Donnerstag, 16. März 2017

Wolf Hoffmann – Classical




Wolf Hoffmann – Classical


Besetzung:

Wolf Hoffmann – guitars


Gastmusiker:

Peter Baltes – bass on 11
Mike Brignardello – bass on 02, 03, 05, 07 & 09
W. Anthony Joyner – bass on 10
Michael Cartellone – drums & percussion
Larry Hall – piano on 11
Dr. Al Kooper – hammond b3 organ on 07


Label: Sound Shop Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Klassische Musik im Rockgewand


Trackliste:

1. Prelude (1:25)
2. In The Hall Of The Mountain King (3:15)
3. Habanera (5:14)
4. Arabian Dance (5:14)
5. The Moldau (4:54)
6. Bolero (8:19)
7. Blues For Elise (4:01)
8. Aragonaise (4:27)
9. Solveig's Song (3:44)
10. Western Sky (4:27)
11. Pomp & Circumstance (3:56)

Gesamtspieldauer: 49:00



Wenn manchen Musikern nichts mehr einfällt, dann versuchen sie Opern zu schreiben, um zu beweisen, dass sie selbst in diesem musikalischen Genre bestehen können. Das Ergebnis interessiert dann nur niemanden, aber man hat es eben mal versucht. Eine andere Möglichkeit ist, dass man seine eigenen Stücke von einem großen Orchester nachspielen lässt, um so zu beweisen, dass sie auch auf diese Art und Weise ganz toll klingen. Die dritte Möglichkeit, sich auch mal anders beweisen zu können, diese hat Wolf Hoffmann gewählt. Ansonsten Gitarrist bei der Hard Rock Combo Accept, spielt er jetzt auf seinem ersten Solo-Album Klassische Musik nach und verrockt diese, da ihm die klassische Musik schon immer am Herzen und im Blut lag, wie man nachlesen kann.

Man fragt sich allerdings, ob so etwas wirklich sein muss. Die Antwort heißt ganz klar: „Nein“. Die Auswahl der Stücke ist Wolf Hoffmann noch gelungen, jedoch klingen diese eben im Original deutlich besser, als mit Rock-Instrumenten interpretiert, sind eben klassische Musik, deren Interpretation auch ein Orchester verlangt. Vielleicht kann diese Scheibe als Einstieg für so manche(n) Hörerin oder Hörer dienen, um zu beweisen, dass es in diesem musikalischen Genre auch schöne Melodien zu hören gibt, das war es dann allerdings schon. Hat man allerdings diese Stücke in ihren ursprünglichen Versionen im Ohr, also so, wie sie wirklich klingen, so sind die Interpretationen des Wolf Hoffmann eine Qual.

Hier etwas hervorzuheben fällt mir absolut schwer, da die einzelnen Stücke allesamt vergewaltigt klingen. Das ist schöne Musik und Wolf Hoffmann ist ein guter Gitarrist, jedoch passt das auf „Classical“ alles irgendwie nicht zusammen. Ich höre Grieg, Tchaikovsky, Bizet oder van Beethoven manchmal ganz gerne, aber dann doch bitte im Original. Und der allergrößte Knaller ist schließlich noch, dass an zehnter Stelle wahrlich sogar noch eine Eigenkomposition des Wolf Hoffmann zu hören ist, die sich zwischen die klassischen Titel schob. Nun, Selbstbewusstsein hat dieser Wolf Hoffmann.

Fazit: „Schuster bleib bei Deinen Leisten“, heißt es so schön. Das hat Wolf Hoffmann hier irgendwie ignoriert. Die Stücke sind alle alles wunderbare Themen der klassischen Musik. Diese werden auch von Wolf Hoffmann perfekt gespielt und sogar seine Eigenkomposition kann sich hören lassen, trotzdem ist dies keine Musik, die ich anhören kann, da mir bei solch einer Vergewaltigung von Musik das Herz blutet. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Bolero



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