Samstag, 17. November 2012

Mike Oldfield – Earth Moving




Mike Oldfield – Earth Moving


Besetzung:

Mike Oldfield – guitar, keyboards


Gastmusiker:

Adrian Belew – guitar, vocals
Daniel Lazarus – clavinet
Bobby Valentino – violin
Phil Spalding – bass
Raf Ravenscroft – saxophone
Max Bacon – vocals
Mark Williamson – vocals
Anita Hegerland – vocals
Chris Thompson – vocals
Nikki Bentley – vocals
Maggie Reilly – vocals
Carol Kenyon – vocals


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop


Trackliste:

1. Holy (4:38)
2. Hostage (4:09)
3. Far Country (4:25)
4. Innocent (3:31)
5. Runaway Son (4:07)
6. See The Light (4:00)
7. Earth Moving (4:04)
8. Blue Night (3:49)
9. Nuthing But / Bridge To Paradise (8:42)

Gesamtspieldauer: 41:25




„Mike Oldfields „Earth Moving“ habe ich noch nicht. Nun die Kritiken sind nicht so toll, aber so schlecht kann das doch gar nicht sein. Mike Oldfield hat „Ommadawn“, „Incantations“ und „Tubular Bells“ erschaffen. Tolle Musik zu machen verlernt man doch nicht! Und die CD gibt es jetzt auch sehr günstig. Also her damit!“

So lief das mit „Earth Moving“ bei mir. Und gute und interessante Musik zu machen, hatte Mike Oldfield auch wirklich nicht verlernt, denn es sollte schon bald mit „Amarok“ wieder ein schönes und spannendes Album folgen. Aber „Earth Moving“? Nein, darauf befindet sich weder gute noch interessante Musik. Wenn nicht ab und zu einer der typischen Mike-Oldfield-Gitarrenklänge zu hören wäre, denn würde man noch nicht einmal auf die Idee kommen, dass man da überhaupt gerade Mike Oldfield hört.

Gut, progressive Musik ist auf „Earth Moving“ schon mal nicht zu hören. Auch keine Instrumentalmusik mehr. Bei jedem Lied gibt irgendeine Sängerin, irgendein Sänger ihren oder seinen Senf dazu. Egal ob dieser Adrian Belew oder ob diese Maggy Reilly heißt, die Lieder macht es keinen Deut besser. Auf „Earth Moving“ hört man Pop-Musik, unglaublicherweise manchmal sogar garniert mit Disco- und Funk-Anleihen. Pop-Musik? Nicht weiter schlimm könnte man meinen, denn die hat Mike Oldfield auch schon ein paar Alben zuvor fabriziert und gar nicht mal so schlecht. Aber dieser Pop hier ist so furchtbar langweilig, so belanglos, leider so überflüssig, dass es an Zeitverschwendung grenzt, diese Platte einzulegen. Hier gibt es keine schönen Melodien und keine interessanten Arrangements mehr. Alles derselbe, dumpfe Brei. Traurig. Pop-Musik hatte der Multiinstrumentalist vorher wahrlich schon deutlich bessere komponiert.

Angeblich drängte die Plattenfirma Virgin Mike Oldfield dazu, noch mehr kommerzielle, radiotaugliche Musik zu produzieren. Und dies vollbrachte er dann auch mit diesem Album. Nach dessen Fertigstellung war der Musiker allerdings auch nicht besonders glücklich über das Ergebnis und wollte wieder weg von dieser „Computer-Musik“ und hin, beziehungsweise zurück zur Musik mit richtigen Musikern und „richtigen“ Instrumenten. Mit „Amarok“ sollte er dieser seiner Vorstellung schließlich auch nachkommen.

Dann ist da noch die Geschichte mit der deutschen Verkehrsdurchsage zu Beginn von „Hostage“. Hintergrund dafür ist die Geiselnahme von Gladbeck, die ein Jahr zuvor stattfand und durch welche sich Mike Oldfield zu diesem Song inspirieren ließ.

Fazit: Der Ehrlichkeit halber sei gesagt, dass es sogar noch schlechtere Pop-Musik gibt - die kommt dann jedoch nicht von Mike Oldfield. Langweilig und belanglos ist „Earth Moving“ zwar schon, aber immerhin noch etwas mehr wert als der absolute Bodensatz. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Innocent, See The Light, Blue Night




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