Dienstag, 2. Dezember 2014

Yes – Tormato




Yes – Tormato


Besetzung:

Jon Anderson – vocals, percussion, puerto rican cuatro
Steve Howe – gibson les paul custom, martin 00045, spanish guitar, fender broadcaster, acoustic gibson guitar, gibson es-175, mandolin, vocals
Chris Squire – rickenbacker bass guitar, gibson thunderbird bass guitar, piano, bass pedals, vocals
Rick Wakeman – piano, hammond organ, polymoog synthesizer, birotron, harpsichord, rmi electra piano
Alan White – drums, glockenspiel, crotales, cymbals, bell tree, drum synthesizer, gongs, vibraphone, vocals


Label: Rhino Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Future Times/Rejoice (6:47)
2. Don't Kill The Whale (3:58)
3. Madrigal (2:27)
4. Release, Release (5:49)
5. Arriving UFO (6:09)
6. Circus Of Heaven (4:32)
7. Onward (4:05)
8. On The Silent Wings Of Freedom (7:52)


Bonus Tracks der 2004 remasterten Album-Version:

9. Abilene (B-side of "Don't Kill The Whale") (4:03)
10. Money (3:15)
11. Picasso (2:12)
12. Some Are Born (5:43)
13. You Can Be Saved (4:20)
14. High (4:30)
15. Days (demo) (1:01)
16. Countryside (3:12)
17. Everybody's Song (early demo of "Does It Really Happen") (6:48)
18. Onward (hidden track) (3:06)

Gesamtspieldauer: 1:19:49




„Tormato“ heißt das neunte Studioalbum der britischen progressive Rockband Yes, welches im Jahr 1978 veröffentlicht wurde. Der auf „Going For The One“ einmal eingeschlagene Weg wurde mit diesem Album konsequent fortgesetzt. Die langen und ausufernden Titel gibt es nicht mehr auf einem Yes Album. Stattdessen befinden sich nun je vier Titel auf jeder Seite der ursprünglichen Schallplatte. Fast hat man ein wenig das Gefühl, Yes wollten endlich eine ganz „normale“ Band werden.

Sind sie aber natürlich nicht, denn bei jedem einzelnen Ton hört man auch hier, dass die Band, die hier spielt, nur Yes sein kann. Klar, der Gesang des Jon Anderson ist verräterisch und diesem eindeutig zuzuordnen, doch das ist es nicht alleine. Es sind die Arrangements, der Sound, die Gitarre des Steve Howe und auch das Bassspiel des Chris Squire, die auch „Tormato“ eindeutig als Yes-Album überführen und kennzeichnen.

Leider ist jedoch das vorliegende Songmaterial nicht das allerbeste im kreativen Schaffen der Musiker. Leider muss man sogar noch einen Schritt weitergehen und diese Platte als jene kennzeichnen, die bisher die schwächste ist in der Geschichte der Band, von der Entstehung bis hin zum Jahr 1978. Auszunehmen von dieser Kritik ist dabei ganz eindeutig der Titel „Don’t Kill The Whale“, mit dem die Band sogar einen Charterfolg verzeichnen konnte. Ein richtig guter Pop-Rock-Titel, eingängig und dabei doch auch ein wenig verschroben. Die nächste Nummer, „Madrigal“, ist wieder eine für Yes so typische, ruhige Ballade und ebenfalls durchaus gelungen. Auch sehr überzeugend ist „Onward“ geworden. Hier klingen Yes nun auch so, wie sie vorher in diesem Jahrzehnt geklungen hatten. Das Lied ist dabei relativ ruhig gehalten und ebenfalls sehr melodiös und eingängig geworden.

Nun, die restlichen fünf Lieder sind noch nicht einmal besonders schlecht oder gar grauenvoll. Aber sie verstehen es nicht mehr, den Hörer irgendwie zu treffen. Wobei die Nummer „Release, Release“, ein etwas rockiger Titel, jedoch leider sogar ein wenig nervt mit diesem „Release, Release“-Gerufe und diesem fast schon penetranten Keyboardsound. Dieser wird übrigens sogar noch mal getoppt und zwar gegen Ende der ursprünglich letzten Titels „On The Silent Wings Of Freedom”. Wie Rick Wakeman diesen Sound gut finden konnte, wird sich mir wohl niemals erschließen.

Positive Erwähnung finden sollte hier allerdings, die mit zehn Bonus-Titeln mehr als üppige Ausstattung der remasterten CD. Auch wenn das Material ebenfalls nicht sonderlich weltbewegend ist, so ist es doch interessant zu hören, was Yes so alles ausprobierten. Manchmal klingt das sehr poppig, ein anderes Mal eher nach einem Rock’n’Roll. Klar wird auf jeden Fall, warum es so mancher Titel nie oder nur in stark abgeänderter Form auf ein Yes-Album geschafft hat. Zum Teil klingt das nämlich noch nicht einmal nach Yes-Musik. Trotzdem irgendwie interessant.

Fazit: „Tormato“ ist das schlechteste Yes-Album bisher in der Diskographie der Band. Trotzdem gibt es hier auch Höhepunkte zu erhören, die durchaus Spaß machen. Allerdings haben die einzelnen Lieder über die gesamte Platte hinweg gesehen nicht mehr ganz die Qualität vorheriger Veröffentlichungen. Irgendwie wirkt manche Nummer einfach nach Füllmaterial oder noch nicht ganz ausgereift. Klar ist die Scheibe ein Muss für alle Yes-Fans und „Don’t Kill The Whale“ sollte man als Rock-Fan auch mal gehört haben. Allerdings ist „Tormato“ kein Meilenstein in der Diskographie von Yes. Durchschnitt eben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Don’t Kill The Whale, Madrigal, Onward



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