistens gar nicht schlecht gemacht und wirkt auf seine Weise. Mögen auch die alten, die Fans der ersten Stunde von Birth Control diese Platte verteufeln, gerade weil sie nicht mehr so durchgängig rockt. Als „Proggie“ hat man Spaß daran. Vielleicht nicht an jeder Stelle, aber immer wieder.

Anspieltipps: Plastic People, My Mind, Trial Trip




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