Sonntag, 18. September 2016

Rome – Coriolan




Rome – Coriolan


Besetzung:

Jerome Reuter – alle Instrumente


Gastmusiker:

Laurent Fuchs – drums on "Fragments"
Michael DE Victor – additional spoken words


Label: Trisol Music


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Neofolk


Trackliste:

1. Investiture (3:22)
2. Make You A Sword Of Me (1:14)
3. Broken (4:43)
4. Fragments (3:07)
5. This Light Shall Undress All (2:04)
6. Coriolan (4:06)
7. Der Krieg (3:47)
8. Funeratio (3:11)

Gesamtspieldauer: 25:36




Das elfte Album des Luxemburgers Jerome Reuter, aus dessen Vornamen sich auch der „Band-Name“ ableitet, ist eher eine EP geworden, denn ein ganzes Album, was bei einer Gesamtspieldauer von etwas über 25 Minuten nicht abzustreiten sein wird. Alles andere reiht sich jedoch perfekt in die Reihe der bisherigen Veröffentlichungen ein. Auch „Coriolan“, was im April 2016 erneut auf dem Musiklabel Trisol Music veröffentlicht wurde, hat Jerome Reuter fast im Alleingang eingespielt, die Musik und die Texte stammen sowieso wieder aus seiner Feder, wobei die Inspiration des Luxemburgers zu diesem Mini-Album von William Shakespeares „Coriolanus“ ausgeht, wie man in dem schön gestalteten Booklet nachlesen kann.

Doch dieses Mal ist das Ganze durchaus etwas anders geraten, als noch auf den vorherigen Alben von Rome. Trotz seiner kurzen Laufzeit zeichnet sich dieses Album mit noch etwas breiter gefächerter musikalischer Vielfalt aus. Da klingt es mal experimentell und etwas verschroben, eher wie eine Klangkollage, dann jedoch wieder sehr melodiös und eingängig, wie es so typisch ist für die Musik von Rome. Doch hört man auf „Coriolan“ auch mal verzerrte Gitarren oder mit „Fragments“ sogar ein Lied, was sich noch nicht ganz entscheiden kann, ob es eher nach New Wave oder nach Punk klingen möchte. Ziemlich ungewöhnliche Töne für Jerome Reuter.

Nun, Abwechslung ist wahrlich etwas Schönes, zu viel davon, noch dazu auf einem solch kurzen Album, kann allerdings auch dafür sorgen, dass man irgendwie nicht ganz so hineinkommt in diese kurze Platte – doch glaubt man das endlich geschafft zu haben, dann ist die Scheibe sowieso schon wieder ausgeklungen. Die richtig tollen Momente gibt es allerdings auch auf „Coriolan“. Das Titelstück selbst beeindruckt hier durchaus und zeigt einmal mehr, welches Gespür Jerome Reuter für die eingängige Melodie besitzt. Und auch das einzige, Deutsch vorgetragene Lied, „Der Krieg“, lohnt sich gehört zu haben.

Fazit: „Rome-Freunde“ werden sicherlich auch von diesem kurzen Album begeistert sein. Zum Einstieg selbst, in den musikalischen Kosmos des Jerome Reuter, wäre dieses kleine Album allerdings eher ungeeignet. Zu unterschiedlich sind darauf die musikalischen Stile vertreten. Diese vermögen es nicht, ein einheitliches Bild der Musik zu erzeugen, was das Eintauchen in diese Musik erschwert. Trotzdem hat die Scheibe ihre großen Stärken, ist bei einem Verkaufspreis für ein komplettes Album, allerdings definitiv zu kurz geraten. Acht Punkte.

Anspieltipps: Coriolan, Der Krieg



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