Sonntag, 14. Januar 2018

David Gilmour – Rattle That Lock




David Gilmour – Rattle That Lock


Besetzung:

David Gilmour – lead vocals (all), guitars (all), keyboards (all except 8), piano (1, 3, 4, 5), sncf sample (2), hammond organ (2, 5, 9), bass guitar (5, 6, 7, 10), bass harmonica (7), electric piano (9, 10)


Gastmusiker:

Jon Carin – electric piano (9)
David Crosby – backing vocals (4)
Graham Nash – backing vocals (4)
Danny Cummings – percussion (3, 4, 5, 7, 10)
Steve DiStanislao – drums (2, 3, 5, 7, 9), percussion (2, 3, 7), backing vocals (2)
Roger Eno – piano (4, 7)
Martin France – drums (8)
Gabriel Gilmour – piano (6)
Jools Holland – piano (8)
Damon Iddins – accordion (3), calliope keyboard (3)
Rado Klose – guitar (8)
Chris Laurence – double bass (8)
The Liberty Choir – backing vocals (2)
Phil Manzanera – hammond organ (2, 3), keyboard elements (2, 3, 6), acoustic guitar (3, 9)
Louise Marshall – backing vocals (2, 9)
Andy Newmark – drums (5, 6, 10)
Eira Owen – french horn (3)
John Parricelli – guitar (8)
Mica Paris – backing vocals (2, 9)
Guy Pratt – bass guitar (2, 9)
Mike Rowe – electric piano (9)
Polly Samson – backing vocals (9)
Yaron Stavi – bass guitar (2), double bass (2, 4, 5), backing vocals (2)
Colin Stetson – saxophone (8)
Richard Wright – voice sample (4)
Robert Wyatt – cornet (8)
Zbigniew Preisner – orchestration (1, 3, 5, 6, 9, 10)
Michaël Boumendil – original sncf jingle (2)


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Rock


Trackliste:

1. 5 A.M. (3:04)
2. Rattle That Lock (4:55)
3. Faces Of Stone (5:32)
4. A Boat Lies Waiting (4:34)
5. Dancing Right In Front Of Me (6:11)
6. In Any Tongue (6:46)
7. Beauty (4:28)
8. The Girl In The Yellow Dress (5:25)
9. Today (5:55)
10. And Then... (4:29)

Gesamtspieldauer: 51:25



„Rattle That Lock“ heißt das vierte Solo-Album des Ex-Pink Floyd Gitarristen David Gilmour. Es erschien am 18. September 2015 und wurde auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht. Auf „Rattle That Lock“ hört man an vielen Stellen unverwechselbar David Gilmour heraus, gerade der Klang seiner Gitarre lässt hier kaum Möglichkeiten der Verwechslung zu. Dazu diese Stimme, absolut keine Verwechslung mehr möglich. Speziell klingen dabei die Instrumentallieder und Instrumentalpassagen wie kleine Reminiszenzen an längst vergangene Tage.

Leider stellt man beim Hören der Scheibe allerdings auch schnell fest, dass David Gilmour gerade in der Verbindung zu Roger Waters, vielleicht auch noch in Kooperation mit Rick Wright zusammen, in der Lage war, geniale Musik schreiben. Auf „Rattle That Lock“ ist das leider immer nur ansatzweise zu hören. Das soll nicht bedeuten, dass die Lieder auf dem Album schlecht klingen oder gar nicht unterhalten. Doch im Grunde genommen ist das, was David Gilmour hier seinen Hörerinnen und Hörern vorsetzt, oftmals ziemlich austauschbarer Pop-Rock geworden, der nur an ganz wenigen Stellen aufhorchen lässt.

Drei Instrumentalstücke gibt es auf „Rattle That Lock“. Zu zwei der weiteren Titel schrieb David Gilmour selbst den Text. Die restlichen Liedertexte steuerte Polly Samson bei, Journalistin, Autorin und gleichzeitig auch die Ehefrau des David Gilmour. Gabriel Gilmour, David Gilmours Sohn, hat auf „Rattle That Lock“ übrigens ebenfalls einen Auftritt, er spielt das Piano auf dem Stück „In Any Tongue“. Auch Roxy Music Keyboarder und Gitarrist Phil Manzanera war beim Einspielen der Titel beteiligt und schließlich sind Graham Nash sowie David Crosby beim Stück „A Boat Lies Waiting“ im Hintergrund zu hören. Doch trotz all dieser Beteiligung, weder textlich noch musikalisch kann die Scheibe vollends überzeugen. Fängt alles noch ganz interessant mit der Instrumentalnummer „5 A.M.“ an, so klingt das bei dem Titellied „Rattle That Lock“ schon anders. Die Nummer basiert auf dem SNCF-Jingle, der Erkennungsmelodie der französischen Eisenbahn. Nicht weiter schlimm, doch das Lied klingt eben poppig bis rockig, nur dieser Gitarrensound möchte uns hier noch etwas anderes verkaufen. Das folgende Stück „Faces Of Stone“ stellt für mich den Höhepunkt der Scheibe dar. Sehr bedächtig mit sanften Pianoklängen beginnend, im weiteren Verlauf folkiger werdend und schließlich werden sogar Themen aufgegriffen, die an Zirkus-Musik erinnern. Hier klingt David Gilmour spannend, sehr abwechslungsreich und überaus eingängig – auch wenn dieser Titel gerade so gar nichts mit der Musik von Pink Floyd zu tun hat.

Leider war es das dann auch bereits mit den Höhepunkten. Die Platte plätschert vor sich hin, ohne dabei wirklich schlecht zu klingen. Überzeugend ist das allerdings auch nicht, eher austauschbar. Pop-Rock, Mainstream oder wie auch immer man das nennen möchte. Eine Ausnahme stellt noch die Nummer „The Girl In The Yellow Dress“ dar. Jetzt klingt David Gilmour leicht jazzig swingend. Da haben wir die Abwechslung, das Auffällige. Aber musste das wirklich sein? Nun, Herr Gilmour hat es wahrlich schwer, kann es nur wenigen Recht machen. Ansonsten wird an der ein oder anderen Stelle von ihm nochmals an die eigene musikalische Vergangenheit erinnert. „A Boat Lies Waiting“, klingt das Lied nicht sehr ähnlich wie „Us And Them“? Die Lieder hinterlassen einfach kaum Spuren mehr, setzen sich nicht mehr fest, klingen aus oder werden zumeist ausgeblendet. Aus vorbei.

Fazit: Es ist meiner Meinung nach überhaupt nicht schlimm, wenn sich Musikerinnen und Musiker selbst zitieren, denn sie stehen zumeist für eine ganz spezielle, eigene Art der Musik, wenn sie denn nicht rein im Mainstream verwurzelt sind. Man kann das nicht nur als Wiederholung, sondern durchaus auch als Ausweitung der Musik auffassen. David Gilmour zitiert sich auf „Rattle That Lock“ zwar ebenfalls selbst, bleibt dabei jedoch irgendwie hängen, stecken, endet schließlich im Mainstream des poppigen Rocks. Das Album ist damit auch immer noch keine schlechte Scheibe, jedoch auch nicht mehr als Durchschnitt. Acht Punkte.

Anspieltipps: 5 A.M., Faces Of Stone



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