Sonntag, 19. April 2015

Steven Wilson – Insurgentes




Steven Wilson – Insurgentes



Besetzung:

Steven Wilson – vocals, acoustic & electric guitars, acoustic & electric pianos, keyboards, synthesizers, harmonium, mellotron, bass guitar, percussion, drum & keyboard programming, ambient noise, loops


Gastmusiker:

Gavin Harrison – drums, cymbals
Tony Levin – bass
Mike Outram – electric guitar
Dirk Serries – guitar drones
Jordan Rudess – piano
Clodagh Simonds – vocals
Sand Snowman – acoustic and processed acoustic guitars, recorders
Theo Travis – wah-flute, clarinet, saxophone
Michiyo Yagi – 17-string bass koto, 21-string koto


Label: kscope


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Independent, Alternative, Postrock, Prog


Trackliste:

1. Harmony Korine (5:07)
2. Abandoner (4:48)
3. Salvaging (8:17)
4. Veneno Para Las Hada (5:57)
5. No Twilight Within The Courts Of The Sun (8:37)
6. Significant Other (4:31)
7. Only Child (4:24)
8. Twilight Coda (3:24)
9. Get All You Deserve (6:17)
10. Insurgentes (3:55)


DVD:

Advanced Resolution 5.1 Of Insurgentes (24/48 resolution)

Gesamtspieldauer CD: 55:22 (DVD selbiges)




„Insurgentes” nannte Steven Wilson sein erstes Solo-Album, welches im Jahr 2008 veröffentlicht wurde. Seine Band Porcupine Tree sollte ein Jahr später noch mal ein Album veröffentlichen, dann war da jedoch erst mal Schluss – zumindest bis heute im Jahr 2015. „Insurgentes” ist spanisch und bedeutet so viel wie „Aufständischer“ oder „Aufrüher“. Also aufrührerisch klingt die Platte keinesfalls, allerdings klingt sie auch nicht einfach.

Nun, ich muss sogar zugeben, dass die Scheibe überaus kompliziert klingt. Gar nicht so eingängig beim ersten Hören, obwohl Steven Wilson seine Hörer auch auf „Insurgentes“ mit sanften Klängen zu verwöhnen versucht. Allerdings gibt es neben diesen ruhigen Klängen durchaus auch verstörende Abschnitte, die nicht mehr so ohne weiteres den Weg in das Klangzentrum des Gehirns finden wollen.

„Insurgentes“ ist eines jener Alben, welches der Hörerin oder dem Hörer ihre Schönheit erst nach vielen Durchgängen offenbart. Mit zwei oder drei Durchläufen ist es da definitiv nicht getan. Nimmt man sich jedoch die Zeit und räumt dieser Platte immer und immer wieder die Möglichkeit zum Reifen ein, wird man nach einer gewissen Zeit doch noch beschenkt werden. Trotzdem schien Steven Wilson der Weg, den er mit diesem Soloprojekt einzuschlagen gedachte, noch nicht ganz klar gewesen zu sein. Soll es eher in die experimentelle Richtung gehen oder sich doch lieber an den tollen, ruhigen Songs von Porcupine Tree orientieren? Die Antwort scheint Steven Wilson nicht leicht gefallen zu sein, beziehungsweise fand er überhaupt eine Antwort? Diese Frage kann wohl verneint werden, denn irgendwie befindet sich ein buntes Potpourri auf „Insurgentes“, die tolle, eingängige und melodiöse Melodie genau wie die sehr experimentelle Passage, die dann eher ein Klanggebilde darstellt, als ein „richtiges“ Lied. Jedoch hat das alles was, ist spannend und eindeutig progressiver Rock, der im neuen Jahrtausend spielt und auch genau dort hingehört. Das ist null Radiomusik, jedoch wer möchte so etwas schon von Steven Wilson hören?

Fazit: „Insurgentes“ ist keine einfache Scheibe geworden. Die folgenden Platten von Steven Wilson sind deutlich einfacher, „griffiger“ und auch melodiöser geraten. Selbiges gilt auch für die meisten Porcupine Tree Platten. Trotzdem ist „Insurgentes“ eine sehr interessantes Album geworden, dem man eben die Zeit zum Reifen einräumen sollte. Immer nur einfach, das ist doch auch langweilig. Elf Punkte.

Anspieltipps: Harmony Korine, Abandoner, Insurgentes



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