Sonntag, 14. Dezember 2014

Frankie Goes To Hollywood – Liverpool




Frankie Goes To Hollywood – Liverpool


Besetzung:

Holly Johnson – vocals
Brian Nash – guitar
Mark O'Toole – bass
Peter Gill – drums
Paul Rutherford – second voice


Gastmusiker:

Betsy Cook – background vocals
Steve Lipson – guitar, keyboards
Steve Howe – guitar
Trevor Rabin – guitar
Richard Niles – string arrangements, brass arrangement
Andy Richards – keyboards
Peter-John Vettese – keyboards


Label: ZTT Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: New Wave, Pop, Rock


Trackliste:

1. Warriors Of The Wasteland (4:54)
2. Rage Hard (5:07)
3. Kill The Pain (6:16)
4. Maximum Joy (5:29)
5. Watching The Wildlife (4:18)
6. Lunar Bay (5:41)
7. For Heaven's Sake (4:30)
8. Is Anybody Out There? (7:27)

Gesamtspieldauer: 44:03



Frankie Goes To Hollywood stehen durchaus auch ein wenig stellvertretend für die Musik der 80er Jahre und dies, obwohl die Band lediglich zwei Alben veröffentlichte. „Welcome To The Pleasuredome“ und eben zwei Jahre später, die hier besprochene Platte „Liverpool“. Die Aufnahmen hierzu gestalteten sich bereits chaotisch, dazu gab es noch jede Menge Ärger mit der Plattenfirma – im Anschluss an „Liverpool löste sich Frankie Goes To Hollywood dann auch auf.

Ob sich der chaotische, über sehr viele verschiedene Studios verstreute Aufnahmeprozess auf die Qualität der Titel auswirkte, kann getrost mit einem „Nein“ beantwortet werden. Allerdings ist das Songmaterial nicht mehr mit dem des Vorgängeralbums zu vergleichen. Die Produktionskosten waren in die Höhe geschnellt, der wirtschaftliche Erfolg stellte sich jedoch nicht ein. Die Scheibe verkaufte sich wesentlich schlechter als erwartet. Nun, schlecht ist „Liverpool“ jedoch nicht geworden. Man hört hier den typischen Frankie Goes To Hollywood Sound. Die Musik ist durchaus mitreißend und vibriert immer wieder. Da macht das Zuhören durchaus Spaß. Solche Titel wie „Relax“ oder „Two Tribes“ finden sich zwar genauso wenig wie solch ruhige Nummern wie das weihnachtliche „Power Of Love“, trotzdem erzeugen die einzelnen Titel Stimmung. Vor allem zu Beginn des Albums, sind mit „Warriors Of The Wasteland“ und „Rage Hard“ zwei richtig gute Titel vertreten, die auch als Single veröffentlicht wurden. Die dritte Single-Veröffentlichung stellt „Watching The Wildlife” dar, eine Nummer, die mit zahlreichen Streichern und Bläsern aufwartet, dadurch natürlich sehr orchestral klingt und neben ruhigeren Abschnitten auch treibende Parts für den Hörer bereithält.

Ganz allgemein klingt „Liverpool“ ein klein wenig rockiger als noch der Vorgänger. Das macht jedoch nichts, weil die Musiker auch im Rock zu Hause zu sein scheinen. Ganz am Ende der Scheibe wird es mit „Is Anybody Out There?“ dann allerdings auch ein wenig bluesig bis soulig. Die Nummer will nicht so ganz zum Rest der Platte passen, stellt aber natürlich auch eine Abwechslung dar. Übrigens, auch wenn mit Steve Howe und Trevor Rabin zwei Yes-Musiker mit zum Gelingen dieses Albums beitrugen, ist die Musik darauf natürlich sehr weit vom Yes-Sound oder irgendwelchen Progressive Rock Anleihen entfernt beziehungsweise hat damit überhaupt nichts zu tun.

Fazit: So gelungen wie „Welcome To The Pleasuredome“ ist „Liverpool“ nicht. Doch auch auf dieser Scheibe gibt es einige gelungene Songs, die sich am Beginn des Albums, also vor allem auf der ehemaligen ersten Plattenseite befinden. Die Musik von Frankie Goes To Hollywood steht durchaus für die Musik der 80er Jahre – und hier für die besser gelungene, womit einmal mehr bewiesen wäre, dass auch Pop-Musik nachhaltig sein kann. Neun Punkte.

Anspieltipps: Warriors Of The Wasteland, Rage Hard



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