Donnerstag, 8. März 2018

July – July




July – July


Besetzung:

Chris Jackson – drums
Tom Newman – vocals
Alan James – bass
Tony Duhig – guitars
John Field – flute, keyboards


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. My Clown (3:21)
2. Dandelion Seeds (4:26)
3. Jolly Mary (2:19)
4. Hallo To Me (2:57)
5. You Missed It All (2:47)
6. The Way (3:19)
7. To Be Free (2:46)
8. Move On Sweet Flower (3:22)
9. Crying Is For Writers (2:33)
10. I See (2:39)
11. Friendly Man (3:07)
12. A Bird Lived (2:36)

Gesamtspieldauer: 36:19




„July“ war eine Psychedelic Rock Band, die aus dem Stadtteil Ealing in London stammte und in den Jahren 1968 und 1969 aktiv war. Das selbstbetitelte Album „July“ war zum damaligen Zeitpunkt die einzige Veröffentlichung der Band und erschien im Jahr 1968. Die Platte wurde damals auf Parlophone veröffentlicht und im Jahr 2014 erneut aufgelegt. Die Musik der Band war eine Mischung aus psychedelischem Rock und psychedelischem Pop, der eher an den amerikanischen Psychedelic Rock angelegt war, denn an der der britischen Kollegen. Trotzdem erinnert die Platte an manchen Stellen etwas an Syd Barretts Pink Floyd und auch an die Beatles zur damaligen Zeit – ohne jedoch vergleichbare Titel hervorzubringen, die ebenso ins Ohr gehen. July wirkt und klingt da etwas spröder.

Man benötigt ein paar Durchläufe, um in diese Musik besser eintauchen zu können. Die Lieder sind zumeist um die drei Minuten lang und wirken erst nach einigen Durchgängen. Vielleicht liegt es daran, dass die Titel wohl mit bewusstseinserweiternder Unterstützung geschrieben wurden und ein Anhören und Eintauchen in diese Musik ohne diese „Hilfe“ etwas Anlauf benötigt. Dann aber, nach einer gewissen Zeit, klingt das Ganze ganz interessant, hat was. Versucht man etwas mehr über diese Band zu erfahren, stößt man immer wieder auf den ersten Titel des Albums, „The Clown“, der bei manchem Hörer und Kritiker als einer der besten psychedelischen Singles gilt – obwohl keine Veröffentlichung der Band sich jemals in den Charts platzieren konnte. Der Titel „The Clown“ steht allerdings durchaus beispielhaft für die Musik der Band auf ihrem gleichnamigen Album. Etwas verschroben, Stimmenverzerrer und eine Gitarre, die im Solo anders, schräger klingen möchte.

Die Betonung des Genres liegt auf der Betonung Psychedelic Rock, denn der ist hier deutlich mehr vertreten als selbiger Pop. Die allgegenwärtige Gitarre sorgt für diesen Eindruck, die sich auch mal in einem Solo verlieren kann. Dazu gesellen sich immer wieder Einfälle und Ausflüge in etwas schrägere Gefilde, sei es in Form von veränderten Stimmen, kurzzeitig anders klingenden Passagen oder seltsamen Sounds. Das macht den psychedelischen Effekt der Platte aus – neben manchem Sitar-Ausflug, der zur damaligen Zeit einfach nicht mehr fehlen durfte und den Ansatz noch unterstrich. Sehr gelungen ist vor allen Dingen der Beginn der Scheibe mit den Stücken „The Clown“ und „Dandelion Seeds“. Auch „The Way“ weiß durchaus zu überzeugen mit seinem intensiven Ausflug nach Indien und einer Gesangsstimme, die von einem dreizehnjährigen Jungen zu stammen scheint. Langweilig wird es immer nur dann, wenn die Musik von July in den Pop der endsechziger Jahre abrutscht. Dann klingt die Musik austauschbar und überflüssig, was jedoch glücklicherweise nur selten eintritt.

Fazit: Psychedelic Rock der ersten Stunde hört man auf „July“ von July. Ein klein wenig Ausflüge in den Psychedelic Pop sind dabei ebenfalls vorhanden. Die Band arbeitet mit Soundeffekten, die damals möglich waren und auch die Sitar hat das eine oder anderer Mal ihren Einsatz. Insgesamt klingt das ganz nett, ganz bestimmt nach einer anderen Zeit und gerade Freundinnen und Freunde des Psychedelic Rock der 60er Jahre finden hier eine schöne Ergänzung ihrer Sammlung. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Clown, Dandelion Seeds, The Way



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