Montag, 17. August 2015

Richard Wright – Wet Dream




Richard Wright – Wet Dream


Besetzung:

Richard Wright – piano, keyboards, electric piano, hammond organ, oberheim synthesizer, vocals


Gastmusiker:

Mel Collins – saxophones, flute
Snowy White – guitars
Larry Steele – bass guitar
Reg Isidore – drums, percussion


Label: Harvest


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Instrumental Rock, Jazz Fusion, Pop, Rock


Trackliste:

1. Mediterranean C (3:52)
2. Against The Odds (3:57)
3. Cat Cruise (5:14)
4. Summer Elegy (4:53)
5. Waves (4:19)
6. Holiday (6:11)
7. Mad Yannis Dance (3:19)
8. Drop In From The Top (3:25)
9. Pink's Song (3:28)
10. Funky Deux (4:57)

Gesamtspieldauer: 43:51




Für mich gibt es kaum einen entspannteren Musiker als Richard Wright. Moment, das stimmt natürlich nicht, es ist selbstverständlich seine Musik, die in mir diese unglaublich relaxte Stimmung hervorruft. Dies gilt für die Titel, die er bei Pink Floyd geschrieben hat, genau wie für dieses Album, „Wet Dream” Deses ist das erste seiner zwei, na vielleicht drei Solo-Ausflüge. Sein gemeinsames Schaffen mit Dave Harris unter dem Titel „Zee“ wurde hier ja bereits besprochen und war eine einzige Katastrophe. Nicht so jedoch diese Scheibe hier aus dem Jahr 1978, die diesem manchmal wahrlich selbst in seiner Rolle bei Pink Floyd „übersehenen“ und unterschätzten Musiker auf das Allerbeste gelungen ist.

Auf „Wet Dream“, hört man eine Mischung aus Pop, Rock, Ambient und Jazz-Anleihen in einer völlig relaxten Variation. Der Name „Wet Dream“ hat natürlich im Englischen eine besondere Bedeutung, welche hier durch das Cover in eine völlig andere Richtung gelenkt wird. Durchaus vorstellbar, wahrscheinlich sogar, dass Richard Wright dieses Album als seinen „Wet Dream“ ansah, entspannend wirkt das Ganze auf jeden Fall. Auf der Scheibe wird nur selten gesungen, bei insgesamt vier der zehn Lieder. Auch der Gesang des Richard Wright weiß dabei zu überzeugen, den man sich auch bei Pink Floyd öfters gewünscht hätte. Klar ist dieser Richard Wright nicht der begnadete Sänger, jedoch passt diese zurückhaltende Art des Gesangs wunderbar zu diesen allesamt irgendwie zerbrechlich wirkenden Stücken, die mit Harmonien nur so überfrachtet sind und wunderschöne Harmonien aufweisen.

Die Instrumentalnummern tangieren manches Mal das Genre des Ambient, jedoch nur ganz zart. Meistens klingen sie poppig bis rockig, je nachdem wie viel Spielraum der E-Gitarre eingeräumt wurde. Aber auch die Ausflüge in den jazznahen Bereich gibt es, die eigentliche Liebe des Richard Wright. Und wer bei den Saxophon-Soli auf „Waves“ oder „Funky Deux“ nicht automatisch an Pink Floyd Mitte der 70er Jahre erinnert wird, der kennt diese Musik eben noch nicht.

Fazit: „Wet Dream“ ist eine tolle Platte geworden. Es gibt im Grunde genommen keine unaufgeregtere, keine entspanntere Musik, zumindest nicht in meinem musikalischen Kosmos. Die einzelnen Lieder, die ohne Ausnahme überzeugen, werden mit der Zeit zu treuen Begleitern, zu Freunden, die einen nach einem hektischen Tag einfach wieder runterbringen. Alles auf „Wet Dream“ ist voller Melodiösität, eingängig und harmonisch. Und ich komme wieder zum Anfang dieser Rezension: Es gibt kaum Musik, die mehr entspannt, irgendwie einen kleinen Urlaub bedeutet. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Against The Odds, Cat Cruise, Waves, Pink's Song



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