Freitag, 10. Januar 2014

Yes – Yes




Yes – Yes


Besetzung:

Jon Anderson – lead singer and incidental percussion
Peter Banks – guitar, vocals
Bill Bruford – drums, vibes
Chris Squire – bass, vocals
Tony Kaye – organ, piano


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Progressive Rock, Pop


Trackliste:

1. Beyond And Before (4:53)
2. I See You (6:48)
3. Yesterday And Today (2:49)
4. Looking Around (4:17)
5. Harold Land (5:42)
6. Every Little Thing (5:42)
7. Sweetness (4:33)
8. Survival (6:19)


Bonus Tracks:

9. Everydays (Single Version) (6:21)
10. Dear Father (Version #2; Previously Unissued) (5:49)
11. Something's Coming (7:07)
12. Everydays (Version #1, Previously Unreleased) (5:15)
13. Dear Father (Early Version #1, Previously Unissued) (5:29)
14. Something's Coming (Early Version, Previously Unissued) (8:02)

Gesamtspieldauer: 1:19:49




Das ist schon so eine Sache mit den Debut-Alben so mancher Band beziehungsweise so manches Solo-Interpreten. Wenn man da an die ersten „Gehversuche“ von David Bowie oder auch Genesis denkt, dann waren diese doch noch sehr im Pop der sechziger Jahre verhaftet und hatten mit dem Stil, den sie in späteren Jahren prägen sollten, noch reichlich wenig zu tun. Ein wenig anders ist das beim Debut von Yes mit dem gleichnamigen Album-Titel. Auch hier gibt es zwar diese reinen Pop-Anleihen, der progressive Ansatz, der ist hier aber schon deutlich bemerkbar.

Zwei Cover-Versionen gibt es auf dem ursprünglichen Album. Da ist zum einen „I See You“ von den Byrds und schließlich noch „Every Little Thing“ von den Beatles. Beide Nummern wurden an den „Yes-Sound“ angepasst und klingen deutlich abweichend vom Original. Trotzdem sind das nicht die Höhepunkte der Platte. Diese beginnt mit „Beyond And Before“. Einem durchaus progressiven Stück, was in der Art der Darbietung liegt, die durch mehrstimmigen Gesang unterfüttert wurde und auch rockige sowie eher schwebende Abschnitte bereithält – also kein Lied, welches nach der Devise Strophe – Refrain etc. funktioniert. „Yesterday And Today“ ist dagegen eine sehr sanfte Nummer und kann deutlich eher dem Genre Pop zugeschrieben werden. Das sieht bei „Looking Around” schon ganz anders aus beziehungsweise hört sich anders an. Hier hört man den späteren Yes-Sound bereits sehr gut heraus und diese Nummer hätte auch auf späteren Veröffentlichungen der Band ihren Platz finden können, ohne stilistisch vom Rest abzuweichen.

„Harold Land” ist erneut eine Mixtur der Genres. Das Lied beginnt treibend und orgeldominiert und entwickelt sich dann zu einem sehr eingängigen und melodiösen Stück, welches durchaus auch Vergleiche zu den frühen Genesis aufkommen lässt. Bei „Sweetness“ spielt zunächst auch wieder die Orgel des Tony Kaye eine große Rolle, dann wird es sehr ruhig und der Lied-Titel „Sweetness“ passt hier dazu perfekt. So richtig überzeugen kann die Nummer allerdings nicht. Bliebe noch „Survival“ von der ursprünglichen Plattenzusammenstellung. Jetzt bewegt sich die Band wieder auf dem Terrain der progressiven Musik und sogar jazzige Ansätze sind hier zu vernehmen, bis alles wieder sehr schwebend und „luftig“ wird.

Auf der remasterten Fassung gibt es schließlich noch sechs Zugaben, wobei es sich bei vier Titeln davon um Cover-Versionen handelt, „Everydays“ von Stephen Stills gibt es dabei sogar in zwei unterschiedlichen Einspielungen. Lediglich „Dear Father“ stammt aus der Feder Jon Andersons und Chris Squires. Das Lied gibt es ebenfalls in zwei verschiedenen Versionen zu hören und passt stilistisch uneingeschränkt zum Rest der Platte. Die Orgel spielt wieder eine wichtige Rolle, ansonsten ein ruhiger Song, der hauptsächlich während der Instrumentalpassagen an Fahrt gewinnt. Bei den Covers legen die Musiker von Yes sogar noch ein wenig mehr Wert auf die progressiven Ansätze und lassen ihrem Spieltrieb freien Lauf.

Fazit: Zwar ist das Album qualitativ noch nicht vergleichbar mit späteren Veröffentlichungen wie „Close To The Edge“, „The Yes Album“ oder „Fragile“, dazu wirkt es manches Mal noch nicht bis zum Ende konsequent durchdacht und durchgezogen, die Ansätze, die die Musik von Yes zu etwas Besonderem werden lassen, diese Ansätze sind jedoch bereits vorhanden. Wer auf die frühen Yes steht, der findet hier jede Menge für sich. Wer eher etwas mit Titeln wie „Owner Of A Lonely Heart“ anzufangen weiß, für die oder den ist diese Platte definitiv nicht geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Looking Around, Harold Land



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