Sonntag, 3. Juli 2016

Emtidi – Saat




Emtidi – Saat


Besetzung:

Maik Hirschfeldt – 12- & 6-saitige Gitarre, E-Gitarre, E-Bass, Synthesizer, Leslie-Gitarre, F-Alt Flöte, Vibraphone, Mauktrommeln, Cimbeln, Gesang
Dolly Holmes – Gesang, Orgel, E-Piano, Mellotron, Elektro-Spinett, Klavier


Label: ZYX Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Krautrock, Folk


Trackliste:

1. Walking In The Park (6:25)
2. Träume (3:22)
3. Touch The Sun (11:50)
4. Love Time Rain (2:48)
5. Saat (3:57)
6. Die Reise (9:56)

Gesamtspieldauer: 38:20



Allzu viel Erhellendes lässt sich über Emtidi nicht mehr finden. Diese „Band“ hatte lediglich einen sehr kurzen Auftritt gehabt, ohne sonderlich viele Spuren zu hinterlassen. „Saat“ aus dem Jahr 1972 ist die zweite und letzte Veröffentlichung dieses Duos, bestehend aus dem Deutschen Maik Hirschfeldt und der Engländerin Dolly Holmes. Gab es auf dem ersten, selbstbetitelten Album aus dem Jahr 1970 noch hauptsächlich Folk Musik zu hören, so wird die Musik von Emtidi auf „Saat“ nun abwechslungsreicher und auch spannender. Aber was ist das denn nun? Ist das immer noch Folk oder ist das Krautrock oder gar Progressive Rock? Nun, es ist irgendwie alles zusammen, eine Mischung aus diesen musikalischen Genres, die die beiden Musiker hier miteinander verwoben haben.

„Saat“ von Emtidi klingt nur selten treibend und nach vorne preschend, jedoch gibt es auch diese Momente. Doch das ist nicht die Regel, denn ansonsten hören sich die Lieder eher ruhig und zurückhaltend an. Gesungen wird mal auf Englisch, mal auf Deutsch. Den Gesang teilen sich die beiden zumindest größtenteils nach der jeweiligen Muttersprache auf. Alles auf dieser Scheibe klingt sehr melodiös und geht auch schnell ins Ohr. Auf seine Weise klingt alles auf „Saat“ auch ein wenig unscheinbar und unschuldig. Vor allen Dingen „unschuldig“ erscheint mir in diesem Zusammenhang sehr passend. Auf „Saat“ probieren sich zwei Musiker gerade aus, ohne auf irgendwelche Konventionen zu achten und das Ergebnis wirkt durchaus.

So gibt es hier lange und sphärische Instrumentalpassagen zu hören, wenige, etwas vertracktere Abschnitte und ganz viel, einfach irgendwie schön klingende Musik, die sich dann auch wirklich folkig angehaucht anhört. Die beiden Musiker versuchen mit jedem Titel eine Geschichte zu erzählen, denen man allerdings nicht immer ganz so ohne Weiteres folgen kann. Traumwelten eben, die passend zu der Musik erschaffen werden. Manchmal erinnert Dolly Holmes auch ein klein wenig Annie Haslam – allerdings wirklich nur ein klein wenig.

Ich schreibe auf diesen Seiten selten etwas über die Qualität der Aufnahmen. Hier ist dies allerdings definitiv angebracht, was jedoch nicht an Emtidi selbst liegt. Das Plattenlabel ZYX Music hatte bei der CD Wiederveröffentlichung keine bessere Idee, als die originale Schallplatte aufzulegen und dieses Abspielen aufzunehmen. Das Ergebnis ist, dass man das Rauschen und Knistern der Schallplatte hier auf CD hört. Das mag für den ein oder anderen Nostalgiker von Interesse sein, hat jedoch nichts mehr mit seriösem Gebaren zu tun. Hier werden Käufer eindeutig über den Tisch gezogen.

Fazit: Die Musik von Emtidi auf „Saat“ ist schön. Es gibt kein besseres Adjektiv, um diese Lieder zu umschreiben. Freilich gilt das nur für all jene Hörerinnen und Hörer, die mit der sehr sanften Ausführung des Genres Krautrock bis hin zu Progressive Rock etwas anzufangen wissen. Für alle anderen könnte das seltsam bis langweilig klingen. Nun, mir gefällt es, jedoch sollten all jene, die sich überlegen, die CD zu kaufen, vorher einen Blick auf das Plattenlabel werfen. Finger weg von der ZYX Music -Ausgabe. Elf Punkte.

Anspieltipps: Touch The Sun, Love Time Rain, Die Reise



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