Dienstag, 18. August 2015

Sting – The Dream Of The Blue Turtles




Sting – The Dream Of The Blue Turtles


Besetzung:

Sting – lead vocals, guitar, double bass


Gastmusiker:

Omar Hakim – drums
Darryl Jones – bass guitar
Kenny Kirkland – keyboards
Branford Marsalis – soprano and tenor saxophones, miscellaneous percussion
Dollette McDonald – backing vocals
Janice Pendarvis – backing vocals
Pete Smith – additional background vocals
Danny Quatrochi – additional background vocals, synclavier
Elliot Jones – additional background vocals
Jane Alexander – additional background vocals
Vic Garbarini – additional background vocals
The Nannies Chorus – additional background vocals
Rosemary Purt – additional background vocals
Stephanie Crewdson – additional background vocals
Joe Sumner – additional background vocals
Kate Sumner – additional background vocals
Michael Sumner – additional background vocals
Pamela Quinlan – additional background vocals
Eddy Grant – congas
Frank Opolko – trombone
Robert Ashworth – additional guitar


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. If You Love Somebody Set Them Free (4:14)
2. Love Is the Seventh Wave (3:30)
3. Russians (3:57)
4. Children's Crusade (5:00)
5. Shadows In The Rain (4:56)
6. We Work The Black Seam (5:40)
7. Consider Me Gone (4:21)
8. The Dream Of The Blue Turtles (1:15)
9. Moon Over Bourbon Street (3:59)
10. Fortress Around Your Heart (4:39)

Gesamtspieldauer: 41:40




1983 erschien mit „Synchronicity” das letzte Album von Police. Danach war erst mal Schluss mit der Band und der beste Songschreiber der Welt, so nannte sich Sting, alias Gordon Matthew Thomas Sumner, damals mal in einem Interview, veröffentlichte zwei Jahre später mit „The Dream Of The Blue Turtles“ sein erstes Solo-Album. Ein gesundes Selbstvertrauen hatte Sting damals zweifelsohne und Police war sicherlich auch eine tolle und überzeugende Band. Ob er allerdings wirklich dieser „beste“ Songschreiber war oder ist, das sei mal so dahingestellt – sehr erfolgreich war diese Scheibe hier auf jeden Fall, denn sie verkaufte sich viele Millionen Mal.

„The Dream Of The Blue Turtles“ beginnt mit der ersten Singleauskopplung „If You Love Somebody Set Them Free“. Eine mitreißende Pop-Nummer, die in den 80ern des letzten Jahrhunderts immer für volle Tanzflächen sorgte. Durchaus ein Lied mit Ohrwurmcharakter. Dann folgt ein für Sting typisches Lied, trägt es doch wieder deutliche Reggae-Anleihen in sich. „Love Is the Seventh Wave“ kommt allerdings in keiner Weise an entsprechende Vorbilder aus der Police-Ära heran. Es schließt sich „Russians“ an, eine weitere Single-Auskopplung und das mit Abstand beste Stück der Platte. Nicht nur die Musik ist toll, auch der Text ist es, der viele Gedanken der Menschen im kalten Krieg der Prä-Gorbatschow-Ära beinhaltet. Solche Sätze wie „How can I save my little boy from Oppenheimers deadly toy“ oder eben „I hope the Russians love their children too“ brannten sich damals schnell in das Gedächtnis ein und waren auch nicht mehr auszulöschen. Das ist wirklich historische Musik, die den damaligen Zeitgeist widerspiegelt.

Mit „Children's Crusade“ folgt dann noch ein nettes, ruhiges und ebenfalls sehr melodiöses Lied, bevor sich weitere Titel anschließen, die zumindest bei mir das Gefühl auslösen, dass Sting damals an sehr großer Selbstüberschätzung litt. Das ist jetzt nämlich alles recht unspektakulärer Pop, bei dem man schöne Stellen finden kann, beileibe jedoch nicht mehr muss. Auf mich wirken diese Stücke mitunter sogar etwas sehr langweilig und selbstverliebt. Ich liebe zwar die Klarinette, die in vielen Sting-Liedern integriert ist, jedoch macht dies ein Lied noch lange nicht zu einem Guten. Nein, etwas Besonderes ist diese Platte spätestens hier nicht mehr – auch nicht, wenn das Titellied, ganz untypisch, im Bereich des Jazz anzusiedeln ist und wohl eine kleine Spielerei bedeutet, wie das Gelächter am Ende wahrscheinlich auch vermitteln soll.

Fazit: Die Stärken von „The Dream Of The Blue Turtles“ liegen eher am Anfang der Platte. Vieles klingt ganz nett auf diesem Album, absolut begeisternd nur weniges, dafür manches auch ein klein bisschen langweilig. Okay, die Scheibe beinhaltet keinen 08/15-Pop, ist irgendwie intellektuell angehaucht, was nicht zuletzt auch an der häufig aufwendigen Instrumentierung liegt und wirkt dadurch etwas spannender. Aber wenn der beste Songschreiber der Welt eine Platte veröffentlicht, dann müsste es doch eigentlich auch die beste der Welt sein… Ist sie aber nicht. Neun Punkte.

Anspieltipps: Russians



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