Montag, 3. August 2015

Marius Müller-Westernhagen – Lausige Zeiten




Marius Müller-Westernhagen – Lausige Zeiten


Besetzung:

Marius Müller-Westernhagen – Gesang


Gastmusiker:

Lothar Meid – Bass, Linn-Drum, DX-7, PPG Wave 22, Korg DW 8000, Emulator 2, Commodore
Rüdiger Elze – Gitarre, Mandoline
Christian Schneider – Saxophon


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: DeutschRock


Trackliste:

1. Lausige Zeiten (3:05)
2. Wir Sitzen Alle In Einem Boot (4:18)
3. Es Tut Weh (4:11)
4. Berlin (3:30)
5. Mir Ist So Heiss (4:49)
6. Kannst Du Mir Vertrauen (3:07)
7. Kein Gefuehl (6:25)
8. Sonntagskind (2:47)
9. Schrei (3:27)
10. Tanz Mit Mir (5:19)

Gesamtspieldauer: 40:15




„Lausige Zeiten“ ist bereits das zehnte Studioalbum des Marius Müller-Westernhagen und es erschien im Jahr 1986. Nun, dieses Datum sagt schon einiges darüber aus, was man als geneigter Hörer auf diesem Album zu hören bekommt, nämlich Musik, die absolut in ihrer Zeit verhaftet ist. Hier wird dem Drum-Computer gefrönt und der Synthesizer hat seinen großen Auftritt. Herkömmliche Rock-Instrumente treten da ganz, ganz deutlich in den Hintergrund und spielen nur noch am Rande eine Rolle.

Dies ist sicherlich der Grund dafür, dass diese Platte bei vielen Fans des Marius Müller-Westernhagen immer wieder ganz weit vorne landet, wenn es denn um die Krönung des schlechtesten aller Westernhagen-Alben geht. Gut, der Sound wirkt wahrlich steril und schmeckt irgendwie nach Plastik. Trotzdem finden sich jedoch auch ein paar ganz nette Titel auf dieser Platte, die durchaus einen guten Einblick beziehungsweise Hörbeispiele bezüglich des „typischen“ 80er Jahre Sounds vermittelt.

Höhepunkt der Platte ist für mich gleich die zweite Nummer „Wir Sitzen Alle In Einem Boot“. Ein Lied, welches sofort ins Ohr geht und einfach Spaß macht. Überhaupt, so richtige Ausfälle gibt es auf „Lausige Zeiten“ überhaupt nicht. Alles klingt irgendwie – und das gar nicht mal so schlecht. Die Melodien haben es durchaus in sich und wenn die Platte mit herkömmlichen Musikinstrumenten eingespielt worden wäre, dann hätte sie mit Sicherheit auch einen sehr viel höheren Stellenwert bei den Konsumenten. Naja und eine kleine geschichtliche Zeitreise in Bezug auf Deutschland gibt es auch noch, wenn man solch einen Song wie „Berlin“ hört, der sich zwar musikalisch wie textlich unglaublich anbiedert und somit eher zu den schlechteren des Albums zählt, jedoch textlich durchaus auch das damalige westdeutsche Gefühl wiederspiegelt, wenn es um unsere jetzige Hauptstadt geht.

Fazit: Es ist nicht alles schlecht auf „Lausige Zeiten“. Zwar ist auch nichts überragend, aber so mies, wie diese Platte häufig gemacht wird, ist sie dann auch wieder nicht. Okay, die Musik klingt sehr künstlich und ist für die meisten Ohren sicherlich gewöhnungsbedürftig, trotzdem wissen einige der Melodien durchaus zu gefallen. „Lausige Zeiten“ ist der Ehrlichkeit halber jedoch auch kein essentielles Album des Marius Müller-Westernhagen, welches man kennen sollte, um diesen Musiker zu kennen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Wir Sitzen Alle In Einem Boot



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