Dienstag, 24. Juni 2014

Genesis – Duke




Genesis – Duke


Besetzung:

Tony Banks – keyboards, 12 string guitar, background vocals
Phil Collins – drums, percussion, lead & backing vocals, drum machine
Mike Rutherford – bass guitar, bass pedals, guitars, background vocals


Gastmusiker:

David Hentschel – background vocals


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop, ArtPop


Trackliste:

1. Behind The Lines (5:30)
2. Duchess (6:37)
3. Guide Vocal (1:21)
4. Man Of Our Times (5:34)
5. Misunderstanding (3:15)
6. Heathaze (4:59)
7. Turn It On Again (3:51)
8. Alone Tonight (3:57)
9. Cul-De-Sac (5:04)
10. Please Don't Ask (4:02)
11. Duke's Travels (8:38)
12. Duke's End (2:07)

Gesamtspieldauer: 55:06



Na, wie nennt man das jetzt, was Genesis hier auf ihrem zehnten Album 1980 dem geneigten Hörer präsentierten? Weiterentwicklung? Progressiver Rock oder zumindest progressiver Pop (gibt es das überhaupt?)? Irgendwie stimmt das alles nicht. Progressiv ist auf diesem Album kaum mehr etwas. Deutlich zu erkennen und zu erhören ist auf jeden Fall, dass Phil Collins das Zepter in der Band übernommen hatte. Vieles klingt hier schon so, wie auf seinen bald folgenden Solo-Alben. Solch Schmachtfetzen wie „Misunderstanding“, „Heathaze” oder - ganz schlimm – „Alone Tonight“ und „Please Don't Ask” gibt es auf seinen von Genesis losgelösten Platten jede Menge zu hören. Und dies, obwohl „Heathaze“ und „Alone Tonight“ sogar von Tony Banks beziehungsweise Michael Rutherford geschrieben wurden.

Von daher ist es auch nicht weiter überraschend, dass Fans der ersten Tage der Band mit „Duke“ nur relativ wenig anzufangen wissen. Auf dieser Scheibe wird vieles dem Mainstream untergeordnet. Das funktionierte auch, denn „Duke“ war die erste Scheibe, mit denen Genesis in den USA so richtig durchstarteten. Wenn man denn allerdings doch den Vergleich zu den früheren Werken der Band ziehen will, dann klingt hier auf „Duke“ das Meiste so unglaublich seicht und schwach. Wer hat Mike Rutherford eigentlich gesagt, dass er Gitarre spielen kann? Diese setzt er zwar nur sehr spärlich ein, ein wenig mehr hätte dem Album jedoch gut getan, dann wäre dieser plastikmäßige, Synthesizer-dominierte Sound vielleicht doch noch ein wenig erträglicher geraten. Dem Schlagzeug wird zwar eine etwas größere Rolle zugedacht, rockig klingt es jedoch trotzdem nur ganz selten, zumal auch Drum-Computer hier ihr Unwesen treiben dürfen.

Jedoch gibt es auch gelungene Stellen auf „Duke“. Der Titel „Duchess“ zum Beispiel hat durchaus etwas und konnte so wohl nur von Genesis geschrieben werden. Ein langsames, sich steigerndes Intro, sehr melodiös dem Synthesizer entsprungen, geht dann in einen durchaus rockigen Teil über, den Phil Collins klasse mit seiner Stimme noch zu unterstreichen weiß. Das Lied geht ins Ohr und ist dabei kein 08/15-Song, sondern besitzt auch diese gewisse Nachhaltigkeit. „Turn It On Again” war der Single-Hit des Albums. Durchaus gelungen, auch hier ist es das rockige Momentum, welches den Titel hörenswert werden lässt. Nun und dann ist da noch „Duke's Travels”, das mit über acht Minuten Spieldauer längste Stück der Platte. Da müsste man eigentlich denken, hier bekommt man nun wieder etwas progressiven Sound von Genesis serviert. Dem ist allerdings leider nicht so. Das Stück besitzt einen treibenden Rhythmus und will einfach nicht ins Ohr gehen. Das passiert erst gegen Ende der Nummer, wenn Phil Collins anfängt zu singen. Ansonsten einfach nur langweilig.

Fazit: „Duke“ ist ein Pop-Album im Stile der 80er Jahre geworden. Die Musik darauf hat also nichts mehr mit jener gemein, für die Genesis noch vor wenigen Jahren standen. Nun, das wiederum macht den Umgang mit diesem Album dann jedoch auch so schwierig, denn Vergleiche lassen sich da einfach nicht vermeiden. Geht irgendwie nicht. Und bei diesen Vergleichen schneidet „Duke“ eben nicht so gut ab, da die Musik von Genesis nun einfach langweilig und irgendwie auch belanglos geworden war. Schade. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Duchess, Turn It On Again



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