Mittwoch, 21. Januar 2015

Porcupine Tree – The Sky Moves Sideways




Porcupine Tree – The Sky Moves Sideways


Besetzung:

Steven Wilson – lead vocals, guitar, keyboards
Richard Barbieri – keyboards, electronics
Colin Edwin – bass guitar
Chris Maitland – drums, percussion


Gastmusiker:

Ricky Edwards – additional percussion
Theo Travis – flute on "The Sky Moves Sideways Phase 2"
Suzanne J. Barbieri – vocals on "The Sky Moves Sideways Phase 2"
Gavin Harrison – drums on "Dislocated Day" and "Moon Touches Your Shoulder"


Label: Snapper


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Psychedelic Rock, Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. The Sky Moves Sideways Phase 1 (18:39)
2. Dislocated Day (5:24)
3. The Moon Touches Your Shoulder (5:40)
4. Prepare Yourself (1:58)
5. The Sky Moves Sideways Phase 2 (16:48)


CD2:

6. The Sky Moves Sideways (Alternate Version) (34:42)
7. Stars Die (5:01)
8. Moon Loop (Improvisation) (16:18)
9. Moonloop (Coda) (4:52

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: (48:31 + 1:00:55) 1:49:27




Allgemein gilt „The Sky Moves Sideways“ als das Album, auf dem Porcupine Tree am stärksten nach Pink Floyd klingen. 1995 veröffentlicht, gilt es zunächst einmal festzustellen, dass es inzwischen zahlreiche verschiedene Versionen dieser Platte gibt. Wahrlich keine unstrittige Vorgehensweise einer Band, denn manch Fan möchte eben alles von seinen Lieblingen besitzen und kauft nach und kauft nach. Mein Glück war, dass ich diese remasterte und erweiterte Doppel-CD zuerst erwarb, die Ausgabe mit vier CD’s, brauche ich ganz bestimmt nicht mehr.

Nun, auch wenn die Veröffentlichungsstrategie des Herrn Wilson in diesem Punkt zumindest mal fraglich erscheint, so bleibt doch festzuzuhalten, dass „The Sky Moves Sideways“ ein richtig gutes Album geworden ist. Ich finde jedoch nicht, dass es zu sehr nach Pink Floyd klingt. Nun der Aufbau ähnelt zwar schon einem Album wie „Wish You Were Here“, auf dem zwei Parts des Longtracks „Shine In You Crazy Diamond“ die restlichen drei Lieder einrahmen. Nicht anders verhält es sich hier auf der ursprünglichen Platte. Die hauptsächlich instrumental gehaltenen „The Sky Moves Sideways” Phase 1 & 2-Teile, rahmen die drei restlichen, sehr viel kürzen Lieder ein. Auch die Stimmung, die ein wenig bedrückend ist, erinnert indirekt an selbige von Pink Floyd auf „Wish You Were Here“. Trotzdem, ich bleibe dabei, Porcupine Tree klingen deutlich anders. Allerdings empfand selbst Steven Wilson diesen Vergleich mit Pink Floyd durchaus angebracht, da er später in einem Interview sagte, dass er das Album zwar möge, es ihn allerdings in eine musikalische Sackgasse geführt habe. So etwas hatte es eben schon durch Pink Floyd gegeben und er wollte lieber etwas Neues machen und nichts nachmachen. Nun, Porcupine Tree sollten nach dieser Platte dann auch einen Stilwechsel vornehmen.

War Porcupine Tree zuvor praktische die Ein-Mann-Show des Steven Wilson gewesen, so bekommt die Formation hier zum ersten Mal richtigen Bandcharakter. Richard Barbieri und Colin Edwin, die auf der Vorgängerplatte eher als Studiomusiker fungierten, waren nun Teil von Porcupine Tree geworden. Und mit Chris Maitland gab es nun auch einen festen Drummer. Die Fäden musikalischen Fäden hielt zwar weiterhin hauptsächlich Steven Wilson in der Hand und die drei restlichen Musiker hatten hier wohl nur eher beratenden Einfluss, jedoch war der Schritt hin zur Band nun endgültig vollzogen.

„The Sky Moves Sideways“ klingt sehr psychedelisch. Und auch sehr elektronisch. Wabernde Synthesizerteppiche umkreisen den Hörer vor allen Dingen bei den beiden Titeltracks. In der Mitte des Albums, wird es dann deutlich strukturierter und auch rockiger. „Dislocated Day” knallt richtig gut und die Nummer „The Moon Touches Your Shoulder” beginnt herrlich melodiös und sanft, um im weiteren Verlauf dann jedoch das Tempo anzuziehen. Und klar, wenn man so will, dann kann man ´hier auch ein Gitarrensolo à la David Gilmour heraushören – muss man aber nicht. Die Musik steigert sich immer mehr und mündet in einem rockigen Finale, um schließlich sphärisch auszuklingen. Macht richtig Spaß.

Die beiden Titeltracks leben ebenfalls von der Vielfalt, die in ihnen steckt. Da wird ganz sanft schwebend mal eine musikalische Reise durch die Weiten des Weltalls eingeleitet, ein anderes Mal kann man auf der Musik abtanzen und dann wird wieder ordentlich gerockt. Sehr spannend in dieser Zusammenstellung und sehr hörenswert, auch wenn man sicherlich einige Durchgänge benötigt, um sich in diesen Klangwelten endgültig auszukennen.

Noch kurz in paar Worte zu CD2. Beide Titel-Parts wurden hier in einer alternativen Fassung von „The Sky Moves Sideways“ zusammengefasst. Sehr viele Variationen gibt es dort allerdings nicht zu bestaunen beziehungsweise zu erhören. Lohnend ist ganz bestimmt das Lied „Stars Die“, welches auf der ursprünglichen europäischen Veröffentlichung fehlte, jedoch auf der ersten Veröffentlichung in den USA anstatt von „Prepare Yourself“ enthalten war. Alles sehr seltsam, wer wohl auf solche Ideen kommt? Die Musiker oder die Musikmanager? Egal, auf jeden Fall ist das Lied eine tolle, harmonische und sehr melodische Nummer. Nun, schließlich gibt es mit „Moonloop“ noch eine ganz sphärische Improvisation, die manchmal auch als Chill-Out-Musik durchgehen würde. Der zweite Teil von „Moonloop“, hier mit dem Untertitel „Coda“ versehen, ist dagegen eine richtig rockige Nummer, die in ihrem Verlauf, nach langsamen Beginn, fast zu explodieren droht.

Fazit: Spannend ist das auf jeden Fall, was uns Porcupine Tree hier servieren. Spannend alleine deswegen schon, da es so facettenreich ist, dieses dritte Album der Band, die hier auch zur Band wird. Klar, ich gebe es zu, wem Pink Floyd im Stile der mittleren siebziger Jahre gefällt, dem wird auch diese Scheibe hier gefallen. Die Stimmung hat noch wenig mit den späteren Alben von Porcupine Tree zu tun, tendiert noch stark zum Vorgängeralbum „Up The Downstair“, ist jedoch schon deutlich ausgereifter und spannender geraten. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Sky Moves Sideways Phase 1, The Moon Touches Your Shoulder



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