Mittwoch, 15. Januar 2014

Bastille – Bad Blood




Bastille – Bad Blood


Besetzung:

Dan Smith – lead vocals, keyboards, percussion, string arrangements
Kyle Simmons – keyboards, percussion, backing vocals
Will Farquarson – bass, keyboards, acoustic guitar, backing vocals
Chris "Woody" Wood – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Mark Crew – keyboards, string arrangements
Verity Evanson – cello, string arrangements
Juliet Lee – violin
Sophie Lockett – violin
Gemma Sharples – violin
Willemijn Steenbakkers – violin
Alexandra Urquhart – viola
Richard Phillips – cello
Dave DeRose – drums
Ian Dudfield – backing vocals
Ralph Pelleymounter – backing vocals
Josh Platman – backing vocals
Jon Willoughby – backing vocals


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Pop


Trackliste:

1. Pompeii (3:35)
2. Things We Lost In The Fire (4:01)
3. Bad Blood (3:33)
4. Overjoyed (3:26)
5. These Streets (2:55)
6. Weight Of Living, Part II (2:55)
7. Icarus (3:45)
8. Oblivion (3:16)
9. Flaws (3:39)
10. Daniel In The Den (3:09)
11. Laura Palmer (3:06)
12. Get Home (6:38)

Gesamtspieldauer: 43:58




„Bastille“ ist eine ziemlich gehypte Band aus London, England, die auf vielen Plattformen unter dem Genre „Alternative Rock“ eingereiht wird. Da wird es dann jedoch schwierig, denn das, was Bastille hier auf ihrem Debut darbieten, ist mit Sicherheit kein Alternative Rock. Es ist im Grunde genommen auch kein Alternative Pop mehr. Das ist Pop-Musik des Jahres 2013 in Reinkultur, nicht mehr und nicht weniger. Das Label „Pop-Musik“ muss ja auch nichts Schlechtes oder Negatives bedeuten, macht es im Fall von Bastille auch nicht, aber wer sich eine irgendwie geartete Rock-Musik auf „Bad Blood“ erwartet, der wird unter diesen Umständen vermutlich enttäuscht werden.

Die Musik der vier Briten hat auch was. Man kann ihr wahrlich nicht absprechen überaus eingängig zu sein und Ohrwürmer hervorzurufen, die bei so manchem Hörer auch länger hängenbleiben werden - bei der einen Hörerin oder dem anderen Hörer mit Sicherheit aber auch deutlich weniger. Trotzdem, die ganze Platte ist überaus eingängig und zu jeder Zeit melodiös. Und auch wenn es hier den ein oder anderen nachdenklicheren Song zu hören gibt, der getragen dargeboten wird, wie zum Beispiel „Oblivion”, bei dem den Celli alles abverlangt wird, geht die gesamte Scheibe deutlich in die Richtung: „Musik für schöne Tage“.

Was mitunter etwas stört, dass ist dieser synthetische Sound. Klar gibt es mit Chris "Woody" Wood einen Drummer in der Band, der seine Aufgabe auch perfekt verrichtet – jedoch nicht immer – aber er kann überhaupt nichts für diesen Umstand. Viel zu oft greift die Band auf den synthetischen Sound des Synthesizers zurück, der einfach nicht die musikalische Qualität und den Klang eines „menschlichen“ Schlagzeugers erzeugen kann. Da klingt es dann schon mal sehr plastikmäßig und scheint auch durchaus so gewollt zu sein.

Nun und diese durchgängige Eingängigkeit erzeugt leider auch ganz andere Gefühle beim Konsumenten. Man sitzt da, hört die Scheibe und fast alles gefällt einem oder man findet alles irgendwie „gar nicht schlecht“ – spätestens nach dem zweiten Hören. Allerdings sagt und fühlt man auch spätestens nach dem zehnten Hören „Okay, jetzt reicht’s aber mal“. Soll nur heißen, dass die Musik durchaus gut gemacht ist, aber sehr stark Gefahr läuft, dass man sich an diesen Klängen ziemlich schnell überhört, sie nicht längerfristig bestehen können. Alles fließt, richtige Ausfälle gibt es irgendwie nicht, den absoluten „Übersong“, den sucht man allerdings auch vergebens. Alles hat ein gewisses Niveau ohne großartige Ausschläge nach oben oder unten.

Fazit: Die Musik von Bastille auf „Bad Blood“ ist eingängig, melodiös und man kann sie fast zu jeder Zeit hören. Da gibt es wohl nur wenig andere Meinungen darüber. Trotzdem ist diese Scheibe mit Sicherheit keine Platte, die in zwanzig Jahren noch für Aufsehen sorgen wird, dazu ist alles zu sehr vorhersehbar, mitunter auch ein wenig oberflächlich und mit dem Makel behaftet, dass man sich an solch einer Musik schnell überhören kann. Von daher nicht schlecht, allerdings auch nichts Besonderes. Gibt es Menschen, die behaupten, dies könnte ihr Lieblings-Album für alle Zeiten sein? Kaum vorstellbar. Hierbei kann es sich dann nur um Hitparaden-Hörer handeln, die allerdings schon bald etwas Neues finden werden, ganz nach Adenauers Devise: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“ Acht Punkte.

Anspieltipps: Things We Lost In The Fire, Bad Blood, Flaws



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