Montag, 4. Mai 2015

The Moody Blues – Seventh Sojourn




The Moody Blues – Seventh Sojourn


Besetzung:

Justin Hayward – vocals, acoustic & electric guitars
John Lodge – vocals, bass, acoustic guitar
Ray Thomas – vocals, flute, tambourine, saxophone, oboe
Graeme Edge – drums, percussion, vocals
Mike Pinder – vocals, chamberlin, piano


Label: Threshold Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: ArtPop, Pop, Rock


Trackliste:

1. Lost In A Lost World (4:42)
2. New Horizons (5:10)
3. For My Lady (3:57)
4. Isn't Life Strange (6:08)
5. You And Me (4:19)
6. The Land Of Make Believe (4:51)
7. When You're A Free Man (6:05)
8. I'm Just A Singer (In A Rock And Roll Band) (4:22)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

9. Isn't Life Strange (Original Version) (8:14)
10. You And Me (Beckthorns Backing Track) (6:33)
11. Lost In A Lost World (Instrumental Demo) (4:41)
12. Island (4:30)

Gesamtspieldauer: 1:03:38




Die Fahrt der Moody Blues geht auch mit ihrem achten Album, „Seventh Sojourn“ aus dem Jahr 1972 weiter. Eine Fahrt in die süßlichste Musik überhaupt, an der man mitunter schon ganz schön zu schlucken hat. Hier auch noch von Rock-Musik zu sprechen scheint durchaus gewagt zu sein. Denn unter Rock Musik stellt man sich im Grunde genommen etwas anderes vor, als ultrasanfte und oftmals auch kitschige Klanggebilde, die es auf „Seventh Sojourn“ allerdings zu Hauf zu hören gibt.

Man kann jetzt wahrlich nicht behaupten, dass die Nummern nicht melodiös wären, denn das sind sie allemal. Allerdings klingt das Ganze irgendwie sowas von kitschig, dass es zum Teil schwer fällt, die einzelnen Lieder noch ernst zu nehmen. In den Titeln steckt so viel Pathos und Süße, sodass man eigentlich versucht ist, den Musikern zuzurufen: „Steht auf, wehrt Euch. Ihr müsst doch zumindest noch einen kleinen Rest an Stolz in Euch haben. Also Kopf hoch und Brust raus!“ Aber dann kommt gerade die Nummer „New Horizons“ und man steht mit offenem Mund da und weiß gar nicht, was man noch alles sagen soll. Sowieso zu spät, 1972 ist lange vorbei.

Allerdings ist das Ganze, neben aller Süße, so eingängig, dass man gar nicht umhin kommt, auch etwas daran schön zu finden. In meinem Fall ist es zum Beispiel Titel Nummer 3, „For My Lady“. Absolut soft und süß, jedoch ausgestattet mit einer absolut eingängigen und schönen Melodue und vor allem einer tollen Instrumentierung. Und dann wäre da noch die letzte Nummer des Albums „I'm Just A Singer (In A Rock And Roll Band)“. Diese ist richtig gelungen, da sie endlich mal Rock Musik beinhaltet. Wieder einmal eine schöne Melodie, jetzt jedoch gepaart mit einem flotteren Tempo und überzeugendem Groove.

Auf der remasterten Version des Albums gibt es vier Zugaben. Diese passen sich an das schlechtere Niveau der Scheibe an. Und da ist es dann egal, ob es Titel mit Gesang oder gar Instrumentalnummern sind. Dafür lohnt sich der Kauf definitiv nicht, wenn man schon die Originalscheibe besitzt.

Fazit: Manche Bands habe 1972 echt Klassiker veröffentlicht. Einige davon wurden hier ja bereits besprochen. Die Moody Blues haben das nicht geschafft. Weich klang die Band schon immer, jetzt klingt sie allerdings sogar schleimig. Kein gutes Zeichen. Sicherlich haben die Moody Blues noch Fans von damals, die mit dieser Musik groß geworden sind und diese zu schätzen wissen. Ob jemand allerdings heute noch, wenn sie oder er „Seventh Sojourn“ zum ersten Mal hört, darauf abfährt, das wage ich zu bezweifeln. Melodiös bis in den letzten Takt, manchmal auch ganz nett. Schön, wenn es rockiger klingt… Irgendwie allerdings nicht mehr gut. Sechs Punkte.

Anspieltipps: For My Lady, I'm Just A Singer (In A Rock And Roll Band)



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