Donnerstag, 9. Juli 2015

Giant Sand – Heartbreak Pass




Giant Sand – Heartbreak Pass


Besetzung:

Howe Geld – sings, plays guitar, vocal effects, banjo, piano, tremolo rhodes


Gastmusiker:

Grant-Lee Phillips – backing vocals, slide guitar
Vinicio Capossela – recites
Thøger T. Lund – bass, rearrangement of dubs
John Parrish – drum kit, cymbal splash
Gabriel Sullivan – guitar, bass, drums, spanish guitar
Winston Watson – drums
Brian Lopez – backing vocals, spanish guitar
Lovely Quinces – sings
Steve Shelley – drums
Antonio Gramentieri – rhythm guitar
Francesco Giampaoli – bass
Diego Sapignoli – percussion
Jason Lytle – keyboards, guitar, drums, backing vocals, synthesizer
Maggie Björklund – pedal steel
Chris Schultz – keyboard thing
John Villa – trumpet
Nikolaj Heyman – wurlitzer piano, organ
Anders Pedersen – electric guitar
Peter Dombernowsky – drums
Dr. Chris Jakobsen – viola
Asger Christensen – violin
Voices Of Praise – gospel choir
Ilse Delange – sings
JB Meijers – dobro
Lonna Beth Kelley – sings
Talula Gelb – sings, guitar


Label: New West Records


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Alternative Country


Trackliste:

1. Heaventually (3:27)
2. Texting Feist (4:13)
3. Hurtin' Habit (3:01)
4. Transponder (3:30)
5. Song So Wrong (2:52)
6. Every Now And Then (3:21)
7. Man On A String (3:55)
8. Home Sweat Home (3:34)
9. Eye Opening (2:57)
10. Pen To Paper (2:56)
11. Bitter Suite (2:21)
12. House In Order (3:27)
13. Gypsy Candle (4:29)
14. Done (3:39)
15. Forever And Always (1:48)

Gesamtspieldauer: 49:36



Giant Sand ist eigentlich gar keine richtige Band, eher ein Projekt des US-Amerikaners Howe Gelb aus Tucson, Arizona. Dieser hat unter der Überschrift „Giant Sand“ in den letzten dreißig Jahren 29 Alben veröffentlicht, wobei er die einzige feste Konstante im Line-Up der Band ist und sich praktisch auch alleine für die Kompositionen verantwortlich zeigt.

Die Musik kann man ganz gut unter dem Überbegriff „Alternative Country“ einordnen, auch wenn man immer wieder mal auf etwas „seltsame“ Synthesizer-Geräusche stößt, die so gar nicht zu diesem Musik-Genre passen wollen. Oftmals ist die Musik von Giant Sand auf „Heartbreak Pass“ ruhig gehalten, kann jedoch auch durchaus das Tempo anziehen und auch rocken. Die lange Liste der Musiker zeigt, dass die einzelnen Nummern häufig mit verschiedenen Besetzungen eingespielt wurden. Das merkt beziehungsweise hört man allerdings auch leider der Musik an, die etwas zerrissen, so gar nicht so einheitlich wirkt, obwohl sie allesamt aus der Feder des Howe Gelb stammt.

Mitunter klingt es auch sehr Country-mäßig, was für ein mitteleuropäisches Ohr durchaus gewöhnungsbedürftig ist. Andere Nummern sind nicht gleich und sofort zugänglich, da benötigt man dann schon ein paar Durchläufe mehr, um mit diesen Titeln „warm“ zu werden. Übermäßig eingängig ist die Scheibe definitiv nicht, dazu fehlt auch manchmal ein wenig der berühmte „rote Faden“, der sich eben nicht unbedingt durch das ganze Album zieht.

Aber es gibt sie durchaus, die schönen Momente auf „Heartbreak Pass“. Drei Beispiele hierfür sind die Nummern „Eye Opening“, „House In Order“ und „Gypsy Candle“. Erster Titel ist ein sehr gefühlvolles Lied, bestehend aus Gesang und akustischer Gitarre, wobei die nachdenkliche bis melancholische Stimmung noch durch Streicher unterstrichen wird. „House In Order“ ist ebenfalls eine Nummer, in der die akustische Gitarre und der Gesang im Vordergrund stehen – wie übrigens bei den allermeisten Titeln auf diesem 2015 veröffentlichten Album – doch ist hier die Grundausrichtung der Musik etwas treibender, auch wenn bei diesem Lied ebenfalls wieder unter anderem die Streicher ihren Einsatz bekommen. „Gypsy Candle“, die längste Nummer der Platte, wirkt sehr getragen und unterscheidet sich dahingehend, dass es dieses Mal das Piano ist, welches das beherrschende Instrument darstellt. Dazu gesellt sich der abwechselnde Gesang des Howe Gelb und der sehr zerbrechlich wirkende der Lonna Beth Kelley, was dem Titel noch zusätzliche Ausdruckskraft verleiht. Natürlich dürfen auch hier die Streicher nicht fehlen – nun, vielleicht habe ich da doch noch einen roten Faden gefunden…

Fazit: „Heartbreak Pass“ von Giant Sand überzeugt nicht durchgängig, jedoch mit manchen Titeln wiederum sehr. Klingt das Ganze zu sehr nach Country, steige ich zumindest aus. Auch ist nicht jeder Titel sofort eingängig, manche werden es auch nie, auch nicht nach dem zwanzigsten Mal des Hörens. Trotzdem ist „Heartbreak Pass“ eine interessante Scheibe geworden. Allerdings ganz sicher eine für die ruhigen Momente des Lebens. Eine Platte zum Abschalten vom Alltag, die in Ruhe gehört und genossen werden möchte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Eye Opening, House In Order, Gypsy Candle



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