Mittwoch, 17. Dezember 2014

Morrissey – Viva Hate




Morrissey – Viva Hate


Besetzung:

Morrissey – vocals


Gastmusiker:

Stephen Street – bass, guitar
Vini Reilly – guitar, keyboards
Andrew Paresi – drums
Richard Koster – violin
Fenella Barton – violin
Rachel Maguire – cello
Mark Davies – cello
Robert Woolhard – cello
John Metcalf – viola


Label: His Master’s Voice


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Jangle Pop, Indie Rock


Trackliste:

1. Alsatian Cousin (3:13)
2. Little Man, What Now? (1:47)
3. Everyday Is Like Sunday (3:35)
4. Bengali In Platforms (3:53)
5. Angel, Angel Down We Go Together (1:39)
6. Late Night, Maudlin Street (6:54)
7. Suedehead (3:55)
8. Break Up The Family (3:55)
9. Treat Me Like A Human Being (2:27)
10. I Don't Mind If You Forget Me (3:17)
11. Dial A Cliché (2:28)
12. Margaret On The Guillotine (3:44)

Gesamtspieldauer: 42:16



Die Smiths hatten sich ein Jahr zuvor aufgelöst, da veröffentlichte Morrissey, Sänger jener sehr einflussreichen und stilprägenden Band, im Jahr 1988 sein erstes Solo-Album mit dem Titel „Viva Hate“. Stilistisch knüpft es durchaus an die letzte Smiths-Scheibe „Strangeways, Here We Come“ an. Zumindest von der Stimmung her. Deutlich gewachsen ist auf „Viva Hate“ dagegen die Rolle des Keyboards, welches hier oftmals dominanter als die Gitarre zum Einsatz kommt. Dies wäre mit dem Smiths Gitarristen Johnny Marr eindeutig nicht umzusetzen gewesen.

Morrissey schafft es wie kaum ein zweiter Künstler Geschichten mit seinen Songs zu erzählen. Dabei muss man nicht unbedingt immer seiner Meinung sein, denn seine Aussagen sind oft anklagender Natur – interessant ist das in den allermeisten Fällen jedoch trotzdem. Die Stimme des Sängers hat natürlich einen hohen Wiedererkennungswert, klingt weich und einfühlsam. Dazu gesellen sich dann zwölf Titel auf „Viva Hate“, die durch die Bank weg überaus eingängig sind. Manches Mal wird die Musik dann ein wenig grooviger, ein anderes Mal etwas mehr getragen und deutlich weniger rhythmisch. Nun und solch ein Lied wie „Angel, Angel Down We Go Together” können sicherlich nur ganz wenige Musiker schreiben. Nur mit Streichern instrumentiert klingt das in Verbindung mit dem Text durchaus herzerweichend, selbst für gestandene Männer. Leider ist die Nummer mit nicht einmal zwei Minuten Spieldauer nur so unglaublich kurz ausgefallen.

Fazit: Man bringt die Musik von Morrissey auf „Viva Hate“ durchaus in Bezug zu den Smiths. So sehr anders klingt das hier noch nicht. Allerdings gehen da die Meinungen auch auseinander, denn einige Kritiker meinten nach der Veröffentlichung, dass Morrissey ohne seinen Partner Johnny Marr von den Smiths, nur noch halb so gut klingen würde. Wie immer reine Geschmackssache. „Viva Hate“ hat durchaus was, was es lohnt gehört zu werden. Ein schönes und ruhiges Indie Rock Album der 80er Jahre. Neun Punkte.

Anspieltipps: Angel Angel Down We Go Together, Late Night Maudlin Street



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