Sonntag, 2. Juli 2017

Big Big Train – Grimspound




Big Big Train – Grimspound


Besetzung:

Nick D'Virgilio – drums, percussion, co-lead ("A Mead Hall In Winter") and backing vocals
Dave Gregory – guitars
Rachel Hall – violin, voila, cello, co-lead ("As The Crow Flies") and backing vocals
David Longdon – lead and backing vocals, flute, piano, guitars, mandolin, banjo, lute, celesta, synthesizers, percussion
Danny Manners – keyboards, double bass
Andy Poole – acoustic guitar, keyboards, backing vocals
Rikard Sjöblom – keyboards, guitars, backing vocals
Greg Spawton – bass guitar, bass pedals


Gastmusiker:

Judy Dyble – vocals ("The Ivy Gate")
Philip Trzebiatowski – cello ("On The Racing Line")


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: RetroProg


Trackliste:

1. Brave Captain (12:37)
2. On The Racing Line (5:11)
3. Experimental Gentlemen (10:01)
4. Meadowland (3:36)
5. Grimspound (6:55)
6. The Ivy Gate (7:26)
7. A Mead Hall In Winter (15:19)
8. As The Crow Flies (6:43)

Gesamtspieldauer: 1:07:52



„Grimspound” heißt das zehnte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train. Es erschien am 28. April 2017 auf dem bandeigenen Label English Electric Recordings und wurde in derselben Besetzung eingespielt, wie schon der Vorgänger „Folklore“. Ursprünglich war die Veröffentlichung einer EP geplant gewesen, da noch einiges „Material“ bei der Entstehung von „Folklore“ übrig geblieben war. Doch als sich die Band wieder im Studio einfand, scheint deren Kreativität einen weiteren Schub bekommen zu haben und plötzlich zeichnete sich genug Liedmaterial für ein komplett neues Album ab, aus dem schließlich die Scheibe „Grimspound“ entstand. Die frühere Fairport Convention Sängerin Judy Dyble hat dabei einen Gastauftritt und erstmalig konnte sich ein Album von Big Big Train auch in den englischen Charts platzieren und erreichte dort immerhin Platz 45.

Auf „Grimspound“ hört man zwar keinen frickeligen Progressive Rock, keine allzu kühnen Wendungen und Experimente in den Liedern, aber man hört hier sehr eingängigen und melodiösen Rock, der sich im Bereich des RetroProg, Art Rock und mitunter auch Folk bewegt. Die Musik ist größtenteils weich und sanft, was durch die Streichereinlagen der Rachel Hall nochmals bestens transportiert wird. Doch kann man auf „Grimspound“ auch Rock hören, der nach vorne prescht und in dem sich Ex-Spocks Beard Schlagzeuger Nick D'Virgilio austoben kann. Die Musik von Big Big Train deckt ein breites Spektrum an Atmosphären und Stimmungen auf dieser Platte ab, wobei jeder Titel gut ins Ohr geht – ohne Ausnahme.

Gleich die erste Nummer, „Brave Captain“, steht ein klein wenig stellvertretend für das gesamte Album. Sehr symphonischen Prog gibt es hier zu hören, der sich immer wieder wandelt und allen Instrumenten jede Menge Spielraum einräumt. Jedes Instrument darf sich hier entfalten und dabei vor allen Dingen schön klingen. Gleich ein Höhepunkt zu Beginn der Platte. Ebenfalls sehr abwechslungsreich, aus schnelleren und langsameren Passagen bestehend, ist das folgende Instrumentalstück „On The Racing Line“. Auch dieses besticht durch seine Eingängigkeit, beginnt relativ flott und mündet in einen von Streichern dominierten Teil, um schließlich in einen rockigen Abschnitt zu führen. Die Musik macht auch im weiteren Verlauf des Albums Spaß. Erwähnenswert sind hier vor allen Dingen noch das folkige „The Ivy Gate“, bei dem die bereits erwähnte Judy Dyble einen Gesangspart übernimmt. Ebenso sehr lohnenswert klingt „A Mead Hall In Winter“, das mit über fünfzehn Minuten Spieldauer längste Lied des Albums. Das Stück ist eine kleine Reise durch den Kosmos der Big Big Train Musik. Manches Mal fast schon am Rand des Kitsches sich entlanghangelnd, immer auf der Suche nach der schönen und eingängigen Melodie.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch noch der tolle Sound des Albums. Leisere wie lautere Passagen sind perfekt arrangiert und abgemischt. Die Musik bietet damit sowohl beim Nebenbeihören, wie auch laut aufgedreht alles, was das Ohr erwartet. Obwohl man sich etwas verschenken würde, würde man diese Musik einfach nur so nebenbei hören und den Lautstärkeregler nicht ordentlich aufdrehen.

Fazit: „Grimspound“ von Big Big Train ist ein schönes Album geworden, welches mit den Stilen RetroProg, Folk und Art Rock zu spielen versteht. Die darauf zu hörende Musik ist eine sehr eingängige, immer melodiöse. Steht man nicht auf zu viel „Frickelei“ und allzu große Überraschungen, dann kann das Album den Freundinnen und Freunden des melodiösen und symphonischen Progressive Rocks durchaus ans Herz wachsen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Brave Captain, On The Racing Line, The Ivy Gate



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