Sonntag, 14. August 2016

Ludwig Hirsch – Dunkelgraue Lieder




Ludwig Hirsch – Dunkelgraue Lieder


Besetzung:

Ludwig Hirsch – Gesang, keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Die Omama (4:35)
2. I lieg am Ruckn (5:05)
3. Der Herr Haslinger (3:11)
4. Der blade Bua (4:12)
5. Die Spur Im Schnee (3:19)
6. Liebeslied (4:03)
7. Der Dorftrottel (6:26)
8. Der Wolf (5:24)
9. Spuck den Schnuller aus (3:24)
10. Der Zwerg (5:14)
11. Happy End (4:01)

Gesamtspieldauer: 49:00




„Dunkelgraue Lieder“ heißt die erste Platte des österreichischen Liedermachers Ludwig Hirsch. Im Jahr 1978 wurde das Album auf dem Label Polydor veröffentlicht und wie der Name der Scheibe fast schon zum Ausdruck bringt, befinden sich darauf Lieder, die angefüllt sind mit schwarzem Humor. Da verschluckt sich die Omama mit ihrer Vergangenheit im Dritten Reich, an ihrem eigenen Gebiss und der der nette Herr Haslinger mag besonders die kleinen Kinder sehr gern. Sofort beginnen beim Zuhören die Gedanken etwas zu basteln, zu entwickeln. Und das sind nur einige Beispiele und Szenarien, die Ludwig Hirsch in den Köpfen seiner Hörerinnen und Hörer entstehen lässt.

Ganz klar, bei den Platten des Ludwig Hirsch stehen mehr die Texte im Vordergrund, die Musik scheint auf eine gewisse Art und Weise nur schmückendes Beiwerk zu sein. Passend dazu werden noch nicht einmal die entsprechenden Musiker der einzelnen Titel aufgeführt. Und mit der Art des Ludwig Hirsch, mit dessen Auffassung von Humor, muss man umgehen können, denn sonst wird es schwierig beim Lauschen. Sicherlich ist das nicht jedermanns Sache und schon gar nicht jugendfrei, obwohl hier keine sexuellen Praktiken beschrieben werden oder aber ein Stilmittel des Autors Schimpfwörter wären. Bei Ludwig Hirsch wird jedoch gestorben und gemordet und das Kopfkino angeregt, sodass die „bösen“ Szenen letztendlich alle im eigenen Kopf entstehen.

Leider ist die Musik allerdings noch nicht ganz so gelungen, wie auf dem Nachfolger-Album, welches auch musikalisch viel besser überzeugen konnte. Das ist hier, bei „Dunkelgraue Lieder“, nicht ganz so der Fall. Viele Lieder klingen leicht und sogar ein wenig swingend, das Ganze ist eher Bar- oder Big Band-Sound als Pop oder Rockmusik. Dies alleine schon durch die verwendeten Instrumente. An sich eine schöne Abwechslung, allerdings schaffen es diese Melodien leider nicht zu zünden, was den Texten durchaus gelingt, die einem ein Lächeln auf das Gesicht oder Sorgenfalten auf die Stirn zaubern.

Fazit: Liedermacher-Musik mit dunklen Texten. Der schwarze Humor steht bei Ludwig Hirsch ganz klar im Zentrum seiner Kunst, die dann zum Nachdenken oder Schmunzeln anregt. Aber zu einem Lied gehört nicht nur der Text, sondern eben auch die Musik selbst. Und da hat Ludwig Hirsch noch nicht ganz die passenden Töne gefunden. Das klingt zwar nett, aber noch nicht endgültig überzeugend. Neun Punkte.

Anspieltipps: Die Omama, Der Dorftrottel



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